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Dienstag, 7. Dezember 2021

Eminem – The Marshall Mathers LP

 



Eminem – The Marshall Mathers LP


Besetzung:

Eminem – vocals (tracks 1–3, 5–19)


Gastmusiker:

Dr. Dre – vocals (track 15)
Mike Elizondo – bass (tracks 2, 3, 5, 7–10, 14, 15), guitar (tracks 7, 8), keyboards (tracks 15)
Thomas Coster, Jr. – keyboards (tracks 2, 5, 7, 8, 10, 12)
DJ Head – drum programming (tracks 11, 13, 14, 17–19)
Sean Cruse – guitar (tracks 2, 3)
John Bigham – guitar (tracks 5, 10)
Jeff Bass – vocals (track 1)
Dido – vocals (track 3)
Paul "Bunyan" Rosenberg – vocals (track 4)
Steve Berman – vocals (track 6)
RBX – vocals (track 9)
Sticky Fingaz – vocals (track 9)
Camara Kambon – keyboards (track 9)
Dina Rae – vocals (track 13)
Bizarre – vocals (track 14)
Snoop Dogg – vocals (track 15)
Xzibit – vocals (track 15)
Nate Dogg – vocals (track 15)
D-12 – vocals (track 17)




Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Rap, Hip Hop


Trackliste:

1. Public Service Announcement 2000 (0:25)
2. Kill You (4:24)
3. Stan (6:44)
4. Paul (0:10)
5. Who Knew (3:47)
6. Steve Berman (0:53)
7. The Way I Am (4:50)
8. The Real Slim Shady (4:44)
9. Remember Me? (3:38)
10. I'm Back (5:10)
11. Marshall Mathers (5:20)
12. Ken Kaniff (1:01)
13. Drug Ballad (5:00)
14. Amityville (4:14)
15. Bitch Please II (4:48)
16. Kim (6:17)
17. Under The Influence (5:22)
18. Criminal (5:19)

Gesamtspieldauer: 1:12:15



„The Marshall Mathers LP“ ist das dritte Studioalbum des US-amerikanischen Rappers Eminem. Es wurde am 23. Mai 2000 auf dem Plattenlabel Aftermath veröffentlicht. Das Album wurde hauptsächlich von Dr. Dre und Eminem produziert und enthält Texte, die selbst in deutschen Radios aufgrund der vielen Kraftausdrücke kaum gespielt werden können. Inhaltlich beschäftigt sich Eminem mit seinem Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär, die Kritik an seiner Musik auf den vorherigen Alben und seiner Entfremdung von seiner Familie und seiner Frau Kim. Als Gastmusiker sind unter anderem Dr. Dre, Dido, Bizarre und Snoop Dogg zu hören.

„The Marshall Mathers LP“ besteht aus „hartem“ Rap, was vor allen Dingen die Texte betrifft. Des Weiteren befinden sich auf der Platte kurze, eingesprochene Einspielungen, die ebenfalls nicht jugendfrei sind und in dieser Konsequenz fast schon langweilen. Provozieren um des Provozieren Willens? Keine Ahnung, aber genau so wirkt dieses Album, was nichtsdestotrotz zu den meistverkauften Alben aller Zeiten gehört. Aber genau dieser Umstand macht das Zuhören auch etwas schwierig. Vielleicht bin ich auch zu alt für sowas, aber so häufig das „F“-Wort in allen möglichen Konstellationen und weitere wahrlich üble Ausdrücke zu benutzen, langweilt irgendwann nur noch. Mich zumindest.

Der Rap des Marshall Mathers ist dagegen eingängig und beruht auf ins Ohr gehenden Melodien. Klar wird vermutet, dass dieses Album, bei dem sogar der richtige Name Eminems im Titel erscheint, eines seiner persönlichsten Alben darstellt. Ob das stimmt kann ich nicht beurteilen. Ich bin, wenn man diese Seite hier liest, kaum ein Freund von Hip Hop und Rap, trotzdem hat die Musik was, lässt selbst mich mitwippen. Wenn da nur nicht diese Sprache wäre. Ach so, das hatten wir schon.

Fazit: Viele Melodien auf „The Marshall Mathers LP“ gehen schnell ins Ohr. Vieles darauf klingt auch durchaus bewegend, selbst wenn man dem Rap nicht so zugetan ist. Doch ebenso Vieles an Text lassen einen manches Mal ein wenig sprachlos zurück. Zu ordinär, zu direkt, manches kann man nämlich genauso drastisch, jedoch intelligenter umschreiben. Über dreißig Millionen Verkäufe geben Marshall Mathers alias Eminem allerdings Recht. Gute Musik, schlechte Sprache. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Kill You, Stan, Kim



Samstag, 9. Oktober 2021

Guano Apes – Don’t Give Me Names

 



Guano Apes – Don’t Give Me Names


Besetzung:

Sandra Nasić – vocals
Henning Rümenapp – guitars
Stefan Ude – bass
Dennis Poschwatta – drums, vocals


Gastmusiker:

Marc Steylaerts – violin
Veronique Gilis – violin
Marc Tooten – viola
Hans Vandaele – cello
Alberto Manzanedo Alvarez – flamenco guitar, palmas (on "Mine All Mine")
Michael Wolpers – percussion
Dra Diarra – percussion (on "Dödel Up")
Dirk Riegner – samples, programming
Christian Wolff – string arrangements
Markus Stollenwerk – string conductor


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Rock


Trackliste:

1. Innocent Greed (3:49)
2. No Speech (3:29)
3. Big In Japan (2:48)
4. Money & Milk (2:38)
5. Living In A Lie (4:33)
6. Dödel Up (3:37)
7. I Want It (3:19)
8. Heaven (4:59)
9. Mine All Mine (3:48)
10. Too Close To Leave (3:32)
11. Gogan (2:47)
12. Anne Claire (5:36)

Gesamtspieldauer: 45:01



„Don‘t Give Me Names“ heißt das zweite Studioalbum der deutschen Band Guano Apes. Es wurde am 2. Mai 2000 auf dem Plattenlabel BMG veröffentlicht. Einer der Hits der Guano Apes befindet sich auf „Don‘t Give Me Names“, das Alphaville-Cover „Big In Japan“, was sich sogar auf Platz 9 der deutschen Charts platzieren konnte. Auch das Album lief gut und erreichte in Deutschland immerhin Gold-Status.

