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Freitag, 20. Oktober 2017

Mike Oldfield – Tres Lunas




Mike Oldfield – Tres Lunas


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Sally Oldfield – vocals
Amar – vocals
Jude Sim – vocals
Philip Lewis – percussion programming
Thomas Suessmair – percussion programming


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Ambient


Trackliste:

1. Misty (3:59)
2. No Mans Land (6:08)
3. Return To The Origin (4:38)
4. Landfall (2:19)
5. Viper (4:32)
6. Turtle Island (3:40)
7. To Be Free (4:21)
8. Fire Fly (3:46)
9. Trés Lunas (4:35)
10. Daydream (2:15)
11. Thou Art In Heaven (5:22)
12. Sirius (5:47)
13. No Mans Land (Reprise) (2:56)
14. To Be Free (Radio Edit) (3:56)

Gesamtspieldauer: 58:20




Mike Oldfield hatte einen „Lauf“. War bereits das Vorgänger-Album mit dem Namen „The Millennium Bell” grottenschlecht geworden, so passt sich sein einundzwanzigstes Studio-Album perfekt daran an und demonstriert perfekt die kreative Durststrecke des Engländers. „Tres Lunas“ heißt dieses neue Album und erschien im Jahr 2002 auf dem Label Warner Music. Zu hören gibt es dieses Mal jede Menge seichte Ambient Musik.

Wie beim Vorgänger-Album, so hört man auch auf „Tres Lunas“ eine nervige Drum Machine, dieses Mal gepaart mit absolut belanglosen und kurzen Musikstückchen. Diese klingen noch nicht einmal so, dass man sofort den Raum verlassen müsste, wenn sie erklingen und ertönen. Jedoch hört sich das alles wie flache Fahrstuhlmusik an. Kaufhaushintergrundmusik würde auch perfekt passen. Somit wäre die Umschreibung „grottenschlecht“ definitiv das falsche Adjektiv für das Gehörte. „Tres Lumas“ ist einfach unfassbar belanglos und langweilig. Es gibt darauf noch nicht einmal etwas zu hören, was so ein klitzekleines bisschen ins Ohr geht. Nur noch sehr seichtes Gedudel, ohne auch nur den geringsten Ansatz zu beinhalten, zumindest etwas interessant zu klingen.

Fazit: Mike Oldfield hat mit „Tres Lunas“ ein Album veröffentlicht, was es auf 58 Minuten schafft, nur noch langweiliges und belangloses Gesäusel über die Hörerinnen und Hörer auszuschütten. Es ist dabei noch nicht einmal so, dass man sich die Ohren zuhalten müsste, jedoch kommt diese Musik nicht über den Status „äußerst unauffällige Hintergrundmusik“ hinaus. Und dies alles bekommen wir von einem Musiker geboten, der zuvor solch Werke wie „Tubular Bells“, „Ommadawn“ oder „Incantations“ erschaffen hat. Einfach nur noch traurig. Einen Punkt.

Anspieltipps: Alles



Sonntag, 17. September 2017

Mike Oldfield – The Millenium Bell




Mike Oldfield – The Millenium Bell


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

London Session Orchestra
The London Händel Choir
The Grant Gospel Choir
Nicola Emmanuelle – vocals
David Serame – vocals
Miriam Stockley – vocals
Camilla Darlow – vocals
Andrew Johnson – vocals
Gota Yashiki – drums
Martay – vocals
Pepsi Demacque – vocals
Greta Hegerland-Oldfield – narration
DJ Pippi – arrangement


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Weltmusik, New Age


Trackliste:

1. Peace On Earth (4:10)
2. Pacha Mama (4:05)
3. Santa Maria (2:44)
4. Sunlight Shining Through Cloud (4:33)
5. The Doge's Palace (3:07)
6. Lake Constance (5:16)
7. Mastermind (3:03)
8. Broad Sunlit Uplands (4:03)
9. Liberation (2:38)
10. Amber Light (3:42)
11. The Millennium Bell (7:37)

Gesamtspieldauer: 45:03




„The Millennium Bell” ist das zwanzigste Studioalbum des Engländers Mike Oldfield und erschein im November 1999, lediglich ein halbes Jahr nach dem neunzehnten Album „Guitars“. Veröffentlicht wurde die Scheibe wieder, wie schon der Vorgänger, auf dem Label Warner Brothers. „The Millennium Bell” war das Hauptstück, welches Mike Oldfield am Abend des 31.12.1999 an der Berliner Mauer zum Besten gab.

