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Dienstag, 1. November 2022

Devin Townsend – Lightwork




Devin Townsend – Lightwork


Besetzung: (Ohne weitere Angaben)




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Moonpeople (4:44)
2. Lightworker (5:29)
3. Equinox (4:38)
4. Call Of The Void (5:53)
5. Heartbreaker (6:59)
6. Dimensions (5:23)
7. Celestial Signals (5:12)
8. Heavy Burden (4:22)
9. Vacation (3:10)
10. Children Of God (10:05)

Gesamtspieldauer: 55:59



Im Jahr 1996 begann der Kanadier Devin Townsend auch unter seinem eigenen Namen Alben zu veröffentlichen, nachdem er ein Jahr zuvor bereits eine Platte mit der kanadischen Metal-Band „Strapping Young Lad“ eingespielt und veröffentlicht hatte. Am 4. November erscheint damit nun bereits das 23. Album unter seinem Namen, wenn man die Veröffentlichungen von Devin Townsend, Devin Townsend Project und The Devin Townsend Band zusammenfasst. Sein neuestes Werk heißt „Lightwork“ und erscheint auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Während der Pandemie hatte Devin Townsend sehr viele neue Titel geschrieben. Normalerweise sichtet der Musiker nach dem Prozess des Schreibens alles Material und entscheidet dann, welcher Titel es auf die neue Platte schaffen wird und welcher eben nicht. Dieses Mal sollte es aber etwas anders laufen. Mit dem Gedanken hatte der Musiker bereits länger gespielt, nämlich jemanden Unabhängigen mit in diesen Prozess einzubeziehen, der mit in die Entscheidung über die Zusammensetzung des neuen Albums einbezogen werden und dieses auch mitproduzieren würde. Und so fiel die Wahl auf seinen langjährigen Freund GGGarth (Richardson), um diese Idee in die Tat umzusetzen, und in einem längeren Prozess wurden das nächste Devin-Townsend-Album fertiggestellt.

Bezüglich des Sounds, der Abwechslung und der Ideen, die Devin Townsend auch dieses Mal wieder auf „Lightwork“ verwirklicht und umsetzt, wäre jede Art der negativen Kritik völlig deplatziert. Denn der Kanadier schüttet einmal mehr ein wahres Füllhorn spannender Musik über seine Zuhörerinnen und Zuhörer aus. Sound und Ideen überzeugen auch sofort beim ersten Hören, zudem klingen die Melodien sofort eingängig. Diesbezüglich benötigt man allerdings einige Durchläufe mehr, damit sich diese Melodien auch längerfristig festzusetzen verstehen. Doch gibt man der Musik die Zeit zum Wachsen, wird man entsprechend belohnt.

Fans des Devin Townsend, die auf das „harte Zeugs“ des Kanadiers stehen, werden mit „Lightwork“ allerdings deutlich weniger glücklich werden. Zwar ertönt noch der ein oder andere Metal-Riff, doch ist dies nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. Devin Townsend klingt auf „Lightwork“ orchestral, eingängig, abwechslungsreich, kredenzt den Zuhörern wunderschöne Chorpassagen und mehrstimmigen Gesang, aber eben nicht mehr überwiegend „hart“, sondern immer wieder auch poppig.

So ist diese Aufnahme, wie alle Werke des Devin Townsend, einfach eine Momentaufnahme der Zeit, in der sie entstand – dieses Mal eben auch Pandemie-getrieben. Und während jede Zeit anders ist, so stellt diese Periode eine gewisse einzigartige Kollision von songorientierter melodischer Musik mit einem eher ungewöhnlichem Sounddesign dar und ist daher auch nie langweilig. Um dies umzusetzen musste Devin Townsend nach eigenen Angaben auch seine „Komfortzone“ verlassen. Der Umsetzungsprozess verlief dementsprechend schwierig, doch das Ergebnis kann sich hören lassen und überzeugt.

