Posts mit dem Label 1993 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 1993 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 15. Januar 2023

Al Stewart – Famous Last Words

 



Al Stewart – Famous Last Words


Besetzung:

Al Stewart – guitar, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Charlie Bisharat – violin
Rev. Dave Boruff – saxophone
Luis Conte – percussion
Ardeshir Farah – guitar (acoustic)
Denny Fongheiser – drums, percussion
Freebo – tuba
Ross Hogarth – guitar, mandolin, percussion
Robin Lamble – guitar (12 string), vocals (background)
Tim Landers – bass
Alan Matthews – cello
Neal Morse – vocals (background)
Daryl S. – viola, violin
Todd Sharp – guitar, guitar (acoustic), guitar (electric), slide guitar
Ed Tree – guitar, guitar (12 string), guitar (electric)
Peter White – accordion, guitar, guitar (acoustic), guitar (electric), keyboards, piano, string arrangements
Eric Williams – guitar (electric)
Peter Wood – laughs, organ (hammond), piano, voices


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Pop


Trackliste:

1. Feel Like (3:38)
2. Angel Of Mercy (3:53)
3. Don‘t Forget Me (5:23)
4. Peter On The White Sea (3:37)
5. Genie On A Table Top (3:49)
6. Trespasser (4:47)
7. Trains (8:17)
8. Necromancer (3:40)
9. Charlotte Corday (3:49)
10. Hipposong (1:53)
11. Night Rolls In (4:37)

Gesamtspieldauer: 47:28



„Famous Last Words“ heißt das zwölfte Studioalbum des schottischen Musikers Al Stewart. „Famous Last Words“ wurde am 21. September 1993 ursprünglich auf dem Plattenlabel EMI veröffentlicht. Anders als der Name des Albums vielleicht andeuten könnte, war die Platte noch nicht das letzte Album des Al Stewart. Vier weitere Platten folgten bisher noch und mit „Sparks Of Ancient Light“ im Jahr 2008 dann wohl wirklich das letzte Album des Schotten.

Auf „Famous Last Words“ hört man oft jenen Sound, für den Al Stewart bereits seit Beginn seiner Karriere steht. Sanfte Lieder, angesiedelt irgendwo zwischen Pop und Folk und immer schnell ins Ohr gehend. Doch Al Stewart variiert auf diesem zwölften Album dann doch etwas mehr. Mal klingt es ein wenig rockiger, dann wieder grooviger, schließlich hört man auch mal eine spanische Gitarre. Akkordeon, Saxophon und diverse Streicher haben ihren Auftritt und sorgen zusätzlich für einiges an Abwechslung auf diesem Album.

Für eingängige Melodien stand der Schotte schon immer. Und diese findet man auch auf „Famous Last Words“. Besonders gelungen klingen hier die Titel „Angel Of Mercy“, „Peter On The White Sea“ und „Charlotte Corday“. Letztgenannter Titel entstand aus einer Zusammenarbeit mit Tori Amos und ist vielleicht der Höhepunkt der ganzen Platte. Dieses Zusammenspiel von Akkordeon und Piano klingt wahrlich einnehmend.

Und der Rest des Albums? Nun, das sind bewährte Lieder im Stile des Al Stewart. Das gefällt mal mehr, mal weniger, reine Geschmackssache eben. Der etwas unbeholfene Gesang des Schotten zieht sich durch die ganze Platte, gehört aber eben auch zur Musik des Al Stewart. Richtige Ausfälle gibt es keine zu beklagen, bis auf die drei genannten Titel und mit Abstrichen noch das über achtminütige „Trains“ klingt der Rest allerdings auch nicht mehr großartig mitreißend.

Fazit: Al Stewart Fans wird „Famous Last Words“ sicherlich zusagen. Die Abwechslung auf dem Album überzeugt allerdings auch die etwas neutralere Zuhörerin. Im Vergleich zu den Veröffentlichungen der vorangegangenen Jahre klingt „Famous Last Words“ sehr viel spannender, zum Teil auch eingängiger und überzeugender als die Platten unmittelbar davor. Neun Punkte.

Anspieltipps: Angel Of Mercy, Peter On The White Sea, Charlotte Corday



Mittwoch, 11. August 2021

A-ha – Memorial Beach

 



A-ha – Memorial Beach


Besetzung:

Morten Harket – vocals
Magne Furuholmen – keyboards, backing vocals
Pål Waaktaar – guitars, drum programming, backing vocals


Gastmusiker:

Jørun B. Bøgeberg – bass guitar
Per Hillestad – drums
J.D. Steele – backing vocals on (2, 6)
Jevetta Steele – backing vocals (2, 6)
Kat Wilson– backing vocal (2, 6)




Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Rock


Trackliste:

1. Dark Is The Night For All (3:45)
2. Move To Memphis (4:22)
3. Cold As Stone (8:19)
4. Angel In The Snow (4:13)
5. Locust (5:08)
6. Lie Down In Darkness (4:31)
7. How Sweet It Was (6:02)
8. Lamb To The Slaughter (4:20)
9. Between Your Mama And Yourself (4:15)
10. Memorial Beach (4:36)

Gesamtspieldauer: 49:35



„Memorial Beach“ heißt das fünfte Studioalbum der norwegischen Band A-ha. Es erschien am 14. Juni 1993 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records. Das Album wurde hauptsächlich in Prince‘s Paisley-Park-Studios in den USA aufgenommen, war allerdings gleichzeitig das letzte Album von A-ha, was dort veröffentlicht wurde und konnte sich dort nicht einmal mehr in den U.S. Billboard 200 Charts platzieren. In England wie in Deutschland erreichte „Memorial Beach“ Platz 17 der Charts, in Norwegen selbstverständlich Platz 1.

Dabei klingt „Memorial Beach“ richtig gut, ist allerdings keine Mainstream-Pop-Musik mehr, wie noch das Debutalbum „Hunting High And Low“ acht Jahre zuvor. Auf „Memorial Beach“ hört man spannenden und auch eingängigen Rock, der erneut hauptsächlich von Pål Waaktaar geschrieben wurde. Lediglich „Lamb To The Slaughter“ stammt von Magne Furuholmen und das Lied „Move To Memphis“ ist eine Co-Produktion der beiden A-ha-Musiker. Das Album erklingt sehr abwechslungsreich mit rockigen und sanfteren Titeln, die niemals in die Belanglosigkeit abgleiten. Man hört keine Ausfälle auf „Memorial Beach“ und die Musik des Albums erinnert eher an U2 als an die Wurzeln von A-ha selbst.

