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Samstag, 19. März 2022

Tears For Fears – Songs From The Big Chair

 



Tears For Fears – Songs From The Big Chair


Besetzung:

Roland Orzabal – guitar, keyboards, vocals, bass synth and linndrum programming (1), grand piano (5)
Curt Smith – bass guitar, vocals; bass synth
Ian Stanley – keyboards, linndrum programming, arrangements
Manny Elias – drums (except tracks 1 and 8), drum arrangement


Gastmusiker:

Sandy McLelland – backing vocals (Shout)
Chris Hughes – drums (Shout)
Jerry Marotta – percussion and saxophone arrangement (The Working Hour)
Will Gregory – saxophone solos (The Working Hour)
Mel Collins – saxophone (The Working Hour)
Andy Davis – grand piano (The Working Hour, Head Over Heels)
Neil Taylor – second guitar solo (Everybody Wants To Rule The World)
Chris Hughes – linndrum and midi programming (Everybody Wants To Rule The World)
Stevie Lange – backing vocals (Mothers Talk)
Will Gregory – saxophone (I Believe)
Neil Taylor – guitar solo (Broken)
Sandy McLelland – backing vocals (Head Over Heels)
Annie McCaig – backing vocals (Head Over Heels)
Marilyn Davis – backing vocals (Head Over Heels), operatic vocal (Listen)




Erscheinungsjahr: 1985


Stil: New Wave, Soul


Trackliste:

1. Shout (6:33)
2. The Working Hour (6:31)
3. Everybody Wants To Rule The World (4:11)
4. Mothers Talk (5:06)
5. I Believe (4:55)
6. Broken (2:38)
7. Head Over Heels (5:02)
8. Listen (6:53)

Gesamtspieldauer: 41:52



„Songs From The Big Chair“ heißt das zweite Studioalbum der englischen Pop-Rock-Band Tears For Fears und wurde am 25. Februar 1985 auf dem Plattenlabel Phonogram Records veröffentlicht. Das Album erreichte Platz zwei in Großbritannien und Platz 17 in Deutschland und wurde zum erfolgreichsten Album von Tears For Fears. Mit den Liedern „Mothers Talk“, „Shout“, „Everybody Wants To Rule The World“, „Head Over Heels“ sowie „I Believe“ wurden insgesamt fünf Singles aus dem Album ausgekoppelt.

Auf „Songs From The Big Chair“ hört man eine Mischung aus New Wave, Pop und Soul. Die bekanntesten Lieder, die auch in Deutschland Mitte der 80er Jahre Hits waren, sind natürlich die beiden Titel „Shout“ und „Everybody Wants To Rule The World“, welche in entsprechenden Einrichtungen und im Radio zur damaligen Zeit rauf und runter gespielt wurden. Weitaus weniger bekannt sind solche Stücke wie „Mothers Talk“ oder das soulige „I Believe“. Leider muss man festhalten, dass man diese Lieder auch nicht unbedingt kennen muss, da sie eher enttäuschend bis langweilig klingen. Die beiden bekannten Nummern spielen da musikalisch in einer ganz anderen Liga. Ohrwürmer eben, wie man sonst nicht mehr auf diesem Album findet.

So bleiben als Höhepunkte wahrlich nur die beiden bekannten Nummern des Albums, „Shout“ sowie „Everybody Wants To Rule The World“. Der ganze Rest des Albums ist entweder enttäuschend oder nicht weiter der Rede wert. Tears For Fears waren zwar kein One-Hit-Wonder, denn immerhin ein Viertel der Stücke auf „Songs From The Big Chair“ überzeugt. Doch das war es dann leider auch schon – und die restlichen Platten der Briten sind mir leider nicht bekannt.

Fazit: Zwei Höhepunkte gibt es auf diesem Album zu hören. Ansonsten benötigt man die Fernbedienung, falls man entsprechende CD sein Eigen nennt. Insgesamt klingt die Musik der Platte ganz typisch nach den 80er Jahren. Das löst bei der einen oder dem anderen sicherlich Erinnerungen hervor. Mit der Musik wird man später Geborene jedoch kaum noch begeistern können. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Shout, Everybody Wants To Rule The World



Samstag, 13. März 2021

Ufo – Misdemeanor




Ufo – Misdemeanor


Besetzung:

Phil Mogg – vocals
Tommy McClendon – lead guitar
Paul Raymond – keyboards, guitar
Paul Gray – bass
Jim Simpson – drums


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsjahr: 1985


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. This Time (4:36)
2. One Heart (4:09)
3. Night Run (4:32)
4. The Only Ones (5:16)
5. Meanstreets (4:17)
6. Name Of Love (4:37)
7. Blue (5:18)
8. Dream The Dream (4:32)
9. Heaven‘s Gate (4:15)
10. Wreckless (4:59)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11 The Chase [B-Side of "This Time"] (3:47)
12. Night Run [US Remix] (4:23)
13. This Time [US Remix] (4:39)
14. Heaven‘s Gate [US Remix] (4:17)
15. Name Of Love [US Remix] (3:43)
16. One Heart [US Remix] (4:22)
17. Blue [US Remix] (5:09)

Gesamtspieldauer: 1:16:56



„Misdemeanor“ nannte die englische Rockband Ufo ihr zwölftes Studioalbum, welches im November 1985 erschien. Wie bereits alle Alben zuvor, so wurde auch diese Scheibe auf dem Plattenlabel Chrysalis Records veröffentlicht. Nachdem sich die Band nach der letzten, zwei Jahre zuvor stattgefundenen und sehr erfolglosen Tournee aufgelöst hatte, Beschloss Sänger Phil Mogg die Band neu zu gründen. Er traf sich in Los Angeles mit dem Gitarristen Tommy McClendon und die beiden stellten die neue band zusammen. Mit von der Partie war schließlich auch wieder der ehemalige Ufo-Keyboarder Paul Raymond. Chrysalis Records nahm darauf die band erneut unter Vertrag und ein neues Album wurde geschrieben.