Nun, auch auf „Don‘t Give Me Names“ hört man relativ kompromisslosen Rock, der auch mal etwas funkig klingen kann. Viel changieren die Guano Apes das Tempo nicht gerade auf diesem Album. Dies bewirkt allerdings auch, dass sich die Platte rundherum geschlossen anhört. Der erste Titel erklingt und man weiß sofort, auf was man sich für die nächste Dreiviertelstunde einstellen kann. Rock-Fans wird es demnach freuen.

Das bereits erwähnte „Big In Japan“ gehört für mich dabei nicht zu den Höhepunkten des Albums. Das Original von Alphaville kenne ich deutlich länger und überzeugt mich da auch noch mehr. Geschmackssache, denn interpretiert haben die Guano Apes das Lied – und nicht nur einfach nachgespielt. Die Nummer rockt hier. Die ersten Lieder knallen sowieso alle rockig aus den Boxen. Erst „Living In A Lie“ nimmt etwas die Geschwindigkeit heraus. Aber das bleibt eine von wenigen Ausnahmen. Eine zweite Ausnahme ist der letzte Titel des Albums, das Lied „Anne Claire“. Für mich sogar der Höhepunkt des ganzen Albums. Das Lied wechselt ein wenig zwischen den Stimmungen und Tempi. Klasse gemacht, dazu noch wunderschön eingängig.

Fazit: Ganz so überzeugend wie das Debut ist „Don‘t Give Me Names“ nicht geworden. Trotzdem macht auch dieses Album Spaß und rockt richtig gut. Die Lieder packen vielleicht zunächst nicht mehr ganz so, doch mit jedem weiteren Durchlauf scheinen auch sie sich zu steigern. Rock-Fans und Fans der Band wird es gefallen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Anne Claire



Samstag, 11. Juli 2020

Paul Simon – You’re The One




Paul Simon – You’re The One


Besetzung:

Paul Simon – vocals (all tracks), acoustic guitar (tracks 7, 8, 10), electric guitar (tracks 1-4, 6-8, 10), sitar (track 8)


Gastmusiker:

Steve Gorn – bamboo flute (tracks 1, 5, 6, 8)
Larry Campbell – pedal steel guitar (tracks 5, 6)
Dan Duggan – dulcimer (track 10)
Jay Elfenbein – vielle (track 1), vihuela (tracks 1, 2, 11)
Steve Gadd – drums (tracks 1-7, 9, 10)
Jamey Haddad – percussion (tracks 1-10)
Peter Herbert – bass guitar (tracks 4, 11)
Bakithi Kumalo – bass guitar (tracks 1-4, 7-9)
Skip LaPlante – harp (tracks 7, 11), bowls (track 11), whirly tube (track 11)
Abraham Laboriel – bass guitar (tracks 5, 6, 10)
Howard Levy – harmonica (track 5)
Alain Mallet – hammond organ (tracks 4, 7, 11), piano (track 1)
Vincent Nguini – acoustic guitar (track 10), electric guitar (tracks 1-4, 6, 8-10)
Stanley Silverman – arrangement of french horns (tracks 2, 5)
Andy Snitzer – soprano saxophone (track 3), tenor saxophone (tracks 2, 4)
Evan Ziporyn – clarinet (tracks 1, 5), soprano saxophone (track 3), tenor saxophone (track 2, 4)
Clifford Carter – celeste (tracks 2, 6, 10), keyboard glockenspiel (track 10)
Mark Stewart – dobro (track 7, 9), cello (track 2), electric guitar (track 2), sitar (tracks 7), banjo (track 10), pedal steel gong (track 9), trumpet (track 11)
Steve Shehan – percussion (tracks 1-10)


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Pop


Trackliste:

1. That‘s Where I Belong (3:12)
2. Darling Lorraine (6:38)
3. Old (2:19)
4. You're The One (4:27)
5. The Teacher (3:36)
6. Look At That (3:54)
7. Señorita With A Necklace Of Tears (3:41)
8. Love (3:50)
9. Pigs, Sheep And Wolves (3:58)
10, Hurricane Eye (4:11)
11. Quiet (4:25)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2004:

12. That‘s Where I Belong (Live) (3:42)
13. Old (Live) (2:40)
14. Hurricane Eye (Live) (6:00)

Gesamtspieldauer: 56:40




„You‘re The One“ heißt das zehnte Solo-Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Paul Simon. Es erschien am 3. Oktober 2000 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records. Die Platte wurde 2001 für einen Grammy Award für das „Album des Jahres“ nominiert und war nach seinem Misserfolg mit dem Album „Songs From The Capeman“ wieder deutlich erfolgreicher. Den Grammy gewann übrigens Steely Dan mit „Two Against Nature“. Paul Simon landete mit „You‘re The One“ auf Platz 5. Das Album kletterte in Deutschland bis auf Platz 17 der Charts, in den USA erreichte es Rang 19 der US Billboard 200. „You‘re The One“ wurde 2004 remastert wiederveröffentlicht und mit drei Live-Bonus-Tracks versehen.

Auch auf „You‘re The One“ hört man Pop Musik, die ein ums andere Mal durch ein paar Reggae-Sounds angereichert wurde. Die Lieder gehen dabei zum Teil ins Ohr, andere wiederum überhaupt nicht. Ein richtiger Ohrwurm findet sich nicht unter den einzelnen Stücken. Ein wenig plätschert die Scheibe vor sich hin, stellt dementsprechend auch kein essentielles Pop-Album dar. Mit der Musik, mit der Paul Simon im Duo mit Art Garfunkel berühmt wurde, hat „You‘re The One“ überhaupt nichts mehr zu tun.

Trotzdem gibt es ein paar ganz nette Lieder auf dem Album. Zu nennen wären da „Darling Lorraine“, „The Teacher“, „Señorita With A Necklace Of Tears“ und das Lied „Quiet“. Die drei erstgenannten Lieder sind ganz gelungene Pop Lieder, letztgenanntes Stück fällt allerdings völlig aus der Reihe. Bei „Quiet“ klingt Paul Simon fast schon ein wenig experimentell. Nomen est Omen gilt in diesem Fall. „Quiet“ ist ein sehr ruhiges, sogar sphärisches Lied. Kaum Melodie, dafür klingt es trotzdem sehr intensiv durch die Atmosphäre, die es verströmt.