Magne Furuholmen sieht das Eröffnungslied „Dark Is The Night For All“ als Höhepunkt des Albums an. Ein Lied, welches mich dann doch sehr an die Ursprünge der erinnert, was auf diesem Album jedoch eher die Ausnahme, denn die Regel darstellt. Mein klarer Favorit auf diesem Album ist das Lied „Cold As Stone“. In diesem achtminütigen Stück lassen A-ha die Musik, die Atmosphäre des Liedes wirken, sie geben dem Titel Zeit sich zu entwickeln. Der Höhepunkt des Albums und eines der besten Lieder von A-ha überhaupt. Und dazu gesellt sich der Umstand, dass auch die restlichen Lieder der Platte zu überzeugen wissen. Jede Nummer klingt und wirkt auf ihre Weise – rockig und spannend. Freilich hat diese Musik nichts mehr mit der zugegebenermaßen auch gelungenen Pop-Musik zu Beginn der Karriere der Band zu tun. Auf „Memorial Beach“ hört man, wie sich eine Band wirklich musikalisch anspruchsvoll entwickelt. Dass sich dies dann nicht mehr ganz so erfolgreich verkauft wie der Mainstream der Musik ist vielleicht bedauernswert, jedoch definitiv eine Tatsache.

Fazit: Nach diesem Album war erst mal Schluss mit A-ha. Obwohl nicht offiziell verkündet, gingen die Musiker anschließend Solo-Projekten nach. Das nächste Album sollte erst sieben Jahre später erscheinen. Schade, denn „Memorial Beach“ macht Spaß zu hören. Hier bekommt man fast keinen Pop mehr serviert, sondern spannenden und ebenfalls eingängigen Rock. Dieser variiert von sanft bis hin zum Mid-Tempo. Eine Hard Rock Band werden A-ha sicherlich nie, müssen sie auch nicht, denn auf „Memorial Beach“ haben sie ihren überzeugenden Stil gefunden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Cold As Stone



Mittwoch, 25. November 2020

Blur – Modern Life Is Rubbish

 



Blur – Modern Life Is Rubbish


Besetzung:

Damon Albarn – vocals, piano, keyboards, sleigh bells (on "Chemical World")
Graham Coxon – guitar, backing vocals, percussion (on "Turn It Up" and "Miss America")
Alex James – bass guitar
Dave Rowntree – drums


Gastmusiker:

Stephen Street – drumbox and handclaps (on "Advert"), S1000 (on "Colin Zeal"), typewriter bell
Kick Horns – brass ("Sunday Sunday")
Kate St John – oboe, cor anglais, saxophone ("Star Shaped")
The Duke String Quartet - strings ("For Tomorrow")


Label: Food Records


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: BritPop, Alternative Rock


Trackliste:

1. For Tomorrow (4:20)
2. Advert (3:45)
3. Colin Zeal (3:16)
4. Pressure On Julian (3:31)
5. Star Shaped (3:26)
6. Blue Jeans (3:54)
7. Chemical World / Intermission (6:33)
8. Sunday Sunday (2:38)
9. Oily Water (5:00)
10. Miss America (5:34)
11. Villa Rosie (3:55)
12. Coping (3:24)
13. Turn It Up (3:22)
14. Resigned / Commercial Break (6:11)

Gesamtspieldauer: 58:56



„Modern Life Is Rubbish“ heißt das zweite Studioalbum der englischen Band Blur. Es erschien am 10. Mai 1993 auf dem Plattenlabel Food Records. Nachdem das etwas rau und roh klingende Debut „Leisure“ sich relativ gut verkaufte, andererseits allerdings eine Tour durch die USA floppte, sah sich die Band auch auf Drängen der Plattenfirma hin genötigt, ein Album aufzunehmen, welches eher im Bereich des BritPop angesiedelt war und dort auch Verweise auf frühere englische Bands mit zu integrieren. Sehr erfolgreich, verglichen mit späteren Alben der Band, war „Modern Life Is Rubbish“ trotzdem nicht, denn es kletterte „lediglich“ bis auf Platz 15 der britischen Charts.

Zwar hört man den Einfluss früherer englischer Bands wie den Small Faces oder den Kinks, so richtig überzeugen kann „Modern Life Is Rubbish“ allerdings trotzdem nicht. Das liegt eindeutig an der Qualität der Lieder, die zwar nicht mehr so rau und ungeschliffen klingen wie häufig noch auf dem Debut, aber eben auch kaum ins Ohr gehen und sonst ebenfalls irgendwie nicht so recht zu zünden verstehen. Da hört man poppigen Rock, der durchaus an der ein oder anderen Stelle locker und leicht klingt, sehr viel seltener dafür eingängig. Und bei solch Nummern wie „Blue Jeans“ und „Miss America“ klingt es gar etwas sehr schräg und irgendwie falsch. Sicherlich mal ein anderes Stilmittel, jedoch deswegen auch noch lange nicht überzeugend.

Neben dem bereits erwähnten rockigen BritPop gibt es mit „Advert“ etwas Punk Rock zu hören. Und solch ein Lied wie „Sunday Sunday“ erinnert phasenweise sogar ein wenig an die erste Pink Floyd Platte. Dieses Lied stellt neben dem Opener „For Tomorrow“ auch einen vor drei Höhepunkten auf „Modern Life Is Rubbish“ dar. Letztgenannte Nummer klingt ein wenig schräg, vor allen Dingen im Refrain. Doch dieses Mal schaffen es Blur, dass sich die Melodie des Stücks auch im Ohr verfängt und hängenbleibt. „Colin Zeal“ ist eine ganz cool groovende Nummer, etwas rockiger, die ebenso zu den Höhepunkten des Albums gezählt werden kann.

Fazit: „Modern Life Is Rubbish“ ist wahrlich kein schlechtes Album geworden, allerdings auch kein restlos überzeugendes. Ein paar Höhepunkte hält die Platte für die Hörerin und den Hörer bereit, meist läuft die Musik allerdings nur so durch. BritPop der nicht ganz so eingängigen Sorte gibt es auf dem zweiten Album von Blur zu hören. Kein Lieblingsalbum, definitiv nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: For Tomorrow, Sunday Sunday, Colin Zeal



Dienstag, 15. September 2020

Rush – Counterparts




Rush – Counterparts


Besetzung:

Geddy Lee – bass, vocals, synthesizer
Neil Peart – drums, cymbals, electronic percussion
Alex Lifeson – electric and acoustic guitars


Gastmusiker:

John Webster – additional keyboards
Michael Kamen – orchestration and conducting on "Nobody's Hero"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Rock


Trackliste:

1. Animate (6:03)
2. Stick It Out (4:30)
3. Cut To The Chase (4:48)
4. Nobody‘s Hero (4:55)
5. Between Sun & Moon (4:37)
6. Alien Shore (5:47)
7. The Speed Of Love (5:02)
8. Double Agent (4:52)
9. Leave That Thing Alone (4:05)
10. Cold Fire (4:27)
11. Everyday Glory (5:11)

Gesamtspieldauer: 54:23




„Counterparts“ heißt das fünfzehnte Studioalbum der kanadischen Rock Band Rush und wurde am 19. Oktober 1993 in Kanada auf dem Plattenlabel Anthem Records und ansonsten weltweit auf dem Label Atlantic Records veröffentlicht. „Counterparts“ erreichte Platz 2 der Charts in den USA und kletterte in Kanada bis auf Platz 6. „Stick It Out“ war die erste Single-Auskopplung des Albums und hielt sich vier Wochen lang auf Platz 1 der Billboard Album Rock Tracks Charts. Als weitere Singles wurden die Lieder „Cold Fire”, „Nobody‘s Hero“, „Animate“ sowie „Double Agent“ veröffentlicht.

