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Freitag, 21. August 2015

Wishbone Ash – Front Page News




Wishbone Ash – Front Page News


Besetzung:

Martin Turner – bass guitar, lead vocals except "Goodbye Baby Hello Friend"
Andy Powell – lead, rhythm and acoustic guitars, mandolin, vocals
Laurie Wisefield – lead, 12 string and rhythm guitars, lead vocal on "Goodbye Baby Hello Friend"
Steve Upton – drums


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Front Page News (5:11)
2. Midnight Dancer (4:30)
3. Goodbye Baby Hello Friend (3:51)
4. Surface To Air (4:53)
5. 714 (3:23)
6. Come In From The Rain (4:45)
7. Right Or Wrong (2:53)
8. Heart Beat (4:21)
9. The Day I Found Your Love (4:30)
10. Diamond Jack (4:19)

Gesamtspieldauer: 42:21




Mir haben Wishbone Ash zu Beginn ihrer musikalischen Karriere ganz gut gefallen, da in der Musik immer ein gewisser progressiver Ansatz hören war. Dann dieses doppelte Gitarrenspiel, was die Band durchaus zu etwas Besonderem werden ließ. Davon ist nun auf „Front Page News“ dem achten Studioalbum der Engländer nur mehr relativ wenig zu hören. Sehr oft serviert die Band ihren Hörern auf diesem Album jetzt an den Blues angelehnten Rock. Diese Musik kann auf der Scheibe mal rockiger, mal etwas verspielter und ruhiger ausfallen.

Was man allerdings feststellen muss ist, dass die einzelnen Lieder dabei nie zu verspielt oder selbstverliebt wirken. Die vier Musiker legen bei ihren Kompositionen durchaus sehr viel Wert auf eine eigängige Melodie, die dann auch länger hängenbleiben soll. So sagte mir persönlich diese Platte nach dem ersten oder zweiten Hören noch gar nichts. Als ich sie dann allerdings Jahre später wieder auflegte, war sie sofort präsent und einige Lieder, obwohl wirklich nicht zu oft gehört, wirkten überraschenderweise wie alte Bekannte.

Manches wirkt das alles allerdings auch etwas seltsam auf „Front Page News“. Warum man zum Beispiel solch ein bluesiges Instrumentalstück wie „714“ noch mit Tonnen von Streichern zukleistern muss, das wird wohl für immer das Geheimnis von Wishbone Ash bleiben. Naja und über so manchen Text, kann man getrost auch den Mantel des Schweigens legen, sind da Wishbone Ash doch in sehr guter Gesellschaft. Diese schmachtenden und kitschigen Liebesbotschaften erwachsener Männer, werden mir wohl immer ein Rätsel bleiben.

Fazit: „Front Page News“ ist definitiv eine Platte die mit der Zeit im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers wächst und reift. Meistens sehr eingängig präsentieren die vier Musiker hier ihren Blues, der durchaus so auch punkten kann. Manches Mal wird es allerdings auch ein wenig kitschig, sowohl von der Musik beziehungsweise von der Instrumentierung her, genau wie vom gesungenen Wort. Trotzdem kein schlechtes Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Front Page News



Sonntag, 16. Dezember 2012

Wishbone Ash – Wishbone Four




Wishbone Ash – Wishbone Four


Besetzung:

Ted Turner – lap-steel-, 12 string-, acoustic and electric guitars and vocals
Andy Powell – acoustic and electric guitars and vocals
Martin Turner – bass guitar and vocals
Steve Upton – drums and percussion


Gastmusiker:

George Nash – keyboards (Everybody Needs A Friend)
Graham Maitland – piano (No Easy Road)
Jimmy Helms, Phil Kenzie, Dave Coxhill, Bud Parks – brass (No Easy Road)


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Blues Rock, Rock, Folk Rock,


Trackliste:

1. So Many Things To Say (5:06)
2. Ballad Of The Beacon (5:05)
3. No Easy Road (3:49)
4. Everybody Needs A Friend (8:25)
5. Doctor (5:54)
6. Sorrel (5:04)
7. Sing Out The Song (4:25)
8. Rock ‘N’ Roll Widow (5:53)

