Dienstag, 29. Juni 2021

Modest Mouse – The Golden Casket

 



Modest Mouse – The Golden Casket


Besetzung:

Isaac Brock
Russell Higbee
Jeremiah Green
Lisa Molinaro
Ben Massarella
Tom Peloso
Jim Fairchild
D. Sardy
Kacknife Lee
Jordan Katz
Enrique Ugalde




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Fuck Your Acid Trip (3:11)
2. We Are Between (3:52)
3. We're Lucky (2:44)
4. Walking And Running (3:01)
5. Wooden Soldiers (5:55)
6. Transmitting Receiving (5:40)
7. The Sun Hasn't Left (4:23)
8. Lace Your Shoes (5:25)
9. Never Fuck A Spider On The Fly (4:56)
10. Leave A Light On (4:18)
11. Japanese Trees (3:05)
12. Back To The Middle (3:52)

Gesamtspieldauer: 50:29



Zumindest kann man sicherlich nicht behaupten, dass die US-amerikanische Band Modest Mouse ihre Alben allzu überstürzt veröffentlichen würde. Vergingen zwischen dem Erscheinen von „We Were Dead Before the Ship Even Sank“ und „Strangers To Ourselves“ noch acht Jahre, so dauerte es nun immerhin „nur“ noch sechs Jahre, bis das siebte offizielle Album der Band mit dem Titel „The Golden Casket“ auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht wurde.

Kaum zu glauben, doch im nächsten Jahr feiern Modest Mouse bereits ihren 30. Band-Geburtstag. Mit dem eher rauen Independent Rock ihres Debuts „This Is A Long Drive For Someone With Nothing To Think About“ aus dem Jahr 1996 hat die Musik von Modest Mouse inzwischen kaum mehr etwas gemein. Sehr viel eher hört man auf „The Golden Casket“ Parallelen zu jener Musik, die auf den Alben „Good News For People Who Love Bad News“ aus dem Jahr 2004 und dem bereits erwähnten „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ aus dem Jahr 2007 zu hören war.

Es sind einmal mehr diese eingängigen Melodien in Verbindung zu dem unverwechselbaren und leicht schrägen Gesang des Isaac Brock, die die Musik von Modest Mouse bestimmen und dominieren und dadurch eben auch insgesamt unverwechselbar werden lassen. Das Zuhören macht Spaß, die Melodien gehen zum Teil bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr, mit jedem weiteren Durchlauf klingen sie noch intensiver und gelungener. Die Grundstimmung auf „The Golden Casket“ ist eine positive, optimistische. Zwar macht sich Isaac Brock mit seinen Texten immer noch viele Gedanken über diese Welt, er singt über Drogen und über seine Sorge bezüglich des rasanten technologischen Fortschritts in unserer Welt. Gleichzeitig freut er sich jedoch auch auf die Zukunft und die gemeinsame Zeit mit seinen inzwischen geborenen Kindern. So dringt das Zaudernde, das Ängstliche lediglich in die Texte auf „The Golden Casket“ ein, die Musik selbst scheint davon weniger beeinflusst zu sein, denn diese klingt deutlich optimistischer als manch dazugehörender Text.

Und was befindet sich nun als Höhepunkt in diesem goldenen Sarg, was „The Golden Casket“ auf Deutsch bedeutet? Nun, da haben es mir vor allen Dingen die beiden Titel „Wooden Soldiers“ und „Transmitting Receiving“ angetan. Reine Geschmackssache, sicherlich, doch bei diesen beiden Liedern kommen für mich die Zutaten der Musik von Modest Mouse so wunderbar zutage. Musik die anders klingt, leicht verschroben und irgendwie besonders.

Fazit: Mit „The Golden Casket“ ist Modest Mouse einmal mehr ein überzeugendes Album gelungen. Dieses wächst mit jedem weiteren Anhören und enthält, die für diese Band so typischen Zutaten. Leicht schräger Gesang und in Verbindung zu eingängigen und trotzdem zum Teil skurrilen Melodien einen unverwechselbaren Klang. Modest Mouse Fans dürfte das Gehörte gefallen und all denjenigen, die auch mal abseits der Radiodauerschleifen Musik hören ebenso. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Wooden Soldiers, Transmitting Receiving



Sonntag, 27. Juni 2021

A.R. & Machines – The Cologne Concert

 



A.R. & Machines – The Cologne Concert


Besetzung:

Achim Reichel – echo guitar


Gastmusiker:

Peter Franken – drums
Olaf Casalich – percussion
Jochen Petersen – soprano saxophone and flute




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Churchbells On Acid / Domglocken Auf Acid (36:52)
2. Gentile Prayers / Heidnische Gebete (41:34)

Gesamtspieldauer: 1:18:26



Am 25. April 1973 gab Achim Reichel zusammen mit seinen bereits bewährten Live-Musikern unter dem Bandnamen A.R. & Machines ein Konzert im Rahmen der Reihe „Nachtmusik im WDR“. Da das Honorar nicht besonders hoch ausfiel, wie Achim Reichel erzählt, einigte man sich darauf, dass Achim Reichel im Anschluss an ihren Auftritt einen Stereomitschnitt des Konzertes zur freien Verfügung erhalten sollte.

Gut, dass sich der Musiker darauf einließ, denn dieses Köln Konzert ist eine meditativ-hypnotische Reise, die – falls laut oder auf Kopfhörern gehört – einen wahrlich in andere Sphären katapultiert. Es passiert nicht viel während der beiden Lieder. Ein Thema wird immer weiter variiert, die Echo-Gitarre sorgt für die Fülle, Saxophon oder Flöte für abwechslungsreiche Einsprengsel.

Die beiden Lieder sind Atmosphäre pur, die allerdings nicht einfach so dahinwabert, sondern durchaus mit einer gehörigen Portion an Rhythmus versehen ist. Man muss sich darauf einlassen können, die Augen schließen und ab geht die Reise – für viele Hörerinnen und Hörer könnte sich das Ganze allerdings auch enervierend oder langweilig anhören. Hört man diese Musik, wird man eine Meinung dazu haben, so viel ist sicher.

