David Bowie – Alabama Song / Amsterdam (Single) Besetzung: David Bowie – vocals, guitar Gastmusiker: Adrian Belew – guitar Carlos Alomar – guitar Simon House – violin Sean Mayes – piano Roger Powell – keyboards George Murray – bass Dennis Davis – drums Label: RCA Records Erscheinungsdatum: 1980 Stil: Cabaret, Pop Trackliste: 1. Alabama Song (3:50) 2. Amsterdam (3:20) 3. Space Oddity (4:50) Gesamtspieldauer: 12:00
Was für ein großartiger Sänger und Künstler David Bowie war, sieht und hört man vor allen Dingen auch an seiner Interpretation von Berthold Brechts und Kurt Weills „Alabama Song“ und noch viel mehr an ebensolcher Interpretation von Jacques Brels Lied „Amsterdam“, die er zu einer Cover-Version werden lässt, die tief berührt.
David Bowie war ein Brecht Fan und sang das Stück „Alabama Song“ zum ersten Mal im Rahmen seiner Welt Tournee im Jahr 1978. Zwei Jahre später, am Ende seiner Zusammenarbeit mit RCA Records, veröffentlichte er dieses Lied als Single, wobei sich auf der B-Seite eine Akustik-Version seines Liedes „Space Oddity“ befand. Noch sehr viel interessanter ist allerdings die Veröffentlichung, die es in Deutschland gab. Hierauf war nämlich zusätzlich noch die bereits erwähnte Interpretation von Jacques Brels Lied „Amsterdam“ enthalten.
Wenn jemand Musik lebt und liebt, dann kann er diesen Titel nur auf genau diese Art und Weise singen. So viel Gefühl steckt hier in der Stimme David Bowies, dass man beeindruckt nach Worten ringt. Musik kann so unfassbar packend und mitreißend sein, was David Bowie hier mit einer Cover-Version zeigt, die niemals großes Aufsehen erregte, jedoch unbedingt gehört gehört.
Fazit: Der Hauptsong dieser Veröffentlichung, „Alabama Song“, klingt schräg und verschroben in der Version des Davids Bowie. Das wirklich beeindruckende Lied dieser Single ist allerdings „Amsterdam“, mit dem David Bowie die Herzen seiner Zuhörerinnen und Zuhörer trifft. Beeindruckend. Keine Bewertung.
David Bowie – Peter And The Wolf Besetzung: David Bowie – narrator, guitar, keyboards, saxophone Philadelphia Orchestra – all other instruments Eugene Ormandy – conductor Label: RCA Records Erscheinungsdatum: 1978 Stil: Klassische Musik Trackliste: Peter And The Wolf, Op. 67. 1. Introduction (2:51) 2. The Story Begins (0:51 3. The Bird Diverts The Wolf (1:33) 4. The Duck, Dialogue With The Bird, Attack Of The Cat (4:13) 5. Grandfather (2:13) 6. The Wolf (2:02) 7. The Duck Is Caught (0:53) 8. The Wolf Stalks The Bird And The Cat (1:42) 9. Peter Prepares To Catch The Wolf (1:06) 10. The Bird Diverts The Wolf (1:50) 11. Peter Catches The Wolf (1:29) 12. The Hunters Arrive (1:18) 13. The Procession To The Zoo (4:56) The Young Person's Guide to the Orchestra, Op. 34 (Variations and Fugue on a Theme of Purcell): 14. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Full Orchestra (0:22) 15. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Woodwinds (0:22 16. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Brass (0:18) 17. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Strings (0:17) 18. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Percussion (0:14) 19. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Full Orchestra (0:18) 20. II. Variation A: Presto: Flute, Piccolo (0:35) 21. III. Variation B: Lento: Woodwinds (0:58) 22. IV. Variation C: Moderato: Clarinets (0:37) 23. V. Variation D: Allegro Alla Marcia: Bassoons (0:56) 24. VI. Variation E: Brillante. Alla Pollaca: Violins (0:44) 25. VII. Variation F: Meno Mosso: Violas (1:06) 26. VIII. Variation G: Cellos (1:13) 27. IX. Variation H: Comminciando Lento Ma Poco A Poco Accelerando Al Allegro: Doublebasses (1:02) 28. X. Variation I: Maestoso: Harp (0:45) 29. XI. Variation J: L'istesso Tempo: French Horns (0:39) 30. XII. Variation K: Vivace: Trumpets (0:34) 31. XIII. Variation L: Allegro Pomposo: Trombones & Tuba (1:09) 32. XIV. Variation M: Moderato: Percussion (1:55) 33. XV. Fugue. Allegro Molto: Full Orchestra (2:58) The Nutcracker Suite. 34. Overture (3:40) 35. March (2:15) 36. Dance Of The Sugar Plum Fairies (2:13) 37. Russian Dance (1:10) 38. Arab Dance (3:36) 39. Chinese Dance (1:10) 40. Dance Of The Merlitons (2:16) 41. Waltz Of The Flowers (7:08) Gesamtspieldauer: 1:08:01
Selbstverständlich maße ich mir hier nicht an, in irgendeiner Art und Weise klassische Musik zu bewerten. Meine Klassik-Platten werden hier nicht auftauchen, zumal ich sowieso nicht unterscheiden kann, warum dieses Stück mit jenem Orchester und Dirigenten besser klingen soll als jenes mit jenem Orchester und dem anderen Dirigenten.
„Peter And The Wolf“ von Sergei Prokofiev taucht hier auf diesen Seiten auf, da es eine David Bowie Veröffentlichung ist – zumindest ein Teil des Albums. David Bowie erzählt auf dieser Platte die Geschichte von Peter und dem Wolf in sehr schönem Englisch, währenddessen die Orchesterinstrumente eingeführt werden. Eugene Ormandy dirigiert dabei das Philadelphia Orchestra. Angeblich war David Bowie nur die dritte Wahl für die Aufnahme, da Alec Guinness und Peter Ustinov zuvor gefragt wurden, beide jedoch absagten. David Bowie sagte schließlich zu, auch um seinem Sohn Zowie ein Weihnachtsgeschenk zu bereiten.
