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Samstag, 18. Februar 2023

Deus – How To Replace It

 



Deus – How To Replace It


Besetzung:

Tom Barman – vocals, guitars, bass, piano, synthesizers, claps
Klaas Janzoons – violin, keyboards, synthesizer, piano, organ, percussion, clavichord, backing vocals, claps
Alan Gevaert – bass, guitars, backing vocals
Stephane Misseghers – drums, percussion, timpani, vocals, backing vocals


Gastmusiker:

Mauro Pawlowski – guitars, strings, backing vocals
Bruno De Groote – guitars, piano, banjo
Joris Caluwaerts – synthesizer
John Birdsong – trumpet
Bandoneon – Gwen Cresens
Sjoerd Bruil – guitars
Sebastian van den Branden – drums, percussion, synthesizer
CJ Bolland – synthesizer, programming
Steve de Bruyn – blues harp
Lies Lorquet – vocals, backing vocals
Sylvie Kreusch – backing vocals
Destiny Adia Andrews – choir
Naomi Leanne Parchment – choir
Kersha Bailey – choir




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. How To Replace It (5:30)
2. Must Have Been New (3:46)
3. Man Of The House (5:12)
4. 1989 (5:05)
5. Faux Bamboo (4:27)
6. Dream Is A Giver (4:34)
7. Pirates (4:42)
8. Simple Pleasures (3:32)
9. Never Gonna Get You High (3:36)
10. Why Think It Over (Cadillac) (5:07)
11. Love Breaks Down (3:42)
12. Le Blues Polaire (6:36)

Gesamtspieldauer: 55:54



Nach elf Jahren, nachdem wohl nur noch wenige Hörerinnen und Hörer damit gerechnet haben, veröffentlichen die Belgier endlich wieder ein neues, ihr achtes Studioalbum. „How To Replace It“ heißt dieses und erschien am 17. Februar auf dem Plattenlabel Pias Recordings.

Manchmal scheint die Zeit wahrlich still zu stehen beziehungsweise scheinen sich Dinge doch nicht zu ändern. Denn auch nach solch einer langen Zeit klingen dEUS immer noch nach dEUS. Das bedeutet, man hört auf „How To Replace It“ immer noch diesen unverwechselbaren Sound, der so typisch für die im Jahr 1991 in Antwerpen gegründete Band ist: Immer wieder überraschender Alternative Rock, der auch mal mit schrägeren Tönen daherkommt und sich trotzdem eingängig und melodisch anhört.

Auf „How To Replace It“ klingt es mal rockig, mal poppig, mal progressiv, dann wieder ein wenig experimentell, mal elektronischer, mal sehr viel „handgemachter“. Einige musikalische Stile werden hier miteinander kombiniert, ohne dass dies konstruiert klingen würde. Gemeinsam ist all den Stücken zudem, dass sie mit jedem weiteren Durchlauf noch besser zu klingen scheinen, denn auch so mancher „dissonanter“ Ton, so manch überraschende Wendung muss erst vom Ohr verarbeitet werden, um beim wiederholten Hören schon sehr viel vertrauter und schließlich genau richtig zu erklingen. Dies macht „How To Replace It“ zusätzlich spannend. Mit dem letzten Titel „Le Blues Polaire“ hat Tom Barman dieses Mal auch ein Lied ganz in Französisch eingesungen.

Mit den Favoriten auf einem Album ist das natürlich immer Geschmackssache. Mein Favorit auf „How To Replace It“ ist das Eröffnungs- und Titelstück. In diesem Lied kumuliert sich alles, was für mich die Musik der Belgier ausmacht. Besondere Musik, die anders klingt als andere Bands. Und da sich zudem kein Ausfall auf diesem achten Album von dEUS befindet, macht es einfach Spaß die Platte aufzulegen und in einem durchzuhören.

