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Dienstag, 12. April 2016

Bob Dylan – Highway 61 Revisted




Bob Dylan – Highway 61 Revisted


Besetzung:

Bob Dylan – vocals, guitar, harmonica, piano, police car


Gastmusiker:

Mike Bloomfield – electric guitar
Charlie McCoy – guitar
Paul Griffin – piano, organ
Al Kooper – piano, organ
Frank Owens – piano
Harvey Brooks – bass guitar
Russ Savakus – bass guitar
Joe Macho, Jr. – bass guitar
Bobby Gregg, Sam Lay – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Folk Rock, Blues Rock, Rock


Trackliste:

1. Like A Rolling Stone (6:13)
2. Tombstone Blues (6:00)
3. It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry (4:09)
4. From A Buick 6 (3:19)
5. Ballad Of A Thin Man (5:58)
6. Queen Jane Approximately (5:31)
7. Highway 61 Revisited (3:30)
8. Just Like Tom Thumb's Blues (5:32)
9. Desolation Row (11:21)

Gesamtspieldauer: 51:26




„Highway 61 Revisited“ heißt das sechste Studioalbum des Bob Dylan und ist wohl auch seine mit Abstand bekannteste Platte. Und nicht nur bei seinen Fans kam diese Scheibe überaus gut an, sondern auch die Kritiker überschlugen sich mit Lob. Das Rolling Stone Magazine führt die Scheibe sogar auf Platz 4 der „500 besten Alben aller Zeiten“. Das auf „Highway 61 Revisited“ enthaltene Lied „Like A Rolling Stone“, wird gar als das beste jemals überhaupt geschriebene Lied geführt und „Desolation Row“ sowie die Titelnummer „Highway 61 Revisited“ belegen in dieser Liste der „500 besten Lieder aller Zeiten“ die Plätze 187 beziehungsweise 373.

Nun, solche Listen sind zwar nicht nur, jedoch zum großen Teil sicherlich sehr subjektiv. Und was sollte das Rolling Stone Magazine auch anderes machen, als das Lied „Like A Rolling Stone“ zum Besten der Besten zu wählen, wenn man sich selbst danach benennt? Gut, für mich ist „Highway 61 Revisited“ natürlich nicht die viertbeste Platte aller Zeiten – da bin ich auch mal wieder sehr subjektiv. Trotzdem ist die Scheibe eine Gute Platte geworden, die unterhält und sehr viel Spaß macht. Man hört auf „Highway 61 Revisited“ sehr eingängigen Folk Rock, stark amerikanisch angehaucht, bei dem Bob Dylan noch gar nicht so sehr nuschelt. Das wiederum hat zur Folge, dass man die tollen Texte des in Duluth, Minnesota geborenen Musikers gut verstehen kann, wenn man auch kein Native Speaker ist. Und diese Texte lohnen sich wahrlich mitzuhören beziehungsweise nachzulesen. Möglichkeiten dazu gibt es auch auf Deutsch auf zahlreichen Internetseiten.

Höhepunkte des Albums sind sicherlich dieser berühmte Titel „Like A Rolling Stone“, den wohl jeder Mensch der westlichen Welt schon mal gehört hat. Wesentlich weniger bekannt, jedoch ebenfalls sehr melodiös und eingängig klingt „Ballad Of A Thin Man“. Die Nummer hört sich trotz ihrer Melodiösität immer wieder auch ein wenig schräg an und das Orgelspiel im Hintergrund hat einfach was. Schließlich wäre da noch das über elfminütige „Desolation Row“. Wenn mich mal jemand fragen würde, wie Folk Rock klingt, würde ich genau dieses Lied auflegen und es bedürfte keinerlei weiterer Erklärungen. Richtig gutes Lied, eingängig und wieder mit einem sehr schönen Text ausgestattet.

Auch die restlichen Titel auf „Highway 61 Revisited“ wirken. Klar wird hier jede und jeder seine ganz eigenen Höhepunkte entdecken beziehungsweise bereits haben, Ausfälle gibt es dabei zum Glück auch nicht zu beklagen. Die Scheibe läuft in einem durch, auf die Skip-Taste kann man hier getrost verzichten und wer wie ich, die Schallplatte besitzt, muss sich nur zum Seitenwechsel erheben.

Fazit: Ein wirklich sehr gelungenes Folk-Rock-Album ist „Highway 61 Revisited“ von Bob Dylan geworden. Damals, Mitte der 60er Jahre, war diese Platte wohl sogar bahnbrechend innovativ, heute ist sie das zwar nicht mehr, jedoch angefüllt mit guten und intelligenten Liedern, die unterhalten und zum Nachdenken anregen. Von daher allen zu empfehlen, die auf spannenden und eingängigen Folk Rock stehen, dem man sein Alter wahrlich nicht anhört. Elf Punkte.