Neue Formation, die Musik hat sich allerdings trotzdem kaum geändert. Auch auf „Misdemeanor“ hört man eher durchschnittlichen Mainstream Rock, der allerdings in Bezug zum letzten Album „Making Contact“ immerhin noch einige schöne Melodien aufweist, die zumindest phasenweisen ins Ohr gehen. Für die Texte gilt leider jedoch dasselbe, was für die meisten Mainstream-Rock-bands de damaligen Zeit gilt, sie sind unfassbar langweilig und handeln von der Liebe, der zerbrochenen Liebe, der aufflammenden Liebe, der melancholischen Liebe, der…

Einige der Lieder rocken ganz gut, mit „The Only Ones“ und „Dream The Dream“ sind zudem auch wieder zwei sehr getragene und schmachtende Balladen auf dem Album enthalten. Zum Wegzappen gibt es nichts auf „Misdemeanor“, einen „Überflieger“ findet man auf dem Album allerdings auch nicht. So bleibt der Gesamteindruck des Albums eher solide, aber eben dennoch maximal durchschnittlich. Als Höhepunkt des Albums habe ich das Lied „Meanstreets“ ausgemacht. Der Ehrlichkeit halber hätte ich hier jedoch auch fast jeden anderen Titel erwähnen können.

Fazit: Nun, wer den Mainstream Rock der 80er Jahre mag, die oder der wird auf „Misdemeanor“ fündig werden – denn damit ist das Album bis zum Rand hin angefüllt. Wer allerdings die früheren Ufos mochte oder differenziertere Musik hören möchte als AOR, die oder der sollte sich eher die früheren Platten der Band geben. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Meanstreets



Freitag, 22. November 2019

Novalis – Nach Uns Die Flut




Novalis – Nach Uns Die Flut


Besetzung:

Ernst Herzner – Gesang
Lutz Rahn – Tasten
Detlef Job – Gitarren
Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Hinrich Schneider – Bass


Gastmusiker:

Christoph Busse – Gesang
Linda Fabian – Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1985


Stil: Pop, Schlager


Trackliste:

1. Die Show ist aus (3:44)
2. Im Neonlicht der Nacht (4:10)
3. Drachen im Wind (3:38)
4. Nach uns die Flut (4:21)
5. Wo sind die Sieger am Ende der Nacht (3:53)
6. ... und wenn die Gitarren brennen (3:25)
7. Hamburg (ertrinken möchte‘ ich nicht in Dir) (4:48)
8. Heute oder nie (4:01)
9. Gingst vorbei (3:19)
10. 100 Tage und Nächte verloren in Altona (4:04)
11. Wohin willst Du gehn (4:18)
12. Applaus Applaus (2:50)

Gesamtspieldauer: 46:37




Das elfte Studioalbum der Hamburger Band Novalis heißt „Nach Uns Die Flut“. Es war auch gleichzeitig die letzte Studioveröffentlichung der Band und erschien im Jahr 1985. Ernst Herzner hat nun den Gesangspart übernommen, nachdem Fred Mühlböck Novalis nach dem letzten Album „Bumerang“ verlassen hatte. Die Stimme von Ernst Herzner erinnert ein wenig an eine Mischung von Herbert Grönemeyer und Stefan Waggershausen, zumindest kommen bei mir an diversen Stellen solche Assoziationen auf.

Auf „Nach Uns Die Flut“ hört man eine Mischung aus Pop und Deutschem Schlager, das Pendel schlägt allerdings deutlich in Richtung Pop aus. Solch ein Lied wie „Drachen im Wind“ ist allerdings Schlager pur – glücklicherweise dann aber doch nicht ganz die Regel auf dem Album. Doch für das Titellied „Nach uns die Flut“ gilt dies schon noch ebenso. Schlimm. Ganz schlimm. Insgesamt müsste diese Platte gar nicht so schlecht sein, solch Lieder wie „Die Show ist aus“ oder „Im Neonlicht der Nacht“ beginnen sogar noch ganz spannend, klingen im weiteren Verlauf dann jedoch immer seichter und belangloser. Und Nummern wie „Wo sind die Sieger am Ende der Nacht“ oder „Heute oder nie“ legt man am Besten gleich das Mäntelchen des Schweigens. Hier fehlt es ganz massiv an den Ideen, um einen guten Titel aufnehmen zu können. Diese Liste lässt sich leider so fortsetzen.

Noch einigermaßen akzeptabel klingen die beiden letzten Stücke auf „Nach Uns Die Flut“, die Lieder „Wohin willst Du gehen“ und „Applaus Applaus“. Ebenfalls im Grunde genommen belangloser Pop mit Schlagerbreitseite, aber immerhin noch mit ganz netten Melodien versehen. Das war es nun allerdings leider definitiv, mehr Worte sollte man über dieses Album nicht verlieren.

Fazit: Bei solcher Musik wie auf „Nach Uns Die Flut“ ist es klar, dass die Musiker nach der Fertigstellung eines solchen Albums keine Lust mehr auf Novalis haben. Wenn man bedenkt, wo die Band herkam, welch wirklich gute Musik sie erst zehn Jahre zuvor geschrieben hatte, dann ist das, was man hier zu hören bekommt einfach nur noch traurig. Für die Hörerin und den Hörer sowieso, für die Musiker sicherlich aber auch, denen das Ergebnis kaum gefallen hat und die schließlich den Schlussstrich unter der Bandgeschichte zogen – zumindest im Bereich der Studioalben. Vier Punkte.

Anspieltipps: Wohin willst Du gehen, Applaus Applaus



Samstag, 30. März 2019

Peter Gabriel – Birdy




Peter Gabriel – Birdy


Besetzung:

Peter Gabriel – vocals, keyboards


Gastmusiker:

Jon Hassell – trumpet
Ekome Dance Company – drums
Larry Fast – keyboards
Tony Levin – bass guitar, double bass, backing vocals
Jerry Marotta – drums, percussion
David Rhodes – guitar, backing vocals
Manny Elias – drums
Morris Pert – drums, percussion
John Giblin – double bass, bass guitar


Label: Charisma Records


Erscheinungsjahr: 1985


Stil: Ambient, Soundtrack


Trackliste:

1. At Night (2:46)
2. Floating Dogs (3:02)
3. Quiet And Alone (2:35)
4. Close Up (from "Family Snapshot") (0:55)
5. Slow Water (2:54)
6. Dressing The Wound (4:10)
7. Birdy's Flight (from "Not One Of Us") (3:03)
8. Slow Marimbas (3:24)
9. The Heat (from "The Rhythm Of The Heat") (4:47)
10. Sketch Pad With Trumpet And Voice (3:09)
11. Under Lock And Key (from "Wallflower") (2:27)
12. Powerhouse At The Foot Of The Mountain (from "San Jacinto") (2:24)

Gesamtspieldauer: 35:42




Wer beim ersten Soundtrack von Peter Gabriel „typische“ Musik des Engländers und Ex-Geneis Sängers erwartet, dürfte beim Hören des Albums „Birdy“, der Filmmusik zum gleichnamigen Film von Alan Parker, ziemlich enttäuscht werden. Das Album zum Film wurde am 18. März 1985 auf dem Plattenlabel Charisma Records veröffentlicht und enthält vornehmlich Ambient Musik.