Auf der Rückseite der LP befindet sich Benjamin Brittens „The Young Person’s Guide To The Orchestra“, welches ebenfalls das Ziel hatte, Kinder an die Instrumente der klassischen Musik heranzuführen. Hier ist David Bowie allerdings nicht mehr zu hören, genauso wenig wie natürlich bei den Auszügen der Nussknacker Suite von Peter Tchaikovsky. Beide letztgenannten Werke wurden wieder unter der Leitung von Eugene Ormandy durch das Philadelphia Orchestra eingespielt.
Fazit: Schön erzählt, schöne Musik. Klassische Musik, die für reine Pop- oder Rockmusik-Interessierte sicherlich nicht großartig interessant ist. Diese Leute nähern sich der Platte eher, weil sie eben alles von David Bowie haben möchten. Ohne Bewertung.
David Bowie – Blackstar Besetzung: David Bowie – vocals, acoustic guitar, string arrangements, fender guitar on "Lazarus" Gastmusiker: Donny McCaslin – flute, saxophone, woodwinds Ben Monder – guitar Jason Lindner – piano, organ, keyboards Tim Lefebvre – bass Mark Guiliana – drums, percussion Erin Tonkon – backing vocals on "'Tis A Pity She Was A Whore" Tony Visconti – strings James Murphy – percussion on "Sue (Or In A Season Of Crime)" and "Girl Loves Me" Label: RCA Erscheinungsdatum: 2016 Stil: Art Rock, Avantgarde Jazz Trackliste: 1. Blackstar (9:57) 2. 'Tis A Pity She Was A Whore (4:52) 3. Lazarus (6:22) 4. Sue (Or In A Season Of Crime) (4:40) 5. Girl Loves Me (4:51) 6. Dollar Days (4:44) 7. I Can't Give Everything Away (5:47) Gesamtspieldauer: 41:17
Ich bin traurig. Sehr, sehr traurig. David Bowie ist am 10. Januar verstorben. Am 8. Januar hatte er noch Geburtstag gehabt, seinen 69. – und sein jetzt leider letztes, sein sechsundzwanzigstes Studio-Album „Blackstar“, wurde ebenfalls an diesem Tag veröffentlicht. Da wusste noch niemand, der als Fan diese Platte hörte, was zwei Tage später geschehen würde. Doch dann kam diese Nachricht, die mich wirklich sehr getroffen hat. Und nein, ich kannte David Bowie natürlich nicht persönlich, habe nie mit ihm gesprochen, ihn leider auch nie auf einem seiner zahllosen Konzerte gesehen. Trotzdem hat er mein Leben sehr intensiv begleitet. Immer und immer wieder. In ganz vielen Situationen meines Lebens. Ich weiß noch den Augenblick, als ich zum ersten Mal „Ashes To Ashes“ hörte und kann mich genau an den Moment erinnern, als ich „Hunky Dory“ das erste Mal auflegte und mich diese Musik tief beeindruckt zurückließ. Das wiederum soll nicht bedeuten, dass ich als Fan alles uneingeschränkt von diesem englischen Musiker begeisternd aufsog, denn nicht immer traf er mit seinen häufigen Stilwechseln auch meinen Musikgeschmack, meine musikalische Welt. Trotzdem füllte sich mein Plattenschrank mit sehr vielen Bowie Alben, mit allen, auch mit ganz ausgefallenen Scheiben, die ich hier, auf diesen Seiten noch gar nicht erwähnt habe. Wenig anfangen konnte ich mit einigen Werken der 80er und Anfang der 90er Jahre, aber das waren auch nicht viele. Zumeist begeisterte mich dieser Musiker mit den zwei unterschiedlichen Pupillen und ich glaube wirklich, dass ich die Band Culture Club deswegen hasse, weil Boy George irgendwann mal in einem Interview sagte, David Bowie sei ein schlechter Schauspieler…
Als ich diese Scheibe hier, „Blackstar“, zum ersten Mal in Händen hielt und das Booklet aufklappte, war ich zunächst überrascht. Schwarze Schrift auf schwarzem Hintergrund. Hatte das irgendwas zu bedeuten? Als ich „Blackstar“ dann zum ersten Mal hörte, war ich gleich gefangen von der Intensität, die dieses Album ausstrahlt. Eine unfassbar düstere Atmosphäre schlägt einem beim Hören entgegen, nicht melancholisch, nicht sentimental. Tieftraurig ist die Stimmung, die jeder der Titel auf „Blackstar“ ausstrahlt. Ich sah das zehnminütige Video zum Titeltrack. Eiskalt läuft es einem dabei über den Rücken. Zuerst sieht man ihn dort liegen, den Major Tom in seinem Raumanzug, der 1969 auf der Platte „Space Oddity“, die Erde verließ, um auf dem 1980 erschienen Album „Scary Monsters (And Super Creeps)“ doch nur als Junkie entlarvt zu werden. Doch das war nicht die ganze Wahrheit, denn jetzt liegt Major Tom auf seinem Planeten und sieht hinauf zu seinem „Blackstar“, zu diesem schwarzen Stern, der das Ende der Reise zu bedeuten scheint, da jener Major Tom nun nur noch ein mit Schmuck behangener Totenschädel ist, wie ein Blick unter den Raumanzug zeigt. David Bowie singt von Hinrichtungen, von knienden Frauen vom Tod. Kein Wunder also, das hier Parallelen zum Islamischen Staat gezogen wurden. Aber dann ist da auch noch jener David Bowie, der mit verbundenem Kopf dasteht, die Augen als Knöpfe angenäht. Alles riecht irgendwie nach Verfall und Tod. Nein, alles hört sich so an und sieht im Video auch genau so aus – Verfall und Tod eben.
Auch im zweiten veröffentlichten Video, „Lazarus“, sieht man „David Bowie“ mit verbundenem Gesicht und diesen Knopfaugen, im Bett liegend und offensichtlich leidend. „Lazarus“, jener Mann, der von Gott von den Toten wieder zu den Lebenden erweckt wurde. Und so fügt sich im Nachhinein Puzzlestück an Puzzlestück. David Bowie, der bei den Aufnahmen zu „Blackstar“ natürlich wusste, dass er schwer erkrankt war, verarbeitet hier den Tod, auf seine ganz eigene Art und Weise. Das Traurige an der Sache ist nur, dass dieser hier nie als Erlösung in Erscheinung tritt, nie als etwas Neues, nie als etwas Hoffnungsvolles. Der Tod ist in der Musik des David Bowie hier düster, dunkel und sehr, sehr unheimlich.