Wie schon auf dem Vorgängeralbum „Roll The Bones“, so hört man auch auf „Counterparts“ sehr auf den Mainstream angelegten Rock, der schnell ins Ohr gehen soll. Dies schafft diese Musik auch, anstrengend und nervig wirkt und klingt das nichts, allerdings doch eher langweilig und zum Teil auch absolut belanglos. Bestens Beispiel dafür ist das bereits erwähnte „Stick It Out“, welches sich vier Wochen auf Platz 1 der Album Rock Tracks Charts hielt. Geschrieben für das junge Rock Publikum in den USA, getrimmt auf einfachen Konsum.

Doch auch hier ist es so, wo Schatten ist, da muss es auch irgendwo Licht geben – glücklicherweise. „Nobody‘s Hero“ ist eine klasse Nummer, die nicht nur schnell ins Ohr geht, sondern auch nicht mehr so leicht verfliegt. Das Lied beginnt wie eine Folk Nummer, mit akustischer Gitarre und Gesang und steigert sich, wird rockiger und schließlich kommt sogar ein ganzes Orchester zum Einsatz. Sehr gelungen. Und dann wäre da noch „Leave That Thing Alone“. Eine groovige Nummer, die zum schnellen Mitwippen animiert. Das Lied ist ein abwechslungsreiches Instrumentalstück, bei dem auch der Rhythmusfraktion um Schlagzeug und Bass eine besondere und sehr gelungenen Rolle zukommt.

Fazit: „Counterparts“ ist eine leicht eingängige Scheibe geworden, auf der man sich nicht viel erschließen muss. An manchen Stellen klingt das leider langweilig bis belanglos, an anderer Stelle hört sich das Ganze sehr viel besser gelungen und auch spannender an. Von daher sicher kein schlechtes Album, wenn auch die nicht so gelungenen Lieder überwiegen. Rush-Fans werden „Counterparts“ sicherlich lieben, wie die Verkaufszahlen beweisen. Aber Verkaufszahlen waren ja noch nie ein Gütesiegel für musikalische Qualität. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Nobody‘s Hero, Leave That Thing Alone



Montag, 2. Dezember 2019

Novalis – Novalis Lebt!




Novalis – Novalis Lebt!


Besetzung:

Lutz Rahn – Keyboards
Fred Mühlböck – Gesang, elektrische und akustischen Gitarren, Querflöte
Detlef Job – Elektrische und akustischen Gitarren, Gesang
Hartwig Biereichel – Schlagzeug
Heino Schünzel – Bass, Gesang


Label: Vertigo


Erscheinungsjahr: 1993 (Musik 1981 - 1984)


Stil: Pop, Rock, Live


Trackliste:

1. Grenzen (6:52)
2. Fährmann (4:51)
3. Vielleicht bin ich ein Clown (6:40)
4. Danmark (3:31)
5. Kein Frieden (3:29)
6. Herbstwind (5:18)
7. Frühsport im Sachsenwald (5:51)
8. Du bist schön (3:57)
9. Cassandra (3:28)
10. Neumond (3:27)
11. Ich will hier raus (3:57)
12. Ich hab‘ noch nicht gelernt zu lieben (4:02)
13. Mit den Zugvögeln (3:25)
14. Alle wollen leben (4:54)
15. Kleinwenig mehr (3:19)
16. Sterntaucher (5:36)
17. Grenzen (2:47)

Gesamtspieldauer: 1:15:30




„Novalis Lebt!“ ist das zweite Live-Album der Hamburger Band Novalis und erschien im Jahr 1993, also etwa acht Jahre nach der Auflösung der Band. Die Aufnahmen auf dem Album stammen aus unterschiedlichen Konzerten der Jahre 1981 bis 1984. Die darauf zu hörenden Lieder waren erstmals auf den in diesen Jahren veröffentlichten Studioalben enthalten. Ausnahmen sind die beiden Lieder „Vielleicht bin ich ein Clown“ aus dem Jahr 1978 sowie „Alle wollen leben“ aus dem Jahr 1979.

Da Novalis in den Jahren, aus denen der Großteil der Lieder stammt, schon längst keine überzeugenden Alben mehr produzierten, ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch diese Zusammenstellung keineswegs mehr gelungen klingt. Es ist das Liedmaterial, welches einfach nicht mehr begeistern kann und somit auch dieses Album als nette Ergänzung zu den Studio-Versionen erscheinen lässt, zu mehr reicht es allerdings jedoch nicht. Lutz Rahn hatte bei Konzerten zur damaligen Zeit häufig ein 16-Spur-Bandgerät mitlaufen lassen, das Ergebnis kann sich klanglich durchaus hören lassen und wurde im Jahr 2016 auch noch mal von Eroc gelungen remastert. Besser werden die Lieder qualitativ dadurch aber leider auch nicht.

Gelungen sind die Live-Versionen vom Klassiker „Vielleicht bin ich ein Clown“ sowie die sehr schöne Instrumentalnummer „Mit den Zugvögeln“. Alle anderen Titel werden häufig zwar deutlich rockiger eingespielt, an Substanz oder Melodiösität oder Ideenreichtum gewinnen sie dadurch trotzdem kaum. Überholte, harte musikalische Kost.