Anspieltipps: Like A Rolling Stone, Ballad Of A Thin Man, Desolation Row



Mittwoch, 23. Dezember 2015

The Boots – Here Are The Boots




The Boots – Here Are The Boots


Besetzung:

Uli Grun – Orgel, Mundharmonika
Bob Bresser – Bass
Werner Krabbe – Gesang, Gitarre, Mundharmonika
Jörg Schulte-Eckel – Leadgitarre, Gesang
Heinz Hoff – Schlagzeug


Label: Teldec


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Rock


Trackliste:

1. She's About A Mover (2:46)
2. Mama Keep You Big Mouth Shot (3:12)
3. Gloria (3:29)
4. It Ain't Necessarily So (2:28)
5. Give Love If You Want It (2:42)
6. But You Never Do It Babe (2:32)
7. Enchanted Sea (4:03)
8. Baby Please Don't Go (2:34)
9. Watcha Gonna Do About It (2:21)
10. When I Loved Her (2:18)
11. Jump Back Baby (1:41)
12. Dimples (2:56)
13. Boogie Children (3:33)
14. Walking In The Sand (Remember) (3:24)


Bonus Tracks der 1998  remasterten Albumversion:

15. In The Midnight Hour (Single Version) (2:29)
16. Watch Your Step (Single Version) (2:56)
17. One More Time (2:49)
18. I Wish You Would (2:47)

Gesamtspieldauer: 51:11




„Here Are The Boots” heißt der erste Scheibe der Berliner Band The Boots, die im Jahr 1965 auf dem Label Teldec veröffentlicht wurde. Zwei Alben brachten die fünf jungen Musiker zusammen heraus, dann war auch bereits wieder Schluss. Um diese Band gab es damals, in den 60er Jahren, einen ziemlichen Hype und sie wurden mit Größen wie den Rolling Stones, Animals oder Kinks verglichen. Hört man sich diese Scheibe heutzutage an, merkt man natürlich sofort, aus welcher Zeit diese Musik stammt – die Vergleiche sind allerdings auch heute noch durchaus nachvollziehbar.

Dabei bin ich mir jedoch ziemlich sicher, dass man diese „Beat-Musik“ wohl am besten genießen kann, wenn man auch ein Kind jener Zeit ist. Ich bin dazu noch zu jung, habe die „Boots“ (Wer wohl auf diesen Namen kam? Schuhe? Und wo wir gerade dabei sind... Wer hat dem Keyboarder im unten angehängten Video Frisur und Brille verpasst?) nicht zu ihrer Zeit gehört und heute klingt das einfach alles ein wenig nach „Oldie“. Ist irgendwie nicht mehr ganz so angesagt, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Doch halt, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Jungs hatten nämlich durchaus auch psychedelische Ansätze und genau dadurch wird diese Scheibe dann doch ein wenig interessanter und auch zeitloser. Ihre Interpretation des Them-Titels „Gloria“ ist sicherlich die beste, die es gibt, zumindest der mir bekannten. Ich habe immer Schwierigkeiten damit, wenn andere Bands mit Pink Floyd verglichen werden, da ich die Musik von Pink Floyd für nicht kopierbar halte, egal welche Periode der Bandgeschichte man sich da anhört. Allerdings, hier, bei „Gloria“, in den instrumentalen Teilen, da klingen die Berliner wie auf dem ersten Album von Pink Floyd „The Paper At The Gates Of Dawn“. Und jetzt kommt das Überraschende: Diese erste Pink Floyd Platte wurde erst 1967 veröffentlicht. Es klingt wirklich fast so, als ob sich Syd Barrett hier inspirieren ließ, von einer deutschen Band. Das Lied „Gloria“ gibt es in unzähligen Versionen der Boots, auf der ursprünglichen, hier enthaltenen Album-Version klingen sie so, auf anderen nicht mehr.

Auch sehr gelungen ist das darauffolgende Stück „It Ain't Necessarily So“. Hier hört man nun Eric Burdon heraus, der war allerdings mit seinen „Animals“ zur damaligen Zeit ebenfalls schon aktiv. Und schließlich gibt es da noch die etwas experimentelle Instrumentalnummer, die zunächst ohne großartige Melodieführung auskommt und eher Atmosphären transportiert, sich dann zu einem sehr sanften und getragenen Lied mit jeder Menge Hintergrundgeräuschen entwickelt, welches es ebenfalls verdient, auch heutzutage noch gehört zu werden. Nun, der Rest besteht aus diesen bereits erwähnten Oldies, diese schaffen es zumindest bei mir nicht mehr zu zünden und mich zu überzeugen.