Die Lieder auf „Blackstar" halten sich dabei in keinster Weise mehr an irgendwelche Konventionen. Songstruktur und –aufbau? Alles neu, alles anders als bisher. David Bowie hatte für die Aufnahme der Scheibe Jazz Musiker um sich geschart, die nicht zuletzt auch mit zu dieser außergewöhnlichen Platte beitragen. Nun Jazz ist das wohl nicht ganz, was man auf diesem Album zu hören bekommt, wenn es auch immer wieder in manchen Passagen leicht nach Improvisationen à la Free Jazz klingt. Dann hört man allerdings doch wieder vertraute Strukturen von Strophe und Refrain. Jedoch gar nicht mal selten werden diese durch ein Saxophon- oder Flöten-Solo des Donny McCaslin untermalt, was dies nun neu entstehende Musikgebilde schließlich doch wieder anders, irgendwie entrückter klingen lässt.
Damit wären wir beim nächsten Punkt angelangt. Wer bei „Blackstar“ ein Album erwartet, welches nur so von Melodiösität überquillt, die oder der wird bitter enttäuscht werden. Mitunter klingt die Musik des Davids Bowie hier sogar atonal, völlig verschroben – dafür jedoch unfassbar intensiv und spannend. Was auf dieser Platte alleine die Rhythmus-Fraktion für schräge Takte hervorbringt, ist wahrlich aller Ehren wert. Der Vollständigkeit halber muss man allerdings sagen, dass das Album gegen Ende hin „normaler“ wird. Es tauchen wieder Liedstrukturen auf, die Stimmung wirkt zwar immer noch einigermaßen dunkel und verzweifelt, jedoch halten wieder mehr Melodien und Harmonien Einzug in die Musik des David Bowie auf „Blackstar“. Vielleicht ist dieser leichte Stilwechsel ja das versöhnliche Zeichen der Hoffnung?
Fazit: „Blackstar“ klingt wieder ganz anders als andere David Bowie Platten. Bei einem Künstler, der sich so oft immer wieder neu erfand, dürfte das angesichts der Situation, in der er steckte, als er die Aufnahmen für diese Scheibe tätigte, nicht weiter verwunderlich sein. „Blackstar“ ist das Abschiedsgeschenk des David Bowie. Ein tieftrauriges und ergreifendes Abschiedsgeschenk an all seine Musikhörer, die nun traurig in dieser Welt zurückbleiben, weil ihnen etwas fehlen wird – auch wenn sie die Musik des David Bowie weiter hören können. Schade Du Held meiner Jugend. Ich bin sehr traurig. Dreizehn Punkte.
David Bowie – The Platinum Collection Besetzung: Ohne Angaben, da wohl Hunderte Label: EMI Erscheinungsdatum: 2005 Stil: Pop Trackliste: CD1 (1969-1974): 1. The Jean Genie (4:08) 2. Space Oddity (5:15) 3. Starman (4:18) 4. Ziggy Stardust (3:16) 5. John, I'm Only Dancing" (Sax version) [Non-Album Single, released in 1973] (2:42) 6. Rebel Rebel (4:30) 7. Let's Spend The Night Together (3:07) 8. Suffragette City (3:27) 9. Oh! You Pretty Things (3:14) 10. Velvet Goldmine [B-side of the 1975 Single Reissue of "Space Oddity] (3:11) 11. Drive-In Saturday (4:29) 12. Diamond Dogs (6:05) 13. Changes (3:34) 14. Sorrow (2:55) 15. The Prettiest Star (Marc Bolan Stereo Version) (3:14) 16. Life On Mars? (3:52) 17. Aladdin Sane (5:10) 18. The Man Who Sold The World (3:56) 19. Rock 'n' Roll Suicide (3:00) 20. All The Young Dudes (Studio Version) [Für Mott The Hoople geschrieben, 1972] (4:11) CD2 (1974-1979): 1. Sound And Vision (3:02) 2. Golden Years (Single Version) (3:28) 3. Fame (4:13) 4. Young Americans (U.S. Single Version) (3:12) 5. John, I'm Only Dancing (Again) [Non-Album Single, 1979; 1974 re-recorded version of "John, I'm Only Dancing" from 1972/1973] (6:59) 6. Can You Hear Me? (5:05) 7. Wild Is The Wind (5:59) 8. Knock On Wood (Live) (2:58) 9. TVC 15 (Single version) (3:52) 10. 1984 (3:25) 11. It's Hard To Be A Saint In The City [recorded in 1975 for "Station To Station"] (3:46) 12. Look Back In Anger (3:06) 13. The Secret Life Of Arabia (3:45) 14. DJ (4:02) 15. Beauty And The Beast (3:34) 16. Breaking Glass (1:51) 17. Boys Keep Swinging (3:18) 18. Heroes (Single version) (3:33) CD3 (1980-1987): 1. Let's Dance (Single Version) (4:07) 2. Ashes To Ashes (Single Version) (3:36) 3. Under Pressure (with Queen) [Non-Album Single, 1981; Veröffentlicht auf dem Queen-Album "Hot Space"] (4:05) 4. Fashion (Single version) (3:26) 5. Modern Love (Single version) (3:58) 6. China Girl (Single version) (4:17) 7. Scary Monsters (And Super Creeps) (Single Version) (3:32) 8. Up The Hill Backwards (3:15) 9. Alabama Song (Non-Album Single) (3:52) 10. The Drowned Girl (2:26) 11. Cat People (Putting Out Fire) (Single Version) (4:12) 12. This Is Not America (With The Pat Metheny Group) (3:51) 13. Loving The Alien (7:08) 14. Absolute Beginners (Single Version) (5:37) 15. When The Wind Blows (3:34) 16. Blue Jean (3:11) 17. Day-In Day-Out (Single Version) (4:11) 18. Time Will Crawl (4:18) 19. Underground (Single Version) (4:26) Gesamtspieldauer CD1 (1:17:45), CD2 (1:09:32) und CD3 (1:17:13): 3:44:30
„The Platinum Collection” ist eine Zusammenstellung dreier „Best Of…-Alben“ des David Bowie. Die erste davon wurde unter dem Titel „The Best Of David Bowie 1969/1974” im Jahr 1997 veröffentlicht. CD Nummer 2 erschien 1998 unter dem Titel „The Best Of David Bowie 1974/1979“. Dann wurde dieses hier vorliegende Dreieralbum „Platinum Collection“ im Jahr 2005 veröffentlicht. Schließlich, im Nachgang erst, wurde auch noch die dritte Scheibe unabhängig von dieser Zusammenstellung hier, im Jahr 2007, unter dem Titel „The Best Of David Bowie 1980/1987” auf den Markt geworfen. Anscheinend kann man mit allem Geld machen.