Fazit: Möchte man hauptsächlich die Lieder von Novalis aus den 80er Jahren mal deutlich rockiger hören, so bietet das Live-Album „Novalis Lebt!“ hierzu die Möglichkeit. Die Musik selbst bleibt jedoch genauso langweilig wie bereits auf den entsprechenden Studioaufnahmen. Gelungenes gibt es wenig zu hören und wenn doch, dann klang es in der Studio-Version noch einen Tick besser. Nur für Novalis-Komplettisten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Vielleicht bin ich ein Clown, Mit den Zugvögeln



Donnerstag, 28. März 2019

Rio Reiser – Über Alles




Rio Reiser – Über Alles


Besetzung:

Rio Reiser – Gesang


Gastmusiker:

Andreas Herbig
Andreas Motzek
Annette Humpe
Caspar Besch
Christa Manner
Dörte Wiedorn
Eugen Stemmle
George Glueck
Graham Layborn
Hannes Eyber
Holly Wagner
Lutz Kerschowski
Manuel Lopez
Niels Braasch
Petra Kleinsorg
Rolf Appelbaum
Toni Nissl


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Deutsch Rock


Trackliste:

1. Mitten In Der Nacht (3:57)
2. Wart's Ab (3:51)
3. Nimmst Du Mich Mit (3:31)
4. Okay (4:19)
5. Far Up (3:18)
6. Irrenanstalt (3:59)
7. Inazitti (3:36)
8. Wohin Gehn Wir (4:18)
9. Neun99zig (4:12)
10. MHM (3:24)
11. Du - Über Alles (3:46)
12. Im Süden (3:35)
13. Matth. XI, 15. (7:55)

Gesamtspieldauer: 53:47




Sein fünftes Soloalbum nannte der Ex-Ton Steine Scherben Sänger und Songschreiber Rio Reiser „Über Alles“. Dieses erschien am 20. August 1993 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Das Album kletterte bis auf Platz 81 der Deutschen Album-Charts und hielt sich insgesamt vier Wochen in diesen.

„Über Alles“ ist wieder ein deutlich weniger politisches Album geworden, die Texte klingen unverfänglicher, beschäftigen sich eher mit allgemeineren Themen. Die Musik selbst weiß dabei leider nicht restlos zu überzeugen. Zwar lässt sich das alles gut hören, doch es befindet sich weder ein herausragender Titel auf dem Album noch insgesamt Musik, die längerfristig nachhallt oder auch hängenbleibt. Leider ändert sich dies auch nicht nach mehrmaligem Hören des Albums. Andere Rio Reiser Platten hinterlassen da deutlich mehr Eindruck, treffen einen mehr.

„Über Alles“ läuft einfach so durch ohne großartigen Eindruck zu hinterlassen. Auf dem Album befinden sich zwar keine Lieder, die einen zwingen fluchtartig den Raum zu verlassen, doch Begeisterung bleibt eben auch aus. Dementsprechend schwer fällt es auch Höhepunkte der Platte zu benennen. In meinem Fall finde ich diese in den Titeln „Neun99zig“ und „MHM“ ohne, dass diese Lieder die Chance hätten, zu Lieblingsliedern zu mutieren.

Fazit: „Über Alles“ ist ein sehr durchschnittliches Deutsch Rock Album geworden. Wahrlich nicht der Höhepunkt im Schaffen des Rio Reiser. Auch wenn sich auf der Scheibe keine völligen Ausfälle befinden, so sind die Höhepunkte auch nicht großartig ausgeprägt. Eher Musik für Komplettisten des Werkes von Rio Reiser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Neun99zig, MHM



Dienstag, 12. März 2019

Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus




Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus


Besetzung:

Ohne weitere Angaben


Gastmusiker:

Ohne weitere Angaben


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Hocus Pocus (6:42)
2. Anonymus (6:35)
3. House Of The King (2:51)
4. Focus (9:46)
5. Janis (3:08)
6. Focus II (4:04)
7. Tommy (3:24)
8. Sylvia (3:30)
9. Focus III (6:05)
10. Harem Scarem (5:52)
11. Mother Focus (3:06)
12. Focus IV (3:57)
13. Bennie Helder (3:30)
14. Glider (4:41)
15. Red Sky At Night (5:48)
16, Hocus Pocus (U.S. Single Version) (3:24)

Gesamtspieldauer: 1:16:31




Mit dem im Jahr 1993 auf dem Plattenlabel Red Bullet veröffentlichten Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ erhält man eine schöne Übersicht über das musikalische Schaffen der niederländischen Progressive Rock Band Focus in ihren früheren Jahren. Progressive Rock und jazzige Elemente sind in der Musik von Focus zu hören, die hier entsprechend präsentiert wird.

Die Liedauswahl kann dabei als durchaus gelungen angesehen werden, fast ausschließlich wurden die stärkeren Titel der Band dieser Zusammenstellung hinzugefügt. Und wenn man dann doch die eine oder andere Nummer wirklich nicht mag, ist das wohl eher dem persönlichen Geschmack geschuldet. Füllmaterial enthält „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ nämlich nicht, auch wenn nicht alles darauf zu überzeugen weiß…. Aber das hatten wir bereits.

Fazit: Wer lediglich an den Höhepunkten der ersten Jahre der niederländischen Band Focus interessiert ist, die oder der wird mit dem Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ bestens bedient. Kenner der Band werden sicherlich die Titelzusammenstellung diskutieren und den einen oder anderen Titel vermissen, dafür wiederum ein anderes, enthaltenes Lied als überflüssig ansehen. Doch auch dies ist lediglich Geschmackssache. Nach dem Hören von „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ weiß man, wie die Band klingt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hocus Pocus, Janis, Focus III



Sonntag, 10. März 2019

IQ – Ever




IQ – Ever


Besetzung:

Paul Cook – drums and ivy-leafed toadflax
Mike Holmes – guitars, keebotronics and greech popo
John Jowitt – bass guitar, backing vocals and crusty warthog
Peter Nicholls – vocals, backing vocals and giddy aunt
Martin Orford – keyboards, flute, backing vocals and chiff chaff


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Darkest Hour (10:52)
2. Fading Senses (6:35)
i. After All 
ii. Fading Senses
3. Out Of Nowhere (5:09)
4. Further Away (14:30)
5. Leap Of Faith (7:21)
6. Came Down (5:56)

Gesamtspieldauer: 50:36




Das fünfte Studioalbum der englischen Progressive Rockband IQ heißt „Ever“ und wurde Mai 1993 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht. Peter Nicholls war nach zwei Platten Pause, auf denen er durch Paul Menel ersetzt worden war, wieder als Sänger von IQ zurückgekehrt. Die Musik der Band hat mit diesem Album insgesamt wieder einen starken Schwenk in Richtung des Progressive Rock unternommen, den Mainstream der letzten Scheiben hinter sich gelassen.

„Ever“ ist deutlich interessanter geraten als die beiden vorherigen Alben von IQ. Auf der Scheibe hört man abwechslungsreichen und intelligenten Progressive Rock, der mit allen Variablen in der Musik spielt, diese variiert und dazu noch Melodien aufweist, die sich schnell im Ohr festsetzen. Auf „Ever“ wird die ganze musikalische Bandbreite von lieblich bis rockig ausgereizt, Passagen wechseln sich ab, gehen ineinander über, verschmelzen miteinander. Dabei klingt die Musik der Engländer an keiner Stelle zu kompliziert oder gar frickelig. Trotzdem hört man auf dem Album keinen Mainstream oder Alternative Rock, es wird eher die eingängige Seite des Progressive Rock bedient.