Sehr viele sphärische Klänge bekommt man auf „Birdy“ zu hören, die stimmungsvoll bestimmte Szenen des Films untermalen. Und auch wenn auf diesem Album Ausschnitte aus den Liedern „Family Snapshot“, „Not One Of Us”, „The Rhythm Of The Heat”, „Wallflower“ und „San Jacinto“ vorhanden sind, welche sich auf dem dritten und vierten Solo-Album des Peter Gabriel befinden, so haben diese Auszüge aus den Liedern – und mehr ist es nicht – nur wenig mit den ursprünglichen Titeln gemein, da sie meist nur angedeutet werden. Jedoch erkennt man die Lieder, wenn man diese beiden Platten des Peter Gabriel kennt, möchte sie dann aber doch lieber im „Original“ hören.

Somit stellt „Birdy“ eher eine Scheibe dar, die man mehr im Hintergrund hört oder aber wenn man vielleicht nochmals Szenen des Films vor dem geistigen Auge passieren lassen möchte. Da die bereits angesprochenen Nummern deutlich besser auf den regulären Platten des Peter Gabriel zu hören sind, auf denen sie außerdem mit Gesang versehen sind, der hier komplett fehlt, stellt den Höhepunkt der Platte das Lied „Slow Marimbas“ dar, welches ein wenig über den Status des Ambient-Titels hinausreicht und durchaus eine leicht angedeutete Melodie aufweist.

Fazit: „Birdy“, der erste Soundtrack von Peter Gabriel, ist größtenteils ein Album geworden, welches mit Ambient Musik angefüllt ist. Von daher erschließt sich diese Platte am ehesten den Fans des Films oder Fans von Peter Gabriel, die eben alles und jeden musikalischen Schnipsel von diesem Musiker besitzen möchten. Acht Punkte.

Anspieltipps: Slow Marimbas



Dienstag, 19. Februar 2019

IQ – The Wake




IQ – The Wake


Besetzung:

Peter Nicholls – vocals and tambourine
Mike Holmes – guitars
Tim Esau – bass
Martin Orford – synthesizer, organ, mellotron, flute and backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1985


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Outer Limits (8:13)
2. The Wake (4:11)
3. The Magic Roundabout (8:20)
4. Corners (6:21)
5. Widow’s Peak (9:14)
6. The Thousand Days (5:11)
7. Headlong (7:36)

Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

8. Dans Le Parc Du Château Noir (7:40)
9. The Thousand Days (demo) (3:59)
10. The Magic Roundabout (demo) (6:29)
11. Corners (2010 remix) (5:33)

Gesamtspieldauer: 1:12:51




„The Wake“ heißt das zweite Studioalbum der britischen Progressive Rockband IQ, welches im Juni 1985 ursprünglich bei Sahara Records veröffentlicht wurde. Die remasterte Version des Albums erschien dann im Jahr 2010 um vier Titel erweitert auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea Records. „The Wake“ ist bisher das einzige Album von IQ, das die britischen Charts erreicht hat. Es kletterte auf Platz 72 der Charts und blieb dort genau eine Woche. Auch diese Band war in Deutschland erfolgreicher als in der Heimat.

Auf „The Wake“ hört man, wie auch schon auf dem Debut-Album der Engländer, wunderschönen und abwechslungsreichen Progressive Rock. IQ besetzen nicht die eher „frickelige“ Sparte dieses musikalischen Genres, sondern stehen sehr viel mehr für eingängige Melodien und ganz viel Abwechslung. Die einzelnen Lieder entwickeln sich während ihres Ablaufs, ändern Strukturen und Stimmungen. Was immer erhalten bleibt sind die wunderschönen Melodien, die das Ohr umschmeicheln und sich schnell festsetzen. Man hört auf „The Wake“ keineswegs Mainstream-Musik. Nichts, was viele Chancen erhält, häufig im Radio gespielt zu werden. Deshalb wundert es auch nicht weiter, dass IQ so wenig kommerzieller Erfolg zuteil wurde. Das wiederum ist schade, denn wer solche Musik zu schreiben im Stande ist, der sollte auch dafür belohnt werden.

Es gibt nichts auf diesem Album, was nicht hörenswert wäre. Es ist IQ Musik, eingängiger Progressive Rock, der alle Lieder durchwirkt. Von daher könnte man als Höhepunkt jedes der ursprünglich vorhandenen sieben Lieder nennen, inklusive der Zugabe „Dans Le Parc Du Château Noir“. Die restlichen drei Bonus Titel sind bereits auf dem Original-Album enthalten, als Bonus jedoch in Form von Demos oder einem neuen Mix angehängt. Meine beiden Höhepunkte der Platte, neben den sechs restlichen Liedern, sind das Mellotron-geschwängerte „Widow’s Peak“ sowie der Titel „Headlong“. Qualitativ besteht bei diesen beiden Nummern kein Unterschied zum Rest der Platte, doch gingen mir diese beiden Lieder noch einen Tick schneller ins Ohr, weswegen ich sie an dieser Stelle gerne erwähnen möchte.

Fazit: Ein wahrlich typisches IQ Album ist „The Wake“ geworden, wenn man jene betrachtet, auf denen Peter Nicholls singt. Nach „The Wake“, welches stilistisch nahtlos an das Debut-Album „Tales From The Lush Attic“ anschließt, verließ Peter Nicholls IQ, um später wieder zur Band zurückzukehren. Wer melodiösen und abwechslungsreichen Progressive Rock mag, die oder der wird auch „The Wake“ mögen. Lohnt sich sehr für Proggies. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Magic Roundabout, Widow’s Peak, Headlong



Montag, 4. Februar 2019

Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer




Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, synthesizers, flute
Jan Akkerman – guitar, guitar synthesizers
Tato Gómez – bass
Mario Argandoña – drums


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock


Trackliste:

1. Russian Roulette (5:53)
2. King Kong (3:45)
3. Le Tango (4:57)
4. Indian Summer (5:51)
5. Beethoven’s Revenge (18:53)
6. Olé Judy (3:50)
7. Who’s Calling? (16:22)

Gesamtspieldauer: 59:34




Jan Akkerman und Thijs Van Leer hatten nach Jahren der Trennung und einer mehrjährigen Pause der niederländischen Band Focus doch noch einmal zusammengefunden und veröffentlichten gemeinsam das siebte Studioalbum der Band. Dieses war unbetitelt und kursiert nunmehr unter dem Namen der zwei Haupt-Protagonisten, die sich auch das Songwriting teilten. „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ erschien im Jahr 1985 ursprünglich auf dem Plattenlabel Vertigo.