Fazit: Die erste Scheibe der Berliner Band The Boots mit dem Titel „Here Are The Boots“ besteht aus einer ganze Menge Titel, die alle sehr unaufgeregt klingen und sich nach etwas rockigerer Musik der 60er Jahre anhören – und genau das sind sie ja auch. Drei Titel stechen aus diesem „Grundrauschen“ etwas heraus, die sich besonders lohnen gehört zu werden. Alles in allem stellt „Here Are The Boots“ eine kleine, zumeist unspektakuläre, musikalische Zeitreise dar. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Gloria, It Ain't Necessarily So, Enchanted Sea



Montag, 23. Februar 2015

The Who – My Generation




The Who – My Generation


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, harmonica
John Entwistle – bass guitar, backing vocals
Keith Moon – drums, percussion, backing vocals on "Instant Party Mixture"
Pete Townshend – six and twelve-string acoustic and electric guitars, backing vocals, lead vocals on "A Legal Matter"


Gastmusiker:

Perry Ford – piano on "I Can't Explain"
Nicky Hopkins – piano (except on "I Can't Explain")
The Ivy League – backing vocals on "I Can't Explain" and "Bald Headed Woman"
Jimmy Page – lead guitar on "Bald Headed Woman", rhythm guitar on "I Can't Explain"


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Rock, Pop


Trackliste:


CD1:

1. Out In The Street (2:32)
2. I Don't Mind (2:33)
3. The Good's Gone (4:00)
4. La - La (2:18)
5. Much Too Much (2:45)
6. My Generation (3:21)
7. The Kids Are Alright (3:10)
8. Please, Please, Please (2:46)
9. It's Not True (2:34)
10. I'm A Man (3:23)
11. A Legal Matter (2:54)
12. The Ox (3:57)
13. Circles (3:13)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung von 2002:

14. I Can't Explain (2:04)
15. Bald Headed Woman (2:32)
16. Daddy Rolling Stone (2:55)


CD2 (Alles Bonus Tracks der remasterten Albumfassung von 2002):

1. Leaving Here (2:50)
2. Lubie (Come Back Home) (3:40)
3. Shout And Shimmy (3:20)
4. (Love Is Like A) Heat Wave (2:41)
5. Motoring (2:51)
6. Anytime You Want Me (2:38)
7. Anyway Anyhow Anywhere (2:43)
8. Instant Party Mixture (3:24)
9. I Don't Mind (Full Length Stereo Version) (3:44)
10. The Good's Gone (Full Length Stereo Version) (4:29)
11. My Generation (Instrumental Stereo Version) (3:27)
12. Anytime You Want Me (A Cappella Stereo Version) (2:29)
13. A Legal Matter (Monaural Version With Guitar Overdubs) (2:49)
14. My Generation (Monaural Version With Guitar Overdubs) (3:18)

Gesamstpieldauer CD1 (47:04) & CD2 (44:29): 1:31:33




Nun bei den ersten Gehversuchen von „Kult-Bands“ ist man immer wieder mal überrascht, wie diese ursprünglich klangen. Das war bei den Beatles so, den Rolling Stones und trifft auch auf The Who zu. Der Titel „My Generation“ hatte Platz zwei der britischen Charts erstürmt und so musste schnell eine Langspielplatte hinterhergeschoben werden. Damals machte es den Plattenfirmen auch keine großen Sorgen, wenn noch nicht genug eigenes Material für dieses Vorhaben zur Verfügung stand. Dann wurden eben einfach Titel anderer Bands oder Künstler gecovert. Genau so ging die Plattenfirma auch hier vor und die Who coverten zwei James Brown („I Don't Mind“ & „Please, Please, Please“) sowie einen Bo Diddley („I'm A Man“) Titel. Hier sind die Rhythm & Blues Wurzeln von The Who am ehesten noch herauszuhören.

Für die anderen Titel zeigte sich Pete Townshend verantwortlich, die er alle im Alleingang schrieb. Nur bei „The Ox“ holte er sich Unterstützung beim Songwriting durch Keith Moon, John Entwistle sowie Nicky Hopkins, der auf dem Album am Piano zu hören ist. Nun und was kann man über dieses Album nicht alles an Kritiken lesen. „Eine Explosion“, „rotzfrech“, „Urknall des modernen Rock“ und so weiter und so fort. Hört man die Musik heute, kann man sich ein leichtes Lächeln angesichts solcher Umschreibungen nur schwerlich verkneifen. Klar ist das kein „richtiger“ 60ies Pop, eher 60ies Rock, doch harmlos klingt das heutzutage doch allemal. Es sind meistens auch eher die Texte, die für Aufruhr zu sorgen schienen. So ein Stotterlied wie „My Generation“ mit einem Text: „People try to put us d-down, Just because we get around, Things they do look awful c-c-cold, I hope I die before I get old”, musste Mitte der 60er Jahre natürlich für Aufsehen sorgen.

Das soll jetzt keineswegs bedeuten, dass die Musik auf „My Generation” nicht gelungen wäre, denn das ist sie. Deutlich herauszuhören ist dabei bereits der Einfallsreichtum und die Gabe des Pete Townshend, tolle Melodien zu kreieren. Die schlechtesten Stücke der Platte sind ganz klar die drei Coverversionen. Lieder wie das bereits erwähnte und wohl fast allen bekannte „My Generation“, „The Goods Gone“, „The Kids Are Alright“ oder das zunächst nur auf der britischen Ausgabe der Platte vorhandene „Circles“, wirken auch heute noch – auch wenn man ihnen natürlich die fünfzig Jahre ihres Bestehens sehr deutlich anhört.

