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Freitag, 26. August 2016

Radiohead – A Moon Shaped Pool




Radiohead – A Moon Shaped Pool


Besetzung:

Colin Greenwood
Jonny Greenwood
Ed O'Brien
Philip Selway
Thom Yorke


Gastmusiker:

Clive Deamer – additional drums on "Ful Stop"
London Contemporary Orchestra and Choir – strings and female chorus


Label: XL Recordings


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Art Rock, Post Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Burn The Witch (3:41)
2. Daydreaming (6:24)
3. Decks Dark (4:41)
4. Desert Island Disk (3:44)
5. Ful Stop (6:07)
6. Glass Eyes (2:53)
7. Identikit (4:26)
8. The Numbers (5:45)
9. Present Tense (5:06)
10. Tinker Tailor Soldier Sailor Rich Man Poor Man Beggar Man Thief (5:03)
11. True Love Waits (4:45)

Gesamtspieldauer: 52:40




„A Moon Shaped Pool“ ist das neunte Studioalbum der britischen Art Rock Band Radiohead. Zuerst gab es diese Scheibe ab Mai 2016 nur als Download, am 17. Juni 2016 wurde das Album dann auch als CD auf dem Label XL Recordings veröffentlicht. Die gleiche Vorgehensweise bezüglich der Veröffentlichung hatten Radiohead bereits beim Vorgängeralbum „The King Of Limbs“ gewählt. Vielleicht soll dieses Vorgehen manch Hörerin beziehungsweise Hörer zum doppelten Erwerb des Albums animieren, aber das würde die Band wohl so niemals zugeben und ist auch lediglich eine Spekulation.

„A Moon Shaped Pool“ ist ein sanftes und melancholisches Album geworden. Die etwas rockigere Phase von Radiohead liegt in weiter Vergangenheit zurück. Alles auf dieser Scheibe klingt nachdenklich, irgendwie langsam und ruhig. Dazu benötigt man auch nicht allzu viele Anläufe, um vollständig in die Musik der Band eintauchen zu können. Selten mal haben Radiohead eingängiger, melodiöser geklungen. Es gibt sie zwar noch, die etwas experimentelleren Ansätze und Passagen in der Musik der fünf Engländer, allerdings sind diese deutlich weniger ausgeprägt, seltener vorhanden, als auf so manch anderer Scheibe von Radiohead.

Das wiederum bedeutet keinesfalls, dass „A Moon Shaped Pool“ ein langweiliges oder gar ein Album des Mainstreams geworden ist. Die Musik ist eindeutig der von Radiohead zuzuordnen. Die Stimmung ist meist etwas dunkel bis nachdenklich, die Stimme des Thom Yorke klingt genauso packend wie immer, wenn man sie bisher denn auch als „packend“ empfunden hat. Die Zutaten, die die bisherigen Platten von Radiohead ausmachten, sind also auch auf „A Moon Shaped Pool“ vorhanden, jedoch ist die Eingängigkeit der einzelnen Titel deutlich stärker herausgehoben. Gute Musik muss nicht melodiös klingen und ins Ohr gehen, wenn sie es allerdings trotzdem kann, freut das zusätzlich. Und genau das schaffen Radiohead hier mit ihrem neunten Album. „A Moon Shaped Pool“ enthält spannende Musik, nicht alltäglich und trotzdem melodiös das Ohr umschmeichelnd. Dazu gehört für mich auch, dass das London Contemporary Orchestra samt Chor nicht zu dominant in den Vordergrund gerückt wurde und nur partiell bestimmtere Rollen einnimmt.

Fazit: Mit „A Moon Shaped Pool“ ist Radiohead eines der eingängigsten Alben ihrer Karriere gelungen. Die einzelnen Lieder hören sich zerbrechlich, sanft und melancholisch bis sentimental an. Alle elf Nummern sind dabei hörenswert, alles klingt, nichts fällt hinten runter. Fans von Radiohead werden dieses Album sicherlich größtenteils sehr mögen, allerdings lohnt es sich auch für alle anderen Musikfreunde, hier mal ein Ohr zu riskieren. Vielleicht ist „A Moon Shaped Pool“ kein Meisterwerk wie „Kid A“ geworden, trotzdem ist es ein Album, welches überzeugt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Burn The Witch, Daydreaming, Present Tense



Freitag, 5. August 2016

Radiohead – Kid A




Radiohead – Kid A


Besetzung:

Colin Greenwood – bass
Jonny Greenwood – guitars, keyboards
Ed O'Brien – guitars, vocals
Phil Selway – drums
Thom Yorke – vocals, guitars, keyboards


Gastmusiker:

Andy Bush – trumpet
Steve Hamilton – alto saxophone
Martin Hathaway – alto saxophone
Andy Hamilton – tenor saxophone
Mark Lockheart – tenor saxophone
Stan Harrison – baritone saxophone
Liam Kerkman – trombone
Mike Kearsey – bass trombone
Henry Binns – rhythm sampling
Orchestra Of St John's – strings


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Experimental Rock, Electronica, Art Rock


Trackliste:

1. Everything In Its Right Place (4:11)
2. Kid A (4:44)
3. The National Anthem (5:51)
4. How To Disappear Completely (5:56)
5. Treefingers (3:42)
6. Optimistic (5:16)
7. In Limbo (3:31)
8. Idioteque (5:09)
9. Morning Bell (4:35)
10. Motion Picture Soundtrack (6:59)

Gesamtspieldauer: 49:58




„Kid A“, das vierte Studioalbum von Radiohead, gilt allgemeinhin als das Meisterwerk der englischen Band. Im Oktober des Jahres 2000 wurde das Album bei EMI veröffentlicht und viele Kritiker schrieben, dass mit dieser Scheibe die Musik neu erfunden worden wäre beziehungsweise, dass „Kid A“ die Geburtsstunde der „neuen“ Musik darstellen würde, was immer damit auch gemeint sein könnte.

Und wie es manchmal eben so ist, da wird eine Platte in den Himmel gelobt, trotzdem ist diese allerdings sicherlich nichts für den „Massenmarkt“ – obwohl das Album in fast jedem Land Platinstatus erreichte aufgrund seiner Verkaufszahlen. Trotzdem kein Widerspruch, denn auf „Kid A“ hört man Gefühle, nein man spürt sie sogar. Hier gibt es die Verzweiflung, die Wut, die Liebe, die Zufriedenheit, die Trauer. Man ergründet den Wahnsinn, die Orientierungslosigkeit, die Spannung, die Schönheit, den Sanftmut. Dies alles auf einem Album, welches sich der Hörerin oder dem Hörer mit Sicherheit nicht beim ersten Mal des Anhörens erschließen wird. „Kid A“ ist eines jener Alben, die im Ohr, im musikalischen Zentrum des Seins heranreifen muss. Und plötzlich passiert es dann, dass man merkt und sich wundert, warum einem dieses oder jenes Lied nicht vorher schon aufgefallen war.

Der Ehrlichkeitshalber muss man sagen, dass nicht allzu viel auf „Kid A“ eingängig ist oder klingt. Vielleicht später mal, jedoch sicherlich nicht zu Beginn, beim ersten Reinhören – und schließlich dann doch auch nicht nach dem hundertsten Male des Hörens. Melodiösität in der Musik scheint irgendwie maßlos überschätzt zu werden, möchte man fast meinen, wenn dieses Album langsam ausgeklungen ist. Denn hier wirken auch die weniger melodiösen Stücke, die schließlich ebenfalls zu guten Freunden werden können. Am ehesten bekommt man dieses Gefühl der Eingängigkeit noch bei „How To Disappear Completely“ und „Morning Bell“ geboten. Ansonsten klingt hier viel „abgefahren“ oder experimentell. Doch auch diese restlichen Lieder setzen sich irgendwann fest, das eine mehr, das andere weniger. Wie immer eben, reine Geschmackssache.

Fazit: Mit „Kid A“ haben Radiohead definitiv etwas Neues geschaffen. So hatte man Musik bisher noch nicht gehört. Klar ist das nichts für jedermann, wenn auch die Verkaufszahlen etwas anderes suggerieren. In meinem Bekanntenkreis schauen mich 95% der Leute seltsam an, legen den Kopf leicht schräg und fangen an zu denken, wenn „Kid A“ läuft und ich ihnen davon erzähle. Nein, ich möchte auch gar nicht wissen, was sie da denken, aber sie denken und fragen niemals wieder nach, ob ich das nochmals auflegen könnte. Nicht weiter schlimm, so ist das nun mal mit Musik. Ich kann „Kid A“ nur jedem empfehlen und sage gleich dabei, mit einmal Reinhören ist es da leider nicht getan. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The National Anthem, How To Disappear Completely



Donnerstag, 31. Oktober 2013

Radiohead – Itch




Radiohead – Itch


Besetzung:

Thom Yorke – vocals, guitar
Jonny Greenwood – guitar, keyboards
Ed O'Brien – guitar, vocals
Colin Greenwood – bass
Phil Selway – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Stop Whispering (Us Version) (4:13)
2. Thinking About You (2:18)
3. Faithless, The Wonder Boy (4:10)
4. Banana Co. (2:27)
5. Killer Cars (Live) (2:17)
6. Vegetable (Live) (3:12)
7. You (Live) (3:39)
8. Creep (Acoustic) (4:20)

Gesamtspieldauer: 26:35




„Itch“ ist eine EP der Alternative Rock Band Radiohead aus Oxford, England. Nur „Faithless, The Wonder Boy“ ist dabei ein neues Lied, beim Rest handelt es sich um alternative sowie Live-Versionen bereits veröffentlichter Titel. Das interessante an der EP ist eigentlich lediglich, dass die Band hier durchgehend sehr melodiös klingt, schräge Töne sucht man auf dieser etwas länger geratenen Single vergeblich. Am ehesten findet man diese vielleicht noch bei den Live-Versionen von „Vegetable“ und „You“, obwohl sie bei letzterem Song eher „hart“ denn „schräg“ sind. Das neue Lied „Faithless, The Wonder Boy“ reiht sich da ganz zwanglos in die Harmonien des Albums mit ein und ist ebenfalls sehr melodiös.

Fazit: Nur was für wirkliche Fans, denn die Lieder wurden inzwischen alle auch auf diversen Special Editions anderer Alben veröffentlicht. Hier sind also die Sammler gefragt. Ob sich das aber lohnt, bei den Preisen, die dafür verlangt werden, sei mal so dahingestellt. Die Musik ist auf jeden Fall gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Faithless The Wonder Boy




Freitag, 20. September 2013

Radiohead – Hail To The Thief




Radiohead – Hail To The Thief


Besetzung:

Colin Greenwood – bass guitar, string synth, sampler
Jonny Greenwood – guitar, analogue systems, ondes martenot, laptop, toy piano, glockenspiel
Ed O'Brien – guitar, effects, vocals
Phil Selway – drums, percussion
Thom Yorke – vocals, guitar, piano, laptop


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Post Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. 2 + 2 = 5 (3:19)
2. Sit Down. Stand Up. (4:20)
3. Sail To The Moon (4:18)
4. Backdrifts (5:23)
5. Go To Sleep (3:22)
6. Where I End And You Begin (4:29)
7. We Suck Young Blood (4:57)
8. The Gloaming (3:32)
9. There There (5:24)
10. I Will (2:00)
11. A Punch-Up At A Wedding (4:57)
12. Myxamatosis (3:53)
13. Scatterbrain (3:22)
14. A Wolf At The Door (3:21)

Gesamtspieldauer: 56:36




Uups, was ist das denn, was uns Radiohead hier auf ihrem sechsten Album „Hail To The Thief“ aus dem Jahr 2003 servieren? Radiohead standen für mich immer für durchaus experimentelle Musik, die allerdings auch immer wieder mit wunderschönen Melodien aufwartete und eben interessante Experimente in ihrer Musik vollzog, die dann allerdings auch glückten.

„Hail To The Thief“ scheint auch so ein Experiment zu sein, bloß dieses Mal finde und finde ich nur wenig Zugang zu dieser Musik, die hier geboten wird. Es fängt noch ganz nett an mit „2 + 2 = 5“, es wird dann aber mit jedem weiteren Song irgendwie schwieriger dem Ganzen noch folgen zu können. Fast klingt es manches Mal so, als ob hier experimentiert wurde um des Experimentierens Willen. Mitunter ist das dann überaus atonal. Manches Mal hört man wahrlich schlimme Computer-Drum Töne, ein anderes Mal scheint die Musik quasi zu eskalieren – leider nicht im positiven Sinne.

Abschnittsweise gibt es zwar auch immer mal wieder eine ganz nette Stelle, die oftmals allerdings schon im selben Lied wieder konterkariert wird. Und was so ein Lied wie „The Gloaming“ soll, das werde ich wohl nie verstehen. Ganz gelungen dagegen ist noch die erste Single-Auskopplung des Albums „There, There“, das sehr wehmütige „I Will“ und der letzten Titel der Platte „A Wolf At The Door“. Dazwischen gibt es aber so viel Seltsames, Komisches, einen einfach nicht packen wollende Musik, die zum Teil nur die Skip-Taste der Fernbedienung verdient hat.

