Posts mit dem Label Tangerine Dream werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tangerine Dream werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 10. September 2018

Tangerine Dream – Exit




Tangerine Dream – Exit


Besetzung:

Edgar Froese – keyboards
Chris Franke – keyboards
Johannes Schmoelling – keyboards


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Kiew Mission (9:21)
2. Pilots Of Purple Twilight (4:21)
3. Choronzon (4:09)
4. Exit (5:35)
5. Network 23 (4:57)
6. Remote Viewing (8:19)

Gesamtspieldauer: 36:46




„Exit“ heißt das sechzehnte Studioalbum der deutschen Band Tangerine Dream, die wohl wie kaum eine zweite für das Genre elektronische Musik steht. Veröffentlicht wurde die Scheibe im September 1981 auf dem Plattenlabel Virgin Records. Das Album konnte sich in Großbritannien in den Charts platzieren, kletterte dort bis auf Platz 43 und verblieb insgesamt fünf Wochen in diesen.

„Exit“ klingt zum Teil sehr poppig, diese sphärischen und elegischen Atmosphären der früheren Jahre waren fast vollständig aus der Musik der Berliner verschwunden. Der Rhythmus aus dem Synthesizer lädt dabei sogar zum Tanzen ein. Die Lieder gehen dabei durchaus auch manchmal ins Ohr und klingen melodiös. Dabei sind sie nun weitaus kompakter, als auf den früheren Veröffentlichungen von Tangerine Dream.

Beim ersten Titel „Kiew Mission“ hört man sogar eine Frau auf Russisch sprechen, die um den Weltfrieden bittet, der in der Zeit der Entstehung des Albums, also in der Hochzeit des kalten Krieges, durchaus auf dem Spiel stand. Ansonsten handelt es sich wieder um reine Instrumentalstücke, die sehr viel schneller, eine einmal erarbeitete Melodie wieder aufgeben, ohne sie auszuwalzen. Somit kling vieles auf „Exit“ wie Filmmusik, welche eine Szene untermalt und unterstreicht. Richtige Ohrwürmer sind dabei nicht vorhanden, auch wenn fast alles auf „Exit“ durchaus melodiös klingt. Im Falle von zu viel Anbiederei an den Pop, wie bei den Nummern „Choronzon“ und „Network 23“, mag man das jedoch sehr viel weniger gern hören – zumindest wenn einem die Band Tangerine Dream aufgrund der ersten Werke gefällt. Höhepunkt der Scheibe ist das letzte Lied, „Remote Viewing“. Hier klingen Tangerine Dream nochmals sphärisch, der Sequenzer setzt ein, ein zarter Rhythmus entsteht und alles klingt nach grenzenloser Melancholie.

Fazit: Tangerine Dream wurden mit ihren poppigen Alben in den 80er Jahren immer etwas uninteressanter für Leute, die die Band zu Beginn ihrer Karriere liebten. Ein schönes Beispiel für den Übergang zwischen musikalischen Phasen der Band stallt das Album „Exit“ dar. Vom tanzbaren Pop bis hin zu den, schließlich dann doch noch vorhandenen sphärischen Klängen, bekommt man hier einiges geboten. Nur überzeugend klingt das leider nicht mehr immer. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Remote Viewing



Dienstag, 11. Juli 2017

Tangerine Dream – Hyperborea




Tangerine Dream – Hyperborea


Besetzung:

Edgar Froese
Christopher Franke
Johannes Schmoelling


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. No Man's Land (9:12)
2. Hyperborea (8:41)
3. Cinnamon Road (3:58)
4. Sphinx Lightning (19:51)

Gesamtspieldauer: 41:43




„Hyperborea“ heißt das bereits neunzehnte Album der Band Tangerine Dream. Die Platte erschien im November des Jahres 1983 und stellte gleichzeitig die letzte Veröffentlichung von Tangerine Dream auf dem Label Virgin Records dar, da der Vertrag mit der Plattenfirma ausgelaufen ist. Zwei Wochen lang konnte sich die Scheibe in den britischen Charts auf Platz 45 halten.

Die Sitar kommt mehrfach auf dem Album zum Einsatz. Dies geschieht gleich beim Opener „No Man's Land“, welches für Tangerine Dream Verhältnisse wahrlich ungewöhnlich ist. Das klingt dann fast ein wenig nach Weltmusik, die hier im poppigen Gewand erscheint. Mit dem Titeltrack „Hyperborea“ wird es anschließend allerdings wieder sehr sphärisch und die Musik der Band nähert sich sehr stark dem Ambient-Genre an. Das auf der ehemaligen ersten LP-Seite zum Abschluss kommende „Cinnamon Road“ ist schließlich fast schon wieder Synthesizer-Pop. Flotter Rhythmus, einprägsame Melodie und dazu erneut ein paar Sitar-Klänge, die das Stück noch ein wenig spannender und abwechslungsreicher werden lassen.