Gesamtspieldauer: 43:39




„Wishbone Four“ nannten die vier Engländer von Wishbone Ash sinnigerweise ihr viertes Album, welches 1973 erschien. Die Besetzung war zwar noch dieselbe wie auf den ersten drei Platten der Band, die Musik, die sich auf „Wishbone Four“ befindet unterscheidet sich allerdings deutlich von der der Vorgängeralben. Der progressive Anteil in der Musik von Wishbone Ash war bereits auf „Argus“ deutlich zurückgegangen. Auf dem vierten Album der Engländer ist davon jetzt allerdings überhaupt nichts mehr zu finden. Der vierte Output der der Band ist ein hauptsächlich aus Blues-Rock bestehendes Album, bei dem sich auch immer wieder ein paar Folk Elemente mit einschleichen, die zuweilen, hauptsächlich aufgrund des Einsatzes der Pedal-Steel-Gitarre, auch sehr amerikanisch wirken und auch klingen können.

Auch Honky-Tonk-ähnliche Töne haben sich auf das Album verirrt. Da kommt dann bei “No Easy Road” das Boogie-Woogie-Klavier zum Einsatz, unterstützt von der Brass-Sektion. Der Tiefpunkt des Albums. Deutlich gelungener sind da schon das ganz nette „Ballad Of The Beacon“ und das folkig angehauchte „Everybody Needs A Friend“, welches auch ohne typisch amerikanische Country-Instrumente auskommt. Und bei diesem Lied gibt es auch die schöne Melodie, die eingängigen Harmonien, die sonst auf „Wishbone Four“ nicht so allgegenwärtig sind, wie zumindest auf den beiden letzten Vorgängern.

„So Many Things To Say“ und „Doctor“ sind rockigere Stücke, „Rock ‘N‘ Roll Widow“ geht dann schon klarer in die Blues-Rock-Ecke. „Sing Out The Song“ könnte man dagegen so gespielt wohl auch irgendwo in einer Scheune in Texas hören. Da lässt sich der Country-Einfluss wahrlich nicht mehr leugnen und das Lied ist der zweite Tiefpunkt der Platte. Deutlich besser gelungen ist da noch der Titel „Sorrel“. Hier hört man sie wieder, die doppelt gespielte Lead-Gitarre und den mehrstimmigen Gesang. Beides Dinge, die zum Markenzeichen von Wishbone Ash geworden waren und die man auf „Wishbone Four“ einfach vermisst.

Fazit: „Wishbone Four“ ist ein deutlicher Rückschritt zu den beiden vorherigen Veröffentlichungen. Die Lieder packen einen einfach nicht mehr so. Klar kann man nicht laufend solche Höhepunkte wie „Argus“ oder „Pilgrimage“ erschaffen- aber ein bisschen mehr hätte es auf „Wishbone Four“ dann aber doch sein dürfen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Ballad Of The Beacon, Everybody Needs A Friend, Sorrel




Samstag, 8. Dezember 2012

Wishbone Ash – Argus




Wishbone Ash – Argus


Besetzung:

Andy Powell – guitar, vocals
Ted Turner – guitar, vocals
Martin Turner – bass guitar, vocals
Steve Upton – drums, percussion


Gastmusiker:

John Tout – organ (Throw Down The Sword)


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Time Was (9:42)
2. Sometime World (6:52)
3. Blowin' Free (5:19)
4. The King Will Come (7:05)
5. Leaf And Stream (4:06)
6. Warrior (5:52)
7. Throw Down The Sword (5:55)


Bonus Tracks:

8. Jail Bait (4:57)
9. The Pilgrim (10:10)
10. Phoenix (17:06)

Gesamtspieldauer: 1:17:06




Mit ihrem dritten, dem 1972 entstandenen Album „Argus“, hat sich die englische Formation Wishbone Ash noch mehr dem Stil angenähert, für den sie in den Folgejahren auch weiterhin stehen sollte: Gitarrenlastiger, bluesorientierter Rock. Progressiven Rock gibt es auf „Argus“ nicht mehr zu hören, alles wirkt ein wenig geradliniger, besitzt aber durchaus seinen Reiz, der nicht nur im Spiel der zwei Leadgitarren liegt.