Fazit: Unverwechselbar dEUS, auch nach bald elf Jahren, seit dem letzten Studioalbum. Wer die Musik der Belgier von früheren Alben her kennt und mochte, wird sicherlich auch von „How To Replace It“ nicht enttäuscht werden. Alternative Rock, der irgendwie anders klingt. Für „Andershörerinnen“ und „Andershörer“ sehr lohnend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: How To Replace It



Dienstag, 21. Februar 2017

Deus – Selected Songs 1994 – 2014




Deus – Selected Songs 1994 – 2014


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Play It Again Sam


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Independent Rock


Trackliste:

CD1:

1. Instant Street (6:13)
2. The Architect (3:57)
3. Little Arithmetics (4:29)
4. Constant Now (3:46)
5. Hotellounge (Be The Death Of Me) (6:23)
6. Slow (6:09)
7. Roses (4:52)
8. Via (4:12)
9. Quatre Mains (4:54)
10. Fell Off The Floor, Man (5:14)
11. Sun Ra (Live At A38 Budapest, 03.03.2012) (6:13)
12. Suds & Soda (5:13)
13. Theme From Turnpike (5:46)
14. Ghost (4:33)
15. Bad Timing (7:07)


CD2: 

16. The Real Sugar (3:57)
17. Nothing Really Ends (5:28)
18. Serpentine (3:18)
19. Magic Hour (5:24)
20. Eternal Woman (4:23)
21. Right As Rain (4:22)
22. Include Me Out (5:01)
23. 7 Days, 7 Weeks (3:54)
24. Nothings (2:29)
25. Wake Me Up Before I Sleep (2:55)
26. Smokers Reflect (4:27)
27. Secret Hell (5:00)
28. Magdalena (4:58)
29. Disappointed In The Sun (6:04)
30. Twice (We Survive) (4:31)

Gesamtspieldauer CD1 (1:19:09) und CD2 (1:06:17): 2:25:26




„Selected Songs 1994 – 2014“ ist eine Art „Best Of…“-Album der belgischen Band Mal Deus, die sich hin du wieder auch gerne dEUS schreibt. Tom Barman, der Kopf hinter der „Überschrift“ Deus, hat hier dreißig Titel auf zwei CD’s zusammengestellt, die das Wirken und Schaffen der Band in diesen zwei Jahrzehnten durchaus sehr gut wiedergeben. Neben den etwas bekannteren Stücken gibt es hier auch ausgefallenere Musik zu hören, die Deus eben zu einer ganz besonderen und garantiert nicht alltäglichen Band werden lässt.

Mag man diesen Sound von Deus, dann wird man begeistert sein von „Selected Songs 1994 – 2014“. Die Lieder sind auf dem Album so angeordnet, dass ein eher „normales“ Alternative- bis Independent-Rock Lied zwischen zwei Nummern angesiedelt ist, die dann deutlich experimenteller und schräger klingen. So wird die Scheibe niemals langweilig, allerdings kann man sich hier auch nicht auf eine bestimmte Richtung in der Musik einstellen. Dies liegt auch daran, dass die Stücke nicht chronologisch angeordnet wurden, sondern wild durcheinandergemischt sind. Die etwas avantgardistischeren Titel der frühen Zeit treffen auf die eher rockigen Nummern der neueren Karriere von Deus.

Unveröffentlicht war von den Titeln bisher nur die Live-Version von „Sun Ra“, ansonsten befinden sich die Lieder auf den bisherigen Studio-Alben. Höhepunkte findet man natürlich einige auf „Selected Songs 1994 – 2014“, wenn man diese ausgewählten Stücke sicherlich auch nicht alle als die Lieder ansieht, welche man selbst dem Album hinzugefügt hätte. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Um jedoch zumindest ein paar Höhepunkte zu nennen, seien an dieser Stelle die Lieder „Instant Street“, „The Architect“, „Quatre Mains“, „Theme From Turnpike“, „Bad Timing“, „Right As Rain“, „Magdalena“ und „Twice (We Survive)“ erwähnt. Alles Indie-Rock-Stücke, die das gewisse Etwas haben, was einen guten Song von einem mittelmäßigen unterscheidet. Alles Nummern, die ins Ohr gehen und dabei niemals platt klingen. Jemand anderes hätte hier aber wohl wieder andere Titel aufgeführt, auch hier, Geschmackssache eben.