Das siebte Focus-Album ist ein reines Instrumentalalbum geworden und erklingt ganz im Stile der achtziger Jahre. Das bedeutet, auf der Scheibe hört man jede Menge Synthesizer-Klänge, die zwar noch durch die Querflöte des Thijs van Leer etwas aufgelockert werden, synthetisch klingt die Musik auf dieser Platte trotzdem durchgängig. Bei den Nummern „Indian Summer“ und „Beethoven’s Revenge“ nimmt das Ganze sogar hast schon verheerende Ausmaße an. Ein dumpfer Beat aus der Drum-Machine, darüber eine unfassbar seichte Melodie gelegt und fertig sind die Titel zum Davonlaufen. Ganz schlimm und „Beethovens Rache“ ist wahrlich grausam und unerbittlich. Man fragt sich, was wir ihm angetan haben. Das Lied „Beethoven’s Revenge“ gehört definitiv zu den schlechtesten und vor allen Dingen nervigsten Liedern, die ich überhaupt kenne.

Noch ein wenig erträglicher sind die Nummern „King Kong“, „Le Tango“ sowie „Who’s Calling?“. Dies deutet allerdings keinesfalls auf Qualität hin, jedoch kann man sich diese Titel noch anhören, ohne schreiend den Raum verlassen zu müssen. Die etwas „besseren“ Stücke auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ klingen nach seichter Unterhaltung, leider nicht mehr und nicht weniger.

Fazit: Musik kann begeistern aber auch so unfassbar grausam sein. Grausam ist die Musik auf dem siebten Album der Niederländer von Focus nicht durchgängig, dafür leider doch ein wenig zu oft. Auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ gibt es hauptsächlich Pop zu hören, der weder ins Ohr, viel zu synthetisch klingt und insgesamt keine Spuren hinterlässt außer: „Muss man nicht haben!“ Drei Punkte.

Anspieltipps: Le Tango



Dienstag, 23. Oktober 2018

Nick Mason & Rick Fenn – Profiles




Nick Mason & Rick Fenn – Profiles


Besetzung:

Nick Mason – drums, keyboards, percussion
Rick Fenn – guitars, keyboards


Gastmusiker:

Mel Collins – saxophone on "Rhoda", "And The Address", "Mumbo Jumbo" and "Black Ice"
David Gilmour – vocals on "Lie For A Lie"
Maggie Reilly – vocals on "Lie For A Lie"
Danny Peyronel – vocals on "Israel"
Craig Pruess – emulator bass on "Malta"
Aja Fenn – keyboard intro on "Malta"


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Synthie Pop, Art Pop


Trackliste:

1. Malta (6:02)
2. Lie For A Lie (3:14)
3. Rhoda (3:23)
4. Profiles Part 1 / Profiles Part 2 (10:02)
5. Israel (3:32)
6. And The Address (2:49)
7. Mumbo Jumbo (3:53)
8. Zip Code (3:04)
9. Black Ice (3:40)
10. (2:40)
11. Profiles Part 3 (2:03)

Gesamtspieldauer: 44:28




„Profiles“ heißt das zweite Studioalbum des Pink Floyd Schlagzeugers Nick Mason, was dieser zusammen mit dem 10cc Gitarristen Rick Fenn komponierte und einspielte. Genau genommen also erneut kein „richtiges“ Solo-Album des Pink Floyd Schlagzeugers. Da es allerdings überall so eingereiht wird, soll es eben hier auch unter dieser Überschrift stehen. „Profiles“ wurde am 29. Juli 1985 ursprünglich auf dem Plattenlabel Harvest veröffentlicht, die Wiederveröffentlichung übernahm Sony Music. Zahlreiche Gastmusiker konnten die beiden für ihr Projekt gewinnen. So singen David Gilmour und Maggie Reilly den Titel „Lie For A Lie“ ein. Mel Collins‘ Saxophon erklingt gleich auf vier der insgesamt elf Titel.

Im Jahr 1984 spielte Pink Floyd Keyboarder Rick Wright zusammen mit Dave Harris unter der Überschrift „Zee“ das Album „Identity“ ein, welches in der Nähe des Synthie Pops angesiedelt ist. Ein Jahr später tat es ihm Band-Kollege Nick Mason gleich, denn seine Kollaboration mit Rick Fenn bewegt sich musikalisch auch in diesem Genre-Bereich – nicht durchgängig, doch zumindest regelmäßig. „Profiles“ klingt nach 80er Jahre Musik, bei der man nichts dagegen hatte etwas synthetisch zu klingen und dem Keyboard viel Platz einräumte – daran ändert leider auch das Saxophon des Mel Collins nichts. Zumeist hört man auf „Profiles“ Instrumentalmusik, auf lediglich zwei Titeln wird gesungen. Dies sind das bereits erwähnte „Lie For A Lie“ mit David Gilmour und Maggie Reilly und auf dem Lied „Israel“ ist es UFO Keyboarder Danny Peyronel, der sich gesanglich versucht.

Die beiden besungenen Stücke bewegen sich im Bereich des Pop, die Instrumentalnummern schwanken von etwas rockiger über poppig, „synthie-poppig“ bis hin zu Liedern, die man so auch in der Deutschen Hitparade mit Dieter Thomas Heck gehört zu haben glaubt. Es ist zum Teil unsäglich und hat weder etwas mit Pink Floyd zu tun, noch mit Progressive Pop geschweige denn Progressive Rock. Wenig lohnt sich anzuhören. Dem zehnminütigen Titeltrack „Profiles Part 1 / Profiles Part 2“ mag ich hier noch ein wenig Unterhaltungswert einräumen. Das Instrumentalstück ist zumindest etwas eingängiger, aus mehreren Teilen aufgebaut, ein wenig spannender geraten und hörbar. „At The End Of The Day“ klingt sehnsüchtig durch eine schmachtende Gitarre und kommt glücklicherweise ohne Synthie-Sound aus. Doch wenn man so etwas bereits als Höhepunkt eines Albums ausmacht, kann der Rest einfach nicht überzeugend klingen. Denn richtiggehend packend ist nichts auf dieser Scheibe, die – nicht verwunderlich – ein Schattendasein im Solo-Output der Pink Floyd Musiker fristet.

