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Sonntag, 22. November 2015

Peter Hammill – Fireships




Peter Hammill – Fireships


Besetzung:

Peter Hammill – voice, guitar, keyboards


Gastmusiker:

David Lord – keyboards
David Jackson – saxophone, flute
Nic Potter – bass
Stuart Gordon – violin
John Ellis – guitar


Label: Fie! Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. I Will Find You (4:48)
2. Curtains (5:49)
3. His Best Girl (5:05)
4. Oasis (5:44)
5. Incomplete Surrender (6:43)
6. Fireships (7:27)
7. Given Time (6:38)
8. Reprise (4:22)
9. Gaia (5:34)

Gesamtspieldauer: 52:14




Ruhig, ganz ruhig ist das achtzehnte Studio-Album des Peter Hammill geraten, welches 1992 bei Fie! Records veröffentlicht wurde. Ganz ungewöhnlich ist diese Musik zwar nicht für den Briten, doch in diesem Ausmaß an ruhiger Musik stellt „Fireships“ schon eine Besonderheit dar. Denn auf „Fireships“ gibt es sie überhaupt nicht mehr, die gesanglichen oder musikalischen Explosionen, welche den regelmäßigen und treuen Hörerinnen und Hörern des Peter Hammill so vertraut sind.

Nun, experimentell oder aber progressiv wirkt „Fireships“ wahrlich nicht. Sanft ist sie, diese Platte und ruhig und melodiös. Und ich kann auch durchaus nachempfinden, wenn diese Scheibe bei vielen Fans als eine der langweiligsten gehandelt wird, die der Brite jemals veröffentlichte. Ich hatte mir die Scheibe im April 1992 gekauft, etwa einen Monat nach dem Erscheinen. Und zugegebenermaßen erinnerte mich hauptsächlich die Stimme des Peter Hammill an eben jenen Peter Hammill, der immer mit seiner Musik zu überraschen verstand. Allerdings war der ganze Rest, die Musik selbst also, schon relativ ungewöhnlich für den Sänger und Gitarristen von Van Der Graaf Generator. So gar keine Aufregung? So gar kein Ausbruch? Nur noch sanfte Musik? Und dann blieb das Album lange im Plattenschrank stehen und wurde von mir hauptsächlich aufgrund des tollen und wirklich sehenswerten Covers bewundert.

Jetzt, viele Jahre später – und speziell für diese Seiten hier – wird alles noch mal sehr genau durchgehört. Nun, die Musik ist immer noch dieselbe, jedoch erscheint sie mir sehr viel spannender, als noch vor zwanzig Jahren. Klar wirkt das immer noch alles sehr langsam, gesetzt und getragen, jedoch nun auch schön, melodiös und das Ohr umgarnend. „Fireships“ ist plötzlich ein eingängiges Album geworden, welches das Spektrum des Peter Hammill noch um einige Facetten erweitert. Und „His Best Girl“ ist auf einmal ein Lied, welches man nicht mehr missen möchte, welches den Songkatalog des Peter Hammill um einen weiteren Höhepunkt erweitert.

Fazit: Nicht das beste Album des Peter Hammill, ganz klar, jedoch ein anderes. Sanfte Töne, keinerlei Aufregung und viel Melodiösität kennzeichnen das achtzehnte Album des Peter Hammill. „Fireships“ mag auf das erste Hören hin durchaus langweilig klingen. Immer wieder gehört oder sehr viel später noch mal genossen, wirkt jedoch auch diese Scheibe. Manches Mal lohnt es sich wirklich, eine Platte mal ruhen zu lassen und sie später noch mal intensiv zu entdecken. Neun Punkte.

Anspieltipps: Curtains, His Best Girl



Montag, 2. November 2015

Peter Hammill – In A Foreign Town




Peter Hammill – In A Foreign Town


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, keyboards, percussion


Gastmusiker:

Stuart Gordon – violin


Label: Enigma Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Hemlock (6:29)
2. Invisible Ink (4:19)
3. Sci-Finance (Revisited) (4:22)
4. This Book (5:14)
5. Time To Burn (3:44)
6. Auto (3:58)
7. Vote Brand X (4:03)
8. Sun City Nightlife (4:34)
9. The Play's The Thing (4:54)
10. Under Cover Names (4:19)


Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

11. Smile (5:18)
12. Time To Burn (Instrumental) (3:43)

Gesamtspieldauer: 55:01




Es ist schon so eine Sache, wenn man als Musiker alles alleine machen möchte. Und das hat Peter Hammill nach „And Close As This“ mit „In A Foreign Town”, seinem bereits sechszehnten Solo-Album aus dem Jahr 1988, erneut gemacht. War das Vorgängeralbum allerdings noch sehr „spartansich” und zurückhaltend instrumentiert, so greift Peter Hammill auf „In A Foreign Town” durchaus in die Vollen. Das Album klingt dicht und kraftvoll, ist deutlich intensiver instrumentiert, als die Scheibe zuvor. Da allerdings Peter Hammill kein Schlagzeug spielen kann, hört auf „In A Foreign Town” auch manchmal deutlich die synthetischen Drums des Synthesizers heraus. Nicht immer, jedoch ab und an und das mag eben nicht jeder so.

Mitunter merkt man Peter Hammill auch auf dieser Scheibe an, dass ihm manchmal ein oder mehrere Partner ganz gut zur Seite gestanden hätten. Seine ehemaligen Van Der Graaf Generator Kollegen scheinen durchaus auch einen Einfluss auf die Musik des Peter Hammill gehabt zu haben, wenn sie denn dabei waren. Die Musik ist hier jedoch wahrlich nicht schlecht und es gibt auch deutlich weniger geglückte Alben des Briten, jedoch befindet sich auf „In A Foreign Town” auch nichts, was einen vom Hocker reißen würde. Zu Alltäglich ist das Gehörte, fast nicht experimentell, durchaus allerdings auch eingängig, jedoch eben nichts Besonderes mehr. Und es zeigt sich auch, dass die einzelnen Lieder mit der Dauer der Platte noch an Qualität verlieren. Wissen solche Nummern wie der Opener „Hemlock“, gleichzeitig auch mit das rockigste Lied des Albums, oder das sanfte „This Book“ noch durchaus zu überzeugen, so findet sich in der zweiten Hälfte der Scheibe lediglich noch der Titel „The Play's The Thing“, der da so richtig gefallen kann.

