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Montag, 7. Dezember 2020

Seals & Crofts – Get Closer




Seals & Crofts – Get Closer


Besetzung:

James Seals – lead vocals, guitar
Dash Crofts – lead vocals, mandolin


Gastmusiker:

Louis Shelton – guitar
Ray Parker Jr. – guitar
Lee Ritenour – guitar
David Paich – keyboards, string arrangements
Joe Sample – electric piano
David Hungate – bass
Wilton Felder – bass
Jeff Porcaro – drums
Ed Greene – drums
Milt Holland – tabla
Jim Horn – alto sax
Carolyn Willis – backing vocals, lead vocal on "Get Closer"
Merna Matthews – backing vocals
Shirley Matthews – backing vocals
Carol Carmichel – backing vocals
Donnie Shelton – backing vocals


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsjahr: 1976


Stil: Pop, Soft Rock


Trackliste:

1. Sweet Green (4:39)
2. Get Closer (3:59)
3. Red Long Ago (5:26)
4. Goodbye Old Buddies (2:53)
5. Baby Blue (3:23)
6. Million Dollar Horse (3:52)
7. Don’t Fail (3:54)
8. Passing Thing (6:20)

Gesamtspieldauer: 34:29




„Get Closer“ heißt das achte Studioalbum des US-amerikanischen Duos Seals & Crofts. Das Album wurde im Mai 1976 auf dem Plattenlabel Warner Bros. Records veröffentlicht. Die Platte enthielt mit dem Titellied und dem Stück „Goodbye Old Buddies“ noch mal zwei Top Ten Hits in den US-Charts, die letzten in der Karriere der beiden Musiker.

„Get Closer“ klingt wieder ein wenig einheitlicher als noch der Vorgänger „I‘ll Play For You“. Man hört auf dem Album eine Mischung aus poppigen Titeln, gepaart mit Soft Rock Nummern. Äußerst spannend klingt die Musik dabei nicht mehr und würde wohl heutzutage völlig floppen. Alles bis auf ein, zwei Ausnahmen klingt leider viel zu unspektakulär. Sicherlich würden es einige Menschen auch mit „langweilig“ umschreiben. Trotzdem hat „Get Closer“ auch hörenswerte Stellen. „Sweet Green“ und „Goodbye Old Buddies“ klingen ganz passabel, wenn auch nicht mehr begeisternd. Das letzte Lied der Platte, „Passing Thing“, überzeugt immerhin mit schönen Passagen auf der akustischen Gitarre. Leider geht das Lied gegen Ende in einen unsäglichen Rumba-Teil über und verliert dadurch viel von seinem Charme und von seiner Aussagekraft.

Der Höhepunkt des Albums ist das Lied „Red Long Ago“. Schöne Melodie, wunderschöne Pianoläufe und einige Wandlungen beinhaltet dieses Lied und macht es zu einem sehr hörenswerten Stück. Der Rest auf „Get Closer“ plätschert so vor sich hin und ist im Falle des Titelliedes – trotz des Charterfolges – kaum zu ertragen. Eine schleimige und poppige Nummer, die beim Gesang durch Carolyn Willis ergänzt wird.

Fazit: Wenige Höhepunkte, viel durchschnittliche Musik sowie ein paar Ausreißer nach unten gibt es auf „Get Closer“ zu hören. Das genügt nicht, um zu begeistern. Poppiger Soft Rock kann durch aus langweilig klingen. Wenig bleibt von dieser Scheibe hängen, die insgesamt eher unterdurchschnittliche Musik für die Hörerin und den Hörer bereithält. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Red Long Ago



Montag, 13. Januar 2020

Mott – Shouting And Pointing




Mott – Shouting And Pointing


Besetzung:

Nigel Benjamin – lead vocals, rhythm and acoustic guitars
Ray Major – lead and slide guitars, backing vocals
Morgan Fisher – piano, backing vocals, organ, synthesizer
Pete Overend Watts – bass, backing vocals
Dale "Buffin" Griffin – drums, backing vocals, percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 1976


Stil: Rock, Glam Rock


Trackliste:

1. Shouting And Pointing (4:33)
2. Collision Course (3:26)
3. Storm (5:29)
4. Career (No Such Thing As Rock ‘N’ Roll) (5:26)
5. Hold On, You’re Crazy (4:30)
6. See You Again (4:20)
7. Too Short Arms (I Don’t Care) (3:59)
8. Broadside Outcasts (3:18)
9. Good Times (3:55)

Bonus Track:

10. Too Short Arms (I Don’t Care) (Electric Lady Mix) (4:15)

Gesamtspieldauer: 43:16




„Shouting And Pointing“ heißt das zweite und letzte Album der englischen Band Mott, die davor Mott The Hoople hieß. Das Album wurde ursprünglich am 7. Juni 1976 auf dem Plattenlabel CBS Records in Europa veröffentlicht. In Nordamerika erschien es bei Columbia Records. Weder in England noch in den USA konnte sich die Platte in den Charts platzieren, was schließlich zur Auflösung der Band führte. Vier der fünf Musiker veröffentlichten dann unter dem Namen British Lions noch zwei Alben, die allerdings auch nicht mehr sonderlich erfolgreich liefen.

Die Musik ist nicht ganz so peinlich wie das Cover – immerhin. Im Grunde genommen hatte sich auch dieses Mal nicht viel and der Musik der Band geändert. Erneut und überwiegend etwas härteren Rock mit einem gewissen Glam-Faktor bekommt man auf „Shouting And Pointing“ serviert. Das Problem der neun Titel ist dabei, dass sie absolut austauschbar und unspektakulär klingen. Damit wäre bereits so ziemlich alles über diese Scheibe gesagt, die wie Blei in den Regalen lag und auch von den Kritikern nicht sehr freundlich besprochen wurde. Dabei ist die Musik noch nicht mal schlecht – aber eben langweilig.

Neben einigen biederen Rock’n’Roll-Stücken, die allesamt sehr überholt und belanglos klingen, bleibt von „Shouting And Pointing“ im Grunde genommen das eher langsamere „Career (No Such Thing As Rock ‘N’ Roll)“ hängen, da es ins Ohr geht und damit den Höhepunkt des Albums markiert. Mehr Höhepunkte kann ich auf der Scheibe wahrlich nicht entdecken.

