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Montag, 30. Oktober 2017

Gary Numan – Living Ornaments ‘81




Gary Numan – Living Ornaments ‘81


Besetzung:

Gary Numan – vocals, guitar, synthesizers


Gastmusiker:

Paul Gardiner – bass guitar
Chris Payne – keyboards, viola
Cedric Sharpley – drum kit
Russell Bell – guitar
Dennis Haines – keyboards
Nash The Slash – violin on “Cry The Clock Said”


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1998 (Aufnahme von 1981)


Stil: New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

CD1:

1. Intro / This Wreckage (7:40)
2. Remind Me To Smile (3:22)
3. Metal (3:14)
4. Me! I Disconnect From You (3:03)
5. Complex (3:10)
6. The Aircrash Bureau (5:24)
7. Airlane (3:24)
8. M.E. (4:32)
9. Everyday I Die (4:38)
10. Films (5:47)
11. Remember I Was Vapour (4:34)
12. Trois Gymnopedies (First Movement) (3:04)
13. Conversation (7:39)


CD2:

1. She's Got Claws (4:51)
2. Cars (3:39)
3. I Dream Of Wires (4:37)
4. I'm An Agent (3:57)
5. The Joy Circuit (5:56)
6. I Die: You Die (3:43)
7. Cry The Clock Said (5:26)
8. Tracks (2:19)
9. Down In The Park (5:59)
10. My Shadow In Vain (2:38)
11. Please Push No More (5:29)
12. Are Friends Electric? (5:40)
13. We Are Glass / Outro (7:44)

Gesamtspieldauer CD1 (59:37) und CD2 (1:02:05): 2:01:42



„Living Ornaments ‘81” ist eine der zahlreichen Live-Album-Veröffentlichungen des Gary Numan. Das Doppelalbum erschien im Jahr 1998 auf dem Plattenlabel Beggars Banquet, enthält allerdings Aufnahmen vom 28. April des Jahres 1981. An diesem Datum fand das dritte und letzte seiner „Farewell Concerts” in der Wembley Arena statt. Zu dieser Veröffentlichung gab es auch das passende VHS Live Video. Inzwischen gibt es das Konzert selbstverständlich auch auf DVD.

Absolut elektronische Musik gibt es auf „Living Ornaments ‘81” zu hören. Auch wenn in den Credits sogar Gitarren aufgeführt sind, man darf bei der Musik von Gary Numan definitiv keine Rock Musik erwarten, Gitarren spielen hier eine absolut untergeordnete Nebenrolle. Bei Gary Numan hört man Synthesizer-Musik gepaart mit seinem etwas weinerlichen klingenden, nie fest wirkenden Gesang. Dieser Gesang hört sich dabei leider öfters sehr falsch an. Es ist nicht zu vermuten, dass Gary Numan die Lieder absichtlich falsch eingesungen hat, somit ist „Living Ornaments ‘81” eine ziemlich gewagte Veröffentlichung geworden, die an mancher Stelle unfreiwillig schräg klingt.

Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass der Sound des Albums ab und an ebenfalls nicht der allerbeste ist. Manchmal klingt das Ganze ziemlich schlecht abgemischt, nicht durchgängig, aber immerhin. Der Bonus Track der ersten CD, „Conversation“, treibt es dabei dann auf die Spitze. Von der Musik hört man kaum mehr etwas, sehr viel mehr berieselt einen Gary Numan mit sehr schrägem Gesang. Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig und wirkt wie ein Fremdkörper am Ende der ersten CD. Gary Numan war zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seines Schaffens und hatte auch den größten Erfolg seiner Karriere. Für Freunde des Rock wirkt die Musik allerdings häufig nur noch synthetisch und einfach kalt und unnahbar. Richtig eintauchen in den Klangkosmos des Gary Numan gelingt daher wohl nur sehr eingefleischten Fans des Elektronik-Synthie-Akrobaten.