Auf der ursprünglichen zweiten LP-Seite folgte schließlich der „richtige“ Long-Track des Albums, „Sphinx Lightning“. In diesem Stück hört man schnellere sowie sphärische Passagen, die ineinanderfließen und verwoben werden. Hier klingen Tangerine Dream nun auch ein wenig wie noch ein paar Jahre zuvor. Sequenzer-Muster paaren sich mit ruhigen und ausgedehnten Klangteppichen. Rhythmus findet sich mal mehr, mal weniger, sodass „Sphinx Lightning“ einen großen Teil der musikalischen Bandbreite der Band widerzuspiegeln scheint.

Fazit: „Hyperborea“ ist ganz bestimmt nicht der Höhepunkt unter den vielen, vielen Veröffentlichungen von Tangerine Dream. Allerdings klingt die Platte auch noch nicht seicht nach Fahrstuhlmusik, wie es einige Tangerine Dream Scheiben ebenfalls machen. Von daher ist „Hyperborea“ sicher eine der besseren Alben der Band in den 80er Jahren. Das Besondere ist der Einsatz der Sitar, die der Musik einen zusätzlichen Aspekt verleiht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cinnamon Road, Sphinx Lightning



Mittwoch, 21. Juni 2017

Tangerine Dream – Tangram




Tangerine Dream – Tangram


Besetzung:

Edgar Froese – keyboards, guitars
Christopher Franke – keyboards, electronic percussions
Johannes Schmoelling – keyboards


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Electronic Rock


Trackliste:

1. Tangram Set 1 (19:52)
2. Tangram Set 2 (20:27)

Gesamtspieldauer: 40:19




„Tangram“ heißt das dreizehnte Studioalbum der Band Tangerine Dream. Es wurde gleichzeitig einer ihrer größten kommerziellen Erfolge und erreichte Platz 36 in den britischen Top 40 und konnte sich insgesamt fünf Wochen in den Charts halten. Die Musik der Band, die nun mit Johannes Schmoelling einen weiteren Synthesizer-Spieler hinzugewonnen hatte, klingt auf „Tangram“ auch deutlich elektronischer, als noch auf den Alben direkt davor. Das Mellotron wurde nur noch sehr dosiert eingesetzt und auch, das noch auf der 1979er Platte „Force Majeure“ zu hörende Schlagzeug war nicht mehr vorhanden. Die Beats waren nun vom Synthesizer generierte.

Die Musik auf „Tangram“ klingt irgendwie fröhlich und positiv, die einzelnen Themen wechseln in relativ schnellen Abständen, wodurch die beiden Stücke „Tangram Set 1“ sowie „Tangram Set 2“ im Grunde genommen aus mehreren verschiedenen und kurzen Stücken bestehen. Die Musik klingt dabei häufig locker und leicht und geht zudem auch sehr gut ins Ohr. Diese wabernden und sphärischen Klangteppiche hört man auf „Tangram“ deutlich weniger, dafür gibt es nun eingängige Synthesizer-Passagen zu hören, die eingängige Melodien aufweisen und dadurch schnell ins Ohr gehen.

Somit kann man sich bequem zurücklehnen und hier mehreren, ineinander übergehenden, kleinen Melodien lauschen, die sich durchaus schnell festsetzen. Freilich klingt das alles sehr nach den 80er Jahren, dabei jedoch frisch und eben niemals langweilig. Diese Aneinanderreihung verschiedenster musikalischer Themen bewirkt eine große Vielfalt in der Musik von Tangerine Dream und beinhaltet jede Menge Abwechslung. Auch bei „Tangram“ kann man die Augen schließen und sich auf eine Reise begeben, die durch diese, auch mal hypnotisch wirkende Musik, vor dem geistigen Auge entsteht.

Fazit: „Tangram“ ist sicherlich eines der besseren Werke von Tangerine Dream aus den 80er Jahren. Die Platte ist abwechslungsreich und hält einige schöne Melodien für die Hörerin und den Hörer parat. Melodiösität ist durchgängig enthalten. Genau durch diesen Umstand ist diese Scheibe auch für ein neues Publikum geeignet, welches mit zu viel Sphäre früherer Veröffentlichungen nun gar nichts mehr anfangen konnte. Vielleicht erklärt dies auch den Chart-Erfolg in Großbritannien. Neun Punkte.