Fazit: „In A Foreign Town” ist sicherlich kein essentielles Album des Peter Hammill. Man merkt der Platte an, dass es in den 89er Jahren entstand – und dies nicht nur, wegen dem Sound selbst, auch die Ideen, die Art der Musik selbst, passt perfekt in dieses Jahrzehnt. „In A Foreign Town” ist zu keiner Zeit kompliziert, experimentell oder besonders anspruchsvoll. Irgendwie eine Scheibe, die so mitläuft. Acht Punkte.

Anspieltipps: Hemlock, This Book, The Play's The Thing



Montag, 19. Oktober 2015

Peter Hammill – And Close As This




Peter Hammill – And Close As This


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, keyboards


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Too Many Of My Yesterdays (4:48)
2. Faith (4:29)
3. Empire Of Delight (4:44)
4. Silver (5:29)
5. Beside The One You Love (5:14)
6. Other Old Clichés (4:07)
7. Confidence (6:37)
8. Sleep Now (4:44)

Gesamtspieldauer: 40:15




Sein fünfzehntes Solo-Album nannte Peter Hammill „And Close As This”. Und dieses „And Close As This“, bei dem man dem Briten wohl sehr nah kommen soll, ist eine Art Experiment geworden. Nicht jedoch, weil sich Peter Hammill hier besonders experimentell anhört oder klingt, es ist sehr viel eher die Art der Herangehensweise und Fertigstellung der Platte, etwas Neues für Peter Hammill darstellt. Auf „As Close As This“ ist nämlich lediglich Peter Hammill gesanglich und am E-Piano zu hören – sonst niemand und nichts, abgesehen von einigen wenigen eingefügten „Füllern“ mittels des Keyboards, die hier allerdings auch nur seltene Töne darstellen.

Es liegt in der Natur der Dinge, dass bei solch spartanischer Instrumentierung der Schwerpunkt eher auf den sentimentalen, melancholischen Liedern liegt. Und so transportiert das Album auch eine sehr traurige bis nachdenkliche Stimmung. Nur ab und an greift Peter Hammill mal stärker in die Tasten, erhebt seine Stimme über das sanfte Maß hinaus, was jedoch auch nichts an dieser eher dunklen und schwermütigen Atmosphäre ändert.

Sanft ist sie, die Musik auf „And Close As This“ und Peter Hammill versucht hier durchaus „intimer“ mit seinen Hörern zu werden. Das scheitert jedoch manchmal an Liedmaterial selbst. Das kann nicht unbedingt immer und an jeder Stelle überzeugen. Zwar werden die einzelnen Stücke mit jedem weiteren Durchlauf der Platte vertrauter, jedoch nicht unbedingt melodiöser, eingängiger. Das wiederum gilt ausdrücklich nicht für die erste Nummer der Platte, „Too Many Of My Yesterdays“. Zwar zündet das Stück auch nicht unbedingt sofort beim ersten Hören, doch spätestens beim dritten Versuch. Da entfaltet dieses Lied seine ganze Melodiösität und stellt einen weiteren Höhepunkt im Schaffen des Peter Hammill dar.

Fazit: „And Close As This“ ist auch bei Peter Hammill Fans sehr umstritten, weil es eben eine sehr ruhige und irgendwie spartanische Platte geworden ist. Es gibt darauf ein paar wirklich feine Stücke, mit einem Höhepunkt in Gestalt von „Too Many Of My Yesterdays“. Allerdings befinden sich auch einige etwas nichtssagende Nummern auf der Platte, die eben mal so mitlaufen. Wer auf sanfte und gefühlvolle Musik steht, die oder der macht mit der Platte sicherlich nichts falsch. Nicht der Höhepunkt im Schaffen des Peter Hammill, jedoch bestimmt auch kein Ausfall. Acht Punkte.

Anspieltipps: Too Many Of My Yesterdays



Freitag, 17. Juli 2015

Peter Hammill – The Love Songs




Peter Hammill – The Love Songs


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Nic Potter – bass
Hugh Banton – keyboards
Manny Elias – drums
Helen Copp – drums
John Ellis – guitar
Robert Fripp – guitar
Stuart Gordon – violin
David Lord – synthesizer


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: ArtPop, ArtRock


Trackliste:

1. Just Good Friends (3:54)
2. My Favourite (3:00)
3. Been Alone So Long (5:01)
4. Ophelia (3:08)
5. Again (3:34)
6. If I Could (5:00)
7. Vision (3:15)
8. Don't Tell Me (4:39)
9. The Birds (3:40)
10. This Side Of The Looking Glass (6:57)

Gesamtspieldauer: 42:15




Es gibt Platten, die braucht man im Grunde genommen überhaupt nicht. Eine davon ist „The Love Songs“ von Peter Hammill aus dem Jahr 1984. Zu hören gibt es darauf zehn Lieder, die alle bereits auf vorherigen Platten veröffentlicht worden waren. Es handelt sich bei dem Album also um eine Kompilation, eine Zusammenstellung von Liedern, in denen es um das Thema „Liebe“ geht.

Die Nummern wurden alle überarbeitet, neu abgemischt und auch mit einer neuen Gesangslinie versehen – außer der Titel „Been Alone So Long“, bei welchem die ursprüngliche Gesangsspur weiter Verwendung fand. Nun, ansonsten gibt es über dieses Album im Grunde genommen nicht viel zu sagen. Die Lieder kennt man, die Überarbeitung hört sich eher überflüssig als erforderlich an und man weiß keineswegs, warum Peter Hammill diese Platte unbedingt veröffentlichen musste.