Fazit: Abseits des Duos Simon & Garfunkel hat es Paul Simon auch auf „You‘re The One“ nicht geschafft ein gutes Album zu veröffentlichen. An manchen Stellen klingt das zwar ganz nett, doch sehr selten überzeugend. Ein Pop Album eben, welches den großen Vorteil hat, dass es sich um Klassen besser anhört als der unsägliche Musical-Ausflug des Paul Simon mit „Songs From The Capeman“. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Quiet



Mittwoch, 5. Februar 2020

Placebo – Black Market Music




Placebo – Black Market Music


Besetzung:

Brian Molko – vocals, guitar, keyboards, 6-string bass
Stefan Olsdal – bass, guitar, 6-string bass, keyboards, backing vocals
Steve Hewitt – drums, percussion


Gastmusiker:

Rob Ellis – string arrangements
Bill Lloyd – bass on "Peeping Tom"
Severe Loren – backing vocals on "Taste in Men" and "Special K"
Dimitri Tikovoï – string programming
Justin Warfield – rapping vocals on "Spite & Malice"


Label: Hut Records


Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Taste In Men (4:15)
2. Days Before You Came (2:33)
3. Special K (3:52)
4. Spite & Malice (3:37)
5. Passive Aggressive (5:24)
6. Black-Eyed (3:48)
7. Blue American (3:31)
8. Slave To The Wage (4:06)
9. Commercial For Levi (2:20)
10. Haemoglobin (3:46)
11. Narcoleptic (4:22)
12. Peeping Tom -Silence- Hidden Track "Black Market Blood", startet ab 10:14 (14:10)

Gesamtspieldauer: 55:48



„Black Market Music“ heißt das dritte Studioalbum der englischen Alternative-Rock-Band Placebo. Das Album erschien am 9. Oktober 2000 auf dem Plattenlabel Hut Records. Insgesamt vier Singles wurden mit den Liedern „Taste In Men“, „Slave To The Wage“, „Special K“ sowie „Black-Eyed“ aus dem Album ausgekoppelt. Neun Monate dauerte die Produktionszeit, für kein Album davor oder danach, Stand heute, hat sich Placebo mehr Zeit gelassen. „Black Market Music“ erreichte Platz 6 in der britischen Album-Charts.

Die Platte klingt einheitlicher und rockiger, als noch die beiden Alben zuvor. Dieses „Wehklagen“ von Sänger Brian Molko tritt etwas zugunsten von mehr geradlinigerem Rock zurück. Dies bewirkt auch, dass die Melodien etwas einfacher gestaltet klingen, nicht mehr diese besondere Eingängigkeit besitzen – zumindest nicht beim ersten Mal des Hörens. Und ein Lied wie „Spite & Malice“, für das extra HipHopper Justin Warfield engagiert wurde, muss ich nicht von Placebo hören.

Doch natürlich besitzt „Black Market Music“ auch seine Höhepunkte – neben dem Umstand, dass dieses Album sehr im Ohr wächst, wenn man ihm denn die Zeit dazu einräumt. Meine Favoriten des Albums sind die beiden Lieder „Special K“ sowie „Slave To The Wage“. Beides tolle Rock-Nummern, die auch ohne großartige Anlaufzeit schnell ins Ohr gehen. Gerade „Slave To The Wage“ besitzt dabei einen hohen Wiedererkennungswert und ist ein kleiner Ohrwurm.

Fazit: Nicht der Höhepunkt im Schaffen von Placebo, doch wahrlich kein schlechtes Album der Band – auch wenn Brian Molko diese Scheibe bisher am wenigsten mag. Man hört auf „Black Market Music“ Musik, die mit der Zeit immer besser klingt. Dazu gibt ein paar Höhepunkte, die keinen Anlauf benötigen, um zu wirken. Neun Punkte.

Anspieltipps: Special K, Slave To The Wage



Sonntag, 17. März 2019

IQ – The Seventh House




IQ – The Seventh House


Besetzung:

Peter Nicholls – lead and backing vocals
Martin Orford – keyboards and backing vocals
Mike Holmes – guitars, guitar synthesizer and keyboards
John Jowitt – bass and backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Gastmusiker:

Tony Wright – saxophone


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Wrong Side Of Weird (12:24)
2. Erosion (5:44)
3. The Seventh House (14:26)
4. Zero Hour (7:11)
5. Shooting Angels (7:22)
6. Guiding Light (9:58)

Gesamtspieldauer: 57:07



„The Seventh House“ heißt das achte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band IQ. Das Album erschien im Juni 2000 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea. Darauf zu hören ist einmal mehr der für IQ so typische Progressive Rock, der eher auf die melodische Variante ausgerichtet ist, als zu vertrackt und kompliziert zu klingen.

„The Seventh House“ klingt somit ganz in der Tradition der Band. Vergleicht man die Scheibe allerdings mit dem Vorgänger „Subterranea“ („Seven Stories Into ’98“ sei an dieser Stelle mal außen vor gelassen, da es zwar als das siebte Album von IQ geführt wird, allerdings lediglich bisher unveröffentlichtes Material aus den Anfangsjahren der Band enthält), so kann das vorliegende Album nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten. Das liegt an nichts anderem als an der Eingängigkeit der Lieder selbst. Diese war auf „Subterranea“ noch sehr viel intensiver vorhanden, als auf „The Seventh House“. Trotzdem ist auch „The Seventh House“ kein schlechtes Album geworden. Alle guten Zutaten einer guten IQ Scheibe sind enthalten. Viel Abwechslung in der Musik, die einmal mehr mit den Atmosphären spielt. Dazu gibt es auch die schönen Melodien, wenn auch nicht mehr in dem Ausmaß von früher.

Der Höhepunkt des Albums ist das Titellied „The Seventh House“. Diese Nummer ist gleichzeitig auch die längste der Platte und zeigt in vielen Facetten die Musik, die man auf einem IQ-Album zu finden hofft. Progressive Rock in sehr melodiöser Ausprägung, spannend inszeniert, mit vielen Wendungen versehen und eben auch eingängig. Einen Ausfall gibt es auch nicht auf diesem Album zu beklagen, alle anderen Titel besitzen gleich große Qualität, die die Herzen der Fans dieses musikalischen Genres höherschlagen lässt.

