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Montag, 8. Oktober 2018

Billy Joel – Fantasies & Delusions




Billy Joel – Fantasies & Delusions


Besetzung:

Richard Hyung-ki Joo – piano solo


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Klassische Musik


Trackliste:

1. Opus 3. Reverie ("Villa d'Este") (9:31)
2. Opus 2. Waltz # 1 ("Nunley's Carousel") (6:58)
3. Opus 7. Aria ("Grand Canal") (11:08)
4. Opus 6. Invention in C Minor (1:04)
5. Opus 1. Soliloquy ("On a Separation") (11:26)
6. Opus 8. Suite for Piano ("Star-Crossed"): I. Innamorato (7:46)
7. Opus 8. Suite for Piano ("Star-Crossed"): II. Sorbetto (1:30)
8. Opus 8. Suite for Piano ("Star-Crossed"): III. Delusion (3:37)
9. Opus 5. Waltz # 2 ("Steinway Hall") (7:00)
10. Opus 9. Waltz # 3 ("For Lola") (3:28)
11. Opus 4. Fantasy ("Film Noir") (8:56)
12. Opus 10. Air ("Dublinesque") (3:46)

Gesamtspieldauer: 1:16:18



„Fantasies & Delusions“ heißt das dreizehnte und wohl auch letzte Studioalbum des US-Amerikaners Billy Joel. Es ist ein Album, auf dem Bills Joel die Musik komponiert hat, selber jedoch gar nicht zu hören ist, da die Musik vom britisch-koreanischen Pianisten Richard Hyung-ki Joo eingespielt wird. Trotzdem wird diese Scheibe auch zu Recht den Studio-Alben des Billy Joel zugerechnet. „Fantasies & Delusions“ ist die einzige Veröffentlichung von Billy Joel mit klassischer Musik, ansonsten steht dieser eher für Pop. Sein letztes Pop-Album hieß „River Of Dreams“ und erschien im Jahr 1993. „Fantasies & Delusions“ selbst erschien auf dem Plattenlabel Sony Music, wurde im Jahr 2001 veröffentlicht und erreichte im Oktober 2001 immerhin noch Platz 83 der Billboard 200 Charts.

Nein, „Fantasies & Delusions“ ist kein „typisches“ Billy Joel Album, wie einem auf diversen Kaufportalen wohl eingefleischte Billy Joel Fans glauben machen wollen. Auf „Fantasies & Delusions“ hört man klassische Klavier-Musik im Stile von Chopin, die dabei weder besonders eingängig noch interessant klingt. Billy Joel wollte sich wohl, wie so viele seiner Kollegen, auch mal in diesem Genre versuchen. Das Ergebnis klingt „nett“, ist jedoch absolut uninteressant. Diese Musik hört kein Klassik-Freund, denn es ist eben allerhöchstens moderne Klassik und Pop-Fans können mit diesem Album schon mal gar nichts anfangen. Bleiben noch die Komplettisten, die von „ihrem“ Lieblingskünstler alles besitzen möchten. Diese werden hier auch zuschlagen, es einmal hören und dann zusehen, wie sich im Regal mit der Zeit auf der Hülle eine immer dickere Staubschicht auftürmt.

Fazit: „Fantasies & Delusions“ ist wirklich nur etwas für absolute Billy Joel Fans. Man hört auf dem Album ziemlich langweilige Klaviermusik und das sage ich, der auch ab und an gerne Klassik hört. Billy Joel wollte sich mal in diesem Genre ausprobieren, hat er gemacht und damit ist es auch gut. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Alles



Sonntag, 19. November 2017

Billy Joel – River Of Dreams




Billy Joel – River Of Dreams


Besetzung:

Billy Joel – lead vocals, clavinet (1, 4), hammond organ (1, 4, 6, 8, 10), background vocals (2), piano (2, 6-10), organ (2, 9), synthesizer (3, 8), keyboards (5)

Gastmusiker:

Zachary Alford – drums (1, 2, 3, 4, 6, 8)
Phillip Ballou – choir vocals (6)
Katreese Barnes – choir vocals (6)
Tommy Byrnes – guitar (1, 3, 5, 6)
Richie Cannata – tenor sax (4)
Dennis Collins – choir vocals (6)
Schuyler Deale – bass (5)
Lewis Del Gatto – orchestra manager (2, 6-8)
Liberty DeVitto – drums (5)
Will Downing – choir vocals (6)
Laurence Etkin – trumpet (4)
Frank Floyd – choir vocals (6)
Wrecia Ford – background vocals (6, 8)
Diane Garisto – choir vocals (6)
Arno Hecht – baritone sax (4)
Lonnie Hillyer – bass (3, 8)
Jeff Jacobs – synthesizer (2), additional programming (8)
Stephanie James – choir vocals (6)
Color Me Badd – backing vocals on “All About Soul”
Devora Johnson – choir vocals (6)
Jeff Lee Johnson – bass (8)
Steve Jordan – drums (9, 10)
Curtis Rance King, Jr. – choir conductor and contractor (6)
Danny Kortchmar – guitar (1-4, 6, 8-10)
Andy Kravitz – percussion (8)
Osvaldo Melindez – trombone (4)
Ira Newborn – orchestration (2, 6-8)
Jim Saporito – percussion (2)
Marlon Saunders – choir vocals (6), background vocals (6, 8)
Frank Simms – background vocals (1, 2, 8)
George Simms – background vocals (1, 2, 8)
Corliss Stafford – choir vocals (6)
T.M. Stevens – bass (1, 2, 4, 6, 9, 10)
Crystal Taliefero – vocal arrangement (6, 8), background vocals (6, 8)
Chuck Treece – bass (8)
Mike Tyler – guitar (8)
Leslie West – guitar (1, 2, 4)
Brenda White-King – choir vocals (6)
B. David Witworth – background vocals (6, 8)


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. No Man’s Land (4:48)
2. The Great Wall of China (5:47)
3. Blonde Over Blue (4:55)
4. A Minor Variation (5:36)
5. Shades Of Grey (4:11)
6. All About Soul (6:01)
7. Lullabye (Goodnight, My Angel) (3:34)
8. The River Of Dreams (4:07)
9. Two Thousand Years (5:20)
10. Famous Last Words (4:54)

Gesamtspieldauer: 49:17



„River Of Dreams” heißt das zwölfte und gleichzeitig auch letzte Studioalbum des US-Amerikaners Billy Joel. Es erschein am 10. August des Jahres 1993 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Ganz stimmt diese Aussage jedoch nicht, denn im Jahr 2001 veröffentlichte Billy Joel noch ein Album unter dem Titel „Fantasies & Delusions“, bei dem es sich allerdings um klassische Kompositionen handelte, die er zudem auch nicht mehr selbst einspielte. Auf „River Of Dreams” hört man relativ unaufgeregte und keineswegs außergewöhnliche Pop-Musik, die zum Teil einen rockigen Einschlag enthält.