Fazit: Ob die neu eingespielten Titel jetzt besser klingen, das sei hier mal sehr in Frage gestellt. Eine andere Frage, die sich stellt ist jene, wer solch ein Album braucht? Hierauf ist eher Pop als Progressive Rock zu hören, wofür Peter Hammill eigentlich steht. Wer die Musik des Engländers besitzt, die oder der besorgt sich sowieso die ursprünglichen Platten. Die Lieder sind schöne Stücke, stehen jedoch nicht stellvertretend für die Musik des Peter Hammill und hätten so auch nicht mehr unbedingt veröffentlicht werden müssen. Von daher haben die Lieder eigentlich mehr Punkte verdient, das Album selbst, nun das ist einfach irgendwie sehr überflüssig. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Again, The Birds



Dienstag, 7. Juli 2015

Peter Hammill – Sitting Targets




Peter Hammill – Sitting Targets


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Guy Evans – drums
David Jackson – saxophone, flute
Morris Pert – percussion
Phil Harrison – synthesizers


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Breakthrough (3:57)
2. My Experience (3:15)
3. Ophelia (3:15)
4. Empress's Clothes (4:03)
5. Glue (3:40)
6. Hesitation (4:07)
7. Sitting Targets (5:22)
8. Stranger Still (4:54)
9. Sign (3:45)
10. What I Did (3:39)
11. Central Hotel (4:41)

Gesamtspieldauer: 44:20




Irgendwie nicht ganz zum Punkt kommen, will das zehnte Peter Hammill Solo-Album aus dem Jahr 1981 mit dem Titel „Sitting Targets“. Waren die Alben der Jahre zuvor noch überaus überzeugend, da angefüllt, neben progressiven Elementen, mit sehr eingängigen und melodiösen Titeln, so fehlt es auf „Sitting Targets“ irgendwie an Beidem. Das Experimentelle, das nach vorne preschende Momentum in der Musik des Peter Hammill, fehlt hier ebenso ein wenig, wie die Titel, welche angefüllt sind mit Harmonien, die einem als Hörerin beziehungsweise Hörer in Erinnerung bleiben und immer wieder in den Bann zu ziehen verstehen.

Für „Sitting Targets“ benötigt man deutlich mehr Durchläufe der Scheibe, um mit ihr „warm“ zu werden, als mit allen anderen, der bis zu diesem Zeitpunkt von Peter Hammill veröffentlichten Platten. Die Musik wirkt roher, rauer und ungeschliffener. Natürlich ist das beherrschende Element wieder einmal der sehr ausdrucksstarke und auch wieder überzeugende Gesang des Peter Hammill. Das richtige „Wohlfühlgefühl“ will dieses Mal allerdings trotzdem nicht eintreten, obwohl, nachdem auf den letzten Alben lediglich Peter Jackson von Van Der Graaf Generator an der Fertigstellung mit beteiligt war, dieses Mal auch Guy Evans von seiner alten Band mit von der Partie ist.

Nun, herauszuheben sind da lediglich zwei Nummern, die wirklich überzeugen können. Zum einen ist das der Titeltrack, „Sitting Targets“, eine sehr rockige Nummer, treibend und fordernd. Einige Male des Anhörens benötigt man hier allerdings schon, bis dieses Lied so richtig durchstartet. Dann jedoch klingt es immer überzeugender. Beim nachfolgenden „Stranger Still“ ist das etwas anders. Ruhig und sanft geht diese Nummer ausnahmsweise auf „Sitting Targets“ sofort ins Ohr. Ein ruhiger, gefühlvoller Titel, der vom Piano und dem Gesang des Peter Hammill getragen wird. Wahrlich gelungen.

Fazit: „Sitting Targets“ ist keine schlechte Platte geworden, allerdings auch nicht die überzeugendste des Peter Hammill. Die Ideen auf den vorherigen Alben wirkten irgendwie interessanter und durchaus auch gelungener. Immer wieder klingt es mal an, das Gefühl des Peter Hammill für den tollen Song, der begeistert – allerdings passiert dies leider längst nicht immer. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sitting Targets, Stranger Still



Dienstag, 30. Juni 2015

Peter Hammill – A Black Box




Peter Hammill – A Black Box


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

David Jackson – saxophone, flute
David Ferguson – synthesizer, tambourine


Label: S-Type Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Golden Promises (2:56)
2. Losing Faith In Words (3:40)
3. Jargon King (2:43)
4. Fogwalking (4:04)
5. The Spirit (2:38)
6. In Slow Time (3:26)
7. The Wipe (1:45)
8. Flight (19:19)
     Flying Blind
     The White Cane Fandango
     Control
     Cockpit
     Silk-Worm Wings
     Nothing Is Nothing
     A Black Box

Gesamtspieldauer: 40:53




Ehrlich gesagt kenne ich keine Peter Hammill Platte, die sofort, beim ersten Hören, uneingeschränkt zündet und sofort absolut überzeugt. Na, vielleicht mit Ausnahme von „Fool’s Mate“, dem ersten Album des Engländers, welches wirklich sofort ins Ohr geht. Mit „A Black Box“, dem neunten Solo-Album Peter Hammills, ist das jedoch wie zumeist beim Sänger und Gitarristen von Van Der Graaf Generator, man benötigt einfach einige Durchgänge, um mit dieser Musik so richtig vertraut zu werden, sodass diese ihre ganze Fülle und auch Schönheit besser präsentieren kann.

Außerdem experimentiert Peter Hammill auf „A Black Box“ einmal mehr mit Sounds und den neuesten technischen Möglichkeiten und so sind auch die beiden Stücke „Jargon King“ und „The Wipe“ durchaus mit „experimentell“ ganz gut beschrieben. Eine tiefergehende Melodiösität liegt hier dann definitiv nicht vor. Ansonsten herrscht jedoch eher „Wohlklang“ auf „A Black Box“. Zwar ist das Ganze, wie bereits erwähnt, nicht sofort beim ersten Hören immer melodisch und eingängig, jedoch mit jedem weiteren Durchgang scheinen die einzelnen Titel zu wachsen und sich zu verfestigen. Manches Mal klingt das dann fast schon mystisch, vielleicht manchmal auch ein wenig verschroben, oftmals überraschend und immer spannend. Allgemein herrscht eine etwas düstere Stimmung auf der Platte vor, ohne dass diese Grundausrichtung jedoch überstrapaziert oder völlig ausgereizt werden würde.

Nun, eine Nummer muss hier natürlich noch Erwähnung finden, nämlich „Flight“. Dieses Stück gilt bei vielen Peter Hammilll Fans als das beste Lied, welches er jemals geschrieben hat. Und wahrlich „Flight“ ist wie ein Parforce-Ritt durch unterschiedlichste Stimmungen und Ausprägungen des Rock. Da klingt es mal lieblich und schön, dann wieder zerrissen oder gehetzt. Mal sehr eingängig, dann wieder kakophonisch. Mal laut und fordernd, ein anderes Mal sehr ruhig und beschwichtigend. Sehr hörenswert und eine Art kleine Reise durch das Leben eines Menschen, welches schließlich mit dem Tod und einer „Black Box“ endet. Wahrlich schön und überaus überzeugend.