Auf „Argus“ entwickeln Wishbone Ash in ihrer Musik wunderschöne Melodien, die mal etwas rockiger sind wie beim überaus eingängigen „Blowin‘ Free“ oder etwas sanfter, wie bei der wirklich beeindruckenden Ballade „Leaf And Stream“. Schöner und befreiter kann Gitarrenmusik kaum klingen. Wahrlich richtig klasse gemacht. Da klingt jeder Ton, jede Note ist perfekt gesetzt und es ist „Zeit zum Träumen“ angesagt.

Ähnlich melodiös beginnt auch der Opener „Time Was“, ein Stück, welches in seinem weiteren Verlauf allerdings an Fahrt aufnimmt und schließlich rockt. Dies sogar sehr abwechslungsreich. Sehr viel bluesiger startet „Sometime World“. Aber auch hier verändert sich der Stil, es wird erneut rockiger und schließlich mündet der Song in ein ellenlanges Gitarrensolo.

„The King Will Come“ groovt und rockt einfach klasse. Allein schon der Beginn des Liedes lässt das Herz des Rockfans höher schlagen. Wie treibend hier Schlagzeug, Bass und die Gitarren zusammenspielen, das ist wirklich beeindruckend. Im weiteren Verlauf kann die Nummer erneut auch durch ihre Abwechslung punkten. Da gibt es ebenfalls wieder richtig schöne Gitarrenparts zu hören.

Die ursprünglich letzten beiden Nummern des Albums „Warrior“ und „Throw Down The Sword“ weisen ebenfalls rockige und bluesige Abschnitte auf, wobei beide Stücke auch wieder sehr lange und richtig gut gemachte Gitarren-Soli aufweisen. Wer auf Gitarren-lastigen Blues-Rock steht, der wird hier wahrlich seine Freude haben.

Drei Live-Bonus-Tracks wurden mit auf die remasterte Fassung des Albums gepackt. „Jail Bait“ gab es in dieser Form auch schon als Zugabe auf „Pilgrimage“ zu hören. „The Pilgrim“ ist auch in der hier zu hörenden Version sehr hörenswert, wenn es auch nicht ganz über die Intensität des Originals auf dem Album zuvor verfügt. „Phoenix“ stammt ursprünglich von der Debut-Platte Wishbone Ashs und ist hier noch mal in einer erweiterten und verlängerten Version zu hören.

Fazit: „Argus“ ist ein richtig gutes Album. Und auch wenn man, wie in meinem Fall, mit Blues-Rock nicht immer etwas anfangen kann, so wird dieser hier auf „Argus“ jedoch in einer Art und Weise serviert, die mich durchaus begeistert. Schöne Melodien, treibende und packende Abschnitte, klasse Soli. Wie gesagt, ein richtig gutes Album. Unbedingt zwölf Punkte wert.

Anspieltipps: Time Was, Blowin‘ Free, The King Will Come, Leaf And Stream




Sonntag, 2. Dezember 2012

Wishbone Ash – Pilgrimage




Wishbone Ash – Pilgrimage


Besetzung:

Andy Powell – guitar, vocals
Ted Turner – guitar, vocals
Martin Turner – bass, vocals
Steve Upton – drums


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Vas Dis (4:46)
2. The Pilgrim (8:34)
3. Jail Bait (4:46)
4. Alone (2:24)
5. Lullaby (3:04)
6. Valediction (6:21)
7. Where Were You Tomorrow (Live) (10:26)


Bonus Track:

8. Jail Bait (Live) (4:55)

Gesamtspieldauer: 45:14




Einen wahren Stilmix präsentieren Wishbone Ash auf ihrem zweiten Album aus dem Jahr 1971. Folk Rock, Hard Rock, Jazz Rock, Boogie-Woogie-Anleihen und auch Progressive Rock gibt es auf der Platte „Pilgrimage“ zu hören. Jazzig beginnt die Scheibe mit „Vas Dis“, einer Adaption eines Stücks des Jazz-Organisten Jack McDuff. Etwas ungewöhnlich dabei ist wohl der Gesang, der aus jeder Menge „BabaDab’s“ besteht. Ansonsten ist das eine richtig klasse treibende Nummer, bei der sich Martin Turner am Bass die Finger blutig zu zupfen scheint.