Angeblich soll das Thema des Albums die verschiedenen Perioden in der Geschichte der Menschheit sein. Schöne Absicht zur Jahrtausendwende, jedoch beim Hören von „The Millennium Bell” muss man wirklich sehr stark sein. Was Mike Oldfield hier seinen Hörerinnen und Hörern bietet, das ist ein Sammelsurium aus größtenteils Grausamkeiten. Hier wird alles vermischt und verwurstet, was ihm wohl gerade so einfiel. Von klassischer Musik über Ethno über New Age bis hin zu Techno gibt es hier zu hören. Dazwischen erklingt auch mal etwas Country oder verpoppte Klassik, Rondo Veneziano lässt grüßen. Man hört immer wieder einen unfassbar schlechten Drum-Computer und Gesänge, die mal an Enya, mal an Eingeborenen-Stämme in Afrika erinnern. Es ist zum Teil so fürchterlich, dass man einfach nicht glauben kann, dass Mike Oldfield diese Musik geschrieben haben soll. Jener Mike Oldfield, der mit dem genialen „Tubular Bells“ seine Karriere startete und diese „Glockengeschichte“ immer weiter zu melken scheint, da ihm einfach nichts Besseres mehr einfallen will. Es ist so traurig.

Hier etwas Positives zu finden fällt wahrlich schwer, da sich absolut kein roter Faden auf dieser Scheibe ausmachen lässt und alles so furchtbar anbiedernd klingt. Nun, ich finde „Lake Constance“ ganz nett, da es zum Teil wie Klassik klingt und somit keine Drum-Machine enthält. Dies gilt auch für „Broad Sunlit Uplands“, obwohl sich Mike Oldfield hier mehr im Genre Filmmusik bewegt. Ansonsten klingt das alles gar nicht gut, schlimm zum größten Teil. Der absolute Höhepunkt – Pardon – Tiefpunkt, wird dann allerdings mit dem Titellied „The Millennium Bell” selbst erreicht. Ein ganz schlechtes Techno-Dance-Stück, welches Mike Oldfield laut Booklet tatsächlich mit dem Rat der Ibiza-Legende DJ Pippi arrangiert hat. Da fehlen einem die Worte, weil man merkt, dass dies alles ernst gemeint ist.

Fazit: Manches auf „The Millennium Bell“ ist einfach unfassbar schlecht. Manches will man nicht hören, manches überhört man, einiges ist einem vollkommen egal und nur weniges klingt ganz okay. Mit dieser Scheibe foltert Mike Oldfield seine Fans definitiv. Dieser Ethno-New-Age-Weltmusik-Techno-Dance-Pop-Klassik-Schmarrn tut weh. Nur ganz wenig auf „The Millennium Bell“ ist hörbar, der Rest anbiedernd oder aber grottenschlecht. Einen Punkt.

Anspieltipps: Lake Constance, Broad Sunlit Uplands



Samstag, 2. September 2017

Mike Oldfield – Guitars




Mike Oldfield – Guitars


Besetzung:

Mike Oldfield – live guitars, midi guitars, individual guitar samples


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Muse (2:12)
2. Cochise (5:15)
3. Embers (3:51)
4. Summit Day (3:47)
5. Out Of Sight (3:48)
6. B. Blues (4:30)
7. Four Winds (9:32)
8. Enigmatism (3:32)
9. Out Of Mind (3:47)
10. From The Ashes (2:28)

Gesamtspieldauer: 42:46




„Guitars” heißt das neunzehnte Studioalbum des Engländers Mike Oldfield und erschien im Mai des Jahres 1999 auf dem Plattenlabel Warner Brothers. Das Konzept, welches hinter der Platte steckte war, dass Mike Oldfield sämtliche Musik des Albums mit Gitarren einspielte. Und so kann man im Booklet nachlesen: “All sounds on this recording, including drum sounds, were generated from live guitars, midi guitar or individual guitar samples.”