Von dem genialen Song-Schreiber Billy Joel, wie er auf seinen ersten Platten zu hören war, war nichts mehr übrig geblieben Anfang der 90er Jahre. Sehr eingängigen und kommerziellen Pop gibt Billy Joel auf „River Of Dreams” vor allen Dingen zum Besten, der zu allermeist allerdings leider auch sehr oberflächlich klingt. Keine Melodien gibt es mehr, in die man eintauchen kann, die zu begeistern verstehen. Stattdessen befinden sich auf „River Of Dreams” zehn handwerklich gut gemachte Pop-Lieder, die jedoch allesamt leider nur noch sehr wenig Spuren hinterlassen. Am eindrucksvollsten ist da fast noch das Plattencover, welches Christie Brinkley, seine damalige Frau malte und vom Rolling Stone Magazine im Jahr 1993 als „The Best Album Cover of the Year“ ausgezeichnet wurde.

Das Titellied „The River Of Dreams“ ist das bekannteste Stück der Platte und kletterte in vielen Ländern bis auf Platz 1 der Charts. Das schönste Lied auf dem Album heißt allerdings „Lullabye (Goodnight, My Angel)“ und ist eine sehr sanfte Nummer, die an die musikalischen Ursprünge des Billy Joel in den 70er Jahren erinnert. Ansonsten gibt es jede Menge Pop-Liedchen zu hören, mal etwas rockiger gestaltet, mal ein wenig weicher im Klang gehalten sind. Im Grunde genommen ist das allerdings alles austauschbar und verfliegt, ohne großartige Spuren zu hinterlassen.

Fazit: Das letzte Pop-Album des Billy Joel ist eines geworden, welches zum einen nicht zu seinen guten Platten gezählt werden kann, zum anderen austauschbar klingt. Zumeist gibt es auf „The River Of Dreams“ seichteren Pop zu hören, der es nicht mehr schafft zu begeistern. Der Piano-Man war ein letztes Mal kommerziell geworden, um danach musikalisch in dieser Richtung zu schweigen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lullabye, No Man’s Land



Mittwoch, 17. September 2014

Billy Joel – Streetlife Serenade




Billy Joel – Streetlife Serenade


Besetzung:

Billy Joel – harmonica, keyboards, vocals, moog synthesizer


Gastmusiker:

Richard Bennett – guitar
Joe Clayton – conductor, conga
Gary Dalton – guitar
Mike Deasey – guitar
Don Evans – guitar
Wilton Felder – bass, keyboards
Emory Gordy, Jr. – bass
Al Hertzberg – guitar
Larry Knechtel – bass
Art Munson – guitar
Raj Rathor – guitar
William Smith – organ
Michael Stewart– guitar
Ron Tutt – drums
Tom Whitehorse – banjo, pedal steel


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Streetlife Serenade (5:17)
2. Los Angelenos (3:41)
3. The Great Suburban Showdown (3:44)
4. Root Beer Rag (2:59)
5. Roberta (4:32)
6. The Entertainer (3:48)
7. Last Of The Big Time Spenders (4:34)
8. Weekend Song (3:29)
9. Souvenir (2:00)
10. The Mexican Connection (3:37)

Gesamtspieldauer: 37:41




„Streetlife Serenade“ ist das dritte Album des Pianomans Billy Joel. 1974 erschienen, erreichte es nicht ganz die Umsatzzahlen der beiden vorherigen Alben. Ist auch nicht weiter verwunderlich, denn das Songmaterial ist nicht ganz so ausgereift, wie auf den Platten zuvor. Die einzelnen Titel klingen alle unglaublich amerikanisch, was auf den vorherigen Alben nicht so stark zum Ausdruck kam. Und es fehlt auch so ein Übertitel, der sonst sogar mehrfach enthalten war.

Obwohl, den gibt es auf „Streetlife Serenade“ doch auch. Und zwar in Form des Instrumentalstücks „Root Beer Rag“. Wenn man so gut Klavier spielen kann, dann hätte man mit Sicherheit auch Erfolg bei den Frauen, sagt ja schon ein etwas angegrauter Schlager. Nun, die Nummer ist so etwas von mitreißend komponiert und vorgetragen, da macht das Zuhören einfach ganz viel Spaß und Billy Joel hat auch Erfolg bei den Männern. „Los Angelinos“ ist ebenfalls noch sehr gelungen und zudem die zweite Instrumentalnummer des Albums, „The Mexican Connection“, ganz am Ende der Platte. Der Rest ist zwar nichts zum Weglaufen, läuft selbst allerdings irgendwie so durch. Nichts Packendes eben. Die Stimmung des Albums ist allgemein gedämpft und so kann es passieren, dass man bei Lied Nummer 4 den Kopf hebt und lauscht, um ihn anschließend wieder zu senken und sich anderweitig zu beschäftigen.