Fazit: Pop bis Synthie Pop der 80er Jahre bekommt man auf „Profiles“, dem gemeinsamen Projekt von Nick Mason und Rick Fenn zu hören. Überzeugend klingt dabei nicht viel bis gar nichts. Zumeist hört man auf diesem Album oberflächlichen Pop, den man einmal wahrnimmt, den Kopf schüttelt und ganz schnell wieder vergisst. Irgendwie sagt das Cover sehr viel darüber aus, was es auf „Profiles“ zu hören gibt. Man muss nur hinsehen können. Vier Punkte.

Anspieltipps: Profiles Part 1 / Profiles Part 2, At The End Of The Day



Sonntag, 5. August 2018

Eros Ramazzotti – Cuori Agitati




Eros Ramazzotti – Cuori Agitati


Besetzung:

Eros Ramazzotti – Gesang


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Cuori Agitati (3:47)
2. Respiro Nel Blu (3:40)
3. Buongiorno Bambina (4:15)
4. Ora (3:48)
5. Volare Navigare Camminare (3:50)
6. Una Storia Importante (4:11)
7. Quando L'Amore (4:02)
8. Dritto Per Quell'Unica Via(3:57)
9. Libertà Libertà (3:52)
10. Terra Promessa (3:44)

Gesamtspieldauer: 39:09




„Cuori Agitati“, was auf Deutsch so viel wie „Erschütterte Herzen“ bedeutet, nannte der italienische Sänger Eros Ramazzotti sein erstes Studio-Album. Dieses erschien am 31. Januar im Jahr 1985 auf dem Plattenlabel Bertelsmann Music Group, kurz BMG. Darauf hört man ziemlich simplen und belanglosen Schmuse-Pop, bei dem die Musik nicht nur wegen des eingesetzten Schlagzeug-Computers langweilt.

„Cuori Agitati“ ist angefüllt mit langweiligem Pop, der im Grunde genommen eher an den Deutschen Schlager mit italienischer Sprache erinnert. Ins Ohr geht da nichts, alles klingt nach sanftem Gesäusel. Dabei ist die Musik absolut austauschbar. Keines der Lieder setzt sich fest, die Platte läuft durch und nichts darauf blieb auch nur ansatzweise hängen. Das wiederum liegt daran, dass die Lieder absolut langweilig und eben belanglos klingen.

Das große Manko an „Cuori Agitati“ ist zudem, dass sich alles, auch wenn man dem Italienischen nicht mächtig ist, nach Schmalz anhört. Liebesgeflüster an jeder Stelle, ohne dabei etwas anderes als „Amore“ verstehen zu müssen. Die Verbindung von transportierter Stimmung und entsprechender Musik macht einfach keinen Spaß.

Fazit: Wahrscheinlich ist diese Scheibe etwas für Schlager-Fans. Der Text spielt bei Eros Ramazzotti sowieso keine Rolle, denn es dreht sich alles um das Thema der Liebe. Leider klingt allerdings auch die Musik unfassbar belanglos, sodass man seine Zeit mit viel besserer Musik füllen kann. Drei Punkte.

Anspieltipps: Terra Promessa



Sonntag, 26. November 2017

Jethro Tull – Original Masters




Jethro Tull – Original Masters


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1985 (Musik von 1969 - 1977)


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Living In The Past (3:18)
2. Aqualung (6:34)
3. Too Old To Rock 'n' Roll, Too Young To Die (5:38)
4. Locomotive Breath (4:22)
5. Skating Away On The Thin Ice Of The New Day (3:27)
6. Bungle In The Jungle (3:35)
7. Sweet Dream (4:00)
8. Songs From The Wood (4:52)
9. Witch's Promise (3:47)
10. Thick As A Brick (3:00)
11. Minstrel In The Gallery (7:48)
12. Life's A Long Song (3:18)

Gesamtspieldauer: 53:46



„Original Masters“ ist ein „Greatest Hits Album” der englischen Band Jethro Tull. Es erschien im Jahr 1985 auf dem Plattenlabel Chrysalis Records. „Original Masters“ ist bereits das vierte Kompilationsalbum und das dritte „Best Of…”-Album der Band um Ian Anderson. 1976 waren bereits „M.U. - The Best Of Jethro Tull” und ein Jahr später „Repeat - The Best Of Jethro Tull - Vol II” veröffentlicht worden, die praktisch denselben musikalischen Zeitraum der Band abdecken, wie das vorliegende Album.

Obwohl „Original Masters“ erst im Jahr 1985 veröffentlicht wurde, enthält das Album mit dem Titel „Songs From The Wood“ aus dem Jahr 1977 nur ein Lied, welches etwas später entstand als die Lieder, die bereits auf den beiden anderen genannten „Best Of…“-Alben enthalten sind. Die Titelauswahl ist fast identisch. Nimmt man jetzt noch das Kompilationsalbum „Living In The Past“ hinzu, auf dem sich auch Single-B-Seiten und EP-Titel befinden, so kann man feststellen, dass es auf „Original Masters“ absolut nichts Neues zu hören gibt, noch nicht einmal einen anderen Mix eines Liedes.

Von daher ist dieses Album unter mehreren Gesichtspunkten völlig überflüssig. Besitzt man die Originalalben, lohnt sich der Erwerb für die vier Single-Veröffentlichungen nicht. Besitzt man auch die beiden „Best Of…“-Platten, bekommt man mit „Original Masters“ alles in doppelter Ausführung. Einfach sinnlos.

Fazit: Die Musik von Jethro Tull ist freilich gut und gelungen. Allerdings solch ein wirres Album herauszubringen, mit Liedern, die in rarer Form bereits auf zwei Kompilationsalben vorhanden sind, macht irgendwie wenig Sinn. Dazu noch Stücke, die auf offiziellen Studioalben vorhanden sind, hier jedoch nur auszugsweise wiedergegeben werden. Das macht noch weniger Sinn und noch weniger Spaß. Auch um sich einen Überblick über die Musik von Jethro Tull zu verschaffen, eignet sich dieses Album nicht. B-Seiten, ein paar „Hits“, ein paar Ausschnitte von Liedern… Wo liegt da der Sinn? Bei diesem Album kann man gar nicht die Musik bewerten, die wäre allerdings gut. Bei „Original Masters“ muss man das Marketing einer Band beurteilen, welches den Fans das Geld aus der Tasche ziehen möchte. Vier Punkte.