Fazit: Meditativ hypnotische Musik gab es damals im Jahr 1973 im Rahmen der WDR-Reihe „Nachtmusik im WDR“ von A.R. & Machines zu hören. Für mich klingt das begeisternd, ich kann allerdings auch nachvollziehen, wenn jemand sagen würde: „Da passiert irgendwie nichts“. Recht hat er. Aber genau das ist das Geheimnis dieser Musik. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Beide Titel



Freitag, 25. Juni 2021

Devin Townsend – Devolution Series #2 - Galactic Quarantine

 



Devin Townsend – Devolution Series #2 - Galactic Quarantine


Besetzung:

Devin Townsend – vocals, guitars, keyboards
Wes Hauch – guitars
Liam Wilson – bass
Samus Paulicelli – drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Metal


Trackliste:

1. Velvet Kevorkian (2:25)
2. All Hail The New Flesh (5:31)
3. By Your Command (8:19)
4. Almost Again (3:42)
5. Juular (3:49)
6. March Of The Poozers (5:25)
7. Supercrush! (5:14)
8. Hyperdrive (3:41)
9. Stormbending (5:20)
10. Deadhead (7:54)
11. Aftermath (6:50)
12. Love? (5:20)
13. Spirits Will Collide (4:34)
14. Kingdom (5:05)
15. Detox (6:19)

Gesamtspieldauer: 1:19:38



Nach „Devolution Series #1 - Acoustically Inclined, Live in Leeds“ vom 19. März dieses Jahres, folgt nun am 25. Juni mit „Devolution Series #2 - Galactic Quarantine“ der zweite Teil einer Serie, mit der der Kanadier Devin Townsend eine Reihe von Alben während der Pandemie veröffentlicht, um die Zeit bis zum nächsten offiziellen neuen Album zu überbrücken. Bei „Devolution Series #2 - Galactic Quarantine“ handelt es sich dabei um Aufnahmen, die virtuell live an verschiedenen Orten der Welt (Devin Townsend in Vancouver, Wes Hauch in Atlanta, Liam Wilson in Philadelphia und Samus Paulicelli in Winnipeg), als Ersatz für die ausgefallene „Empath Vol 2 European Tour“ und die abgesagten Sommerfestivals eingespielt und am 5. September 2020 als Video online gestellt wurden.

Nachdem der erste Teil der Serie, wie der Name bereits andeutete, eher sanft klang und von der akustischen Gitarre dominiert wurde, bricht musikalisch gesehen mit „Devolution Series #2 - Galactic Quarantine“ ein Gewitter über die Hörerin beziehungsweise den Hörer herein. Eine kurze Einleitung gibt Devin Townsend noch, stellt die beteiligten Musiker und ihren derzeitigen Standort vor und dann bahnt sich der musikalische Sturm seinen Weg.

Stakkatoartig gespielte Riffs, ein zu explodieren scheinender Samus Paulicelli am Schlagzeug, Hochgeschwindigkeitsbassläufe sowie eine Devin Townsend, mal in Musical-Stimmlage, sich sehr viel öfters jedoch die Seele aus dem Leib schreiend, das sind die Zutaten dieses zweiten Albums der Devolution Serie. Dieser Ansatz wird über die fünfzehn Titel ziemlich kompromisslos verfolgt, sodass man kaum zum Luftholen kommt. Das Album brettert fast achtzig Minuten durch. Die etwas ruhigeren Momente auf dieser Veröffentlichung sind wahrlich rar gesät und „ruhig“ ist in diesem Fall auch eher relativ gemeint. Steht man auf diesen konsequenten Metal, findet man auf diesem Album natürlich sehr viel Erfüllung. Ein paar Auflockerungen hätten dem Album trotzdem gut getan. Achtzig Minuten Headbanging ist sowieso gefährlich, möchte man nicht in der Notaufnahme landen.

Fazit: Metal und Devin Townsend Fans wird dieses Album ganz bestimmt gefallen. Fans dürfte es aber wie gesagt gefallen. Ziemlich kompromisslosen Metal bekommt man auf „Devolution Series #2 - Galactic Quarantine“ geboten. Das Album punktet mit Schnelligkeit und Härte. Ein paar sanftere Momente wären trotzdem nicht schlecht gewesen. Neun Punkte.

Anspieltipps: March Of The Poozers, Aftermath



Donnerstag, 24. Juni 2021

Jordsjø – Pastoralia

 



Jordsjø – Pastoralia


Besetzung:

Kristian Frøland – drums, percussion
Håkon Oftung – vocals, guitars, bass, flute, organ, mellotron, clavinet, e-piano, piano


Gastmusiker:

Håkon Knudsen – guitar
Ola Mile Bruland – voice
Vilde Mortensen Storesund – voice
Mats Lemian – bass clarinet
Christian Meaas Svendsen – double bass
Asa Ree – violin




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Prolog (2:17)
2. Skumring i Karesuando (7:37)
3. Mellom Mjødurt, Marisko og Søstermarihånd (6:30)
4. Pastoralia (6:05)
5. Fuglehviskeren (2:32)
6. Beitemark (6:01)
7. Vettedans (2:02)
8. Jord III (10:35)

Gesamtspieldauer: 43:42



Jordsjø entwickeln sich immer mehr zu einer ganz besonderen Band. Seit 2017 sind nun insgesamt vier Studioalben des norwegischen Duos erscheinen und nach dem wahrlich überzeugenden Album „Nattfiolen“ aus dem Jahr 2019 legen die beiden Musiker nun mit „Pastoralia“ nochmals ein überaus gelungenes Album nach.

„Pastoralia“ erschien im Mai 2021 auf dem norwegischen Plattenlabel Karisma Records und weiß einmal mehr mit wunderschönen Retro-Prog-Klängen zu überzeugen. Progressive Rock des 21. Jahrhunderts hört man auf dem Album, angelehnt an jene Musik der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, ohne diese zu kopieren. Wunderschöne Melodien entfalten sich dabei vor dem Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Eingängig, zum Teil verschachtelt und immer wieder neue Wendungen einschlagend und dabei nur noch mehr an Spannung und Abwechslung gewinnend.

Die mit Flöten, Klarinetten, Violinen und Mellotron angereicherte Musik überzeugt von den ersten Akkorden bis zum Ausklingen des Albums. Dabei reicht die musikalische Spannweite von leichten jazzigen Einflüssen bis hin zu Kammerrock-Anleihen. Über all dem steht jederzeit die eingängige Melodie, die durchgängig im Mittelpunkt des Schaffens von Jordsjø zu stehen scheint. Gesungen wird auch auf dem Album und zwar auf Norwegisch, doch der Gesang hält sich insgesamt etwas zurück, dient eher als Untermalung, denn als zentrales Momentum in der Musik der Band. Auch Rhythmus und Tempo changieren zwischen sanft und getragen bis hin zu Passagen, in denen die E-Gitarre sogar mal rockt – jedoch nur kurzzeitig.