Fazit: Ein ganz und gar typisches IQ-Album ist „The Seventh House“ geworden. Alle Zutaten der Musik der Engländer sind auch auf dieser Scheibe enthalten. Was ein wenig fehlt, sind die absoluten Höhepunkte, die es mehr auf anderen Scheiben von IQ zu bestaunen gibt. Doch ist das „Jammern auf hohem Niveau“? Vielleicht, denn das Album wirkt und klingt. Möglicherweise nicht ganz so wie…. Ach, einfach Geschmackssache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Seventh House



Sonntag, 20. Januar 2019

A Perfect Circle – Mer De Noms




A Perfect Circle – Mer De Noms


Besetzung:

Maynard James Keenan – vocals (tracks 1-12), gord (kalimba) (track 12)
Billy Howerdel – guitar (tracks 1-11), bass (tracks 1-6, 8, 10, and 11) background vocals (tracks 1, 4, 5, and 9-11), keyboards (track 5), piano (tracks 9 and 12)
Josh Freese – drums (tracks 2-11), percussion (track 9)
Paz Lenchantin – violin (tracks 3, 6, and 9), bass (track 7), backing vocals (tracks 4, 5, and 9)
Troy Van Leeuwen – lead guitar parts at end of song (tracks 7 and 10)


Gastmusiker:

Tim Alexander – drums (track 1)
Luciano Lenchantin – viola (track 6)
Draven Godwin – percussion (track 8)
Kelli Shafer – backing vocals (track 9)


Label: Virgin Records


Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. The Hollow (2:58)
2. Magdalena (4:06)
3. Rose (3:26)
4. Judith (4:07)
5. Orestes (4:48)
6. 3 Libras (3:39)
7. Sleeping Beauty (4:10)
8. Thomas (3:29)
9. Renholdër (2:24)
10. Thinking Of You (4:34)
11. Breña (4:24)
12. Over (2:21)

Gesamtspieldauer: 44:31



„Mer De Noms“ nannte die US-amerikanische Rockband A Perfect Circle ihr erstes Studioalbum. „Mer De Noms“ wurde am 23. Mai 2000 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht und platzierte sich mit dem Erscheinen sofort auf Platz 4 in das US Billboard 200 Charts. Damit stellt dieses Album den bisher höchsten Billboard 200-Einstieg für das erste Album einer Rockband dar. Es verkaufte sich in der ersten Woche über 188.000 Mal und wurde im selben Jahr in den USA noch mit Platin ausgezeichnet. Drei Singles wurden aus „Mer De Noms“ ausgekoppelt. „Judith“, „3 Libras“ sowie „The Hollow“ konnten sich ebenfalls in den Charts platzieren. A Perfect Circle ist das Nebenprojekt von Sänger Maynard James Keenan, dem Sänger von Tool, der A Perfect Circle zusammen mit dem Gitarristen Billy Howerdel gründete.

A Perfect Circle klingen auch nach Tool, zumindest auf diesem Debut-Album. Das liegt nicht nur am Gesang des Maynard James Keenan, sondern auch am Sound der Musik selbst. Schwere Gitarren, knallhart und kompromisslos gibt es hier zu hören. Die einzelnen Lieder regen nicht selten zum Headbanging an, zumindest soweit man darauf steht oder man lässt eben in der gemäßigteren Variante die Füße mitwippen. Doch trotz der Ähnlichkeit des Sounds insgesamt, machen A Perfekt Circle dann aber doch völlig andere Musk als Tool. Denn zwei wichtige Bestandteile der Tool-Musik fehlen hier. Da ist zum einen der progressive Ansatz der Musik. A Perfect Circle sind sehr geradlinig in ihren Liedern. Da werden kaum bis keine Experimente unternommen, wir befinden uns im Segment des Alternative Rocks, wenn auch der etwas härteren Ausprägung. Das zweite Element, welches bei A Perfect Circle im Gegensatz zu Tool fehlt, ist der hypnotische Ansatz in der Musik. Elf relativ kurze Lieder befinden sich auf dem Album, eine Melodie wird angestimmt und hallt nach spätestens vier Minuten wieder aus. Nichts wird hier im positiven Sinne „ausgewalzt“, um durch häufige Wiederholung eines Themas die Musik noch etwas intensiver werden zu lassen.

Wenn man auf Hard Rock und Alternative Rock steht, dann macht „Mer De Noms“ von A Perfect Circle definitiv Spaß. Auch wenn die wahrlich herausragenden Titel fehlen, so lässt sich alles auf diesem Album gut hören und unterhält ebenso. Somit fällt es auch etwas schwer, einzelne Lieder besonders zu empfehlen beziehungsweise herauszuheben. Andererseits bedeutet dies allerdings auch, dass auf „Mer De Noms“ kein Füllmaterial vorhanden ist und die Platte sich in einem gut durchhören lässt. Zum Reinhören eignen sich sehr gut zwei der drei Singleauskopplungen des Albums. Die Titel „The Hollow“ sowie „3 Libras“ geben einen guten Eindruck über die Musik auf „Mer De Noms“ und stehen somit beispielhaft für die restlichen Lieder von A Perfect Circle zum Beginn ihrer Bandkarriere.

Fazit: Wie das etwas gezügelte Tool klingen A Perfect Circle auf ihrem ersten Album mit dem Titel „Mer De Noms“. Man hört auf der Scheibe kraftvollen und zumeist harten Alternative Rock, der immer wieder an die Musik von Tool erinnert, sich dennoch von dieser deutlich unterschiedet. „Mer De Noms“ klingt konventioneller, weniger experimentierfreudig, weniger progressiv. Alternative Rock eben. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Hollow, 3 Libras



Mittwoch, 31. Oktober 2018

Pain Of Salvation – The Perfect Element Pt. 1




Pain Of Salvation – The Perfect Element Pt. 1


Besetzung:

Daniel Gildenlöw – lead vocals, guitar
Kristoffer Gildenlöw – bass, backing vocals
Johan Hallgren – guitar, backing vocals
Fredrik Hermansson – keyboards, steinway and samples
Johan Langell – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Mihai Cucu – strings
Camilla Andersson – strings
Petter Axelsson – strings
Gretel Gradén – strings
Johnny Björk – strings


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Used (5:23)
2. In The Flesh (8:36)
3. Ashes (4:28)
4. Morning On Earth (4:34)
5. Idioglossia (8:29)
6. Her Voices (7:56)
7. Dedication (4:00)
8. King Of Loss (9:46)
9. Reconciliation (4:24)
10. Song For The Innocent (3:02)
11. Falling (1:50)
12. The Perfect Element (10:09)

Gesamtspieldauer: 1:12:42



„The Perfect Element Pt. 1“ heißt das dritte Studio-Album der schwedischen Progressive Metal Band Pain Of Salvation. Das Album wurde am 31. Oktober 2000 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und ist wieder ein Konzeptalbum der Schweden, welches sich dieses Mal mit der Entwicklung des Menschen beschäftigt, insbesondere mit den Ereignissen in der Kindheit und der Jugend. Es ist das erste Teil eines geplanten dreiteiligen Konzepts. „The Perfect Element Pt. II“ wurde im Jahr 2007 unter dem Titel „Scarsick“ in Form des sechsten Studio-Albums veröffentlicht.