Sicherlich ein ganz interessanter Ansatz und auch klasse umgesetzt, denn man glaubt hier wirklich phasenweise ein sogar sehr dominantes Schlagzeug zu hören. Dazu klingen die Lieder eindeutig nach Mike Oldfield. Dieser für ihn so typische Gitarrenklang ist immer wieder deutlich zu hören. Doch neben dem Ansatz und auch dem ansonsten perfekten Klang auf „Guitars“, kann hier nur noch sehr wenig richtig überzeugen. Es ist das Liedmaterial, welches leider an vielen Stellen oder mit vielen Nummern so gar nicht zu begeistern weiß. Einige der Lieder klingen leider furchtbar langweilig – ganz egal, wie oft man sie auch hört.

Diese Stücke befinden sich vor allem in der Mitte des Albums. Sowohl zu Beginn, als auch am Ende der Scheibe klingt die Musik interessanter, eingängiger und melodiöser. Herauszuheben ist hier das etwas flottere „Cochise“, bei dem man vermutet, dass dieses mit ganz vielen Instrumenten inklusive Schlagzeug eingespielt wurde. Schwer nachvollziehbar, wie Mike Oldfield all diese Klänge nur mit Gitarren erzeugen konnte. Das Lied verfügt über eine schöne Melodie und verbreitet Sehnsucht. Sehnsucht nach… das bleibt der Hörerin beziehungsweise dem Hörer überlassen. Und schließlich gibt es auf „Guitars“ noch das Stück „Enigmatism“. Eine wunderschöne sanfte Nummer, die ins Ohr geht und Melancholie verströmt.

Fazit: „Guitars“ ist vielleicht von seiner Entstehung her ein außergewöhnliches Album, musikalisch gesehen ist es das allerdings sicherlich nicht. Vieles darauf weiß nicht so recht zu packen, schwimmt so mit ohne, dass es wahrlich schlechte Musik wäre. Die meisten Stücke laufen einfach durch, ohne Spuren zu hinterlassen. Richtig gute Lieder gibt es auf „Guitars“ leider nur wenige. Aber sie gibt es immerhin. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cochise, Enigmatism



Mittwoch, 2. August 2017

Mike Oldfield – The Killing Fields




Mike Oldfield – The Killing Fields


Besetzung:

Mike Oldfield – guitars, synthesizer and fairlight computer


Gastmusiker:

Morris Pert – percussion on “Étude”
Preston Heyman – oriental percussion on “Blood Sucking”
Orchestra of the Bavarian State Opera
Tölzer Boys Choir


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Soundtrack


Trackliste:

1. Pran's Theme (0:49)
2. Requiem For A City (2:10)
3. Evacuation (5:13)
4. Pran's Theme 2 (1:40)
5. Capture (2:24)
6. Execution (4:47)
7. Bad News (1:12)
8. Pran's Departure (2:05)
9. Worksite (1:16)
10. The Year Zero (0:28)
11. Blood Sucking (1:17)
12. The Year Zero 2 (0:38)
13. Pran's Escape / The Killing Fields (3:16)
14. The Trek (2:01)
15. The Boy's Burial / Pran Sees The Red Cross (2:44)
16. Good News (1:45)
17. Étude (4:42)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

18. Evacuation (Single Edit) (4:10)
19. Étude (Single Edit) (3:06)

Gesamtspieldauer: 45:54




Das zehnte Studioalbum des Mike Oldfield ist der Soundtrack zum gleichnamigen Film „The Killing Fields“. Dieses erschein ein knappes halbes Jahr nach dem Album „Discovery“ im Dezember des Jahres 1984 und wurde ebenso wie der Vorgänger auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht. Und noch eine Gemeinsamkeit weist diese Scheibe zum neunten Studioalbum auf des Mike Oldfield auf: Auch diese Musik komponierte Mike Oldfield in seinem, aufgrund von steuerrechtlichen Gründen selbst gewählten Exil in den Schweizer Bergen im Ort Villars-sur-Ollon.