Jede Menge Alben sind auf diesem Kompilationsalbum also vertreten, über die entsprechende Musik muss ich dabei auch nur noch wenige Worte verlieren. Diese ist immer dann toll und sehr überzeugend, wenn es sich um die früheren Werke des David Bowie handelt. Wird dann auf den CDs zwei und drei etwas schwieriger, weil sich hier nun zwar ebenfalls sehr gelungene Nummern jedoch mit solchen treffen, die nur noch nach Kommerz und manchmal leider auch billigem Pop klingen. Nun, aber genau dies brachte David Bowie noch größeren Erfolg ein. Sei’s drum, wie immer alles Geschmackssache.
Sich darüber auszulassen, dass dieses oder jenes Lied auf diesen „Best Of…“-Scheiben nicht vertreten ist bringt auch nichts, denn auch dies liegt natürlich ganz am Geschmack der Konsumentin beziehungsweise des Konsumenten, wie sehr hier die einzelnen Vorlieben getroffen werden. Was allerdings zu bemängeln ist, ist der Umstand, dass hier zwar ab und an zumindest alternative Versionen dazu gepackt wurden oder sonst auf keinem regulären Album vertretene Lieder. Jedoch geschah dies lediglich in sehr zurückgehaltenem Maße, sodass sich diese Zusammenstellung für Menschen, die die Alben des David Bowie sowieso schon besitzen, überhaupt nicht lohnt.
Fazit: Um eine Übersicht über das Wirken von David Bowie in diesem Zeitraum, von 1969 bis 1987 zu erhalten, da lohnt sich diese Scheibe beziehungsweise diese drei CDs. Allerdings ist sie sinnlos für Menschen, die die regulären Platten des David Bowie käuflich erworben haben, denn etwas Neues gibt es nicht, nur vielleicht mal eine alternative Version, dieses oder jenes Liedes. Von daher für manche Hörer sinnvoll, für andere gewiss überflüssig. Nun, die Musik wurde auf diesen Seiten schon besprochen, die reicht auf dieser Zusammenstellung von „genial“ bis hin zu „Oh, muss das jetzt wirklich sein?“. Zehn Punkte.
David Bowie – Baal Besetzung: David Bowie – vocals, guitar Gastmusiker: Tony Visconti – bass Die weiteren Instrumente wurden von nicht weiter aufgeführten Sessionmusikern eingespielt Label: RCA Records Erscheinungsdatum: 1982 Stil: Filmmusik Trackliste: 1. Baal’s Hymn (4:02) 2. Remembering Marie A (2:07) 3. Ballad Of The Adventurers (2:01) 4. The Drowned Girl (2:26) 5. The Dirty Song (0:38) Gesamtspieldauer: 11:14
Wenn ich etwas nicht abkann, dann sind das Musicals. Ja, man könnte sogar behaupten ich hasse die Dinger. Andrew Lloyd Webber erzeugt bei mir Fluchtgedanken. Aber Baal ist ja kein richtiges Musical. Die fünf Lieder, die David Bowie hier auf dieser EP mit dem Titel „Baal“ wiedergibt entstammen dem Fernsehfilm Baal. Die Texte wurden von Berthold Brecht geschrieben und sind in seinem gleichnamigen Theaterstück zu hören. Sie wurden dann für den Film natürlich noch ins Englische übersetzt. Die Musik steuerte extra für den Fernsehfilm Dominic Muldowney bei, im Falle von „The Drowned Girl“ war es Kurt Weill, dessen Musik hierfür Verwendung fand.
Okay, kann man schnell machen, diese Scheibe ist nur etwas für eingefleischte David Bowie Fans, zumal sie heute trotz ihrer kurzen Laufzeit völlig überteuert gehandelt wird. Von der Musik her lohnt sich „Baal’s Hymn“ auf jeden Fall. Orchestral instrumentiert zeigt hier David Bowie auch all sein Können als Sänger. Spannend aufgebaut geht das Lied sofort ins Ohr und verbleibt dort durchaus auch längerfristig. Na und der Rest? Der Rest ist ganz nett, stellt allerdings sicherlich nichts Essentielles mehr dar – zumindest nicht im Liederkatalog des Davids Bowie. Zwar sind die restlichen Titel im selben Stil gehalten wie „Baal’s Hymn“, also auch wieder orchestral instrumentiert, an die Klasse des Eröffnungsstücks reichen sie jedoch nicht mehr ran.
Fazit: Ganz schwierig so etwas zu bewerten, denn der Kauf einer solchen Scheibe lohnt echt nur für den Fan oder Komplettisten, die oder der eben alles von seinem Lieblingssänger besitzen möchte. Der erste Titel der Scheibe ist wirklich klasse, der Rest noch okay bis naja. Meines Wissens nach ist „Baal“ auch nie auf CD veröffentlicht worden, lediglich einzelne Lieder. Übriggens ist „Baal“ auch die letzte Platte, die David Bowie auf RCA veröffentlichte, danach wechselte er zu EMI. So bleibt zu hoffen, dass die ganze Scheibe mal einer Kompilation beigemischt wird, damit man hierfür auch nicht zu viel zahlen muss. Sieben Punkte.
David Bowie – Rebel Never Gets Old Besetzung: Keine Auflistung der einzelnen Musiker Label: EMI Erscheinungsdatum: 2004 Stil: Pop Trackliste: 1. Rebel Never Gets Old (Radio Mix) (3:29) 2. Rebel Never Gets Old (7th Heaven Edit) (4:19) 3. Rebel Never Gets Old (7th Heaven Mix) (7:26) 4. Days (Album Version) (3:19) Gesamtspieldauer: 18:35
Man muss nicht groß darüber rumreden. Manche Dinge braucht es einfach nicht. Eine solche Sache ist die Single „Rebel Never Gets Old“ von David Bowie. Die Nummer ist ein Zusammenschluss, ein Mix oder wie man das auch immer nennen möchte der Titel „Rebel Rebel“ vom Album „Diamond Dogs“ aus dem Jahr 1974 und „Never Get Old“ vom Album „Reality“ aus dem Jahr 2003. Beides sind keine schlechten Lieder – einzeln gesehen. Dieser Mix hier ist jedoch so etwas von unnötig und überflüssig und zerstört zusätzlich noch zwei ganz gute Nummern, dass man wirklich kopfschüttelnd beim Hören dasteht und sich fragt, was das eigentlich soll.