Fazit: Electronic und Synthie Pop in Perfektion gibt es auf „Living Ornaments ‘81“ zu hören. Klar, solche Musik muss man lieben, sonst steht man beim Hören der Scheibe am Rand des Wahnsinns. Allerdings wird selbst dann das Hörerlebnis durch einen schlechten Sound und schlecht abgemischte Titel sehr stark beeinträchtigt. Somit bleibt „Living Ornaments ‘81“ wohl nur für völlig begeisterte Fans des Gary Numan eine lohnende Anschaffung. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Trois Gymnopedies (First Movement), Down In The Park, Please Push No More



Freitag, 25. August 2017

Gary Numan – Living Ornaments ‘79 And ‘80




Gary Numan – Living Ornaments ‘79 And ‘80


Besetzung:

Gary Numan – vocals, guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Russell Bell – guitar
Billy Currie – keyboards (Living Ornaments ‘79)
Paul Gardiner – bass
Roger Mason – keyboards (Living Ornaments ‘80)
Chris Payne – keyboards, viola
Cedric Sharpley – drums


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

Living Ornaments '79

Seite 1:

1. Airlane (3:12)
2. Cars (3:20)
3. We Are So Fragile (2:33)
4. Films (3:45)
5. Something's In The House (4:08)

Seite 2:

1. My Shadow In Vain (2:50)
2. Conversation (7:45)
3. The Dream Police (4:12)
4. Metal (3:25)


Living Ornaments '80

Seite 1:

1. This Wreckage (5:20)
2. I Die: You Die (3:38)
3. M.E. (4:27)
4. Everyday I Die (4:22)
5. Down In The Park (5:55)

Seite 2:

1. Remind Me To Smile (3:40)
2. The Joy Circuit (5:47)
3. Tracks (2:43)
4. Are Friends Electric? (5:30)
5. We Are Glass (4:32)

Gesamtspieldauer Living Ornaments ‘79 (35:10) und Living Ornaments ‘80 (45:54): 81:04




„Living Ornaments ‘79 And ‘80” ist eine Plattenbox des englischen Musikers Gary Numan, bestehend aus den beiden Live-Alben „Living Ornaments ‘79” und „Living Ornaments ‘80”. Diese wurde im April des Jahres 1981 auf dem Plattenlabel Beggars Banquet veröffentlicht. Neben dieser Box erschienen beide Live-Mitschnitte am selben Tag auch als Einzel-LPs, waren in diesen Ausgaben jedoch weitaus weniger erfolgreich, als in der Box-Zusammenstellung, die bis auf Platz 2 der britischen Charts kletterte. „Living Ornaments ‘79” wurde am 28. September 1979 im Hammersmith Odeon, London live eingespielt. Fast genau ein Jahr später, am 16. September 1980, erfolgten dann die Aufnahmen zu „Living Ornaments ‘80”. Auch dieses Konzert fand im Hammersmith Odeon in London statt.

Auf beiden Platten hört man eine Mischung aus Synthie Pop und New Wave, der wahrlich nicht immer ins Ohr geht und zum Teil sehr gewöhnungsbedürftig klingt. Vor allen Dingen „Living Ornaments ‘79” hat nur sehr wenig Melodiöses zu bieten, hier geht es sehr viel eher um den technischen, den elektronischen Klang, der Ende der 70er Jahre wohl als besonders revolutionär galt. Hinzu gesellt sich der Umstand, dass Gary Numan leider so überhaupt nicht singen kann. Kann man seine Stimme im Studio vielleicht noch besser bearbeiten, so scheint man dies bei den Live-Aufnahmen unterlassen zu haben. Mitunter klingt das schon sehr schräg.

„Living Ornaments ‘80” verfügt über die besseren Lieder, allerdings ist es hier der Sound, der nicht immer optimal klingt. Allzu oft hört sich die Musik des Gary Numan auf dieser Platte allzu verwaschen an und gerade wenn man die Lautstärkeregler aufdreht oder die Musik über Kopfhörer hört, klingt es häufig gar nicht mehr gut. Allerdings sind hier ein paar schöne Stücke vertreten, wie das marode „Down In The Park“ und das sehr eingängige „Are Friends Electric?“. Hier schafft es Gary Numan dann doch – trotz des Synthie-Pop-Charakters der Musik und der schlechteren Tonqualität – seine Hörerinnen und Hörer zu fesseln. Man darf „Living Ornaments ‘80” halt nur nicht zu laut hören.