Die Musik auf „The Perfect Element Pt. 1“ ist abwechslungsreicher Progressive Metal, der auch ganz gut ins Ohr geht. Die Musik klingt, Daniel Gildenlöw ist neben einem guten Gitarristen auch ein guter Sänger. All dies überzeugt durchaus auf der Platte, trotzdem hinterlässt das alles keinen bleibenden Eindruck, da die Musik der fünf Schweden einfach zu „ähnlich“ klingt. Irgendwie glaubt man das alles schon mal von Dream Theater, Queensrӱche oder Kaipa gehört zu haben. Hat man zwar nicht, eigenständig klingt die Musik von Pain Of Salvation auf „The Perfect Element Pt. 1“ allerdings trotzdem nicht. Das Besondere fehlt und damit auch die Nachhaltigkeit – und dies alles, obwohl die Musik beim Rock-Freund durchaus landen kann. Mal rockiger, mal sanfter, mal lauter, mal leiser sind die Lieder gehalten, die aus mehreren Teilen aufgebaut sind und bei denen niemals Langweile aufkommt und es einiges zu entdecken gibt.

Es gibt kein schlechtes Lied, keinen Ausfall auf dem Album. Die Höhepunkte sind in meinen Ohren das etwas sanftere, sehr eingängige und an manchen Stellen fast schon bombastische „Ashes“ und die Nummer „Her Voices“, ein Lied, welches ebenso sanft beginnt, sich im weiteren Verlauf jedoch immer weiter steigert. Das sind zwei Nummern, die auch länger wirken. Der Rest ist durchaus ebenfalls nett und gut geraten, doch dieser richtige Funke, der mag irgendwie nicht überspringen – zumindest nicht bei mir.

Fazit: „The Perfect Element Pt. 1“, das dritte Studio-Album der schwedischen Band Pain Of Salvation, ist durchaus ein gelungenes Progressive Metal Album geworden. Die Lieder sind abwechslungsreich und gehen ins Ohr. Leider nur verbleiben sie dort nicht allzu lange, was das Ganze immer zu einem kurzen Erlebnis werden lässt, an welches man sich bald nicht mehr erinnert. Das liegt daran, dass das Außergewöhnliche und Besondere einfach auf dieser Platte fehlt und man alles schon mal gehört zu haben glaubt. Trotzdem bestimmt kein schlechtes Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ashes, Her Voices



Mittwoch, 29. August 2018

Tom Jones – The Very Best Of Tom Jones




Tom Jones – The Very Best Of Tom Jones


Besetzung:

Tom Jones – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Disky Communications


Erscheinungsdatum: 2000 (Musik aus den 70ern)


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

CD1:

1. Daughter Of Darkness (3:17)
2. She’s A Lady (2:53)
3. Love Is In The Air (4:10)
4. Till (2:19)
5. Pledging My Love (2:51)
6. My Way (4:11)
7. Puppet Man (3:24)
8. Something ‘bout You Baby I Like (3:30)
9. I (Who Have Nothing) (2:58)
10. You've Got A Friend (2:43)
11. You've Lost That Lovin’ Feelin’ (4:16)
12. Memories Don't Leave Like People Do (4:18)
13. The Young New Mexican Puppeteer (4:35)
14. Say You’ll Stay Until Tomorrow (3:35)
15. Delilah (Live) (3:08)

CD2:

1. Nothing Rhymed (3:05)
2. Ain’t No Sunshine When She’s Gone (2:40)
3. Take Me Tonight (3:03)
4. Rescue Me (3:02)
5. Tired Of Being Alone (3:05)
6. Till I Can’t Take It Anymore (3:18)
7. All I Ever Need Is You (3:13)
8. To Love Somebody (3:25)
9. You’ll Never Walk Alone (3:35)
10. Sugar Sugar (2:38)
11. Proud Mary (2:48)
12. Resurrection Shuffle (2:55)
13. Come To Me (2:54)
14. Letter To Lucille (3:04)
15. Hit Medley (Live) (6:29)

Gesamtspieldauer CD1 (52:18) und CD2 (49:24): 1:41:42




Im Jahr 2000 erschienen alleine unglaubliche vierzig (!) verschiedene Kompilationsalben des Walisers Tom Jones. Wenn das mal kein Zeichen des Kommerzes dieser Art der Musik des Tom Jones ist. Das vorliegende Album heißt „The Very Best Of Tom Jones“ und erschien auf dem Plattenlabel Disky Communications. Darauf befinden sich insgesamt dreißig verschiedene Lieder, die allesamt in den 70er Jahren aufgenommen wurden. Entstanden sind die einzelnen Titel freilich zum Teil sogar deutlich früher, da Tom Jones mit seiner Musik reproduziert und bestenfalls interpretiert, jedoch nicht neu produziert.

Auf diesem Album befindet sich Pop bis hin zu Kaufhaus- oder Fahrstuhl-Hintergrundmusik. Man sollte definitiv entweder ein überzeugter Tom Jones Fan sein oder aber in Oldies seine Erfüllung finden. Leider hilft auch Spaß am Musical beim Hören dieser Musik, wodurch dieses Kompilationsalbum für mich noch schwerer erträglich wird. Tom Jones steht für Eingängigkeit und Entertainment, für die Darbietung von Werken anderer. Das gilt für die Musik wie für die Texte. Unaufgeregtes und unanstrengendes Zuhören garantiert. Möchte man sich Berieseln lassen, so funktioniert wahrscheinlich auch „The Very Best Of Tom Jones“.

Höhepunkte der Platte sind die wohl bekannteren Interpretationen des Tom Jones. „She’s A Lady“, „My Way“, „I (Who Have Nothing)“, „The Young New Mexican Puppeteer“, „Delilah“, „To Love Somebody“, „You’ll Never Walk Alone“, „Proud Mary“, „Sugar Sugar“, „Proud Mary“ und so weiter. Jede Menge „Evergreens“, die man schon tausende Male, von tausenden Interpreten gehört hat. Der Tiger springt hier nicht allzu hoch.