Eine lohnende Anschaffung ist im Falle von „My Geration“ auch die Deluxe-Ausgabe der CD, die sich nicht unwesentlich im Preis zu „normalen“ Ausgabe unterscheidet, jedoch jede Menge Zusatzmaterial bereithält. Und auch dieses ursprünglich rare Material der Band lohnt sich, da es sich qualitativ nicht vom Rest der Platte unterscheidet.

Fazit: „My Generation“ lässt sich durchaus heute noch gut hören, auch wenn das natürlich alles Oldies sind und man dies sehr wohl so heraushört. Wer jedoch die Band mag, der muss natürlich auch ihre Anfänge kennen. Nun, Hörerinnen und Hörer, die dagegen mehr auf die Musik der 60er stehen und auch mal etwas von der rockigeren Seite dieser Musik genießen möchte, denen sei diese Scheibe ebenfalls wärmstens empfohlen. Vielleicht sogar auch interessant für Leute, die die Anfänge des Jimmy Page kennenlernen möchten, der bei den Bonustracks zwei Mal an der Gitarre zu hören ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Goods Gone, My Generation, The Kids Are Alright, Circles



Montag, 3. März 2014

The Beatles – Rubber Soul




The Beatles – Rubber Soul


Besetzung:

John Lennon – lead, harmony and backing vocals, rhythm and acoustic guitars, electric piano
Paul McCartney – lead, harmony and backing vocals, lead, acoustic and bass guitars, piano
George Harrison – lead, harmony and backing vocals, lead, rhythm, acoustic and bass guitars, sitar on "Norwegian Wood"
Ringo Starr – drums, tambourine, maracas, cowbell, bells, cymbals, Hammond organ on "I'm Looking Through You", lead vocals on "What Goes On"


Gastmusiker:

George Martin – piano on "In My Life", harmonium on "The Word"
Mal Evans – hammond organ on "You Won't See Me"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Drive My Car (2:30)
2. Norwegian Wood (This Bird Has Flown) (2:05)
3. You Won't See Me (3:23)
4. Nowhere Man (2:44)
5. Think For Yourself (2:19)
6. The Word (2:44)
7. Michelle (2:42)
8. What Goes On (2:51)
9. Girl (2:34)
10. I'm Looking Through You (2:28)
11. In My Life (2:28)
12. Wait (2:17)
13. If I Needed Someone (2:24)
14. Run For Your Life (2:19)

Gesamtspieldauer: 35:48




Nach dem sehr überzeugenden Album „Help!“ veröffentlichten die Beatles noch im selben Jahr eine weitere Platte, die ebenfalls wieder einige Klassiker im Songkatalog der Band für den Hörer bereithält. Der Aufstieg war nun noch deutlicher vorgegeben und die Beatles hatten den Weg vom einfachen 60ies Pop der ersten vier Alben verlassen und sprühten nun nur so vor Kreativität. Die einzelnen Titel, wenn auch nur mit sehr kurzer Spieldauer, waren jetzt sehr viel aufwendiger arrangiert und ihnen wohnte oftmals dieses Besondere inne, welches interessante und gute Musik von durchschnittlicher unterscheidet.

Klar liegt das in erster Linie auch mit am Gespür der Band für die eingängige Melodie, die sich sofort im Ohr der Hörerin oder des Hörers festzusetzen weiß. „Norwegian Wood (This Bird Has Flown)” ist dafür so ein Beispiel. Unglaublicher Wiedererkennungswert und ausgestattet mit einer Melodieführung, die alles beinhaltet, um sich zum Ohrwurm zu entwickeln. Und auch anders, als alles, was es bisher so an Pop-Songs gab. Das wiederum lag sicherlich nicht zuletzt an George Harrison, der hier zum ersten Mal in der Geschichte der populären Musik eine Sitar einsetzte, die dem Lied diesen so anderen und fremdartigen Touch verleiht. Und an diesem Stück kann man zudem noch etwas anderes feststellen, denn auch die Texte hatten sich weiterentwickelt. Zwar gibt es auf „Rubber Soul“ immer noch jede Menge Liebesbotschaften, im Falle von „Norwegian Wood“ sind diese aber immerhin schon mal sehr witzig verpackt worden und erzählen eher eine Geschichte, als eine Aussage à la „Ich liebe Dich und vermisse Dich so!“ zu treffen.

Weitere Höhepunkt des Albums sind das groovende „Drive My Car“, das erneut, vor allem im Refrain sehr eingängige „Nowhere Man“ und natürlich das lieblich getragene „Michelle“, welches teilweise Englisch, teilweise in Französischer Sprache vorgetragen wird. Nicht vergessen werden darf in dieser Aufzählung auch der Titel „Girl“, neben „Norwegian Wood“ vielleicht das schönste Lied der Platte. Ebenfalls also ein absolut zeitloser Song mit wunderschöner Melodie und auch durch das Geräusch des Lufteinziehens keineswegs alltäglich.