Höhepunkt der Platte ist das Lied „Further Away“. Das Lied ist das längste Stück der Platte und gleichzeitig auch die eindrucksvollste Nummer. Auf „Further Away“ sind aller Zutaten des Albums vereint, man begibt sich beim Hören auf eine kleine Reise, wird von Melodien umgarnt, vom Rock erfasst und schließlich immer in die Eingängigkeit entlassen. Aus mehreren Abschnitten aufgebaut stellt dieser Titel einen Trip durch das musikalische Universum von IQ dar und weiß zu beeindrucken. Da auch die anderen Nummern auf „Ever“ ebenfalls zu überzeugen wissen, ist den Musikern mit diesem Album eine kleine Auferstehung gelungen, mit der man während des Hörens der letzten beiden Platten nicht mehr rechnen konnte.

Fazit: IQ ist eine Band, die im Allgemeinen für sehr eingängigen Progressive Rock steht. „Im Allgemeinen“ deshalb, da nicht alle Platten der Band komplett dieses Merkmal aufweisen. Für „Ever“ gilt dies jedoch zu 100%, was das Album zum einen zu einem typischen IQ-Album werden lässt und zum anderen alle diejenigen Hörerinnen und Hörer erfreuen wird, die die melodische Sparte des Progressive Rock gegenüber der eher vertrackten bevorzugen. Macht Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fading Senses, Further Away, Leap Of Faith



Samstag, 2. März 2019

Tool – Undertow




Tool – Undertow


Besetzung:

Maynard James Keenan – vocals
Adam Jones – guitar, sitar on "4°"
Paul D'Amour – bass guitar
Danny Carey – drums


Gastmusiker:

Henry Rollins – guest vocals on "Bottom"
Chris Haskett – sledge hammer on "Disgustipated"


Label: Zoo Entertainment


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Alternative Metal, Progressive Metal


Trackliste:

1. Intolerance (4:54)
2. Prison Sex (4:56)
3. Sober (5:06)
4. Bottom (7:14)
5. Crawl Away (5:29)
6. Swamp Song (5:31)
7. Undertow (5:22)
8. 4° (6:03)
9. Flood (7:46)
10. Disgustipated (15:48)

Gesamtspieldauer: 1:08:13



„Undertow“ heißt das Debüt-Album der US-amerikanischen Rockband Tool. Es wurde am 6. April 1993 auf dem Plattenlabel Zoo Entertainment veröffentlicht. Undertow ist Tools einzige vollständige Albumveröffentlichung mit dem Original-Bassisten Paul D‘Amour. Bis 2010 hat sich das Album allein in den Vereinigten Staaten über 2,9 Millionen Mal verkauft. Bei den Fans ist die Scheibe allerdings noch ein wenig umstrittener, da die Band ihren Sound der folgenden Alben noch nicht ganz gefunden hatte.

Die Atmosphäre auf „Undertow“ ist düster bis dunkel, eindeutig hört man auf diesem Album Maynard James Keenan und Tool, aber der Funke der Musik will noch nicht so recht überspringen, obwohl dies bei den späteren Alben der Band keinerlei Problem darstellt. Die Musik auf „Undertow“ ist knallhart und konsequent. Die Band geht keine Kompromisse ein, harter Metal, der leicht hypnotische Ansatz in der Musik von Tool fehlt dabei allerdings noch. Wenig Redundanzen, die diese zum Teil seltsame Stimmung auf den späteren Alben hervorrufen. Stattdessen wird uneingeschränkt gerockt auf dieser Scheibe, die dadurch natürlich ebenfalls punktet, jedoch das gewisse Alleinstellungsmerkmal noch nicht aufweist.

Vieles läuft einfach so durch auf diesem Album. Die Höhepunkte stellen die beiden Titel „Sober“ und „Swamp Song“ dar. Diese beiden Nummern überzeugen ebenfalls mit Härte allerdings auch mit gleichzeitiger Eingängigkeit. Auf Konzerten der Band stellt auch gerade das Lied „Sober“ einen Klassiker dar, der frenetisch von den Fans „begrüßt“ wird. Das letzte Stück der Platte reicht schließlich sogar in den Bereich des Experimental Rocks hinein. Böse Zungen könnten jedoch auch behaupten, die Band wollte damit lediglich die Laufzeit des Albums signifikant verlängern. Das Lied „Disgustipated“ ist zunächst mehr eine Klangkollage. Chris Haskett von der Rollins Band ist hier mit einer Art Sprechgesang zu hören, zu der jede Menge Rhythmus kredenzt wird. Nach etwas über sechs Minuten hört man dann für einige Minuten Grillenzirpen, bis schließlich ganz zum Schluss nochmals über das Grillenzirpen hinweg geredet wird.

Fazit: „Undertow“, das Debut-Album der US-amerikanischen Band Tool, überzeugt noch nicht in gleichem Maße, wie die drei bisher folgenden Alben. Man hört konsequenten Metal, der selten auch mal in den Bereich des Progressive Metal hineinreicht. Die Lieder gehen allerdings schwerlich ins Ohr – auch nicht nach mehreren Durchläufen der Scheibe. Kein schlechtes Album wenn man auf „Dröhnung“ steht, doch Tool wurden noch deutlich besser, spannender und interessanter. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sober, Swamp Song



Freitag, 8. Februar 2019

U2 – Zooropa




U2 – Zooropa


Besetzung:

Bono – vocals, guitar
The Edge – guitar, piano, synthesisers, vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen, Jr. – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Brian Eno – synthesisers, piano, arcade sounds, backing vocals, loops, strings, harmonium
Des Broadbery – loops (tracks 2, 6, 7)
Flood – loops (6, 10)
Johnny Cash – lead vocals (10)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1 1. Zooropa (6:31)
2. Babyface (4:01)
3. Numb (4:20)
4. Lemon (6:58)
5. Stay (Faraway, So Close!) (4:58)
6. Daddy's Gonna Pay for Your Crashed Car (5:20)
7. Some Days Are Better Than Others (4:17)
8. The First Time (3:45)
9. Dirty Day (5:24)
10. The Wanderer (5:41)

Gesamtspieldauer: 51:19




„Zooropa“ heißt das achte Studioalbum der irischen Rockband U2. Es wurde am 5. Juli 1993 auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht. Die Platte war eine Fortsetzung der Experimente der Gruppe mit alternativem Rock, elektronischer Tanzmusik und elektronischen Soundeffekten, die 1991 mit ihrem vorherigen Album Achtung Baby begannen. Das Album war ursprünglich als EP angedacht, um eine Tournee zu promoten, die im Mai 1993 beginnen sollte. Doch während der Aufnahmen entschied sich die Gruppe, die Platte auf ein Album in voller Länge auszudehnen. Unter Zeitdruck schrieben die Musiker neue Lieder und nahmen auch Songs auf, die Restmaterial des Albums „Achtung Baby“ darstellten. Das Album wurde auch nicht rechtzeitig vor Wiederaufnahme der Tour fertig gestellt, sodass die Band im Mai zwischen Dublin und den Veranstaltungsorten hin- und herreisen musste, um den Mix und die Aufnahmen abzuschließen. Als Singles wurden die Lieder „Numb”, „Lemon“ und „Stay (Faraway, So Close!)“ ausgekoppelt. In allen wichtigen Ländern erreichte das Album Platz 1 der Charts, darunter auch in Deutschland, Großbritannien und den USA.