Fazit: Ein wirklich tolles Lied, zwei weitere, die überzeugen können und dann eben der Rest, der okay ist. Nun, das macht die Platte nicht zu einem schlechten Album, allerdings auch nicht zu einem Kracher. Ganz nett, aber eben nicht essentiell im Schaffen des Billy Joel. Bis auf „Root Beer Rag“, das lohnt sich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Root Beer Rag



Dienstag, 2. Oktober 2012

Billy Joel – The Stranger




Billy Joel – The Stranger


Besetzung:

Billy Joel – vocals, acoustic piano, electric keyboards, synthesizers


Gastmusiker:

Doug Stegmeyer – bass
Liberty Devitto – drums
Richie Cannata – tenor and soprano saxes, clarinet, flute, organ
Mr. Steve Khan – six- and twelve string electric guitars, acoustic rhythm guitar and higher string guitar
Hiram Bullock – electric guitar
Patrick Williams – orchestration


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: September 1977


Stil: Mitunter etwas anspruchsvollerer Pop


Trackliste:

1. Movin’ Out (Anthony’s song) (3:30)
2. The Stranger (5:11)
3. Just The Way You Are (4:51)
4. Scenes From An Italian Restaurant (7:37)
5. Vienna (3:34)
6. Only The Good Die Young (3:56)
7. She’s Always A Woman (3:21)
8. Get It Right The First Time (3:57)
9. Everybody Has A Dream (6:39)

Gesamtspieldauer: 42:36




In den siebziger Jahren war Billy Joel noch sehr kreativ und fleißig und veröffentlichte eine ganze Reihe Alben. So ist „The Stranger“, aus dem Jahr 1977, bereits sein fünfter Output. Hatten dabei die ersten beiden Platten noch ihren ganz eigenen Stil, so befindet sich auf „The Stranger“ bereits hauptsächlich radiotaugliche Popmusik. Allerdings nicht nur.

Der erste Track, „Movin‘ Out“ gehört aber dann doch schon in die Kategorie „Mainstreampop“. Das Lied ist zwar nicht wirklich schlecht und man kann dazu auch schön mitwippen, aber es ist eben nichts Besonderes mehr. Das Titellied „The Stranger“ beginnt danach herrlich schwebend mit einem Pianosolo und einem Pfeifen, welches eine ganz entspannte Atmosphäre hervorruft. Nach knapp einer Minute wird es dann allerdings wieder poppiger, beziehungsweise, hier muss man wohl eher von rockiger sprechen. Das Lied hat einen schönen „Drive“ und endet so, wie es auch begonnen hat – mit Piano und Pfeifen.

„Just The Way You Are“ ist im Anschluss daran allerdings ein Schmalzbrocken „aller erster Kajüte“. Sowohl vom Text, wie von der Instrumentierung her, da hilft wirklich nur weiterskippen auf der Fernbedienung oder aber: Plattenarm hoch und die nächste freie Stelle suchen.

Doch nach diesem Fehlgriff folgt gleich ein Highlight des Albums, das mit über siebeneinhalb Minuten längste Stück auf der Platte: „Scenes From An Italian Restaurant“ Der Beginn ist unglaublich atmosphärisch, sodass man die Pizza fast schon riechen kann, auch wenn es hier hautsächlich um den Wein geht. Dann kommt die Story von Brenda und Eddie, denen alles zuflog, die von allen beneidet wurden. Bis, ja bis sie heirateten und die Ehe schließlich zerbrach. Klingt kitschig, ist aber genial mit Klavier und Saxophone umgesetzt. Und wenn Billy Joel dann am Ende des Stücks wieder den ersten Teil anstimmt, so hängt dort schließlich eine ganz große Portion Melancholie in der Luft und man greift noch schneller zum Wein. Und da ist es dann wie im Lied egal, ob es sich dabei um einen Weißen, einen Roten oder doch um ein Fläschchen Rosé handelt. Ein tolles Lied, in den jeweiligen Stimmungen klasse umgesetzt.

„Vienna“ ist ein ganz nettes Liedchen im Anschluss, aber qualitativ und von der Abwechslung her eher Hausmannskost. Bei „Only The Good Die Young“ wird es dann aber schon wieder deutlich schlechter, denn das ist ein Mitklatschlied, was für mich in die Kategorie „Uptown Girl“ gehört. Musik, mit der ich leider überhaupt nichts anfangen kann.

Aber es wird gleich wieder besser, sehr viel besser sogar. „She’s Always A Woman“ ist einfach wunderschön, andere Worte gibt es dafür wohl nicht. Meist ganz sanft instrumentiert, mit Akustik Gitarre und Piano, kann ich mir die Stimmung für ein Liebeslied nicht besser vorstellen. Und Billy Joel schafft es hier sogar, trotz des Inhalts, an keiner einzigen Stelle schmalzig, kitschig oder schnulzig zu klingen.

Anschließend wird es aber leider wieder hart, wobei das „hart“ nichts mit der Instrumentierung zu tun hat. „Get It Right The First Time“ wartet mit einem Refrain auf, den man sich leicht merken kann, denn dort singt Joel: „La, la, la, la, …“ Grausam! Nicht viel gelungener finde ich auch „Everybody Has A Dream“ bei dem der Refrain im Chor gesungen wird. Das Lied erinnert an die Veröffentlichungen von Barbara Streisand und kommt wohl nur in Joels Heimat, den USA, gut an - nicht jedoch in Europa. Auch wenn das Album am Ende mit der netten Pfeifnummer und dem Piano von „The Stranger“ beendet wird, so rettet dies das Ende der Scheibe auch nicht mehr.

Fazit: Das ist kein gutes Album mehr von Billy Joel, dazu tummeln sich auf „The Stranger“ zu viele seichte Lieder. Dass dies auch anders gesehen werden kann, möchte ich hier allerdings nicht verschweigen, denn „The Stranger“ ist das, von den Verkaufszahlen her, mit Abstand erfolgreichste Album Joels. Und es beinhaltet auch zwei Billy Joel Klassiker mit „Scenes From An Italian Restaurant“ und „She’s Always A Woman“. Immerhin. Und von mir gibt es dafür 7 Punkte.

Anspieltipps: Scenes From An Italian Restaurant, She’s Always A Woman, der ganze Rest ist eher mau.





Sonntag, 26. August 2012

Billy Joel - The Nylon Curtain





Billy Joel
– The Nylon Curtain



Besetzung:

Billy Joel – vocals, pianos, synthesizers, hammond organ and melodica


Gastmusiker:

Liberty Devitto – drums and percussion
Doug Stegmeyer – bass
Russel Javors – electric and acoustic guitar (rhythm)
David Brown - electric and acoustic guitar (lead)
Dave Grusin – strings and horns arrangement
David Nadien – concertmaster
String Fever – strings on tracks 2 & 8


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: September 1982


Stil: Pop


Trackliste:

1. Allentown (3:52)
2. Laura (5:06)
3. Pressure (4:41)
4. Goodnight Saigon (7:04)
5. She’s Right On Time (4:15)
6. A Room Of Our Own (4:04)
7. Surprises (3:26)
8. Scandinavian Skies (6:01)
9. Where’s The Orchestra? (3:17)

Gesamtspieldauer: 41:47




„The Nylon Curtain“ ist Billy Joels achte Albumveröffentlichung und mit Sicherheit sein bestes Album in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Auf der CD befinden sich einige Perlen, die es zu entdecken gilt und einen Kauf des Albums überaus lohnenswert machen.

