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Donnerstag, 3. Februar 2022

Big Big Train – Welcome To The Planet

 



Big Big Train – Welcome To The Planet


Besetzung:

Carly Bryant – vocals, piano, synthesizer
Nick D'Virgilio – drums, percussion
Clare Lindley – violin
David Longdon – vocals, flute
Rikard Sjöblom – guitars
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals, spoken voice


Gastmusiker:

Des Desmond – trombone
Ben Godfrey – trumpet
Nick Stones – French horn
John Storey – euphonium
Jon Truscott – tuba




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Made From Sunshine (4:05)
2. The Connection Plan (3:55)
3. Lanterna (6:29)
4. Capitoline Venus (2:27)
5. A Room With No Ceiling (4:52)
6. Proper Jack Froster (6:38)
7. Bats In The Belfry (4:54)
8. Oak And Stone (7:12)
9. Welcome To The Planet (6:41)

Gesamtspieldauer: 47:12



„Welcome To The Planet“ heißt die bereits vierzehnte Studioveröffentlichung der englischen Band Big Big Train. Überschattet wir die Veröffentlichung des Albums am 28. Januar 2022 natürlich durch den tragischen Unfalltod von Sänger, Gitarrist, Keyboarder und Flötist David Longdon am 20. November 2021. Somit hört man das Album noch mal mit einer ganz anderen Grundstimmung. Erst recht, wenn man die Musik von Big Big Train mag.

Big Big Train stehen für Musik, die eine Mischung aus Pop, Rock und auch Progressive Rock enthält. Über allem steht dabei die Eingängigkeit, die Melodie, die das Ohr umschmeichelt, um sich manches Mal bereits nach dem ersten Hören darin festzusetzten. Nicht anders ergeht es einem beim Hören von „Welcome To The Planet“. Wunderschöne Melodien breiten sich aus, mal unterstützt durch den Klang des Mellotrons, dann wieder erklingen Bläser und lassen ein Lied so wunderschön hymnisch, fast schon leicht pathetisch klingen, ohne diesen Ansatz zu übertreiben.

Dass Big Big Train auch progressiv, mit unvorhersehbaren Wechseln und krummen Taken zu punkten wissen, beweisen sie auf den beiden Instrumentalnummern „A Room With No Ceiling“ und „Bats In The Belfry“. Erstgenanntes Lied klingt leicht jazzig angehaucht und bei „Bats In The Belfry“ darf sich schließlich Nick D’Virgilio sogar ausgiebig mit einem Schlagzeugsolo einbringen. Das folgende „Oak And Stone“ ist eine langsame Ballade, zunächst dominiert vom Gesang des David Longdon, einem Piano und mehrstimmigem Chorgesang an den richtigen Stellen. Ab etwa der Mitte des Liedes nimmt der Titel etwas Fahrt auf und wird sogar noch etwas eingängiger und schließlich auch hymnischer.

Das bewegendste Lied des Albums heißt allerdings „Capitoline Venus“. Auf lediglich zweieinhalb kurzen Minuten singt David Longdon dieses Lied mit so viel Gefühl ein, hauptsächlich begleitet durch eine akustische Gitarre, dass einem fast die Tränen in die Augen steigen. Das Album endet mit dem Titellied „Welcome To The Planet“. Hier bewegen sich Big Big Train jetzt allerdings am Rande von Musical Musik. Eingängig klingt das zwar, doch diese Annäherung hätte ich dann doch nicht unbedingt haben müssen.

Doch egal, insgesamt bewegt das vierzehnte Studioalbum von Big Big Train. Dieser Eindruck überwiegt bei Weitem. Auf „Welcome To The Planet“ spielt kein einzelner Titel die heraustragende Rolle, es ist die Gesamtheit dieses Albums, die überzeugt und das leider wirklich einen Abschied darstellt.

Fazit: Mag man die Musik von Big Big Train wird man ganz bestimmt auch dieses Album mögen. Selbstverständlich spielen beim Hören dieses Mal auch andere Emotionen eine Rolle, wenn man weiß, dass man Sänger David Longdon so nicht mehr hören wird. Doch auch unabhängig davon ist „Welcome To The Planet“ ein schönes Album geworden, welches sich lohnt aufgelegt zu werden, wenn man diese für Big Big Train so typische Mischung aus Pop, Rock und Progressive Rock mag. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Capitoline Venus, Bats In The Belfry



Samstag, 31. Juli 2021

Big Big Train – Common Ground

 



Big Big Train – Common Ground


Besetzung:

Nick D’Virgilio – drums, percussion, vocals, mellotron, ebow guitar, synthesizer, cp70, fender rhodes electric piano. Arpeggiator, soundscapes
David Longdon – lead and backing vocals, acoustic guitar, mellotron, synthesizer, electric 6 and electric 12-sting guitars, vibraphone, tambourine, flute
Rikard Sjöblom – piano, hammond organ, farfisa organ, fender rhodes piano, church organ, mellotron, vocals, electric 6 and electric 12-sting guitars, fender rhodes and wurlitzer electric piano, clavinet
Gregory Spawton – bass, bass pedals, acoustic guitar, 12-sting acoustic guitar, mellotron, vocals


Gastmusiker:

Carly Bryant – vocals
Dave Foster – guitars
Aiden O’Rourke – violin and soundscapes
Dave Desmond – trombone
Stuart Roberts – trumpet
Nick Stones – french horn
John Storey – euphonium
John Truscott – tuba




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. The Strangest Times (5:07)
2. All The Love That We Can Give (8:05)
3. Black With Ink (7:23)
4. Dandelion Clock (4:14)
5. Headwaters (2:26)
6. Apollo (7:50)
7. Common Ground (4:53)
8. Atlantic Cable (15:06)
9. Endnotes (6:58)

Gesamtspieldauer: 1:02:06



Big Big Train waren mit ihrer Musik schon immer Grenzgänger zwischen Pop, Rock und Progressive Rock. Und gerade dieser progressive Ansatz im Stile der englischen Bands in den frühen 70er Jahren machte für mich auch den Reiz der Musik von Big Big Train aus. Mit ihren letzten Alben „Folklore“ (2016), „Grimspound“ (2017), „The Second Brightest Star“ (2017) sowie „Grand Tour“ (2019) konnten sie dieses musikalische Genre neben dem 2009er Album „The Underfall Yard“ gut abbilden. Wenn ich nur an „Roman Stone“ vom Album „Grand Tour“ denke… großes Kino für mich.

Doch was hört man nun auf ihrem dreizehnten Studioalbum mit dem Titel „Common Ground“?