Auffällig ist bei dieser Platte jedoch einmal mehr, dass Ringo Starr anscheinend immer die Titel zu singen hat, die irgendwie am wenigsten wirken. Hier hat er seinen Auftritt bei „What Goes On“, eine Nummer irgendwo in der Mitte zwischen Rock’n’Roll und Country und das am wenigsten überzeugende Lied der gesamten Platte.

Fazit: Auch auf “Rubber Soul” haben die Beatles wieder Klassiker und Meilensteine der Geschichte der Pop-Musik hinterlassen. Auch wenn es zur damaligen Zeit schon revolutionär war, wie die Band mit ihrem Sound die Musik-Kultur veränderte, so ist es nicht weniger beeindruckend, wie es diese Musiker aus Liverpool schafften, in solch kurzen Zeiträumen, eine solche Anzahl von erstklassigen Pop-Songs zu schreiben. Nun und das Ende der Beatles war ja zumindest 1965 noch längst nicht abzusehen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Norwegian Wood (This Bird Has Flown), Girl, Run For Your Life



Dienstag, 25. Februar 2014

The Beatles – Help!




The Beatles – Help!


Besetzung:

John Lennon – lead, harmony and background vocals; acoustic (six and twelve-string) and rhythm guitars; electric piano
Paul McCartney – lead, harmony and background vocals; lead, acoustic and bass guitars; keyboards (acoustic and electric pianos); güiro
George Harrison – lead, harmony and background vocals; acoustic, rhythm and lead guitars
Ringo Starr – drums, handclaps and assorted percussion (tambourine, maracas, cowbell, bongos, claves and brushed snare); lead vocals on "Act Naturally"


Gastmusiker:

George Martin – piano
John Scott – flutes on "You've Got to Hide Your Love Away"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Help! (2:21)
2. The Night Before (2:37)
3. You've Got To Hide Your Love Away (2:11)
4. I Need You (2:32)
5. Another Girl (2:08)
6. You're Going To Lose That Girl (2:20)
7. Ticket To Ride (3:13)
8. Act Naturally (2:33)
9. It's Only Love (1:59)
10. You Like Me Too Much (2:39)
11. Tell Me What You See (2:40)
12. I've Just Seen A Face (2:07)
13. Yesterday (2:08)
14. Dizzy Miss Lizzy (2:54)

Gesamtspieldauer: 34:21




1965, mit der Veröffentlichung ihres fünften Studio-Albums „Help!“, hatten die Beatles ihren Stil gefunden. Oder sollte man vielleicht besser sagen, dass sie sich kompositorisch weiterentwickelt hatten? Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass sich auf „Help!“ jede Menge Klassiker der Band aus Liverpool befinden, die auch heute noch, knapp fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrem Reiz und ihrer Eingängigkeit verloren haben.

Insgesamt vierzehn Titel befinden sich auf der Platte, zwölf davon sind Eigenkompositionen, bei denen sich in zehn Fällen das Duo Lennon / McCartney für die Komposition auszeichnete, „I Need You“ und „You Like Me Too Much“ stammen dagegen aus der Feder George Harrisons. Und dann gibt es mit „Act Naturally“ und „Dizzy Miss Lizzy“ noch zwei Cover-Versionen auf dem Album. Letztere Stücke sind Rock’n’Roll-Songs, vielleicht nur deshalb erwähnenswert, da bei „Act Naturally“ mal wieder Ringo Starr den Gesang übernahm. Ansonsten sind dies allerdings die langweiligsten Titel auf „Help!“.

Aber dann gibt es, wie bereits erwähnt, auch einige Klassiker im Schaffen der Beatles zu hören. Da ist zum Beispiel der immer noch mitreißende Titelsong „Help!“ und das groovende „The Night Before“, ebenfalls ein Rock’n’Roll, jedoch mit sehr eingängiger Melodie. Es folgt das vielleicht beste Stück der Platte „You've Got To Hide Your Love Away”. Unglaublich intensiv und mit einer Melodie sowie dem leicht rauchigen Gesang des John Lennon ausgestattet, die den Titel zu einem Paradebeispiel für Melodiösität und Eingängigkeit werden lassen. Das beste Beispiel dafür, dass Musik zeitlos sein kann.

Weitere Höhepunkte sind das bereits erwähnte „I Need You“ von George Harrison, „You're Going To Lose That Girl”, welches ebenfalls Ohrwurmcharakter besitzt, genau so wie „Ticket To Ride“. Weiter sind hier unbedingt das etwas unbekanntere Stück „I've Just Seen A Face“ und natürlich „Yesterday“ aufzuzählen. Wahrscheinlich ist letztgenannter Song sogar die bekannteste Nummer der Beatles, so schön, dass es Paul McCartney irgendwann peinlich wurde das Lied zu singen.