Fazit: Nicht mehr ganz so hart, dafür sehr abwechslungsreich klingt das neueste Werk des Devin Townsend. „Lightwork“ wirkt an keiner Stelle langweilig und viele der Melodien erschließen sich einem erst mit dem wiederholten Mal des Hörens. Und wenn man dem Album diesen „Reifeprozess“ einräumt, wird man umso mehr belohnt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Heartbreaker



Freitag, 25. Juni 2021

Devin Townsend – Devolution Series #2 - Galactic Quarantine

 



Devin Townsend – Devolution Series #2 - Galactic Quarantine


Besetzung:

Devin Townsend – vocals, guitars, keyboards
Wes Hauch – guitars
Liam Wilson – bass
Samus Paulicelli – drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Metal


Trackliste:

1. Velvet Kevorkian (2:25)
2. All Hail The New Flesh (5:31)
3. By Your Command (8:19)
4. Almost Again (3:42)
5. Juular (3:49)
6. March Of The Poozers (5:25)
7. Supercrush! (5:14)
8. Hyperdrive (3:41)
9. Stormbending (5:20)
10. Deadhead (7:54)
11. Aftermath (6:50)
12. Love? (5:20)
13. Spirits Will Collide (4:34)
14. Kingdom (5:05)
15. Detox (6:19)

Gesamtspieldauer: 1:19:38



Nach „Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds“ vom 19. März dieses Jahres, folgt nun am 25. Juni mit „Devolution Series #2 - Galactic Quarantine“ der zweite Teil einer Serie, mit der der Kanadier Devin Townsend eine Reihe von Alben während der Pandemie veröffentlicht, um die Zeit bis zum nächsten offiziellen neuen Album zu überbrücken. Bei „Devolution Series #2 - Galactic Quarantine“ handelt es sich dabei um Aufnahmen, die virtuell live an verschiedenen Orten der Welt (Devin Townsend in Vancouver, Wes Hauch in Atlanta, Liam Wilson in Philadelphia und Samus Paulicelli in Winnipeg), als Ersatz für die ausgefallene „Empath Vol 2 European Tour“ und die abgesagten Sommerfestivals eingespielt und am 5. September 2020 als Video online gestellt wurden.

Nachdem der erste Teil der Serie, wie der Name bereits andeutete, eher sanft klang und von der akustischen Gitarre dominiert wurde, bricht musikalisch gesehen mit „Devolution Series #2 - Galactic Quarantine“ ein Gewitter über die Hörerin beziehungsweise den Hörer herein. Eine kurze Einleitung gibt Devin Townsend noch, stellt die beteiligten Musiker und ihren derzeitigen Standort vor und dann bahnt sich der musikalische Sturm seinen Weg.

Stakkatoartig gespielte Riffs, ein zu explodieren scheinender Samus Paulicelli am Schlagzeug, Hochgeschwindigkeitsbassläufe sowie eine Devin Townsend, mal in Musical-Stimmlage, sich sehr viel öfters jedoch die Seele aus dem Leib schreiend, das sind die Zutaten dieses zweiten Albums der Devolution Serie. Dieser Ansatz wird über die fünfzehn Titel ziemlich kompromisslos verfolgt, sodass man kaum zum Luftholen kommt. Das Album brettert fast achtzig Minuten durch. Die etwas ruhigeren Momente auf dieser Veröffentlichung sind wahrlich rar gesät und „ruhig“ ist in diesem Fall auch eher relativ gemeint. Steht man auf diesen konsequenten Metal, findet man auf diesem Album natürlich sehr viel Erfüllung. Ein paar Auflockerungen hätten dem Album trotzdem gut getan. Achtzig Minuten Headbanging ist sowieso gefährlich, möchte man nicht in der Notaufnahme landen.

Fazit: Metal und Devin Townsend Fans wird dieses Album ganz bestimmt gefallen. Fans dürfte es aber wie gesagt gefallen. Ziemlich kompromisslosen Metal bekommt man auf „Devolution Series #2 - Galactic Quarantine“ geboten. Das Album punktet mit Schnelligkeit und Härte. Ein paar sanftere Momente wären trotzdem nicht schlecht gewesen. Neun Punkte.