Um es gleich vorweg zu nehmen, viele der Zutaten, die die Musik von Big Big Train auch vorher bereits ausmachten, sind auch auf „Common Ground“ enthalten. Das gibt es diesen mehrstimmigen Gesang, der immer wieder überzeugt und irgendwie besonders klingt. Es gibt in den Liedern Tempo- und Rhythmuswechsel und vor allen Dingen das Spiel mit den musikalischen Atmosphären haben die Musiker nicht verlernt. Da wird man in sanfte Melodien eingehüllt, dann prescht die Musik wieder zielstrebig nach vorne. Das ist zu hören in den Liedern mit Gesang, aber auch in den zwei Instrumentalstücken „Headwaters“ und „Apollo“. Ganz besonders gelungen empfinde ich auch immer wieder den Bläsereinsatz in den Liedern von Big Big Train, der gerade auf diesem Album den letzten Titel „Endnotes“ zu einem wahrlich hymnischen und feierlichen Abschluss des Albums werden lässt.

Und natürlich entwickeln sich die Lieder mit jedem weiteren Durchlauf weiter, wie dies häufig bei progressiver Musik der Fall ist. Oftmals muss man sich diese Musik erst mal genauer erschließen, bis man sie richtig genießen kann. Genauso ist es mit den Titeln auf „Common Ground“, die mir mit jedem weiteren Mal des Hörens besser gefallen. Alles gut also? Nicht ganz, denn die oben bereits erwähnte Mischung aus Pop, Rock und progressiven Tönen schwenkt für meinen Geschmack manchmal doch ein wenig zu sehr in Richtung des Pops. Gleich beim Eröffnungsstück „The Strangest Times“ musste ich beim ersten Anhören erst mal schlucken. Das klingt schon sehr nach groovendem Pop, den ich von Big Big Train so nicht erwarte und auch von dieser Band gar nicht so hören möchte. Auch das Titellied, eine Mischung aus Folk und Pop und Rock kann mich da nicht so restlos überzeugen und klingt für mich etwas zu alltäglich.

Doch genug kritisiert, Musik ist und bleibt immer auch Geschmackssache. Und da packen mich am ehesten solch Lieder wie „Dandelion Clock“. Nicht nur, dass David Longdon hier ganz ähnlich wie Peter Gabriel singt, auch ansonsten klingt die Nummer wie eine kleine Reminiszenz an Genesis in den 70er Jahren. Die beiden bereits erwähnten Instrumentalnummern gehen auch gut und abwechslungsreich ins Ohr und das gilt ebenso für „Atlantic Cable“, dem längsten Lied auf „Common Ground“. Viele Wendungen, sowohl vom Tempo, wie vom Rhythmus und auch von den Melodien lassen diesen Titel zu einer kleinen musikalischen Reise werden, die Spaß macht angetreten zu werden. Und der bereits erwähnte wunderschöne Abschluss mit dem Lied „Endnotes“ steht stellvertretend für das Besondere in der Musik von Big Big Train.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich an dieser Stelle auch die schöne Aufmachung der CD in Form eines kleinen Büchleins. Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben und dies wertet die CD nochmals auf.

Fazit: Auch wenn „Common Ground“ mich nicht ganz so überzeugt wie manches Vorgängeralbum von Big Big Train, so ist es doch ein hörenswertes Album geworden. Wer Big Big Train mag, wird darauf sicherlich etwas für sich entdecken. Die paar poppigen Stellen zu viel werden durch klasse, deutlich progressivere Abschnitte aufgewogen. Für mich ein lohnenswertes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Dandelion Clock, Endnotes



Dienstag, 31. März 2020

Big Big Train – English Electric Part Two




Big Big Train – English Electric Part Two


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, backing vocals
Dave Gregory – electric guitar, banjo, mellotron
David Longdon – lead vocals, flute, vibes, tambourine, banjo, accordion, melodica, keyboards, acoustic guitar, birds and bees, mandolin
Danny Manners – keyboards, piano, double bass
Andy Poole – keyboards, acoustic guitar, mandolin, backing vocals, baritone bee
Gregory Spawton – bass guitar, electric guitar, slow moog, backing vocals, mandolin, acoustic guitar, keyboards


Gastmusiker:

Abigail Trundle – cello
Andy Tillison – organ, Moog, keyboards
Ben Godfrey – cornet, trumpet, piccolo trumpet
Daniel Steinhardt – electric guitar
Dave Desmond – trombone
Eleanor Gilchrist – violin
Geraldine Berreen – violin
Jan Jaap Langereis – recorders
Jon Truscott – tuba
John Storey – euphonium, trombone
Lily Adams – backing vocals
Martin Orford – backing vocals
Rachel Hall – violin
Sue Bowran – violin
Teresa Whipple – viola
Verity Joy – backing vocals
Violet Adams – backing vocals


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Judas Unrepentant (7:17)
2. Worked Out (7:30)
3. Winchester From St. Giles’ Hill (7:15)
4. The Lovers (5:32)
5. Leopards (3:54)
6. Keeper Of Abbeys (6:59)
7. The Permanent Way (8:15)
8. East Coast Racer (15:44)
9. Curator Of Butterflies (8:42)

Gesamtspieldauer: 1:11:12




„English Electric Part Two” heißt das achte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Selbstverständlich ist diese Scheibe auch inhaltlich der Nachfolger des ein Jahr zuvor erschienen Albums „English Electric Part One”. Der zweite Teil, bei dem erneut Geschichten der Arbeiter aus England erzählt werden, wurde ursprünglich am 4. März 2013 auf dem bandeigenen Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht. Im Jahr 2016 kam es zu einer Wiederveröffentlichung der Scheibe – genau wie beim Vorgänger. Doch auch hier wurde die ursprüngliche Titelfolge einigermaßen durcheinandergewürfelt. Die beiden Stücke „Judas Unrepentant“ und „Winchester From St. Giles‘ Hill“ waren zuerst auf dem ersten Teil von „English Electric“ enthalten. Das Lied „The Lovers“ ist dagegen sogar eine ganz neue Nummer. Den Titel „Swan Hunter“, ursprünglich auf „English Electric Part Two” zu finden, gibt es nun auf dem ersten Teil zu hören. Da die Lieder sich inhaltlich wie auch musikalisch ergänzen, stellen diese Neuanordnungen allerdings kein größeres Problem dar – wenn man beide Alben besitzt.

Auch auf dem neu angeordneten „English Electric Part Two” hört man Progressive Rock neuerer Prägung, der dann allerdings doch wieder sehr an die sicherlich vorhandenen musikalischen Vorbilder Genesis zu Beginn bis Mitte der 70er Jahre erinnert. Alles klingt harmonisch auf diesem Album, sehr melodiös und auch eingängig. Die einzelnen Titel sind sehr abwechslungsreich arrangiert, bestehen zumeist aus mehreren Teilen, die ineinander übergehen. Kompliziert klingt da nichts, keine frickeligen Passagen gibt es auf der Platte zu hören, keine Experimente. Alles klingt melodisch, harmonisch, eingängig.