Fazit: „Hail To The Thief“ ist ein irgendwie sehr ungewöhnliches Album geworden. Ein paar ganz schöne Stücke, aber auch jede Menge sehr unzugängliche Musik, bei der man sich sehr schwer tut, dabei zu bleiben. Interessant und schön klingt es ja manches Mal, aber allzu oft auch etwas zu abgefahren. Sechs Punkte.

Anspieltipps: 2 + 2 = 5, There There, I Will, A Wolf At The Door





Montag, 21. Mai 2012

Radiohead – The Bends





Radiohead – The Bends


Besetzung:

Thom Yorke – vocals, guitar, piano
Jonny Greenwood – guitar, organ, recorder, synthesizer, piano
Ed O'Brien – guitar, vocals
Colin Greenwood – bass
Phil Selway – drums


Gastmusiker:

Caroline Lavelle – cello
John Matthias – viola, violin


Label: Parlophone / EMI


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Independent, Alternative


Trackliste:

1. Planet Telex (4:19)
2. The Bends (4:06)
3. High And Dry (4:18)
4. Fake Plastic Trees (4:51)
5. Bones (3:09)
6. [Nice Dream] (3:53)
7. Just (3:54)
8. My Iron Lung (4:36)
9. Bullet Proof ... I Wish I Was (3:29)
10. Black Star (4:07)
11. Sulk (3:43)
12. Street Spirit (Fade Out) (4:12)




Das zweite Album der britischen Band Radiohead, „The Bends“, aus dem Jahr 1995, ist ein Pop-Album. Und zwar durch und durch. Die etwas progressiveren Töne, die auf späteren Veröffentlichungen zu hören sein werden, sind auf „The Bends“ nur ganz am Rande zu entdecken. Das Album kommt dem Brit-Pop sehr nahe, allerdings immer wieder in Verbindung zur Independent Musik. Und diese Kombination muss nichts Schlechtes bedeuten, denn das, was die fünf Musiker hier abliefern, weiß durchaus zu gefallen.

Die beiden ersten Stücke des Albums geben dabei gleich einen ganz guten Überblick über die Musik der Platte. Während „Planet Telex“ deutlich in die Richtung Brit-Pop geht, klingt „The Bends“ sehr viel rockiger und mehr dem Independent- beziehungsweise Alternative-Genre zugehörig. Und zwischen diesen beiden Polen bewegen sich die meisten der zwölf auf „The Bends“ enthaltenen Titel.

Ein wenig von der Stimmung auf „Ok Computer“, dem Nachfolgealbum, nimmt der Titel „Fake Plastic Trees“ vorweg, der nicht mehr so ganz dem Genre Brit-Pop oder Independent zuzuordnen ist. Eine tolle, fast schon hymnische Nummer entfaltet sich hier dem Zuhörer, die auch durch den Gesang Thom Yorkes an Ausdruckskraft gewinnt. Ein klein wenig in diese Richtung bewegt sich auch „My Iron Lung“. Ist das Lied zunächst recht eingängig, so mündet es immer wieder in einen fast schon verstörenden Refrain, bei dem Vieles irgendwie falsch klingt.

Und dann gibt es auf „The Bends“ noch ein Stück, so ein „Überlied“, welches einfach nur perfekt gelungen ist, anders kann man das kaum beschreiben. Der letzte Titel des Albums ist damit gemeint, „Street Spirit (Fade Out)“. Wunderschön präsentiert sich hier die Musik und setzt sich beim Hörer fest. Harmonischer und melodiöser geht es kaum. Ein ruhiges Lied, von der Gitarre und dem Gesang getragen, welches eindringlicher kaum sein kann. Ein Meisterwerk eben.

Fazit: Eine schöne, unaufgeregte Platte ist Radiohead mit „The Bends“ gelungen. Die Musik findet sich irgendwo zwischen Brit-Pop und Rock wieder. Wem die neueren Alben von Radiohead zu abgefahren klingen, der könnte vielleicht auf dieser Platte das Passende für sich entdecken. Richtig schlechte Lieder befinden sich nicht auf dem Album, alles lässt sich gut anhören – ohne, dass man dabei ins Schwärmen geraten muss. Letzteres kann man aber beim Hören des letzten Stücks, „Street Spirit (Fade Out)“. Allein dafür lohnt sich schon die Anschaffung der Platte, die insgesamt neun Punkte verdient hat.