Aber der Reihe nach. Zunächst hört man das Pfeifen einer Eisenbahn und schon ist man drin im ersten Stück des Albums: „Allentown“. Das Lied hat einen schönen Rhythmus, reißt den Hörer zwar nicht vom Hocker, aber es ist und bleibt ein ganz netter Popsong. „Laura“ ist anschließend deutlich ruhiger gehalten und würde, wenn da nicht diese Slidegitarre an bestimmten Stellen wäre, sogar ein bisschen an die Beatles erinnern. Obwohl, das macht das Lied dann trotzdem.

In „Pressure“ schafft es Billy Joel dann, „Stress“ und „Druck“ auch musikalisch auszudrücken und durch das Tempo und die Instrumentierung auf das Lied zu übertragen. Und das ist in keiner Weise negativ gemeint. „Pressure“ ist ein fertiger, ausgereifter Song, der gerade auch durch seine Stimmung zu gefallen weiß. Anschließend folgt mit „Goodnight Saigon“ ein absoluter Höhepunkt der Platte. Und dieses Lied stellt auch ein absolutes Highlight im Schaffen des Billy Joels überhaupt dar. Die Nummer beginnt und endet mit Hubschraubergeräuschen und in diesem Stück verarbeitet der Sänger und Songschreiber die Eindrücke eines Vietnamveteranen im Krieg. Absolut dicht, traurig und bewegend, sowohl von der Instrumentierung, wie auch vom Text her. Ein Meisterwerk und mit Abstand das beste Lied, welches ich zu diesem Thema kenne.

Das folgende Stück, „She’s Right On Time“ fällt nun gegen den Vorgänger deutlich ab, was bei der hoch gelegten Latte allerdings auch nicht wirklich überraschen kann. Das Lied ist ein Popsong, der nicht weiter im Ohr bleibt – dieses Mal eben nichts Besonderes. „A Room Of Our Own“ ist anschließend eine Rock’n’Roll Nummer, die auch nicht positiv hervorsticht und sich sogar um den Titel „schlechtester Track des Albums“ bewirbt.

Weiter geht es mit „Surprises“, welches wieder einen sehr guten Track auf dem Album markiert. Eine wunderschöne Melodie, die durch Joels Gesang perfekt unterstrichen wird. Auch hier kann man wieder Einflüsse der Beatles heraushören. Hieran schließt sich dann ein weiterer Höhepunkt des Albums an: „Scandinavian Skies“. In diesem Lied spürt man richtiggehend die Weite des Himmels über Skandinavien. Wunderschön umgesetzt die ganze Stimmung. Bei diesem Stück spielen die Streicher sogar etwas schrägere Töne, die allerdings perfekt zum Rest der Nummer passen. Ein tolles Lied.

Das Album wird beschlossen durch „Where’s The Orchestra?“. Dieser letzte Track ist eine sehr ruhige Nummer, die zum großen Teil wieder vom dezenten Einsatz der Streicher und Bläser lebt. Sicherlich kein schlechtes Lied, allerdings in meinen Augen etwas zu ruhig und vor allem zu getragen.

Fazit: Für mich das letzte richtig gute Billy Joel Album. Alle darauffolgenden Alben zielten mit ihren Singleauskopplungen dann doch zu sehr auf den Charterfolg. „The Nylon Curtain“ aber ist ein Album, welches sehr viel Stimmung zu erzielen weiß und einige brillante Songs enthält. Und von mir gibt es dafür 11 Punkte.

Anspieltipps: Goodnight Saigon, Surprises, Scandinavian Skies



Sonntag, 10. Juli 2011

Billy Joel – Storm Front




Billy Joel – Storm Front


Besetzung:

Billy Joel – vocals, piano, clavinet, percussion, accordion, harpsichord, hammond organ, synthesizer


Gastmusiker:

Liberty Devitto – drums and percussion
David Brown – guitars
Schuyler Deale – bass
Jeff Jacobs – synthesizers, horn arrangement
Don Brooks – harmonica
Joey Hunting - guitar
John Mahoney – keyboards
Crystal Taliefero – percussion, background vocals
Sammy Merendino – electronic percussion
Kevin Jones – keyboard programming
Doug Kleeger – sound effects
Dominic Cortese – accordion
World Famous Incognito Violinist – fiddle
Mick Jones – guitar
Lenny Picket – saxophone
Andrew Love, Wayne Jackson – The Memphis Horns
Bill Zampino – choral arrangement
Chuck Arnold – choral leader
Arif Mardin – orchestral arrangement
Billy Joel, Mick Jones, Richard Marx, Crystal Taliefero, Jeff Jacobs, Patti Darcy, Frank Floyd, Brian Ruggles, Joe Lynn Turner, Ian Lloyd, Chuck Arnold, Members of the Hicksville High School Chorus, Brenda White King, Curtis King – background vocals


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop bis Rock


Trackliste:

1. That’s Not Her Style (5:08)
2. We Didn’t Start The Fire (4:48)
3. The Downeaster “Alexa” (3:48)
4. I Go To Extremes (4:22)
5. Shameless (4:26)
6. Storm Front (5:16)
7. Leningrad (4:04)
8. State Of Grace (4:29)
9. When In Rome (4:46)
10. And So It Goes (3:28)




„Storm Front“ aus dem Jahr 1989 ist die elfte Veröffentlichung von Billy Joel. Und wie alle seine Alben aus den 80er Jahren des letzten Jahrtausends, so kann sich auch „Storm Front“ nicht mit den Veröffentlichungen aus den 70ern messen - obwohl auch dieses Album sehr viel besser gelungen ist, als sein absoluter Tiefpunkt „An Innocent Man“ von 1983.