Alles? Nein, leider doch nicht. Die glücklicherweise sehr kurze Nummer „Leopards“ zerrt dann doch an den Nerven. Das ist Musik, die alles nochmals überhöht. Was bleibt ist ein anbiederndes, absolut langweiliges Lied, welches nur so vor flachem Mainstream trieft. Also doch lieber gleich zu den Höhepunkten der Scheibe. Diese heißen „Judas Unrepentant”, „The Permanent Way” und „East Coast Racer”. Auch dieses Mal hört man keinen komplizierten Progressive Rock, jedoch wunderschön eingängige Musik, die sich während des Stückes vom einen zum anderen Teil entwickelt. Wer es mag in Melodien und Harmonien zu schwelgen, die oder der wird genau bei diesen drei Liedern besonders fündig werden.

Fazit: Es steht Big Big Train auf der Verpackung drauf, Big Big Train Musik bekommt man auf „English Electric Part Two” dann auch zu hören. Keine Experimente, nichts Abgefahrenes. Dafür sehr viel eingängigen Progressive Rock, bei dem sehr viel Wert auf die Melodie gelegt wird. Wer also die harmonische und melodiöse Variante des Progressive Rock bevorzugt, die oder der kann mit „English Electric Part Two” nicht viel falsch machen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Judas Unrepentant, The Permanent Way, East Coast Racer



Sonntag, 1. März 2020

Big Big Train – English Electric Part One




Big Big Train – English Electric Part One


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, backing vocals
Dave Gregory – electric guitar, voice of the court usher, banjo, mellotron
David Longdon – lead vocals, flute, vibes, tambourine, banjo, accordion, melodica, keyboards, acoustic guitar, mandolin, birds and bees
Andy Poole – keyboards, acoustic guitar, mandolin, backing vocals, baritone bee
Gregory Spawton – bass guitar, electric guitar, slow moog, backing vocals, mandolin, acoustic guitar, keyboards
Danny Manners – keyboards, piano, double bass


Gastmusiker:

Abigail Trundle – cello
Andy Tillison – organ, Moog, keyboards
Ben Godfrey – cornet, trumpet, piccolo trumpet
Daniel Steinhardt – electric guitar
Dave Desmond – trombone
Eleanor Gilchrist – violin
Geraldine Berreen – violin
Jan Jaap Langereis – recorders
Jon Truscott – tuba
John Storey – euphonium, trombone
Lily Adams – backing vocals
Martin Orford – backing vocals
Rachel Hall – violin
Sue Bowran – violin
Teresa Whipple – viola
Verity Joy – backing vocals
Violet Adams – backing vocals


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Make Some Noise (4:22)
2. The First Rebreather (8:31)
3. Uncle Jack (3:49)
4. Swan Hunter (6:21)
5. Seen Better Days (7:36)
6. Edgelands (1:26)
7. Summoned By Bells (9:17)
8. Upton Heath (5:39)
9. A Boy In Darkness (8:03)
10. Hedgerow (8:52)

Gesamtspieldauer: 1:03:55




„English Electric Part One” heißt das siebte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Es wurde am 3. September 2012 auf dem Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht. Im Jahr 2016 gab es eine Wiederveröffentlichung der Scheibe, dabei wurde der Titel „Swan Hunter“, der ursprünglich auf dem Nachfolgealbum „English Electric Part Two” zu finden war, dieser Scheibe beigemischt. Die Titel „Make Some Noise“, „Seen Better Days“ sowie „Edgelands” waren auf dem ursprünglichen Album überhaupt nicht vorhanden. Dafür fehlen nun auf diesem Album die ursprünglich vorhandenen Titel „Winchester From St Giles‘ Hill“ sowie „Judas Unrepentant“, die sich nun auf der Neuauflage von „English Electric Part Two” befinden. Da blicke noch einer durch.

Von der Musik her ist „English Electric Part One” ein absolut typisches Big Big Train Album geworden. Man hört zumeist sanften, immer jedoch sehr melodischen Progressive Rock, der mitunter ganz stark das Genre des Melodic Rock streift. Es sind allerdings diese stimmungsvollen und atmosphärischen Wechsel, die die Musik von Big Big Train auf diesem Album dann doch zu etwas Besonderem und Hörenswertem machen. Dazu die wahrlich abwechslungsreiche Instrumentierung inklusive von Bläsern und Streichern und fertig ist die rockige Reise durch die Harmonievielfalt der englischen Musiker von Big Big Train.

Am Überzeugendsten klingen für mich die Lieder „Swan Hunter“, „Edgelands”, „A Boy In Darkness” und die letzte Nummer der Platte „Hedgerow“. Alles Stücke, ausgestattet mit wunderschönen Melodien in die sich einzutauchen wahrlich lohnt. Dies gilt im Übrigen auch für fünf der sechs nun nicht namentlich aufgeführten Lieder, die allesamt ebenfalls sehr überzeugend klingen. Einzige Ausnahme stellt der Opener „Make Some Noise“ dar. Diese Nummer ist eine Mischung aus AOR und Mainstream und wäre deutlich besser bei einer Band wie Journey oder Boston aufgehoben. Warum Big Big Train dieses Lied mit auf die Neuauflage des Albums presste, ein Lied, welches stilistisch so gar nicht zum Rest passt, das wird wohl ewig das Geheimnis der Musiker bleiben.

Fazit: „English Electric Part One” ist eine typische Platte von Big Big Train geworden. Sehr melodische Musik, die in einem Lied bereits sehr viele Wendungen unternimmt. Die Lieder auf „English Electric Part One” sind aufwendig arrangiert und durch den Einsatz vieler unterschiedlicher Instrumente klingt die Musik von Big Big Train nicht nur interessanter, sondern nochmals ein wenig harmonischer. Wer die eingängige Variante des Progressive Rocks mag, die oder der wird auf diesem Album fündig. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Swan Hunter, Edgelands, A Boy In Darkness, Hedgerow



Freitag, 31. Januar 2020

Big Big Train – The Difference Machine




Big Big Train – The Difference Machine


Besetzung:

Sean Filkins – lead vocals
Gregory Spawton – guitars, backing vocals, keyboards
Andy Poole – bass, keyboards
Steve Hughes – drums, percussion


Gastmusiker:

Becca King – viola
Tony Wright – alto and tenor saxophone, flute
Nick D'Virgilio – drums, backing vocals
Dave Meros – bass
Pete Trewavas – bass


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsjahr: 2007


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Hope This Finds You (3:11)
2. Perfect Cosmic Storm (14:44)
3. Breathing Space (1:43)
4. Pick Up If You’re There (13:38)
5. From The Wide Open Sea (1:11)
6. Hope You Made It (3:46)
7. Salt Water Falling On Uneven Ground (12:36)
8. Summer‘s Lease (7:29)

Gesamtspieldauer: 58:21




„The Difference Machine“ nannte die englische Progressive Rock Band Big Big Train ihr fünftes Studioalbum. Es wurde am 30. August 2007 auf dem bandeigenen Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht. Einmal mehr komponierte Gitarrist Gregory Spawton alle Stücke der Platte. Unterstützt wurde er bei vier Liedern von Bassist Andy Poole und Sänger Sean Filkins.