Fazit: Die Fusion aus New Wave und Synthie Pop strebt Gary Numan an und wie man auf diesen zwei Alben hören kann, ist ihm dies auch sehr gut gelungen. Allerdings muss man natürlich eine gewisse Offenheit für diese Art der Musik an den Tag legen. Praktisch jeder Akkord klingt hier sehr synthetisch. Fast alles entspringt diversen Synthesizern, nur wenig wird noch von den klassischen Rock-Instrumenten erledigt. Dazu gesellt sich der wahrlich nicht berauschende Gesang des Gary Numan, der ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig ist. Einige schöne Stellen gibt es jedoch auch auf diesen Platten, die für Fans wohl ohnehin ein Muss sind. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Down In The Park, Are Friends Electric?



Montag, 30. Januar 2017

Gary Numan – Warriors




Gary Numan – Warriors


Besetzung:

Gary Numan – vocals, keyboards, guitar, percussion


Gastmusiker:

Joe Hubbard – bass
Cedric Sharpley – drums, percussion
Bill Nelson – guitar, keyboards, chorus on “Poetry And Power”
Russell Bell – guitar
Chris Payne – keyboards, viola
John Webb – keyboards, percussion
Dick Morrissey – saxophone
Tracey Ackerman – backing vocals
Terry Martin – keyboards on “The Tick Tock Man”


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: New Wave, Experimental Music, Synthie Pop


Trackliste:

1. Warriors (5:53)
2. I Am Render (5:03)
3. The Iceman Comes (4:25)
4. This Prison Moon (3:16)
5. My Centurion (5:22)
6. Sister Surprise (8:31)
7. The Tick Tock Man (4:24)
8. Love Is Like Clock Law (4:05)
9. The Rhythm Of The Evening (5:57)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

10. Poetry And Power („Sister Surprise“ B-Side) (4:31)
11. My Car Slides (1) („Warriors“ B-Side) (3:01)
12. My Car Slides (2) („Warriors“ B-Side) (4:43)
13. Nameless And Forgotten (4:54)
14. Sister Surprise (Single Version) (5:03)
15. Warriors (Full-Length Version) (7:30)

Gesamtspieldauer: 1:16:43




„Warriors“ heißt das siebte Studio-Album des Engländers Gary Numan. Veröffentlicht wurde die Platte im September 1983 auf dem Musiklabel Beggars Banquet Records. Gleichzeitig war es die letzte Scheibe, die Gary Numan auf diesem Label herausbrachte. Die Plattenfirma hatte Gary Numan vorgeschlagen, dass dieser nun, zum ersten Mal in seiner Karriere, zusammen mit einem Co-Produzenten an seiner Seite das Album einspielen sollte. Bill Nelson wurde Gary Numan schließlich an die Seite gestellt, den dieser bereits als Gitarristen verpflichtet hatte. Nur leider war die Zusammenarbeit alles andere als einfach, da die beiden Musiker sich nicht auf den Sound des Albums einigen konnten und so mehr stritten, denn zusammen arbeiteten. Das Ganze gipfelte darin, dass Nelson Gary Numan am Schluss bat, nicht mehr als Co-Produzent in den Credits erwähnt zu werden. Erst Jahre später würdigte Gary Numan den Beitrag Bill Nelsons in mehreren Interviews.

„Warriors“ klingt ein wenig poppiger und etwas eingängiger als noch das Vorgänger-Album „I, Assassin“. Die Platte verkaufte sich allerdings fast auch nur, genau wie das Album zuvor, in Großbritannien. Richtig melodiös klingt die Musik des Gary Numan hier auch noch nicht, allerdings schon etwas gefälliger. So wird zum Beispiel mit solch einer Nummer wie „My Centurion“ sogar mal ein wenig gerockt. „This Prison Moon“ klingt dagegen absolut poppig und schon wieder eher so, dass es auch in einem Radio zur besseren Sendezeit würde laufen können.