Anspieltipps: Tangram Set 1 und Tangram Set 2. Was sonst?



Freitag, 9. Juni 2017

Tangerine Dream – Ricochet




Tangerine Dream – Ricochet


Besetzung:

Edgar Froese – keyboards, guitar
Peter Baumann – keyboards
Christopher Franke – keyboards, drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Ricochet, Part One (16:59)
2. Ricochet, Part Two (21:05)

Gesamtspieldauer: 38:05




„Ricochet“ heißt das erste Live-Album und das siebte Album der deutschen Band Tangerine Dream überhaupt. Veröffentlicht wurde die Platte im Dezember des Jahres 1975 auf dem Label Virgin Records und ist in England und Frankreich während ihrer 1975er Europa-Tour live eingespielt worden.

Elektronische Musik im Gewand der 70er Jahre gibt es hier zu hören. Mal schwebend, mal mystisch, dann wieder Fahrt aufnehmend und mit Sequenzer-Passagen über und über angehäuft, die die Musik schier nach vorne zu treiben scheinen. „Ricochet“ klingt sehr viel energiegeladener als noch die Veröffentlichungen von Tangerine Dream zuvor. Auch kommen elektronische Perkussion und Gitarre mehr zum, Einsatz als noch auf den Vorgängern „Phaedra“ und „Rubycon“, sodass die Musik phasenweise sogar ein wenig an Elektronik Rock erinnert.

Das Ambient-Gefühl wird auf „Ricochet“ deutlich weniger ausgespielt, immer wieder scheint die Musik jedoch zu vibrieren, um dann wieder in sphärische Bereiche abzudriften. Vom Publikum hört man nur etwas zu Beginn und am Ende des Albums in Form von Applaus. Selbst zwischen den beiden Teilen sind die Zuschauerinnen und Zuschauer sonst nicht wahrzunehmen. Besonders interessant und packend klingt dabei der zweite und längere Teil des Albums, der mit sanften Klavierklängen eingeleitet wird und immer wieder in süße Melancholie verfällt, jedoch auch schnellere Passagen beinhaltet und insgesamt ein wenig abwechslungsreicher klingt, als noch Part 1.

Fazit: Wer etwas auf elektronische Musik gibt, die oder der sollte hier definitiv mal Reinhören. „Ricochet“ klingt melancholisch und verspielt, fordernd und sanft, spacig und geerdet und geht dabei an vielen Stellen sehr gut ins Ohr. Für mich eine der besten Tangerine Dream Platten überhaupt. 11 Punkte.

Anspieltipps: Ricochet, Part Two









Montag, 23. Januar 2017

Tangerine Dream – White Eagle




Tangerine Dream – White Eagle


Besetzung:

Edgar Froese – synthesizers
Christopher Franke – synthesizers
Johannes Schmoelling – synthesizers


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Mojave Plan (20:09)
2. Midnight In Tula (4:00)
3. Convention Of The 24 (9:37)
4. White Eagle (4:34)

Gesamtspieldauer: 38:22




Nun, wenn das siebzehnte Album von Tangerine Dream etwas beinhaltet, dann ist es zumindest der musikalische Zeitgeist der frühen 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Auf dem Label Virgin Records wurde „White Eagle“ im März des Jahres 1982 veröffentlicht und enthält jede Menge Synthie Pop. Das klingt schon alles sehr fröhlich synthetisch, mag vielleicht damals zur Zeit der Entstehung noch ganz interessant geklungen haben, inzwischen hört sich das Ganze jedoch sehr viel eher nervig an.

Das beginnt gleich mit dem 20-Minüter „Mojave Plan“, ein Lied, welches sich irgendwie zusammenhanglos zusammengeschustert anhört. Hier werden keine Atmosphären oder Stimmungen mehr transportiert, hier hört man „lustige“ Diskoklänge, die im nachfolgenden „Midnight In Tula“ sogar noch ausgeweitet werden. Das klingt alles schon sehr gewöhnungsbedürftig. Ein wenig interessanter wird es dann mit „Convention Of The 24“. Auch das ist Synthie Pop, hört sich hier allerdings schon ein bisschen interessanter an, klingt mitunter sogar ein wenig nach Kraftwerk und entfernt sich schließlich teilweise vom Synthie Pop Eindruck, wird deutlich stimmungsvoller mit angedeuteten Hintergrundchören.