Fazit: „Selected Songs 1994 – 2014“ ist ein „Best Of…“-Album der belgischen Band Deus. Besitzt man die Studioalben bereits, so muss man diese Scheibe wahrlich nicht besitzen, auf der lediglich das live eingespielte „Sun Ra“ in dieser Version noch unbekannt ist. Mag man sich allerdings einen Überblick über das Werk von Deus in diesen Jahren verschaffen, so ist „Selected Songs 1994 – 2014“ sicherlich eine lohnende Anschaffung. Die Musik selbst ist interessanter und spannender Indie-Rock, die lohnt gehört zu werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bad Timing, Magdalena, Twice



Mittwoch, 14. Oktober 2015

Deus – Keep You Close




Deus – Keep You Close


Besetzung:

Tom Barman – vocals, guitar, keyboards
Klaas Janzoons – violin, keyboards, vocals, percussion, string arrangements
Stéphane Misseghers – drums, percussion, vocals, keyboards
Mauro Pawlowski – guitar, vocals, keyboards, string arrangements
Alan Gevaert – bass, vocals, guitar, mandolin


Gastmusiker:

Els Becu – marimba, vibraphone
Jon Birdsong – bugle, horns, trumpet
C. J. Bolland – additional programming
Esmé Bos – backing vocals
Stefan Bracaval – extended flutes
Greg Dulli – vocals
Anton Janssens – rhodes piano
Roos Janssens – backing vocals
Trijn Janssens – backing vocals
Sabine Kabongo – backing vocals
Mark Steylaerts Ensemble – strings
Charlotte Timmers – backing vocals
Piet Van Bockstal – oboe
Tim Vanhamel – vocals


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Keep You Close (5:16)
2. The Final Blast (4:39)
3. Dark Sets In (4:53)
4. Twice (We Survive) (4:33)
5. Ghost (4:36)
6. Constant Now (3:48)
7. The End Of Romance (4:38)
8. Second Nature (4:03)
9. Easy (6:38)

Gesamtspieldauer: 43:08




„Keep You Close“ heißt das sechste Studio-Album der belgischen Independent Rockband Deus, die sich eigentlich „dEUS“ schreibt. Und um es gleich vorweg zu nehmen, „Keep You Close“ ist ein gutes und sehr überzeugendes Album geworden. Es erschien im Jahr 2011 beim belgischen Universal Music Ableger und ist angefüllt mit jeder Menge sehr eingängiger und melodiöser Lieder. Die Musik auf „Keep You Close“ ist dabei keineswegs „hart“, sondern sehr viel eher im Mid-Tempo angesiedelt.

Absolut melodiös und eingängig klingen die hier enthaltenen Lieder, die einzelnen Titel zünden bereits beim ersten Hören und bleiben auch nachhaltig hängen. Das beginnt sofort mit dem Opener und dem gleichzeitigen Titellied „Keep You Close“. Eine rockige Nummer, leicht angepoppt und mit zahlreichen Streichern garniert, die hier überhaupt nicht aufgesetzt klingen, sondern das richtige Maß finden. Der erste Ohrwurm auf der Platte. Das ist auch „Dark Sets In”, allerdings in der etwas rockigeren Version. Jedoch auch hier gilt: Großartige Anlaufzeit benötigt auch dieses Lied nicht, um zu überzeugen und sich im Musikzentrum des Hörers festzusetzen.

Und so könnte ich hier einen Titel nach dem anderen aufführen, denn auf „Keep You Close” gibt es nur wenig zu bemängeln – wenn überhaupt – und auch keinerlei Ausfälle zu beklagen. Natürlich erfinden die Belgier hier die Musik nicht neu, jedoch zelebrieren sie auf dieser Scheibe mitreißenden Independent Rock, der es in sich hat und mit jedem Takt, jedem Akkord zu überzeugen versteht. Und dass es dabei nicht immer ganz geradlinig zugehen muss, beweisen die fünf Musiker mit der letzten Nummer „Easy“, die gar nicht mal so „easy“ klingt, sondern etwas verschroben, fordernder und trotzdem ebenfalls ins Ohr geht.