Fazit: Wieder mal ein letztes Album, welches den Abgesang einer Band darstellt. Nach „Shouting And Pointing“ war verständlicherweise Schluss mit lustig – und mit Mott. Erfolglos und langweilig, da lohnte der Aufwand nicht mehr. Wer allerdings Rock’n’Roll mag, der auch mal etwas das Tempo anzieht, die oder der kann hier mal ein Ohr riskieren. Weh tut das Gehörte nicht, jedoch beim Betrachten des Album-Covers, da schüttelt man heute den Kopf. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Career (No Such Thing As Rock ‘N’ Roll)



Donnerstag, 24. Januar 2019

Focus – Ship Of Memories




Focus – Ship Of Memories


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, moog synthesizer, drum machine (track 5), moog bass synth (track 6), flute, non-lexical vocables
Jan Akkerman – guitar, electric sitar (track
Bert Ruiter – bass guitar (tracks 1, 2, 3, 4, 5, 8, 10)
Martin Dresden – bass guitar (track 7)
Pierre van der Linden – drums (tracks 1, 2, 3, 4, 9)
Hans Cleuver – drums (track 7)
David Kemper – drums (track 6, 8)


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock, Instrumental Rock, Jazz Fusion, Funk


Trackliste:

1. P’s March (4:49)
2. Can’t Believe My Eyes (5:22)
3. Focus V (3:02)
4. Out Of Vesuvius (5:50)
5. Glider (4:38)
6. Red Sky At Night (5:50)
7. Spoke The Lord Creator (2:33)
8. Crackers (2:43)
9. Ship Of Memories (1:47)

Bonus Track:

10. Hocus Pocus (US Single Version) (3:25)

Gesamtspieldauer: 40:04




„Ship Of Memories“ betitelte die niederländische Band Focus ihr sechstes Studioalbum. Allerdings wird diese Platte nicht als offizielle sechste Platte der Band gezählt, da es sich dabei um eine Zusamenstellung älterer Aufnahmen handelt. „Ship Of Memories“ erschien im Jahr 1976 auf dem Plattenlabel EMI. „Ship Of Memories“ ist also die sechste Studioveröffentlichung der Band, gleichzeitig jedoch auch eine Scheibe, die aus altem Material besteht. Darauf zu hören sind Aufnahmen aus der Zeit von Januar 1970 bis Mitte 1975, um die gerade inaktive Zeit von Focus trotzdem mit einer Veröffentlichung zu füllen. Die ersten Lieder der Platte stammen dabei aus Studiosessions, die Ende 1972 bis 1973 stattfanden, um ein Nachfolgealbum für Focus 3 zu veröffentlichen. Aufgrund von Streitigkeiten innerhalb der Band kam es jedoch nicht dazu und stattdessen erschien im Jahr 1973 dann das Live-Album „At The Rainbow“.

Die Musik auf „Ship Of Memories“, die nun völlig ohne das gesungene Wort auskommt (sieht man mal von dem einen oder anderen Jodler ab), schwankt irgendwo zwischen jazzig angehauchten oder rockigen Einlagen bis hin zu funkigen Easing Listening Verschnitten. Innovativ, spannend oder sonst irgendwie hörenswert klingt auf diesem Album kaum etwas, welches wirklich wohl nur für Komplettisten und eingefleischte Fans der Band eine lohnende Anschaffung darstellt. Die Musik packt einen irgendwie gar nicht mehr. Im Booklet ist nachzulesen, dass in den Entstehungszeiten der Lieder ein einziges davon Thijs van Leer und Jan Akkerman zumindest noch so einigermaßen zufrieden stellte. Die ist die Nummer „P.‘s March“, die gerade durch das Flötenspiel des Thijs van Leer fröhlich klingt und ein klein wenig an Mittelaltermusik erinnert – zumindest in dem Abschnitt mit der Querflöte.

Außer „P.‘s March“ hört sich „Red Sky At Night“ noch ganz interessant an, eine etwas getragene rockige Nummer, die sogar ganz gut ins Ohr geht und noch am ehesten im Segment des Progressive Rock angesiedelt ist. Der Höhepunkt der geasamten Scheibe. Der Titel „Glider“ ist übrigens die Ur-Version des Liedes „Mother Focus“, welches ein Jahr zuvor veröffentlicht worden ist und die ersten Gehversuche der Band im Funk Rock einleitete. Ebenfalls neue Wege ging man beim Titel „Spoke The Lord Creator“, bei dem der Versuch gestartet wurde, Klassische Musik in einem Rock-Kontext zu integrieren. Diese Nummer wurde als Untertitel „Starter“ in veränderter Form dem 1974er „Hamburger Concerto“ beigefügt.

Fazit: Ziemlich viel Stückwerk hört man auf „Ship Of Memories“, dem sechsten Studioalbum der Band Focus. Kennt man die Entstehungsgeschichte der Platte, ist dies nicht weiter verwunderlich. Einige wenige ganz nette Titel gibt es auf der Scheibe, je mehr es allerdings nach Funk Rock klingt, umso weniger interessant klingt das alles. „Ship Of Memories“ ist eine Platte für Focus Fans. Sechs Punkte.

Anspieltipps: P.‘s March, Red Sky At Night



Dienstag, 18. Dezember 2018

Lou Reed – Coney Island Baby




Lou Reed – Coney Island Baby


Besetzung:

Lou Reed – vocals, rhythm guitar, piano


Gastmusiker:

Bob Kulick – lead and slide guitar
Bruce Yaw – acoustic bass, electric bass
Michael Suchorsky – drums, percussion
Joanne Vent – background vocals
Michael Wendroff – background vocals
Godfrey Diamond – background vocals


Zusätzliche Musiker der Bonus Tracks:

Doug Yule – bass on bonus tracks 2, 4-6, guitar on bonus tracks 4-6
Bob Meday – drums on bonus tracks 2, 4-6
Michael Fonfara – keyboards on bonus tracks 2, 4-6


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Glam Rock


Trackliste:

1. Crazy Feeling (2:54)
2. Charley’s Girl (2:39)
3. She’s My Best Friend (6:00)
4. Kicks (6:04)
5. A Gift (3:45)
6. Ooohhh Baby (3:46)
7. Nobody's Business (3:49)
8. Coney Island Baby (6:46)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung zum 30. Jubiläum:

9. Nowhere At All (aufgenommen am 18. & 21. 1975 November in den Mediasound Studios, NYC) (3:17)
10. Downtown Dirt (aufgenommen am 3. & 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (4:18)
11. Leave Me Alone (aufgenommen am 19, & 20. Oktober 1975 in den Mediasound Studios, NYC) (5:35)
12. Crazy Feeling (aufgenommenam 3. & 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (2:39)
13. She’s My Best Friend (aufgenommen am 4. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (4:08)
14. Coney Island Baby (aufgenommen am 6. Januar 1975 in den Electric Lady Studios, NYC) (5:41)

Gesamtspieldauer: 1:01:28




„Coney Island Baby“ nannte der US-amerikanische Musiker Lou Reed sein sechstes Solo-Album. Dieses erschien am 19. Januar 1976 auf dem Plattenlabel RCA Records. „Coney Island Baby“ ist noch ein wenig mehr ein bluesiges Rock-Album geworden, als die ersten Solo-Platten des Lou Reed, nehmen wir mal den direkten Vorgänger „Metal Machine Music“ aus, der in ganz anderen Bereichen fischte. Viele der Lieder auf „Coney Island Baby“ wurden inspiriert durch die damalige Freundin und Muse Lou Reeds, einer Transgender-Frau namens Rachel, und sind ihr auch gewidmet.