Schließlich folgt am Ende des Albums der Titeltrack „White Eagle“. Dieser stieg sogar in den Charts ein, da er in dem Schimanski Tatort „Das Mädchen auf der Treppe“ zu hören war. Die Nummer hat eine sehr eingängige Sequenzer-Melodie und geht wirklich gut ins Ohr. Ganz bestimmt der Höhepunkt des ganzen Albums.

Fazit: Das elektronische Musik technisch und synthetisch klingt, das ist immer klar. Um dabei zu überzeugen, muss sie jedoch mit Atmosphären und Stimmungen spielen, etwas transportieren. Das schaffen Tangerine Dream hier auf „White Eagle“ leider nur sehr sporadisch. Viel zu oft klingt das Album nach langweiligem Synthie Pop und wird erst gegen Ende der Platte interessanter. Insgesamt bleibt bei „White Eagle“ allerdings doch ein sehr fader Beigeschmack übrig. Sechs Punkte.

Anspieltipps: White Eagle



Sonntag, 18. Dezember 2016

Tangerine Dream – Logos Live




Tangerine Dream – Logos Live


Besetzung:

Chris Franke – synthesizer
Johannes Schmoelling – synthesizer
Edgar Froese – synthesizer


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Logos Part One (25:41)
2. Logos Part Two (19:28)
3. Dominion (5:45)

Gesamtspieldauer: 50:54




„Logos Live“ heißt das fünfte Live Album und die achtzehnte Veröffentlichung insgesamt von Tangerine Dream. Die Aufnahmen stammen dabei von einem Live-Auftritt der Band im Dominion Theatre, London, England und geben etwa 50 Minuten des insgesamt zweistündigen Konzerts wieder. Veröffentlicht wurde die Platte noch im selben Jahr der Entstehung, 1982, auf dem Label Virgin Records.

Tangerine Dream hatten sich weiterentwickelt in den letzten Jahren und gaben mit ihrer Musik auch immer ein kleines Spiegelbild, der gerade aktuellen Musiklandschaft wieder. Umso weniger überraschend ist es auch, dass die Band mit „Logos Live“ Abstand gewinnt von den breiten und sphärischen Klangteppichen und sich mehr hin zum damals aktuellen Pop orientiert. Damit klingt die Musik von Tangerine Dream zwar gleich beim ersten Male des Hörens sehr viel eingängiger, verliert allerdings auch etwas von ihrem Reiz. Klang das früher häufig noch mystisch und geheimnisvoll, so findet man diese musikalische Atmosphäre nur noch ganz am Rande, eher so, als ob diese Abschnitte nur noch dazu da sind, die poppigen Teile in der Musik miteinander zu verbinden.

Nun, das Ganze klingt dann oftmals durchaus eingängig und ist auch garantiert dem damaligen musikalischen Zeitgeist geschuldet, allerdings vermisst man hier doch ein wenig diese Schwerelosigkeit, die der Musik von Tangerine Dream auch immer wieder innewohnte. Oftmals klingen die Passagen nun hektischer, unentspannter. Trotzdem hat die Musik natürlich auch etwas, wenn auch in ein wenig veränderter Form. Aber mit Kopfhörern auf den Ohren oder einer guten Anlage, lässt einen die Musik auf dem Lieblingsplatz immer noch eintauchen in ganz ferne und seltsame Welten, die unweigerlich vor dem geistigen Auge entstehen, wenn man sich auf das Gehörte konzentriert – ganz ohne weitere Hilfsmittel. Der hypnotische Charakter der Musik von Tangerine Dream, die diesen schon immer innehatte, der ist auch auf „Logos Live“ nicht verloren gegangen.

Fazit: Sehr viel poppiger ist die Musik von Tangerine Dream in den 80er Jahren geworden. Ein schönes Beispiel dafür ist das vorliegende Album „Logos Live“. Das bedeutet auch, dass die Lieder von Tangerine Dream nun gleich beim ersten Hören eingängiger wurden, denn nun gibt es diese Melodien zu hören, die durchaus auch ins Ohr gehen. Ein wenig geht das auf Kosten der Atmosphäre, die der Musik von Tangerine Dream immer innewohnte. Tangerine Dream waren allerdings immer eine Band, in deren Musik auch die gerade herrschenden musikalischen Vorlieben des Marktes mit einflossen. Das kann man mögen oder nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Logos



Donnerstag, 3. November 2016

Tangerine Dream – Rubycon




Tangerine Dream – Rubycon


Besetzung:

Edgar Froese – mellotron, organ, guitar, gong and vcs 3 synthesizer
Christopher Franke – double moog synthesizer, synthi a, gong, organ, modified elka organ and prepared piano
Peter Baumann – organ, ems synthi a, electric piano (fender rhodes), prepared piano, voice and arp 2600


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Rubycon, Part One (17:20)
2. Rubycon, Part Two (17:34)

Gesamtspieldauer: 35:55




„Rubycon“ heißt das sechste Studioalbum der Berliner Band Tangerine Dream, die mit ihrer elektronischen Musik auch international eine Fangemeinde um sich sammelte. „Rubycon“ wurde im März 1975 auf dem Label Virgin Records veröffentlicht und kletterte sogar bis auf Platz 10 der britischen Albumcharts. Kein anderes Album von Tangerine Dream war davor oder danach erfolgreicher. Die Platte stellt eine Art Bindeglied unterschiedlicher Phasen der Band dar. Zum einen hört man darauf noch Abschnitte mit sehr sphärischer bis spaceiger Musik, zum anderen sind hier bereits Passagen mit Sequencer-lastiger Musik zu hören, welche im weiteren Verlauf der 70er Jahre eine zentrale Rolle in der Musik von Tangerine Dream einnehmen sollten.

„Rubycon“ gilt für viele Freunde der Musik von Tangrine Dream als eines oder das beste ihrer Alben. Durchaus verständlich, denn das Album ist ein mystische Reise durch Stimmungen und Atmosphären, die die Hörerin beziehungsweise den Hörer immer wieder umschweben, einhüllen und vorsichtig wegtragen. Und lässt man sich in diese sphärischen Bereiche der Musik fallen, so wird man kurze Zeit später von rhythmischen Geflechten aufgefangen, die einen in das Hier und Jetzt zurückführen. Alles klingt perfekt ineinander verwoben und berührt. Die Grundstimmung auf „Rubycon“ ist zumeist eine mystisch verwunschene, ein in gewisser Weise hypnotischer Effekt der Klänge ist dabei nicht von der Hand zu weisen.

Beim Hören entstehen Bilder vor dem geistigen Auge, die sicherlich jeder anders wahrnehmen wird. Auf jeden Fall werden es Reisen sein, zu bisher noch nie gesehenen Orten, noch nie besuchten Welten. Bewusstseinserweiternde Musik nennt man das wohl, Musik ganz ohne Nebenwirkungen, jedoch mit diversen Phantasie-Effekten. Na, wenn das nicht mal was Besonderes ist.

Fazit: „Rubycon“ von Tangerine Dream ist sphärisch und gleichzeitig auch rhythmisch. Hier kombiniert die Berliner Band irgendwie geartete kosmische Klänge mit Sequenzer-Rhythmen. Das passt alles perfekt zusammen, ergibt ein rundes und spannendes Gesamtergebnis und Erlebnis. Klar, diese Art der Musik ist ganz bestimmt nicht für jede und jeden geeignet. Wer allerdings elektronische Musik mag, die oder der sollte ganz bestimmt mal bei „Rubycon“ reinhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: Rubycon Part One, Rubycon Part Two



Freitag, 26. Februar 2016

Tangerine Dream – Underwater Sunlight




Tangerine Dream – Underwater Sunlight


Besetzung:

Edgar Froese – synthesizer, guitar
Christopher Franke – synthesizer, electronic percussion
Paul Haslinger – synthesizer, grand piano, guitar


Label: Jive Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Song Of The Whale, Part One: From Dawn... (8:25)
2. Song Of The Whale, Part Two: ...To Dusk (10:53)
3. Dolphin Dance (5:05)
4. Ride On The Ray (5:30)
5. Scuba Scuba (4:30)
6. Underwater Twilight (5:50)

Gesamtspieldauer: 40:13




In etwa das zwanzigste Sudio-Album ist „Underwater Sunlight“ von Tangerine Dream. So ganz genau lässt sich das irgendwie nicht nachvollziehen, da die Musiker, um den im Januar 2015 verstorbenen Edgar Froese, einen unfassbaren Ausstoß an Platten vorzuweisen haben. Zählt man alle Live-Alben und Kompilationen mit, so dürften Tangerine Dream inzwischen wohl an die 120 Platten veröffentlicht haben. Unfassbar.