Fazit: „A Black Box“ ist ein sehr überzeugendes Album geworden. Und das liegt nicht nur an dem Titel „Flight“, der ursprünglich die ganze zweite LP-Seite eingenommen hatte. Nein auch unter den ersten Nummern befinden sich sehr hörenswerte Titel, wie zum Beispiel das sehr plastische „Fogwalking“. Peter Hammill macht auf „A Black Box“ Musik zum Eintauchen. Peter Hammill hat bisher sage und schreibe 34 Solo-Alben veröffentlicht, „A Black Box“ gehört dabei definitiv mit zu seinen besten Scheiben. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Fogwalking, Flight



Freitag, 26. Juni 2015

Peter Hammill – pH7




Peter Hammill – pH7


Besetzung:

Peter Hammill – voice, guitar, keyboards, percussion


Gastmusiker:

Graham Smith – violin
David Jackson – saxophone, flute


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. My Favourite (2:52)
2. Careering (4:06)
3. Porton Down (3:41)
4. Mirror Images (3:51)
5. Handicap and Equality (3:56)
6. Not For Keith (2:25)
7. The Old School Tie (5:07)
8. Time For A Change (3:15)
9. Imperial Walls (4:16)
10. Mr X (Gets Tense) (5:13)
11. Faculty X (4:58)

Gesamtspieldauer: 43:44



Sein achtes Studio-Album, welches im September 1979 veröffentlicht wurde, nannte Peter Hammill „pH7“. Und im Grunde genommen ist es wie immer bei Peter Hammill. Sehr eingängige Stücke werden mit Nummern gemischt, die dann schon deutlich komplizierter klingen, gar nicht mehr melodiös, sondern oftmals sogar atonal und experimentell. Immer wieder wird man gezwungen, sich auf die Musik des Peter Hammill ganz einzulassen, nichts nebenbei zu tun, denn sonst können diese Stücke ihre Wirkung nicht in dem Maße entfalten, wie sie es eigentlich müssten, um zu überzeugen.

Peter Hammill experimentiert auf „pH7“ wieder mit Sounds und der sich rasant entwickelnden musikalischen Technik. Manches klingt dadurch zunächst äußerst gewöhnungsbedürftig und wird sicherlich nicht jedes Ohr der Musikhörer erreichen. Allerdings sind da auch wieder diese wunderschönen und zarten Titel, randvoll angefüllt mit Melodiösität und Harmonien, die einen träumen lassen – und genau diese Nummern sind deutlich in der Überzahl auf „pH7“. Drei Titel dieser Sorte habe ich unten als Anspieltipps angeführt. Das YouTube-Video stellt dagegen das andere Extrem dar, den nicht mehr ganz so harmonischen Titel, der immer wieder mal auszubrechen scheint, geradeso als würde Peter Hammill gespannt zuhören und abwarten, wohin sich die Nummer dieses Mal entwickeln wird.

Fazit: Klar, ich mag solche Musik, die auch mal in den Randbezirken der Melodiösität zu fischen scheint, dann jedoch wieder unglaublich einnehmend klingt. So ist „pH7“ für mich durchaus überzeugend, im Grunde genommen genau so wie der Vorgänger „The Future Now“. Ich liebe diese verträumte Stimmung, die viele der Lieder des Peter Hammill transportieren. Das ist mitunter sehr bewegend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: My Favourite, Not For Keith, Time For A Change



Dienstag, 16. Juni 2015

Peter Hammill – The Future Now




Peter Hammill – The Future Now


Besetzung:

Peter Hammill – guitars, vocals, keyboards, harmonica, electronics


Gastmusiker:

David Jackson – saxophone (1, 2, 12)
Graham Smith – violin (5, 6, 12)


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Pushing Thirty (4:20)
2. The Second Hand (3:28)
3. Trappings (3:30)
4. The Mousetrap (Caught In) (4:05)
5. Energy Vampires (2:56)
6. If I Could (4:37)
7. The Future Now (4:11)
8. Still In The Dark (3:38)
9. Mediaeval (3:06)
10. A Motor-Bike In Afrika (3:11)
11. The Cut (4:20)
12. Palinurus (Castaway) (3:47)

Gesamtspiedauer: 45:15




„The Future Now” heißt das siebte Studio-Album des Peter Hammill, welches im Jahr 1978 veröffentlicht wurde. Im Grunde genommen kann man dem Briten gar nicht dankbar genug für diese Scheibe sein, denn während andere Musiker, die sich vorher dem Progressive Rock gewidmet hatten, nun plötzlich versuchten poppiger zu klingen, dabei oftmals in völlige Belanglosigkeit abdrifteten, fing Peter Hammill an mit Sounds, Tönen und Instrumenten zu experimentieren. Der Ehrlichkeit halber muss man hier allerdings dann auch anführen, dass viele dieser, jetzt poppigen Kollegen durchaus verkaufstechnisch sehr große Erfolge mit dieser Strategie verbuchen konnten. Peter Hammill wurde niemals so erfolgreich, gilt aber bei vielen Musikern als sehr große Inspiration.

Diese siebte Album des Peter Hammill kann sehr, sehr eingängig und melodiös klingen, wie zum Beispiel bei den Titeln „The Mousetrap (Caught In)“ oder aber „Palinurus (Castaway)“. Dann gibt es andererseits jedoch durchaus auch so komplizierte, fast schon experimentelle und längst nicht mehr so zugängliche Nummern wie zum Beispiel „Energy Vampires“ oder „A Motor-Bike In Afrika“ auf die Ohren der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Spannend sind diese Titel dabei sogar sehr, allerdings wohl keineswegs mehr massentauglich. Jetzt spielt Peter Hammill mit Sounds und den Instrumenten. Ganz eigene musikalische Welten entstehen auf diese Art und Weise, die nicht zum „Nebenbeihören“ gedacht sind. Auch das Autofahren muss damit nicht unbedingt einfacher werden, denn diese Musik verlangt durchaus die volle Konzentration von seinen Hörern.

Auf „The Future Now” ist es die Mischung, die die Platte zu einer überzeugenden werden lässt. Auch in kann nicht immer in all diese Lieder eintauchen und benötigte zugegebenermaßen auch einige Anläufe, bis ich manche Teile der Platte vollständig oder wenigstens besser verstanden hatte. Vielleicht sollte ich sogar eher sagen: Glaubte es verstanden zu haben. Egal, denn es wirkt. Dieser Verbindung aus wunderschönen Harmonien und dann wieder doch „seltsamen“ Tönen, wohnt eine gewisse Magie inne, die die Musik von Peter Hammill auf „The Future Now!“ durchaus zu etwas Besonderem werden lässt. Allgemein überwiegen dabei die sanfteren und leisen Töne, dem Piano kommt eine wichtige Rolle auf diesem Album zu, einem Album, welches immer wieder überrascht.