Dann wird es mit „The Pilgrim“ schon sehr progressiv. Die Nummer beginnt äußerst sphärisch, eine weit entfernte Gitarre sorgt für „Sehnsucht“, alles wird nur leicht angedeutet, allerdings Mantra artig wiederholt. Richtig schöne Musik zum Träumen. Doch das bleibt nicht so. Ab etwa 2:40 mischen sich ganz neue Töne unter diese so entspannte Stimmung. Und was jetzt kommt erinnert mitunter so stark an „Discipline“ von King Crimson, dass man glaubt ein Déjà Vu zu hören. Ich kannte zuerst die Platte von King Crimson, aber „Pilgrimage“ ist zehn Jahre zuvor entstanden. Ein wahrlich überzeugender Titel, vor allen Dingen für Prog-Fans – auch wenn hier ebenfalls dieser sinnfreie, aber lautmalerische Gesang mit zu hören ist.

„Jail Bait“ ist im Anschluss daran wieder ein Lied, für welches Wishbone Ash eher steht: Geradliniger, angebluester Rock. Deutlich interessanter werden da schon wieder die folgenden Titel. „Alone“ ist eine schöne und schwerelose Gitarreninstrumentalnummer, bei der der doppelte Lead-Gitarren-Einsatz wunderbar zur Geltung kommt. Bei „Lullaby“ werden die zwei Gitarren dann miteinander verwoben, gehen ineinander über und trennen sich wieder. Wunderschön atmosphärisch wurde der Titel des Liedes richtig gewählt.

„Valediction“ schließlich bewegt sich dann auf den Spuren Crosby, Stills und Nashs. Harmonischer mehrstimmiger Gesang, eine schöne Melodie und fertig ist sie, die sehr getragene Ballade, die eingängig und folkig klingt. Fast schon ein wenig zu süß. Das ursprünglich letzte Lied des Albums ist überraschenderweise ein Live-Titel. Das Publikum jubelt und in Boogie-Woogie-Manier wird hier gegroovt. Zehneinhalb Minuten dauert das Stück und ist wieder eine ganz andere, eine weitere Facette auf „Pilgrimage“. Eine, auf die ich zugegebenermaßen am leichtesten hätte verzichten können. Klar, da rockt es und da groovt es, aber so richtig packen kann mich das Ganze einfach nicht.

Ein Bonus-Track wurde der remasterten Fassung des Albums hinzugefügt. Dabei handelt es sich um eine Live-Version des anderen „Rockers“ der Platte „Jail Bait“. Und diese Version klingt fast noch dynamischer als die Studioveröffentlichung.

Fazit: „Pilgrimage“ ist ein gutes Album geworden. Sicherlich kann nicht jeder etwas mit diesem Stilmix anfangen. Aber alleine der Titel „The Pilgrim“ lohnt den Kauf des Albums, zumindest wenn man auch die Musik King Crimsons mag. Zusätzlich gibt es weitere interessante Lieder auf der Platte zu entdecken. Wirklich gut gemachte Musik, da spielt das Ende der Platte dann gar nicht mehr die große Rolle. Elf Punkte.