Entgegen anderslautenden Meinungen klingt die Platte für mich allerdings keinesfalls romantisch und auch kaum nach Liebesbekundungen. Jedoch muss man diese Aussage einschränken, denn die Texte gehen eindeutig in jene Richtung, wollen allerdings nicht so richtig zur Musik auf „Coney Island Baby“ passen. Die Musik klingt rockig und auch vom Blues angehaucht, doch mag irgendwie nichts so recht ins Ohr gehen von dieser Scheibe. Vielmehr läuft die Musik einfach nur durch und bleibt dabei kaum hängen. Kein Lied, an das man sich länger erinnert. Leider auch kein Lied, an das man sich wirklich auch länger erinnern möchte.

Das wiederum bedeutet nicht, dass sich auf „Coney Island Baby“ schlechte Musik befinden würde. Allerdings ist das Album mit Liedern angefüllt, die einfach nicht zünden und dabei zumeist auch noch langweilen. Um an dieser Stelle doch ein paar Lieder herauszuheben, sei die Nummer „She‘s My Best Friend“ erwähnt, ein langsamer Titel, der behäbig dahinplätschert und dabei durchaus unterhält. Das Lied „A Gift“ unterhält vor allen Dingen durch seinen etwas ironisch gehaltenen Text. Musikalisch plätschert der Titel ebenfalls ruhig dahin. Das eindrucksvollste Lied des Albums befand sich ursprünglich noch nicht mal auf der Platte und ist Bestandteil der Zugaben der Ausgabe zum 30. Jubiläum von „Coney Island Baby“. „Downtown Dirt“ ist ein sehr ruhiges und dunkles Lied, welches seine Atmosphäre intensiv transportiert.

Fazit: „Coney Island Baby“ ist ganz bestimmt nicht das beste Album des Lou Reed geworden. Bluesiger Rock oder rockiger Blues, ganz wie man mag. Das Problem der Scheibe ist das Liedmaterial, welches einfach weder ins Ohr gehen will noch sonst irgendwie spannend klingt. Alles läuft so durch, ohne etwas zu hinterlassen. Man könnte das ganze Album auch mit „langweilig“ betiteln – falsch wäre das nicht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: She‘s My Best Friend, A Gift, Downtown Dirt



Mittwoch, 26. September 2018

Lift – Lift




Lift – Lift


Besetzung:

Werther Lohse – drums, vocals
Michael Heubach – synthsizer, organ, electric piano
Till Patzer – flute, vocals
Wolfgang Scheffler – electric piano, synthesizer
Henry Pacholski – vocals
Gerhard Zachar – bass guitar, vocals


Label: AMIGA (Wiederveröffentlicht durch Sony Music Entertainment)


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Art Rock, Deutsch Rock


Trackliste:

1. Wasser und Wein (3:45)
2. Fällt der erste Reif (4:15)
3. Und es schuf der Mensch die Erde (3:28)
4. Jeden Abend (4:11)
5. Früh am Morgen (4:21)
6. Ballade vom Stein (9:52)
7. Du falsche Schöne (2:54)
8. Komm her (3:32)
9. Abendstunde, stille Stunde (4:29)

Gesamtspieldauer: 40:50




Lift ist eine im Jahr 1973 in Dresden gegründete Rock Band, die trotz oder gerade aufgrund zahlreicher Umbesetzungen auch heute noch aktiv ist. Von den Gründungsmitgliedern ist allerdings keiner mehr in der jetzigen Formation vertreten. Im Jahr 1976 wurde die erste LP der Band auf dem DDR-Label Amiga veröffentlicht. Diese nannte die Band kurz nach dem eigenen Namen „Lift“ und die Platte wird heute oftmals auch mit „Lift 1“ betitelt.

Es sind durchaus ein paar nette Ideen auf „Lift“ von Lift enthalten, die sich mitunter dem Genre des Progressive Rock annähern. So klingen einige der Kompositionen durchaus interessant, kommen allerdings über dieses Stadium auch nach oftmaligem Hören in meinem Fall nicht hinaus. So ganz wollen die Melodien dann doch nicht zünden, was vor vierzig Jahren jedoch durchaus noch funktioniert haben kann, muss heute trotzdem nicht mehr unbedingt funktionieren. Etwas schwierig ist dabei auch der Gesang oder besser die Texte. Sehr pathetisch und für heutige Ohren inhaltlich etwas seltsam. Betrachtet man das Ganze jedoch als Zeitdokument, hinterlassen auch diese einen etwas interessanteren Eindruck, der mitunter allerdings unfreiwillig auch ins Komische abdriftet.

Ganz nett und eingängig klingen auf diesem ersten Lift-Album die Lieder „Wasser und Wein“, „Und es schuf der Mensch die Erde“, „Jeden Abend“ sowie „Du falsche Schöne“. Bei diesen Liedern wirken die Melodien etwas eingängiger. Art Rock mit progressivem Touch ist auch das Genre der anderen Stücke. Allerdings klingen diese oftmals so, wie man sich heute „Beat“-Musik der 70er Jahre vorstellt. Mit sowas konnte meine Oma damals überhaupt nichts anfangen und irgendwie kann ich sie da auch voll und ganz verstehen.

Fazit: Diese ostdeutsche Musik von Lift, die auch im Bereich des Progressive Rock fischt, besitzt längst nicht den Tiefgang, die Ideen oder auch nur ansatzweise die Eingängigkeit wie jene der westdeutschen Kollegen von Grobschnitt, Jane, Eloy, Can und und und. Trotzdem gibt es auch bei Lift lichte und helle Stellen, doch diese sind ganz eindeutig zu selten. Zu wenig kann da wirklich überzeugen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wasser und Wein, Und es schuf der Mensch die Erde, Jeden Abend, Du falsche Schöne



Donnerstag, 19. Juli 2018

Al Stewart – Year Of The Cat




Al Stewart – Year Of The Cat


Besetzung:

Al Stewart – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Peter White – guitar, keyboards
Tim Renwick – guitar
Peter Wood – keyboards
Don Lobster – keyboards
George Ford – bass
Stuart Elliott – drums, percussion, background vocals
Andrew Powell – string arrangements
Bobby Bruce – violin
Marion Driscoll – triangle
Phil Kenzie – alto saxophone
David Pack – background vocals
John Perry – background vocals
Tony Rivers – background vocals
Graham Smith – harmonica


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Folk, Rock


Trackliste:

1. Lord Grenville (5:06)
2. On The Border (3:23)
3. Midas Shadow (3:12)
4. Sand in Your Shoes (3:05)
5. If It Doesn’t Come Naturally, Leave It (4:34)
6. Flying Sorcery (4:23)
7. Broadway Hotel (3:59)
8. One Stage Before (4:41)
9. Year Of The Cat (6:49)

Gesamtspieldauer: 39:15




„Year Of The Cat“ nannte der Engländer Al Stewart sein siebtes und bisher auch erfolgreichstes Studio-Album. Produziert von Alan Parsons erschien es im Juli 1976 ursprünglich auf dem Plattenlabel RCA Records und wurde später von Parlophone, einer Tochter der Warner Music, wiederveröffentlicht. Das Album war weltweit erfolgreich und kletterte in den USA sogar bis auf Platz 5 der dortigen Billboard Charts.