Das Ganze wird hier auch noch in drei verschiedenen Versionen angeboten, wobei man sich nun fragt, wer denn diese Konstruktion auch noch in alternativen Versionen hören möchte? Es ist echt grauenvoll. Nun und dann gibt es noch die Nummer „Days“, ebenfalls aus dem Album „Reality“. Ein absolutes Meisterwerk und die beste Nummer auf dem wirklich guten Album „Reality“. Ganz eindeutig.
Fazit: Sowohl der Titel „Rebel Rebel“ wie die Nummer „Never Get Old“ sind gut. „Days“ ist absolute Klasse. Alle diese Lieder gibt es auf den ganz offiziellen Alben zu hören. Die lohnen sich ganz bestimmt. Diesen Cyborg von einem Lied „Rebels Never Gets Old“ braucht jedoch kein Mensch, dieser zerstört sogar den guten Eindruck der ursprünglichen Lieder. Von daher ist es zwar schön, dass man hier „Days“ noch mal hört, aber das gibt es eben auch schon auf der normalen Platte. Somit hat diese Single eigentlich gar keine Daseinsberechtigung mehr und langweilt einfach. Drei Punkte.
David Bowie – Stage Besetzung: David Bowie – vocals, keyboards Gastmusiker: Carlos Alomar – rhythm guitar, backing vocals George Murray – bass, backing vocals Dennis Davis – drums, percussion Adrian Belew – lead guitar, backing vocals Simon House – violin Sean Mayes – piano, string ensemble, backing vocals Roger Powell – synthesizer, keyboards, backing vocals Label: RCA Records Erscheinungsdatum: 1978 Stil: Art Rock, Experimental Rock, Elektronische Musik Trackliste: LP 1, Seite 1: 1. Hang On To Yourself (3:26) 2. Ziggy Stardust (3:32) 3. Five Years (3:58) 4. Soul Love (2:55) 5. Star (2:31) LP 1, Seite 2: 1. Station To Station (8:55) 2. Fame (4:06) 3. TVC 15 (4:37) LP 2, Seite 1: 1. Warszawa (6:50) 2. Speed Of Life (2:44) 3. Art Decade (3:10) 4. Sense Of Doubt (3:13) 5. Breaking Glass (3:22) LP 2, Seite 1: 1. Heroes (6:19) 2. What In The World (4:24) 3. Blackout (4:01) 4. Beauty And The Beast (5:08) Gesamtspieldauer: 1:11:57
„Stage“ ist das zweite Live-Album von David Bowie. Es erschien im Jahr 1978 und ist somit auch geprägt von der Musik, mit der David Bowie gerade Ende der 70er Jahre sehr erfolgreich war: der elektronischen Musik. Die Platten „Station To Station“, „Low“ und „Heroes“, alle in den Jahren 1976 und 1977 veröffentlicht, stehen ganz klar im Fokus dieses Live-Albums.
Was bei „Stage“ ein wenig zu kurz kommt, das ist der Live-Charakter der ehemaligen Doppel-LP, die es inzwischen auch als Doppel-CD mit drei Bonus-Tracks und anderer Liedanordnung gibt. Klar hört man das Publikum, allerdings lediglich an den Enden der Lieder oder an deren Übergängen. Dieser Applaus wirkt dabei immer sehr ähnlich und hätte durchaus auch so hineingeschnitten werden können. Aber das ist sicherlich nicht passiert, wäre allerdings durchaus möglich gewesen. Die einzelnen Stücke bleiben auch sehr nahe am Original, viel herumexperimentiert wird da live auf der Bühne nicht. Nur ab und an gibt es ein paar Abweichungen vom Original.
Somit stellt „Stage“ irgendwie kein „richtiges“ Live-Album dar. Es ist sehr viel eher eine Art „Best Of…-Platte“ aus der damaligen Zeit des Engländers. Hörenswert ist das allerdings alles durchaus. Ich kannte diese Aufnahmen auch vor den Studioalben und gerade ein Lied ist hier dann irgendwie doch noch kraftvoller, als auf der Studioplatte: „Warszawa“. Wahrlich sehr eindringlich und düster klingt das hier, noch ein wenig mehr, als beim Original auf dem Album „Low“.
Fazit: Wer einen guten Überblick über das Schaffen des David Bowie Ende der 70er Jahre haben möchte, der ist mit „Stage“ bestens bedient. Das „Live-Gefühl“ lässt sich auf der Scheibe zwar nur am Rande ausmachen, allerdings gibt es hier wahrlich gute Musik zu hören. Oftmals zwar sehr technisch, was jedoch nichts über die Qualität der Songs aussagt. Zwölf Punkte.
David Bowie – Reality Besetzung: David Bowie – vocals, guitar, keyboards, percussion, saxophone, stylophone, synthesizer Gastmusiker: Sterling Campbell – drums Matt Chamberlain – drums Gerry Leonard – guitar Earl Slick – guitar Mark Plati – bass guitar, guitar Mike Garson – piano David Torn – guitar Gail Ann Dorsey – backing vocals Catherine Russell – backing vocals Matt Chamberlain – drums on "Bring Me The Disco King" and "Fly" Tony Visconti – bass guitar, guitar, keyboards, vocals Mario J. McNulty – additional percussion and drums on "Fall Dog Bombs The Moon" Carlos Alomar – guitar on "Fly" Label: Sony Music Erscheinungsdatum: 2003 Stil: Rock, Pop Trackliste: 1. New Killer Star (4:41) 2. Pablo Picasso (4:06) 3. Never Get Old (4:25) 4. The Loneliest Guy (4:12) 5. Looking For Water (3:29) 6. She'll Drive The Big Car (4:35) 7. Days (3:19) 8. Fall Dog Bombs The Moon (4:04) 9. Try Some, Buy Some (4:25) 10. Reality (4:24) 11. Bring Me The Disco King (7:45) Gesamtspieldauer: 49:24
Das vierundzwanzigste Studioalbum David Bowies erschien im Jahr 2003 unter dem Titel „Reality“. Nun sollte es erst einmal zehn Jahre dauern, bis mit „The Next Day“ schließlich die fünfundzwanzigste Scheibe erschien. Nun, „Reality“ ist die fünfte Platte in Folge, die jetzt wieder deutlich mehr überzeugen kann. Alles was David Bowie nach „Scary Monsters“ und bis „Outside“ veröffentlichte, ist für den Fan der frühen Werke des Engländers nur schwer verdauliche Kost gewesen. „Reality“ schließt sich jetzt glücklicherweise allerdings dem Reigen der letzten vier Platten an und offenbart wieder einen Künstler, der nicht nur im Mainstream des billigen Pop mitschwimmen möchte, sondern auch gerne Mal ganz andere Wege geht und somit durchaus innovativ aus der Reihe tanzt.