Die Grundstimmung des Albums ist eher eine sanfte und zurückhaltende. Oftmals klingt das alles sehr verträumt und wächst dann doch wieder sehr stimmungsvoll an. Alles auf „Pastoralia“ klingt hörenswert. Die Höhepunkte sind reich gesät. „Skumring i Karesuando“, „Fuglehviskeren“ sowie „Jord III“ lohnen sehr, um sich einen Überblick über die Musik auf diesem Album machen zu können. Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks werden es lieben.

Fazit: Skandinavischer Retro-Progressive Rock im Sinne der ersten Bands aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, das bekommt man auf „Pastoralia“ zu hören. Musik, abwechslungsreich und spannend. Musik, die ins Ohr geht und darin länger verweilt. Für alle, die gern weitab vom Mainstream der Radiostationen Musik hören ist diese Platte sehr zu empfehlen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Skumring i Karesuando, Fuglehviskeren, Jord III



Mittwoch, 23. Juni 2021

Little Feat – Dixie Chicken

 



Little Feat – Dixie Chicken


Besetzung:

Paul Barrere – guitar, vocals
Sam Clayton – congas
Lowell George – vocals, guitar, cowbell, flute
Kenny Gradney – bass
Richie Hayward – drums, vocals
Bill Payne – keyboards, synthesizer, vocals


Gastmusiker:

Bonnie Bramlett – backing vocals
Malcolm Cecil – synthesizer
Tret Fure – backing vocals
Danny Hutton – backing vocals
Milt Holland – tabla
Gloria Jones – backing vocals
Debbie Lindsey – backing vocals
Bonnie Raitt – backing vocals
Stephanie Spruill – backing vocals
Fred Tackett – guitar




Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Dixie Chicken (3:56)
2. Two Trains (3:07)
3. Roll Um Easy (2:34)
4. On Your Way Down (5:34)
5. Kiss It Off (2:58)
6. Fool Yourself (3:18)
7. Walkin‘ All Night (3:36)
8. Fat Man In The Bathtub (4:33)
9. Juliette (3:30)
10. Lafayette Railroad (3:36)

Gesamtspieldauer: 36:46



„Dixie Chicken“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Little Feat. Das Album erschien ursprünglich als Schallplatte am 25. Januar 1973 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Music. Das Cover der Platte stammt von dem Illustrator Neon Park und ist wohl eine Anspielung auf eine Zeile aus dem dritten Track des Albums „Roll Um Easy“. Paul Barrere an der Gitarre und mit Gesangseinlagen, Congas-Spieler Sam Clayton und Bassist Kenny Gradney waren neu zur Band gestoßen und blieben Teil von Little Feat bis zur Auflösung der Band im Jahr 1979.

Die Umbesetzung hatte Spuren hinterlassen. Auf „Dixie Chicken“ hört man neben sehr viel Blues Rock auch etwas R&B sowie sogar funkige Einflüsse. Für Blues-Freundinnen und Freunde der damaligen Zeit mag das vielleicht interessant geklungen haben. Im Jahr 2021 allerdings, vor allen Dingen wenn man diese Musik zum ersten Mal hört, ist jeder vielleicht mal vorhandene Zauber jedoch leider verflogen. Wenn man sich überlegt, welche Alben im Jahr 1973 alles veröffentlicht wurden – auch von Blues-Bands – dann wird es schwierig beim Hören von „Dixie Chicken“ nicht schnell wieder die „Off-Taste“ zu drücken. Allzu belanglos klingt die Musik inzwischen. Keine Höhepunkte, wenig Gefühl. Nichts, was irgendwie hängenbleiben würde.

Die Titel „On Your Way Down“ und „Kiss It Off“ klingen zumindest noch einigermaßen hörenswert. Bei „Juliette“ kann ich aufgrund des Einsatzes einer Querflöte auch noch etwas Interessantes und Spannendes erkennen und heraushören. Der ganze Rest der Platte zieht jedoch nur noch schneller am Ohr vorbei – ohne auch nur den Hauch einer Spur zu hinterlassen. Heutzutage klingt das leider langweilig.

Fazit: Manchmal scheint Musik nicht mehr in die Zeit zu passen. Andere Bands „überleben“ dagegen Jahrzehnte und bleiben immer hörenswert und vor allen Dingen, sie lassen sich auch noch Jahrzehnte später entdecken. Auf Little Feat trifft das leider nicht zu. Die Musik der Band klingt heute auch auf „Dixie Chicken“ größtenteils nur noch langweilig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: On Your Way Down, Kiss It Off, Juliette



Montag, 21. Juni 2021

Asia – Phoenix

 



Asia – Phoenix


Besetzung:

John Wetton – lead vocal, bass guitar
Steve Howe – electric, acoustic and steel guitars, backing vocals
Geoff Downes – keyboards, backing vocals
Carl Palmer – drums, percussion


Gastmusiker:

Hugh McDowell – cello (on "I Will Remember You" and "An Extraordinary Life")




Erscheinungsjahr: 2008


Stil: Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Never Again (4:55)
2. Nothing‘s Forever (5:46)
3. Heroine (4:54)
4. Sleeping Giant / No Way Back/Reprise (8:10)
5. Alibis (5:40)
6. I Will Remember You (5:12)
7. Shadow Of A Doubt (4:18)
8. Parallel Worlds / Vortex / Déyà (8:12)
9. Wish I‘d Known All Along (4:06)
10. Orchard Of Mines (5:12)
11. Over And Over (3:33)
12. An Extraordinary Life (5:00)

Gesamtspieldauer: 1:05:03



„Phoenix“ heißt das bereits zehnte Studioalbum der britischen Rockband Asia, das am 11. April 2008 ursprünglich auf dem Plattenlabel Frontiers Records erschien. Es war das erste Studioalbum in der Originalbesetzung der Band nach dem zweiten Album „Alpha“ aus dem Jahr 1983 und das erste seit der Wiedervereinigung im Jahr 2006. Auf „Phoenix“ hört man Mainstream Rock oder auch AOR, jedoch keinesfalls Progressive Rock, wie man auf manchen Beschreibungen oder in Wikipedia auch zu diesem Album nachlesen kann.