„Year Of The Cat“ enthält selbstverständlich auch das Titellied „Year Of The Cat“, der wohl bekannteste Titel des Al Stewart. Nicht zuletzt dieses Lied trug auch mit zum Erfolg des Albums bei. Dabei steht dieser Titel stellvertretend für viele der Lieder auf „Year Of The Cat“. Man hört hier eingängigen und sehr melodiösen Folk bis Pop-Rock, der nun deutlich aufwendiger instrumentiert ist, als auf vielen anderen Al Stewart-Platten. Nicht mehr nur – wie so häufig – Gesang und Gitarre, sondern mehrere Gitarren, Orgel, Streicher, Piano, Saxophon und mehr gibt es jetzt zu hören. Das Ganze zu einem sehr melodischen Ganzen zusammengesetzt, von Alan Parsons perfekt produziert und fertig war das Erfolgsalbum des Al Stewart.

Höhepunkte der Platte sind die Titel „On The Border“, „One Stage Before“ und eben jenes „Year Of The Cat“. Gerade diese drei Lieder sind es, die so wunderschön ins Ohr gehen, den Charakter des Ohrwurms besitzen, ohne dabei penetrant zu werden. Allerdings lässt sich auch der Rest der Scheibe wahrlich sehr gut hören, denn Ausfälle gibt es glücklicherweise keine auf „Year Of The Cat“. Selbstverständlich sollte man jedoch mit der etwas monotonen Stimme des Al Stewart kein Problem haben, um die Scheibe wirklich genießen zu können. Dann wirkt und klingt alles und lohnt gehört zu werden.

Fazit: Ein sehr eingängiges Album ist „Year Of The Cat“, das siebte Studio-Album des Al Stewart geworden. Es ist nicht weiter überraschend, dass dies auch seine erfolgreichste Platte wurde, denn in diese Musik kann man völlig eintauchen, sie ist massenkompatibel ohne dabei anbiedernd zu klingen. Schöne und unaufgeregte Musik, die gut unterhält. Zehn Punkte.

Anspieltipps: On The Border, One Stage Before, Year Of The Cat



Freitag, 4. Mai 2018

Udo Lindenberg – Panik Udo




Udo Lindenberg – Panik Udo


Besetzung:

Udo Lindenberg – Gesang


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Deutsch Rock


Trackliste:

1. Hoch Im Norden (3:50)
2. Candy Jane (3:14)
3. Good Life City (2:56)
4. Rock ’n’ Roll Band (3:18)
5. Tief Im Süden (2:27)
6. Wanderin’ Man (2:01)
7. Jonny Controletti (3:13)
8. Bodo Ballermann (3:16)
9. 0-Rhesus-Negativ (3:38)
10. Cello (2:59)
11. Rudi Ratlos (3:10)
12. Wir Wollen Doch Einfach Nur Zusammen Sein (3:05)

Gesamtspieldauer: 37:12




„Panik Udo“ ist das erste „Best Of…“-Album des Udo Lindenberg. Es erschien am 15. Mai 1976 und enthält Lieder der ersten sechs Studio-Alben sowie das englisch eingesungene und sonst auf keiner anderen Platte enthaltene Lied „Wanderin‘ Man“.

Besitzt man die ersten Alben des Udo Lindenberg, ist diese Scheibe natürlich absolut überflüssig und für „Wanderin‘ Man“ lohnt sich der Kauf wahrlich nicht. Allerdings gibt die Scheibe selbstverständlich einen schönen Überblick über das Schaffen des Udo Lindenbergs zu Beginn seiner Solo-Karriere. Und solche Perlen wie „Hoch Im Norden“, „Tief Im Süden“, „0-Rhesus-Negativ“, „Cello“ oder „Wir Wollen Doch Einfach Nur Zusammen Sein“ sind ebenfalls enthalten. Die Musik des Udo Lindenberg Anfang bis Mitte der 70er Jahre wird zumindest mit einigen Höhepunkten wiedergegeben.

Fazit: „Panik Udo“ ist etwas für Komplettisten, die alles von Udo Lindenberg besitzen möchten oder für all jene, die sich einen kurzen Überblick über die Musik des gebürtigen Gronauers am Anfang der 70er Jahre machen wollen. Nicht alles auf „Panik Udo“ überzeugt, doch das ist wie immer reine Geschmackssache. Acht Punkte.

Anspieltipps: Hoch Im Norden, Cello



Donnerstag, 29. März 2018

Kaipa – Inget Nytt Under Solen




Kaipa – Inget Nytt Under Solen


Besetzung:

Ingemar Bergman – drums, temple blocks, rattle and vocals
Tomas Eriksson – bass guitar, synthesizer bass and the voice of the Almighty
Roine Stolt – electric guitar, 6 & 12 string acoustic guitar and rattle
Hans Lundin – grand piano, fender rhodes piano, hammond organ, mellotron, synthesizers, string synthesizer, clavinet, vibraphone, marimba, honky-tonk piano and vocals


Gastmusiker:

Lars Hoflund – lead vocals on tracks 7, 9 & 10


Label: Tempus Fugit


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Skenet Bedrar (It's Not What It Seems) (21:43)
     a) Uppvaknandet (Awakening) (2:43)
     b) Bitterheten (Bitterness) (3:10)
     c) Hoppfullheten (Hopefulnes) (4:44)
     d) Överheten (The Authorities) (8:12)
     e) Vilseledd (Lead Astray) (2:52)
2. Ömson Sken (How Might I Say Out Clearly) (3:17)
3. Korståg (Crusade) (5:20)
4. Stengrodornas Parad (The Parade Of The Stone Frogs) (0:56)
5. Dagens Port (The Gate Of Day) (2:36)
6. Inget Nytt Under Solen (Nothing New Under The Sun) (6:14)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

7. Awakening / Bitterness (6:10)
8. How Might I Say Out Clearly (3:40)
9. The Gate Of Day (2:27)
10. Blow Hard All Tradewinds (6:19)

Gesamtspieldauer: 58:47




Kaipa ist eine schwedische Progressive Rockband, die Mitte der 70er Jahre bis zum Beginn der 80er Jahre fünf Studio-Alben veröffentlichte. Schließlich löste sich die Band wieder auf, um zwanzig Jahre später wiederbelebt zu werden und bis heute Platten zu veröffentlichen. „Inget Nytt Under Solen“, was so viel bedeutet wie „Nichts Neues unter der Sonne“, ist das zweite Studio-Album der Schweden und wurde im Jahr 1976 eingespielt und auch veröffentlicht. Ursprünglich war „Inget Nytt Under Solen“ auf dem Plattenlabel Decca erschienen. Es erfolgte 1993 eine Wiederveröffentlichung auf dem Label Musea und schließlich erschien die Platte im Jahr 2005 ein drittes Mal. Dieses Mal war es das Label Tempus Fugit, welches das Album erneut in die Plattenläden brachte.