Fazit: Eine sehr abwechslungsreiche Platte ist „The Future Now” geworden. Wunderschöne Melodien, neben einigen Experimenten enthält die Scheibe. Peter Hammill nutzt dabei die sich nun neu ergebenden technischen Möglichkeiten leidlich aus. Kein Wunder also, dass er häufig als Ideengeber anderer Musiker genannt wird. Mich überzeugt nicht alles restlos auf dieser Scheibe, die jedoch natürlich auch viele Höhepunkte aufweist. Manches Mal muss man sich diese als Hörer jedoch erarbeiten – und das kann auch mal beschwerlich sein. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Trappings, The Mousetrap (Caught In), The Cut, Palinurus (Castaway)



Samstag, 6. Juni 2015

Peter Hammill – Over




Peter Hammill – Over


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Graham Smith – violin
Nic Potter – bass
Guy Evans – drums
Michael Brand – orchestra conductor


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Crying Wolf (5:13)
2. Autumn (4:18)
3. Time Heals (8:43)
4. Alice (Letting Go) (5:40)
5. This Side Of The Looking Glass (7:03)
6. Betrayed (4:48)
7. (On Tuesdays She Used To Do) Yoga (3:58)
8. Lost And Found (7:33)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

9. Betrayed (4:47)
10. Autumn (Recorded For The John Peel Show On BBC Radio 1) (4:49)
11. This Side Of The Looking Glass (Alternative Take) (4:11)

Gesamtspieldauer: 1:01:07




„Over“ ist der Titel des sechsten Studio-Soloalbums von Peter Hammill, wenige Monate später, im Herbst 1977, wurde schließlich noch ein letztes Van Der Graaf Generator Album veröffentlicht, dann war Schluss mit der Band und es sollten erst mal nur noch Solo-Alben folgen. Auf „Over“ sind auch die Band-Kollegen nicht mehr vollständig vertreten, wie es auf den letzten Platten des Peter Hammill noch der Fall war. Natürlich gab es auch noch ein Wiederaufleben von Van der Graaf Generator, aber dieses sollte runde 28 Jahre später stattfinden.

Ist der erste Titel noch recht rockig und sehr treibend gestaltet, so gestalteten sich die Titel danach eher ruhig, nachdenklich und sehr sanft. Natürlich sind diese Nummern auch voller Melodiösität, voller Harmonien, ohne, dass Peter Hammill hier übertreibt. Es ist ganz klar die Stimmung, die hier transportiert wird. Sehr melancholisch klingt das alles.

Und dann hört man hier die Musik des Peter Hammill auch in Verbindung mit einem ganzen Orchester. Das ist zum Teil sehr bewegend, sehr intensiv und immer überzeugend. Peter Hammill spielt mit seiner Stimme und das Orchester unterstreicht die jeweilige Atmosphäre. Alles auf „Over“, bei dem der Musiker die Trennung von seiner Frau verarbeitet, klingt das sehr überzeugend. Falls also jemand dieses melancholische Gefühl in sich spürt, dürfte die oder der viel Spaß mit „Over“ haben.

Fazit: Es ist ein sehr ruhiges Album geworden, dieses „Over“. Durchaus ist das noch Progressive Rock, allerdings mit Rock- und Pop-Anteilen. Kaum eine Platte des Peter Hammill klingt eingängiger, auch für das „normale“, das nicht so auf Progressive Rock fokussierte Ohr. Für mich klingt das alles sehr überzeugend, nachdenklich, melancholisch, sentimental. Ich kann mich da gar nicht über die Grundstimmung auf ein Adjektiv fokussieren. Obwohl… Doch, es sind sogar zwei Adjektive, die hier greifen: traurig und sehr melodiös. Ein wirklich gutes und überzeugendes Album des Peter Hammill – auch wenn es nicht zu sehr progressiv ist. Elf Punkte.

Anspieltipps: Autumn, Time Heals, (On Tuesdays She Used To Do) Yoga



Sonntag, 24. Mai 2015

Peter Hammill – Nadir’s Big Chance




Peter Hammill – Nadir’s Big Chance


Besetzung:

Peter Hammill – voice, guitars, piano, bass


Gastmusiker:

David Jackson – saxophone
Hugh Banton – bass, piano, organ
Guy Evans – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Nadir's Big Chance (3:33)
2. The Institute Of Mental Health, Burning (3:32)
3. Open Your Eyes (5:13)
4. Nobody's Business (4:09)
5. Been Alone So Long (4:11)
6. Pompeii (4:25)
7. Shingle Song (4:15)
8. Airport (3:04)
9. People You Were Going To (5:05)
10. Birthday Special (3:36)
11. Two Or Three Spectres (6:20)

Gesamtspieldauer: 47:29




„Nadir’s Big Chance“ nannte Peter Hammill sein fünftes Studio-Soloalbum, welches im Februar 1975 veröffentlicht wurde. Und obwohl alle anderen drei Musiker von Van Der Graaf Generator hier ebenfalls wieder mit vertreten sind, so ist die Platte doch eindeutig ein Peter Hammill Album geworden und keine Van Der Graaf Generator Scheibe. Auf „Nadir’s Big Chance“ gibt es die ganze Bandbreite im Schaffens des Peter Hammill zu hören. Aggressiven Rock, etwas Experimentelles und natürlich auch diese wunderschönen und eingängigen Balladen, für die Peter Hammill ebenfalls schon immer stand und steht. 

Angeblich hat sogar Johnny Rotten gesagt, dass diese Platte hier die Sex Pistols und überhaupt die Punkbewegung schwer beeindruckt und beeinflusst hatte und für dieses Genre richtungsweisend gewesen wäre. Das wiederum lässt mich schon etwas erstaunt zurück, denn Punk, nein Punk höre ich hier wahrlich nicht heraus. Auch wenn die Musik mal etwas härter wird, Punk klingt irgendwie anders. Außerdem war Progressive Rock der „Feind“ schlechthin für den Punk. Darf dann ein progressiver Musiker den Grundstein für dieses Musikgenre legen? Nun, zumindest geht Peter Hammill hier schon andere Wege, wird direkter in seiner Musik, die Songs sind kürzer, kompakter als bei Van Der Graaf Generator.