„Reality“ weist eine ganz große Spannbreite verschiedenster Pop-Songs auf, die fast durchgängig überzeugen können. Da gibt es solch einen fast schon mystisch verwunschenen Titel wie „The Loneliest Guy“, nur ganz sanft instrumentiert und gesanglich mit nichts anderem zu vergleichen, was David Bowie bisher eingesungen hat, so zerbrechlich klingt seine Stimme hier. Dann ist da dieser Höhepunkt der ganzen Scheibe „Days“. Wenn Pop-Musik immer so klingen würde, wäre ich der größte Pop-Fan auf Erden. Tolle und eingängige Melodie und bewegender Text. Solche Nummern zu komponieren, können nicht viele Künstler.
Jedoch auch der Rest, egal ob der Titel jetzt „Pablo Picasso“ heißt, ordentlich rockt und groovt oder aber den Namen „Never Get Old“ trägt und ein wenig funkig ist, überzeugen kann das alles. Einige Höhepunkte warten auch noch am Ende der Scheibe auf den Hörer. „Fall Dog Bombs The Moon“ klingt wieder etwas rockiger, bei „Try Some, Buy Some” fühlt man sich, in einer Zeitmaschine sitzend, zu den Anfängen des David Bowie zurückversetzt. Der Titelsong „Reality“ ist dann wieder eher ein Rocker, jedoch ebenfalls überaus eingängig. Lediglich mit der letzten Nummer, „Bring Me The Disco King“, die allerdings überhaupt nicht nach Disko klingt, da weiß ich so überhaupt nichts mit anzufangen. Das Lied hört sich ein wenig soulig gequält an und passt so überhaupt nicht zum Rest der Platte.
Fazit: Wieder ein sehr überzeugendes und abwechslungsreiches Album des David Bowie. Leider sollte es, wie bereits erwähnt, für die nächsten zehn Jahre die letzte Platte bleiben, die David Bowie veröffentlichte, da er im Jahr 2004 einen Herzinfarkt erlitt und danach erst einmal kürzer trat. David Bowie Fans dürften das Album lieben und auch andere Hörer, die auf gut gemachten, nicht ganz alltäglichen Pop stehen, werden Gefallen an diesem bunten Strauß musikalischer Einfälle finden. Manche Musiker können es einfach und David Bowie gehört definitiv dazu. Elf Punkte.
Anspieltipps: The Loneliest Guy, Days, Try Some Buy Some
David Bowie – Heathen Besetzung: David Bowie – vocals, keyboards, guitars, saxophone, stylophone, backing vocals, drums Gastmusiker: Tony Visconti – bass guitar, guitars, recorders, string arrangements, backing vocals Matt Chamberlain – drums, drum loop programming, percussion David Torn – guitars, guitar loops, omnichord The Scorchio Quartet: Greg Kitzis – 1st violin Meg Okura – 2nd violin Martha Mooke – viola Mary Wooten – cello Carlos Alomar – guitar Sterling Campbell – drums, percussion Lisa Germano – violin Gerry Leonard – guitar Tony Levin – bass guitar Mark Plati – guitar, bass guitar Jordan Rudess – keyboards The Borneo Horns: Lenny Pickett Stan Harrison Steve Elson Kristeen Young – vocals, piano Pete Townshend – guitar on "Slow Burn" Dave Grohl – guitar on "I've Been Waiting for You" Label: Sony Music Erscheinungsdatum: 2002 Stil: Rock, Pop Trackliste: 1. Sunday (4:46) 2. Cactus (2:55) 3. Slip Away (6:05) 4. Slow Burn (4:41) 5. Afraid (3:28) 6. I've Been Waiting For You (3:00) 7. I Would Be Your Slave (5:14) 8. I Took A Trip On A Gemini Spaceship (4:07) 9. 5:15 The Angels Have Gone (5:02) 10. Everyone Says “Hi” (3:58) 11. A Better Future (4:11) 12. Heathen (The Rays) (4:19) Gesamtspieldauer: 51:44
„Heathen” heißt das dreiundzwanzigste Studio-Album des David Bowie, welches im Juni des Jahres 2002 veröffentlicht wurde. Und keine Frage, diese Platte gehört mit zu den Höhepunkten im Schaffen des David Bowie. Sehr viel besser als fast alles, was dieser Musiker, der sich immer wieder selbst erfindet, zumindest in den letzten über zwanzig Jahren veröffentlichte. Nur Anfang bis Mitte der 70er Jahre war David Bowie vielleicht noch ein wenig innovativer, was den Stellenwert dieser Scheibe hier allerdings in keinster Weise schmälern soll.
„Heathen“ ist nämlich ebenfalls innovativ, hier wird mit Stilen gespielt und jongliert, obwohl die rockige Grundstimmung immer beibehalten wird. Dazu gesellen sich jetzt Melodien, die praktisch durchgängig immer sofort ins Ohr gehen und sich dort glücklicherweise auch längerfristig festzusetzen verstehen. Die Titel grooven, sind angefüllt mit Harmonien und weisen auch immer wieder sehr geistreiche und überdenkenswerte Texte auf.
Tony Visconti war zurückgekehrt, jener Produzent, mit dem Bowie einige sehr erfolgreiche Alben in den 70ern aufnahm. Zuletzt war dieser bei „Scary Monsters“ mit an Bord. Die erneute Zusammenarbeit scheint sich hier voll auszuzahlen. Und auch jene mit Pete Townshend, der auf „Heathen“ bei der Nummer „Slow Burn“ an der Gitarre zu hören ist. Das letzte Mal, dass er mit David Bowie zusammengearbeitet hat war übrigens ebenfalls auf „Scary Monsters“. Und auch sonst gibt es einige bekannte Musiker zu hören. Tony Levin von King Crimson, der auch zur Band Peter Gabriels gehört, ist hier vertreten. Genau wie David Grohl von den Foo Fighters und vormals Nirvana oder Jordan Rudess, der Keyboarder von Dream Theater.
