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Sonntag, 8. November 2015

The Byrds – The Best Of




The Byrds – The Best Of


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Universe Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop


Trackliste:

1. Mr. Tambourine Man (2:17)
2. All I Really Want To Do (2:02)
3. Turn! Turn! Turn! (3:33)
4. Eight Miles High (3:35)
5. Mr. Spaceman (2:09)
6. I'll Feel A Whole Lot Better (2:33)
7. Fifth Dimension (2:32)
8. Chimes Of Freedom (3:51)
9. So You Want To Be A Rock 'N Roll Star (2:04)
10. My Back Pages (3:07)
11. The Bells Of Rhymney (3:30)
12. Set You Free This Time (2:44)
13. Lay Down Your Weary Tune (3:33)
14. He Was A Friend Of Mine (2:29)
15. The Times They Are A - Changing (2:20)
16. It Won't Be Wrong (1:59)

Gesamtspieldauer: 44:25




Dieses Kompilationsalbum der Byrds beinhaltet Titel der ersten vier Platten der Band. Dabei sind die Alben „Mr. Tambourine Man“ (1965) fünf Mal, „Turn! Turn! Turn!“ (1965) sechs Mal, „Fifth Dimension“ (1966) drei Mal sowie die Scheibe „Younger Than Yesterday“ (1967) zwei Mal vertreten. Das bedeutet also nichts anderes, als dass dieses „The Best Of…-Album“ der Byrds nur die Pop-Alben der Band enthält, von Country-Einflüssen, die auf den späteren Platten dieser Band vermehrt oder ganz Einzug hielten, ist hier glücklicherweise noch nichts zu vernehmen.

Nun, die Musik der Byrds klingt in der Zwischenzeit nach Oldies, was an sich noch nichts Schlechtes bedeuten muss. Denn in diesen „Oldies“ verstecken sich echte Klassiker, Lieder, die wohl jede oder jeder kennt, wenn sie oder er zumindest ab und an mal Musik hört. Diese Stücke stammen dabei oftmals aus der Feder von Bob Dylan, und auch Pete Seeger unter anderem ist hier mit Liedern vertreten. Allerdings gibt es auch wirklich sehr gelungene Eigenkompositionen, wie zum Beispiel „Mr. Spaceman“ oder das beeindruckende „Eight Miles High“, was Jahre später durch die niederländische Band Golden Earring noch veredelt werden sollte. Die Musik ist sanft, immer absolut unaufgeregt und gerade die Titel zu Beginn dieser Zusammenstellung, gehen sofort beim ersten Hören ins Ohr und verbleiben auch dort – viele, viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte. Jede Menge Ohrwürmer also, die einen zwar nicht vor Dankbarkeit auf die Knie nie sinken lassen, allerdings gut gemacht sind und einen in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts eintauchen lassen.

Fazit: Wenn sich jemand für die Byrds interessiert, wie sie zu Beginn ihrer Karriere klangen, dann ist diese Zusammenstellung bestens dafür geeignet. Kein unsäglicher Country, sondern 60ies Pop in Reinkultur gibt es hier zu hören. Alles absolut entspannt, melodiös und eingängig. Der Musik hört man sehr stark an, in welcher Zeit sie entstand, diese musikalische Patina wird beim Hören jederzeit offenkundig. Macht jedoch nichts, denn hiermit wird ebenfalls die Atmosphäre der 60er bestens transportiert und auch dies kann sich lohnen. Nett, acht Punkte.

Anspieltipps: Eight Miles High, Mr. Spaceman



Mittwoch, 7. November 2012

The Byrds – Farther Along




The Byrds – Farther Along


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, banjo, vocals
Clarence White – guitar, mandolin, vocals
Skip Battin – bass, piano, vocals
Gene Parsons – drums, 5 string banjo, rhythm and steel guitar, harmonica, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Country-Rock, Folk-Rock


Trackliste:

1. Tiffany Queen (2:44)
2. Get Down Your Line (3:29)
3. Farther Along (3:00)
4. B.B. Class Road (2:19)
5. Bugler (3:10)
6. America's Great National Pastime (3:01)
7. Antique Sandy (2:15)
8. Precious Kate (3:04)
9. So Fine (2:40)
10. Lazy Waters (3:35)
11. Bristol Steam Convention Blues (2:49)


Bonus Tracks:

12. Lost My Drivin' Wheel (4:59)
13. Born To Rock And Roll (3:01)
14. Bag Full Of Money (5:58)

Gesamtspieldauer: 46:02




Das war es also, das zunächst letzte und elfte Studio-Album der Byrds. „Farther Along“ wurde es „getauft“ und zu Begeisterungsstürmen war bei dieser Veröffentlichung wahrlich kein Anlass mehr gegeben, als es im Jahr 1971 veröffentlicht wurde.

Das Album startet rockig mit „Tiffany Queen“ aus der Feder von Roger McGuinn. Obwohl so ganz kann man das gar nicht glauben, denn das eingängige Riff zu Beginn des Stücks, welches auch im weiteren Verlauf der Nummer immer wieder seinen Auftritt hat, klingt sowas von dermaßen nach „Jumpin‘ Jack Flash“ von den Rolling Stones. Die hatten den Song allerdings schon 1968 geschrieben und veröffentlicht. Zwar ist das Lied nicht zu hundert Prozent abgekupfert – jedoch zumindest sehr stark vom Stones-Song, na sagen wir mal, inspiriert.

„Get Down Your Line“ stammt von Gene Parsons und geht schon wieder sehr in Richtung Country. „Farther Along“, der Titeltrack ist ein traditionelles Lied, welches von Clarence White bearbeitet wurde. Es besitzt einen sehr religiösen Text und bewegt sich in der Grauzone zwischen Folk und Country. Für „B.B. Class Road“ zeichnet sich unter anderem auch wieder Gene Parsons verantwortlich. Das Lied ist ein Rock’n’Roll mit Boogie-Woogie Anleihen und nervt. Mit „Bugler“ wurde die ehemals erste Seite der Platte dann mit einem Country-Cover beendet.

„America's Great National Pastime“ von Skip Battin klingt ein wenig nach Kirmes-Musik. Bei der Entstehung von „Antique Sandy“ waren dann alle Bandmitglieder beteiligt. Jetzt sind wir wieder beim Folk angekommen. dafür klingen die Byrds hier wieder mehr wie in ihren Anfängen. Und dieser Umstand lässt sich auch auf die nächste Nummer „Precious Kate“ übertragen, für die sich unter anderem Skip Battin auszeichnete.