Anspieltipps: Vas Dis, The Pilgrim, Alone, Lullaby, Valediction




Sonntag, 25. November 2012

Wishbone Ash – Wishbone Ash




Wishbone Ash – Wishbone Ash


Besetzung:

Andy Powell – lead guitar and vocals
Ted Turner – lead guitar and vocals
Martin Turner – bass and vocals
Steve Upton – drums


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock


Trackliste:

1. Blind Eye (3:45)
2. Lady Whiskey (6:13)
3. Errors Of My Way (6:58)
4. Queen Of Torture (3:26)
5. Handy (11:36)
6. Phoenix (10:27)

Gesamtspieldauer: 42:24




„Wishbone Ash“ taufte die gleichnamige englische Band 1970 ihr Debut-Album. Und auf dieser Platte hört man relativ straighten und geradlinigen Rock. Dieser ist meist ein Vertreter der etwas härteren Art. Das Besondere an der Musik von Wishbone Ash ist das Vorhandensein zweier Leadgitarristen und damit auch zweier gleichzeitig gespielter Lead-Gitarren. So etwas hatte es bis zur damaligen Zeit noch nicht gegeben.

Zur Musik ist dabei folgendes festzustellen: „Blind Eye“,der erste Titel, rockt. Nicht viel anders verhält es sich bei „Lady Whiskey“. Allerdings ist dieses Stück bereits deutlich interessanter, da verschachtelter. Und man muss es zugeben, die Sache mit den zwei Lead-Gitarren hat was. Das klingt irgendwie interessant, auch wenn die Stücke selbst einen noch nicht zu sehr in den Bann ziehen.

Das schafft dann allerdings „Errors Of My Way“. Hier gibt es schöne Melodien zu hören, einen klasse abgestimmten mehrstimmigen Gesang und wieder dieses doppelte Lead-Gitarren-Spiel. Dazu gesellen sich lange Passagen mit Gitarren-Soli, die allerdings auch in die Richtung „Harmonie“ gehen, ohne zu frickelig zu sein. Das Stück reicht schon stark in das Genre progressive Rock-Musik hinein und ist sehr gut mit dem Adjektiv „schön“ zu umschrieben.

Nun, bei „Queen Of Torture“ sind wir dann wieder beim klassischen Rock. Dieses Mal sogar wieder der härteren Fraktion dieser Musikrichtung zugehörig. Nichts Besonderes heutzutage mehr, damals, 1970 aber sicherlich noch nicht ganz so alltäglich. Anschließend folgen die beiden etwas längeren Lieder. Beide im zweistelligen Minutenbereich und ehemals die komplette zweite Seite der Platte füllend. „Handy“ wirkt dabei sehr bluesig, ohne dieses Genre zu übertreiben oder zu überakzentuieren. In der Mitte wird das Lied dann ein wenig treibender – in einem durchaus packenden Instrumentalpart. Wer gitarrenorientierten Rock mag, der wird sich hier sehr wohl fühlen. Wer progressiven Rock bevorzugt, kann hier durchaus auch etwas für sich entdecken. Schließlich geht „Handy“ in ein Drum-Solo über, um anschließend fast schon einen Swing darzubieten. Da ist Fingerschnipsen angesagt. Schließlich kommt es noch zu sinnfreiem Gesang, bei dem nur noch Laute von sich gegeben werden, sodass das Ende des Stücks nicht mehr so richtig überzeugen kann.

„Phoenix“ heißt der nächste und letzte „Longtrack“. Das Stück beginnt wieder sehr bluesig, wird im weiteren Verlauf ein wenig rockiger, setzt seinen Schwerpunkt auf das Gitarrensolo, um schließlich auch wieder verstärkt und noch intensiver loszurocken. Das muss man mögen. Allerdings sei hier auch mal das Bass-Spiel des Martin Turner erwähnt, der seine Sache wirklich klasse macht. Treibender kann ein Bass kaum klingen.


Fazit: Ein wahrlich gelungenes Rock-Debut von Wishbone Ash. Wer auf gut gemachten Rock steht, der nicht alltäglich klingt, der wird dieses Album lieben. Freunde des progressiven Rocks haben am ehesten Spaß an “Errors Of My Way”. Das war sicherlich kein schlechtes Debut von Wishbone Ash. Der tolle, bisher unbekannte Sound der Instrumentierung und der immer wieder treibende Groove der Lieder machen das Debut der Engländer zu einem durchaus hörenswerten Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: Errors Of My Way, Phoenix