Big Big Train klingen auf „The Difference Machine“ bereits so, wie sie auch später noch klingen werden. Man hört auf dem Album sehr melodischen und eingängigen Progressive Rock, der nicht zu vertrackt ist und so zumeist schnell ins Ohr geht. Ihre musikalischen Vorbilder, jene britischen Progressive Rock Bands der 70er Jahre wie Genesis oder Van der Graaf Generator, können die Musiker von Big Big Train dabei kaum leugnen. Immer wieder gibt musikalische Andeutungen zu hören, die die Musik anderer Bands zwar nicht kopieren, jedoch zumindest daran angelehnt sind.

Die kurzen Stücke auf „The Difference Machine“ sind meist eher Klangkollagen denn Lieder. Bei den längeren Tracks gehen Big Big Train dann in die Vollen und zeigen, dass ihre Version des Progressive Rock ebenfalls zu überzeugen weiß. Die Höhepunkte der Platte sind dabei die letzten beiden Stücke, „Salt Water Falling On Uneven Ground“ und „Summer‘s Lease“. Hier hört man jetzt sehr abwechslungsreichen und melodischen Progressive Rock, reich an Wandlungen, garniert mit Violine, Saxophon und Flöte sowie mit mehrstimmigem Gesang. Das überzeugt sehr.

Fazit: Big Big Train hatten ihren Stil mit „The Difference Machine“ endgültig gefunden. Harmonischen und melodiösen Progressive Rock hört man auf dem Album, der ins Ohr geht und nicht selten eine kleine musikalische Reise darstellt, die voller Kurven und Wendungen verläuft. Immer dann macht die Musik von Big Big Train auch am meisten Spaß und es ist gar nicht so schlimm, dass man das alles so oder so ähnlich schon mal gehört hat – Jahrzehnte zuvor. Elf Punkte.

Anspieltipps: Salt Water Falling On Uneven Ground, Summer‘s Lease



Mittwoch, 1. Januar 2020

Big Big Train – Goodbye To The Age Of Steam




Big Big Train – Goodbye To The Age Of Steam


Besetzung:

Ian Cooper – keyboards
Steve Hughes – drums and percussion
Andy Poole – bass, additional keyboards
Martin Read – vocals
Greg Spawton – guitars, additional keyboards


Gastmusiker:

David Longdon – keyboards on “Expecting Dragons” Bonus Track
Nick D'Virgilio – drums on “Expecting Dragons” Bonus Track
Rob Aubrey – backing vocals
Ken Bundy – backing vocals
Gary Chandler – backing vocals
Sally French – backing vocals
Stuart Nicholson – backing vocals
Martin Orford – backing vocals
Mandy Taylor – backing vocals
Steve Christey – windchimes


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsjahr: 1994 (Wiederveröffentlichung 2011)


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

1. Wind Distorted Pioneers (3:21)
2. Head Hit The Pillow (5:49)
3. Edge Of The Known World (4:47)
4. Landfall (4:18)
5. Dragon Bone Hill (3:52)
6. Blow The House Down (9:21)
7. Expecting Snow (2:40)
8. Blue Silver Red (10:02)
9. Losing Your Way (7:35)

Bonus Tracks:

Far Distant Thing (1993 Recording, Original auf "The Infant Hercules) (4:35)
Expecting Dragons (New Recording) (7:16)
Losing Your Way (Extended Version) (10:01)

Gesamtspieldauer: 1:13:41



„Goodbye To The Age Of Steam“ heißt das erste Studioalbum der englischen Progressive-Rock-Band Big Big Train. Es wurde im Jahr 1994 auf dem bandeigenen Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht. Auf dieser ersten Veröffentlichung der Briten zeigen die Musiker um Greg Spawton, der an allen Kompositionen beteiligt war, wohin die Reise von Big Big Train in den folgenden Jahren gehen würde – zumindest ansatzweise.

Denn gerade zu Beginn der Platte klingt das Gehörte leider noch einigermaßen konstruiert, so als ob die Band noch auf der Suche nach ihrem eigentlichen Stil und Sound wäre. Die Melodien, sonst eine Stärke der Band, zünden ebenfalls noch nicht entsprechend, wollen nicht so ohne Weiteres ins Ohr gehen. Mit dem Instrumentallied „Dragon Bone Hill“ bewegen sich die Musiker dann erstmals auf Pfaden, die sie auf späteren Alben sicher bedienen. Mit der Nummer „Blow The House Down“ erreicht die Platte schließlich auch ihren Höhepunkt. Mit diesem Lied hört man ihn nun, den eingängigen Progressive Rock, der zu diesem Zeitpunkt sogar auch noch mehr rockt. Auf späteren Alben werden diese hier gehörten Melodiebögen und Harmonien die Band sehr gut beschreiben.
Die folgenden drei Titel klingen allesamt, ohne Meilensteine im Schaffen von Big Big Train darzustellen. Packende Passagen wechseln sich hier mit eher langweiligeren Abschnitten ab. Festzuhalten bleibt allerdings auch, dass sich die Qualität der Lieder im zweiten Teil des Albums gesteigert hat, welches nun insgesamt wieder sehr viel lohnender klingt.

Im Jahr 2011 kam es zu einer Wiederveröffentlichung der Platte. „Goodbye To The Age Of Steam“ wurde nun von den Bandmitgliedern remastert, das Albumcover änderte sich. Zudem wurde die Originalausgabe um drei weitere Lieder erweitert. Diese enthält nun zusätzlich das Stück „Far Distant Thing“, welches vom 1993er Demo-Album „The Infant Hercules“ stammt. Schließlich gibt es noch das mit der 2010er Besetzung aufgenommene Stück „Expecting Dragons“ zu hören sowie eine um etwa zweieinhalb Minuten verlängerte Version des Album-Titels „Losing Your Way“ zu hören. Von diesen drei Nummern kann vor allen Dingen das Instrumentalstück „Expecting Dragons“ überzeugen.

Fazit: Ein klein wenig klingt es so, als hätten Big Big Train auf ihrer allerersten offiziellen Platte noch ein wenig „geübt“. Greg Spawton hat für sich und die Band noch nicht den optimalen Weg gefunden. So hört man auf „Goodbye To The Age Of Steam“ Progressive Rock, der weder durch besondere Überraschungen, noch durch einen Überfluss an wunderschönen Melodien auffällt. Deswegen ist die Scheibe jedoch keine schlechte Platte, für Fans der Band sicherlich interessant, allerdings dann doch nicht essentiell in der Diskographie von Big Big Train. Acht Punkte.