„So Fine“ ist ein Rock’n’Roll-Cover von Johnny Otis. Ebenfalls eine Cover-Version ist „Lazy Waters“. Eine ganz ruhige folkähnliche Nummer, die nur sehr zäh aus den Boxen herauswabert. Beschlossen wurde das ursprüngliche Album vom „Bristol Steam Convention Blues“, einer Instrumental-Country-Nummer von Gene Parsons und Clarence White, die aber ganz nett und auch geglückt ist.

Drei Bonus-Tracks wurden der remasterten Fassung hinzugefügt. Alles drei Stücke, die bisher noch nicht veröffentlicht worden sind. Dabei rockt die Cover-Version „Lost My Drivin' Wheel“ richtig gut. Bei „Born To Rock And Roll“ kann man durchaus nachvollziehen, warum man dieses Lied bisher noch auf keiner Platte gefunden hat und bei „Bag Full Of Money“ handelt sich wieder um solch ein unsägliches Country-Stück. Als Hidden Track gibt es hier noch eine weitere Version des „Bristol Steam Convention Blues“, die ebenfalls durchaus hörenswert ist.

Fazit: Allerhöchstens noch Durchschnittsware präsentieren die Byrds hier auf ihrem letzten Album. Und diese Durchschnittsmusik ist unterfüttert mit einigen sehr schlechten Liedern. Nein, auch dieses Album will nicht mehr zünden. Erfolgreich war es auch nicht, sodass Roger McGuinn beschloss, die Byrds offiziell aufzulösen. Zwei Jahre später gab es dann zwar noch mal ein kurzes Aufleben der Band in Originalbesetzung, aber das ist eine andere Geschichte. „Farther Along“ überzeugt nicht mehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Tiffany Queen, Antique Sandy, Precious Kate, Bristol Steam Convention Blues, Lost My Drivin' Wheel




Mittwoch, 31. Oktober 2012

The Byrds – Byrdmaniax




The Byrds – Byrdmaniax


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, vocals
Clarence White – guitar, vocals
Skip Battin – bass, vocals
Gene Parsons – drums, vocals


Gastmusiker:

Sneaky Pete Kleinow – pedal steel guitar
Larry Knechtel – organ, piano, keyboard
Terry Melcher – piano
Jim Seiter – percussion, tambourine
Byron Berline – violin
Paula Polena – horn and string arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Pop, Folk, Country, Gospel


Trackliste:

1. Glory, Glory (4:05)
2. Pale Blue (2:25)
3. I Trust (3:22)
4. Tunnel Of Love (5:02)
5. Citizen Kane (2:38)
6. I Wanna Grow Up To Be A Politician (2:06)
7. Absolute Happiness (2:41)
8. Green Apple Quick Step (1:52)
9. My Destiny (3:40)
10. Kathleen's Song (2:44)
11. Jamaica Say You Will (3:37)


Bonus Tracks:

12. Just Like A Woman (3:59)
13. Pale Blue (Alternate Version) (2:36)
14. Think I'm Gonna Feel Better (6:04)

Gesamtspieldauer: 46:51




„Byrdmaniax“ haben die Byrds ihr zehntes Album betitelt, welches 1971 veröffentlicht wurde. Und wieder einmal gibt es Neues von der Band zu berichten. Dieses Mal gab es zwar keine Umbesetzung innerhalb der Band, aber erneut haben sich die Mannen um Roger McGuinn verschiedenster Stile bedient, um das Album mit Leben zu erfüllen.

Und genau das ist es auch, was auf dem Album auffällt, ist der Stilmix aus ganz unterschiedlichen Genres der Musik. Hier ist so ziemlich alles vertreten. Pop, Soft-Rock, Rock, Folk, Country, Gospel und auch 20er Jahre Musik. Dazu gibt es immer wieder Hintergrundgesang und untermalende Orchestrierung.

Vielleicht krankt das Album allerdings aber auch genau an diesem Umstand. Man kommt irgendwie nicht rein. Das wirkt alles so zusammengestöpselt. Die einzelnen Titel sind okay, können bei Weitem aber nicht begeistern. Alles tröpfelt so dahin. Alles ist im Fluss und fließt und fließt und fließt einfach so vorbei.

Drei „Zugaben“ gibt es auf der remasterten Fassung der ursprünglichen Platte. Nun, diese Titel reihen sich ansatzlos in die oben besprochenen Lieder ein, egal, ob es sich dabei um eine andere Version oder ein neues Lied handelt. Ein Kaufgrund sind auch diese Nummern leider nicht.

Fazit: Es befinden sich keine Höhepunkte auf dem Album. Richtig schlecht ist auch nichts. Ein wenig scheint hier alles belanglos zu sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es einen Menschen auf der Welt gibt der behauptet: „Byrdmaniax von den Byrds ist mein Lieblingsalbum von allen Platten dieser Welt". Nein, so einen Menschen wird es nicht geben. Bei mir bleibt auch nur diese unglaubliche Belanglosigkeit hängen. Fünf Punkte für „Byrdmaniax“.

Anspieltipps: Citizen Kane, Kathleen's Song




Freitag, 19. Oktober 2012

The Byrds – Untitled / Unissued




The Byrds – Untitled / Unissued


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, vocals
Clarence White – guitar, vocals
Skip Battin – bass, vocals
Gene Parsons – drums, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Pop, Rock, Folk, Country


Trackliste:

CD 1:

1. Lover Of The Bayou (Live) (3:39)
2. Positively 4th Street (Live) (3:04)
3. Nashville West (Live) (2:07)
4. So You Want To Be A Rock 'n' Roll Star (Live) (2:39)
5. Mr. Tambourine Man (Live) (2:14)
6. Mr. Spaceman (Live) (3:08)
7. Eight Miles High (Live) (16:08)
8. Chesnut Mare (5:12)
9. Truck Stop Girl (3:24)
10. All The Things (3:08)
11. Yesterday's Train (3:36)
12. Hungry Planet (4:57)
13. Just A Season (3:57)
14. Take A Whiff On Me (3:29)
15. You All Look Alike (3:07)
16. Welcome Back Home (7:40)


CD 2:

1. All The Things (Alternate Version) (4:58)
2. Yesterday's Train (Alternate Version) (4:11)
3. Lover Of The Byou (Studio Recording) (5:15)
4. Kathleen's Song (Alternate Version) (2:37)
5. White's Lightning Pt.2 (Studio Recording) (2:22)
6. Willin' (Studio Recording) (3:33)
7. You Ain't Going' Nowhere (Live Recording) (2:56)
8. Old Blue (Live Recording) (3:30)
9. It's Alright Ma (I'm Only Bleeding) (Live Recording) (2:49)
10. Ballad Of Easy Rider (Live Recording) (2:22)
11. My Back Pages (Live Recording) (2:41)
12. Take A Whiff On Me (Live Recording) (2:46)
13. Jesus Is Just Alright (Live Recording) (3:09)
14. This Wheel's On Fire (Live Recording) (6:16)

Gesamtspieldauer: 2:00:50




1970 erschien das neunte Studioalbum der Byrds, welches ursprünglich ein Doppelalbum war. Auf Schallplatte 1 befanden sich sieben Live-Versionen, auf Platte 2 dann noch mal neun neue Studioaufnahmen. Betitelt wurde das Album nicht, sodass es unter dem Namen „Untitled“ veröffentlicht wurde. Auf der remasterten Fassung wurde nun zu diesen sechszehn Stücken noch mal vierzehn auf einer zweiten CD dazugepackt, die ebenfalls aus Studio- wie aus Live-Versionen bestehen. Und somit hat das Album nun auch gleich einen neuen Namen bekommen: „Untitled / Unissued“.

Eine erneute Umbesetzung hatte es in der Band gegeben. John York hatte auf Druck von Roger McGuinn nach den Aufnahmen zu „Ballad Of Easy Rider“ die Band verlassen und war durch Skip Battin ersetzt worden. Inwieweit welcher der beiden Bassisten allerdings auf den Live-Versionen vertreten ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber da wären wir schon bei den Live-Titeln. Hierbei scheint es sich um zwei Konzerte zu handeln, denn die ersten sechs Stücke sind mit Applaus verbunden. Hier bekommt man eine schöne Zusammenstellung einiger Byrds-Klassiker. Und schließlich, als Höhepunkt, eine sechszehnminütige Version von „Eight Miles High“. Diese kann sich zwar nicht mit der von „Golden Earring“ messen, ist allerdings trotzdem überaus gelungen. Hier werden die Instrumente mitunter richtiggehend malträtiert und manches Mal erinnert es fast schon an eine Improvisation. Diese wäre dann allerdings absolut klasse gemacht und ist natürlich auch keine.

Kommen wir zum Studioanteil des Albums. Hier hat sich der neue Bassist Skip Battin des Öfteren mit eingebracht. Das ist im Fall von „Yesterday’s Train“, einem Stück, welches er zusammen mit Gene Parsons geschrieben hat - grausam, da es wieder so ein unsägliches Country Lied ist. Im Falle von „You All Look Alike“ und „Welcome Back Home“ ist das okay, denn hierbei handelt es sich um Folk, der aber klingt und bei letzterem Titel sogar richtig abgefahren ist. „Hungry Planet“ schließlich schrieb er zusammen mit Roger McGuinn. Eine Nummer die sogar ein wenig rockt – endlich mal wieder möchte man da fast schon sagen.

Der Rest klingt durch die Bank weg sehr folkig. Manches Mal wird zwar auch die Grenze zur Country Musik angetestet, allerdings ohne allzu große Spuren in diesem Genre zu hinterlassen. Und mit „Just A Season“ befindet sich sogar eine Nummer darunter, die sofort ins Ohr geht und richtig gut gelungen ist.

Bliebe noch CD 2 der remasterten Ausgabe. Hier gibt es einige alternative Versionen zu hören, neben Studio- und weiteren Live-Versionen. Bei den Studio-Versionen ist vor allem die von „Lover Of The Bajou“ hervorzuheben, die hier viel länger als die Live-Version ist und richtig gut rockt. Letzteres macht auch „White's Lightning Pt.2“ - allerdings instrumental.

Die noch vorhandenen Live-Versionen gehen meist wieder sehr in die Country-Richtung, mit nur wenigen Ausnahmen. Aber da muss man sich wahrlich nicht beschweren, ist ja eine Zugabe. Und außerdem kommen die beiden Dylan-Nummern „It's Alright Ma (I'm Only Bleeding)“ und „This Wheel's On Fire“ richtig gut und eben nicht im Country-Gewand. „Amazing Grace“ als „Hidden Track“ überrascht dann aber doch ein wenig in der Version der Byrds.

Fazit: Nein, da darf man sich nicht beschweren. Das ist wirklich eine Steigerung, wenn man an die vorherigen Alben denkt. Die Live-Platte ist gut, wenn auch nicht berauschend und die Studiosongs haben endlich wieder eine Qualität, die nicht immer nur etwas mit Country zu tun hat. Schließlich gibt es noch eine ganze CD mit Zugaben, die auch noch ein paar Perlen bereithält. Keine überragende Platte, aber wahrlich auch keine schlechte. Da steigt das Punktekonto wieder an. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lover Of The Bayou (live), Eight Miles High, Hungry Planet, Just A Season, Welcome Back Home, Lover Of The Bajou (Studio), It's Alright Ma (I'm Only Bleeding), This Wheel's On Fire



Donnerstag, 11. Oktober 2012

The Byrds – Ballad Of Easy Rider




The Byrds – Ballad Of Easy Rider


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, vocals
Clarence White – guitar, vocals
John York – bass, vocals
Gene Parsons – drums, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Country, Pop


Trackliste:

1. Ballad Of Easy Rider (2:00)
2. Fido (2:40)
3. Oil In My Lamp (3:13)
4. Tulsa County (2:49)
5. Jack Tarr The Sailor (3:31)
6 Jesus Is Just Alright (2:10)
7. It’s All Over Now, Baby Blue (4:53)
8. There Must Be Someone (I Can Turn To) (3:29)
9. Gunga Din (3:03)
10. Deportee (Plane Wreck At Los Gatos) (3:50)
11. Armstrong, Aldrin And Collins (1:41)


Bonus Tracks:

12. Way Beyond The Sun (2:56)
13. Mae Jean Goes To Hollywood (2:44)
14. Oil In My Lamp (Alternate Version) (2:02)
15. Tulsa County (Alternate Version) (3:39)
16. Fiddler A Dram (Moog Experiment) (3:10)
17. Ballad Of Easy Rider (Long Version) (2:26)
18. Build It Up (Instrumental) (5:34)

Gesamtspieldauer: 56:52




Noch im selben Jahr wie das siebte Album, veröffentlichten die Byrds auch gleich noch ihr achtes „reguläres“ Studioalbum. Viel Zeit für den Prozess des Komponierens scheinen sich die vier Musiker dabei nicht genommen zu haben, denn es befinden sich hauptsächlich Cover-Versionen auf „Ballad Of Easy Rider“. Und erneut ganz viel Country…

Mit „Ballad Of Easy Rider“, dem Namensgeber des Albums startet die Platte. Dieses Lied wurde von Roger McGuinn zum Soundtrack des Films „Easy Rider“ hinzugesteuert und hier fand es dann gleich noch mal Verwendung. Eine ganz nette Folk-Rock-Nummer.

