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Freitag, 17. Februar 2017

Iggy Pop – Nude & Rude: The Best Of Iggy Pop




Iggy Pop – Nude & Rude: The Best Of Iggy Pop


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Rock, Punk


Trackliste:

1. I Wanna Be Your Dog (3:10)
2. No Fun (5:16)
3. Search And Destroy (3:26)
4. Gimme Danger (3:23)
5. I'm Sick Of You (6:53)
6. Funtime (2:57)
7. Nightclubbing (4:12)
8. China Girl (5:08)
9. Lust For Life (5:13)
10. The Passenger (4:43)
11. Kill City (2:30)
12. Real Wild Child (Wild One) (3:40)
13. Cry For Love (4:28)
14. Cold Metal (3:28)
15. Candy (4:16)
16. Home (4:02)
17. Wild America (5:46)

Gesamtspieldauer: 1:12:39




„Nude & Rude: The Best Of Iggy Pop“ ist ein Kompilationsalbum über das Wirken des James Newell Osterberg, Jr., der allgemein sehr viel bekannter unter dem Namen Iggy Pop sein dürfte. Es ist dabei die erste „Best Of…-Platte“, welche der US-Amerikaner veröffentlichte und enthält Lieder aus der Zeit zwischen 1969 und 1993. Veröffentlicht wurde die Scheibe schließlich im Oktober des Jahres 1996 auf dem Label Virgin Records.

Die ersten beiden Titel stammen aus seiner Zeit bei den Stooges und sind dem Album „The Stooges“ aus dem Jahr 1969 entnommen. Die Lieder drei bis fünf stehen stellvertretend für seine Zeit bei Iggy & The Stooges. Wobei die Nummern „Search And Destroy“ sowie „Gimme Danger“ vom 1973er Album „Raw Power“ stammen. Das Lied „I'm Sick Of You“ wurde der gleichnamigen EP-Veröffentlichung aus dem Jahr 1977 entnommen. Die Stücke 6 bis 17 entstammen dann schließlich der Solo-Karriere des Iggy Pop ab dem Jahr 1977.

Alle sechzehn Titel geben einen ganz guten Überblick über das Schaffen des Iggy Pop in diesem Zeitraum von fast drei Jahrzehnten. Natürlich darf dabei das Stück „The Passenger“ aus seiner Solo-Zeit nicht fehlen, das wohl bekannteste und auch eingängigste Lied des Iggy Pop. Allgemein können die Solo-Werke allerdings etwas weniger überzeugen, als die Einspielungen auf diesem „Best Of…-Album“, die aus seiner Zeit mit den Stooges stammen. „I Wanna Be Your Dog“, „Gimme Danger“ und vor allen Dingen „I'm Sick Of You“ sind tolle Nummern, die sehr viel mehr wirken, als jene Lieder, die in späteren Karriereabschnitten des Iggy Pop hinzukamen. Dort fehlt es dann ein wenig an den berühmten Ecken und Kanten. Gut anhören lässt sich das alles, doch überzeugender und auch rauer, nimmt man jetzt mal „The Passenger“ beiseite, klang Iggy Pop während seiner Bandbeteiligung.

Fazit: Einen ganz guten Überblick über das Schaffen von Iggy Pop in nahezu drei Jahrzehnten erhält man mit „Nude & Rude: The Best Of Iggy Pop“. Überzeugender und spannender klingen dabei größtenteils die Lieder zu Beginn seiner Karriere. Im späteren Verlauf klang das alles ein wenig angepasster. Trotzdem hört man hier sicherlich keine schlechte Musik, die auch immer wieder mal begeistern kann. Allerdings passiert das eben nicht durchgängig, da manch Titel einfach zu „normal“ klingt. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Wanna Be Your Dog, Gimme Danger, I'm Sick Of You, The Passenger



Dienstag, 23. Juni 2015

Iggy Pop – Blah Blah Blah




Iggy Pop – Blah Blah Blah


Besetzung:

Iggy Pop – vocals, backing vocals


Gastmusiker:

Kevin Armstrong – guitar, backing vocals
Erdal Kizilcay – synthesizer, bass, drums, string arrangements, backing vocals
Steve Jones – lead guitar solo on "Cry For Love"


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Rock


Trackliste:

1. Real Wild Child (Wild One) (3:38)
2. Baby It Can't Fall (4:14)
3. Shades (5:57)
4. Fire Girl (3:33)
5. Isolation (4:36)
6. Cry For Love (4:28)
7. Blah-Blah-Blah (4:32)
8. Hideaway (5:01)
9. Winners & Losers (6:18)
10. Little Miss Emperor (3:50)

Gesamtspieldauer: 46:12




Nun, die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts waren musikalisch gesehen nur selten sehr überzeugend. Dies gilt leider auch für das siebte Solo-Album des Iggy Pop, „Blah Blah Blah“, welches im Jahr 1986 erschien. Zehn Lieder befinden sich auf der Scheibe, bei der ursprünglichen LP-Ausgabe des Albums fehlte übrigens der letzte Titel. Nun, von diesen zehn Titeln ist die erste Nummer „Real Wild Child (Wild One)“ eine Cover-Song, der bereits 1958 entstand und von Johnny O'Keefe interpretiert wurde. Drei Titel schrieb Iggy Pop zusammen mit Steve Jones, Ex-Mitglied der Sex Pistols und die restlichen sechs Nummern sind eine Koproduktion von Iggy Pop und David Bowie. Letzterer produzierte auch das gesamte Album.

Wenn man jetzt weiß und darüber nachdenkt, dass ein Jahr später David Bowies „Never Let Me Down“ veröffentlicht werden sollte – eines der schlechtesten, wenn nicht sogar das schlechteste Album Bowies – dann überrascht es nicht mehr unbedingt, dass das Songmaterial auch auf „Blah Blah Blah“ alles andere alles überzeugend ist. Irgendwie dem Zeitgeist der 80er Jahre geschuldet, klingt das alles poppig, mitunter tangiert das Gehörte sogar ziemlich deutlich den Synthie Pop. Vom früheren Punk des Iggy Pop war nichts mehr geblieben. Die einzelnen Titel plätschern so dahin, klingen manchmal sehr synthetisch und einprägsame Melodien findet man keine. Der Wiedererkennungswert dieser Musik geht dabei ganz deutlich gegen null.

Nun, dies trifft auf die Lieder zu, die Iggy Pop mit David Bowie schrieb. Oder war das umgekehrt? Egal, drei Titel verdienen trotzdem eine extra Erwähnung. Das wären „Real Wild Child (Wild One)“, weil diese Nummer wirklich ins Ohr geht und auch überaus bekannt ist, da sie wohl an die zwanzig Mal von den verschiedensten Musikern gecovert wurde. Und dann sind da noch zwei Titel, bei denen Steve Jones seine Finger mit im Spiel hatte. Zum einen ist das mit „Cry For Love“ endlich mal ein Titel, der dann doch hängenzubleiben versteht. Rockig und mit einer schönen Melodie ausgestattet, beinhaltet die Nummer auch ein wirklich gelungenes Gitarrensolo. Schließlich gibt es da noch den ehemaligen letzten Plattentitel „Winners & Losers“. Jetzt wird wirklich mal richtig gerockt, dabei werden immer wieder orientalische Akkorde eingestreut, was das Lied spannend und zu etwas Besonderem werden lässt. Neben „Cry For Love“ der Höhepunkt der Scheibe.