Allerdings so richtig gelungen klingt das alles immer noch nicht. Auch nicht besonders melodiös. Am Interessantesten hört sich da noch „Sister Surprise“ an, da die lange Nummer aus mehreren Teilen besteht und mit ihren verschiedenen Parts zumindest immer wieder mal ansatzweise ins Ohr zu gehen versteht. Funkig klingt das zum Teil sogar, dazu gesellen sich längere Instrumentalpassagen, die den Titel abwechslungsreicher klingen lassen. Am Schönsten hört sich für mich „Love Is Like Clock Law“ an, da hier auch mal eine ganz nette Melodie zu erkennen ist. Aufregend sind die restlichen Lieder auf „Warriors“ allerdings wahrlich nicht. Die Platte läuft so durch, ohne große Spuren zu hinterlassen. Das gilt auch für die sechs Zugaben, die der remasterten Album-Fassung hinzugefügt wurden.

Fazit: Gary Numan hatte im Laufe der 80er Jahre diese geheimnisvolle Atmosphäre verloren, die immer wieder seinen Liedern innewohnte. Auf „Warriors“ fand er diese Stimmung auch nicht wieder. Die Platte klingt poppig, ohne dass die Lieder dabei großartig melodiös sind, eingängig wären oder ins Ohr gehen würden. Von daher ist Vieles auf „Warriors“ eher langweilig denn spannend geworden. Nicht alles, allerdings viel. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Sister Surprise, Love Is Like Clock Law



Freitag, 20. Januar 2017

Gary Numan – I, Assassin




Gary Numan – I, Assassin


Besetzung:

Gary Numan – vocals, synthesizers, guitar


Gastmusiker:

Roger Mason – synthesizers
Pino Palladino – fretless bass, guitar
Chris Slade – drums, percussion
John Webb – percussion
Mike – saxophone, harmonica
Thereza Bazar – backing vocals on “Noise Noise”


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: New Wave, Synthie Pop, Experimental Music,


Trackliste:

1. White Boys And Heroes (6:23)
2. War Songs (5:05)
3. A Dream Of Siam (6:13)
4. Music for Chameleons (6:06)
5. This Is My House (4:52)
6. I, Assassin (5:26)
7. The 1930s Rust (3:55)
8. We Take Mystery (To Bed) (6:10)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

9. War Games (3:55)
10. Glitter And Ash (4:42)
11. The Image Is (5:55)
12. This House Is Cold (5:27)
13. Noise Noise (3:49)
14. We Take Mystery (5:58)
15. Bridge? What Bridge? (4:22)

Gesamtspieldauer: 1:18:26




„I, Assassin“ heißt das sechste Studioalbum des Gary Numan und ist gleichzeitig die vierte Platte, die er unter seinem eigenen Namen veröffentlichte. Seine ersten beiden Alben waren noch unter der Überschrift „Tubeway Army“ veröffentlicht worden. „I, Assassin“ erschien auf dem Label Beggars Banquet Records im September 1982 und kletterte bis auf Platz 8 der britischen Album-Charts. Die drei Lieder „Music For Chameleons“, „We Take Mystery (To Bed)“ sowie „White Boys And Heroes“ erschienen begleitend als Single und erreichten alle einen Platz unter den Top 20. Die Nummer „We Take Mystery (To Bed)“ kletterte dabei bis auf Platz 9 der Single-Charts und stellt bis heute den letzten Top Ten Hit des Gary Numan auf der Insel dar.