Mit „Jack Tarr The Sailor” gibt es noch eine gute Nummer auf dem Album. Dabei handelt es sich bei dem Stück um ein traditionelles Seemannslied, welches von Roger McGuinn neu überarbeitet und arrangiert wurde. „Fido“ ist eine Pop-Rock-Nummer und bei „Jesus Is Just Alright“ betätigen sich die Byrds überraschenderweise sogar als Gospel-Singer. Leider nicht sehr überzeugend.

„It’s All Over Now, Baby Blue” von Bob Dylan wird auf der Platte so etwas von uninspiriert und langweilig gecovert, dass es nur schwer zu wertragen ist. Genau wie der Rest, bei dem es sich wiederum um schlecht gemachte Country-Musik handelt.

Und Country-Musik findet sich auch größtenteils auf den Bonus-Tracks. Ausnahmen sind da nur die letzten beiden Stücke. Eins davon ist „Ballad Of Easy Rider“ in einer etwas längeren Version. Die allerletzte Nummer des Albums heißt „Build It Up“, ist eine Art Rock‘n‘Roll und instrumental, also ohne Gesang eingespielt. Dann gibt es ab 2:30 eine Pause und wenig später folgt ein „Hidden Track“, bei dem es sich wohl um Werbung für das Album handelt. Besonders erwähnenswert dabei erscheint mir folgender Satz: “… and this is not a country music, this is not a city music, but maybe it’s an american kind of music …” Gut möglich, dass das stimmt.

Fazit: Bezogen auf das Zitat aus dem Radiotrailer muss ich wohl feststellen, dass ich Europäer bin und deshalb nur so wenig mit dieser Phase der Byrds anfangen kann. Hilft nichts, sind so oder so nur drei Punkte, die dieses Album verdient hat.

Anspieltipps: Ballad Of Easy Rider, Fido, Jack Tarr The Sailor




Samstag, 6. Oktober 2012

The Byrds – Dr. Byrds And Mr. Hyde




The Byrds – Dr. Byrds And Mr. Hyde


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, vocals
Clarence White – guitar, vocals
John York – bass, vocals
Gene Parsons – drums, vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Country, Pop


Trackliste:

1. This Wheel's On Fire (4:47)
2. Old Blue (3:24)
3. Your Gentle Way Of Loving Me (2:38)
4. Child Of The Universe (3:18)
5. Nashville West (2:32)
6. Drug Store Truck Drivin' Man (3:56)
7. King Apathy III (3:03)
8. Candy (3:41)
9. Bad Night At The Whiskey (3:26)
10. Medley: My Back Pages, B.J. Blues, Baby What You Want Me To Do (4:18)


Bonus Tracks:

11. Stanley's Song (3:15)
12. Lay Lady Lay (Alternate Version) (3:21)
13. This Wheel's On Fire (Version One) (3:56)
14. Medley: My Back Pages, B.J. Blues, Baby What You Want Me To Do (Alternate Version, Take 1) (4:21)
15. Nashville West (Alternate Version, Take 1) (2:04)

Gesamtspieldauer: 51:59




Und wieder einmal gab es zahlreiche Umbesetzungen bei den Byrds. Chris Hillman und Gram Parsons, die noch auf dem Vorgängeralbum für den starken Country-Einfluss verantwortlich waren, hatten die Band verlassen. Und so war nun nur noch Roger McGuinn, der von der ursprünglichen Besetzung der Band übrig geblieben war. Doch so überraschend anders dieses siebte Studioalbum der amerikanischen Band The Byrds auch beginnt, man sollte sich nicht täuschen lassen, denn auch auf dem Nachfolger von „Sweetheart Of The Rodeo“ hört man ebenfalls hauptsächlich Country Musik – mit nur ganz wenigen Ausnahmen. Hillman und Parsons hatten also ein Erbe hinterlassen.

Nicht allerdings beim ersten Stück des 1969 veröffentlichten Albums „Dr. Byrds And Mr. Hyde“. „This Wheel's On Fire“ hört sich sehr viel mehr psychedelisch an. Da denkt man bereits, dass die Byrds sich zurück orientiert, auf alte Tugenden zurück fokussiert hätten. Der Song klingt sehr psychedelisch, fast schon ein wenig experimentell, wenn man diesen mit den Liedern der letzten Platte vergleicht. Dabei ist das Stück jedoch nicht überragend, aber doch wieder gut gemacht.

Leider wird der geneigte Hörer und Liebhaber der früheren Platten der Band anschließend jedoch sogleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Jetzt wird es sofort wieder countrymäßig gewöhnungsbedürftig. Ausnahmen bilden hier nur noch zum großen Teil die Stücke „Child Of The Universe“ und „Bad Night At The Whiskey“ ohne dabei ebenfalls großartig überzeugen zu können. Bei manchen Stücken, „Candy“, gibt es dann zumindest noch mal Abschnitte, die anders klingen, aber das Meiste ist und bleibt dann doch Country Musik. Und warum eine Band ein Medley auf einer regulären Platte bringen muss, wird auch ein Geheimnis der Byrds bleiben.

Fünf Zugaben gibt es dieses Mal in Form von Bonus Tracks auf der remasterten Version der Platte. „Stanley's Song“ kenne ich dabei von der „Trill-Werbung“ aus den 70er Jahren. Trill mit Jod-F-11 Körnern oder so. Ich hatte keinen Vogel und kann somit auch nichts mit diesem Song anfangen. „Lay Lady Lay“ klingt ganz nett und ist eine alternative Version, genau wie die restlichen drei Lieder.