Anspieltipps: Blow The House Down, Expecting Dragons



Montag, 18. November 2019

Big Big Train – Gathering Speed




Big Big Train – Gathering Speed


Besetzung:

Ian Cooper – keyboards
Sean Filkins – lead vocals, blues harp, percussion
Steve Hughes – drums, percussion
Andy Poole – bass
Gregory Spawton – guitars, additional keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Laura Murch – vocals


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsjahr: 2004


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. High Tide, Last Stand (7:06)
2. Fighter Command (10:44)
3. The Road Much Further On (8:39)
4. Sky Flying On Fire (6:04)
5. Pell Mell (6:35)
6. Powder Monkey (9:07)
7. Gathering Speed (7:23)

Gesamtspieldauer: 55:41



„Gathering Speed“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Das Album wurde im Jahr 2004 ursprünglich bei Treefrog Records veröffentlicht. Die Wiederveröffentlichung erfolgte 2009 auf dem Plattenlabel English Electric Records. „Gathering Speed“ ist ein Konzeptalbum und allen Fliegerinnen und Fliegern gewidmet, die in der Schlacht um Großbritannien ihr Leben verloren haben. Es ist das erste Album, auf dem Sean Filkins singt, der Martin Read ersetzt hat. Auch ist es die einzige Scheibe von Big Big Train auf der sich kein Lied befindet, welches Greg Spawton allein geschrieben hat.

Mit „Gathering Speed“ hatten Big Big Train ihren Stil im Progressive Rock gefunden. Vieles, gerade die ruhigeren Instrumentalpassagen, klingen ein wenig nach Genesis Anfang der 70er Jahre. Das Vorbild ist unüberhörbar. Aber trotzdem ist es kein Kopieren und diese „Ähnlichkeiten“ beziehen sich auch lediglich auf Passagen, nie auf ganze Titel. Und so spielen die Musiker von Big Big Train mit den Atmosphären, klingen in den sanften Abschnitten wie ihre Vorbilder sehr melodiös und harmonisch, in den etwas rockigeren Abschnitten auch mal etwas vertrackter, ohne dabei jedoch zu kompliziert oder gar atonal zu werden. Es scheint fast so, als hätten die Musiker mit „Gathering Speed“ eine Grundlage für ihr weiteres musikalisches Vorgehen in der Zukunft gelegt.

Es gibt einige schöne Lieder und Passagen auf dem Album zu entdecken. Allerdings erschließen sich die Titel einem noch nicht unbedingt beim ersten Mal des Hörens. Doch diese Platte wird definitiv „schöner“, wenn man ihr mehrere Durchläufe erlaubt. Das längste Stück des Albums wäre als ein Höhepunkt auf „Gathering Speed“ zu nennen. „Fighter Command“ vereinigt alles, was diese Platte ausmacht. Sanfte Melodien, rockigere Abschnitte und ganz viel Eingängigkeit. Dazu bekommt bei diesem Titel mit Laura Murch eine Gastsängerin ihren Einsatz, was zusätzlich zur Abwechslung beiträgt. Wer den Klang des Mellotrons liebt, wird die Nummer „The Road Much Further On“ ebenso ins Herz schließen. Ebenfalls sehr gelungen klingen die Nummern „Pell Mell“ und „Powder Monkey“. Auch hier ist es das Spiel mit den Atmosphären und diese gewisse Reminiszenz an die Musik von Genesis, die das Ganze einnehmend werden lässt.

Fazit: Im Grunde genommen werden Genesis-Fans und zwar Fans derer Musik der ersten Hälfte der 70er Jahre auch „Gathering Speed“ von Big Big Train lieben. Oder sie werden es ablehnen, weil es ihnen zu nachgemacht erscheint? Beides ist sicherlich möglich. Ich liebe die früheren Alben von Genesis und ich mag „Gathering Speed“ von Big Big Train. Schöne Musik, die zwar ähnlich der von Genesis klingt, für mich jedoch immer noch deutlich eigenständig ist. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fighter Command, Pell Mell, Powder Monkey



Freitag, 31. Mai 2019

Big Big Train – Grand Tour




Big Big Train – Grand Tour


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, percussion, backing vocals, co-lead vocals on "Theodora in Green and Gold", additional keyboards, guitars
Dave Gregory – 6-string and 12-string guitars
Rachel Hall – violin, backing vocals
David Longdon – lead vocals, flute, additional keyboards, guitars
Danny Manners – keyboards
Rikard Sjöblom – 6-string and 12-string guitars, keyboards, backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals, additional 12-string guitars


Gastmusiker:

Rachel Hall – string arrangements on “Voyager”
Dave Desmond – brass arrangements

Big Big Train Brass Ensemble:

Dave Desmond – trombone
Ben Godfrey – trumpet and cornet
Nick Stones – french horn
John Storey – euphonium
Jon Truscott – tuba

and

Everton Nelson – first violin
Richard George – violin
Ian Humphries – violin
Kate Robinson – violin
Nicky Sweeney – violin
Oliver Heath – violin
Martyn Jackson – violin
Oli Langford – violin
Kathy Gowers – violin
Emil Chakalow – violin
Max Baillie – first viola
Fiona Bonds – viola
Jake Walker – viola
Ian Burdge – first cello
Chris Allen – cello
Tony Woollard – cello
Richard Pryce – first double bass
Paul Kimber – double bass


Label: English Electric


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Novum Organum (2:33)
2. Alive (4:31)
3. The Florentine (8:17)
4. Roman Stone (13:33)
     Part One: Foundation
     Part Two: Rise
     Part Three: Ne Plus Ultra
     Part Four: Fall
     Part Five: Legacy
5. Pantheon (6:12)
6. Theodora In Green And Gold (5:32)
7. Ariel (14:28)
     Part One: Come Unto These Yellow Sands
     Part Two: Noises, Sounds And Sweet Airs
     Part Three: New Place
     Part Four: O! There Are Spirits Of The Air
     Part Five: Music, When Soft Voices Die
     Part Six: Casa Magni, 1822
     Part Seven: Approach, My Ariel, Come
     Part Eight: Coda: The Triumph Of Life
8. Voyager (14:20)
     Part One: On The Ocean
     Part Two: The Farthest Shore
     Part Three: The Pillers Of Hercules
     Part Four: Further Beyond
     Part Five: Grand Finale
     Part Six: The Space Between The Stars
     Part Seven: Homecoming
9. Homesong (4:50)

Gesamtspieldauer: 1:14:34




„Grand Tour“ ist das bereits zwölfte Studioalbum der englischen Progressive Rockband Big Big Train und erschien am 17. Mai 2019 auf dem Plattenlabel English Electric. Das Album kristallisiert sich bereits nach wenigen Takten als eine für Big Big Train sehr typische Platte heraus und beinhaltet Progressive Rock bis Art Rock der sehr melodiösen und eingängigen Ausführung. Das eine oder andere Mal fühlt man sich beim Hören der Musik auch an Genesis der ersten Hälfte der 70er Jahre erinnert. Dazu gehört auch, dass die Stimme David Longdons sich der von Peter Gabriel noch ein wenig weiter angenähert zu haben scheint.