„Underwater Sunlight“ ist die erste Platte, auf der der Österreicher Paul Haslinger zu hören ist und gleichzeitig auch eine der wenigen Scheiben der Elektronikkünstler, die in den 80er Jahren noch gelungen und hörbar waren. Der Pop hatte sehr starken Einzug gefunden in die Musik von Tangerine Dream. Lange und epische Soundkollagen waren zu der Zeit nicht mehr so gefragt. Poppig und unterhaltend sollte es hautsächlich klingen. Macht es auch, nur leider wirkt das Ganze zum Teil ein wenig zu aufgesetzt, wie eine nette Begleitmusik. Keine Musik also mehr, in die man eintauchen, sich darin vertiefen möchte.

Gelungen ist auf „Underwater Sunlight“ auf jeden Fall der Auftakt. „Song Of The Whale, Part One: From Dawn...“ ist eine schöne, ins Ohr gehende Nummer. Das Lied klingt ein wenig mystisch und ist zudem mit einem schönen Gitarrensolo des Edgar Froese ausgestattet worden. Teil 2 des „Song Of The Whale“ kann da schon deutlich weniger überzeugen. Zwar beginnt das Stück mit einer sehr schönen und sanften Piano-Einleitung, entwickelt sich dann allerdings im weiteren Verlauf zu einer etwas sphärischen New Age Nummer, die perfekt zu einer Entspannungsmassage passen würde.

Die vier Stücke der zweiten Plattenseite sind ganz unterschiedlicher Art. „Dolphin Dance“ ist eine etwas fröhliche, jedoch leider auch nichtssagende Pop-Nummer, die von einem Synthesizer-Lauf getragen wird. „Ride On The Ray“ klingt da schon deutlich besser. Nicht ganz so poppig, wieder ein wenig sphärischer hört sich diese Nummer sehr schwebend an und geht auch ins Ohr. Auch hier bekommt man wieder ein interessantes Gitarren-Solo mitgeliefert. Etwas störend ist bei diesem Lied allerdings der Drum-Computer, der zwar nur im Hintergrund zu hören ist, mit seinem künstlichen Sound trotzdem störend wirkt. Nichtsdestotrotz klingt das Lied überzeugend. Mit „Scuba Scuba“ wird es dann nicht fröhlich, wie der Name vielleicht vermuten lassen könnte, sondern wieder deutlich entrückter. Hier bewegen sich Tangerine Dream nun wieder mehr im Bereich der Soundkollage, denn so eine richtige Melodie gibt es bei „Scuba Scuba“ nicht zu hören. Bleibt schließlich noch das letzte Stück, „Underwater Twilight“. Diese Nummer wirkt zu Beginn wie gehaucht, alles scheint zu schweben, ist nur ganz sanft angerissen. Dann schließlich setzt der Rhythmus ein und es entwickelt sich ein flottes Lied, welches durchaus auch in die Ohren geht. Vor allen Dingen das Ende des Stücks ist dabei sehr gelungen, wenn auf dem Keyboard ein schöner Lauf wiedergegeben wird.

Fazit: So ein Mittelding zwischen sphärischer Synthesizer-Musik und poppigen Keyboard-Klängen stellt „Underwater Sunlight“ von Tangerine Dream dar. Diese Musik wird für stark ausgeprägte Rockfreunde immer ein Gräuel sein. Zum Entspannen sind die eher sphärischen Stücke auf der Scheibe allerdings sehr gut geeignet. Zudem gibt es hier auch einige Melodien, die durchaus ins Ohr gehen. Für Freunde elektronischer Musik sicherlich eine Empfehlung wert. Acht Punkte.

Anspieltipps: Song Of The Whale Part One: From Dawn..., Ride On The Ray



Freitag, 2. September 2011

Tangerine Dream – Phaedra





Tangerine Dream – Phaedra


Besetzung:

Edgar Froese – mellotron, guitar-bass, VCS3 synthesizer, organ
Chris Franke – moog synthesizer, keyboards, VCS3 synthesizer
Peter Baumann – organ, e-piano, VCS3 synthesizer, flute


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Phaedra (16:45)
2. Mysterious semblance at the stand of nightmares (10:35)
3. Movements of a visionary (7:55)
4. Sequent 'C' (2:17)



Nun, was will man zu diesem Werk Tangerine Dreams sagen. Ist das sphärisch gut gemacht oder aber totlangweilig? Nun, die Wahrheit liegt wohl wie immer irgendwo in der Mitte. Man muss etwas mit elektronischer Musik anfangen können, um sich für „Phaedra“ zu begeistern.