Anspieltipps: Fake Plastic Trees, Street Spirit (Fade Out)



Dienstag, 10. April 2012

Radiohead – Ok Computer





Radiohead – Ok Computer


Besetzung:

Thom Yorke – vocals, guitar, piano
Jonny Greenwood – keyboard, guitar
Phil Selway – drums
Ed O'Brien – guitar
Colin Greenwood – bass


Label: Parlophone / EMI


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Independent, Alternative


Trackliste:

1. Airbag (4:44)
2. Paranoid Android (6:23)
3. Subterranean Homesick Alien (4:28)
4. Exit Music (For A Film) (4:25)
5. Let Down (4:59)
6. Karma Police (4:22)
7. Fitter Happier (1:57)
8. Electioneering (3:51)
9. Climbing Up The Walls (4:45)
10. No Surprises (3:49)
11. Lucky (4:20)
12. The Tourist (5:25)




Was wurde nicht alles über dieses dritte Album der englischen Band Radiohead gesagt und geschrieben. Als es 1997 veröffentlicht wurde, konnte man des Öfteren nachlesen, dass Radiohead mit dieser Scheibe die Musik neu erfunden hätten. Oder aber „Ok Computer“ sei das erste Album des neuen Jahrtausends, so weltbewegend sei es. Nun, zustimmen kann man diesen Aussagen insoweit, dass „Ok Computer“ wirklich ein gutes Musikalbum geworden ist. Ob die Musiker von Radiohead mit dieser Platte allerdings die Musik neu erfunden haben? Nein, ganz bestimmt sogar nicht.

Das Album beginnt mit einem Rocksong. „Airbag“ heißt dieser und das Auffälligste bei der Nummer ist noch der Gesang Thom Yorkes. Alles wirkt ein wenig sphärisch und durchaus auch mal schräg, sodass das Lied zwar interessant ist, einen aber auch nicht unbedingt umhaut. Das könnte schon eher beim nächsten Titel passieren. „Paranoid Android“ umschmeichelt den Hörer mit seiner Melodie und dem Gesang. Nur ab und zu wird dieser Wohlklang, diese Harmonie von einem etwas härteren Part unterbrochen, um dann wieder in einen weiteren, mehrstimmigen und überaus eingängigen Teil überzugehen. Auch die nächste Nummer, „Subterranean Homesick Alien” ist ein ruhigeres Lied. Hier fehlen allerdings die etwas „lauteren“ Passagen und das Lied kann auch sonst nicht so packen, wie es sein Vorgänger noch konnte.

Gleich um Klassen eindringlicher wird es anschließend bei „Exit Music (For A Film)“. Der Zusatztitel ist dabei passend gewählt, denn so könnte man einen Filmabspann trefflich untermalen. Das Lied wirkt so sehnsüchtig, melancholisch und sentimental. Wunderschön ist dabei der Mellotron-Einsatz, der einen Chor imitiert. Mit „Let Down“ wird es dann wieder ein wenig „normaler“, soll heißen, hierbei handelt es sich um einen ruhigen Popsong, der durchaus zu gefallen weiß, allerdings nichts Besonderes darstellt. Letzteres trifft dann aber auf „Karma Police“ zu. Wieder ein richtig guter und eingängiger Titel, der vom Zusammenspiel von Gitarre, Piano und Gesang lebt. Bestens arrangiert hört man hier eine sehr eingängige Nummer, die auch noch über den Text punkten kann.

Mit „Fitter Happier“ wird der Zuhörer anschließend aus allen Träumen gerissen. Eine Computerstimme hält einen Monolog, untermalt vom Piano und jeder Menge sphärischen Tönen. „Electioneering“, Titel Nummer acht, rockt dann sogar und bei „Climbing Up The Walls“ wird es wieder melancholisch und deutlich ruhiger. Eine Gemeinsamkeit haben beide Lieder allerdings, denn eingängig sind beide Stücke. Dies gilt auch für „No Suprises“, einer netten Popnummer, die ein wenig an R.E.M. erinnert.

Blieben noch „Lucky“ und „The Tourist“. Beides wieder eher ruhigere Stücke, die sich ebenfalls nach mehrmaligem Hören ihren Weg ins Musikzentrum des Gehirns bahnen und sich dort festsetzen können. Bei „The Tourist“ hört man auch wieder diesen Mellotron-Chor, der das Stück wieder ein wenig „retro“ klingen lässt. Ansonsten können beide Tracks nicht mehr ganz so überzeugen, wie die Titel am Anfang des Albums.