Fazit: Das Cover-Photo sagt hier dann doch eine ganze Menge aus. Da tragen die vier aktuellen Bandmitglieder der Byrds Cowboy-Hüte. Und genau das hört man hier auch meistens auf „Dr. Byrds And Mr.Hyde“: Cowboy- beziehungsweise Country-Musik. Vier Punkte für die „Nicht-Country-Songs“, aber auch nur mit viel Wohlwollen, mehr ist dafür einfach nicht drin.

Anspieltipps: This Wheel's On Fire, Child Of The Universe, Bad Night At The Whiskey, Lay Lady Lay





Sonntag, 30. September 2012

The Byrds – Sweetheart Of The Rodeo (Legacy Edition)




The Byrds – Sweetheart Of The Rodeo (Legacy Edition)


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, banjo, vocals
Chris Hillman – bass, guitar, mandolin, vocals
Gram Parsons – guitar, vocals
Kevin Kelly – drums, vocals
Earl P. Ball – piano
John Corneal – drums
Lloyd Green – steel guitar
John Hartford – fiddle, banjo, guitar
Roy M. Huskey – bass
Jaydee Maness – steel guitar
Clarence White – guitar


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Country


Trackliste:

CD1 (Original LP):

1. You Ain't Goin' Nowhere (2:39)
2. I Am A Pilgrim (3:42)
3. The Christian Life (2:34)
4. You Don't Miss Your Water (3:51)
5. You're Still On My Mind (2:27)
6. Pretty Boy Floyd (2:37)
7. Hickory Wind (3:35)
8. One Hundred Years From Now (2:44)
9. Blue Canadian Rockies (2:05)
10. Life In Prison (2:47)
11. Nothing Was Delivered (3:24)


Bonus Tracks:

12. All I Have Are Memories (Master Take - Kevin Kelley Vocal) (2:49)
13. Reputation (3:10)
14. Pretty Polly (2:55)
15. Lazy Days (3:29)
16. The Christian Life (2:30)
17. You Don't Miss Your Water (3:50)
18. One Hundred Years From Now (3:01)
19. Radio Spot: "Sweethearts Of The Rodeo"-Album (0:58)


CD2 (The International Submarine Band):

20. Sum Up Broke (2:14)
21. One Day Week (2:17)
22. Truck Drivin' Man (2:35)
23. Blue Eyes (2:48)
24. Luxury Liner (2:53)
25. Strong Boy (2:02)
26. Lazy Days (Alternate Version) (3:19)
27. Pretty Polly (Alternate Version) (3:37)
28. Hickory Wind (Alternate "Nashville" Version - Take 8) (3:41)
29. The Christian Life (Rehearsal Version - Take 7 - Gram Parsons) (3:26)
30. The Christian Life (Rehearsal Version - Take 8 - Gram Parsons) (3:06)
31. Life In Prison (Rehearsal Version - Takes 1 & 2 - Gram Parsons Vocal) (3:17)
32. Life In Prison (Rehearsal Version - Takes 3 & 4 - Gram Parsons Vocal) (3:17)
33. One Hundred Years From Now (Reheasal Version - Takes 12 & 13 – Gram Parsons Vocal) (3:59)
34. One Hundred Years From Now (Reheasal Version - Takes 14 & 15 - Gram Parsons Vocal) (3:59)
35. You're Still On My Mind (Rehearsal Version - Take 13 - Gram Parsons Vocal) (2:53)
36. You're Still On My Mind (Rehearsal Version - Take 48 - Gram Parsons Vocal) (2:38)
37. All I Have Are Memories (Alternate Instrumental - Take 17) (3:14)
38. All I Have Are Memories (Alternate Instrumental - Take 21) (3:07)
39. Blue Canadian Rockies (Rehearsal Version - Take 14) (2:59)

Gesamtspieldauer: 1:56:27




Okay, man bekommt mit der Legacy Edition vom sechsten Studioalbum der Byrds aus dem Jahr 1968 sehr viel Musik für sein Geld. Fast zwei Stunden lang wird man mit dieser Ausgabe von „Sweetheart Of The Rodeo“ auf zwei CD’s berieselt. Und jetzt muss ich auf einen Punkt ganz oben auf dieser Seite hinweisen: „Auf diesen Seiten finden Sie Musikrezensionen. Subjektive Musik Rezensionen von…“. Und dieser Umstand kommt nun voll zum Tragen, denn ich finde dieses Album schlecht, abgrundtief schlecht. Mag sein, dass das damit zusammenhängt, dass ich mit Country der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts so überhaupt nichts anzufangen weiß. Aber sei’s drum.

Die Musik auf „Sweetheart Of The Rodeo“ hat absolut nichts mehr mit der Musik zu tun, für die die Byrds auf den fünf Alben davor standen. Auf „Sweetheart Of The Rodeo“ gibt es jetzt reine Country Musik zu hören. Und genau über diese würde ich normalerweise auch nichts schreiben, denn es ist nicht mein Ding. Jetzt machen allerdings die Byrds solche Musik, die vorher durchaus immer wieder in mein „Beuteschema“ passten. Die Byrds, die vorher für eine völlig andere Musikrichtung standen, denn auf „Sweetheart Of The Rodeo“ gibt es keine Country-Anleihen oder so etwas ähnliches, das ist „Old Fashioned Country“ pur.

Jetzt produzieren sie also, nur noch Roger McGuinn und Chris Hillman sind von der Besetzung der letzten Platten übrig geblieben, Country Musik. Und diese ist schlecht. Richtig schlecht. Mit „Oldie Country“ kann man das ganz gut umschreiben, was man hier zu hören bekommt. Nichtssagende Musik, schlechte Texte. Und das alles kumuliert bis in die Tiefe. Grausam.

CD2 ist Musik der „The International Submarine Band“, ein Bandprojekt, für das sich vor allem Gram Parsons verantwortlich zeigte. Und da dieser auch die Musik der Byrds auf „Sweetheart Of The Rodeo“ maßgeblich beeinflusste, ist man keineswegs mehr überrascht, dass diese Band natürlich auch nur Country spielt. Diese Lieder sind auch keinen Deut besser als die der Byrds.