Auf „Inget Nytt Under Solen“ hört man klassischen Progressive Rock, der stark an die Musik der englischen Vorbilder Genesis und Yes angelehnt ist, ohne diese jedoch einfach plump zu imitieren. Kaipa haben durchaus ihren eigenen und unverwechselbaren Stil, der nicht nur durch die schwedischen Texte definiert wird. Die Musik klingt sehr verspielt, ist mit zahlreichen kleineren Gimmicks angereichert und quillt fast über vor Melodiösität und Harmonie. Wenn man Spaß daran hat, in zumeist warme und eingängige Mellotron-, Keyboard- und Gitarrenklängen einzutauchen, findet man genau dies auf „Inget Nytt Under Solen“. Den ganz jungen Roine Stolt kann man hier zudem hören, der bei den Aufnahmen zur Platte noch nicht einmal zwanzig Jahre alt war. Er und Keyboarder Hans Lundin sind die Hauptkomponisten des Albums, wobei der Longtrack „Skenet Bedrar“ von Hans Ludin alleine geschrieben wurde.

Und dieses „Skenet Bedrar“ ist auch gleichzeitig das längste Lied und der Höhepunkt des Albums. Hier lebt der Abwechslungsreichtum in der Musik von Kaipa und des Progressive Rocks allgemein. Schwärmerische Passagen werden von rockigeren Abschnitten abgelöst, um dann genau wieder darin zu münden. Dazu die Klänge des Mellotrons, des Clavinets, der Hammond Orgel, des Xylophons und so weiter. Schnell schmiegen sich die Melodien ins und ans Ohr, die immer wieder durch kleine stimmliche oder musikalische Spielereien ergänzt und untermalt werden. Das ist Abwechslungsreichtum schlechthin, der diese Art der Musik so unglaublich spannend werden lässt. Auch die restlichen Stücke des Albums lohnen gehört zu werden und stellen für alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks sehr hörenswerte Lieder dar.

Ergänzt wird die Wiederveröffentlichung durch vier Titel, von denen die ersten drei bereits auf dem offiziellen Album enthalten sind, dieses Mal allerdings in englischer Sprache eingesungen wurden. Dazu gesellt sich die Nummer „Blow Hard All Tradewinds“. Ein ebenfalls von Roine Stolt geschriebenes Lied, welches von Lars Hoflund eingesungen wird. Dieses stellt eine schöne Ergänzung des Albums dar und fällt in keiner Weise gegenüber den restlichen Liedern ab.

Fazit: Ein melodiöses und eingängiges Album ist „Inget Nytt Under Solen“ der Band Kaipa geworden. Ein Album vollgepackt mit symphonischen Progressive Rock, wie man ihn Anfang bis Mitte der 70er Jahre hauptsächlich von englischen Bands hörte. Die Musik von Kaipa klingt dabei durchaus eigenständig und nicht nach einem Nachahmen von bereits vorhandener Musik. Viel Melodiösität und Abwechslungsreichtum wird einem auf „Inget Nytt Under Solen“ geboten. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Skenet Bedrar



Samstag, 24. März 2018

Message – Synapse




Message – Synapse


Besetzung:

Tom McGuigan – lead vocals, soprano- and alto-saxes
Alan Murdoch – guitars
Horst Stachelhaus – bass
Manfred v. Bohr – drums, percussion


Gastmusiker:

Tony Greaves – tenor sax on „To Live Again“, tenor sax and flute on „The Sailor And Flyer“
The Anonymous Hamburg Big Brass Band – brass on „Destruction“ and „Volcanoes Under The Sun“
Three Wee Lassies – vocals on „The Sailor And Flyer“


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Jazz Rock, Fusion


Trackliste:

1. Fred The Head (6:01)
2. Chessman (4:07)
3. Destruction (5:31)
4. To Live Again (4:37)
5. Volcanoes Under The Sun (4:56)
6. Triangle (5:58)
7. The Sailor And The Flyer (7:51)
8. The Pharao’s Leg (3:17)

Gesamtspieldauer: 42:03




„Synapse“ heißt das vierte und letzte Studioalbum der Deutsch-Amerikanischen Band Message. Es erschien ursprünglich im Jahr 1976 auf dem Platenlabel Nova Records, wurde später wieder neu von Warner Music in einer remasterten Version aufgelegt. Auf der Scheibe hört man eine Mischung aus Jazz Rock und eher rockigen Mainstream Tönen.

Die Musik auf „Synapse“ klingt ein wenig groovy und schräg. Definitiv muss man sich diese Scheibe erarbeiten. Eingängig soll das alles auch gar nicht klingen, macht es auch nicht. Dem Rhythmus fällt immer eine zentrale Rolle zu, ein Lied kann dabei sogar auch mal leicht funkig klingen. Dazu gesellen sich jede Menge Bläser, die die Musik von Message durchaus besonders klingen lassen. Diese Mischung aus Rhythmus, jazzigen Klängen und verschiedensten Bläsern gibt es sonst nicht allzu häufig zu hören.

Allerdings ist bei aller Besonderheit der Musik der Zugang zu den einzelnen Liedern eben nicht besonders einfach. Zwar wippt immer wieder der Fuß freudetrunken mit, jedoch das Herz wird in Falle von Message und seiner „Synapse“ vor allen Dingen im Falle des Freundes jazziger Klänge erwärmt. Wenn es zu schräg und konstruiert klingt, steige ich persönlich leider aus. Nicht weiter verwunderlich von daher, dass mir am ehesten die eher sphärischen Titel zusagen. Dies ist zumindest der Beginn des Openers und ganz bestimmt das letzte Lied der Platte, „The Pharao’s Leg“, welches so wunderschön sehnsüchtig klingt. Auch „Distruction“ hat was, was dieses Mal jedoch durch die Bläser ausgelöst wird. Und der Rest? Für meine Ohren interessant, aber keineswegs begeisternd.

Fazit: „Synapse“ war die vierte und letzte Veröffentlichung von Message. Die Musik der Band hatte sich im Laufe ihres Bestehens geändert und jetzt waren die Musiker im Jazz Rock angekommen. Das klingt zum Teil spannend, aber nur sehr selten eingängig. Man muss diese, zum Teil seltsamen Tonfolgen lieben, um die Platte mehr als nur mögen zu können. Ganz bestimmt befindet sich auf „Synapse“ keine schlechte Musik, jedoch stellt diese Platte auch keinen musikalischen Höhepunkt dar. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Fred The Head, Destruction, The Pharao's Leg



Montag, 22. Januar 2018

Kin Ping Meh – Concrete




Kin Ping Meh – Concrete


Besetzung:

Geff Harrison – vocals
Gagey Mrozeck – guitars
Chris Klöber – keyboards
Alan "Joe" Wroe – basses
Charly Weber – drums & percussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Blues Rock, Hard Rock, Rock’n’Roll, Live-Album


Trackliste:

1. Light Entertainment (4:35)
2. Come Together (5:49)
3. Too Many People (4:22)
4. Me And I (4:43)
5. I Want To Die A Millionaire (8:06)
6. Night-Time Glider (6:55)
7. East Winds (7:06)
8. High Time Whiskey Flyer (11:46)
9. Blue Horizon (7:27)
10. Dancing In The Street (3:42)
11. Don't Force Your Horse (4:37)
12. Good Time Gracie (3:50)
13. Rock Is The Way (6:32)