Das waren sie dann allerdings, die Gemeinsamkeiten. Ansonsten hat „The Killing Fields“ absolut nichts mit der sonstigen Musik des Mike Oldfield zu tun – weder mit jener des Progressive Rock, noch mit der späteren Pop-Musik. „The Killing Fields“ ist ein reines Soundtrack-Album mit viel Orchestermusik und eher sphärischen Klängen, welches nur in Zusammenhang mit dem sehenswerten Film funktionieren kann. Ohne die entsprechenden Bilder wirkt diese Scheibe überhaupt nicht, klingt nicht nach Mike Oldfield und ist unfassbar langweilig. Hier werden Szenen untermalt, Stimmungen transportiert, die einer Erklärung durch die Filmszenen bedürfen. Mehr ist zu dieser Scheibe nicht zu sagen. Daran ändert übrigens auch nichts die remasterte Version des Albums, dem zwei Single-Editionen des Albums in Form von Bonus-Tracks hinzugefügt wurden.

Fazit: Dieses Album kann man sich nur zulegen, wenn man Komplettist ist und wirklich alles von „seinem“ Lieblingsmusiker besitzen möchte. Selbst der Filmfan kann mit diesen Geräuschen und kurzen Orchesterstücken, die größtenteils noch nicht einmal sehr melodisch sind und nicht ins Ohr gehen, wohl nur wenig anfangen. Von daher absolut überflüssig. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Pran's Departure



Samstag, 15. Juli 2017

Mike Oldfield – Discovery




Mike Oldfield – Discovery


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments (except drums)


Gastmusiker:

Maggie Reilly – vocals
Barry Palmer – vocals
Simon Phillips – Tama Drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. To France (4:43)
2. Poison Arrows (3:52)
3. Crystal Gazing (3:02)
4. Tricks Of The Light (3:52)
5. Discovery (4:34)
6. Talk About Your Life (4:24)
7. Saved By A Bell (4:38)
8. The Lake (12:13)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

9. To France (Extended Version) (5:33)
10. In The Pool (3:42)
11. Bones (3:20)
12. Afghan (2:41)
13. Tricks Of The Light (3:55)

Gesamtspieldauer: 1:00:36




„Discovery“ oder „Discovery And The Lake“, wie man auf der Rückseite der Platte nachlesen kann, nannte Mike Oldfield sein neuntes Studioalbum. Im Juni des Jahres 1984 wurde die Scheibe auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht. Auf dem Album befindet sich jede Menge Pop-Musik, worauf die Plattenfirma, nach dem großen Erfolg des Stücks „Moonlight Shadow“ vom Vorgängeralbum „Crisis“, sehr großen Wert gelegt hatte.

Auf dem ersten Titel, „To France“, hört man dann auch wieder Maggie Reily singen, die dies auch schon bei dem gerade erwähnten „Moonlight Shadow“ tat. Pop-Musik in Reinkultur ist das, fast schon einen Tick zu lieblich. Das Lied geht in die Nummer „Poison Arrows“ über. Hier hört man jetzt Barry Palmer am Gesang. Dieses Stück ist etwas rockiger gehalten und wirkt auch ansonsten sehr viel spannender als noch der Opener. Poppig geht es dann wieder weiter mit „Crystal Gazing“ und erneut Maggie Reilly als Sängerin. Erneut sehr lieblich, jedoch noch ganz okay. Der Tiefpunkt folgt schließlich mit „Tricks Of The Light“. Beide, Sängerin und Sänger sind hier zu hören und das Lied ist wahrlich einfachster Pop, extrem langweilig und belanglos. Wenn man sich überlegt, welche Art der Musik Mike Oldfield nur wenige Jahre zuvor schrieb, so blutet einem das Herz.

Es wird wieder zumindest ein wenig besser. Der Titelsong „Discovery“ ist deutlich rockiger, wird wieder nur von Barry Palmer eingesungen und verfügt dabei über eine Melodie, die tatsächlich etwas hängenbleibt. Es folgen die Stücke „Talk About Your Life” sowie „Saved By A Bell“. Fast schon unfassbar, wie langweilig die Musik von Mike Oldfield klingen kann. Dies bedeutet nicht, dass diese Stücke nicht melodiös wären, jedoch sind sie dabei fast schon anbiedernd und nur dazu gemacht, auch im Radio gespielt werden zu können. Schlimm. Bliebe noch das über zwölfminütige „The Lake“. Aus steuertechnischen Gründen hatte Mike Oldfield seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt, genauer gesagt nach Villars-sur-Ollon in den Schweizer Alpen, hoch über dem Genfer See. Dieser Anblick hat ihn angeblich zu diesem Stück inspiriert. „The Lake“ ist auch der Höhepunkt der Platte. Zwar nicht mehr in einem Atemzug zu nennen wie die Longtracks auf seinen ersten Veröffentlichungen, dennoch eine schöne Instrumentalnummer, etwas verklärt und mit einer schönen Melodie versehen, die sich im Laufe des Liedes wandelt und entwickelt.