Fazit: Musik auf Pop-, Schlager- und Musical-Niveau bekommt man auf „The Very Best Of Tom Jones“ geboten. Da hilft es sehr, ein Oldie-Fan zu sein. Viele der Lieder sind bekannt, Tom Jones singt auch gut, trotzdem langweilt das in heutiger Zeit sehr. Wenn man jedoch eine Zusammenstellung alter Gassenhauer sucht, dann bekommt man mit „The Very Best Of Tom Jones“ eine schöne Übersicht in überzeugender Interpretation. Langweilig bleibt es leider trotzdem. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Daughter Of Darkness, She’s A Lady



Samstag, 23. Juni 2018

Glass Hammer – Chronometree




Glass Hammer – Chronometree


Besetzung:

Walter Moore – electric and acoustic guitars, drums on “Chronos Deliverer”
Fred Schendel – hammond organ, mellotron, minimoog, synthesizers, acoustic and electric guitars, slide guitar, autoharp, recorders, drums, backing vocals
Steve Babb – bass, keyboards, mellotron, assorted analog synthesizers, backing vocals


Gastmusiker:

Brad Marler – lead and backing vocals, acoustic guitar
Arjen Lucassen – additional lead guitars
Susie Bogdanowicz – backing vocals
Jamie Watkins – backing vocals
Sarah Snyder – backing vocals


Label: Arion Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

All In Good Time - Part One

1. a)Empty Space (6:45)
    b) Revealer
2. c) An Eldritch Wind (3:26)
3. d) Revelation (8:07)
    e) Chronometry
4. f) Chronotheme (End Part One) (4:41)
5. A Perfect Carousel (5:17)
6. Chronos Deliverer (5:49)

All In Good Time - Part Two

7. g) Shapes Of The Morning (1:55)
8. h) Chronoverture (5:59)
9. i) The Waiting (5:43)
    j) Watching The Sky (0:59)

Gesamtspieldauer: 48:46




Glass Hammer ist eine US-amerikanische Progressive Rock Band aus Chattanooga, Tennessee, die von Steve Babb und Fred Schendel im Jahr 1992 gegründet wurde. Bis zum heutigen Tag haben Glass Hammer insgesamt sechzehn Studio-Alben veröffentlicht. „Chronometree“ heißt die vierte Scheibe dieser Reihe und erschien am 1. Mai im Jahr 2000 auf dem Plattenlabel Arion Records. Bei vielen Fans gilt „Chronometree“ bis heute als das beste Album der Band.

„Chronometree“ ist ein Konzeptalbum über einen jungen Mann namens Tom, der überzeugt ist, dass Aliens versuchen würden, mit ihm über seine Alben zu kommunizieren. Er ist Fan des Progressive Rock der 70er Jahre und somit hört man auf dieser Platte auch Musik, die sehr an jene der Bands des Progressive Rock der 70er Jahre erinnert. Gerade die Tasteninstrumente stehen dabei im Vordergrund und liefern zahlreiche Anspielungen, ohne einzelne Bands dabei jedoch zu imitieren oder gar abzukupfern. Die Musik von Glass Hammer ist durchaus eigenständig, doch die Reminiszenzen begegnen einem auf „Chronometree“ immer wieder.

An erster Stelle steht hierbei die Musik von Emerson, Lake & Palmer, die man häufiger herauszuhören glaubt. Nicht ganz die frickeligen Passagen von ELP, doch gerade Piano, Hammond Orgel oder Keyboards erinnern schon sehr an Keith Emerson. Ab und an noch ein wenig Sphäre und fertig ist das zumeist dann doch sehr eingängige und melodiöse Album, bei dem sich alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rock der 70er Jahre freuen werden. Höhepunkt ist die Instrumentalnummer „Chronometry“, da diese die Keyboardläufe so wunderschön zusammenfasst, sehr schön rockt und gleichzeitig auch noch wunderbar ins Ohr geht. Ebenso lohnenswert klingt das sanfte und sehr melodische „A Perfect Carousel“. Dieses Lied ist mit Gesang ausgestattet und stellt gleichzeitig sogar einen kleinen Ohrwurm dar.

Fazit: Ein Progressive Rock Album, wie es bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hätte geschrieben werden können, stellt „Chronometree“ von Glass Hammer dar. Mit dieser Scheibe lässt sich perfekt in Nostalgie schwelgen, die Musik ist nicht zu harmonisch, jedoch immer noch so gehalten, dass sie schnell ins Ohr geht ohne dabei plump oder gar anbiedernd zu klingen. Dazu wächst das Ganze mit den Durchläufen. Macht schon Spaß, da auch alle Lieder lohnenswert sind. Was allerdings wohl für immer das Geheimnis von Glas Hammer bleiben wird, das sind deren Gedanken bei der Nummerierung der Lieder mit Zahlen und Buchstaben. Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Chronotheme, A Perfect Carousel



Freitag, 20. April 2018

Motorpsycho – Let Them Eat Cake




Motorpsycho – Let Them Eat Cake


Besetzung:

Bent Sæther – vocals, bass, guitars, drums, percussion, rhodes piano, wood blocks, minimoog, piano, harmonium
Hans Magnus Ryan – guitars, vocals, clavinet, double bass, violins, mandolin
Håkon Gebhardt – drums, vocals, percussion, zither, guitars, piano


Gastmusiker:

Helge Sten (Deathprod) – drum machine
Baard Slagsvold – piano, rhodes piano, backing vocals
Ole Henrik Moe (Ohm) – violins, gong
Kristin Karlsson – violin
Kristin Skjølaas – violin
Einy Langmoen – viola
Kjersti Rydsaa – cello
Arne Frang – tenor saxophone
Jørgen Gjerde – trombone
Erlend Gjerde – trumpet
Helge Sunde – trombone
Tone Reichelt – waldhorn
Arve Henriksen – trumpet, mellophone


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock, RetroProg


Trackliste:

1. The Other Fool (5:40)
2. Upstairs-Downstairs (5:12)
3. Big Surprise (3:36)
4. Walkin' With J. (3:59)
5. Never Let You Out (2:46)
6. Whip That Ghost (6:30)
7. Stained Glass (6:12)
8. My Best Friend (4:21)
9. 30/30 (7:21)

Gesamtspieldauer: 45:40




„Let Them Eat Cake“ heißt das achte Studio-Album der norwegischen Rock Band Motorpsycho. Die Scheibe erschien im Februar 2000 weltweit auf dem Plattenlabel Stickman Records, lediglich in Norwegen wurde sie auf dem Label Sony Music veröffentlicht. Ein wenig hat sich mit „Let Them Eat Cake“ ein Stilwechsel in der Musik von Motorpsycho vollzogen. Dieser Richtungswechsel vollzog sich weg vom harten und kompromisslosen Rock, hin zu sehr viel sanfteren Tönen und Liedern, welche eingängig klingen und manchmal mit leicht jazzigem bis psychedelischem Einschlag versehen wurden. Hard Rock gibt es überhaupt nicht mehr zu hören.