Anspieltipps: March Of The Poozers, Aftermath



Freitag, 19. März 2021

Devin Townsend – Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds

 



Devin Townsend – Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Intro (6:29)
2. Let It Roll (3:48)
3. Funeral (8:16)
4. Deadhead (7:50)
5. Ih-Ah! (4:43)
6. Love? (8:05)
7. Hyperdrive (4:27)
8. Terminal (4:57)
9. Coast (4:36)
10. Solar Winds (3:24)
11. Thing Beyond Things (4:19)

Gesamtspieldauer: 1:01:02



Mit „Devolution Series #1“ startet Devin Townsend, wie der Name schon vermuten lässt, eine Serie von Veröffentlichungen, um in der Phase der Corona-Pandemie die Zeit bis zum nächsten offiziellen Album zu überbrücken. Laut eigener Aussage sind die Veröffentlichungen dieser Serie eine Zusammenstellung von Kuriositäten und interessantem Material, welches allerdings nicht als Hauptveröffentlichung angesehen werden soll. Die erste Veröffentlichung dieser Reihe mit dem vollständigen Titel „Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds“ war bereits auf der „Empath Ultimate Edition“ als Bonus CD veröffentlicht worden. Nun gibt es also eine neu abgemischte und remasterte Version dieser „Live In Leeds“ Show.

Devin Townsend erzählt und singt auf diesem Konzert seine Geschichten sehr ausdrucksstark. Oftmals tritt die Musik gegenüber dem Gesang in den Hintergrund. Er interagiert mit dem Publikum, macht Scherze, interagiert mit diesem. Gerade zu Beginn des Konzertes ist dies immer wieder Teil der Aufführung und unterbricht sogar ein wenig das Hörerlebnis. Ganz anders sieht und hört man das natürlich, wenn man Teil des Konzertes war und diesem beiwohnte.

Die Musik auf diesem Album klingt eingängig, melodiös und aufgrund der Instrumentierung zumeist auch sanft und zurückhaltend. Mehr „Leben“ kommt in die Lieder aufgrund des Gesangs des Devin Townsend, der singt, redet, fleht, schreit und kreischt. Gerade die Lieder in der zweiten Hälfte des Konzertes gehen dabei noch besser ins Ohr, da sie nicht mehr durch viele Interaktionen mit dem Publikum unterbrochen werden. Die einzelnen Stücke gehen nun ineinander über, weder Applaus noch „Scherze“ stören die aufkommende Atmosphäre, die so sehr viel intensiver und packender klingt.

Fazit: Die erste Veröffentlichung der „Devolution Series“ gefällt durchaus. Spannende Musik, akustisch aufgearbeitet und vor allen Dingen durch den Gesang sehr intensiv klingend. Für Fans ist das durchaus lohnend, für alle Konzertteilnehmerinnen und -teilnehmer sowieso. Essentiell im Kosmos der Musik des Devin Townsend ist das Album allerdings nicht – und wollte es auch gar nicht sein. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ih-Ah!



Freitag, 23. Oktober 2020

Devin Townsend – Order Of Magnitude – Empath Live Volume 1




Devin Townsend – Order Of Magnitude – Empath Live Volume 1


Besetzung:

Devin Townsend – vocals, guitars, synthesizers, bass and computer


Gastmusiker:

Morgan Ågren – drums
Nathan Navarro – bass
Mike Keneally – additional guitars and keyboards
Che Aimee Dorval – guitars, vocals
Diego Tejeida – keyboards
Markus Reuter – touch guitar
Samantha Preis – vocals
Anne Preis – vocals
Arabella Packford – vocals




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock, ProgMetal


Trackliste:

CD1:

1. Borderlands (9:29)
2. Evermore (5:43)
3. War (6:59)
4. Sprite (5:23)
5. Gigpig Jam (7:02)
6. Coast (5:07)
7. Gato (5:31)
8. Heavens End (11:02)
9. Ain‘t Never Gonna Win (3:43)

CD2:

1. Deadhead (8:12)
2. Why? (8:13)
3. Lucky Animals (3:42)
4. Castaway / Genesis (8:02)
5. Spirits Will Collide (6:30)
6. Disco Inferno (6:36)
7. Kingdom (7:34)