Immer präsent auf „Nadir’s Big Chance“ ist auch David Jackson mit seinem Saxophon und das ist sehr gut so, macht es doch die Musik sehr viel spannender und abwechslungsreicher. Egal ob gerockt wird oder eben die leiseren Töne im  Vordergrund stehen, das Saxophon ist immer ein integraler und bereicherndes Instrument und gleichzeitig auch Stilmittel. Peter Hammill schafft es hier zudem auch wieder, wunderschöne Melodien zu kreieren, in die sich einzutauchen wahrlich lohnt.

Fazit: Ein unglaublich abwechslungsreiches Album ist „Nadir’s Big Chance“ geworden. Irgendwie eine Werkschau des Peter Hammill, was dieser alles zu komponieren imstande ist. Auch ein wahrlich eindrucksvolles und überzeugendes Album ist diese, seine fünfte Soloscheibe geworden. Nicht so vertrackt, wie oftmals Van Der Graaf Generator Alben, etwas einfacher und geradliniger. Naja, vielleicht liegt hier ja wirklich der Punk begraben und musste nur von anderen Musikern noch völlig freigeschaufelt werden. Wer weiß das schon? Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Institute Of Mental Health Burning, Shingle Song, Airport



Donnerstag, 14. Mai 2015

Peter Hammill – The Silent Corner And The Empty Stage




Peter Hammill – The Silent Corner And The Empty Stage


Besetzung:

Peter Hammill – guitars, piano, bass guitar, harmonium, keyboards, vocals, mellotron, and oscillator


Gastmusiker:

Randy California – lead guitar on "Red Shift"
Hugh Banton – organ, bass, keyboards, background vocals
Guy Evans – percussion, drums
David Jackson – flute, alto, tenor and soprano saxophones


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Modern (7:28)
2. Wilhelmina (5:17)
3. The Lie (Bernini's Saint Theresa) (5:41)
4. Forsaken Gardens (6:16)
5. Red Shift (8:11)
6. Rubicon (4:41)
7. A Louse Is Not A Home (12:11)

Gesamtspieldauer: 49:47




Mit „The Silent Corner And The Empty Stage” betitelte Peter Hammill sein drittes Solo-Album, welches im Februar 1974 erschien. Wenige Monate später, nämlich bereits im Juli 1974, sollte mit „In Camera“ gleich seine vierte Solo-Scheibe folgen. Auf „The Silent Corner And The Empty Stage” zeigt sich Peter Hammill in Höchstform. Irgendwie scheint die Scheibe eine Mischung aus Solo-Ausflügen und Van Der Graaf Generator Kompositionen zu sein – in jedem Fall ist dies alles Progressive Rock in Reinkultur.

Erneut wurde Peter Hammill bei einem Solo-Projekt von den Van Der Graaf Kollegen Hugh Banton, Guy Evans sowie David Jackson unterstützt. Nicht zuletzt daher rührt sicherlich auch die musikalische Nähe zur Musik der Band Van der Graaf Generator. Die Scheibe beginnt mit „Modern“. Unfassbar gut, denn dieses Lied ist eingängig und auf seine Art und Weise doch verschroben, es ist sanft und dann doch auch wieder aggressiv. Dabei werden immer wieder volle Melodien und Sounds entwickelt, in die es einzutauchen wahrlich lohnt. Bei „Wilhelmina“ hört man Peter Hammill’s Gesang zunächst nur begleitet von einem Piano. Eine sanfte Ballade entwickelt sich, die lediglich dadurch an Rauheit gewinnt, wenn Peter Hammill seinen Gesang in eine etwas aggressivere Variante variiert. Ansonsten besticht „Wilhelmina“ durch eine wunderschöne und eingängige Melodie, die auch längerfristig hängenbleibt. Ebenfalls sehr hörenswert.

Doch genau so überzeugend geht es weiter. „The Lie (Bernini's Saint Theresa)” sowie „Forsaken Gardens“ sind Nummern, die wieder sehr deutlich in Moll gehalten sind und häufig hauptsachlich aus dem Gesang Peter Hammills in Verbindung mit dem Piano bestehen. Dabei besitzen beide Titel Melodien zum Niederknien. Dazu gesellt sich einmal mehr dieser intensive und unverwechselbare Gesang des Peter Hammill, der mal fleht, mal klagt, mal anklagt, sich freut und dann doch wieder so unendlich traurig und verzweifelt klingt – großes musikalisches Kino.

Mit „Red Shift“ und „Rubicon“ folgen anschließend die beiden am wenigsten überzeugenden Titel der Platte – zumindest für meine Ohren. Gerade bei „Red Shift“ ist zwar das Saxophon-Spiel des Peter Jackson wirklich überaus gelungen, dennoch nehmen mich diese beiden Lieder nicht ganz so mit. Im Falle von „Red Shift“ kommt auch noch dazu, dass hier ein immer wiederkehrendes Rauschen oder Gezirpe mit der Zeit einfach ein wenig nervt. Oder ob es in meinem Fall vielleicht einfach an der deutlich geringer ausgeprägten Eingängigkeit der beiden Lieder liegen mag?

Egal, der sehr überzeigende Abschluss des Albums folgt schließlich noch mit „A Louse Is Not A Home“. Eine Nummer, die nun wirklich alles in sich vereint, was den Progressive Rock ausmacht. Hier klingt Peter Hammill Solo auch deckungsgleich mit Van Der Graaf Generator. Die Nummer hätte auf jedes Album der Band gepasst ohne, dass es einem irgendwie auffallen würde, dass sie da im Grunde genommen überhaupt nicht hingehört, da eben eine Solo-Nummer. Auch bei „A Louse Is Not A Home“ wechseln sich schöne Melodien mit etwas schrägeren Abschnitten ab, gibt es sanfte Melodiebögen und die lauteren Passagen. Erneut variiert Peter Hammill perfekt seine Stimme und trägt dadurch maßgeblich mit zur entstehenden Spannung in dem Stück bei.