Der Titeltrack“ „Storm Front“ ist wieder eines jener Lieder, bei denen uns Billy Joel mit einer Art Big Band beglückt. Aber wie auch bei seinen bisherigen Versuchen, so funktioniert es auch diesmal nicht. Irgendwie passt diese Art Sound nicht zum Rest der Lieder von Billy Joel. Und noch ein Lied befindet sich auf der ehemaligen zweiten Seite der Platte, was so gar nicht überzeugen kann: „When In Rome“ ist fast schon eine Art Funk-Nummer, bei der man ebenfalls nicht so ganz genau weiß, warum dieses Stück unbedingt mit auf der Platte veröffentlicht werden musste.

Das war es aber auch schon, mit den schlechteren Nummern. Der Rest kann sich wirklich hören lassen. Allgemein ist Storm Front rockiger als seine Vorgänger. So ist zum Beispiel gleich der erste Track „That’s Not Her Style“ eine richtige Rocknummer, die nur während des Refrains die Popmusik streift. „We Didn’t Start The Fire“ ist anschließend eine Aufzählung verschiedener Ereignisse ab dem Jahr 1949, dem Geburtsjahr Billy Joels. Ein Lied, das sowohl durch den Text, wie auch durch seine rockige Melodie gefallen kann. Der Song ist wohl auch einer der bekanntesten von Billy Joel.

„The Downeaster Alexa“ ist dann eine typische Billy Joel Ballade, die durchaus zu gefallen weiß, schön getragen versetzt uns Herr Joel hier in eine traurige und melancholische Stimmung. „I Go To Extremes“ ist anschließend wieder deutlich rockiger und gefällt auch wegen seines sehr melodiösem Refrains. Auch etwas rockiger und sogar mit ein paar schrägen Tönen aufwartendm, hört man dann schließlich „Shameless“. Ein richtig guter Track, der einfach Spaß macht.

„Leningrad“ kennen wohl ebenfalls die meisten Musikinteressierten. Mir ist der Song ein wenig zu schnulzig, obwohl er wirklich perfekt arrangiert wurde und die Botschaft, die er transportieren will oder soll, auch perfekt rüberbringt. Allerdings eben sehr, sehr getragen.

Blieben noch die beiden Titel: „State Of Grace und „And So It Goes“. Erstere Nummer klingt für mich dabei ein wenig wie ein Füllsong. Ist irgendwie weder ein Ausfall noch ein Höhepunkt des Albums. Das Stück ist einfach da und wird wieder schnell vergessen. Die letzte Nummer der CD ist das bereits erwähnte „And So It Goes“, quasi ein Piano Solo Stück, welches Billy Joel auch schon mal besser hinbekommen hat, ohne, dass man auch hier von einem totalen Ausfall reden könnte.

Fazit: „Storm Front“ ist beileibe kein ganz schlechtes Album, dafür sind auf der Platte viel zu viele gute Nummern vertreten. Wer Billy Joel Musik mag, wird auch „Storm Front“ mögen, da die Platte irgendwie das Schaffen des Billy Joels der letzten, na sagen wir mal 12 Jahre, sehr gut widerspiegelt. Für Fans ein „Muss“. Dafür gibt es von mir acht Punkte.

Anspieltipps: We Didn’t Start The Fire, The Downeaster “Alexa”, Leningrad







Samstag, 9. Juli 2011

Billy Joel – The Bridge





Billy Joel – The Bridge


Besetzung:

Billy Joel – piano and synthesizers


Gastmusiker:

Liberty Devitto – drums and percussion
Doug Stegmeyer – bass
Russel Javors –guitars
David Brown – guitars
Peter Hewlitt – background vocals
Bob Mounsey – additional synthesizers and orchestration
Jeff Bova – additional synthesizers and orchestration
Jimmy Bralower – percussion
Mark Rivera – tenor sax, alto sax
Ray Charles – vocals, piano
Vinny Calaiuta – drums
Neil Stubenhaus – bass
Dean Parks – guitar
Ron Carter – acoustic bass
Eddie Daniels – alto sax
Michael Brecker – tenor sax
Ronnie Cuber – baritone sax
Marvin Stam – trumpet
Alan Rubin – trumpet
Dave Bargeron – trombone
Philippe Saisse – orchestration
Cyndi Lauper – vocals
David Brown – accoustic 12 string and electric guitars
Don Brooks – harmonica
Steve Winwood – hammond B3
Neil Jason – bass
John McCurry – guitars


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Rock bis Pop


Trackliste:

1. Running On Ice (3:14)
2. This Is The Time (4:58)
3. A Matter Of Trust (4:08)
4. Modern Woman (3:48)
5. Baby Grand (4:01)
6. Big Man On Mulberry Street (5:24)
7. Temptation (4:12)
8. Code Of Silence (5:13)
9. Getting Closer (4:59)




Auch auf seiner zehnten Veröffentlichung, aus dem Jahre 1986, schwimmt Billy Joel erneut auf der Mainstream Pop-Rock-Welle. Allerdings weist „The Bridge“ gegenüber dem Vorgängeralbum „An Innocent Man“ eine deutlich bessere Songauswahl auf. Und auf dem Album unterstützen Billy Joel mit Cyndie Lauper, Ray Charles und Steve Winwood drei bekannte Musikerkollegen.

Zur Musik: Die Platte fängt gleich mit einem „Gute-Laune-Lied an. „Running On Ice“ hat einen schönen Rhythmus und weiß auch durch seine Melodieführung zu gefallen. Der nächste Song „This Is The Time“ erinnert an frühere Billy Joel Veröffentlichungen und hätte auch gut auf „52nd Street“ gepasst. Überzeugen kann der Song aber trotzdem nicht völlig. Er ist irgendwie zu vorhersehbar und damit zu langweilig.

„A Matter Of Trust“ ist das dritte Lied auf der Platte und sicher eines der bekanntesten Stücke von Billy Joel. Ein klasse Lied, was mit einer für Joel völlig untypischen „schweren Gitarre“ aufwartet. Dazu kommt ein toller Rhythmus, der das Lied zu einem der Höhepunkte der CD werden lassen. Dann wird es mit „Modern Woman“ allerdings ganz schlecht. Ein Lied, was wie so oft, dem Big Band Sound nahe kommt. Dies mag man mögen oder nicht, ich finde, es passt einfach nicht zu Billy Joel und wirkt irgendwie aufgesetzt. Bei „Baby Grand“ hat dann Ray Charles seinen Auftritt, sowohl gesanglich wie auch am Piano. Das Lied ist ein Blues und klingt sehr viel typischer nach Ray Charles als nach Billy Joel - und hätte dementsprechend eher auf eine Ray Charles Platte mit Billy Joel Unterstützung gepasst, als umgekehrt.