Zwar enthält das Album mit den Liedern „Sleeping Giant / No Way Back/Reprise“ sowie „Parrallel Worlds / Vortex/Déyà“ die längsten Stücke, die je von Asia aufgenommen wurden, doch bleiben auch diese Nummern zumeist einfach nur Mainstream Rock. Die Länge eines Titels hat noch nie etwas über das Genre ausgesagt, auch wenn es manchmal ein Fingerzeig sein kann. Bei diesen Stückern gibt es sogar progressive Einsprengsel zu hören, doch es bleiben lediglich kurze Episoden.

Die Musik, die man auf „Phoenix“ hört hat also weder was mit Yes noch mit King Crimson und auch nichts mit Emerson, Lake & Palmer zu tun. Das bedeutet wiederum nicht, dass „Phoenix“ ein schlechtes oder völlig missratenes Album geworden wäre. Viele der Titel klingen und gehen ins Ohr. Die meisten der Stücke sind überaus radiotauglich und kurze Passagen der beiden genannten längeren Lieder könnten sogar Teil eines Progressive Rock Albums sein, doch es sind wirklich nur kurze Passagen, die hier aus dem Mainstream Rock hervorragen, um dann ganz schnell wieder in massentauglichere Musik eingebettet zu werden.

Fazit: Die Reunion von Asia, sogar in der Originalbesetzung, produziert hauptsächlich Mainstream Rock. Das ist nicht weiter schlimm, denn es war schon immer so bei Asia. Die Musiker, ansonsten bei Progressive Rock Bands unterwegs, toben sich einmal mehr unter der Überschrift „Asia“ auch auf „Phoenix“ in deutlich massentauglicherer Musik aus. Eingängig ist diese Musik auf jeden Fall. Vielleicht nicht besonders spannend, doch es klingt zumindest gut. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Parallel Worlds / Vortex / Déyà



Samstag, 19. Juni 2021

Styx – Crash Of The Crown

 



Styx – Crash Of The Crown


Besetzung:

Tommy Shaw – acoustic and electric guitars, mandolin, banjo, and vocals
James Young – electric guitar, vocals
Chuck Panozzo – bass guitar
Todd Sucherman – drums and percussion
Lawrence Gowan – piano, b3 organ, synthesizers, mellotron, and vocals
Ricky Phillips – bass guitar
Will Evankovich – acoustic and electric guitars, mandolin, synthesizers, soundscapes, percussion, and vocals


Gastmusiker:

Michael Bahan – tablas on “Coming Out The Other Side”
Steve Patrick – piccolo trumpet on “Our Wonderful Lives”




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Fight Of Our Lives (1:54)
2. A Monster (3:27)
3. Reveries (3:03)
4. Hold Back The Darkness (3:58)
5. Save Us From Ourselves (3:02)
6. Crash Of The Crown (3:46)
7. Our Wonderful Lives (3:06) 
8. Common Ground (4:00)
9. Sound The Alarm (3:25)
10. Long Live The King (2:33)
11. Lost At Sea (0:38)
12. Coming Out The Other Side (3:48)
13. To Those (3:01)
14. Another Farewell (0:26)
15. Stream (2:56)

Gesamtspieldauer: 43:10



Im Jahr 2017 erschien mit „The Mission“ das erste neue Studioalbum der US-amerikanischen Rock Band Styx seit vierzehn Jahren. Es war als Konzeptalbum angelegt und erzählt die Geschichte einer Marsexpedition im Jahr 2033. Ganz so lange wollten die Musiker ihre Fans nun nicht mehr warten lassen und so erscheint nun am 18. Juni 2021 das bereits siebzehnte Studioalbum der Band mit dem Titel „Crash Of The Crown“.

Auch bei ihrem neuesten Werk handelt es sich um ein Konzeptalbum. Dieses Mal befassen sich die Texte mit der Geschichte der Menschheit über viele Jahrhunderte hinweg. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit werden Ereignisse aufgegriffen, Untergänge und das Wiederauferstehen werden besungen und musikalisch umgesetzt. Da lohnt auch ein genauerer Blick auf die Texte. Doch noch interessanter dürfte dabei natürlich für Viele sein, ob man „Crash Of The Crown“ beim Hören auch als das erkennt, was es ist, nämlich ein Styx-Album.

Man erkennt es! Eingängige, rockige Melodiebögen, wie man sie von Styx kennt und das Markenzeichen der Band, dieser mehrstimmige Gesang, all das gibt es auch auf „Crash Of The Crown“ wieder zu hören. Der mehrstimmige und fein abgestimmte Gesang ist allgegenwärtig auf diesem Album. Schön, denn man fühlt sich an längst vergangene Tage und frühere Alben erinnert. Doch Styx halten mit dem Titeltrack noch etwas ganz Besonderes für die Hörerinnen und Hörer parat. Es ist das erste Lied der Band, bei dem drei Sänger in abwechselnder Reihenfolge zu hören sind. James Young, Tommy Shaw und Lawrence Gowan übergeben sich hier quasi das Mikrophon und am Ende hat man ein Lied gehört, welches mich phasenweise sogar etwas an Queen erinnert.

Musikalisch ist „Crash Of The Crown“ ein Rockalbum geworden. Zwar kann man bei den flirrenden ersten Takten des Albums zunächst auf die Idee kommen, dass sich Styx ihrer Wurzeln im Progressive Rock besinnen würden, doch dem ist nicht so. Die Musik auf „Crash Of The Crown“ klingt meist geradlinig rockig und bewegt sich dabei durchaus auch mal im Mainstream dieses Genres. Doch die Melodien überzeugen und mit jedem weiteren Durchlauf wachsen sie noch. Da macht das Zuhören Spaß, wenn Styx mit diesem Album auch nicht die Musik neu erfinden, so fügen sie dennoch eine weitere gute Scheibe ihrem Plattenkatalog hinzu. Und wenn ich dann solch ein Lied wie „Hold Back The Darkness“ höre, dann fühle ich mich erst recht wieder an längst vergangene Styx-Alben und Tage erinnert.