Gesamtspieldauer: 1:19:34




„Concrete“ ist ein Live-Doppelalbum der deutschen Band Kin Ping Meh. „Concrete“ erschien ursprünglich im Jahr 1976, wurde dann im Jahr 2016 auf dem Plattenlabel Warner Musik in Form einer remasterten CD wiederveröffentlicht. Die Mannheimer Band Kin Ping Meh ist dabei ein gutes Beispiel für ein weit verbreitetes Missverständnis. Hat eine Band in den 70er Jahren oder auch später Lieder in einer Länge über sechs bis sieben Minuten veröffentlicht, dann wurde sie sogleich von irgendwelchen „Fachleuten“ dem Genre des Progressive Rock zugeordnet. Auch Kin Ping Meh werden häufig dort „abgelegt“ oder aber in einem Atemzug mit Psychedelic Rock erwähnt. Doch die Musik der Mannheimer hat genauso viel mit Progessive Rock oder Psychedelic Rock zu tun, wie Helene Fischer mit AC/DC. Beides Mal geht es um Musik, aber das ist schon die Gemeinsamkeit.

Kin Ping Meh machen Rock und Blues Rock und spielen manchmal ein Thema sehr stark ausgewalzt immer und immer wieder an. Einen gewissen hypnotischen Effekt, der auch mal mit dem Wort „Langeweile“ umschrieben werden kann, möchte ich der Band dabei gar nicht absprechen, jedoch ist das sicherlich kein Progressive Rock. Ausgedehnte Soli gibt es auf „Concrete“ zu hören und Musik, die vom Genre Rock auch mal in den Hard Rock hinüberwechselt. Das Ganze wird unterfüttert durch Rock’n’Roll und Blues Rock. Freundinnen und Freunde entsprechender musikalischer Genres können da vielleicht das ein oder andere für sich entdecken.

Lege ich diese Musik auf, so strömt sie leider lediglich an mir vorbei. Nichts bleibt da hängen oder fesselt besonders. Während des Stücks „Blue Horizon“ hört man ein ausgedehntes Schlagzeug-Solo, ganz nett, trotzdem nichts Begeisterndes. Auch die Cover-Version des Beatles-Klassikers „Come Together“ hat man schon überzeugender gehört, trotzdem gehört sie auf „Concrete“ noch zu den Höhepunkten der Scheibe. Dies gilt ebenfalls für eine weitere Cover-Version, jene von „Dancing In The Street“. Immerhin eine Melodie, die hängenbleibt. Irgendwie ist auf „Concrete“ jedoch lediglich jede Menge Allerwelts-Rock’n’Roll zu hören, der einfach nicht packt – zumindest mich nicht. Dazu kommt noch der Umstand, dass die Aufnahme dumpf klingt. Definitiv gibt es soundtechnisch bessere Einspielungen – auch aus der Zeit damals. Das Remastering ist im Falle von „Concrete“ nicht gelungen, sodass auch der Klang des gesamten Albums kaum dazu beiträgt, der Platte doch noch etwas mehr abgewinnen zu können.

Fazit: Keinen Progressive Rock, sondern Rock’n’Roll und Blues Rock bieten Kin Ping Meh ihren Hörerinnen und Hörern vor allen Dingen. Dafür gibt es sicherlich Interessenten. Sucht man allerdings das Besondere in der Musik, so ist diese Scheibe von Kin Ping Meh definitiv die falsche Wahl. Irgendwie langweilig. Dazu gesellt sich ein mieser und dumpfer Klang des Albums. Nein, „Concrete“ überzeugt ganz und gar nicht. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Blue Horizon



Donnerstag, 18. Januar 2018

Grobschnitt – Jumbo




Grobschnitt – Jumbo


Besetzung:

Joachim H. Ehrig (Eroc) – Schlagzeug, Perkussion, elektronische Effekte, alberne Stimmen und Schikane
Gerd Otto Kühn (Lupo) – Soloelektrogitarre, Geschäftskram
Stefan Danielak (Wildschwein) – Gesang, Chor, Rhythmus- und Akustikgitarre
Wolfgang Jäger (Pepe) – Bassgitarre und freundliches Lächeln
Volker Kahrs (Mist) – Orgel, Mellotron, Klavier, Klafünf, Synthesizer und elektronisches Bügelbrett


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Jupp (0:12)
2. Vater Schmidt’s Wandertag (9:39)
3. Der Clown (6:55)
4. Traum und Wirklichkeit (5:27)
5. Sonntag’s Sonnabend (11:27)
6. Auf Wiedersehen (0:47)


Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung von 2015:

7. Vater Schmidt / Father Smith (Live At Jugendheim Niedermühlenkamp, Bielefeld / 1977) (10:24)
8. The Clown (Live At Haus der Jugend, Lünen / 1977) (6:50)
9. Sunny Sunday’s Sunset (Live At Haus der Jugend, Lünen / 1977) (11:15)
10. Sonnenflug (live) (4:03)
11. Der Ölberg, wie er singt und lacht (Live At Haus der offenen Tür, Rheine / 1975) (12:04)

Gesamtspieldauer: 1:19:08



„Jumbo“ heißt das dritte Studioalbum der Hagener Progressive Rock Band Grobschnitt. In zwei unterschiedlichen Versionen wurde die Scheibe veröffentlicht. Im Jahr 1975 erschien die englischsprachige Ausgabe des Albums, ein Jahr später dann die auf Deutsch eingesungene Variante der Platte. Beide Alben wurden damals auf dem inzwischen nicht mehr existenten Plattenlabel Metronome Records veröffentlicht. Bei dem nun besprochenen Album handelt sich um eine im Jahr 2015 remasterte Fassung von „Jumbo“ in der deutschen Ausgabe. Die englischsprachigen Varianten der Lieder wurden der Scheibe in Form von Live-Einspielungen als Zugaben beigefügt.

Man hört auch auf „Jumbo“ den für Grobschnitt so typischen, sehr melodischen und harmonischen Progressive Rock. Weiche und sanfte Passagen wechseln sich dabei mit härteren und nach vorne preschenden Abschnitten ab. Dazu gelingt es der Band auch immer wieder, speziell in den Instrumentalpassagen, einen fast schon hypnotischen Effekt zu erzeugen, wenn bestimmte Themen oder Akkorde immer und immer wieder wiederholt werden. Selbstverständlich darf auch auf „Jumbo“ eine ordentliche Prise Klamauk nicht fehlen, die immer wieder mal kurz aufleuchtet. „Jupp“ und „Auf Wiedersehen“ sind solche Spaß-Lieder zu Beginn und am Ende des ursprünglichen Albums, doch wird auch bei den anderen Titeln entsprechender Humor befeuert – hier allerdings sehr dosiert.