Fazit: Ein tolles Independent Rock Album haben dEUS hier ihren Hörern vorgelegt, welches sicherlich mit zu den besten der Band überhaupt gehört. Es ist immer wieder schön zu sehen beziehungsweise zu hören, dass manche Musiker nach spätestens drei Alben eben noch nicht ihr „ganzes Pulver verschossen“ haben, sondern immer noch tolle Platten vorlegen können. Auf „Keep You Close“ gibt es was für den Rock Fan und auch, aufgrund der Melodiösität, etwas für Freunde der eher eingängigeren, sanfteren Töne. Ein Album, welches Spaß macht auf mehr. Elf Punkte.

Anspieltipps: Keep You Close, Dark Sets In, Twice (We Survive), Easy



Freitag, 14. August 2015

Deus – Vantage Point




Deus – Vantage Point


Besetzung:

Stéphane Misseghers – drums
Klaas Janzoons – violin, keyboards, mandoline
Alan Gevaert – bass
Mauro Pawlowski – guitar
Tom Barman – vocals, electric and acoustic guitar


Gastmusiker:

Lies Lorquet – vocals
Karin Dreijer Andersson – vocals
Guy Garvey – vocals


Label: V2 Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. When She Comes Down (5:05)
2. Oh Your God (3:51)
3. Eternal Woman (4:22)
4. Favourite Game (4:11)
5. Slow (6:08)
6. The Architect (3:56)
7. Is A Robot (4:57)
8. Smokers Reflect (4:26)
9. The Vanishing Of Maria Schneider (4:43)
10. Popular Culture (4:56)

Gesamtspieldauer: 46:41




Klar, Bands entwickeln sich weiter. „Vantage Point“ ist das fünfte Album der belgischen Band um den Songschreiber, Gitarristen und Sänger Tom Barman und erschien im Jahr 2008, vierzehn Jahre nach dem Debut-Album „Worst Case Scenario“. Im Falle von Deus bedeutet diese „Weiterentwicklung“ allerdings eine Entwicklung hin zur „Normalität“. Aus der oftmals experimentellen Band Deus ist eine etwas angepasstere Rock-Band geworden, die sich dem Markt gegenüber etwas geöffnet hat, um vielleicht dort auch noch Fans zu gewinnen.

Dass solch eine Vorgehensweise nicht auf ungeteilten Zuspruch bei den Fans der ersten Tage treffen dürfte, ist nicht weiter verwunderlich. Dennoch darf man Deus auch nicht Unrecht tun. Nach 08/15-Rock klingt das nämlich immer noch nicht. Auf „Vantage Point“ hört man Independent Rock, der zumeist im Mid-Tempo angesiedelt ist und keineswegs zu angepasst, sondern immer noch spannend und interessant klingt. Auch benötigt man durchaus einige Durchläufe der Scheibe, um mit ihr wärmer zu werden. So beim ersten Hören will da nur wenig sofort zünden. Dann jedoch, nach mehrmaligem Durchhören, erschließen sich einem die Melodien sehr viel besser und bleiben plötzlich auch hängen.

Zwar können einen auch dann, nach vielen Malen des Hörens, noch nicht alle Titel restlos überzeugen, jedoch zeigen sich auch einige Perlen auf „Vantage Point“. Eine davon ist sicherlich „Slow“, das längste Lied des Albums. Hier klingen Deus durchaus noch ein wenig wie im letzten Jahrtausend. Das ist Lied weist einige experimentelle Züge bezüglich der Instrumentierung auf, ist spannend und mit einem wunderschönen Refrain ausgestattet, der immer mehr in den Fokus des Songs rückt. Ein weiterer Höhepunkt ist die letzte Nummer der Scheibe, „Popular Culture“. Sehr eingängig, selbst beim ersten Mal des Hörens. Dazu singt ein ganzer Chor im Refrain, lässt das Stück noch ein wenig melodiöser werden. Ein Lied, welches hängenbleibt. Neben diesen beiden Höhepunkten finden sich durchaus noch weitere sehr gelungene Nummern, die sowohl den Fans der ersten Stunde der Band, wie auch neuen Freunden der Musik von Deus gefallen dürften.