Gary Numan hatte bereits auf dem Vorgängeralbum „Dance“ ordentlich experimentiert, diesen Weg verfolgte er auch auf „I, Assassin“ konsequent weiter. Erneut klingt auch alles auf dieser Scheibe, durch den Einsatz zahlreicher Synthesizer, sehr synthetisch und erneut spielt Gary Numan auch mit Stimmungen und Atmosphären. Das Ganze klingt nun dabei ein wenig rhythmischer und manchmal auch funkiger. Diese oftmals auf einen Gary Numan Album auch vorhandene düstere und mystische Stimmung, die gibt es hier allerdings nicht mehr. Dabei ist das ganze Album noch nicht mal besonders fröhlich geraten, vielmehr hört sich „I, Assassin“ ein wenig ausdruckslos an. Die Lieder tendieren dabei sogar bis hin zu langweiligen synthetischen Aneinanderreihungen von Tönen, die einen so gar nicht mehr zu packen verstehen. Gary Numan wollte noch mal etwas Neues ausprobieren, soweit so gut – das ist allerdings auch schon alles, denn gelungen klingt das Ergebnis wahrlich nicht.

Gary Numan selbst glaubte zum Zeitpunkt des Erscheinens, dass dies sein bisher bestes Album wäre. Sowohl die Kritiker wie die Fans sahen dies allerdings zum großen Teil anders – der Erfolg der Scheibe war, verglichen mit den Veröffentlichungen zuvor, auch nicht mehr berauschend. Hier Höhepunkte zu benennen fällt mir persönlich auch sehr schwer, da mich so gar nichts mehr auf „I, Assassin“ begeistern kann. Die Lieder gehen nicht ins Ohr, klingen zum Teil leider richtiggehend langweilig und als Steigerung sogar nervig. Lediglich das Lied „A Dream Of Siam“ kann da zumindest ansatzweise überzeugen. Sieht man diese Nummer allerdings als das Highlight der ganzen Platte, so weiß man sofort, wie es um die restlichen Lieder bestellt sein muss.

Auf der remasterten Albumfassung wurde zumindest nicht mit Bonus-Material gegeizt. Ganze sieben Lieder gibt es als Zugabe. Leider nur passen sich dieses Nummern absolut dem Niveau der Lieder an, die bereits auf der ursprünglichen Album-Ausgabe vorhanden waren. Viel gewonnen hat man dadurch also nicht, eher die Qual ein wenig verlängert.

Fazit: Gary Numan Musik war nie eine 08/15-Musik. Die Lieder klangen immer etwas verschroben und irgendwie besonders, ganz egal, ob man mit diesem synthetischen Sound nun etwas anzufangen weiß oder nicht. Auf „I, Assassin“ klingt die Musik des Gary Numan jetzt allerdings noch ein wenig weiter entrückt, irgendwie langweilig und überhaupt nicht mehr packend. Ins Ohr geht da nichts mehr, es ist lediglich noch der Sound, der zählt – und der ist leider nicht mehr gut. Vier Punkte.

Anspieltipps: A Dream Of Siam



Montag, 9. Januar 2017

Gary Numan – Dance




Gary Numan – Dance


Besetzung:

Gary Numan – vocals, polymoog, sci prophet-5, roland jupiter-4, yamaha cp-30, arp odyssey, roland cr-78, linn lm-1, claptrap, guitar, bass, piano, percussion, claves, handclaps


Gastmusiker:

Paul Gardiner – bass, guitar, arp odyssey
Cedric Sharpley – drums
Chris Payne – viola
John Webb – roland jupiter-4, linn lm1, handclaps
Jess Lidyard – drums
Mick Karn – fretless bass, saxophone
Nash the Slash – violin
Roger Taylor – drums, tom-toms
Rob Dean – guitar
Tim Steggles – percussion
Sean Lynch – linn lm1
Connie Filapello – vocals
Roger Mason – sci prophet-5, yamaha cp-30
Mick Prague – bass


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Experimental Music, New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

1. Slowcar To China (9:05)
2. Night Talk (4:26)
3. A Subway Called „You“ (4:38)
4. Cry, The Clock Said (9:56)
5. She's Got Claws (4:58)
6. Crash (3:39)
7. Boys Like Me (4:16)
8. Stories (3:11)
9. My Brother's Time (4:38)
10. You Are, You Are (4:03)
11. Moral (4:33)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