Fazit: Zehn Lieder sind auf „Blah Blah Blah“ vorhanden. Zweieinhalb davon sind wirklich gelungen. Der Rest ist zum Teil erträglich, jedoch überaus belanglos, manchmal jedoch noch nicht einmal das. Die Scheibe bescherte dem klammen Iggy Pop jedoch noch mal einen schönen Geldregen, da sie sich, nach den Flops zuvor, immerhin 27 Wochen in den US-Charts halten konnte, wenn sie auch nur Platz 75 als Höchstplatzierung erreichte. Sicherlich ist „Blah Blah Blah“ keines der besseren Alben des Iggy Pop. Die zwei bis drei gelungenen Titel reißen es da auch nicht mehr raus. Irgendwie ist das wirklich häufig ein wenig "Blah Blah Blah". Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cry For Love, Winners & Losers



Freitag, 26. Dezember 2014

Iggy Pop – Lust For Life




Iggy Pop – Lust For Life


Besetzung:

Iggy Pop – vocals


Gastmusiker:

David Bowie – keyboards, piano, backing vocals
Carlos Alomar – guitar, backing vocals
Ricky Gardiner – guitar, backing vocals
Tony Sales – bass, backing vocals
Hunt Sales – drums, backing vocals


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock


Trackliste:

1. Lust For Life (5:13)
2. Sixteen (2:26)
3. Some Weird Sin (3:42)
4. The Passenger (4:44)
5. Tonight (3:39)
6. Success (4:25)
7. Turn Blue (6:56)
8. Neighborhood Threat (3:25)
9. Fall In Love With Me (6:30)

Gesamtspieldauer: 41:53



„Lust For Life” heißt das zweite Album Iggy Pops, dem ehemaligen Sänger der „Stooges“, bei denen er noch als Iggy Stooge auftrat. Im Jahr 1977 war es sogar bereits seine zweite Veröffentlichung, denn lediglich fünf Monate zuvor hatte er sein Debut mit „The Idiot“ gegeben. Fest an der Seite des Iggy Pop war zu dieser Zeit David Bowie, der auch den größten Teil der Kompositionen zu diesem Album beisteuerte. An sieben der neun musikalischen Kompositionen war dieser alleine oder aber mitbeteiligt. Ein Titel, „Sixteen“, schrieb Iggy Pop selbst und das grandiose „The Passenger“ stammt von Ricky Gardner. Dies alles bezog sich jedoch lediglich auf den musikalischen Input, die Texte verfasste sämtlich Iggy Pop in Eigenregie.

Ein klein wenig wirkt es so, als ob David Bowie hier auf „Lust For Life“ seine rockige Seite auszuleben gedachte. In seiner eigenen Solokarriere experimentierte er gerade mit elektronischer Musik und veröffentlichte Alben wie „Station To Station“, „Low“ und „Heroes“, alle stark mit geprägt durch Brian Eno und sehr Synthesizer-lastig. Auf „Lust For Life“ wird dagegen deutlich mehr gerockt. Selbst so ein Lied wie „Tonight“, nach dem David Bowie 1984 sogar ein ganzes Album benennen wird und auf dem er dann bei diesem Titel im Duett mit Tina Turner zu hören ist, klingt hier eher rockig. Sieben Jahre später ist daraus dann eine Pop-Nummer geworden.

Einige schöne Titel gibt es auf „Lust For Life“ zu entdecken. Das gerade schon erwähnte, da von Iggy Pop komponierte „Sixteen“ rockt klasse und auch ein wenig schräg. „Neighborhood Threat” ist dagegen ein sehr eingängiger Song, ebenfalls im Rock angesiedelt. Solch ein Titel verfängt sich gerne mal im Langzeitgedächtnis des Hörers. Na und dann ist da auch noch das wohl bekannteste Stück des Iggy Pop überhaupt „The Passenger“. Ein so unglaublich simples Lied, mit solch einem unfassbaren Wiedererkennungswert. Wer mal in die Situation gerät, Platten auflegen zu müssen oder noch besser zu wollen und keine Idee hat, wie er die Tanzfläche voll bekommt, hier ist der Schlüssel zu sehr viel Spaß: „The Passenger“. Die Leute tanzen, die Tanzfläche ist voll – versprochen.