Fazit: Klar, Deus ist nicht mehr dieselbe Band, die sie zehn Jahre zuvor war. Viele kritisieren das. Die Band hat sich „weiterentwickelt“, wie man so schön sagt, was nicht zuletzt wohl auch daran liegen dürfte, dass es im Laufe der Jahre einige Umbesetzungen im Line-Up von Deus gab. Dazu hat sich die Musik allgemein natürlich auch weiterentwickelt, ist nie stehengeblieben, was selbstverständlich auch immer Auswirkungen auf eine Band haben kann, wenn sie denn nicht selbst der Taktgeber ist. Deus ist etwas angepasster geworden, trotzdem weiß die Platte „Vantage Point“ an vielen Stellen zu überzeugen und so richtige Ausfälle gibt es ohnehin nicht zu beklagen. Von daher – hörenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Slow, Popular Culture 



Mittwoch, 1. Oktober 2014

Deus – Pocket Revolution




Deus – Pocket Revolution


Besetzung:

Stéphane Misseghers – drums
Klaas Janzoons – violin, keyboards, mandoline
Alan Gevaert – bass
Mauro Pawlowski – guitar
Tom Barman – vocals, electric and acoustic guitar


Label: V2 Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Bad Timing (7:08)
2. 7 Days, 7 Weeks (3:53)
3. Stop-Start Nature (4:28)
4. If You Don't Get What You Want (3:49)
5. What We Talk About (When We Talk About Love) (4:49)
6. Include Me Out (5:02)
7. Pocket Revolution (6:01)
8. Nightshopping (4:04)
9. Cold Sun Of Circumstance (5:44)
10. The Real Sugar (3:59)
11. Sun Ra (6:44)
12. Nothing Really Ends (5:36)

Gesamtspieldauer: 1:01:16




„Pocket Revolution“ wurde sechs Jahre nach dem Vorgänger „The Ideal Crash“ veröffentlicht und stellt gleichzeitig das vierte Album der belgischen Band Deus dar, die im mGrunde genommen „dEUS“ heißt. Nun, wer auf gut gemachten Alternative Rock sehr, der melodiös ist und sofort ins Ohr geht, dem sei diese Platte wärmstens empfohlen.


Ganz im Stile des Vorgängers, bekommt der geneigte Musik-Freund auch auf „Pocket Revolution“ sehr intelligenten und spannenden Rock geboten, der mal sanfter, mal härter aus den Boxen dringt und an ein paar Stellen fast schon zu explodieren scheint. Und dies immer dann, wenn Sänger, Gitarrist und hauptsächlicher Songschreiber Tom Barman alles, aber wirklich auch alles, aus seiner Gitarre herauszuholen versucht – was ihm dann auch heftig gelingt. Aber natürlich ist „Pocket Revolution“ kein Metal oder Progressive Rock Album oder dergleichen. Diese „Ausflüge“ werden auf einzelne Passagen begrenzt, ansonsten stehen bei den einzelnen Liedern eher Harmonie und Eingängigkeit im Vordergrund.

Nach einem 08/15-Album, welches sich dem Mainstream verschrieben hat, klingt „Pocket Revolution“ ebenfalls nicht. Immer wieder gilt es tolle Einfälle zu erhören. Zudem ist zwar ein musikalischer Stil zu erkennen, der eindeutig der Musik von Deus zuzuordnen ist, jedoch gleicht kein Lied dem anderen. Immer wieder wird mit Stimmungen und Atmosphären gespielt, sodass man sich getragen fühlt, getragen auf einer Reise, die einen an verschiedenste Orte führt. Mal schnell, mal langsam, mal geradlinig, mal verspielt, mal laut, mal leise und zurückhaltend. Spannend, abwechslungsreich und lebendig klingt das alles.

Fazit: Irgendwie schon was Besonderes, auch wenn das nicht so ohne Weiteres in Worte zu fassen ist, geschweige denn beim ersten Hören offensichtlich wird. Falsches Wort: „hörbar“ ist. Alternative Rock, der einfach interessant klingt und Spaß macht – und ein Füller oder irgendwelche Ausschussware befindet sich ebenfalls nicht auf dem Album. Dazu noch Lieder, die einfach rocken, manchmal eskalieren und trotzdem auf ihre Art und Weise melodiös zu sein scheinen. Hörenswert, zehn Punkte.