Auf der remasterten Version des Albums bekommt man fünf Zugaben mitgeliefert. Eine verlängerte Version von „To France“, eine Instrumentalversion von „Tricks Of The Light“ sowie drei bisher noch nicht veröffentlichte Titel. Diese Bonus Tracks lohnen die Anschaffung keineswegs, denn diese Version von „Tricks Of The Light“ schafft es tatsächlich noch schlechter zu sein, als das Original und den drei neuen Stücken hört man an, warum sie es nicht auf eine offizielle Platte geschafft haben.

Fazit: Mit „Discovery” war Mike Oldfield ganz tief in den Niederungen des Pop angekommen. Der Erfolg sollte ihm allerdings Recht geben, denn seine Platten verkauften sich nun sehr viel besser als früher. Der letzte Titel „The Lake“ scheint da nur ein Versöhnungsangebot an die alten Fans zu sein, die gerne „ihren“ Mike Oldfield von früher wieder hören würden. Aber die Zeit war vorbei, jetzt war erst mal Pop angesagt. Pop, der zwar klingt, zumeist jedoch unfassbar langweilig ist. Schade. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Poison Arrows, The Lake



Mittwoch, 28. Juni 2017

Mike Oldfield – Return To Ommadawn




Mike Oldfield – Return To Ommadawn


Besetzung:

Tom Waits – acoustic steel guitar, flamenco guitar, bass guitar, acoustic bass guitar, electric guitars, mandolins, banjo, ukulele, celtic harp, organs, mellotron, solina, clavioline, piano, bodhran, African table drums, glockenspiel, penny whistles, vocal effects derived from original Ommadawn


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Progressive Rock, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Return To Ommadawn Part 1 (21:11)
2. Return To Ommadawn Part 2 (20:57)

Gesamtspieldauer: 42:08




„Return To Ommadawn” ist tatsächlich bereits das sechsundzwanzigste Studio-Album des Engländers Mike Oldfield. Dabei ist nicht nur die Musik eine Reminiszenz an seine frühen Alben, auch die Anordnung auf der CD oder der LP deutet bereits auf einen gewissen „Retro-Charakter“ von „Return To Ommadawn” hin. Seit der Scheibe „Incantations” aus dem Jahr 1978 gab es keine LP-seitenfüllende Lieder mehr (nimmt man mal „Amarok“ aus, wobei es sich hier allerdings nur um ein einziges Lied handelte), die einfach mit dem Part 1 und Part 2 benannt wurden. Auf „Return To Ommadawn” war Mike Oldfield nun zur alten Vorgehensweise zurückgekehrt.

Und natürlich deutet auch der Name „Return To Ommadawn” auf sein Frühwerk, sein drittes Album „Ommadawn“ hin. Und – das ist das Schöne an diesem Album – es ist Mike Oldfield gelungen die ehemalige Musik, seine früheren Werke wieder aufleben zu lassen, ohne diese zu kopieren. Auch wenn „Return To Ommadawn” mit den alten Instrumenten von damals eingespielt wurde, so ist es keine Kopie der ersten Platten. Aber dieses Album hätte stilistisch absolut auch in der damaligen Zeit entstanden sein können. Es reiht sich perfekt ein in die Linie „Tubular Bells“ 1973, „Hergest Ridge“ 1974, „Ommadawn“ 1975 und „Incantations“ aus dem Jahr 1978.

Die Musik des Mike Oldfield klingt auf „Return To Ommadawn” sehr melancholisch und sentimental. Die Stimmung, welche hier transportiert wird ist keine helle, sondern sehr viel eher eine dunkle bis traurige. Und diese Stimmung, diese Atmosphäre geht sehr gut ins Ohr, ist trotz aller Melancholie überaus eingängig und melodiös und es macht einfach Spaß hier zuzuhören. Vor allen Dingen der erste Teil des Albums ist Mike Oldfield wunderschön gelungen. Warme Melodien umschweben das Ohr, jederzeit in der Lage zu beeindrucken. Selbstverständlich verstärkt sich dieses Gefühl noch mit jedem weiteren Durchlauf des Albums. Dabei klingt Teil 1 von „Return To Ommadawn” noch ein wenig gelungener, noch melodiöser und eingängiger als der zweite Teil. Dies jedoch auch nur marginal.