Anspieltipps: Aqualung



Freitag, 18. August 2017

Tom Waits – Rain Dogs




Tom Waits – Rain Dogs


Besetzung:

Tom Waits – vocals (1–10, 12–17, 19), guitar (2, 4, 6, 8–10, 15–17), organ (3, 19), piano (5, 12), pump organ (8), harmonium (18), banjo (13)


Gastmusiker:

Michael Blair – percussion (1–4, 7, 8, 12, 13, 17), marimba (2, 7, 10, 12), drums (8, 14, 18), congas (4), bowed saw (12), parade drum (19)
Stephen Hodges – drums (1, 2, 4, 6, 10, 11, 15, 16), parade drum (3)
Larry Taylor – double bass (1, 3, 4, 6, 8–10, 15), bass (7, 11, 14, 16)
Marc Ribot – guitar (1–4, 7, 8, 10)
"Hollywood" Paul Litteral – trumpet (1, 11, 19)
Bobby Previte – percussion (2), marimba (2)
William Schimmel – accordion (3, 9, 10)
Bob Funk – trombone (3, 5, 10, 11, 19)
Ralph Carney – baritone saxophone (4, 14), saxophone (11, 18), clarinet (12)
Greg Cohen – double bass (5, 12, 13)
Chris Spedding – guitar (1, 17)
Tony Garnier – double bass (2)
Keith Richards – guitar (6, 14, 15), backing vocals (15)
Robert Musso – banjo (7)
Arno Hecht – tenor saxophone (11, 19)
Musicians (continued)
Crispin Cioe – saxophone (11, 19)
Robert Quine – guitar (15, 17)
Ross Levinson – violin (15)
John Lurie – alto saxophone (16)
G.E. Smith – guitar (17)
Mickey Curry – drums (17)
Tony Levin – bass (17)
Robby Kilgore – organ (17)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock, Experimenteller Rock


Trackliste:

1. Singapore (2:45)
2. Clap Hands (3:48)
3. Cemetery Polka (1:46)
4. Jockey Full Of Bourbon (2:47)
5. Tango Till They're Sore (2:51)
6. Big Black Mariah (2:43)
7. Diamonds & Gold (2:32)
8. Hang Down Your Head (2:33)
9. Time (3:56)
10. Rain Dogs (2:57)
11. Midtown (1:03)
12. 9th & Hennepin (1:56)
13. Gun Street Girl (4:37)
14. Union Square (2:24)
15. Blind Love (4:20)
16. Walking Spanish (3:07)
17. Downtown Train (3:53)
18. Bride Of Rain Dog (1:09)
19. Anywhere I Lay My Head (2:47)

Gesamtspieldauer: 54:05




„Rain Dogs“ heißt das achte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Tom Waits. Veröffentlicht wurde die Scheibe im September des Jahres 1985 auf dem Plattenlabel Island Records. Allgemein wird „Rain Dogs“ als das mittlere Album einer Trilogie mit den Platten „Swordfishtrombones“ und „Franks Wild Years“ angesehen. Auf dem Album hört man einen Stilmix aus Blues, Rock, Country, Polka, 20er Jahre Musik, experimentellem Rock und wohl noch Vieles mehr.

Diese Scheibe wird allgemein in den allerhöchsten Tönen gelobt, so wurde „Rain Dogs“ zum Beispiel 1989 in der Liste des Rolling Stones Magazine auf Platz 21 der „100 besten Alben der 1980er Jahre“ eingereiht. In der Liste derselben Zeitschrift, „The 500 Greatest Albums of All Time“, rangiert es auf Platz 397. Ich habe mir das Album zugelegt, da ich immer wieder etwas von Tom Waits hörte, es aber nicht einordnen konnte. An so viel Lob muss doch was dran sein, das muss untersucht werden. „Rain Dogs“ also eingelegt und immer wieder gehört. Doch leider – ich verstehe diese Musik nicht.

Für mich klingt Tom Waits hier nach einer kruden Ansammlung diverser musikalischer Genres, die nicht zusammenpassen und mich auch kaum tangieren. Cabaret- und Zirkus-Musik häufig, alles sehr rhythmisch gehalten, wenig davon eingängig, sodass es hängenbleiben würde. Lediglich die beiden Nummern „Hang Down Your Head“ und „Time“ bilden da für mich hörenswerte Ausnahmen. Die Texte sind zwar durchaus hörenswert, doch wenn diese musikalisch nicht lohnend umgesetzt werden, dann erschließt sich einem Vieles davon trotzdem nicht, da es einfach keinen Spaß macht zuzuhören. Nun, aber das ist mein Problem, man muss nicht alles hören können und schon gar nicht alles verstehen. Als Freund rockiger Töne wird man sich jedoch wohl eher schwer tun mit dieser durchaus sperrigen und ungewöhnlichen Musik, die wirklich schwer einzuordnen ist.

Fazit: „Rain Dogs“ gilt mit als das beste Album des Tom Waits. Es ist mir „normalen“ Maßstäben wohl nicht zu bewerten. Innovativ mag das durchaus sein, Vergleichbares kenne ich auch nicht. Nur trifft mich diese zum Teil atonale Musik nur ganz selten und Ausflüge in die 20er Jahre, in den Zirkus oder ins Cabaret sind auch nicht mein Ding. Für mich ist Tom Waits nicht zu fassen, tut mir leid. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Hang Down Your Head, Time



Mittwoch, 19. Juli 2017

Godley & Creme – The History Mix Volume 1




Godley & Creme – The History Mix Volume 1


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Wet Rubber Soup (9:30)
- Rubberbullets
- Minestrone
- I'm Not In Love
2. Cry (8:54)
3. Light Me Up (4:30)
4. An Englishman In New York (5:52)
5. Save A Mountain For Me (3:34)
6. Goldenboy (5:46)

Gesamtspieldauer: 38:06




Eine Art Kompilationsalbum stellt die Platte „The History Mix Volume 1“ von Kevin Godley und Lol Creme dar. Die beiden 10CC-Musiker, die zusammen und losgelöst von der Band ebenfalls einige Hits kreierten, sind hier in neuen Abmischungen, verlängerten Lied-Versionen und einem Medley zu hören. In vielen Aufzählungen wird diese Platte als das sechste von insgesamt sieben Studioalben der beiden britischen Musiker geführt. Einen „Mix Volume 2“ gibt es übrigens nicht.