Fazit: Wer auf meist eingängigen Pop, beziehungsweise Rock steht, dem müsste „Ok Computer“ gefallen. Hier hört man allerdings keine 08/15 Pop-Musik und das Album erschließt sich wohl auch nicht gleich mit dem ersten Hören. Die Musik ist deutlich anspruchsvoller als Durchschnittsware und benötigt mit Sicherheit mehrere Durchgänge, bis sie zündet. Was auf „Ok Computer“ zu hören ist, das ist gut gemachte Pop-Musik. Was allerdings nicht zu hören ist, das ist die bahnbrechende Wende in Bezug auf die Musik am Ende des letzten Jahrtausends. Somit ergibt das zehn Punkte.

Anspieltipps: Paranoid Android, Exit Music (For A Film), Karma Police



Mittwoch, 21. März 2012

Radiohead – Pablo Honey





Radiohead – Pablo Honey


Besetzung:

Thom Yorke – vocals, guitar
John Greenwood – lead guitar, piano and organ
Ed O'Brien – guitar, vocals
Colin Greenwood – bass
Phil Selway – drums


Label: Parlophone / EMI


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock, Independent


Trackliste:

1. You (3:29)
2. Creep (3:56)
3. How Do You? (2:12)
4. Stop Whispering (5:26)
5. Thinking About You (2:42)
6. Anyone Can Play Guitar (3:38)
7. Ripcord (3:10)
8. Vegetable (3:13)
9. Prove Yourself (2:25)
10. I Can't (4:13)
11. Lurgee (3:08)
12. Blow Out (4:40)




Nein, typisch ist das Debut “Pablo Honey”, von der britischen Band Radiohead aus dem Jahr 1993 keineswegs für die Musik, die Radiohead im weiteren Verlauf ihrer Karriere vorlegen sollten. Auf „Pablo Honey“ ist Gitarrenrock zu hören, der sehr an den Indie-Rock Mitte der 90er Jahre erinnert, hauptsächlich entstanden an der Westküste der Vereinigten Staaten. Und Grunge, ja, der ist auch ein wenig dabei. Passt ja auch geographisch. Aber es gibt auch Anleihen anderer Bands zu hören. Die frühen „U2“ und selbst die „Smiths“ sind rauszuhören. Das soll nichts anderes bedeuten, als dass Radiohead auf Pablo Honey ihren eigenen Stil noch nicht gefunden hatten.

Ansonsten ist das Album eine nette Rockplatte, die einen nicht wegfegt, jedoch immer wieder gut unterhalten kann. Da ist zum Beispiel „Creep“, ein richtig guter Titel und wohl auch eines der bekanntesten Werke Radioheads. Langsam und bedächtig beginnt das Stück, um dann jeweils zum Refrain richtig loszukrachen. Dazu eine sehr eingängige Melodie und auch der Gesang Thom Yorkes, der hier schon so wie auf späteren Veröffentlichungen klingt - fertig ist das überaus eingängige Lied.

Ruhiger und von der Akustikgitarre dominiert ist das Stück „Thinking About You“. Eine schöne, melodiöse Nummer ist hier zu hören. Wieder sehr eingängig und mit dem gewissen Wiedererkennungswert ausgestattet. Nicht zuletzt auch aufgrund des durchaus witzig, ironischen Textes: „Been thinking about you, and there's no rest. Shit, I still love you, still see you in bed. But I'm playing with myself…”

Durchgehend ruhig gehalten, trotz einer im Vordergrund stehenden E-Gitarre, ist das Stück “Lurgee”. Die Nummer klingt sentimental und melancholisch. Und auch der letzte Titel fällt noch ein wenig aus dem Rahmen. „Blow Out“ ist deutlich experimenteller gehalten und hört sich gegen Ende des Stücks richtig laut und schroff an.

Zu allen anderen Stücken ist zu sagen, dass das gute Rochnummern sind, die auf anderen Platten der Independent-Szene durchaus ihren Platz gefunden hätten. Hier wird gerockt und gegroovt, hier gibt es noch wenige Ecken und Kanten, dafür umso mehr eingängige Rockmelodien, die alle in diesem Genre überzeugen können.

Fazit: Nichtsdestotrotz, ein interessantes Debut haben die fünf Briten da vorgelegt. Keineswegs Weltbewegendes, klar, allerdings wird man auf „Pablo Honey“ mit Gitarrenrock versorgt, der sich durchaus hören lassen kann. Das Ungewöhnliche daran ist, dass es Lieder von Radiohead sind, die hier feilgeboten werden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Creep, Stop Whispering, Thinking About You, I Can't, Lurgee