Gesamtspieldauer CD1 (1:00:04) und CD2 (48:51): 1:48:56



Devin Townsend lässt es krachen. Immer wieder mal. Genau so auch auf dem Live-Album „Order Of Magnitude – Empath Live Volume 1“. Das Album wurde im Roundhouse, in Camden im Norden Londons im Dezember 2019 eingespielt. „Volume 1“ heißt der Untertitel dieser Veröffentlichung, da noch zwei weitere Alben aus diesen Shows vom Dezember 2019 folgen sollen. Unterstützung hatte er auf seinen Konzerten von zum Teil prominenten Mitstreitern. Gitarrist Mike Keneally spielte schon bei Frank Zappa, Morgan Ågren am Schlagzeug ebenso, obwohl er wahrscheinlich eher als Drummer von Kaipa bekannt sein dürfte. Markus Reuter kennt man von Stick Men oder The Crimson Projekct und schließlich ist auch Diego Tejeida an den Keyboards zu hören, der am selben Instrument Teil von Haken ist.

Sechs der sechzehn Lieder auf dieser Zusammenstellung stammen vom letzten Album „Empath“, welches im März des Jahres 2019 veröffentlicht worden war. Ansonsten ist noch das 2009er Album „Ki“ mit vier Titeln besonders häufig vertreten. Neben Liedern aus weiteren Alben des Devin Townsend oder des Devin Townsend Projects ist auch ein durchaus atmosphärischer und auflockernder Jam sowie die Cover-Nummer „Disco Inferno“ von den Trammps aus dem Jahr 1976 vertreten. Und diese klingt auch in dieser Version von Devin Townshend nach Disco.

Allerdings stellt diese Nummer genrespezifisch eine Ausnahme dar. Wundern darf man sich im Falle des Devin Townsend natürlich trotzdem nicht, denn der kanadische Musiker ist immer für eine musikalische Überraschung gut. So ist es auch auf diesem Live-Album, denn die restlichen fünfzehn Nummern auf „Order Of Magnitude – Empath Live Volume 1“ pendeln sound- und genremäßig irgendwo zwischen Oper und ProgMetal. Beim Gesang ist von der Rockstimme über ebenfalls opernhafte Ansätze bis zum Growling – und manchmal auch bis zum Geschrei – alles vertreten. Eine wahrlich überraschende Mischung, wenn man die Musik von Devin Townsend zum ersten Mal hört. Doch irgendwie scheint das alles durchaus zusammen zu passen, trotz dieses extremen musikalischen Stil-Mixes – gerade auch in Bezug auf den Gesang. Der rote Faden des Albums ist die Musik des Devin Townsend, die auch immer als solche zu erkennen ist. Definitiv anders, aber gerade dadurch als solche zu erkennen.

Nun, die Musik „knallt“ mal mehr, mal weniger, bleibt dabei allerdings jederzeit eingängig und melodiös. Verstärkt wird dieser Eindruck noch nach dem wiederholten Mal des Abspielens und Hörens, wenn sich die Melodien schließlich im Ohr festgesetzt haben. Schöne akustische Passagen wechseln sich mit donnernden Einlagen ab. Hört man lediglich auf die Musik und lässt den Text weg, klingt es wie eine Geschichte, die hier musikalisch erzählt wird, spannend und abwechslungsreich. An mancher Stelle interagiert Devin Townsend auch auf sehr angenehme und zum Teil lustige Art und Weise mit seinem Publikum, sodass „Order Of Magnitude – Empath Live Volume 1“ auch diesbezüglich durchaus unterhält. So hintereinander durchgehört, klingt das Album wie die Aufführung eines Konzeptalbums, was es allerdings natürlich nicht ist.

Fazit: Durchaus eine unterhaltsame Reise, die Devin Townsend hier mit seinem Publikum und schließlich auf CD gepresst auch mit seinen Hörerinnen und Hörern unternimmt. Auf die vielen verschiedenen Stile und Stilmixe muss man sich natürlich einlassen können. Schafft man das, hat man sicherlich jede Menge Spaß mit diesem Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Coast, Deadhead, Why?