Musikalisch gesehen gehen die einzelnen Titel nicht ganz so ins Ohr wie auf den beiden Vorgängern. Die Ausnahme bildet auf „Jumbo“ jedoch das wahrlich gelungene „Sonntag’s Sonnabend“, gleichfalls auch das längste Lied der Platte. Hier klingen Grobschnitt eingängig und interessant, hypnotisch und spannend, abwechslungsreich und melodiös. Keine Sekunde ist dieser Titel zu kurz und die Nummer wird auch nach dem hundertsten Mal des Hörens kein bisschen langweilig. Ebenso können die Lieder „Vater Schmidt’s Wandertag“ sowie „Traum und Wirklichkeit“ noch punkten, wenn auch nicht mehr so überzeugend wie das längste Stück des Albums. Gut und lohnend gehört zu werden sind sie jedoch allemal. Insgesamt macht die Platte damit durchaus Laune, wenn man denn auf die harmonische Ausprägung des Progressive Rocks steht.

Auch dieses Mal wurde bei der remasterten Wiederveröffentlichung nicht gegeizt. Bei „Jumbo“ sind es die gleichen Titel, die nun nochmals zu hören sind, jedoch live eingespielt und in der englischen Variante, wie sie ein Jahr zuvor veröffentlicht worden waren. Die Soundqualität ist dabei sehr gut, bis auf jene beim letzten Stück „Der Ölberg, wie er singt und lacht“. Diese Einspielung klingt eher dumpf und flach. Allerdings ist diese Nummer praktisch ein reines Spaß-Lied, welches entbehrlich ist.

Fazit: Für Grobschnitt Fans ganz sicher eine tolle Platte. Und auch wer gerne Progressive Rock aus Deutschland hört, wird hier bestens bedient. Mag man dazu noch die melodiöse Ausprägung dieses musikalischen Genres, kann gar nichts mehr schiefgehen und man wird die Platte lieben. „Jumbo“ ist vielleicht nicht das beste Grobschnitt Album geworden, allerdings immer noch ein sehr hörenswertes. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sonntag’s Sonnabend



Montag, 16. Oktober 2017

Jane – Fire, Water, Earth & Air




Jane – Fire, Water, Earth & Air


Besetzung:

Klaus Hess – les paul deluxe, gibson firebird guitar & vocals
Martin Hesse – gibson thunderbird bass & backing vocals
Werner Nadolny – organ, strings, moog synthesizer & piano
Peter Panka – famous ludwig drums & vocals


Label: Brain / Metronome


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin') (17:00)
2. Earth (Angel) (5:26)
3. Air (Superman) / Air (Let The Sunshine In) / The End (10:53)

Gesamtspieldauer: 33:20




Während sich die englischen Bands um diese Zeit schon fast vom Progressive Rock verabschiedet hatten, so schien die deutsche Band Jane aus Hannover Mitte der 70er Jahre noch tiefer in dieses musikalische Genre einzusteigen. Auf ihrem fünften Album mit dem Titel „Fire, Water, Earth & Air“ hört man Progressive Rock mit einem Hauch Krautrock, der das Herz des Fans dieser Musik Anfang der 70er Jahre höherschlagen lässt. Veröffentlicht wurde „Fire, Water, Earth & Air“ im Jahr 1976 auf dem Plattenlabel Brain.

Werner Nadolny, der Keyboarder von Jane auf den ersten beiden Platten, war wieder zur Band gestoßen und sein Orgel-, Piano- und Synthesizer-Spiel prägt den Sound auf diesem Album sehr stark. Fett klingt sie, die Orgel, wohingegen Synthesizer-Klangteppiche für die Fülle in den Liedern sorgen. Dazu gesellen sich immer wieder elegische Gitarrensoli und runden das musikalische Bild ab. Die einzelnen Lieder klingen dabei durchaus rockig, sind allerdings weit davon entfernt mit Hard Rock umschrieben werden zu können. Die einzelnen Stücke gehen allesamt sehr gut ins Ohr und wirken bereits nach wenigen Durchläufen wie gute alte Bekannte, die man gerne wiedertrifft.

Dies gilt noch etwas mehr für die ersten beiden Nummern, wobei das erste Lied sich aus mehreren Abschnitten zusammensetzt. „Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin')“ sowie „Earth (Angel)“ sind überaus eingängige und abwechslungsreiche Lieder, die weder mit verschiedenen Atmosphären, diversen Rhythmen noch schönen Melodien geizen. Vieles daran erinnert durchaus ein wenig an Eloy, ist bei Jane dann aber doch ein klein wenig rockiger geraten. Der dritte Titel des Albums, „Air (Superman) / Air (Let The Sunshine In) / The End“, fällt dabei qualitativ nur unmerklich gegenüber den ersten beiden ab, was zu einem niemals langweilig klingenden und gelungenen Gesamteindruck beiträgt.

Fazit: Wer den progressiven Rock in der deutschen Ausführung mag, die oder der kommt an „Fire, Water, Earth & Air“ schwerlich vorbei. Die Platte ist überaus abwechslungsreich, mit etwas über 33 Minuten Laufzeit allerdings ein wenig kurz geraten. Spaß macht das Hören allerdings trotzdem und man kann mit der Scheibe bestens in das musikalische Progressive Rock Universum aus deutschen Landen einsteigen. Ob man dazu jetzt Krautrock oder Progressive Rock sagt, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin')



Montag, 4. September 2017

Kingfish – Kingfish




Kingfish – Kingfish


Besetzung:

Bob Weir – guitar, vocals
Matthew Kelly – guitar, harmonica, vocals
Dave Torbert – bass, vocals
Robby Hoddinott – lead guitar, slide guitar
Chris Herold – drums, percussion


Gastmusiker:

Steve Evans – bass
Barry Flast – piano, vocals
Pablo Green – percussion on track 10
Anna Rizzo – vocals
Jim Sanchez – drums
J.D. Sharp – string symphonizer on tracks 1, 9, and 10


Label: Round Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Country, Funk, Rock


Trackliste:

1. Lazy Lightnin' (3:02)
2. Supplication (2:56)
3. Wild Northland (2:24)
4. Asia Minor (3:32)
5. Home To Dixie (3:52)
6. Jump For Joy (3:49)
7. Good-Bye Yer Honor (2:56)
8. Big Iron (4:30)
9. This Time (4:23)
10. Hypnotize (4:35)
11. Bye And Bye (4:03)

Gesamtspieldauer: 40:02




Kingfish war eine US-amerikanische Band, die sich im Jahr 1973 in San Francisco gründete. Im Jahr 1974 stieß der Grateful Dead Sänger und Gitarrist Bob Weir zur Band, der ein guter Freund des Kingfish Gründers Matthew Kelly war. Durch die Beteiligung von Bob Weir wurde Kingfish einem sehr viel breiteren Publikum bekannt und erzeugte Interesse. Im Jahr 1976 erschien dann schließlich das erste, selbstbetitelte Studioalbum, welches auf dem Plattenlabel Round Records veröffentlicht wurde. Nicht zu verwechseln ist diese Scheibe mit dem vierten Studioalbum, welches ebenfalls lediglich den Titel „Kingfish“ trägt.