Keine Ahnung, was hier genau den Ausschlag gegeben hat. Ob es die wieder entfesselte Kreativität des David Bowie war, die erneute Zusammenarbeit mit Tony Visconti oder all jenen ebenfalls sehr erfolgreichen Musikern? Vielleicht auch, dass diese Platte während und nach den Geschehnissen von 9/11 entstand. Ganz egal, das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Das ist Rock- und Pop-Musik, wie sie klingen soll: spannend, unterhaltend, eingängig, innovativ und auch neue Wege beschreitend, die irgendwie oftmals auch auf älteren aufzubauen scheinen.
Fazit: Ein unverwechselbares David Bowie Album. Wenn man sich dann überlegt, was dieser Musiker noch in den 80ern und 90ern veröffentlichte, dann kommt einem diese Scheibe wie eine Offenbarung vor. Offensichtlich scheint es wirklich noch Musiker zu geben, die nach so vielen Jahren des Veröffentlichens, noch Höhepunkte kreieren können. Das ist aber sehr selten. David Bowie bewies mit seinem Album „Heathen“ im Jahr 2002 allerdings, dass das durchaus möglich ist. Zwölf Punkte.
David Bowie – Earthling Besetzung: David Bowie – vocals, guitar, alto saxophone, samples, keyboards Gastmusiker: Reeves Gabrels – programming, synthesisers, real and sampled guitars, vocals Mark Plati – programming, loops, samples, keyboards Gail Ann Dorsey – bass, vocals Zachary Alford – drum loops, acoustic drums, electronic percussion Mike Garson – keyboards, piano Label: Sony Music Erscheinungsdatum: 1997 Stil: Rock, Pop, Elektronische Musik Trackliste: 1. Little Wonder (6:01) 2. Looking For Satellites (5:20) 3. Battle For Britain (The Letter) (4:48) 4. Seven Years In Tibet (6:21) 5. Dead Man Walking (6:50) 6. Telling Lies (4:50) 7. The Last Thing You Should Do (4:57) 8. I'm Afraid Of Americans (4:59) 9. Law (Earthlings On Fire) (4:48) Gesamtspieldauer: 49:37
„Earthling” heißt das einundzwanzigste offizielle Studioalbum David Bowies und wurde 1997 veröffentlicht. Und erneut erfindet sich Bowie auf einer Platte neu. Die Musik, die auf „Outside” in Form von Experimenten und ein wenig Art Rock noch im Vordergrund stand, ist hier bereits wieder vergessen. Jetzt wird gerockt, gepoppt und vor allem elektronische Töne sind auf „Earthling” zu hören. Jedoch nicht der Art, wie zum Beispiel auf den Platten „Heroes“ oder „Low“, sondern in Form von Samples und Loops. Den Computern wurde hier so einiges abgerungen.
Dazu gesellt sich eine recht rockige Grundstimmung in den Liedern, die nur sehr selten auch mal durch ruhigere Töne abgelöst wird. Immer wieder wird auch das Gespür des David Bowie für die tolle Melodie, die eingängige Harmonie offenbar beziehungsweise gut erhörbar, jedoch beileibe nicht durchgängig. Es sind oftmals Abschnitte in den Liedern selbst, die den Hörer mit Melodiösität einzufangen versuchen, um dann wieder in einen völlig anderen Teil zu münden, der nun deutlich weniger eingängig ist.
Trotzdem hat das alles noch etwas Interessantes und Spannendes. Dies geht jedoch bei solch, fast schon mit Techno oder Dance zu umschreibenden Stücken wie zum Beispiel „Dead Man Walking“ etwas verloren. Ab hier, ab etwa der Mitte des Albums, überzieht Bowie ein wenig mit seinen synthetischen Beats und Klängen. Dies mag zu Zeiten der Love Parade, bei solch einem Ereignis, durchaus seine Freunde gefunden haben, ist im Rahmen eines David Bowie Albums jedoch äußerst gewöhnungsbedürftig und irgendwie dann auch auch nicht mehr restlos überzeugend.
Fazit: Klar, David Bowie probiert immer wieder neue Dinge aus. Vieles davon klappt auch, „Earthling“ allerdings nur bedingt. Hier klingt Bowie ganz klar am bestzen, wenn er denn auch wie David Bowie klingt und nicht wie ein Raver klingen will. Interessant ist das dann aber doch, wenn auch nicht bis in den letzten Winkel überzeugend. Sieben Punkte.
David Bowie – Outside Besetzung: David Bowie – vocals, saxophone, guitar, keyboards Gastmusiker: Brian Eno – synthesizers, treatments, strategies Reeves Gabrels – guitar Erdal Kizilcay – bass, keyboards Mike Garson – grand piano Sterling Campbell – drums Carlos Alomar – rhythm guitar Joey Baron – drums Yossi Fine – bass Tom Frish – additional guitar on “Strangers When We Meet” Kevin Armstrong – additional guitar on “Thru' These Architect's Eyes” Bryony, Lola, Josey and Ruby Edwards – background vocals on “The Hearts Filthy Lesson” and “I Am With Name” Label: Sony Music Erscheinungsdatum: 1995 Stil: Art Rock, Experimental Rock Trackliste: 1. Leon Takes Us Outside (1:25) 2. Outside (4:05) 3. The Hearts Filthy Lesson (4:58) 4. A Small Plot Of Land (6:35) 5. Segue - Baby Grace (A Horrid Cassette) (1:40) 6. Hallo Spaceboy (5:15) 7. The Motel (6:51) 8. I Have Not Been To Oxford Town (3:49) 9. No Control (4:33) 10. Segue - Algeria Touchshriek (2:04) 11. The Voyeur Of Utter Destruction (As Beauty) (4:21) 12. Segue - Ramona A. Stone/I Am With Name (4:02) 13. Wishful Beginnings (5:09) 14. We Prick You (4:36) 15. Segue - Nathan Adler (1:01) 16. I'm Deranged (4:31) 17. Thru' These Architects Eyes (4:22) 18. Segue - Nathan Adler #2 (0:29) 19. Strangers When We Meet (5:07) Gesamtspieldauer: 1:14:51
„Outside“ ist ein Konzeptalbum und die insgesamt zwanzigste Studio-Veröffentlichung von David Bowie. Erzählt wird hier die Science Fiction Story von Nathan Adler, einem Privatdetektiv. Nun, die Platten davor hießen „Never Let Me Down”, „Black Tie White Noise” und „The Buddha Of Suburbia”. Alles drei Alben, die absolute Fehlschläge waren und jedem David Bowie Fan die Tränen in die Augen trieben. Und dann kam „Outside“, ein Album, welches den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Konzeptalben darstellen sollte.