„Grand Tour“ wächst mit der Anzahl der Durchläufe, die man dieser Platte einräumt. Die einzelnen Titel klingen mit jedem weiteren Hören noch harmonischer und durchaus auch noch packender und man kann immer tiefer in die klangliche Welte von Big Big Train eintauchen. Dieser „Tauchgang“ wird auch durch nichts gestört, denn das Album klingt in allen seinen neun Titeln sehr überzeugend, weist keinerlei Ausfälle auf. Auf „verfrickelte“ Passagen muss man dabei freilich verzichten, bei Big Big Train steht auf „Grand Tour“ die Melodiösität und Eingängigkeit im Vordergrund.

Die drei Longtracks des Albums sind nochmals in fünf, acht und sieben Einzelabschnitte unterteilt. Dies erlebt und hört man nicht nur klanglich, sondern kann es auch im sehr schön gestalteten Booklet nachlesen. Die CD ist wie ein kleines Buch gestaltet und auch in die Umsetzung der „Verpackung“ der Musik wurde sehr viel Kreativität und Liebe zum Detail gesteckt. „Das Lied“ des Albums ist für mich die Nummer „Roman Stone“. Wunderschöne Melodien, die ineinander übergehen, sich ergänzen und austauschen. Dazu eine perfekt arrangierte Instrumentierung, wobei gerade bei diesem Titel die Bläsersätze knieerweichend schön klingen. Da dies allerdings nicht das einzige sehr gelungene Lied auf „Grand Tour“ ist, steht dem Musikgenuss nichts mehr im Wege.

Fazit: Wer auf die melodiöse Ausrichtung des RetroProgs beziehungsweise des Progressive Rocks steht, die oder der wird mit „Grand Tour“ knappe 75 Minuten Musik für sich finden, die Augenblicke verschönern kann. Zu hören gibt es auf dem Album melodische, an die frühen Genesis erinnernde Lieder, die trotz aller aufkommender Assoziationen für sich selbst stehen. Insgesamt eine sehr gelungene Scheibe, hörenswert, abwechslungsreich und einer der Höhepunkte in der bisherigen Bandgeschichte von Big Big Train. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Roman Stone



Sonntag, 29. Oktober 2017

Big Big Train – The Second Brightest Star




Big Big Train – The Second Brightest Star


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, percussion and backing vocals
Danny Manners – keyboards and double bass
Rikard Sjöblom – guitars, keyboards on “The Second Brightest Star” and backing vocals
Rachel Hall – violin, viola, cello and backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals and backing vocals
David Longdon – lead and backing vocals, flute, electric guitar, synthesizers, percussion
Dave Gregory – electric 6 and 12 string guitars
Andy Poole – acoustic guitar, keyboards and backing vocals


Gastmusiker:

Dave Desmond – trombone
Ben Godfrey – trumpet and cornet
Nick Stones – french horn
John Storey – euphonium
Jon Truscott – tuba
Lucy Curnow – violin
Keith Hobday – viola
Evie Anderson – cello
Philip Trzebiatowski – cello


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. The Second Brightest Star (7:17)
2. Haymaking (3:24)
3. Skylon (6:44)
4. London Stone (2:00)
5. The Passing Widow (5:33)
6. The Leaden Stour (7:19)
7. Terra Australis Incognita (4:19)
8. Brooklands Sequence (17:33)
     On The Racing Line
     Brooklands
9. London Plane Sequence (13:17)
     Turner On The Thames
     London Plane
10.The Gentlemen's Reprise (3:02)

Gesamtspieldauer: 1:10:32




Nachdem am 28. April 2017 das zehnte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train unter dem Namen „Grimspound“ veröffentlicht worden war, erschien am 23. Juni desselben Jahres, nicht einmal zwei Monate später, bereits das elfte Album der Band. „The Second Brightest Star“ heißt dieses und wurde wie schon der Vorgänger auf dem Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht. Genau wie auf dem Vorgängeralbum, so hört man auch auf „The Second Brightest Star“ eingängigen und melodiösen Progressive Rock, der bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht.

Ein wenig „geschummelt“ haben die Musiker dabei allerdings schon. Die Lieder „Brooklands“ sowie „London Plane“ gab es nämlich bereits auf dem Vor-Vorgängeralbum „Folklore“ zu hören und werden auf „The Second Brightest Star“ am Ende des Albums in alternativen und verlängerten Versionen wiedergegeben, die insgesamt eine Spieldauer von über dreißig Minuten ergeben. Dazu gibt es die alternativen Outros: „Terra Australis Incognitos“ sowie „The Gentlemen's Reprise“ für den „Grimspound“-Titel „Experimental Gentlemen“ und mit „London Stone“ ein alternatives Intro von „London Plane“. Auf diese Art und Weise kann man eine Platte natürlich auch auf eine Gesamtspieldauer von über einer Stunde ausdehnen.

Vielleicht ist dieses Einbinden bereits bekannter Titel auch mit ein Grund für die Eingängigkeit des Albums, welche man gleich beim ersten Hören zu verspüren glaubt. Doch trotz dieser ganzen Füllerei lohnt sich „The Second Brightest Star“ für Freundinnen und Freunde des melodiösen RetroProg. Die Musik klingt weich und warm, alles wirkt harmonisch. „Schräge“ Töne, die die Musik des Progressive Rock auch immer wieder bereichern, gibt es bei Big Big Train auf „The Second Brightest Star“ nicht zu hören. Alles ist eingängig, schnell eingängig. Besonders hervorzuheben ist dabei das Titellied selbst, welches das Gefühl der Band für die perfekte Harmonie bestens widerspiegelt. Ein Lied, dass sich entwickelt und wächst, abwechslungsreich ist, sich aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, die jeweils perfekt miteinander harmonieren. Hier klingen Big Big Train am überzeugendsten.

Fazit: Genau wie die Vorgängerscheiben „Folklore“ und „Grimspound“, so ist auch „The Second Brightest Star“ ein schönes und sanftes Album geworden, welches alle diejenigen Liebhaberinnen und Liebhaber progressiver Rockmusik für sich einnehmen wird, die auf die melodische Ausführung dieses musikalischen Genres stehen. Nicht alles auf „The Second Brightest Star“ ist neu, manches nur überarbeitet und in alternativen Versionen dargeboten. Das erfährt man beim Lesen des beigefügten Booklets und beim Hören der entsprechenden Stellen auf der Platte. Sei es drum, The Second Brightest Star“ lohnt sich trotzdem und ergänzt die beiden Vorgängeralben stilistisch und musikalisch perfekt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Second Brightest Star



Montag, 11. September 2017

Big Big Train – Folklore




Big Big Train – Folklore


Besetzung:

David Longdon – lead and backing vocals, flute, acoustic guitar, mandolin, percussion
Nick D'Virgilio – drums, percussion, backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals, acoustic guitar, backing vocals
Andy Poole – acoustic guitar, mandolin, keyboards, backing vocals
Dave Gregory – guitars
Danny Manners – keyboards, double bass
Rachel Hall – violin, viola, cello, backing vocals
Rikard Sjöblom – keyboards, guitars, accordion, backing vocals


Gastmusiker:

Dave Desmond – trombone
Ben Godfrey – trumpet and cornet
Nick Stones – french horn
John Storey – euphonium
Jon Truscott – tuba
Lucy Curnow – violin
Keith Hobday – viola
Evie Anderson – cello


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: RetroProg, Progressive Rock


Trackliste:

1. Folklore (7:31)
2. London Plane (10:10)
3. Along The Ridgeway (6:06)
4. Salisbury Giant (3:37)
5. The Transit Of Venus Across The Sun (7:18)
6. Wassail (6:57)
7. Winkie (8:26)
8. Brooklands (12:39)
9. Telling The Bees (6:02)

Gesamtspieldauer: 1:08:40




„Folklore“ nannte die englische RetroProg Band Big Big Train ihr neuntes Studioalbum. Oder ist es eine NeoProg Band oder gar doch eine Progressive Rock Band? Im Grunde genommen gar nicht so wichtig, denn das, was die inzwischen acht festen Bandmitglieder regelmäßig auf ein Album packen, klingt zu allermeist sehr interessant und abwechslungsreich und auch ein wenig progressiv, auch wenn Big Big Train die Musik nie neu erfindet. Erschienen ist das Album auf dem bandeigenen Plattenlabel English Electric Recordings am 27. Mai 2016 und wurde von der Band selbst produziert. Das Komponieren teilten sich Sänger und Multiinstrumentalist David Longdon sowie Bassist Greg Spawton.

Auch „Folklore“ hört sich überzeugend und gut an, wenn man denn nicht nur auf Schlager oder allgemein radiotaugliche Musik steht. Genau das ist die Musik von Big Big Train nämlich nur in den seltensten Fällen, was schon an der Laufzeit der Lieder liegt. Auch sind die Lieder zumeist nicht beim ersten Mal des Hörens gleich eingängig. Die Musik von Big Big Train erfordert schon ein paar mehr Durchläufe, bis sich einem die die einzelnen Stücke vollständig erschließen und die Harmonien auch wie jene klingen, die sich dauerhaft im Ohr festzusetzen verstehen. „Folklore“ ist für Big Big Train ein sehr „typisches“ Album geworden, man weiß, was auf einen zukommt, wird weder übermäßig überrascht, noch enttäuscht. Es ist dieser solide RetroProg – um mich jetzt mal festzulegen – der hier zu hören ist und einfach gut klingt.

Die Lieder sind sehr schön arrangiert, hier mal ein paar Bläser, dort die Violine oder das Cello der Rachel Hall oder aber gleich das gesamte Streicher-Trio. Die Musik ist dabei überaus sanft und klingt zu allermeist melancholisch und sentimental. Zwar gibt es ab und auch mal etwas rockigere Abschnitte in der Musik von Big Big Train, doch diese bleiben die Ausnahme. Totz der vorherrschenden eher traurigen Grundstimmung ist „Folklore“ jedoch ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem erneut Geschichten erzählt werden, die durch die Musik ihre dramaturgische Untermalung erhalten.

Fazit: Big Big Train machen sehr englische Musik. Das liegt zum einen Teil sicher an dem musikalischen Genre, in dem sich die Band bewegt und welches seine Ursprünge in der englischen Musik Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre hat. Dazu werden hier Geschichten erzählt, wie sie britischer kaum sein könnten. Auch die Texte lohnen. „Folklore“ ist nicht sofort beim ersten Anhören sofort ein Ohrwurm. Man muss sich hineinhören in die musikalische Welt von Big Big Train, dann wird man belohnt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Folklore, Wassail



Montag, 7. August 2017

Big Big Train – The Underfall Yard




Big Big Train – The Underfall Yard


Besetzung:

David Longdon – lead vocals, flute, mandolin, dulcimer, organ, glockenspiel, tambourine, keyboards
Andy Poole – bass, keyboards, vocals
Greg Spawton – guitars, keyboards, bass, vocals


Gastmusiker:

Nick D'Virgilio – drums, vocals
Dave Gregory – guitars, sitar, ebow, mellotron
John Foyle – cello
Rich Evans – cornet
John Truscott – tuba
Nick Stones – french horn
Dave Desmond – trombone
Jem Godfrey – synthesizer solo "The Underfall Yard"
Francis Dunnery – guitars "The Underfall Yard"


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: RetroProg, Progressive Rock


Trackliste:

1. Evening Star (4:52)
2. Master James Of St. George (6:18)
3. Victorian Brickwork (12:32)
4. Last Train (6:27)
5. Winchester Diver (7:30)
6. The Underfall Yard (22:53)

Gesamtspieldauer: 1:00:37




„The Underfall Yard“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Es ist die erste Scheibe, auf der David Longdon als Sänger mitwirkt. Der bisherige Sänger Sean Filkins hatte Big Big Train nach dem letzten Album „The Difference Machine“ verlassen. „The Underfall Yard“ erschien am 15. Dezember des Jahres 2009 und wurde auf dem Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht.

Das Album besteht aus insgesamt sechs Liedern. Das Eröffnungsstück, „Evening Star“, ist eine Instrumentalnummer, die restlichen Lieder beinhalten auch Test und damit Gesang. Das Album hört sich sehr melancholisch, sentimental und an manchen Stellen fast schon majestätisch an. Alles auf „The Underfall Yard“ klingt voll und rund. Inhaltlich nehmen die Lieder „Master James Of St. George“ sowie „Victorian Brickwork“ Bezug auf Greg Spawtons Vater, der während der Entstehung der Platte verstorben ist. „Last Train“ ist ein Lied über den letzten Stationsvorstand des Bahnhofs Hurn, Mr. Delian. Das Lied beschreibt Mr. Delias letzten Tag, als der letzte Zug den Bahnhof im Jahr 1935 verlassen hat. „Winchester Diver“ handelt vom Taucher William Walker, der Anfang der 1900er Jahre unterhalb des gefluteten Fundaments der Winchester Cathedral arbeitete und unter Einsatz seines Lebens diese vor dem Einsturz rettete, während über Tage das Leben seinen ganz normalen Gang weiterging. Das 23-minütige Titellied, „The Underfall Yard“, beschäftigt sich schließlich mit dem Ingenieur Isambard Kingdom Brunel und den großen Ingenieuren allgemein im viktorianischen Zeitalter.

Die Musik wirkt perfekt auf diese textlichen Inhalte abgestimmt. Es werden Streicher und Bläser ganz dezent und immer sehr passend eingesetzt. Alles klingt durchgängig melodiös und man kann förmlich in die Geschichten eintauchen, sie inhaltlich und musikalisch nachvollziehen. Das macht richtig Spaß. Nicht alles auf „The Underfall Yard“ ist dabei gleich beim ersten Mal des Hörens eingängig, die Musik wächst jedoch sehr stark, mit jedem weiteren Durchlauf. Natürlich haben Big Big Train die progressive Musik hier nicht neu erfunden, an vielen Stellen fühlt man sich an die frühen Genesis oder frühen Yes erinnert. Allerdings immer nur hauchzart, sodass das Album zwar wie eine kleine Reminiszenz, jedoch keinesfalls wie eine Kopie dieser beiden Bands klingt. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass die Stimme des neuen Sängers David Longdon durchaus Ähnlichkeiten mit der von Peter Gabriel hat. Und ist es Zufall, dass er ebenfalls unter anderem auch die Querflöte ab und an sehr dezent auf „The Underfall Yard“ einsetzt?