Fazit: Es gibt jede Menge Höhepunkte auf „Help!“, welches auch nach vielen Jahrzehnten nichts von seinem Reiz verloren hat. Schöne Musik eben. Wenn man dann doch etwas kritisieren müsste, wären das die zwei bereits erwähnten Cover-Versionen, die ein wenig langweilen. Und dann ebenfalls die Texte, die sich mit der Liebe und allen Dingen darum herum beschäftigen. Aber das ist sicherlich der damaligen Zeit geschuldet, in der die Lieder nun mal sehr gerne - und praktisch fast immer - mit Gefühl und auch Schmalz ausgestattet worden sind. Dabei spielt der Name der Band beziehungsweise des Künstlers gar keine Rolle. Elf Punkte.

Anspieltipps: Help!, You've Got To Hide Your Love Away, I've Just Seen A Face



Mittwoch, 12. September 2012

The Lovin' Spoonful - Do You Believe In Magic?





The Lovin’ Spoonful – Do You Believe In Magic?


Besetzung:

John Benson Sebastian – vocals, guitar, harmonica
Zalman Yanovsky – guitar
John Steven Boone – bass
John Campbell Butler – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Pop, Blues, Country


Trackliste:

1. Do You Believe In Magic (2:08)
2. Blues In The Bottle (2:13)
3. Sportin’ Life (4:05)
4. My Gal (2:38)
5. You Baby (2:56)
6. Fishin’ Blues (2:02)
7. Did You Ever Have To Make Up Your Mind? (1:59)
8. Wild About My Lovin’ (2:36)
9. Other Side Of This Life (2:31)
10. Younger Girl (2:20)
11. On The Road Again (1:52)
12. Night Owl Blues (3:06)


Bonus Tracks:

13. Alley Oop (2:17)
14. Younger Girl (Demo Version) (2:40)
15. Blues In The Bottle (Alternate Vocal Version) (3:03)
16. Wild About My Lovin‘ (Alternate Vocal Version) (2:36)
17. Other Side Of This Life (Instrumental) (2:31)

Gesamtspieldauer: 43:32




The Lovin‘ Spoonful wurde Mitte der 60er Jahre in New York gegründet. Im Rahmen ihres ersten Plattenvertrags erschien 1965 ihr Debut-Album mit dem Titel „Do You Believe In Magic?“. Und auf der Platte findet sich ein Sammelsurium verschiedener, meist sehr kurzer Songs, die mal dem Pop der damaligen Zeit zuzuordnen sind, ein anderes Mal eher dem Blues zugerechnet werden können. Aber ihre amerikanische Heimat konnten die vier Musiker auch aufgrund immer wiederkehrender Country-Anleihen nicht ganz verleugnen.

Wenn man sich dann auf die Suche macht, passende Umschreibungen in Form von Adjektiven für dieses Erstlingswerk der New Yorker zu finden, fallen einem solch Begriffe wie altbacken, patiniert, überholt oder nicht mehr zeitgemäß ein. „Do You Believe In Magic?“ ist eine Ansammlung von Oldies, denen man aber wirklich jedes Jahr ihres 47-jährigen Bestehens anhört.

Wenn dabei wenigstens noch eine interessante Melodie oder Harmonie herausgesprungen wäre, aber all das, was man hier hört, ist meist belanglos bis überaus langweilig. Es ist wahrlich nur sehr wenig, was beim Hören dieser Scheibe hängenbleibt. Schade und heutzutage irgendwie Zeitverschwendung. Und das gilt leider auch für den Titeltrack, der damals, Mitte der 60er Jahre zwar ein großer Hit der Band war, heute jedoch kaum mehr jemanden begeistern kann.

Fazit: Das Album „Do You Believe In Magic?“ ist nicht wirklich nervig, klingt heute allerdings ein wenig überflüssig. Da gibt es nichts mehr, was einen begeistert oder aber beschäftigt. Noch nicht mal Aufregen kann man sich über diese Musik, dazu plätschert sie eindeutig viel zu träge vor sich hin. Aber sicherlich wird es auch den einen oder anderen Oldie Fan geben, der das ganz anders sieht und hier vielleicht in alten Zeiten, beziehungsweise Erinnerungen schwelgen kann. Für alle anderen ist die Musik wohl schon zu sehr überholt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Do You Believe In Magic?, Younger Girl



Freitag, 10. August 2012

The Byrds – Turn! Turn! Turn!





The Byrds – Turn! Turn! Turn!


Besetzung:

Roger McGuinn – guitars, vocals
Gene Clark – tambourine, vocals
David Crosby – guitars, vocals
Chris Hillman – bass, vocals
Michael Clarke – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Turn! Turn! Turn! (3:49)
2. It Won’t Be Wrong (1:58)
3. Set You Free This Time (2:49)
4. Lay Down Your Weary Tune (3:30)
5. He Was A Friend Of Mine (2:30)
6. The World Turns All Around Her (2:13)
7. Satisfied Mind (2:26)
8. If You’re Gone (2:45)
9. The Times They Are A-Changin’ (2:18)
10. Wait And See (2:19)
11. Oh! Susannah (3:03)


Bonus Tracks:

12. The Day Walk (3:00)
13. She Don’t Care About Time (Original Single B-Seite) (2:29)
14. The Times They Are A-Changin’ (alternative Version) (1:54)
15. It’s All Over Now, Baby Blue (3:03)
16. She Don’t Care About Time (alternative Version) (2:35)
17. The World Turns All Around Her (alternative Version) (2:12)
18. Stranger In A Strange Land (Instrumental) (3:04)

Gesamtspieldauer: 49:14




„Turn! Turn! Turn!“ nannten die Byrds ihr zweites Album, welches ebenfalls wie die Debut-Platte noch im Jahr 1965 veröffentlicht wurde – gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Und um es vorweg zu nehmen, wer auf Folk Rock beziehungsweise Folk Pop steht und auch vom ersten Album „Mr. Tambourine Man“ bereits begeistert war, der wird auch hier voll auf seine Kosten kommen.

„Turn! Turn! Turn!“ ist dem Vorgängeralbum noch sehr ähnlich. Country Musik, für die die Byrds in späteren Jahren auch stehen sollten, findet man hier höchstens in Ansätzen im Stück „Satisfied Mind“, eine Coverversion, die Porter Wagoner bereits elf Jahre zuvor in den amerikanischen Country Charts platzieren konnte.

Und Coverversionen gibt es jede Menge auf „Turn! Turn! Turn!“. “Lay Down Your Weary Tune” und “The Times They Are A-Changin’” stammen aus der Feder Bob Dylans. Den Titeltrack und auch größten Hit des Albums „Turn! Turn! Turn!“ schrieb Pete Seeger, der sich dabei übrigens eines Textes aus dem Alten Testament bediente. Das wohl allseits bekannte „Oh Susanna“ stammt von Stephen Foster und hatte zur Zeit der Veröffentlichung durch die Byrds bereits 117 Jahre auf dem Buckel.

Auch „He Was A Friend Of Mine“ ist von der Melodie her ein traditioneller Folk-Song, der bereits von vielen Interpreten des Folk Genres in ihr Programm aufgenommen wurde. Bei den Byrds bekam das Lied allerdings einen neuen Text verpasst, den Roger McGuinn nach eigener Aussage in der Nacht schrieb, als Präsident John F. Kennedy in Dallas erschossen wurde.

Gene Clark zeichnete sich für die Kompositionen der Stücke „Set You Free This Time”, „The World Turns All Around Her” und “If You’re Gone” aus. Und schließlich steuerte Roger McGuinn noch die Nummern „It Won’t Be Wrong“ sowie „Wait And See“, einmal mit Hilfe von Harvey Gerst, das andere Mal mit Unterstützung von David Crosby bei. Und damit waren die ursprünglich 30 Minuten und 32 Sekunden Spieldauer auch schon beendet. Elf Folk Rock Stücke wurden dem Käufer hier präsentiert, alle in ähnlicher Machart, ganz nett anzuhören, die in heutiger Zeit jedoch deutlich an Attraktivität und Spannung verloren haben.

Auf der Wiederveröffentlichung 1996 wurden einige Bonus Tracks hinzugefügt. Interessant dürften dabei für den aufgeschlossenen Fan vor allem die Stücke „The Day Walk“ und „She Don’t Care About Time“ sein, beides Stücke von Gene Clark, wobei letztere Nummer die ursprüngliche B-Seite der Single „Turn! Turn! Turn!“ darstellte. “Stranger In A Strange Land” ist noch eine ganz nette Instrumentalnummer von David Crosby. Bei den anderen vier Titeln handelt es sich um alternative Versionen verschiedener, bereits auf dem offiziellen Album vorhandener Lieder.

Fazit: Nun, wie bereits erwähnt, wer auf Folk Musik steht, der wird hier Spaß haben. Auch Leute, die gerne mal Oldies anhören, werden mit „Turn! Turn! Turn!“ auf ihre Kosten kommen. Ansonsten ist diese Art der Musik inzwischen zur Hintergrundmusik geschrumpft. Alles ganz nett, aber wahnsinnig unaufgeregt. Aber Musik muss auch packen können, das erreichen die Byrds heute mit ihrem Album „Turn! Turn! Turn!“ jedoch nicht mehr. Wenn ich jetzt bewerten würde, welchen Stellenwert dieses Album in der Geschichte der Pop- beziehungsweise der Rock-Musik hat, dann würden da wohl zwölf bis dreizehn Punkte stehen. Aber ich bewerte hier die Musik – und die klingt irgendwie überholt und ist mir nur sieben Punkte wert.