12. Stormtrooper In Drag (4:59)
13. Face To Face (3:46)
14. Dance (2:45)
15. Exhibition (4:24)
16. I Sing Rain (2:29)

Gesamtspieldauer: 1:15:53




„Dance“ heißt das fünfte Studio-Album des britischen Musikers Gary Numan. Es wurde im September 1981 auf dem Musiklabel Beggars Banquet Records veröffentlicht und enthält mit der Nummer „She's Got Claws“ einen Single-Hit, der bis auf Platz 6 der britischen Hitparade kletterte. Das Album selbst erreichte Platz drei der Charts und war damit die erste Platte des Gary Numan, seit dem ersten Album mit Tubeway Army, welches nicht den ersten Platz der britischen Charts erklomm.

Auf „Dance“ hört man im Grunde genommen keine Musik, die zum Tanzen einlädt. Vielmehr präsentiert Gary Numan auf dem Album eine Art minimalistische Musik, die eher monoton als abwechslungsreich klingt, sich dabei sehr unaufgeregt anhört und nur sehr wenig ins Ohr geht. Mitreißend und zum Tanzen anregend klingt „Dance“ erst zum Teil bei den Liedern, die auf der ursprünglichen zweiten LP-Seite zu hören waren. Hier ist die Grundstimmung der einzelnen Lieder dann auch eine etwas fröhlichere. Fast alles auf der Scheibe ist synthetisch und hört sich auch genauso an – die Synthesizer und Keyboards stehen absolut im Vordergrund. Auch der Sound der Drum Machine trägt seinen Teil zum Gesamthörerlebnis bei, leider oftmals sehr negativ.

Beeindruckend ist allerdings die Atmosphäre, die „Dance“ ausstrahlt. Diese ist eine düstere, oftmals auch verzweifelt wirkende. Die Lieder klingen dann, in den durch die Synthesizer gegebenen Grenzen, durchaus intensiv und geheimnisvoll. Einige bekannte Musiker konnte Gary Numan für das Einspielen der Scheibe gewinnen. So hört man hier Gitarrist Rob Dean und Bassist und Saxophonist Mick Karn der Band Japan, sowie Queen Schlagzeuger Roger Taylor. Alle jedoch nur ganz kurz und irgendwie nebenbei, da eben die digitalen Töne auf „Dance“ überwiegen.

Höhepunkte sind das intensive und fast zehnminütige „Cry, The Clock Said“, bei dem es Gary Numan wunderbar gelingt, eine tieftraurige bis marode Atmosphäre über das Lied zu transportieren. Ganz nett und deutlich melodiöser klingt „Stories“. „My Brother's Time“ hört sich dagegen wieder deutlich verzweifelter an, bleibt aber durch das interessante Piano-Spiel, welches die vorherrschende Stimmung bestens unterstreicht, ebenfalls im Ohr hängen. Der remasterten Version des Albums wurden fünf Zugaben hinzugemischt. Unter anderem auch der Titel „Dance“, der, obwohl namengebend, von der ursprünglichen Veröffentlichungsliste gestrichen worden war. Diese fünf hinzugefügten Stücke ergänzen sehr gut die ursprünglich mit „Dance“ veröffentlichten Lieder.

Fazit: Nun, auch wenn der Titel des Albums darauf hinweist und auch die beteiligten Musiker ein wenig darauf hindeuten, eines kann man dem Album „Dance“ garantiert nicht unterstellen, nämlich, dass diese Platte kommerziell wäre. Nein, auf „Dance“ hört man alles andere als kommerzielle Musik. Die Lieder sind zumeist nicht sonderlich melodiös, wenig davon geht ins Ohr. Es ist eher die düstere Atmosphäre, die hier hängenbleibt und die man mit dieser Scheibe verbindet. Keine Musik für den alltäglichen Gebrauch, manchmal nervig, manchmal interessant und ganz bestimmt nicht alltäglich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cry The Clock Said, Stories, My Brother's Time



Freitag, 16. Dezember 2016

Gary Numan – Telekon




Gary Numan – Telekon


Besetzung:

Gary Numan – vocals, minimoog, polymoog, arp pro soloist, roland jupiter-4, sequential circuits prophet-5, yamaha cp-30, roland cr-78, synare, guitar, piano, minibass