Fazit: „Crash Of The Crown“ ist ein gutes Album geworden. Man hört sofort, dass es sich bei der Musik um Styx handelt. Die Lieder sind eingängig und wachsen mit jedem weiteren Durchlauf nochmals. Zwar kein Progressive Rock mehr wie zu Beginn ihrer Karriere, doch gut gemachter Rock, der zum Mitwippen einlädt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hold Back The Darkness, Save Us From Ourselves, Crash Of The Crown



Freitag, 18. Juni 2021

Evolfo – Site Out Of Mind

 



Evolfo – Site Out Of Mind


Besetzung:

Matthew Gibbs – guitar, vocals
Rafferty Swink – keyboards, guitar, lap steel, vocals
Ben Adams – guitar, trombone, vocals
Ronnie Lanzilotta – bass
Dave Palazola – drums
Jared Yee – saxophone, sound manipulation
Kai Sorensen – trumpet, vocals


Gastmusiker:

Caren Quast – visual guidance
Aaron Olsen – mandolin on “Give Me Time”
Alex Weill – violin 1
Christiana Liberis – violin 2
Paul Blackwell – microphone wizardry




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Give Me Time (4:48)
2. Strange Lights (3:31)
3. Zuma Loop (3:24)
4. Blossom In Void (3:34)
5. Drying Out Your Eyes (3:51)
6. In Time Pt. 1 (3:27)
7. In Time Pt. 2 & Pt. 3 (4:26)
8. Let Go (4:21)
9. Broken Hills (2:46)
10. Orion’s Belt (2:05)
11. White Foam (2:34)

Gesamtspieldauer: 38:52



Evolfo, das ist eine siebenköpfige US-amerikanische Band aus Brooklyn, New York, deren zweites Studioalbum mit dem Titel „Site Out Of Mind“ am 18. Juni auf dem Plattenlabel Royal Potato Family erscheint. Darauf zu hören ist Psychedelic Rock angelehnt an die Musik desselben Genres aus den 60er und 70er Jahren. Ohne dabei altbacken oder überholt zu klingen, transportieren die Musiker die Atmosphäre jener Zeit in die Zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts. Die Lieder entwickeln die Musiker gemeinsam ohne, dass es bei Evolfo einen „Hauptsongschreiber“ geben würde.

Die einzelnen Stücke auf „Site Out Of Mind“ erinnern mal an Space Rock erinnern, dann wieder scheint ein Titel von einem psychedelischen Drogentrip inspiriert zu sein und schließlich glaubt man einem experimentellen Jam zu lauschen. Das klingt jederzeit spannend, denn immer wieder testen Evolfo Grenzen aus, tauchen dabei nicht nur musikalisch in die Welt des Psychedelic Rocks ein, sondern drehen auch textlich dieses Rad. Evolfo entwickeln durch den verfremdeten Einsatz von Blasinstrumenten und Streichern den Sound der damaligen Zeit immer weiter, bis dieser modern und aktuell klingend aus den Boxen zu strömen scheint.

An unterschiedlichen Stellen auf dem Album fühle ich mich an unterschiedliche Bands erinnert, ohne dabei das Gefühl zu haben, hier einer Kopie zu lauschen. Da erklingen mal Hawkwind, die frühen Pink Floyd, David Bowie, Jefferson Airplane und selbst King Crimson scheinen sich bei „Blossom In Void“ die Ehre zu geben. Somit erfinden Evolfo die Musik nicht neu, doch alles wird in ein neues Gewand gekleidet und klingt danach sehr wohl eigenständig.

Möchte man der Band doch etwas vorwerfen dann höchstens, dass „Site Out Of Mind“ für heutige Verhältnisse mit einer Spieldauer von nicht einmal vierzig Minuten recht kurz ausgefallen ist. Doch diese Zeit hat es in sich und lohnt sich, da jeder der elf Titel auf seine Weise überzeugt und zu einem letztendlich wahrlich überzeugenden Hörerlebnis beiträgt.

Fazit: Auf dem Album „Site Out Of Mind“ der US-amerikanischen Band Evolfo hört man Psychedelic Rock, der seine Wurzeln in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hat, jedoch hochaktuell klingt. Ein überraschendes Album ohne Ausfälle, spannend und abwechslungsreich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Zuma Loop, Blossom In Void



Donnerstag, 17. Juni 2021

A-ha – Stay On These Roads

 



A-ha – Stay On These Roads


Besetzung:

Morten Harket – lead and backing vocals
Magne Furuholmen – keyboards, bass and drum programming, backing vocals
Pål Waaktaar – guitars, strings, backing vocals




Erscheinungsjahr: 1988


Stil: Pop


Trackliste:

1. Stay On These Roads (4:45)
2. The Blood That Moves The Body (4:06)
3. Touchy! (4:33)
4. This Alone Is Love (5:15)
5. Hurry Home (4:37)
6. The Living Daylights (4:47)
7. There‘s Never A Forever Thing (2:51)
8. Out Of Blue Comes Green (6:42)
9. You Are The One (3:51)
10. You‘ll End Up Crying (2:07)

Gesamtspieldauer: 43:40



„Stay On These Roads“ nannte die norwegische Band A-ha ihr drittes Studioalbum. Es wurde am 3. Mai 1988 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Mit den Liedern „The Living Daylights“, „Stay On These Roads“, „The Blood That Moves The Body“, „Touchy!“, „You Are The One“ und schließlich There‘s Never A Forever Thing“ wurden sage und schreibe sechs Singles aus dem Album ausgekoppelt, auch wenn letztgenanntes Lied auf diese Weise lediglich in Brasilien erschien. Nicht nur dadurch wird der kommerzielle Ansatz dieses Albums offensichtlich und sogar überdeutlich.

Doch Paul Waaktaar-Savoy, Hauptsongschreiber und Texter der Band schienen die Ideen nun langsam auszugehen. Innovativ oder besonders eingängig klingt hier nämlich nichts mehr. Zwar verkaufte sich das Album wohl aufgrund des Aussehens der Musiker bei der jungen weiblichen Fangemeinde noch ganz gut, doch bei den Musikkritikern konnte es gar nicht punkten. Leider zu Recht, denn auf „Stay On These Roads“ hört man nichts Interessantes mehr, nur noch poppigen Mainstream, der musikalisch absolut nichts mehr zu bieten hat. Hielt das Debutalbum zumindest noch ein paar Ohrwürmer für die Hörerinnen und Hörer parat und klang irgendwie frisch, so sucht man diese auf diesem Album vergebens.