Die Band ist im Nachhinein nicht zufrieden mit dem Ergebnis. „Zooropa“ verkaufte sich zwar gut, erreichte jedoch nicht mehr die Verkaufszahlen des Vorgängers „Achtung Baby“. Wundern muss einen das allerdings nicht, denn auf diesem achten Studioalbum von U2 hört man nur noch wenig für U2 typische Musik. Die Lieder auf dieser Platte klingen sehr elektronisch und oftmals einfach orientierungslos. Des Weiteren fehlen herausragende Höhepunkte, wie es auf dem Vorgänger noch zum Beispiel die Nummer „One“ war. Insgesamt wirkt und klingt „Zooropa“ auf eine gewisse Art unausgegoren, mitunter sich der Zeit anbiedernd und dann auch einfach nur langweilig. Natürlich sind auf „Zooropa“ auch ganz interessante Soundexperimente vorhanden, die die Scheibe auch mit zur außergewöhnlichsten Platte von U2 werden lassen, doch überzeugend klingt es deswegen trotzdem nicht unbedingt.

Höhepunkte auf „Zooropa“ sind mit Abstrichen das experimentelle und für U2 sehr untypische Lied „Numb“ und das sehr sanfte, eingängige und melodiöse „The First Time“, welches den eigentlichen Höhepunkt der Lieder auf diesem Album darstellt. Dazu sollte auch die letzte Nummer gezählt werden. „The Wanderer“, bei dem Johnny Cash mit seinem Gesang in seiner unverwechselbaren Art zu hören ist. Gerade die beiden letztgenannten Lieder lassen auch „Zooropa“ noch zu einer lohnenden Scheibe werden.

Fazit: Etwas viel Experiment und etwas weniger U2 hört man auf dem achten Album der irischen Band U2 mit dem Namen „Zooropa“. Nicht immer kann die Musik auf dem Album überzeugen, vieles der Lieder würde man kaum mit U2 in Verbindung bringen, wenn man denn nicht wüsste, dass es wirklich U2 sind, die da gerade spielen. Von daher stellt „Zooropa“ ein Album dar, welches etwas gemischte Gefühle beim Hören hinterlässt. Sicher nicht ganz schlecht, jedoch auch nur selten begeisternd. Acht Punkte.

Anspieltipps: Numb, The First Time, The Wanderer



Mittwoch, 6. Februar 2019

Steve Hackett – Guitar Noir




Steve Hackett – Guitar Noir


Besetzung:

Steve Hackett – guitar, vocals (2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 11, 12), stepp (3, 10, 11), noises off (3), harmonica (6, 7, 12), string arrangements (8), rainstick (11)


Gastmusiker:

Julian Colbeck – keyboards (1, 4, 6, 7, 12), backing vocals (7)
Dave 'Taif' Ball – bass (1, 4, 6, 7, 12)
Hugo Degenhardt – drums (1, 4, 6, 7, 12)
Aron Friedman – keyboards (2, 5, 8, 13), programming (2, 5, 8, 13), string arrangements (8)
Nick Magnus – keyboards (9), programming (9)
Bimbo Acock – clarinet (9)
Billy Budis – backing vocals (11)


Label: Camino Records / Inside Out Music


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Sierra Quemada (5:17)
2. Take These Pearls (4:14)
3. There Are Many Sides To The Night (7:22)
4. In The Heart Of The City (4:34)
5. Dark As The Grave (4:38)
6. Lost In Your Eyes (4:56)
7. Little America (4:54)
8. Like An Arrow (2:51)
9. Theatre Of Sleep (3:04)
10. Walking Away From Rainbows (3:10)
11. Paint Your Picture (2:57)
12. Vampyre With A Healthy Appetite (5:29)
13. Tristesse (4:01)

Gesamtspieldauer: 57:34



„Guitar Noir“ heißt das zehnte Solo-Studioalbum des Engländers Steve Hackett, welches 1993, fünf Jahre nach dem Vorgänger „Momentum“ veröffentlicht wurde. Bis heute, 2019, ließ Steve Hackett niemals mehr Zeit bis zu seiner nächsten Veröffentlichung verstreichen. „Guitar Noir“ erschien zunächst auf dem Plattenlabel Camino Records und wurde später auf InsideOut Music wiederveröffentlicht. Mit dieser Platte begann Steve Hackett einen sehr viel dunkleren Sound in seiner Musk zu etablieren, der Titel des Albums ist demnach sogar wegweisend.

„Guitar Noir“ ist ein schönes Album geworden, wenn auch ein eher unauffälliges. Die Platte kommt ohne große Höhepunkte aus, dafür gibt es auch keine Ausfälle zu beklagen. Die Stimmung der Platte ist wie bereits erwähnt eine eher dunkle geworden. Zwar gibt es auch mal einen rockigeren und fetzigeren Titel wie zum Beispiel „Lost In Your Eyes“, allerdings stellt solch eine Nummer eher die Ausnahme, denn die Regel auf „Guitar Noir“ dar. Sphärisch klingt es immer wieder mal, dazu der Sound der Gitarre des Steve Hackett und man spürt wie Sehnsucht und Melancholie den Raum erfüllen.

Die Höhepunkte der Platte sind somit auch zwei eher sehr getragene Nummern, „There Are Many Sides To The Night“ und „Dark As The Grave“. Ersteres Stück beginnt mit einem weiten Synthesizer-Teppich, in den Steve Hacketts E-Gitarre sehnsüchtige Botschaften aussendet. Schließlich ist es dann seine akustische Gitarre, die kurzzeitig das Lied bestimmt. Es erklingt eine spanische Gitarre und der Gesang setzt ein, zunächst eher sprechend denn singend. Eine schöne sanfte und weiche Melodie entwickelt sich, verträumt und melodiös. „Dark As The Grave“ klingt ein wenig verwunschen. Sanfte Musik zu einer zu Beginn fast schon hektischen Perkussion. Was gar nicht zusammenpassen will, ergänzt sich perfekt. Dazu erneut sehnsüchtige Gitarrenklänge und fertig ist das packende und eingängige Lied.