Die ehemalige zweite Seite beginnt dann mit „Big Man On Mulberry Street“, ebenfalls wieder Big Band Sound, der so gar nicht zu Billy Joel passen will. „Temptation“ ist anschließend etwas getragen und sehr mainstreammäßig. Letzteres ist sicherlich auch „Code Of Silence“, kann allerdings durch den Doppelgesang mit Cyndie Lauper überzeugen. Ein schönes Lied zum Mitsingen und Mitwippen, was man von der letzten Nummer, „Getting Closer“ überhaupt nicht mehr sagen kann, da das Lied trotz der Beteiligung von Steve Winwood irgendwie nur langweilig klingt.

Fazit: „The Bridge“ ist ein deutlich besseres Album als sein Vorgänger „An Innocent Man“, da Billy Joel hier wieder sein Gespür für schöne Melodien zeigt. Das Album reicht nicht mehr an die ersten Veröffentlichungen der 70er Jahre heran, weiß aber immerhin mit ein paar Titeln zu überzeugen. Sicher nicht die beste Veröffentlichung von Billy Joel, allerdings wieder ein Schritt in die richtige Richtung und wem die Musik von Billy Joel allgemein gefällt, der wird auch auf „The Bridge“ einige Perlen für sich entdecken können. Dafür gibt es von mir sieben Punkte.

Anspieltipps: Running On Ice, A Matter Of Trust, Code Of Silence



Sonntag, 3. Juli 2011

Billy Joel – An Innocent Man




Billy Joel – An Innocent Man


Besetzung:

Billy Joel – vocals, piano, hammond


Gastmusiker:

Liberty DeVitto – drums
Doug Stegmeyer – bass
David Brown – electric and acoustic guitar (lead)
Russel Javors – electric and acoustic guitar (rhythm)
Mark Rivera – alto and tenor sax and percussion
Ralph McDonald – percussion
Leon Pendarvis – Hammond B3
Richard Tee – accoustic piano
Eric Gale – electric guitar
String Fever – strings
Ronnie Cuber – baritone sax
Jon Faddis – trumpet
David Sanborn – alto sax
Joe Shepley - trumpet
Michael Brecker –tenor sax
Ronnie Cuber – baritone sax
John Gatchell - trumpet
Biily Joel, Tom Bahler, Rory Dodd, Frank Floyd, Lani Groves, Ulanda McCullough, Mark Rivera, Ron Taylor, Terry Textor, Eric Troyer, Mike Alexander- background vocals


Label: Sonymusic


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Popmusik


Trackliste:

1. Easy Money (4:00)
2. An Innocent Man (3:32)
3. The Longest Time (3:32)
4. This Night (4:12)
5. Tell Her About It (3:45)
6. Uptown Girl (3:12)
7. Careless Talk (3:42)
8. Christie Lee (3:25)
9. Leave A Tender Moment Alone (3:49)
10. Keeping The Faith (4:35)




Es ist schon überraschend, wie es Billy Joel schaffen konnte, ein Jahr nach dem tollen „The Nylon Curtain“ mit „An Innocent Man“ ein richtig schlechtes, vom Mainstreampop durchzogenes, Album herauszubringen. Und wahrscheinlich ist diese Platte hier sogar Billy Joels bekanntestes Werk in Deutschland, denn immerhin sind auf dem Album drei Singleauskopplungen enthalten, die es bis in die Charts schafften: „Uptown Girl“, „Tell Her About It“ und „The Longest Time“. Aber lediglich das letzte der drei Lieder kann davon wirklich überzeugen. Es bringt sogar einen ganz neuen Ansatz in Billy Joel Werke, denn es ist ein A Capella Song, der richtig gut gemacht ist. Die beiden zuerst genannten Lieder sind kleine Rock’n’Roll Nummern, die vielleicht schnell ins Ohr gehen, dafür allerdings genauso schnell auch wieder verschwinden und vergessen sind.

Und was ist sonst noch auf der Platte? Halbgares, was zum Teil sogar richtig schlecht ist. „Easy Money“ zum Beispiel, was im Big Band Sound daherkommt, allerdings überhaupt nicht überzeugen kann. Richtig schlecht auch „Careless Talk“. Ein Lied nach 08/15 Manier, welches weder mit der Melodie noch mit dem Text gefallen kann. Aber ich hätte hier auch die Rock’n’Roll-Nummer „Christie Lee“ erwähnen können oder aber „Keeping The Faith“. Es macht kaum einen Unterschied, welchen Song man erwähnt, denn schlecht sind sie leider alle. Da fehlt der Pianosound und Joels Gefühl für schöne Melodien vollständig. Und auch, wenn das letzte Lied „Keeping The Faith“ heißt, ich habe bei diesem Album den Glauben verloren, denn das ist wirklich nicht viel, was uns Billy Joel da auf „An Innocent Man“ präsentiert.

Und so fällt auch mein Fazit aus. Wer unbedingt alles von Billy Joel haben möchte, der kann hier zuschlagen. Vielleicht auch jemand, die oder der Musik wirklich nur nebenbei hören will, dazu könnten die einzelnen Songs wohl auch noch taugen. Wem allerdings die früheren Werke von Billy Joel gefallen, wer Musik gerne intensiv hört und wer auch „The Nylon Curtain“ toll fand, der wird mit dieser Veröffentlichung hier wohl so seine Schwierigkeiten haben. Bleibt nur festzustellen: Das war wohl nichts. Und von mir gibt es dafür lediglich drei Punkte.