Auch wenn man auf der Suche nach dem musikalischem Anspruch ist, so ist das dementsprechend ebenfalls schwierig, diesen auf „Stay On These Roads“ zu entdecken – genau wie besondere Höhepunkte. Die Lieder rauschen vorbei, ohne auch nur ein paar Spuren zu hinterlassen. Belanglos und langweilig. Um an dieser Stelle doch noch ein Lied zu erwähnen sei hier die letzte Nummer des Albums „You‘ll End Up Crying“ erwähnt. Weil sie so kurz ist? Weil danach endlich Schluss ist? Nein, weil sie sich auch von der Instrumentierung her positiv vom Rest der Lieder abhebt – auch wenn die Instrumente dem Synthesizer entspringen.

Fazit: Wer auf Mainstream-Pop steht, die oder der wird auf diesem Album ganz sicherlich fündig. Ansonsten gibt es zu dieser Scheibe nicht viel zu sagen. „Stay On These Roads“ enthält keine musikalischen Höhepunkte, ist für den einfachen und unkomplizierten Musikmarkt und damit die Pop-Hitparaden der damaligen Zeit konzipiert und komponiert worden. Und heute? Heute interessiert es kaum jemanden mehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: You‘ll End Up Crying



Dienstag, 15. Juni 2021

Mark Lanegan – Gargoyle

 



Mark Lanegan – Gargoyle


Besetzung:

Mark Lanegan – vocals


Gastmusiker:

Alain Johannes – verb guitar (1), bass (1,6,9), prophet 5 (1,2,3,5,9), harmonium (2,3), moog (2,3), mellotron (2,3,5,9), b3 (5,6), tremolo guitar (5,9), shaman drum (5), guitar (6), farfisa (6), harpsichord (6), percussion (6), e-bow (9), backing vocal (9), drum programming (9)
Rob Marshall – bass (1,2,4,10), guitar (1,2,4,8,10), synthesizer (1,10), drum programming (1,4,8,10), drum loops (2,8), acoustic guitar (7), electric guitar (7), drums (7), piano (7), horns (10)
Greg Dulli – backing vocals (1), acoustic guitar (4), moog (4)
Duke Garwood – horns (5), guitar (5)
Martyn LeNoble – bass (2,4,7,8), melody bass (2)
Frederic Lyenn Jacques – bass (5)
Jean-Philippe de Gheest – drums (5)
Jack Irons – drums (2,4,6,8)
Aldo Struyf – piano (2,3), arp (2,3,9), percussion (2,3,9)
Shelley Brien – backing vocals (3,5)
Josh Homme – backing vocals (6)




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Death’s Head Tattoo (4:21)
2. Nocturne (4:22)
3. Blue Blue Sea (3:24)
4. Beehive (3:49)
5. Sister (5:03)
6. Emperor (3:36)
7. Goodbye To Beauty (3:15)
8. Drunk On Destruction (3:25)
9. First Day Of Winter (3:27)
10. Old Swan (6:30)

Gesamtspieldauer: 41:16



„Gargoyle“ heißt das zehnte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Mark Lanegan, was in diesem Fall unter dem Namen „Mark Lanegan Band“ veröffentlicht wurde. „Gargoyle“ erschien am 28. April 2017 auf dem Plattenlabel Heavenly Recordings. Fünf der zehn Lieder auf dem Album wurden von dem in Großbritannien lebenden Rob Marshall geschrieben, per E-Mail an Mark Lanegan geschickt, der dann anschließend die Texte dazu schrieb.

Auch „Gargoyle“ ist wieder ein Album geworden, wie man es von Mark Lanegan irgendwie erwartet. Dunkle Atmosphäre, oftmals traurig, zumindest melancholisch klingende Lieder und auch wieder zum Teil undurchdringliche Texte, die zusammen mit seiner unverwechselbaren und intensiven Stimme die Musik des Albums sehr intensiv wirken lassen. Dabei vergisst Mark Lanegan glücklicherweise niemals die Wichtigkeit seiner Melodien, die einen Titel noch interessanter werden lassen. Die Lieder gehen ins Ohr. Von Rhythmus und Tempo her bewegen sich die einzelnen Titel häufig im Mid-Tempo.

Höhepunkte des Albums sind das packende und leicht verwunschen klingende „Sister“. Bei über fünf Minuten Spieldauer schafft es Mark Lanegan wunderbar eine intensive Atmosphäre zu generieren, die sich während des Liedes auch kaum verändert und das tiefe Einsteigen in diese Musik dadurch noch vereinfacht. Ganz anders, nämlich fröhlicher und mit deutlich mehr Groove ausgestattet ist dagegen das folgende Stück „Emperor“. Ein Rhythmus zum Mitwippen und eine eingängige Melodie prägen dieses Lied, welches sich durchaus stimmungsmäßig etwas vom Rest der Lieder des Albums unterscheidet.

Fazit: Mark Lanegan macht Musik, die wirkt und klingt – derart hören sich die Lieder auf „Gargoyle“ an. Die Stimmung der einzelnen Stücke ist erneut nicht allzu „hell“, es überwiegen die nachdenklicheren Töne. Viele der Titel spielen im Mid-Tempo, die Melodien der einzelnen Lieder gehen ins Ohr. Dazu die Stimme des Mark Lanegan und fertig ist ein weiteres überzeugendes Album des US-amerikanischen Musikers. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sister, Emperor



Sonntag, 13. Juni 2021

Alice Cooper – Easy Action

 



Alice Cooper – Easy Action


Besetzung:

Alice Cooper – vocals
Glen Buxton – lead guitar
Michael Bruce – rhythm guitar, piano, backing vocals, lead vocals on "Below Your Means" and "Beautiful Flyaway"
Dennis Dunaway – bass guitar, backing vocals
Neal Smith – drums, backing vocals


Gastmusiker:

David Briggs – piano on "Shoe Salesman"




Erscheinungsjahr: 1970


Stil: Pop, Rock, Psychdelic


Trackliste:

1. Mr. & Misdemeanor (3:10)
2. Shoe Salesman (2:39)
3. Still No Air (2:34)
4. Below Your Means (6:54)
5. Return Of The Spiders (4:32)
6. Laughing At Me (2:16)
7. Refrigerator Heaven (2:01)
8. Beautiful Flyaway (3:01)
9. Lay Down And Die, Goodbye (7:36)

Gesamtspieldauer: 34:48



„Easy Action“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Alice Cooper. Das Album wurde am 27. März 1970 auf dem Plattenlabel Straight Records veröffentlicht. Der Titel des Albums ist dem Film-Musical West Side Story entnommen worden. Die Lieder „Shoe Salesman“ und „Return Of The Spiders“ wurden als Singles ausgekoppelt. Doch wie bereits das ein Jahr zuvor erschiene Debutalbum „Pretties For You“ wurde auch „Easy Action“ nicht zu einem großartigen kommerziellen Erfolg.