Fazit: Der letzte Track auf CD1 ist ein Werbespot für das Album. Ein Mann kann gar nicht glauben, dass das die Byrds sein sollen. Seine Freundin oder Frau bestätigt ihm das aber immer wieder: „Doch, die Byrds machen jetzt Country Musik“. Die Band wusste ganz genau, dass dies nicht so ohne Weiteres zu verkaufen war. Wer alles von den Byrds haben möchte, der sollte hier definitiv zugreifen. Wer die Musik der Byrds mag, wie sie auf den ersten Platten zu hören war, der wird bitter enttäuscht werden. Genau wie ich. Ein Punkt.

Anspieltipps: Pretty Polly




Dienstag, 25. September 2012

The Byrds - The Notorious Byrd Brothers




The Byrds – The Notorious Byrd Brothers


Besetzung:

Roger McGuinn – guitar, synthesizer, vocals
David Crosby – rhythm guitar, vocals
Chris Hillman – bass, vocals
Michael Clarke – drums


Gastmusiker:

Jim Gordon – drums
Red Rhodes – pedal steel guitar
Clarence White – guitar


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Artificial Energy (2:18)
2. Goin' Back (3:25)
3. Natural Harmony (2:11)
4. Draft Morning (2:42)
5. Wasn't Born To Follow (2:03)
6. Get To You (2:39)
7. Change Is Now (3:21)
8. Old John Robertson (1:48)
9. Tribal Gathering (2:02)
10. Dolphin's Smile (2:00)
11. Space Odyssey (3:52)


Bonus Tracks:

12. Moog Raga (Instrumental) (3:24)
13. Bound To Fall (Instrumental) (2:11)
14. Triad (3:31)
15. Goin' Back (Alternate Version) (3:54)
16. Draft Morning (Alternate End) (2:58)
17. Universal Mind Decoder (Alternate Backing Track) (13:44)

Gesamtspieldauer: 58:27




Das fünfte “reguläre” Studioalbum der Byrds mit dem Titel „The Notorious Byrd Brothers“ hatte es nicht ganz leicht in seiner Entstehungsgeschichte. David Crosby wurde während der Aufnahmen von Roger McGuinn und Chris Hillman aus der Band geschmissen, da hier mehrere Alpha-Tiere um die Vorherrschaft in der Gruppe kämpften und Crosby gleichzeitig noch auf mehreren anderen „Hochzeiten tanzte“. Aber nicht nur David Crosby, sondern auch Drummer Michael Clarke hatte die Band entnervt verlassen, als das Album „The Notorious Byrd Brothers“ im Januar 1968 veröffentlicht wurde. Zwar waren auch diese beiden Musiker noch am Entstehungsprozess des Albums mit beteiligt, allerdings nur noch in deutlich geringerem Umfang als McGuinn und Hillman.

Auch wenn das Album von den Kritikern noch gelobt wurde, so verkaufte es sich doch schon deutlich schlechter, als die Vorgängeralben der Band. Und wenn man die Platte intensiv und mehrmals durchgehört hat, dann verwundert einen auch mehr das Urteil der Kritiker, als das jenes, welche die Hörer mit dem verminderten Kauf der Platte abgegeben haben, denn „The Notorious Byrd Brothers“ ist deutlich schwächer als zumindest die beiden Platten zuvor.

Der „psychedelische Touch“ einzelner Stücke ist fast vollständig verloren gegangen. Vielmehr dominiert nun wieder der Pop sowie immer stärkere werdende Country-Einflüsse in der Musik der Byrds. Dieser Abwechslungsreichtum, der noch auf „Younger Than Yesterday“ Einzug gehalten hatte, ist einem gewissen Mainstream gewichen. Dies bedeutet nun nicht, dass „The Notorious Byrd Brothers“ ein schlechtes Album geworden ist, allerdings ist es ein Rückschritt.

Die einzelnen Lieder des Albums sind kaum mehr voneinander getrennt und gehen häufig ineinander über. Alles wirkt sehr weich, sehr auf Harmonie bedacht. Irgendwie hat man das Gefühl, dass das Ziel war, eine „schöne“ Platte zu machen. Das wiederum bedeutet allerdings auch, dass Ecken und Kanten deutlich rarer gesät sind. Auch die Pedal Steel Guitar hält hier immer wieder Einzug. Das muss man mögen, oder man findet, na sagen wir mal „Country-Music“ in dieser Art und Weise nicht so prickelnd. So wie es hier gespielt wird, klingt es manches Mal allzu altbacken.

Höhepunkte des Albums sind „Draft Morning“, „Change Is Now“ und zwar immer dann, wenn es nicht nach Country klingt und „Tribal Gathering“, weil es so anders und ein wenig „abgefahren“ ist. Der Rest ist immer ganz nett beziehungsweise okay, umhauen tut es einen nicht mehr.

Auch dieses Mal gibt es wieder sechs Bonus-Stücke auf der remasterten Version der Platte. Sogar ein wenig „Musikgeschichte“ erhascht man dabei, denn „Moog Raga“ war zur damaligen Zeit mit Sicherheit unglaublich innovativ und klingt heute nur noch seltsam. Ebenfalls instrumental und ohne Gesang eingespielt wurde „Bound To Fall“. „Triad“ ist ein Stück, welches von David Crosby geschrieben wurde, allerdings ursprünglich 1968 von Jefferson Airplane veröffentlicht wurde. Dann gibt es noch zwei alternative Versionen und schließlich mit „Universal Mind Decoder“ wieder ein Instrumentalstück. Dieses ist allerdings nicht das Interessante an diesem angeblich 13 Minuten und 44 Sekunden langen Stück. Es ist der „Hidden Track“ der sich daran anaschließt und auch überhaupt kein Lied ist. Vielmehr hört man hier Übungsraumaufnahmen und zwar wie David Crosby immer wieder Michael Clarke angeht, da dieser die Drums nicht so spielt, wie er sich das vorstellt. Kein Wunder, dass die Band während der Aufnahmen zu diesem Album zumindest in dieser Zusammensetzung auseinanderbrach.

Fazit: „The Notorious Byrd Brothers” ist wahrlich kein schlechtes Album. Leider fehlt ihm jedoch die Klasse der beiden Vorgänger. Meist ist das das nur noch Mainstream-Durchschnitt der damaligen Zeit. Nichts mehr Bewegendes. Ganz nett zu Anhören, allerdings auch relativ schnell wieder vergessen. Durchschnitt eben – acht Punkte.