Eine kurze Anmerkung noch zu den Bläserarrangements auf diesem Album. Diese klingen wirklich genial. Sie machen die Musik von Big Big Train hier zu etwas Besonderem und wecken Erinnerungen an Weihnachten, obwohl das Album keineswegs nach Weihnachten klingt. Die Musik klingt an diesen Stellen äußerst warm und wärmend. Sehr gelungen. Das „sehr gelungen“ ist übrigens auch auf die mehrstimmigen Gesangspassagen, die David Langdon arrangierte, übertragbar. Diese passen perfekt zu dem Gesamteindruck des Albums.

Fazit: Big Big Train zeigen auf „The Underfall Yard“ wie genial Progressive Rock auch im 21. Jahrhundert noch klingen kann. Die Musiker erzählen ihre Geschichten und untermalen sie entsprechend mit ihrer Musik. Alles auf diesem Album klingt eingängig, melodiös und auch spannend. Viele Kleinigkeiten in Form von Streicher-, Bläser- oder Gesangs-Arrangements lassen „The Underfall Yard“ noch ein weiteres Stück wachsen. Eine gewisse Ähnlichkeit, vor allen Dingen zu Genesis in deren Anfangsjahren ist gegeben, stört allerdings überhaupt nicht, da hier nichts abgekupfert wird. Von daher dürfte „The Underfall Yard“ gerade bei Genesis-Fans großen Anklang finden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Evening Star, The Underfall Yard



Sonntag, 2. Juli 2017

Big Big Train – Grimspound




Big Big Train – Grimspound


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, percussion, co-lead ("A Mead Hall In Winter") and backing vocals
Dave Gregory – guitars
Rachel Hall – violin, voila, cello, co-lead ("As The Crow Flies") and backing vocals
David Longdon – lead and backing vocals, flute, piano, guitars, mandolin, banjo, lute, celesta, synthesizers, percussion
Danny Manners – keyboards, double bass
Andy Poole – acoustic guitar, keyboards, backing vocals
Rikard Sjöblom – keyboards, guitars, backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals


Gastmusiker:

Judy Dyble – vocals ("The Ivy Gate")
Philip Trzebiatowski – cello ("On The Racing Line")


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. Brave Captain (12:37)
2. On The Racing Line (5:11)
3. Experimental Gentlemen (10:01)
4. Meadowland (3:36)
5. Grimspound (6:55)
6. The Ivy Gate (7:26)
7. A Mead Hall In Winter (15:19)
8. As The Crow Flies (6:43)

Gesamtspieldauer: 1:07:52




„Grimspound” heißt das zehnte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Es erschien am 28. April 2017 auf dem bandeigenen Label English Electric Recordings und wurde in derselben Besetzung eingespielt, wie schon der Vorgänger „Folklore“. Ursprünglich war die Veröffentlichung einer EP geplant gewesen, da noch einiges „Material“ bei der Entstehung von „Folklore“ übrig geblieben war. Doch als sich die Band wieder im Studio einfand, scheint deren Kreativität einen weiteren Schub bekommen zu haben und plötzlich zeichnete sich genug Liedmaterial für ein komplett neues Album ab, aus dem schließlich die Scheibe „Grimspound“ entstand. Die frühere Fairport Convention Sängerin Judy Dyble hat dabei einen Gastauftritt und erstmalig konnte sich ein Album von Big Big Train auch in den englischen Charts platzieren und erreichte dort immerhin Platz 45.

Auf „Grimspound“ hört man zwar keinen frickeligen Progressive Rock, keine allzu kühnen Wendungen und Experimente in den Liedern, aber man hört hier sehr eingängigen und melodiösen Rock, der sich im Bereich des RetroProg, Art Rock und mitunter auch Folk bewegt. Die Musik ist größtenteils weich und sanft, was durch die Streichereinlagen der Rachel Hall nochmals bestens transportiert wird. Doch kann man auf „Grimspound“ auch Rock hören, der nach vorne prescht und in dem sich Ex-Spocks Beard Schlagzeuger Nick D'Virgilio austoben kann. Die Musik von Big Big Train deckt ein breites Spektrum an Atmosphären und Stimmungen auf dieser Platte ab, wobei jeder Titel gut ins Ohr geht – ohne Ausnahme.

Gleich die erste Nummer, „Brave Captain“, steht ein klein wenig stellvertretend für das gesamte Album. Sehr symphonischen Prog gibt es hier zu hören, der sich immer wieder wandelt und allen Instrumenten jede Menge Spielraum einräumt. Jedes Instrument darf sich hier entfalten und dabei vor allen Dingen schön klingen. Gleich ein Höhepunkt zu Beginn der Platte. Ebenfalls sehr abwechslungsreich, aus schnelleren und langsameren Passagen bestehend, ist das folgende Instrumentalstück „On The Racing Line“. Auch dieses besticht durch seine Eingängigkeit, beginnt relativ flott und mündet in einen von Streichern dominierten Teil, um schließlich in einen rockigen Abschnitt zu führen. Die Musik macht auch im weiteren Verlauf des Albums Spaß. Erwähnenswert sind hier vor allen Dingen noch das folkige „The Ivy Gate“, bei dem die bereits erwähnte Judy Dyble einen Gesangspart übernimmt. Ebenso sehr lohnenswert klingt „A Mead Hall In Winter“, das mit über fünfzehn Minuten Spieldauer längste Lied des Albums. Das Stück ist eine kleine Reise durch den Kosmos der Big Big Train Musik. Manches Mal fast schon am Rand des Kitsches sich entlanghangelnd, immer auf der Suche nach der schönen und eingängigen Melodie.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch noch der tolle Sound des Albums. Leisere wie lautere Passagen sind perfekt arrangiert und abgemischt. Die Musik bietet damit sowohl beim Nebenbeihören, wie auch laut aufgedreht alles, was das Ohr erwartet. Obwohl man sich etwas verschenken würde, würde man diese Musik einfach nur so nebenbei hören und den Lautstärkeregler nicht ordentlich aufdrehen.

Fazit: „Grimspound“ von Big Big Train ist ein schönes Album geworden, welches mit den Stilen RetroProg, Folk und Art Rock zu spielen versteht. Die darauf zu hörende Musik ist eine sehr eingängige, immer melodiöse. Steht man nicht auf zu viel „Frickelei“ und allzu große Überraschungen, dann kann das Album den Freundinnen und Freunden des melodiösen und symphonischen Progressive Rocks durchaus ans Herz wachsen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Brave Captain, On The Racing Line, The Ivy Gate