Anspieltipps: The Longest Time



Samstag, 2. Juli 2011

Billy Joel – 52nd Street




Billy Joel – 52nd Street


Besetzung:

Billy Joel – vocals, piano


Gastmusiker:

Liberty DeVitto – drums
Doug Stegmeyer – bass, background vocals
Steve Khan – electric and acoustic guitar
Freddie Hubbard – trumped (Zanzibar)
Richie Cannata – saxophones, organs and clarinet
Mike Mainieri – vibes and marimba
David Spinozza – acoustic guitar
David Friedman – orchestral chimes and percussion
Ralph McDonald – percussion
Eric Gale – electric guitar
Donnie Dacus, Frank Floyd, Babi Floyd, Zack Sanders, Milt Grayson, Ray Simpson, Peter Cetera – background vocals
George Marge – sopranino recorder
Hugh McCracken – nylon string guitar
Robert Friedman – horn and string orchestration
Dave Grusin – horn orchestration
David Nadien - concertmaster


Label: Sonymusic


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Pop bis Rock


Trackliste:

1. Big Shot (4:04)
2. Honesty (3:54)
3. My Life (4:44)
4. Zanzibar (5:13)
5. Stiletto (4:42)
6. Rosalinda’s Eyes (4:42)
7. Half A Mile Away (4:09)
8. Until The Night (6:35)
9. 52nd Street (2:34)




Das sechste Album von Billy Joel, „52nd Street“ will irgendwie nicht so recht zünden. Wie immer schafft es Joel zwar auch auf dieser Veröffentlichung, uns keinen richtigen Ausschuss zu präsentieren, aber überzeugen können die neun enthaltenen Songs auch nicht wirklich. Viel zu sehr geht hier alles in Richtung Mainstream Pop („Big Shot“, „My Life“, „Rosalinda’s Eyes“ oder „Half A Mile Away“). „Zanzibar“ weist dagegen sogar jazzartige Passagen auf, die zusammen mit dem Rest des Liedes allerdings irgendwie zusammengestückelt klingen - und auch nicht überzeugen können.

„Honesty“, ebenfalls ein Popsong, weiß zumindest durch seine schöne Melodieführung zu gefallen und klingt auch ganz typisch nach Billy Joel. Ebenfalls zu den besseren Songs zählt „Stiletto“, eine etwas schnellere Nummer, bei dem Joel sein Können am Piano richtig ausleben kann. Auch klasse ist hier der Saxophoneinsatz, der nicht besser in das Lied hätte integriert werden können.

Ebenfalls noch zu den besseren Liedern gehört „Until The Night“. Das Lied ist vielleicht sogar ein wenig schmalzig, verfolgt diese Linie dann aber konsequent und kreiert schließlich trotzdem eine schöne Stimmung. Auch in der Orchestrierung kann dieser Track überzeugen. Bliebe noch der Titeltrack „52nd Street“, der irgendwie funkig daherkommen will oder soll und deutlich danebengeraten ist. Eines der wenigen Stücke, die Billy Joel absolut misslungen sind.

Fazit: “52nd Street” ist ein schwaches Album von Billy Joel. Die sonst immer vorhandenen Höhepunkte auf einer Veröffentlichung, sucht man hier vergebens. Jeder Ton ist auf Richtung „Mainstreampop“ ausgerichtet, sodass die außergewöhnlichen Dinge einfach fehlen. Und von mir gibt es dafür sechs Punkte.

Anspieltipps: Honesty, Until The Night



Freitag, 1. Juli 2011

Billy Joel – Glass Houses




Billy Joel – Glass Houses


Besetzung:

Billy Joel – vocals, pianos and synthesizers, harmonica and accordion


Gastmusiker:

Liberty DeVitto – drums, percussion
Doug Stegmeyer – bass guitar
Russel Javors – electric and acoustic guitar (rhythm)
David Brown – electric and acoustic guitar (lead)
Richie Cannata – saxophones, flute and organ


Label: Sonymusic


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop bis Rock


Trackliste:

1. You May Be Right (4:16)
2. Sometimes A Fantasy (3:40)
3. Don’t Ask Me Why (2:59)
4. It’s Still Rock’n’Roll To Me (2:57)
5. All For Leyna (4:15)
6. I Don’t Want To Be Alone (3:58)
7. Sleeping With The Television On (3:03)
8. C’Etait Toi (3:25)
9. Close To The Borderline (3:48)
10. Through The Long Night (2:46)




Auf seinem siebten Album, „Glass Houses“ schlägt Billy Joel dieses Mal etwas härtere Töne an, die von Rock’n’Roll bis hin zum Rock reichen. Somit hebt sich die Platte sehr von den Vorgängern ab. Die allgemeine Stimmung auf dem Album ist fröhlich und längst nicht mehr so sentimental bis melancholisch, wie auf seinen ersten Veröffentlichungen.

Und Highlights im Schaffen des Billy Joel finden sich auch wieder auf dieser Silberscheibe. Da ist zum einen das tolle „All For Leyna“. Ein Pianostück mit treibendem Rhythmus. Klasse Instrumentierung, klasse Stimmung und ein toller Groove. Ein richtiges „Gute-Laune-Lied“. In die ganz andere Richtung, also in die ruhige, geht das letzte Lied „Through The Long Night“. Hier wird es wieder melancholisch und sentimental und Billy Joel beweist, dass er diese Seite des Liederschreibens auch noch nicht verlernt hat. Ein richtig gutes Lied, um in Erinnerungen zu schwelgen.

Dann ist da noch, das ebenfalls eher getragene und ruhigere Stück, „C’Etait Toi“, welches, wie der Name schon verrät, zum Teil in Französisch gesungen wird und ebenfalls durch die Stimmung, die es transportiert, überzeugen kann. Das war es dann aber auch schon mit den ruhigeren Nummern auf der CD, der Rest ist da schon deutlich kraftvoller. Dies gilt für “You May Be Right”, “Sometimes A Fantasy”, “Don’t Ask Me Why” genauso wie für “It’s Still Rock’n’Roll To Me“. Alles Songs, die ganz nett sind, wenn sie auch nicht die absoluten Höhepunkte im Schaffen des Billy Joel darstellen.

Ähnlich verhält es sich mit den Nummern „I Don’t Want To Be Alone“ und “Sleeping With The Television On”, die allerdings mehr in die Poprichtung gehen, wohingegen „Close To The Borderline“ dann wieder ein Rocklied ist.

Fazit: „All For Leyna“ und „Through The Long Night“ sind richtig tolle Songs. Der Rest der Platte ist ebenfalls nicht schlecht, es findet sich kein wirklich schlechtes Lied auf der CD, kann aber trotzdem nicht so überzeugen, wie die beiden erwähnten Lieder. Und es zeigt sich wieder einmal mehr, dass Billy Joel klasse Lieder schreiben kann, dass es allerdings von ihm bis auf „Cold Spring Harbor“ auch kein Album gibt, auf dem sich keine „Füllsongs“ befinden. Und von mir gibt es dafür acht Punkte.