Die Lieder von Motorpsycho wurden kürzer auf „Let Them Eat Cake“. Beim ersten Mal des Hörens auch durchaus eingängiger. Auch glaubt man an der ein oder anderen Stelle mal die Beatles herauszuhören. Im Falle von „Never Let You Out“ hört man ein Lied, welches auch gut auf das erste Pink Floyd Album „The Piper At The Gates Of Dawn“ gepasst hätte. Dabei überzeugt leider längst nicht mehr alles auf dem Album. Die sechseinhalbminütige Instrumentalnummer „Whip That Ghost“ mag durchaus mit einem innovativen, fast schon hektischen Rhythmus aufwarten, zu dem die Gitarre einen jazzig-relaxten Melodienbogen spielt. Begeisterungsstürme bezüglich der Innovation dieses Titels bleiben allerdings aus. Ganz nett, jedoch kein Lied, welches einen länger beschäftigt. Auch sonst sind viele der poppig-rockigen Nummern nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches. Allerdings, das muss man sicher festhalten, gehen die Lieder durchaus ins Ohr, womit wohl auch begründet werden kann, warum ausgerechnet „Let Them Eat Cake“ das erste Album von Motorpsycho ist, welches in ihrem Heimatland bis auf Platz 1 der Charts kletterte.

Nun, die Höhepunkte gibt es allerdings natürlich auch auf diesem ersten Nimmer-1-Album. „The Other Fool“, „Stained Glass“ sowie „30/30“ heißen diese. „The Other Fool“ ist eine poppige Nummer, ausgestattet mit einer ganzen Menge an Streichern, die nicht nur harmonisch, sondern auch durchaus mal schräg klingen. Bei „Stained Glass“ handelt es sich dagegen um ein sehr sanftes und nachdenkliches Lied. Schöne Nummer, die weich, warm und eingängig das Ohr umschmeichelt. Bliebe schließlich noch der letzte Titel auf „Let Them Eat Cake“ zu erwähnen, gleichzeitig auch das letzte Lied der Platte. Sehr sphärisch im Bereich des Ambient beginnt das Stück. Der Gesang setzt ein und dazu hört man ein elektronisches Ticken sowie einen breiten Synthesizer-Klangteppich. Langsam, ganz langsam steigert sich die Nummer, ohne dabei wirklich Fahrt aufzunehmen. Dann setzen die Bläser ein und die Stimmung wird sehr heimelig, fast schon weihnachtlich. Das Stück geht erneut in den Gesangsteil über, eine sanfte Atmosphäre breitet sich über allem aus, verschlingt jeden bösen Gedanken, um schließlich sehr psychedelisch und letztendlich absolut abrupt zu enden.

Fazit: „Let Them Eat Cake“ ist ein Album geworden, welches sicherlich eingängiger ist, als so manch andere Scheibe von Motorpsycho. Ganz klar geht diese Eingängigkeit auf Kosten der Experimente, des Progressiven, welches man auch auf einigen Motorpsycho-Alben hören kann. Diese Mischung aus Pop und Rock hat auch ihre schönen, überzeugenden und besonderen Stellen, doch das Allermeiste von „Let Them Eat Cake“ kann ich auch bei anderen Bands hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Other Fool, Upstairs-Downstairs, Stained Glass, 30/30



Samstag, 7. April 2018

Westlife – Coast To Coast




Westlife – Coast To Coast


Besetzung:

Nicky Byrne – vocals
Kian Egan – vocals
Mark Feehily – vocals
Shane Filan – vocals
Brian McFadden – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop


Trackliste:

1. My Love (3:53)
2. What Makes A Man (3:51)
3. I Lay My Love On You (3:30)
4. I Have A Dream (4:16)
5. Against All Odds (3:22)
6. When You're Looking Like That (3:53)
7. Close (4:04)
8. Somebody Needs You (3:09)
9. Angel's Wings (4:05)
10. Soledad (3:58)
11. Puzzle Of My Heart (3:40)
12. Dreams Come True (3:08)
13. No Place That Far (3:14)
14. Close Your Eyes (4:34)
15. You Make Me Feel (3:38)
16. Loneliness Knows Me By Name (3:03)
17. Fragile Heart (3:01)
18. Every Little Thing You Do (4:12)
19. Don't Get Me Wrong (Hidden Track) (3:43)

Gesamtspieldauer: 1:10:21




Da es beim ersten Mal so gut funktioniert hatte, wurde ein Jahr später, am 6. November 2000, gleich das zweite Studio-Album der irischen Boy-Group Westlife veröffentlicht. Dieses heißt „Coast To Coast“ und erschein, wie schon das selbstbetitelte Debut-Album, auf den Plattenlabels RCA Records und BMG. Auch sonst hatte sich nichts geändert. Westlife stehen für Schmuse-Pop, der schnellen Erfolg bringen soll. Insgesamt fünf Singles wurden mit den Titeln „Against All Odds“, „My Love“, „What Makes A Man“, „I Lay My Love On You“ und „When You're Looking Like That“ aus „Coast To Coast“ ausgekoppelt, die alle erfolgreich waren. Auch das Album selbst war ein kommerzieller Erfolg und verkaufte sich alleine in Großbritannien über 1,8 Millionen Mal. „Coast To Coast“ erzielte im Jahr 2000 sogar die drittbesten Verkaufszahlen in Großbritannien überhaupt.

Auch für „Coast To Coast“ waren einige Songschreiber aktiv, zudem wurden auch bekannte Hits interpretiert, wie „I Have A Dream“ von Abba und „Against All Odds“ von Phil Collins, welches zusammen mit Mariah Carey eingesungen wurde. Mit dem Lied „Fragile Heart“ gibt es sogar einen Titel, der von den Bandmitgliedern Brian McFadden, Kian Egan und Shane Filan selbst komponiert wurde. Jedoch alles auf „Coast To Coast“, egal ob neu geschrieben oder bereits vorhanden und interpretiert, klingt anbiedernd. Die Texte behandeln einmal mehr das Thema der „Liebe“ und sind an Primitivität kaum zu überbieten, da alle hier getroffenen Aussagen bereits zig-tausendfach getroffen wurden und auch damals schon nicht besser klangen.

Das Problem an den Liedern auf „Coast To Coast“ ist, dass sie allesamt schleimig und anbiedernd klingen. Das langweilt alles sehr, ist einfach nur auf den schnellen Kommerz abgestimmt und getrimmt, dadurch wohl auch die seichten aber eingängigen Melodiebögen. Trotzdem, das Album war sehr erfolgreich. Es gibt viele Menschen denen genau das an der Musik gefällt. Unkompliziert, einfach und von netten Jungs gesungen. Alles gut also.