Diese Zusammenstellung klingt mitunter verquer und will auch nicht mit jedem Takt und schon gar nicht mit jedem Titel ins Ohr gehen, da die beiden hier ihrer experimentellen Spiellaune und Produktion freien Lauf lassen. Zwei Nummern verhalten sich auf „The History Mix Volume 1“ jedoch wie reine Ohrwürmer und klingen überaus eingängig. Dies sind ausgedehnte Version des Stücks „Cry“, sowie „An Englishman In New York“. Zwei tolle Lieder, wobei sich die Nummer „Cry“ sogar in den US Billboard Hot 100 Charts auf Platz 16 platzieren konnte und somit die einzige Single des Duos darstellt, welche sich in den amerikanischen Charts abseits ihrer 10CC Erfolge dort wiederfand.

Zwei sehr eingängigen Stücken steht eine ganze Menge experimenteller Pop gegenüber. Hier hilft es ganz eindeutig, die Musik öfters zu hören, um sie sich besser erschließen zu können. Auch sind die einzelnen Stücke fest in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts verwoben, worauf Synthesizer und Keyboard unentwegt hinweisen. Godley & Creme machen alles andere als Musik, die anbiedernd klingt. Die Lieder hören sich immer spannend und irgendwie anders an, als das, was man sonst so zu hören bekommt. Und wenn dann auch noch solch Titel wie „Cry“ oder „An Englishman In New York“ dabei herauskommen, dann lohnt es noch mehr, mal genauer hinzuhören.

Fazit: Pop-Musik, die anders klingt. Das machten Kevin Godley und Lol Creme zusammen mit Graham Gouldman bei 10CC und das können sie auch außerhalb der Banden ihrer Band. Zum Teil klingt „The History Mix Volume 1“ sehr eingängig, zum Teil auch sehr gewöhnungsbedürftig, immer jedoch ungewöhnlich. Deutlich andere Musik als der Mainstream des Pop. Neun Punkte.

Anspieltipps: Cry, An Englishman In New York



Donnerstag, 13. Juli 2017

Stephan Sulke – Versöhnung




Stephan Sulke – Versöhnung


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Intercord Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Liedermacher, Schlager, Pop


Trackliste:

1. Und Ich Mach Es Halt Doch Noch Einmal (3:58)
2. Der See In Meinem Land (1:56)
3. Weisst Du Was Ich Lieb Dich (2:54)
4. Du Ich Und Sie (2:05)
5. Das Paradies (2:22)
6. Ich Fühle Dich Schlagen (1:59)
7. Bin Da (3:01)
8. Die Kinder Sind OK (2:56)
9. Mann Ich Gebs Auf (3:00)
10. Gefunden (1:55)
11. Kleine Annabella (1:59)
12. Das Lied (1:38)

Gesamtspieldauer: 29:43




Sein neuntes Studio-Album nannte der Schweizer Sänger Stephan Sulke „Versöhnung“. Es erschien im Jahr 1985 auf dem Label Interchord, welches in die EMI-Gruppe überging und inzwischen schließlich Teil der Universal Music Group ist. Auf „Versöhnung“ wurde Stephan Sulke poppiger, der Chanson-Charakter seiner Lieder trat etwas deutlicher in den Hintergrund – trotzdem ist auch dieses musikalische Genre auf der Platte noch vertreten.

„Versöhnung“ ist zumindest abwechslungsreicher geworden. Durch den etwas poppigeren Ansatz vieler Lieder wurde die Musik des Stephan Sulke deutlich massenkompatibler. Trotzdem ist das noch Musik, die ganz bestimmt nicht für jede und jeden geeignet ist. Als Beispiel seien hier zunächst die drei letzten Stücke des Albums angeführt. „Gefunden“, „Kleine Annabella“ und „Das Lied“ sind allesamt drei sehr kurze Titel, die durchaus ins Ohr gehen. „Kleine Annabella“ ist dabei eine Pop-Nummer, die anderen beiden erwähnten Stücke sind sanfte und nachdenkliche Lieder, fast zerbrechlich wirkend. Allen drei Titeln ist gemeinsam, dass sie ins Ohr gehen. Wobei die sanften Stücke nachdenkliche Texte aufweisen, „Kleine Annabella“ allerdings mit einem Text versehen wurde, der unfassbar peinlich klingt. Zuckersüß und für erwachsene Menschen wirklich schwierig durchzuhalten lässt er Überlegungen aufkommen, was sich ein erwachsener Mann wohl dabei gedacht hat – aber auch in diesem Fall ist das natürlich reine Geschmackssache. 

Die erste Seite des Albums plätschert so vor sich hin, kann selten bis gar nicht überzeugen. Dies ist in musikalischer Hinsicht, wie in textlicher zu verstehen. Immer wieder verfällt Stephan Sulke in allzu süßes Gesäusel umgeben von Melodien, die keineswegs packen. So ist als weiterer Höhepunkt noch ein Lied der zweiten LP-Seite zu nennen. „Die Kinder Sind OK“ ist ebenfalls ein Pop-Lied. Schöne und eingängige Melodie, die flott und fast schon ein wenig rockig aus den Boxen quillt und die sich festsetzt. Der Text soll wohl mitunter „cool“ klingen, heute wirkt dies allerdings etwas unfreiwillig komisch, aber so passt es wenigstens, wie Vieles aus den 80er Jahren, stimmig zur Entstehungszeit des Albums.

Fazit: Ein paar schöne Stellen weist „Versöhnung“ auf. Wenn Stephan Sulke sehr ruhig und sanft klingt, hört er sich überzeugend an, wenn auch sehr weich – mitunter hart an der Grenze. Auch einige Pop-Melodien gibt es hier zu hören, die ganz nett klingen. Aber natürlich wird diese Musik einen Rock-Freund aus dem Raum treiben. Sehr negativ ist dabei auch wieder die Kürze der Laufzeit des Albums zu erwähnen. Unter einer halben Stunde für ein Studio-Album, das klingt nach sehr wenig Ideen und als ob wirklich alles, was gerade zur Verfügung stand, auch gepresst werden musste. Manchmal klingt es auch leider so. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Ich Fühle Dich Schlagen, Die Kinder Sind OK, Gefunden, Kleine Annabella, Das Lied



(Leider kein Video verfügbar)

Dienstag, 27. Juni 2017

Various Artists – MTV’s Rock ‘n Roll To Go




Various Artists – MTV’s Rock ‘n Roll To Go


Label: Elektra


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock, Pop, New Wave, Disco


Trackliste:

1. Pat Benatar – Hell Is For Children (4:46)
2. The Cars – Drive (3:57)
3. The Fixx – Are We Ourselves? (2:28)
4. Hall & Oates – Say It Isn’t So (3:59)
5. Billy Idol – Rebel Yell (3:43)
6. Kiss – Lick It Up (3:54)
7. Cyndi Lauper – She Bop (3:41)
8. Madonna – Lucky Star (3:51)
9. Steve Perry – Oh Sherrie (3:48)
10. Ratt – Round And Round (4:23)
11. The Police – King Of Pain (4:55)
12. Thompson Twins – Hold Me Now (4:45)
13. Tina Turner – What’s Love Got To Do With It (5:42)
14. Wang Chung – Dance Hall Days (4:00)

Gesamtspieldauer: 57:52




Manchmal ist es ganz nett, eine Zusammenstellung von Titeln zu hören, die vor langer Zeit alle einmal Hits waren und in den Radiostationen zur Zeit ihrer Aktualität rauf und runter liefen. Selbstverständlich kann es dabei nicht passieren, dass einem alles zusagt, was man dabei zu hören bekommt. Zu unterschiedlich sind die musikalischen Genres und Stilrichtungen, die hierbei bedient werden. Im Falle von „MTV’s Rock ‘n Roll To Go“, welches im Jahr 1985 veröffentlicht wurde, sind das „Rock“, „Pop“, „New Wave“, „Disco“ und diverse Unterarten dieser Genres. Veröffentlicht wurde die Platte auf dem Label Elektra.

Allzu anspruchsvoll ist die hier zu hörende Musik freilich nicht. Es handelt sich ausnahmslos und Chart-Musik, die schnell ins Ohr gehen soll. Die Lieder stammen dabei zum überwiegenden Teil aus den Jahren 1983 und 1984. Nur der Opener „Hell Is For Children“ von Pat Benatar bildet da eine Ausnahme. Dieses Lied entstand bereits im Jahr 1980. „MTV’s Rock ‘n Roll To Go“ bietet eine ganz nette Übersicht, was Anfang bis Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts alles so in den Charts lief und „in“ war. Zugegebenermaßen ist nicht jedes der vierzehn Lieder ein Chartstürmer gewesen oder unbedingt übermäßig bekannt, irgendwelche Lückenbüßer befinden sich allerdings auch nicht auf der Scheibe.

Fazit: Um in die Musik Anfang bis Mitte der 80er Jahre einzusteigen, dazu ist dieses Kompilationsalbum mit dem Titel „MTV’s Rock ‘n Roll To Go“ bestens geeignet. Damit stößt diese Zusammenstellung allerdings auch schon an ihre Grenzen, denn die musikalischen Stile sind darauf so weit gefächert, dass einem unmöglich alles gefallen oder ansprechen kann. Von daher kann man diese Platte sehr gut als Hintergrundmusik einer 80er Jahre Party laufen lassen, wobei hier definitiv für jeden etwas dabei ist. Immerhin. Fünf Punkte.

Anspieltipps: The Cars – Drive, Cyndi Lauper – She Bop, Tina Turner – What’s Love Got To Do With It



Samstag, 27. Mai 2017

Double – Blue




Double – Blue


Besetzung:

Kurt Maloo – lead vocals, multi-instruments
Felix Haug – multi-instruments


Gastmusiker:

Christian Ostermeier – saxophone, flute
Bob Morgan – trombone on "Woman Of The World"
Thomas Jordi – fretless bass on "Tomorrow"
Liz McComb – additional vocals on "I Know A Place" and "Your Prayer Takes Me Off"


Label: Metronome Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Woman Of The World (3:53)
2. I Know A Place (3:40)
3. The Captain Of Her Heart (4:35)
4. Your Prayer Takes Me Off (6:20)
5. Rangoon Moon (4:01)
6. Urban Nomads (4:58)
7. Love Is A Plane (3:40)
8. Tomorrow (4:35)

Gesamtspieldauer: 35:42




Double waren eine Schweizer Band, ein Duo. Dieses gründete sich im Jahr 1983 und hatte mit ihrem ersten Album „Blue“, welches im Jahr 1985 veröffentlicht wurde, bereits ihren Höhepunkt erreicht. Zwei Jahre später folgte dann noch das deutlich weniger erfolgreiche zweite Album „DOU3LE“ und 1989 löste sich die Band schließlich wieder auf. Zum 20. Jahrestag von Double wollten die beiden Double-Musiker Kurt Maloo und Felix Haug neue Aufnahmen der Band herausbringen, doch im Jahr 2004 starb Felix Haug völlig überraschend und mit lediglich 52 Jahren an einem Herzinfarkt.

Double klingen leicht jazzig auf „Blue“, dabei immer irgendwie swingend und locker. Allerdings muss man genau diese relaxte Art der Musik auch mögen, um mit der Scheibe etwas anfangen zu können. Diese etwas poppige und jazzige Musik geht nicht unbedingt sofort ins Ohr, oftmals auch gar nicht. Cool wirkt das Ganze durchaus und klingt auch so, mitreißend ist dies allerdings nicht.

Nun, ein Titel auf „Blue“ sticht jedoch sehr aus den insgesamt acht Nummern heraus. Das ist das Lied „The Captain Of Her Heart“. Ein wunderschönes und sanftes Stück, welches jetzt wirklich gut ins Ohr geht und dabei sogar diesen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist. Das Lied konnte sich selbst in den USA in den Charts platzieren und war das Ausrufezeichen der Band, wodurch man bei Blue durchaus von einem „One Hit Wonder“ sprechen kann. Ansonsten ist da noch der letzte Titel auf „Blue“, das Lied „Tomorrow“, welches noch halbwegs interessant und eingängig klingt. Der ganze Rest versinkt irgendwie in weicher Süße, die zumindest mich überhaupt nicht mehr zu packen versteht.

Fazit: Jazzigen Pop bekommt man auf „Blue“ von der Schweizer Band Double zu hören. Dieser umgarnt einen größtenteils mit sehr süßlicher Atmosphäre, wirkt dabei sehr relaxt und absolut entspannt, kann aber leider jedoch so gar nicht überzeugen. Das gilt allerdings nicht für das Lied „The Captain Of Her Heart“, welches einen Ohrwurm darstellt, den man so schnell nicht mehr vergisst. Ansonsten ist das absolut keine Musik für einen Rock Fan. Fünf Punkte.

Anspieltipps: The Captain Of Her Heart, Tomorrow