Fazit: „Guitar Noir“ ist sicherlich nicht die beste Scheibe des Steve Hackett geworden, trotzdem ein Album, welches man immer wieder gern hört, wenn man die Musik des Ex-Genesis-Gitarristen mag. Die Lieder klingen deutlich besser als zum Beispiel jene auf „Till We Have Faces“, sind abwechslungsreich, da Atmosphären, Rhythmen und Melodien mannigfaltig variiert werden. Lohnt sich. Neun Punkte.

Anspieltipps: There Are Many Sides To The Night, Dark As The Grave



Dienstag, 6. November 2018

Nirvana – In Utero




Nirvana – In Utero


Besetzung:

Kurt Cobain – guitar, vocals
Krist Novoselic – bass guitar
Dave Grohl – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Kera Schaley – cello on "All Apologies" and "Dumb"
Pat Smear – 2nd guitar and backing vocals


Label: DGC Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Grunge, Alternative Rock


Trackliste:

1. Serve The Servants (3:37)
2. Scentless Apprentice (3:48)
3. Heart-Shaped Box (4:41)
4. Rape Me (2:50)
5. Frances Farmer Will Have Her Revenge On Seattle (4:10)
6. Dumb (2:31)
7. Very Ape (1:55)
8. Milk It (3:54)
9. Pennyroyal Tea (3:38)
10. Radio Friendly Unit Shifter (4:51)
11. Tourette's (1:35)
12. All Apologies (3:53)

Gesamtspieldauer: 41:28



„In Utero“ ist das dritte und letzte Studioalbum der amerikanischen Rockband Nirvana. Das Album wurde am 21. September 1993 auf dem Plattenlabel DGC Records veröffentlicht und stieg nach der Veröffentlichung sofort auf Platz eins der Billboard 200 Charts ein. Die Platte wurde von der Recording Industry Association of America fünfmal mit Platin ausgezeichnet und hat sich weltweit inzwischen über 15 Millionen Mal verkauft. Im Jahr 1993 wurden die beiden Titel „Heart-Shaped Box“ sowie „All Apologies“ als Singles ausgekoppelt. Im April 2014, zwanzig Jahre nach dem Tod Kurt Cobains, folgte noch die Single-Veröffentlichung von „Pennyroyal Tea“.

In Utero klingt deutlich rauer, kantiger und ungehobelter als noch der Vorgänger „Nevermind“. Dies war der Plattenfirma allerdings etwas zu „rau“, sodass sie den kommerziellen Erfolg der Platte bezweifelte und den Produzenten Steve Albini bat, das Ergebnis nochmals zu überarbeiten. Dieser weigerte sich jedoch, sodass die Band auf Druck der Plattenfirma hin den R.E.M. Produzenten Scott Litt mit kleineren Änderungen am Sound des Albums beauftragte, die dieser auch vollzog.

Nun, dass der Klang etwas „rauer“ klingt, ist nur die halbe Wahrheit. Es wird zum Teil gebrüllt auf „In Utero“, dass die Fensterscheiben wackeln. Dazu erklingen übersteuerte Passagen, die nahe an eine Kakophonie heranreichen. Zugegebenermaßen sind diese Passagen auf „In Utero“ allerdings rar gesät, man kann sich jedoch denken, wie das Album vor der „Überarbeitung“ geklungen hätte. Sehr viel weniger erfolgreich wäre die Scheibe allerdings wohl nicht gewesen, denn Nirvana waren und sind Kult, der durch den kurz darauf erfolgten Suizid des Kurt Cobain noch zusätzliche Nahrung erhielt.

Die überzeugendsten Titel der Platte in meinen Ohren sind „Heart-Shaped Box“, „Rape Me“ sowie „Dumb“. Klasse gemachter Grunge, der hängenbleibt und so auch auf dem vorherigen Album „Nevermind“ zu finden war. Viele der weiteren Lieder sind ebenfalls in diesem Stil gehalten, sodass das Album wie eine Ausweitung der vorherigen Platte klingt. Dies ist keineswegs langweilig, sondern sehr viel eher eine Erweiterung guter Musik, die sich zu hören lohnt. Die absoluten Höhepunkte sind auf „In Utero“ jedoch seltener zu finden, als noch auf dem Vorgänger-Album.

Fazit: Das dritte und letzte Album von Nirvana, „In Utero“, ist vom Stil her ähnlich gehalten, wie der Vorgänger „Nevermind“. Dazu gibt es ein paar „Explosionen“, die deutlich rauer, manches Mal sogar zerstörerisch klingen. Trotzdem werden Freundinnen und Freunde des Grunge mit diesem Album auf jeden Fall fündig, denn es gibt genug Musik auf der Platte, die „fetzt“ und gleichzeitig doch eingängig ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Heart-Shaped Box, Rape Me, Dumb



Mittwoch, 8. August 2018

Pur – Seiltänzertraum




Pur – Seiltänzertraum


Besetzung:

Hartmut Engler – Stimme
Ingo Reidl – Tasten
Roland Bless – Schlagzeug, Gesang
Joe Crawford – Bässe, Gesang
Rudi Buttas – Gitarren


Label: Intercord Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop


Trackliste:

1. Hör gut zu (4:20)
2. Seiltänzertraum (6:08)
3. Indianer (3:58)
4. Neue Brücken (4:24)
5. Hey du (3:57)
6. Heimlich (4:40)
7. Noch ein Leben (5:14)
8. Sie sieht die Sonne (4:23)
9. Nie genug (5:44)
10. Der Mann am Fenster (4:25)
11. Alles wird gut (3:56)
12. In dich (4:10)
13. Kowalski IV (0:40)

Gesamtspieldauer: 56:03




„Seiltänzertraum“ heißt das bereits siebte Studioalbum der schwäbischen Band Pur aus Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg. „Seiltänzertraum“ erschien am 1. August des Jahres 1993 und ist bis heute das zweiterfolgreichste Album der Band. Nur der Nachfolger „Abenteuerland“ verkaufte sich noch ein bisschen besser. Die Platte erschein auf dem Label Intercord Records und wurde bis heute über eineinhalb Millionen Mal verkauft.

Auf „Seiltänzertraum“ hört man Pop, der immer wieder in Richtung des Deutschen Schlagers driftet. Die E-Gitarre darf auch immer wieder mal ein kleines Solo spielen oder mal kurz aufheulen, um dem Ganzen auch einen etwas rockigeren Touch zu verleihen. Trotzdem bleibt das Pop, zumeist sehr unaufgeregt, ganz bestimmt auch melodiös, ohne dabei jedoch irgendwie hängen zu bleiben. Die Platte läuft so durch, perfekt auf Eingängigkeit getrimmt mit Texten, die zwischen den Bereichen „Fremdschämen“ und „Gelungen“ pendeln und die Themen „Liebe“, „Selbstverwirklichung“, „Sozialkritik“ und auch mal „Kirchenkritik“ abarbeiten.