Zu hören gibt es auf „Easy Action“ immer noch etwas Pop, etwas mehr Rock und noch ein wenig mehr wird das Album vom Psychedelic Rock – ganz im Stil der damaligen Zeit – beseelt. Und das klingt durchaus interessant, wenn man der Scheibe heute allerdings auch anhört, dass sie nicht aus der heutigen Zeit stammt, jedoch alles anders als altbacken klingt. Die Lieder klingen zum größten Teil sehr eingängig und nur an wenigen Stellen, wenn die Band zu sehr den psychedelischen Charakter ihrer Musik zu unterstreichen versucht, wird es dann auch mal atonal bis experimentell, wie beim letzten Lied „Lay Down And Die, Goodbye“. Insgesamt hört man auf „Easy Action“ jedoch eine gelungene Mischung aus den bereits erwähnten musikalischen Genres, die es auch heute noch lohnt anzuhören.

Höhepunkt auf der Scheibe ist das Lied „Below Your Means“, bei dem Alice Cooper es vortrefflich schaffen einen klasse Melodiebogen mit psychedelischen Aspekten zu verbinden. Und mag man es eingängig und poppiger, so sei an dieser Stelle noch das schöne, pianogetragene Lied „Beautiful Flyaway“ angeführt.

Fazit: Auch wenn „Easy Action“ weder beim Publikum noch bei den Kritikern besonders gut ankam, mir gefällt, was man auf diesem Album zu hören bekommt. Spannender und eingängiger Rock, der auch mal experimenteller klingt. Musik im Stile der beginnenden 70er Jahre gibt es auf „Easy Action“ zu hören. Freilich ohne besonderen Gassenhauer, dafür in seiner Gesamtheit überzeugend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Below Your Means, Beautiful Flyaway



Freitag, 11. Juni 2021

Screaming Trees – Dust

 





Besetzung:

Gary Lee Conner – acoustic guitar, electric guitar, backing vocals, sitar
Van Conner – bass, backing vocals, guitar
Mark Lanegan – lead vocals, guitar
Barrett Martin – percussion, cello, drums, conga, harmonium, tabla, djembe


Gastmusiker:

George Drakoulias – percussion
Chris Goss – backing vocals
Brian Jenkins – backing vocals on "Traveler"
Mike McCready – guitar solo on "Dying Days"
Jeff Nolan – guitar on "Dime Western"
Benmont Tench – organ, electric piano, mellotron, piano
21st Street Singers – backing vocals on "Dying Days"




Erscheinungsjahr: 1996


Stil: Rock


Trackliste:

1. Halo Of Ashes (4:04)
2. All I Know (3:55)
3. Look At You (4:42)
4. Dying Days (4:51)
5. Make My Mind (4:11)
6. Sworn And Broken (3:34)
7. Witness (3:39)
8. Traveler (5:22)
9. Dime Western (3:39)
10. Gospel Plow (6:17)

Gesamtspieldauer: 44:19



„Dust“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Band Screaming Trees und wurde am 25. Juni 1996 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht. Mit dem Album tourten die Screaming Trees zwei Jahre, legten anschließend eine Pause ein und lösten sich schließlich im Jahr 2000 sogar auf.

Auf „Dust“ hört man Rock. Rock, der manchmal durchaus etwas härteren Art ohne, dass das Album eine reine Hard Rock oder gar Metal-Platte geworden wäre. Die Musiker der Screaming Trees schaffen es auf dem Album wunderbar, langsamere Passagen mit rockigeren Abschnitten in einem Lied selbst zu verbinden und ruhigere Lieder neben rockigen Stücken wirken zu lassen. Das klingt jederzeit eingängig und melodiös, obwohl dieser eine, dieser „richtige“ Ohrwurm nicht auf dem Album zu finden ist.

Die einzelnen Lieder besitzen alle Qualität und man hört sich das Album immer wieder gern an und auch in einem Zug durch, denn Ausfälle finden sich auf „Dust“ nicht. Mit jedem weiteren Durchlauf werden die Lieder zudem vertrauter und erklingen nochmals eingängiger. Genauso wenig wie es schlechte Lieder auf „Dust“ gibt, genauso wenig ragen einzelne Titel besonders hervor. Höhepunkt des Albums ist allerdings das Lied „Traveler“, welches leicht schräg klingt und dadurch noch ein wenig interessanter wird. Klasse hier auch der Einsatz des Mellotrons.

Fazit: Eine solide Platte ist „Dust“ geworden, das letzte zur Zeit des Bandbestehens veröffentlichte Album. Auf „Dust“ hört man gut gemachten Rock, der mit dem wiederholten Hören noch interessanter wird. Eine spannende und abwechslungsreiche Platte ohne die ganz großen Höhepunkte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Traveler



Mittwoch, 9. Juni 2021

Blur – 13

 



Blur – 13


Besetzung:

Damon Albarn – vocals, piano, keyboards, synthesizers, acoustic guitar, melodica, backing vocals on "Coffee & TV"
Graham Coxon – lead and rhythm guitars, banjo, saxophone, lead vocals on "Coffee & TV" and co-lead vocals on "Tender", backing vocals
Alex James – bass guitar, backing vocals, double bass on "Tender"
Dave Rowntree – drums, percussion


Gastmusiker:

The London Community Gospel Choir – vocals on "Tender"
Jason Cox – additional drums on "Battle"




Erscheinungsjahr: 1999


Stil: Pop, Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Tender (7:40)
2. Bugman (4:47)
3. Coffee & TV (5:58)
4. Swamp Song (4:36)
5. 1992 (5:29)
6. B.L.U.R.E.M.I. (2:52)
7. Battle (7:43)
8. Mellow Song (3:56)
9. Trailerpark (4:26)
10. Caramel (7:38)
11. Trimm Trabb (5:37)
12. No Distance Left To Run (3:27)
13. Optigan 1 (2:34)