Auf „Kingfish“ von Kingfish hört man vor allem Country & Western Musik, die abstruser Weise unter anderem mit Funk kombiniert wurde. An wenigen Stellen des Albums klingt die Musik der Band auch ein bisschen rockig. Insgesamt ist der Eindruck, den diese Scheibe zumindest für europäische Ohren hinterlässt, die sonst eher Rock-Musik hören, desaströs. Ein unfassbares Gesäusel hört man da und immer wieder diese Country Anleihen, die bis zu reinen Country-Nummern ausarten können. Absolut nichts kann auf dieser Scheibe überzeugen, nichts geht ins Ohr. Das klingt alles fürchterlich langweilig und dementsprechend belanglos. Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle auch die absolut phantasielosen Texte bleiben, die den schlechten Eindruck nochmals toppen.

Alles in allem wäre es fast schon unfair hier ein Lied zu nennen, welches man auf dem Album „Kingfish“ wirklich als Höhepunkt bezeichnen könnte. Dazu passt auch, dass die Musik sich im Jahr 2017 so anhört, als ob sie schön viele, viele Jahrzehnte auf dem Buckel hätte. Nur ganz kurz, in einem kurzen Gitarrensolo oder einem kurzen rockigen Abschnitt, kann man sich diese Musik anhören, ohne gleich zu verzweifeln – aber das sind leider wirklich die Ausnahmesituationen, die den Gesamteindruck der Platte keinesfalls mehr retten können. Am ehesten gibt es diese Abschnitte noch in dem Stück „Jump For Joy“ zu bewundern, welches sich sogar ein klein wenig in die Richtung Blues entwickelt. Aber ob man deswegen diesen Titel als Höhepunkt der Platte bezeichnen kann?

Fazit: Vielleicht können Country & Western-Fans etwas mit dieser Scheibe anfangen, denn kaum etwas anders hört man auf dem Debut-Album von Kingfish. Wenig Rock, etwas Funk, wenig Blues, das sind die weiteren Zutaten dieser sehr US-amerikanischen Platte, die für europäische Konsumenten nicht so ohne Weiteres genießbar ist. In meinen Ohren klingt das schlimm und das Lied „Lazy Lightnin'“ gehört mit in meine Top Ten der miesesten Lieder, die ich kenne. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Jump For Joy



Montag, 21. August 2017

Konstantin Wecker – Weckerleuchten




Konstantin Wecker – Weckerleuchten


Besetzung:

Konstantin Wecker – Klavier, Fender


Gastmusiker:

Raymund Huber – Bass, Background Chor
Markus Sing – Gitarre
Mario Lehner – Flöte, Kongas, Background Chor
Hildi Hadlich – Cello, Background Chor
Harold Faltermeier – Hohner-Piano, Orgel, Arp
Keith Forsey – Schlagzeug, Percussion
Meini Geppert – Percussion
Eine bayerische Stubenmusi – Background Chor
Die Auer Dirndl – Background Chor


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Laufen Sie Mal Amok (Für Siggi) (4:08)
2. Liebeslied (3:13)
3. Flieg' Oder Stirb (3:25)
4. Wenn Der Sommer Nicht Mehr Weit Ist (Für Meinen Vater) (4:55)
5. Du Bist So Häßlich (5:06)
6. Ich Hab' Zum Sterben Kein Talent (Für Meine Mutter) (3:18)
7. Reisezeit (3:45)
8. Der Dumme Bub (3:35)
9. Abgesang Eines Gefangenen (Für Dimitri) (5:16)
10. Heut' Schau'n Die Madl Wia Apfel Aus (4:39)

Gesamtspieldauer: 41:20




„Weckerleuchten“ heißt das dritte Studioalbum des Konstantin Wecker. Im Jahr 1976 wurde die Scheibe auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht. Darauf zu hören ist ein noch etwas uneinheitlicher Mix aus Liedermacher und teilweise auch Pop und Rock-Musik, Jazz sowie Volksmusik. Ein klein wenig scheint es so, als ob Konstantin Wecker bei „Weckerleuchten“ noch auf der Suche seines eigenen und endgültigen Stiles gewesen wäre, den er dann mit seinem nächsten Album „Genug Ist Nicht Genug“ gefunden hatte.

Und so ist es nicht weiter überraschend, dass man sich in dieses Album nur sehr schwer hineineinhören kann, da es wahrlich sehr breit gefächert ist. Abwechslung in der Musik und auch auf einer Platte ist natürlich wunderschön, doch ein roter Faden sollte in den Titeln auch gebegeben sein – hier auf „Weckerleuchten“ fehlt er etwas. Dazu gesellt sich der Umstand, dass die Musik des gebürtigen Müncheners einem einfach in diesem Falle nicht ins Ohr gehen möchte. Nicht allzu viel klingt hier eingängig. Das größte Manko an „Weckerleuchten“ ist jedoch der Gesang des Konstantin Wecker, der mal aggressiv, mal selbstverliebt, mal anbiedernd klingt. Dieser wird häufig so sehr, zu sehr ins Zentrum gestellt, egal ob es sich dabei um gesungene Worte oder um ein stupides „De-de-de-de-de-de-de-de-de-de-de“ handelt. Das kann überaus nervig bis fast schon abstoßend klingen, sodass man, wie bei den Liedern „Laufen Sie Mal Amok“ oder “Flieg‘ Oder Stirb“, kaum mehr zuhören möchte.

Höhepunkte auf „Weckerleuchten“ sind jene Stücke, in denen die Musik des Konstantin Wecker schon ein wenig so klingt, wie auf dem Nachfolgealbum, nämlich verträumt und melodiös. Das trifft zu bei den Stücken „Liebeslied“ sowie „Abgesang eines Gefangenen“ und auch noch bei „Wenn Der Sommer Nicht Mehr Weit Ist“. Diese Lieder wirken, auch wenn sie nicht ganz an jene Titel heranreichen, die es auf „Genug Ist Nicht Genug“ zu hören gibt. Aber auch bei diesen drei Liedern übertreibt es Konstantin Wecker in bestimmten Passagen schon ein wenig mit der Akzentuierung einzelner Wörter oder Silben. Manch eine Hörerin oder ein Hörer mag gerade diese Modulation am Gesang des Konstantin Wecker lieben, mir ist es deutlich zu dicht und voll aufgetragen.

Fazit: Eine Platte, welche einen mit überaus zwiespältigen Gefühlen zurücklässt, ist „Weckerleuchten“, das dritte Studioalbum des Konstantin Wecker, geworden. Zum einen ist das Liedmaterial sehr breit gefächert, in vielen verschiedenen musikalischen Genres Zuhause, zum anderen ist es der Gesang des Konstantin Wecker, der hier manchmal übertreibt, seine Stimme derart ins Zentrum rückt, dass es mitunter fast schon unangenehm klingt. Mit dem nächsten Album wurde alles viel besser. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Liebeslied, Wenn Der Sommer Nicht Mehr Weit Ist, Abgesang eines Gefangenen