Fazit: Die Musik des Peter Hammill Anfang bis Mitte der 70er Jahre überzeugt einfach. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Van Der Graaf Generator oder eben Peter Hammill Solo handelt. „The Silent Corner And The Empty Stage“ ist eine Platte´, angefüllt mit Progressive Rock, die Freunde dieses Genres Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Lediglich zwei Titel erreichen nicht ganz die Qualität des Restes der Platte. Ansonsten macht die Scheibe jede Menge Laune und Freude auf mehr. Nun, da schien Peter Hammill seine Fans auch zu erhören, denn lediglich fünf Monate später erschien bereits das Nachfolgealbum, ebenfalls sehr überzeugend. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Modern, Wilhelmina, The Lie, Forsaken Gardens, A Louse Is Not A Home (Sorry, ich musste die jetzt alle aufschreiben)



Freitag, 24. April 2015

Peter Hammill – Chameleon In The Shadow Of The Night




Peter Hammill – Chameleon In The Shadow Of The Night


Besetzung:

Peter Hammill – guitars, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Hugh Banton – keyboards
Guy Evans – drums
David Jackson – saxophone
Nic Potter – bass


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. German Overalls (7:05)
2. Slender Threads (5:00)
3. Rock And Role (6:40)
4. In The End (7:24)
5. What's It Worth? (4:04)
6. Easy To Slip Away (5:23)
7. Dropping The Torch (4:11)
8. (In The) Black Room / The Tower (11:21)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

9. Rain 3am (4:49)
10. Easy To Slip Away (4:51)
11. In The End (7:23)

Gesamtspieldauer: 1:08:17




„Chameleon In The Shadow Of The Night” heißt das zweite Soloalbum von Peter Hammill, dem noch sehr viele Scheiben folgen sollten. Die Platte erschien im Jahr 1973 und hat so gar nichts mehr mit seinem Solo-Erstlingswerk „Fools Mate“ zu tun. Jetzt klingt Peter Hammill auch solo schon sehr viel mehr nach Van Der Graaf Generator. Die fast schon poppige Eingängigkeit des Erstlingswerks ist vollständig verschwunden, alles klingt sehr viel progressiver und fordernder. Kein Wunder, wurde er doch bei der Einspielung der Scheibe von seinen Van Der Graaf-Kollegen tatkräftig unterstützt.

Die einzelnen Lieder auf „Chameleon In The Shadow Of The Night” lassen sich in drei Kategorien unterteilen. Da sind zum einen die Van Der Graaf Generator Nummern. Diese sind Progressive Rock pur. Nach „Pawn Hearts“ war erst mal Schluss gewesen mit Van Der Graaf Generator. In den Titeln „Rock And Role“ und „(In The) Black Room / The Tower“ hört man jedoch wieder genau diese Van Der Graaf Generator Musik. Alle Musiker der Band sind hier beteiligt und so erklingt an diesen Stellen sehr kraftvoller Progressive Rock, der auch ohne jeglichen Zweifel auf eines der Van Der Graaf-Alben jener Zeit gepasst hätte. Einfach sehr spannende und coole Musik, auch wenn das garantiert nicht jeder nachvollziehen kann, da die Stücke meistens eben nicht besonders eingängig, dafür jedoch ein wenig komplizierter sind.

„In The End“ und „Easy To Slip Away“ sind dagegen sehr melodiöse und eingängige, Piano-dominierte Stücke, die nur so überquellen vor Harmonie und Melodiösität. Sehr beeindruckend. Bliebe noch die dritte Kategorie der Lieder auf „Chameleon In The Shadow Of The Night”. Dies sind jene restlichen Titel, die nun eher von der Akustikgitarre dominiert werden. Ebenfalls durchaus interessante Stücke, wenn sie auch nicht an die Qualität der Van Der Graaf- und der Piano-Nummern heranreichen.

Fazit: Acht Titel gab es ursprünglich auf „Chameleon In The Shadow Of The Night”. Jene vier Nummern, die an Van Der Graaf Generator-Musik erinnern, da sie im Grunde genommen auch genau das sind, und die Piano-dominierten Stücke. Diese vier Titel sind die Höhepunkte der Platte. Der Rest ist wahrlich ebenfalls nicht schlecht, kann jedoch nicht ganz so überzeugen, wie die vier erwähnten Nummern. Von daher ist „Chameleon In The Shadow Of The Night” ein Album mit einigen Höhen und auch etwas Durchschnitt. Alles in allem jedoch überdurchschnittlich und sicherlich eine lohnende Investition, wenn man Peter Hammill sowie Van der Graaf Generator mag und auch, den manchmal etwas schrägeren, progressiven Tönen etwas abzugewinnen weiß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Rock And Role, In The End, Easy To Slip Away, (In The) Black Room / The Tower



Montag, 26. November 2012

Peter Hammill – In Camera




Peter Hammill – In Camera


Besetzung:

Peter Hammill – guitars, bass, piano, harmonium, vocals, synthesiser, mellotron


Gastmusiker:

Guy Evans – drums (3,7)
Paul Whitehead – cymbal, drum, cello & percussion
Chris Judge Smith – liguaphone, minikit, percussion & choral voice


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Ferret And Featherbird (3:43)
2. (No more) The Sub Mariner (5:46)
3. Tapeworm (4:20)
4. Again (3:37)
5. Faint Heart And The Sermon (6:43)
6. The Comet, The Course, The Tail (6:02)
7. Gog / Magog (In Bromine Chambers) (17:27)

Gesamtspieldauer: 47:37




„In Camera“ heißt das vierte Album Peter Hammills aus dem Jahr 1974. Dieses klingt völlig anders als sein Solo Debut „Fool’s Mate“ und grenzt sich musikalisch auch deutlich von den Veröffentlichungen Van Der Graaf Generators ab, jene Band, welche 1972 zum ersten Mal aufgelöst wurde. Fast alle Instrumente spielte Peter Hammill dabei in seinem frisch eingerichteten Studio selbst ein. Nur bezüglich der Perkussion holte er sich Unterstützung, unter anderem vom Van Der Graaf Generator Weggefährten Guy Evans.

Zumindest zwei der besten Songs Peter Hammills befinden sich auf „In Camera“. Die da wären „(No more) The Sub Mariner“ und „Faint Heart And The Sermon“. Beide Stücke verfügen über wunderschöne Melodien und bestechen auch durch diesen eindringlichen Gesang Peter Hammills, der immer Seinesgleichen sucht. Unglaublich intensiv wirken diese beiden Stücke auf den Hörer ein. Atmosphärisch dicht erzeugen sie eine Stimmung, die packender nicht sein könnte. Musik kann wahrlich bewegend sein.