Gesamtspieldauer: 1:06:50



Einst stand die englische Band neben Oasis für Brit Pop, der damals die Welt eroberte. Mit ihrem sechsten Studioalbum, welches den Titel „13“ trägt, hatten sich Blur schließlich ganz weit von ihren Ursprüngen entfernt. „13“, das am 15. März 1999 auf dem Plattenlabel Food Records erschein vereint viele oftmals sehr verschiedene musikalische Genres und klingt dabei auch immer wieder richtiggehend experimentell. Das Album stieg auf Platz 1 der UK-Album-Charts ein, womit es das vierte Studioalbum von Blur in Folge war, welches diese Spitzenposition erreichte. „13“ sollte zudem für über ein Jahrzehnt die letzte in der Originalbesetzung eingespielte Platte von Blur bleiben, da Gitarrist Graham Coxon die Band während der Aufnahmen zum nächsten Album „Think Tank“ verließ und erst beim bisher letzten Album der Band, „The Magic Whip“ wieder zurückkehrte. Die Lieder „Tender“, „Coffee & TV“ sowie „No Distance Left To Run“ wurden als Singles ausgekoppelt und konnten sich auch allesamt in den britischen Single-Charts positionieren.

Auf „13“ hört man poppige Titel, Lieder mit leichtem Gospel-Einschlag, verzerrte und experimentell klingende Nummern, psychedelische Stücke, rockige Lieder, punkige Lieder. Dies alles auf einer Platte, die mit diesen musikalischen Genres spielt und dabei trotzdem nicht uneinheitlich oder gar unausgegoren klingt. Blur schaffen es, diese unterschiedlichen Titel zu einem großen Ganzen zu vereinen. Die Stilbrüche sind dementsprechend gewollt und immer wieder fangen einen beim Hören besondere Melodien ein, um schließlich beim nächsten Titel wieder einen sehr schrägen Eindruck zu hinterlassen.

Höhepunkte des Albums sind das langsam beginnende und sich zu einer fast schon experimentellen Nummer steigernde „1992“, welches neben sehr melodiösen Akkorden auch dissonante Tönen aufweist. Und schließlich hört man auf „13“ das ebenfalls sanfte und wunderschöne und sehr eingängige „Mellow Song“. Auch bei diesem Titel gilt, er endet nicht so, wie er startet. Erneut klingt das Stück im Liedverlauf experimenteller, schräger und auf eine ganz bestimmte Art und Weise undurchsichtiger. Spannend allemal. Schließlich sei an dieser Stelle auch noch das herrlich psychedelisch klingende „Caramel“ erwähnt, welches ebenfalls völlig unangepasst ausläuft.

Fazit: „13“, das sechste Studioalbum von Blur hört sich alles andere als einfach an. Viele musikalische Genres werden hier auf einem Album vereint. Trotzdem klingt die Musik niemals konstruiert, auch nicht durch diesen Stilmix. Es gibt viel zu entdecken auf „13“. Keine dreizehn, jedoch zehn Punkte.

Anspieltipps: 1992, Mellow Song



Montag, 7. Juni 2021

Little Feat – Sailin‘ Shoes

 



Little Feat – Sailin‘ Shoes


Besetzung:

Lowell George – guitar, lead (all but "Cat Fever") and backing vocals, harmonica, baritone saxophone, drum machine
Bill Payne – hammond organ, backing and lead vocals ("Cat Fever"), wurlitzer electric piano, piano, accordion
Roy Estrada – bass, backing vocals
Richie Hayward – drums, backing vocals, percussion


Gastmusiker:

Milt Holland – percussion on "Easy to Slip" and "Trouble"
Sneaky Pete Kleinow – pedal steel guitar on "Willin'" and "Texas Rose Café"
Debbie Lindsey – backing vocals on "Cold Cold Cold" and "Sailin' Shoes"
Ron Elliott – rhythm guitar on "A Apolitical Blues"




Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Blues, Boogie, Rock


Trackliste:

1. Easy To Slip (3:22)
2. Cold, Cold, Cold (4:01)
3. Trouble (2:18)
4. Tripe Face Boogie (3:16)
5. Willin‘ (2:57)
6. A Apolitical Blues (3:28)
7. Sailin’ Shoes (2:53)
8. Teenage Nervous Breakdown (2:13)
9. Got No Shadow (5:08)
10. Cat Fever (4:36)
11. Texas Rose Café (3:42)

Gesamtspieldauer: 38.00



„Sailin‘ Shoes“ heißt das zweite Studioalbum der amerikanischen Rockband Little Feat. Es wurde im Mai 1972 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht und enthält hauptsächlich Lieder, die von Blues und Boogie-Einflüssen bestimmt sind. Das Album läuft auch unter der Überschrift „Southern Rock“, doch wenn man darunter Musik wie jene von Lynyrd Skynyrd versteht, dann klingt „Sailin‘ Shoes“ definitiv anders.

Ich frage mich bei Musik immer, ob ich sie zukünftig gerne auflegen werde und ob ich mich daran erinnern werde. Im Falle von „Sailin‘ Shoes“ von Little Feat muss ich da leider Beides verneinen. Die Musik klingt weder nachhaltig, noch eingängig und auch nicht interessant. Zumindest nicht für heutige „Ohren“ und Zeiten. Blues, den man schon hunderte Mal in diesen kurzen Versionen gehört hat. Boogie, der sowieso immer gleich klingt.

Selbstverständlich war dieses Album für damalige Zeiten gut – wenn man eben auf Blues, Boogie oder unverfänglichen Rock stand. Heute langweilt die Scheibe leider an den meisten Stellen. Alles wie gesagt schon hunderte Male in verschiedenen Variationen gehört. Kennt man die Scheibe noch von früher, wird sie sicherlich mit Erinnerungen verbunden sein, die einem etwas geben. Aber zum ersten Mal gehört im Jahr 2021? Keine Höhepunkte, nichts was hängenbleibt, kein einziges Lied, was irgendwie heraussticht. Schade und höchstens noch Mittelmaß.

Fazit: Für Nostalgiker und Menschen, die dieses Album schon seit Beginn kennen sicherlich eine deutlich interessantere Scheibe als für Menschen, die sie nun zum ersten Mal hören. Heutzutage klingt das alles eher altbacken und leider auch langweilig – obwohl es sicherlich keine schlechte Musik ist. Aber sie packt einen eben nicht mehr. Schade. Vier Punkte.

Anspieltipps: Willin‘