Gastmusiker:

Paul Gardiner – bass, backing vocals
Cedric Sharpley – drums, percussion, backing vocals
Chris Payne – viola, piano, minimoog, polymoog, backing vocals
Russell Bell – guitars, violin, claves, backing vocals
Denis Haines – prophet-5, piano, arp pro soloist, yamaha cp-30, whistle, backing vocals
John Webb – handclaps
James Freud – handclaps
Simple Minds – handclaps


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: New Wave, Elektronische Musik, Synthie Pop


Trackliste:

1. This Wreckage (5:26)
2. The Aircrash Bureau (5:41)
3. Telekon (4:29)
4. Remind Me To Smile (4:03)
5. Sleep By Windows (4:58)
6. I'm An Agent (4:19)
7. I Dream Of Wires (5:10)
8. Remember I Was Vapour (5:11)
9. Please Push No More (5:39)
10. The Joy Circuit (5:12)

Gesamtspieldauer: 49:54




„Telekon“ heißt das vierte Studio Album des britischen Musikers Gary Numan und ist dabei gleichzeitig die zweite Platte, die er unter seinem eigenem Namen veröffentlichte. Die ersten beiden Alben „Tubeway Army“ sowie „Replicas“ erschienen noch unter dem Bandnamen Tubeway Army. Die Platte setzte sich sofort nach dem Erscheinen auf die Spitzenposition der britischen Album-Charts, als drittes Album des Gary Numan in Folge. „Telekon“ ist dabei bis heute auch die letzte Platte des Gary Numan geblieben, welche diese Chart-Position noch erreichte.

Der Sound des Albums ist ein sehr synthetischer, wie so oft bei einem Gary Numan Album und von daher auch nicht weiter überraschend. Dabei merkt man der Musik durchaus an, dass sie damals, Anfang der 80er Jahre, wohl noch etwas Besonderes war, da gerade diese Synthesizer-Klänge zu dieser Zeit durchaus noch etwas Neues darstellten. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass solch eine Platte bis auf Platz 1 der Charts stürmte. Dazu gesellt sich zudem der Gesang des Gary Numan, der mitunter ein wenig schräg und manchmal auch etwas falsch klingt, jedoch sehr gut zu der Musik passt und somit ein, auch heute noch nicht alltägliches, Klangerlebnis bietet. Ob dies wiederum jetzt überzeugt, muss jeder für sich ergründen und entscheiden. Fans von Gitarre, Bass und Schlagzeug werden mit Sicherheit jedoch Probleme bekommen, diese Musik zu genießen.

Die Melodien können dabei auf „Telekon“ allerdings auch nicht immer überzeugen. Manches auf diesem Album klingt noch ganz nett, geht zumindest ansatzweise ins Ohr, bei anderen Liedern ist das überhaupt nicht mehr der Fall, da diese zu synthetisch, irgendwie nach Plastik zu klingen scheinen und eben keinerlei Eingängigkeit mehr aufweisen. Am schönsten klingt da noch die langsame und nachdenkliche Nummer „Please Push No More“. Ein Lied, was durch seine Instrumentierung, bei dem ein Piano im Zentrum steht, dann doch positiv auffällt und sich somit wohltuend von den vielen synthetischen Liedern zumindest teilweise abhebt. Dies gilt auch für das letzte Lied der Scheibe, „The Joy Circuit“. Hier sind es jetzt Viola und Violine, neben erneut sanften Piano-Klängen, die bewirken, dass das Lied nicht nur auffällt, sondern durch die hier erzielte Eingängigkeit auch hängenbleibt.