Anspieltipps: Bad Timing, Pocket Revolution, Sun Ra



Donnerstag, 27. September 2012

Deus - My Sister Is My Clock




Deus – My Sister Is My Clock (EP)


Besetzung:

Jules de Borgher – drums
Klaas Janzoons – violin, piano, percussion, delay
Rady Trouve – guitar, vocals, piano, synthesizer, rhythm-box, bass, toy-horns, matress, teeth, harp
Stef Camil Carlens – electric and acoustic guitar, vocals, bass, piano, bells, pipes
Tom Barman – electric and acoustic guitar, vocals, bass, piano, bells, pipes


Label: Island Records Ltd.


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Experimentalmusik


Trackliste:

1. Middlewave
2. Almost White
3. Healtinsurance
4. Little Ghost
5. How To Row A Cat
6. Only A Colour To Her
7. Sweetness
8. Sick Sugar
9. The Horror Partyjokes
10. Void
11. Sans Titre Pour Sira
12. Glovesong
13. Lore In The Forest

Gesamtspieldauer: 25:44




Die Angabe der einzelnen Lieder hätte ich mir bei dieser EP von Deus eigentlich sparen können, denn die vier Mannen um Bandleader Tom Barman haben darauf verzichtet, einzelne Tracks auf der EP zu hinterlegen. Das bedeutet, man kann den „Weiterknopf“ nicht drücken und muss sich durch das ganze Werk, laut Booklet aus dreizehn Einzeltiteln bestehend, hören. Und ganz ehrlich, das ist nicht einfach. Man bekommt Sprachfetzen zu hören und meist sehr, sehr atonales Geschrammel, Geklimper. Hier wurden Geräusche und Ansätze aufgenommen. Was sich die fünf Belgier dabei gedacht haben, entzieht sich meiner Kenntnis, das Ergebnis ist auf jeden Fall grauenvoll.

Die Band war sich im Klaren, dass diese „Musik“ wohl kaum auszuhalten ist und sofort die „Weiter-Taste“ betätigt werden würde, daraufhin wurde jedoch das „Skippen“ unterdrückt – man muss da echt durch! Wie schon des Öfteren vermerkt, stehe ich sogar auf abgefahrene und schräge Töne, wie sie in der progressiven Rockmusik immer wieder vorkommen. Aber das hier? Das grenzt fast an eine Zumutung.

Dieses Album war während des Hörens mein Kandidat für ein 0-Punkte-Werk auf unserem Blog. Doch dann passierte es wirklich noch bei 22:20. Ich habe ein Lied vernommen. Sogar noch ein ganz gutes Stück. Von daher hat es sich vielleicht doch noch gelohnt, die Scheibe der Länge nach durchzuhören, sie hat sich damit ihren einen Punkt redlich verdient.

Fazit: Das ist kein Alternative Rock, für den Deus sonst steht und unter dessen Überaschrift sie auch schon gute Scheiben veröffentlicht haben. Das ist auch kein progressiver Rock, das ist leider größtenteils nur Lärm und wenn man es gut meint: Töne. Ist auch wirklich nur was für Leute, die alles von Deus besitzen wollen.

Anspieltipps: Irgendwie zum Ende des gesamten Tracks kommen.




Sonntag, 6. Mai 2012

Deus – The Ideal Crash





Deus – The Ideal Crash


Besetzung:

Stéphane Misseghers – drums
Klaas Janzoons – violin, keyboards, mandoline
Alan Gevaert – bass
Mauro Pawlowski – guitar
Tom Barman – vocals, electric and acoustic guitar


Label: Island Records Ltd.