Höhepunkte auf „Seiltänzertraum“ zu benennen fällt einigermaßen schwer, da die Lieder im Grunde genommen alle sehr ähnlich klingen und sehr erfolgreich auf die schnelle Eingängigkeit getrimmt wurden. Die Musik rast so durch und man fragt sich immer wieder, ob das noch das gleiche oder bereits das nächste Lied ist. Andersherum muss man allerdings auch feststellen, dass kein Titel nach unten ausbricht. Ein einmal erarbeiteter Standard wird auch nicht mehr unterboten.

Fazit: Die ideale Platte für alle, die gerne Radio hören, in denen Lieder in einer Dauerschleife angeordnet sind und die Moderatorinnen und Moderatoren am liebsten über ihre eigenen Witze lachen – und das bereits morgens um halb sechs Uhr. „Seiltänzertraum“ ist ein sehr anspruchsloses und im Grunde genommen auch belangloses Pop-Album geworden. Trotzdem enthält die Platte eingängige Musik. Ob diese auch unterhält, liegt ganz am Geschmack der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Menschen die regelmäßig Platten kaufen werden dabei allerdings mit Sicherheit weniger zu „Seiltänzertraum“ greifen und diese Musik eher meiden. Drei Punkte.

Anspieltipps: Nie genug



Freitag, 3. August 2018

Joshua Kadison – Painted Desert Serenade




Joshua Kadison – Painted Desert Serenade


Besetzung:

Joshua Kadison – piano, lead vocals


Gastmusiker:

Mark Cresswell – guitar
Tim Pierce – guitar
Tim Renwick – guitar
Dave "Clem" Clempson – acoustic, electric & twelve-string guitars, mandolin
Paul Jones – harmonica
Phil Parlapiano – accordion
Rod Argent – keyboards & hammond organ, backing vocals
Jeffrey "CJ" Vanston – hammond organ
John Giblin – bass guitar
Chris Laurence – bass guitar
John Pierce – bass guitar
Denny Fongheiser – drums
Ian Thomas – drums
Neal Wilkinson – drums
Martin Ditcham – percussion
Frank Ricotti – congas & percussion
Peter Van Hooke – piano, drums, percussion
Mark Berrow – violin
Ben Cruft – violin
Roger Garland – violin
Wilfred Gibson – violin
Roy Gillard – violin
Tim Good – violin
Rita Manning – violin
Peter Oxer – violin
Bill Penham – violin
Barry Wilde – violin
David Woodcock – violin
Gavyn Wright – violin
Stephen Tees – viola
Robert Smissen – viola
George Robertson – viola
Andrew Parker – viola
Susie Hansen – viola
Paul Kegg – cello
Ben Kennard – cello
Helen Liebmann – cello
Roger Smith – cello
Frank Morgan, Richard Morgan: oboe
Rosemary Butler – backing vocals
Gene Miller – backing vocals
Tessa Niles – backing vocals
Sherwood Ball – choir & chorus vocals
Adele Bertei – choir & chorus vocals
Carmen Carter – choir & chorus vocals
Lance Ellington – choir & chorus vocals
Kathy Hazzard – choir & chorus vocals
David Lasley – choir & chorus vocals
Valerie Mayo – choir & chorus vocals
Arnold McCuller – choir & chorus vocals
Joseph Powell – choir & chorus vocals
Ian Shaw – choir & chorus vocals
Helen Terry – choir & chorus vocals
Ruby Turner – choir & chorus vocals
Carmen Twillie – choir & chorus vocals
Fred White – choir & chorus vocals


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Soft Rock


Trackliste:

1. Jessie (5:19)
2. Painted Desert Serenade (2:56)
3. Beau’s All Night Radio Love Line (4:26)
4. Invisible Man (4:58)
5. Mama’s Arms (3:00)
6. Beautiful In My Eyes (4:09)
7. Picture Postcards from LA (4:34)
8. When A Woman Cries (3:31)
9. Georgia Rain (4:03)

Gesamtspieldauer: 36:59




„Painted Desert Serenade“ heißt das Debut-Album des US-amerikanischen Sängers und Pianisten Joshua Kadison. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 18. Mai 1993 auf dem Plattenlabel SBK Records, einer Tochter der Capitol Records, die ihrerseits Teil der Universal Music Group ist, welche schließlich zum größten französischen Medienkonzern Vivendi gehört. Zwei Singles wurden aus „Painted Desert Serenade“ ausgekoppelt. „Jessie“ und „Beautiful In My Eyes“ heißen diese, wobei der Titel „Jessie“ wohl auch das bekannteste Lied des Joshua Kadison darstellt. Die letzte Veröffentlichung eines Studio-Albums des US-amerikanischen Musikers erfolgte im Jahr 2006.

Ein wenig erinnert die Musik von Joshua Kadison an jede des Billy Joel, ohne allerdings dessen Eingängigkeit und Melodiösität zu erreichen. Zum einen liegt diese musikalische Nähe an der Instrumentierung der Lieder mit sehr viel Piano, zum anderen sicher auch an der Stimme des Joshua Kadison, die durchaus leicht an jene des Billy Joel erinnert. Die Lieder auf „Painted Desert Serenade“ klingen poppig, immer sanft und manchmal auch etwas getragener. Fröhlichkeit kommt hier beim Hören der einzelnen Stücke eher nicht auf, vielmehr transportiert Joshua Kadison mit seinen Titeln das Gefühl der Nachdenklichkeit bis hin zur Melancholie.

Die Lieder klingen in ihren in Moll gehaltenen Strukturen ganz nett, ohne dabei jedoch allzu sehr zu überzeugen. Auch klingt das alles sehr ähnlich, ein gewisser Wiedererkennungswert der einzelnen Titel fehlt hier leider völlig. Trotz dieser Sanftheit und auch vorhandenen Intensität schafft man es kaum, tiefer in diese Musik einzutauchen, dazu sind die einzelnen Melodien einfach nicht einprägsam oder aber spannend genug. Höhepunkte des Albums sind der bekannteste Titel „Jessie“ sowie das wahrlich getragene und bereits etwas zu süßliche Nummer „Mama’s Arms“. Viel Unterschied besteht der Ehrlichkeit halber jedoch auch nicht zu den restlichen sieben Titeln, sie ähneln sich sehr.

Fazit: Eine sanfte und getragene, sehr Piano-dominierte Scheibe hat Joshua Kadison mit seinem Debut-Album „Painted Desert Serenade“ vorgelegt. Allzu interessant ist das alles jedoch leider nicht, obwohl die Musik wahrlich nicht „schmerzt“. Die ganz großen, einprägsamen Melodien oder auch Ideen, die hat Joshua Kadison leider nicht gefunden, sodass die Platte mehr oder weniger durchläuft, ohne dabei irgendwelche Aufmerksamkeit zu erregen. Es gibt Schlimmeres, musikalisch gesehen, jedoch auch viel, viel bessere Musik. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Jessie