Beim Titelstück geben Sequenzermuster den eigentlichen Takt vor. Das läuft so ziemlich monoton bis etwa 10:20 und doch durchaus mit einer Steigerung versehen, bis das Lied dann nur noch sehr sphärisch über die restlichen sechs Minuten ausklingt.

Beim zweiten Stück „Mysterious semblance at the stand of nightmares” kommt anschließend das Mellotron sehr elegisch zum Einsatz. Klangwelten werden hier aufgebaut, die an eine Reise durch das Weltall erinnern oder aber an einen Sonnuntergang in der Wüste. Hier sind der Phantasie des Hörers keine Grenzen gesetzt. Ab der Mitte wird das Stück dann sogar noch etwas abwechslungsreicher und man hört zum Beispiel eine auf dem Synthesizer gespielte Meeresbrandung, was wiederum gegen die Weltraum- beziehungsweise Wüstengeschichte spricht. Dann wird auch dieses Stück sehr sphärisch und man hört nur noch einzelne Töne - anstatt einer durchgängigen Melodie.

Das dritte Stück, „Movements of a visionary”, ist mit knapp acht Minuten etwas kürzer, als die beiden Vorgänger. Die Nummer besteht zu Beginn auch wieder nur aus einzelnen Tönen, die durchaus hypnotisch wirken können. Dann ertönt wieder ein Sequenzermuster und das Stück erhält so etwas wie Rhythmik. Schließlich setzt eine Orgel ein und auch eine Art Melodie ist zu vernehmen, wenn diese auch nur angedeutet wird. Der Track ist deutlich abwechslungsreicher als seine beiden Vorgänger und kann gerade dadurch punkten.

Als letztes Stück befindet sich der kurze, nur etwas über zwei Minuten lange Track „Sequent 'C'“, auf dem Album. Dieses Stück wird beherrscht von Peter Baumanns Flötenspiel, welches allerdings auch wieder keine Melodie erzeugt, sondern, in Verbindung mit dem Synthesizer, rein zur Schaffung einer etwas mystischen Stimmung dient.


Fazit: Würde ich durch das Weltall fliegen, so könnte ich mir durchaus diese Musik als Untermalung meiner Erlebnisse vorstellen. Jetzt bin ich aber nun mal auf der Erde und komme wohl nicht in den Genuss eines solchen Ausflugs, was bei mir wiederum die Frage aufwirft, was ich mit dieser Musik anstellen könnte. Wann lohnt es sich diese Scheibe einzulegen? Ich muss gestehen, ich bin noch zu keiner Lösung dieses Problems gekommen. „Phaedra“ ist mir für irdische Verhältnisse einfach viel zu monoton. Und daher kann ich diesem Werk auch nur fünf Punkte verleihen.

Anspieltipps: Um ein Gesamtbild zu erhalten, lohnt es nicht in die einzelnen Stücke reinzuhören. Man muss sich schon die Mühe machen, die Lieder ganz durchzuhören.



Sonntag, 21. August 2011

Tangerine Dream – Stratosfear





Tangerine Dream – Stratosfear


Besetzung:

Edgar Froese – mellotron, synthesizer, guitar, piano, bass, harmonika
Chris Franke – synthesizer, organ, percussion, mellotron, cembalo
Peter Baumann – synthesizer, rhythmcomputer, e-piano, mellotron


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Stratosfear (10:35)
2. The big sleep in search of Hades (4:26)
3. 3 am at the border of the marsh from Okefenokee (8:49)
4. Invisible limits (11:24)



Nein, Angst verbreitet diese CD nicht, wie das Wortspiel im Titel vielleicht vermuten lassen könnte. Der Titeltrack „Stratosfear“ ist sehr rhythmisch angelegt und wirkt bei einer Länge von über zehn Minuten nie langweilig. Das Stück ist perfekt durchkomponiert. Ist zu Beginn der Rhythmus des Stückes dominierend, so sind die letzten beiden Minuten dann sehr sphärisch gehalten.

„The big sleep in search of Hades” lebt anschließend zu Beginn vom Zusammenspiel der Gitarre Froeses mit einem flötenähnlichen Sound. Nach einem wiederum sehr sphärischen Mittelteil, geht das Stück wieder in die Anfangsinstrumentierung über und weiß durchaus an die griechische Mythologie zu erinnern.

Auf „3 am at the border of the marsh from Okefenokee” kommt dann für Tangerine Dream ganz ungewöhnlich, sogar eine Mundharmonika zum Einsatz. Auch hier bekommt man im Laufe des Liedes wieder ein flötenähnlichen Sound zu hören, der dem Stück einen ganz verträumten Touch gibt.