„Outside“ ist anders, als das, was David Bowie zuletzt abgeliefert hat. Schön. Das liegt wohl zu einem nicht unerheblichen Teil daran, dass hier Brian Eno wieder mit eingebunden wurde, den Bowie erstmals seit längerer Zeit wieder auf seiner Hochzeit im Jahr 1992 traf. Man kam sich erneut näher und das Ergebnis ist dieses wahrlich beeindruckende Album geworden.
„Outside“ klingt nicht wie „Heroes“ oder „Low“, bei deren Herstellung Brian Eno auch eine bedeutende Rolle zukam. „Outside“ ist anders als alles, was David Bowie bisher veröffentlicht hat. Die Platte wirkt wie ein Experiment, vollgestopft mit Musik, die beim ersten Hören gar nicht eingängig klingen will. Wieder mal Musik, die erst im Ohr des Hörers reifen muss. Ein wenig düster, dann wieder sphärisch, aber auch etwas verschroben und seltsam. Doch dann hört man auch wieder Pop, der ziemlich geradlinig ans Ohr des Hörers dringt. Dazu gesellen sich verschiedene Gesangsstimmen, die verschiedene Charaktere der Geschichte von „Outside“ verkörpern – und die können mitunter sogar auch lustig wirken. Trotzdem oder auch darum bleibt ein wenig der Stempel: „Nicht ganz einfache Kost“.
Fazit: Wahrlich ungewöhnlich ist „Outside“. Musik in Worte zu fassen ist nie so ganz einfach, hier ist es noch mal ein Stückchen schwieriger. Ein dunkles Album ist es geworden, welches unbedingt mehrmals gehört werden muss, bevor das endgültige Urteil darüber getroffen werden kann. Ein spannendes Album auf jeden Fall, da hier nichts vorauszusehen ist, immer wieder Überraschendes passiert. Ein Album, bei dem es schwer fällt, einzelne Titel herauszuheben, da irgendwie alles zusammen zu gehören scheint. Ach ja, „Outside” blieb übrigens die einzige Veröffentlichung der ursprünglich geplanten Reihe mit Konzept-Alben. Vielleicht, weil sich die Scheibe am Anfang nicht sonderlich gut verkaufte? Schade. Elf Punkte.
Anspieltipps: The Hearts Filthy Lesson, No Control, I'm Deranged
David Bowie – The Buddha Of Suburbia Besetzung: David Bowie – vocals, keyboard, synths, guitar, alto sax, baritone sax, keyboard percussion Gastmusiker: Erdal Kizilcay – keyboards, trumpet, bass, guitar, drums, percussion 3D Echo – drum, bass, guitar on "Bleed Like A Craze, Dad" Mike Garson – piano on "Bleed Like A Craze, Dad" and "South Horizon" Lenny Kravitz – guitar on "Buddha Of Suburbia" Label: EMI Erscheinungsdatum: 1993 Stil: Pop, Rock, Ambient, Electronica, Jazz Trackliste: 1. Buddha Of Suburbia (4:25) 2. Sex And The Church (6:27) 3. South Horizon (5:23) 4. The Mysteries (7:11) 5. Bleed Like A Craze, Dad (5:23) 6. Strangers When We Meet (4:58) 7. Dead Against It (5:47) 8. Untitled No. 1 (5:02) 9. Ian Fish, UK Heir (6:29) 10. Buddha Of Suburbia (4:23) Gesamtspieldauer: 55:32
„The Buddha Of Suburbia” erschien 1993 und ist gleichzeitig das neunzehnte Studio-Album David Bowies. Vielfach kursiert im Internet die Annahme, dass es sich hierbei um einen Soundtrack handelt, da auch der Titeltrack Teil der gleichnamigen BBC-Serie war. Das war dieser allerdings auch als einziger, keiner der anderen Titel fand in dieser vierteiligen Sendung Verwendung.
Eine ganze Menge verschiedener Stile hat David Bowie auf diesem Album vereinigt. Da gibt es zunächst die Pop-Titel, wie zum Beispiel beide „The Buddha Of Suburbia”-Teile, „Strangers When We Meet” und „Dead Against It”. Andererseits finden sich auch sphärische Ambient-Nummern wie „The Mysteries” und „Ian Fish, UK Heir”. Das ist allerdings noch nicht alles. „Sex And The Church” driftet in die Techno bis Electronica Schiene, „South Horizon” lässt sich wohl am besten mit Jazz umschreiben, „Bleed Like A Craze, Dad“ rockt und „Untitled No. 1“ ist schließlich wieder poppig angehaucht und mit einem souligen Einschlag versehen worden.
So viele unterschiedlich bediente Genres lassen die Platte natürlich alles andere als einheitlich erscheinen. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass auch wirklich gar nichts davon auch nur im Mindesten eingängig wäre. Klar, manchmal lässt sich wohl ganz gut darauf tanzen, das war es allerdings auch schon. Am ehesten gelungen sind da schon die beiden sphärischen Titel, die ein wenig nach Ende der 70er Jahre klingen – an die Zusammenarbeit von David Bowie mit Brian Eno.
Fazit: Wieder einmal eine Platte von David Bowie, die wohl nur etwas für die absoluten Bowie-Fans ist. Diese wild-krude Mischung verschiedenster Songs und Stile lassen einen nie so richtig in dem Album ankommen. Tolle und packende Lieder findet man ebenfalls nicht. Die Pop-Songs sind belanglos und warum sich David Bowie hier auch noch in den Bereichen Jazz und Techno engagierte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Gar nicht überzeugend. Vier Punkte.
Anspieltipps: Sex And The Church, South Horizon, Untitled No. 1