Anspieltipps: Natural Harmony, Draft Morning, Change Is Now, Tribal Gathering



Donnerstag, 20. September 2012

The Byrds – Younger Than Yesterday




The Byrds – Younger Than Yesterday


Besetzung:

Roger McGuinn – 12 string guitar, vocals
David Crosby – rhythm guitar, vocals
Chris Hillman – bass, vocals
Michael Clarke – drums


Gastmusiker:

Hugh Masekela – horns
Vern Gosdin – acoustic guitar
Clarence White – electric guitar


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. So You Want To Be A Rock ’n’ Roll Star (2:10)
2. Have You Seen Her Face (2:44)
3. C.T.A.-102 (2:32)
4. Renaissance Fair (1:55)
5. Time Between (1:57)
6. Everybody’s Been Burned (3:09)
7. Thoughts And Words (3:00)
8. Mind Gardens (3:50)
9. My Back Pages (3:12)
10. The Girl With No Name (1:54)
11. Why (The Lear Jet Song) (2:55)


Bonus Tracks:

12. It Happens Each Day (2:48)
13. Don’t Make Waves (1:41)
14. My Back Pages (Alternate Version) (2:46)
15. Mind Gardens (Alternate Version) (3:22)
16. Lady Friend (2:34)
17. Old John Robertson (Single Version) (5:05)

Gesamtspieldauer: 47:35




Wirklich vielschichtig ist das vierte Album der Byrds geworden, welches dieses Mal mit derselben Grundbesetzung der Band aufgenommen wurde, wie der Vorgänger. „Younger Than Yesterday“ aus dem Jahr 1967 vereinigt gleich mehrere verschiedene Musikstile in sich, die alle gleichberechtigt nebeneinander existieren.

Da gibt es Lieder, die im typischen Pop-Gewand der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts komponiert wurden („So You Want To Be A Rock ’n’ Roll Star“, „Have You Seen Her Face“, „Renaissance Fair“). Anderseits wird hier, wie bereits auf dem Vorgänger-Album „The Fifth Dimension“, auch die psychedelische Schiene gefahren („Everybody’s Been Burned“, „Thoughts And Words“, „Mind Gardens“, „Why“). Dazu gibt es auch etwas experimentellere Sachen wie „C.T.A.-102“, was heutzutage gegen Ende sogar ein wenig unfreiwillig komisch wirkt.

Aber auch der County-Sound hat Einzug gefunden in die Musik der Byrds. Auf späteren Alben sollte dies noch weiter vertieft werden. Ursprünglich verantwortlich dafür ist vor allem Chris Hillman, denn vor allem seine Kompositionen auf „Younger Than Yesterday“ („Time Between“, „The Girl With No Name“) gehen genau in diese Richtung. Und auch ein Cover von Bob Dylan ist wieder vorhanden („My Back Pages“), somit hat auch die Folk-Seite der Byrds noch ihre Berücksichtigung gefunden.

Auf der remasterten Fassung der Platte gibt es wieder einige Zugaben. „It Happens Each Day” wirkt dabei ein wenig langweilig und zäh. “Don’t Make Waves” ist erneut so eine 60er-Pop-Nummer, ganz nett anzuhören. „My Back Pages“ und „Mind Gardens“ sind in Alternativ-Versionen zu hören. Dazu gibt es mit „Lady Friend“ noch eine ganz nette Single aus den USA, die auf den regulären Alben fehlt und bei der die Bläser überzeugen können. Bei „Old John Robertson“ klingt es dann zunächst wieder sehr nach Country, immer wieder aufgelockert durch kurze Streicher- und Flöten-Einlagen. Und als „Hidden Track“ findet sich schließlich noch mal „Mind Gardens“ am Ende der Platte - dieses Mal in einer Instrumental-Version.

Fazit: „Younger Than Yesterday“ ist ein überzeugendes Album geworden, was nicht zuletzt auch an dem Stilmix liegt, der dieser Platte zugrunde liegt. Die psychedelischen Titel sind zwar ein wenig besser gelungen als der Rest, aber obwohl hier so viele Genres miteinander vermischt wurden, hat das Ganze was und weiß zu gefallen. Auch der mehrstimmige Gesang der Band ist immer klasse arrangiert und klingt bereits hier, 1967, richtig gut. Das gibt hoch verdiente zehn Punkte.


Anspieltipps: Have You Seen Her Face, Renaissance Fair, Everybody’s Been Burned, Thoughts And Words, Mind Gardens



Mittwoch, 5. September 2012

The Byrds – Fifth Dimension





The Byrds – Fifth Dimension


Besetzung:

Roger McGuinn – vocals, guitar
David Crosby – vocals, guitar
Chris Hillman – vocals, bass
Michael Clarke – drums


Gastmusiker:

Gene Clark – vocals, guitar (Eight Miles High, Why?), harmonica (Captain Soul)
Van Dyke Parks – keyboards (5D)


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1966


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. 5D (Fifth Dimension) (2:33)
2. Wild Mountain Thyme (2:30)
3. Mr. Spaceman (2:09)
4. I See You (2:38)
5. What’s Happening?!?! (2:35)
6. I Come And Stand At Every Door (3:03)
7. Eight Miles High (3:34)
8. Hey Joe (Where You Gonna Go) (2:17)
9. Captain Soul (2:53)
10. John Riley (2:57)
11. 2-4-2 Fox Trot (The Lear Jet Song) (2:12)


Bonus Tracks:

12. Why? (2:59)
13. I Know My Rider (I Know You Rider) (2:43)
14. Psychodrama City (3:23)
15. Eight Miles High (Alternative Version) (3:19)
16. Why? (Alternative Version) (2:40)
17. John Riley (Instrumental, Interview mit D. Crosby und R. McGuinn) (16:53)

Gesamtspieldauer: 1:02:22




Auf Ihrem dritten Studioalbum aus dem Jahr 1966, mit dem Titel “Fifth Dimension“, vollzogen die Byrds einen fast vollständigen Richtungswechsel. Stand auf den ersten Platten noch Folk Rock, häufig inspiriert und initiiert durch Bob Dylan auf dem Programm, so sind auf der dritten Scheibe sehr viel mehr psychedelische Töne zu hören. Gemeinhin gilt „Fifth Dimension“ sogar als erstes „Psychedelisches Album“ überhaupt.