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Alternative


Trackliste:


1. Put The Freaks Up Front
2. Sister Dew
3. One Advice, Space
4. The Magic Hour
5. The Ideal Crash
6. Instant Street
7. Magdalena
8. Everybody’s Weird
9. Let’s See Who Goes Down First
10. Dream Sequence #1




Mit „The Ideal Crash“ haben die Belgier ein überzeugendes Album vorgelegt, denn es gibt jede Menge Highlights auf dieser Platte zu entdecken. Und das beginnt gleich mit „Put The Freaks Up Front“, dem ersten Track des Albums. Dieses Lied ist ein tolles Stück Musik, welches durch seine manchmal etwas „schrägeren“ Töne und seine Instrumentierung voll überzeugen kann. Eine nicht alltägliche Rockmusiknummer, bei der der Einsatz einer Trompete, etwa ab der Mitte des Liedes, einfach nur perfekt gesetzt ist. Diese bleibt zwar im Hintergrund, dominiert dennoch das ganze Lied. Das Stück ist überaus eingängig und bleibt auch länger hängen.

„Sister Dew“, Track Nummer zwei der CD, ist wohl eines der bekanntesten Lieder von Deus. Und das nicht umsonst, tritt doch auch hier das Gespür Tom Barmans für gute Melodien und deren Steigerungen sehr deutlich zu Tage. „Sister Dew“ ist ein schöner Song, bei dem alles irgendwie perfekt, in sich stimmig zu sein scheint. Etwa ab der Mitte des Stücks kommt es zu einer Steigerung der Melodie, indem das Keyboard ganz dezent im Hintergrund zur Fülle des Klangs beiträgt. Dabei klingt das sogar ein wenig schräg, ist auf seine Weise allerdings unglaublich eingängig. Wahrlich nicht alltäglich und sehr gut gemacht.

Richtig relaxt, melodiös und ein wenig sentimental geht es dann mit „One Advice, Space“ weiter. Ein schönes, verträumtes Lied, welches sogar ein bisschen sphärisch daherkommt. So stellt man sich Musik vor, die man hören will, wenn man mal einfach nur ein wenig ausspannen möchte.

Und so geht es weiter. Auf der Platte befindet sich kein Ausfall. Alle Titel haben etwas Besonderes, das sich lohnt entdeck zu werden. „Instand Street“ wird zum Beispiel mit einem Banjo eingeleitet, ist ebenfalls wieder sehr eingängig und klingt einfach relaxt. Und wer noch nicht entspannt ist, der kann es beim Hören werden. Erst mit „Everybody’s Weird“ wird es dann ein wenig schneller und ja, auch ein wenig „weird“. Eine schöne Abwechslung. Ebenfalls nicht zum Mainstream gehörend, geht es anschließend mit „Let’s See Who Goes Down First“ weiter. Ein Stück, welches fast schon als experimentell bezeichnet werden kann und im Songkatalog dieser Platte etwas aus der Reihe fällt. Längst nicht mehr so eingängig geht es schon ein wenig in die progressive Richtung der Musik.

Beendet wird die CD schließlich von „Dream Sequence #1“, die ihrem Namen ebenfalls alle Ehre macht. Allerdings handelt es sich bei dieser „Traumsequenz“ nicht unbedingt um einen ruhigen und seichten Traum… Klingt das Stück zunächst wie eine Synthi-Pop-Nummer so steigert es sich im weiteren Verlauf immer mehr und bedient dabei zusehends auch die etwas „schrägeren“ Töne.

Fazit: Ein schönes „Alternative Rockalbum“ haben uns die Belgier da geschenkt, welches weit entfernt vom Mainstream anzusiedeln ist. Hier hört man ein Banjo, Hörner, Streicher und immer wieder einen abgefahrenen Keyboardsound. Hier gibt es viel zu entdecken und Tom Barman hat einfach das Gehör für klasse Melodien, was nicht nur ich ihm bei der EP „My Sister In My Clock“ noch vollständig abgesprochen hatte. Das Album ist abwechslungsreich, dicht, meist sogar ziemlich ruhig, weiß aber immer wieder mit neuen Klanggebilden zu überraschen. Wer also auf „alternative Rockmusik“ steht, der kann mit diesem Album einfach nichts falsch machen. Für dieses Album gibt es 11 Punkte.

Anspieltipps: Put The Freaks Up Front, Sister Dew, One Advice, Space, Instant Street