Fazit: Ein abwechslungsreiches und gutes Album ist „Lust For Life“ geworden. Einziger Ausfall für mich ist dabei die Nummer „Turn Blue“, was allerdings wohl an meiner persönlichen Schwierigkeit mit dem Genre Blues liegt. Alles andere ist auch für mich sehr angenehm zu hören, wobei sich mit „The Passenger“ sogar noch eine richtige Perle auf dem Album befindet. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sixteen, The Passenger, Neighborhood Threat



Sonntag, 1. Dezember 2013

Iggy Pop – Avenue B




Iggy Pop – Avenue B


Besetzung:

Iggy Pop – vocals, keyboards, guitar


Gastmusiker:

David Mansfield – violin, viola
Hal Cragin – bass, synth bass
Larry Mullins – drums, vibes, table, 808
Michael Chaves – keyboards
John Medeski – hammond b3, wurlitzer piano
Billy Martin – drums
Chris Wood – bass
Lenny Castro – percussion
Whitey Kirst – guitar
Andrew Scheps – loop stuff
Don Was – slide guitar
Pete Marshall – guitar


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. No Shit (1:21)
2. Nazi Girlfriend (3:00)
3. Avenue B (5:21)
4. Miss Argentina (4:15)
5. Afraid To Get Close (1:02)
6. Shakin' All Over (4:36)
7. Long Distance (4:57)
8. Corruption (4:24)
9. She Called Me Daddy (1:53)
10. I Felt The Luxury (6:32)
11. Español (4:12)
12. Motorcycle (2:43)
13. Facade (5:29)

Gesamtspieldauer: 49:43




Sechzehn Solo-Alben hat Iggy Pop, der mit bürgerlichem Namen eigentlich James Newell Osterberg Jr. heißt, bisher veröffentlicht. „Avenue B“ ist das zwölfte in dieser Reihe. Und es ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem sehr sphärische Töne gleichberechtigt neben Rock’n’Roll, Sprechgesang und Pop-Liedern zu hören sind.

Gerade dieser Stilmix sorgt für jede Menge Abwechslung und trägt dazu bei, dass sich Langeweile erst gar nicht einstellen kann. Zwar benötigt man mehrere Durchläufe der CD, damit diese auch in all ihren verschiedenen Facetten wirken kann, dann allerdings bleiben die Lieder auch längerfristig hängen. Zwar rockt Iggy Pop immer wieder auch auf dieser Scheibe, der Schwerpunkt liegt bei „Avenue B“ jedoch ganz deutlich auf den ruhigeren und nachdenklicheren Tönen. Vieles klingt hier sentimental bis melancholisch. Dabei ist es durchaus lohnenswert, sich auch mal die Texte etwas genauer zu Gemüte zu führen. Denn dabei handelt es sich keineswegs um 08/15-Liebesschmalz-Kalauer, sondern durchaus um Inhalte mit Tiefgang, die sich oft mit seiner Sicht der Dinge, zu der Zeit 52-jährig, beschäftigen. Allerdings steht der Aufdruck „Explicit Content“ nicht umsonst groß links unten auf dem CD-Cover.

Die Stimme des Iggy Pop trägt ebenfalls – wie immer – sehr zum Hörerlebnis auf „Avenue B“ bei. Sehr viel Wärme strömt diese bei den ruhigeren Songs aus, kann dann jedoch bei den rockigeren Stücken wie zum Beispiel „Corruption“ auch überaus aggressiv und hart klingen. Auch hier macht es die Diversität, die das Gesamtbild überaus spannend werden lässt.

Fazit: „Avenue B“ hat nichts mit Punk oder den Stooges zu tun. „Avenue B“ ist anders, wie Vieles von Iggy Pop. Immer wieder schafft es der Amerikaner seine Zuhörer zu überraschen. So auch auf diesem Album, auf dem zwar die sanfteren Töne überwiegen, jedoch auch der Rock-Freund auf seine Kosten kommt. Dazu diese Erzählpassagen und fertig ist ein Album, welches irgendwie nicht so einheitlich aus den Boxen kommen will, dafür jedoch überraschende Wendungen aufweist und mit jedem weiteren Hören noch wächst. Neun Punkte.

Anspieltipps: Nazi Girlfriend, Miss Argentina