Auch auf Bandebene selbst hatte sich eine Veränderung vollzogen. Gene Clark ist auf dieser Platte nur noch mit seiner Gitarre und seinem Gesang auf „Eight Miles High“ sowie mit der Mundharmonika bei „Captain Soul“ zu hören. Nach diesen Aufnahmen verließ er die Band, um eine Solokariere zu starten. Als weitere Gründe dafür werden auch Flugangst genannt, da sich die Band zum damaligen Zeitpunkt, wenn nicht im Studio, praktisch ununterbrochen auf Tournee befand. Allerdings war er damit noch maßgeblich an der Entstehung einer der Klassiker der Band schlechthin, „Eight Miles High“, beteiligt.

Zu den einzelnen Titeln. Das Titellied „5D (Fifth Dimension)“ kommt noch ganz im Gewand eines Bob Dylan Songs daher, wurde allerdings von Roger McGuinn geschrieben. Bei „White Mountain Thyme” handelt es sich um ein altes schottisches Volkslied, welches mit jeder Menge Streicher aufgepeppt wurde und „Mr. Spaceman“, wieder von McGuinn, wurde nach „Eight Miles High“ und „5D“ die dritte Singleauskopplung. Dabei handelt es sich um einen Popsong, der bereits erste Country-Anleihen enthält.

Mit “I See You” geht es dann zum ersten Mal in die psychedelische Richtung, während „What’s Happening?!?!“ das erste, vollständig von David Crosby komponierte Lied darstellt. Ein ganz netter Pop-Song, der von Roger McGuinns Gitarre dominiert wird. „I Come And Stand At Every Door“ klingt sehr traurig und ist wieder mal die Bearbeitung eines gecoverten Liedes, welches mit neuem Text versehen wurde, der sich mit dem Tod eines Kindes in Hiroshima beschäftigt.

Dann folgt er, der Klassiker der Band, „Eight Miles High”, mit über dreieinhalb Minuten Spieldauer auch das längste Stück des Albums. Ein klasse Song, bei dem man richtiggehend hört und auch spürt, dass die Musiker hier neue Wege beschreiten wollten. Es wirkt ein wenig experimentell und auch abgefahren, ohne dass es dabei zu frickelig oder aber gar unausgegoren klingen würde. Einfach ein guter Song im Stile des Psychedelic Rock, der die Grundlage für so manche weitere Komposition ebnete.

“Hey Joe (Where You Gonna Go)” ist eine weitere Coverversion eines Folk-Songs, die von zig anderen Bands und Künstlern ebenfalls gecovert wurde. An die Version von Jimi Hendrix reicht diese Interpretation der Byrds da jedoch bei weitem nicht heran. An „Captain Soul”, einem Blues-Lied gibt es drei Dinge zu bemerken. Es ist eines der wenigen Instrumentalstücke der Band, eines der wenigen Lieder, an denen Michael Clarke beim Komponieren beteiligt war und bei dem Gene Clark auf der Mundharmonika zu hören ist. Und dann doch noch Viertens: Kein besonders guter Titel, eher ein wenig langweilig.

Bei “John Riley” handelt es sich erneut um eine Coverversion. Eine ganz nette und melodiöse Nummer, ein Folksong, der relativ schnell ins Ohr geht. Bliebe von den ursprünglich auf der Platte vorhandenen Liedern noch „2-4-2 Fox Trot (The Lear Jet Song)”. Man hört Motorengeräusche eines Flugzeugs und die Mantra-artige Wiederholung der Textzeile „Go 'n ride the lear jet, Go 'n ride the lear jet, baby“. Das Ganze wird untermalt mit Funkgeräuschen und Funksprechverkehr. Eine Melodie fehlt völlig und das Stück geht als Experiment in den Songkatalog auf „Fifth Dimension“ ein.

Nun folgen die Bonus Tracks der remasterten Veröffentlichung von 1996. „Why?“ stellte die ehemalige B-Seite der Single „Eight Miles High“ dar und geht ebenfalls in genau diese psychedelische Richtung, die auch durch Roger McGuinns Gitarre ausdrucksstark untermalt wird. „I Know My Rider (I Know You Rider)” ist wieder mal ein Lied, ein bestehender Folksong, der durch die Byrds nur noch überarbeitet wurde. Daran war auch noch Gene Clark beteiligt, wie man in den Credits nachlesen kann. Das Lied hätte genauso gut von den Beatles sein können, denn genau danach klingt es auch. „Psychodrama City” ist dagegen wieder eine Eigenkomposition, dieses Mal von David Crosby. Die Gitarre klingt ein wenig wirr (was bei dem Titel wohl auch gewollt ist), jedoch auf die Dauer nervt das ganz schön, womit es nicht weiter überrascht, dass es dieses Lied nicht auf die ursprüngliche Platte schaffte.

Als weitere Zugaben gibt es dann noch eine alternative Version von „Eight Miles High“, die ebenfalls sehr hörenswert ist, eine zusätzliche Version von „Why?“, die allerdings etwas unausgegoren wirkt, sowie den Song „John Riley“ in einer Instrumentalversion. Nach knapp drei Minuten und zwanzig Sekunden ist dann Schluss, aber nur fünfzehn Sekunden lang. Dann melden sich Roger McGuinn und David Crosby zu Wort und erzählen ein wenig über das Album. Zum Beispiel erfährt man, dass es sich bei „Eight Miles High“ um einen „tribute for John Coltrane“ handelt und textlich ein Flug nach England eingeflossen ist und was die Band dort erlebte. Im Weiteren geht es auch noch um die Findung des Namens „The Byrds“ und einiges mehr. Ein schönes und für jeden Fan auch sehr interessantes Tondokument.

Fazit: „Fifth Dimension“ ist sicherlich ein Meilenstein, wenn es um die Entwicklung des Psychedelic Rock geht. Und es finden sich auch noch ein paar andere, ganz nette Lieder auf der Platte, sodass dieses Album dann doch sehr viel beeindruckender ausfällt, als die beiden vorherigen Veröffentlichungen der Amerikaner. Zwar klingt alles mitunter auch ein wenig altbacken, aber ganz entziehen kann man sich dieser Musik auch heute noch nicht. „Fifth Diemension“ ist ein gutes Album geworden mit ein paar Klassikern und hat zehn Punkte verdient.

Anspieltipps: 5D, Mr. Spaceman, I See You, I Come And Stand At Every Door, Eight Miles High, John Riley, Why?