Anspieltipps: Turn! Turn! Turn!, It Won’t Be Wrong, He Was A Friend Of Mine, Wait And See, The Day Walk, Stranger In A Strange Land



Montag, 16. April 2012

The Byrds – Mr. Tambourine Man





The Byrds
– Mr. Tambourine Man



Besetzung:

Roger McGuinn – 12 string guitar, vocals
Gene Clark – tambourine, vocals
David Crosby – rhythm guitar, vocals
Chris Hillman – bass, vocals
Michael Clarke – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1965


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Mr. Tambourine Man (2:34)
2. I'll Feel A Whole Lot Better (2:36)
3. Spanish Harlem Incident (2:01)
4. You Won't Have To Cry (2:12)
5. Here Without You (2:40)
6. The Bells Of Rhymney (3:35)
7. All I Really Want To Do (2:08)
8. I Knew I'd Want You (2:18)
9. It's No Use (2:28)
10. Don't Doubt Yourself, Babe (2:59)
11. Chimes Of Freedom (3:55)
12. We'll Meet Again (2:18)


Bonus Tracks:

13. She Has A Way (2:29)
14. I'll Feel A Whole Lot Better (Alternate Version) (2:32)
15. It's No Use (Alternate Version) (2:28)
16. You Won't Have To Cry (Alternate Version) (2:11)
17. All I Really Want To Do (Single Version) (2:07)
18. You And Me (Instrumental) (2:11)




Es ist schon eigenartig, wenn man heutzutage Musik aus der Mitte der 60er Jahre einlegt. Bald 50 Jahre haben diese Scheiben auf dem Buckel. Und ganz klar das hört man. Da ist es auch völlig egal, für welche Band man sich gerade entschieden hat. Irgendwann Ende der 60er Jahre hat dann allerdings eine Entwicklung eingesetzt, die Musik zeitloser machte. Und spätestens mit den 70er Jahren entstanden schließlich auch Alben, denen man noch nicht einmal heute mehr unbedingt anhören kann, dass sie schon vor so vielen Jahrzehnten komponiert, getextet und aufgenommen wurden.

Nun, bei „Mr. Tambourine Man“, dem Erstlingswerk der amerikanischen Formation „The Byrds“ aus dem Jahr 1965, hört man es der Musik, auf der remasterten Version jedoch nicht mal unbedingt dem Sound an, dass sich hier, zeitlich gesehen, bereits „historische“ Musik den Weg zum Ohr bahnt. Und dieser Sound der Byrds Mitte der 60er kann sich durchaus mit dem der Beatles aus England zur selben Zeit vergleichen. Oftmals hört man hier Parallelen, auch wenn den Byrds diese Vielzahl an unglaublichen Ohrwürmern, die von den Beatles auch schon in dieser Zeit fließbandmäßig produziert wurden, abgeht.

Aber auch diese gibt es. Da ist zum Beispiel der Titeltrack, „Mr. Tambourine Man“, geschrieben von Bob Dylan. Ein tolles Stück, welches sofort ins Ohr geht und dort verbleibt. Hier passt wohl auch der Stempel „Evergreen“. Und auch die zweite Nummer des Albums, „I'll Feel A Whole Lot Better“, von Gene Clark komponiert, fällt in diese Kategorie. Schöne und eingängige Melodie, sanfter und doch treibender Rhythmus und ein hoher Wiedererkennungsfaktor.

Und damit wären sie auch schon erwähnt, die beiden Hauptkomponisten des ersten Albums. Denn Bob Dylan steuerte noch drei weitere, der ursprünglich 12 Titel umfassenden Platte bei. Gene Clark war noch an vier weiteren Kompositionen beteiligt. Zweimal dabei in Verbindung mit Roger McGuinn. Die restlichen drei Stücke sind Cover-Versionen verschiedener Autoren, unter anderem Pete Seeger.

Auf der Platte befindet sich kaum ein Titel, der länger als etwas über zwei Minuten läuft und so bekommt der geneigte Musikhörer auf „Mr. Tambourine Man“ zwölf kurze und immer eingängige Folk-Songs präsentiert, die nicht aufregen, manchmal gefallen können, oftmals aber auch einfach so vorbeiziehen. Und das passiert leider bereits ab dem dritten Titel. Alles ganz nett, aber heute auch nicht mehr besonders erwähnenswert. Der Sound der Band selbst, sollte hier allerdings doch noch etwas hervorgehoben werden. Geprägt durch McGuinns zwölf-saitige Rickenbacker-Gitarre und diesen, überaus harmonischen, melodiösen und mehrstimmigen Gesang, haben vielleicht nicht alle Titel des Albums, die Byrds selbst jedoch, einen hohen Wiedererkennungswert.

Fazit: Wie schon erwähnt, man hört dem Album das Alter an. Wer allerdings auf melodiösen Folk-Rock steht, der wird auch an diesem Album seinen Spaß haben. Auf „Mr. Tambourine Man“ befinden sich Klassiker der Byrds und des ganzen Genres. Der Sound der Band ist zudem unverwechselbar, sodass sich hier ein Ohr zu riskieren durchaus lohnen kann - wenn man mit der Musik Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts etwas anzufangen weiß. Ich empfinde das Album nicht als „Meilenstein“, kann es mir aber durchaus auch gerne und interessiert anhören. Nur diese Patina, die stört doch irgendwie. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Mr. Tambourine Man, I'll Feel A Whole Lot Better, Here Without You, All I Really Want To Do, I Knew I'd Want You, Chimes Of Freedom