Dann gibt es da noch so Nummern wie „Ferret And Featherbird“ oder „Again“, die sich kaum mit der Musik anderer Künstler vergleichen lassen. Eingängig zwar, aber auf ihre Art und Weise doch kaum massenkompatibel. Noch einen Schritt weiter geht Peter Hammill bei Stücken wie „Tapeworm“ und auch „The Comet, The Course, The Tail“. Hier muss jetzt schon ein großes Herz für progressive Musik in der Brust des Hörers schlagen, um damit auch noch etwas anfangen zu können. Allerdings sind diese beiden Titel ebenfalls durchaus melodiös, jedoch nicht mehr ganz einfach nachzuvollziehen.

Und dann ist da ja auch noch dieser lange Track mit dem Titel „Gog / Magog (In Bromine Chambers)“, der auf der remasterten Version des Album auch in zwei Titel mit Namen „Gog“ und „Magog (In Bromine Chambers)“ aufgeteilt wurde. Ist „Gog“ noch mit Melodie, Rhythmus und Text versehen, so verzichtet Peter Hammill darauf bei „Magog“. Dieses „Lied“ ist jetzt nur noch eine Klangkollage. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man genau diese Geräusche hört, wenn man sich längere Zeit in einem Zimmer mit Brom-Dämpfen aufhält. Oder was will uns der Untertitel „In Bromine Chambers“ sonst sagen?

Fazit: Klar, Peter Hammill ist nicht für jeden etwas. Van der Graaf Generator wurde 1972 auch deshalb aufgelöst, da die Band Geldprobleme bekam. Zu viele Leute wollten das nicht hören. Und ich nehme an, richtig reich ist Peter Hammill mit seiner Musik auch nicht geworden. Dazu ist diese eben manchmal doch zu schräg, zu verschroben, zu ungerade. Wer allerdings Zugang zu dieser Art des Progressive Rock gewinnt, der wird bereichert werden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: (No more) The Sub Mariner, Again, Faint Heart And The Sermon




Samstag, 14. Januar 2012

Peter Hammill – Fool’s Mate





Peter Hammill – Fool’s Mate


Besetzung:

Peter Hammill – all lead vocals, acoustic guitar, piano


Gastmusiker:

Guy Evans – drums, percussion
Hugh Banton – piano, organ
Nic Potter – bass
Dave Jackson – alto sax, tenor sax, flute
Robert Fripp – electric guitar
Martin Pottinger – drums
Rod Clements – bass, violin
Paul Whitehead – tam-tam
Ray Jackson – harp, mandolin


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Art Pop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Imperial Zeppelin (3:39)
2. Candle (4:18)
3. Happy (2:36)
4. Solitude (4:58)
5. Vision (3:16)
6. Re-Awakening (3:57)
7. Sunshine (4:01)
8. Child (4:25)
9. Summer Song (In The Autumn) (2:14)
10. Viking (4:43)
11. The Birds (3:36)
12. I Once Wrote Some Poems (2:46)




Im Booklet der remasterten Fassung kann man es nachlesen. Dieses erste und für Peter Hammill nicht ganz typische Album, „musste“ er nun endlich aufnehmen. Die Songs dafür waren schon Ende der sechziger Jahre entstanden. Und nun wollte er damit abschließen und sie endlich veröffentlichen, um wohl auch den Kopf wieder für neue Ideen freizubekommen.

Das auf dem Cover abgebildete Schachbrett bezieht sich auf den Titel des Albums. „Fool’s Mate“, zu Deutsch „Narrenmatt“. Es ist die kürzeste Art und Weise, wie beim Schachspiel eine Matt-Stellung erzielt werden kann. Dazu bedarf es lediglich vier Züge, wobei anschließend Schwarz die Mattstellung erzielt. „Narrenmatt“ auch deshalb, da „Weiß“ zwei ungünstige Züge getätigt haben muss. Das auf dem Cover abgebildete Schachspiel deutet allerdings mehr auf den „Schäferzug“ hin, bei dem „Weiß“ „Schwarz“ mit dem siebten Zug matt setzt.

Die Musik auf dem Album „Fool’s Mate“ ist auch etwas untypisch für Peter Hammills sonstige Soloplatten und erst recht für die Alben von „Van der Graaf Generator“. Zwar hat er alle seine „Van der Graaf“-Bandkollegen auf diesem Soloprojekt um sich geschart und dazu gesellten sich auch noch, unter anderem, Robert Fripp von King Crimson sowie Rod Clements und Ray Jackson von Lindisfarne. Progressive Rockmusik bekommt man auf „Fool’s Mate“ allerdings immer nur in Ansätzen zu hören.

Die Titel überschreiten nur selten die Länge von vier Minuten und auch die Musik unterscheidet sich sehr von der seiner Band zur damaligen Zeit. Diese ist auf „Fool’s Mate“ manchmal sogar fast poppig wie bei der Nummer „Sunshine“, manchmal doch noch ein wenig progressiv, wie im Stück „Imperial Zeppelin“. Oder aber sie ist wunderschön melodiös und irgendwie fröhlich, wie auf dem Track (nomen est omen) „Happy“. Und Peter Hammill zeigt auf „Fool’s Mate“ auch, dass er die Gabe besitzt wunderschöne Melodien zu kreieren wie auf „Vision“ und dem tollen „Birds“. Ganz ruhig und sanft strömt hierbei die Musik aus den Lautsprechern. Wahrlich Musik zum Träumen.

Dann gibt es da auch so verspielte und doch traurige Titel wie „Solitude“ und „Child“, die allerdings doch wieder irgendwie an „Van der Graaf Generator“ erinnern. Und auf „Summer Song“ und „Viking“ produziert auch die Art des Gesangs Peter Hammills Assoziationen zu seinem Bandprojekt, bei dem man für mich den „progressiven Gesang“ schlechthin zu hören bekommt.

Fazit: Ein ganz feines Album hat Peter Hammill da zu Beginn seiner Solokarriere vorgelegt. Dies dürfte auch vielen gefallen, die mit progressiver Rockmusik im Allgemeinen und mit „Van der Graaf Generator“ im Speziellen so gar nichts anfangen können. „Fool’s Mate“ ist ein Album der leisen Töne, mit vielen tollen Melodien. Die perfekte Platte für dunkle Novembertage. Oder aber zum Hören im Winter, wenn das Holz im Kamin knackt und an es sich gerade auf dem Bärenfell bequem gemacht hat. Oder nein, noch besser zum Herunterkommen, nach einem anstrengenden und heißen Tag im Sommer. Stimmt, irgendwie passt diese Musik immer. Leise und unaufgeregt und elf Punkte wert.

Anspieltipps: Happy, Vision, Summer Song, The Birds