Fazit: Es ist sicherlich nicht alles schlecht auf „Telekon“, leider aber auch nicht allzu viel gut gelungen. Mag man mal den Sound „genießen“, der Anfang der 80er Jahre noch als revolutionär galt, dann bietet „Telekon“ wahrlich eine ganze Menge Möglichkeiten dazu. Alles klingt hier synthetisch, nur ab und zu ist noch eine Gitarre zu vernehmen. Leider fehlen dem Album aber auch die eingängigen Melodien sowie sonstige Überraschungen, sodass „Telekon“ zu einer Scheibe wird, die man mal anhört, dann allerdings längere Zeit nicht mehr hören kann. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Sleep By Windows, Please Push No More, The Joy Circuit



Sonntag, 25. August 2013

Gary Numan – Replicas




Gary Numan – Replicas


Besetzung:

Gary Numan – keyboards, guitars, vocals


Gastmusiker:

Paul Gardiner – bass guitar
Jess Lidyard – drums


Label: Beggars Banquet


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: New Wave, Elektronische Musik, Post Punk


Trackliste:

1. Me! I Disconnect From You (3:23)
2. Are Friends Electric? (5:25)
3. The Machman (3:08)
4. Praying To The Aliens (4:00)
5. Down In The Park (4:24)
6. You Are In My Vision (3:15)
7. Replicas (5:01)
8. It Must Have Been Years (4:02)
9. When The Machines Rock (3:15)
10. I Nearly Married A Human (6:31)

Gesamtspieldauer: 42:02




„Replicas“ heißt das zweite und gleichzeitig letzte Album der britischen Band Tubeway Army, deren Frontmann, Sänger und Komponist, Gary Numan, die Band danach auflöste und nun unter eigenem Namen weitere Alben veröffentlichte. Gary Numan schrieb alle Lieder auf „Replicas“ selbst und alleine und wird auf späteren Wiederveröffentlichungen von „Replicas“ auch neben dem Namen Tubeway Army auf dem Cover genannt – dies ist auch der Grund, warum „Replicas“ hier ebenfalls unter dem Namen Gary Numan eingruppiert wurde. Die Scheibe erschien im April des Jahres 1979 auf dem Label Beggars Banquet und hatte mit dem Titel „Are Friends Electric?“ sogar einen Nummer 1 Single-Hit in den britischen Charts. Zudem erreichte das Album selbst ebenfalls im Juli 1979 Platz 1 der englischen Charts.

Zu hören gibt es auf „Replicas“ einen sehr elektronischen und meist auch eingängigen New Wave. Nur bei den Titeln „The Machman“, „You Are In My Vision“ und „It Must Have Been Years“ hört man noch einen Gitarren-orientierten Rock, der zusätzlich durch Keyboards unterstützt wird. Ansonsten steht auf „Replicas“ der analoge Synthesizer, ein Minimoog, im Zentrum der Instrumentierung. Das klingt alles durchaus eingängig und Gary Numan schafft es auf „Replicas“ auch noch den Rockfreund mit seinen Melodien zu überzeugen.

Einige der Titel klingen überaus synthetisch, gehen allerdings doch gut ins Ohr. Besonders zu erwähnen ist hierbei die erste Single-Auskopplung des Albums, der Titel „Down In The Park“. Eine sehr düster klingende Nummer, die als Single keinen Erfolg verbuchen konnte, inzwischen jedoch fast schon Kult ist, wenn es um die Anfänge des New Wave im Allgemeinen und die Musik des Gary Numan im Speziellen geht. „Down In The Park“ klingt dunkel und mystisch, besitzt diese besondere Melodie, die schnell ins Ohr geht und dort auch lange verbleibt.

Fazit: Durchaus ein interessantes Album ist „Replicas“ von der Tubeway Army alias Gary Numan geworden. Und das, obwohl hier die synthetischen Töne bei Weitem die Anzahl der handgemachten übertreffen. Es sind die Melodien, die das Album zu einem durchaus überzeugenden werden lassen. Mit „Down In The Park“ besitzt die Platte zudem einen zeitlosen Titel, der auch viele Jahre nach seiner Entstehung nichts von seinem Reiz verloren hat. Dadurch, dass auf „Replicas“ zudem manchmal noch Gitarren und echte Schlagzeuge zu hören sind, hört sich das alles auch abwechslungsreich an. Neun Punkte.

Anspieltipps: Me! I Disconnect From You, Are Friends Electric?, Down In The Park