Anspieltipps: All For Leyna, Through The Long Night







Donnerstag, 30. Juni 2011

Billy Joel – Piano Man




Billy Joel – Piano Man


Besetzung:

Billy Joel – all instruments


Label: Sonymusic


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Pop


Trackliste:

1. Travelin’ Prayer (4:16)
2. Piano Man (5:39)
3. Ain’t No Crime (3:19)
4. You’re My Home (3:14)
5. The Ballad Of Billy The Kid (5:42)
6. Worse Comes To Worst (3:16)
7. Stop In Nevada (3:55)
8. If I Only Had The Words (To Tell You) (3:34)
9. Somewhere Along The Line (3:20)
10. Captain Jack (7:19)




Auch Billy Joels zweites Album, „Piano Man“ ist absolut gelungen. Hierauf finden sich so klasse Stücke wie „Travelin‘ Prayer“ „Piano Man“ oder „The Ballad Of Billy The Kid“. Die Platte kann von der Stimmung her, vom Erstlingswerk „Cold Spring Harbor“, durchaus unterschieden werden. Denn im Gegensatz zum Debut, weist „Piano Man“ auch eine ganze Menge schnellere Songs auf. Ein gutes Beispiel hierfür ist gleich der Eröffnungstrack „Travelin‘ Prayer“, der so richtig westernmäßig daherkommt. Da darf dann auch die Geige und die Maultrommel nicht fehlen, um eine richtige Westernstimmung zu erzeugen.

„Piano Man“ ist ein Klassiker von Billy Joel und erinnert ebenfalls an die Westernzeit. Unterstrichen wird das durch den Einsatz der Mundharmonika. Nun, offensichtlich wird die Westernstimmung dann natürlich auch gleich durch den Titel „The Ballad Of Billy The Kid“. Ein toller Track mit nachgemachtem Pferdegeklapper und ebenfalls einer Mundharmonika, die an eine Lagerfeuer im Wilden Westen erinnert.

Und der Rest? Der gibt sich zum Teil als „Cold Spring Harbor-Reminiszenz“ Ein gutes Beispiel dafür ist „You’re My home“, was durchaus auch auf der ersten Platter seinen Platz gefunden hätte. Ähnlich ist es bei „If I Only Had The Words“.

Weniger gelungen klingen dann „Ain’t No Crime“, was fast gospelmäßig daherkommt oder aber „Worse Comes To Worst“, ein Lied, welches durch seine Instrumentierung und seine „aufgesetzte Fröhlichkeit“ irgendwie nervt. Der Rest ist guter Durchschnitt und geht zum Teil in die Countryrichtung: Als Beispiele stehen hierfür „Stop In Nevada“ und „Somewehere Along The Line“, zwei wirklich gut gemachte Songs.

Fazit: Drei richtig gute Tracks befinden sich auf der Platte, die allein schon den Kauf lohnen. Auch sonst findet sich noch so einiges Hörenswertes auf der zweiten Veröffentlichung von Billy Joel, sodass man die wenigen Schwächen auch getrost mal weiterklicken kann. Und von mir gibt es dafür 9 Punkte.

Anspieltipps: Travelin‘ Prayer, Piano Man, The Ballad Of Billy The Kid



Dienstag, 28. Juni 2011

Billy Joel – Cold Spring Harbor




Billy Joel – Cold Spring Harbor


Besetzung:

Billy Joel – piano, organ, harpsichord, harmonica


Gastmusiker:

Rhys Clark – drums
Danny Siewell – drums
Don Evans –guitar
Sal De Troia –guitar
Joe Osborne – bass
Larry Knechtel – bass
Sneaky Pete – steel guitar
Mike McGee – drums on tracks 3,6
Al Campbell – Keyboards (not piano) on track 6
L.D. Dixon – fender rhodes piano on track 6


Label: Columbia


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Pop


Trackliste

1. She’s Got A Way (2:55)
2. You Can Make Me Free (2:58)
3. Everybody Loves You Now (2:49)
4. Why Judy Why (2:57)
5. Falling Of The Rain (2:42)
6. Turn Around (3:07)
7. You Look So Good To Me (2:28)
8. Tomorrow Is Today (4:42)
9. Nocturne (2:53)
10. Got To Begin Again (2:55)



„Cold Spring Harbor“ aus dem Jahr 1971, ist die erste Veröffentlichung von Billy Joel. Und man muss feststellen, dass er die Latte für künftige Alben mit diesem Debüt sehr hoch gelegt hat. „Cold Spring Harbor“ ist ein meist ruhiges, aber nie langweiliges, Album geworden, auf dem jeder Song überzeugen kann.

„She’s Got The Way“, „Why Judy Why“, „Falling Of The Rain“, „Tomorrow Is Today“ „Nocturne“ oder „Got To Begin Again“ sind alles wunderschöne, vor allem mit dem Piano instrumentierte Nummern, die sich melancholisch bis sentimental ihren Weg zum Zuhörer bahnen. Vielleicht nicht gerade das Richtige, wenn man sich an einem verregneten Novemberabend so richtig „down“ fühlt. Diese Musik könnte einen dann, mit ihrer süßen Melancholie, noch weiter herunterziehen. Aber sie kann einen auch in sentimentalen Träumen schwelgen lassen, denn Billy Joel präsentiert uns auf diesem Album unglaublich stimmungsvolle Musik.

Das einzige wirklich fröhlichere Stück auf dem Album ist „You Look So Good To Me“ und vielleicht noch in Ansätzen „You Can Make Me Free“. Dies lässt sich nicht nur an der Instrumentierung festmachen, auch die Tempi dieser beiden Songs unterscheiden sich stark von denen der restlichen Stücke. Aber auch diese beiden Stücke können überzeugen und gefallen.

Fazit: „Cold Spring Harbor“ ist ein wunderschönes und gefühlvolles Erstlingswerk von Billy Joel. Sicherlich nichts für Leute, die nur auf härtere Sachen stehen. Wer allerdings auch gerne mal die sanfteren Töne hört, dem sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt. Ein Album zum Träumen und Genießen. Und von mir gibt es dafür 11 Punkte.

Anspieltipps: She’s Got The Way, Why Judy Why, Tomorrow Is Today, Nocturne