Fazit: Boy Group Pop der Extraklasse gibt es auf „Coast To Coast“ von Westlife zu hören. Sehr anbiedernde Pop Musik, die allerdings eingängig klingt. Die Texte sind mal wieder schlimm, aber das spielt jetzt auch schon fast keine Rolle mehr. Für Menschen, die ansonsten allerdings Rock Musik mögen absolut ungeeignet. Null Punkte.

Anspieltipps: Keine



Dienstag, 30. Januar 2018

Ronan Keating – Ronan




Ronan Keating – Ronan


Besetzung:

Ronan Keating – vocals


Gastmusiker:

Rusty Anderson – guitar
Jason Bailey – vocals (background)
Mats Berntoft – guitar
Mike Brignardello – guitar (bass)
Danielle Brisebois – vocals (Background)
Alex Brown – vocals (background)
Sue Ann Carwell – vocals (background)
Donna De Lory – vocals (Background)
Andy Duncan – drums, percussion, programming
Paul Gendler – guitar
Nick Ingman – string arrangements
Priscilla Jones – vocals (background)
Charles Judge – keyboards, piano, synthesizer
Fridrik "Frizzy" Karlsson – guitar
Brian Kennedy – vocals (background)
Michael Landau – guitar
Paul Leim – drums, percussion
Patrick Leonard – keyboards, piano, programming, synthesizer
Stephen Lipson – guitar, guitar (bass), mandolin, programming
Brian Macleod – drums, percussion
James McNally – accordion, whistle
Dominic Miller – guitar
David Munday – flute, guitar
Pete Murray – keyboards, piano, synthesizer
Tessa Niles – vocals (background)
Rick Nowels – keyboards, piano, synthesizer, vocals (background)
Meavh O’Hare – fiddle
Steve Pearce – guitar (bass)
John Pierce – guitar (bass)
Tim Pierce – guitar
Guy Pratt – guitar (bass)
Andy Richards – keyboards, piano, programming, synthesizer
Eric Rigler – uillean pipes
Carol Riley – vocals (background)
Wayne Rodriguez – programming
Matt Rollings – keyboards, piano, synthesizer
Chuck Sabo – drums, percussion
Alfie Silas – vocals (background)
Jackie Smiley – vocals (background)
Miriam Stockley – vocals (background)
Robin Thicke – vocals (background)
Phil Thornalley – guitar, guitar (bass), keyboards, piano, synthesizer, vocals (background)
Patrick Tucker – guitar, guitar (bass)
Yvonne Williams – vocals (background)
John D. Willis – guitar
Gavyn Wright – string conductor


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop


Trackliste:

1. Life Is A Rollercoaster (3:56)
2. The Way You Make Me Feel (3:53)
3. In This Life (3:11)
4. Heal Me (4:05)
5. Keep On Walking (3:57)
6. When You Say Nothing At All (4:18)
7. Brighter Days (4:55)
8. If You Love Me (3:27)
9. If I Don't Tell You Now (3:20)
10. Only For You (4:29)
11. Addicted (5:25)
12. When The World Was Mine (5:18)
13. Believe (5:06)
14. Lovin' Each Day (3:34)
15. Once Upon A Lifetime (4:23)

Gesamtspieldauer: 1:03:25




Ronan Patrick John Keating ist ein irischer Sänger, der zunächst 1994 durch seine Beteiligung an der Boygroup Boyzone eine große Bekanntheit erlangte. Ab dem neuen Jahrtausend, nach dem Auseinanderbrechen von Boyzone, veröffentlichte Ronan Keating auch Solo-Alben. Das erste dieser Alben wurde schlicht mit seinem Vornamen „Ronan“ betitelt, erschien am 31. Juli des Jahres 2000 auf dem Plattenlabel Polydor. Es enthält oberflächlichen Pop und die Cover-Version des Liedes „When You Say Nothing At All“, welche durch den Film „Notting Hill“ zum Hit wurde.

Es gibt durchaus den Fall, dass man Musik auflegt und nach den ersten drei Takten weiß, dass man gerade wieder einmal dabei ist, erneut sinnlos eine Stunde seines Lebens zu verschwenden – zumindest dann, wenn man sich auf die Musik konzentrieren möchte. So erging es mir nach den ersten paar Sekunden mit „Ronan“ und mit jeder weiteren Sekunde wurde ich in meinem Gefühl bestärkt. Auf dem Album hört man das zuckersüße bis schleimige Gesäusel des Iren Ronan Keating, was die jungen Mädchen damals in die Raserei trieb, so lieb und süß sendete er seine Liebesschwüre über das Mikrophon in die ganze weite Welt hinaus. Auf „Ronan“ hört man grauenvolle und anbiedernde Musik, die weder musikalisch und schon gar nicht textlich überzeugt. Oder ist das umgekehrt?

Der einzige Höhepunkt der Platte ist wirklich jenes „When You Say Nothing At All“. Ein schönes und eingängiges Liebeslied, geschrieben von Paul Overstreet und Don Schlitz. Drei Musikerinnen beziehungsweise Musiker konnten mit dem Titel punkten. Keith Whitley erreichte mit dem Lied im Jahr 1988 den ersten Platz der Billboard Hot Country Singles Charts. Für Alison Krauss war es im Jahr 1995 ihre erste Top Ten Platzierung und schließlich Ronan Keating, der mit der Nummer im Jahr 1999 den ersten Platz der Hitparaden in Irland und dem Vereinigten Königreich belegte. Das Lied ist ebenfalls ein überzuckertes Gesäusel, wie alle anderen Lieder der Platte „Ronan“ auch. Aber immerhin verfügt es über eine Melodie, die eingängig hängenbleibt. Das kann man vom ganzen Rest der Scheibe keineswegs behaupten. Massenkompatibler und oberflächlicher Pop, zugeschnitten auf das ganz junge, weibliche Publikum.

Fazit: „Ronan“ von Ronan Keating steht für Belanglosigkeit in allen seinen Auswüchsen. Unfassbar schleimige Texte, oberflächliche Musik, die auf schnelle Eingängigkeit getrimmt wurde, ohne jeden Nachhaltigkeitsfaktor. Einzig die Cover-Version von „When You Say Nothing At All“ klingt. Das war es allerdings schon. Man kann seine Zeit wahrlich auch mit Musik vergeuden. Das Album ist inzwischen für deutlich unter vier Euro zu haben. Mag das echt niemand mehr hören? Ein Punkt.

Anspieltipps: When You Say Nothing At All