Bliebe noch das längste Stück des Albums: „Invisible limits“. Der Track beginnt sehr langsam und steigert sich dann immer mehr, um schließlich wieder sanft auszuklingen. Für mich das typischste Stück der ursprünglichen Tangerine Dream Bandbesetzung, Froese, Franke und Baumann auf der Platte. Richtig klasse finde ich bei diesem Stück das Klavierspiel gegen Ende des Liedes. Dieses auch wieder in Kombination mit einem Flötensound.

Fazit: Man muss elektronische Musik mögen, um mit dieser Veröffentlichung etwas anfangen zu können. Wem Klaus Schulze gefällt und wer die früheren Veröffentlichungen von Tangerine Dream mag, der wird auch mit dieser Scheibe aus dem Jahr 1976 seinen Spaß haben. Von mir gibt es dafür 7 Punkte.

Anspieltipps: Schwierig bei nur vier Stücken. Deshalb: In alle mal reinhören.



Freitag, 19. August 2011

Tangerine Dream – Force Majeure





Tangerine Dream – Force Majeure


Besetzung:

Edgar Froese – keyboards, guitar
Chris Franke – keyboards
Klaus Krieger – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Electronic Rock / Ambiente


Trackliste

1. Force Majeure (18:17)
2. Cloudburst Flight (7:27)
3. Thru Metaphoric Rocks (14:30)



Ungewohnter Rock findet auf dieser Veröffentlichung von Tangerine Dream seinen Einzug in die Musik der Band. Dies wiederum bewirkt, dass „Force Majeure“ sich deutlich von seinen Vorgängern unterscheidet. Das merkt man sofort beim Titeltrack, der zwar sehr sphärisch beginnt, dann setzen jedoch Gitarre, Klavier und Schlagzeug ein und das Ganze wirkt eher wie ein Rocksong, und wurde bisher von Tangerine Dream so noch nicht gehört. Das erste Stück wirkt dabei wie eine Aneinanderreihung verschiedener kurzer Songs, die zwar verbunden, jedoch an sich nichts miteinander zu tun haben. Was allerdings nichts über die Qualität der einzelnen Teile aussagen soll, denn die sind meist sehr melodiös und haben durchaus ihren Reiz, sodass es sich lohnt diese auf dem Kopfhörer intensiv zu hören.

Das zweite Stück „Cloudburst Flight“ beginnt mit Gitarrenspiel und das Keyboard hält sich zunächst noch im Hintergrund. Nach einer kurzen Einleitungsphase übernimmt dann aber wieder das Keyboard die Melodieführung. Das Stück ist mit seinen siebeneinhalb Minuten Länge sicherlich radiotauglicher als andere Stücke von Tangerine Dream, hat allerdings den Nachteil, dass es etwas langweilig wirkt und nicht an die erste Komposition heranreicht, die dann doch viel mehr Ideen aufweist.

Das letzte Stück, „Thru Metaphoric Rocks“, hat dann wieder eine für Tangerine Dream schon typischere Länge, von vierzehneinhalb Minuten. Klavier und Synthesizer dominieren das Stück am Anfang, bis erneut die E-Gitarre einsetzt und den Track zu einer Rocknummer macht. Nach vier Minuten wird es dann wieder sehr sphärisch, die Gitarre verstummt und die Keyboards übernehmen die Rolle der Melodieführung. Ab hier wird es nun wieder ein typisches Tangerine Dream Lied, wenn auch als Stilmittel eine verzerrte Stimme sowie Hunde- bzw. Wolfsgeheul Einzug in das Lied finden, was nun gar nicht mehr so typisch für Tangerine Dream ist. Wie schon beim ersten Track, so wirkt allerdings auch dieses Stück aus verschiedenen, in diesem Fall drei Teilen, zusammengesetzt, die an sich nichts miteinander zu tun haben.

Fazit: „Force Majeure“ ist eine CD, die anders ist, als die bisherigen Veröffentlichungen von Tangerine Dream, da es sehr viel mehr rockige Anteile enthält. Wem die anderen Alben der Formation zu elektronisch sind, der findet vielleicht über dieses Album einen Zugang zu der Berliner Band. Auf mich wirkt dieses Album oftmals von schönen Melodien getragen, allerdings auch ein wenig zusammengeschustert und in manchen Passagen zu langweilig. Ich vergebe daher sieben Punkte an „Force Majeure“.

Anspieltipps: Force Majeure