Als Album, auf welchem man wieder den alten Stil des Mike Oldfield hören würde, so wurde die Platte vor der Veröffentlichung beworben. Und man kann dieser Aussage nur zustimmen. Genau so klingt Mike Oldfield hier. Viel interessanter als so vieles andere, was in den 80er, 90er und 2000er Jahren von ihm veröffentlicht wurde. Er kann es definitiv noch. Dabei hat Mike Oldfield auf jegliche Gastmusiker verzichtet und das gesamte Album im Alleingang eingespielt. Sicherlich ebenfalls nicht alltäglich und gewiss besonders.

Fazit: Eine äußerst gelungene Scheibe ist „Return To Ommadawn” von Mike Oldfield geworden. Angefüllt mit Musik, die es so zum letzten Mal vor 40 Jahren zu hören gab. Aber es ist kein Aufguss, es ist neue Musik, die etwas Früheres noch ergänzt. Die beiden Stücke gehen ins Ohr und werden jeden Mike Oldfield Fan nicht nur unterhalten, sondern auch begeistern. Macht Spaß. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Das gesamte Album



Sonntag, 23. Oktober 2016

Mike Oldfield – Man On The Rocks




Mike Oldfield – Man On The Rocks


Besetzung:

Mike Oldfield – electric & acoustic guitars, bass guitar, backing vocals, keyboards


Gastmusiker:

Luke Spiller – lead vocals
John Robinson – drums
Leland Sklar – bass guitar
Matt Rollings – piano, hammond b-3
Michael Thompson – electric & acoustic guitars
Stephen Lipson – electric & acoustic guitars
Davy Spillane – whistles on "Moonshine"
Paul Dooley – violin on "Moonshine"
Bill Champlin – backing vocalist
Alfie Silas Durio – backing vocalist
Carmel Echols – backing vocalist
Rochelle Gilliard – backing vocalist
Judith Hill – backing vocalist
Kirsten Joy – backing vocalist
Jason Morales – backing vocalist
Louis Price – backing vocalist
Tiffany Smith – backing vocalist


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD1: 

1. Sailing (4:46)
2. Moonshine (5:49)
3. Man On The Rocks (6:10)
4. Castaway (6:34)
5. Minutes (4:51)
6. Dreaming In The Wind (5:28)
7. Nuclear (5:04)
8. Chariots (4:38)
9. Following The Angels (7:04)
10. Irene (3:59)
11. I Give Myself Away (5:10)


CD2 (Deluxe Edition):

1.Sailing (Instrumental) (4:47)
2. Moonshine (Instrumental) (5:49)
3. Man On The Rocks (Instrumental) (6:11)
4. Castaway (Instrumental) (6:38)
5. Minutes (Instrumental) (4:52)
6. Dreaming In The Wind (Instrumental) (5:33)
7. Nuclear (Instrumental) (5:04)
8. Chariots (Instrumental) (4:26)
9. Following The Angels (Instrumental) (7:06)
10. Irene (Instrumental) (3:59)
11. I Give Myself Away (Instrumental) (5:08)


Gesamtspieldauer CD1 (59:39) und CD2 (59:37): 1:59:16




„Man On The Rocks“ heißt das inzwischen bereits 25. Studioalbum des britischen Musikers Mike Oldfield. Am 3. März 2014 wurde die Scheibe auf dem Musiklabel Virgin EMI veröffentlicht, welche inzwischen einer Tochter der Universal Musik Group ist. Auf dieser Platte hört man Mike Oldfield, wie er irgendwie einen Bogen zurück in die 80er Jahre zu schlagen versucht, als er die Pop-Musik für sich entdeckte und mit jeder neuen Platte gleichzeitig auch eine Hitsingle à la „Five Miles Out“ oder „Shadow On Te Wall“ veröffentlichte.

Soweit, so gut. Nur, dass es dieses Mal mit „Man On The Rocks“ einfach nicht funktioniert. Auf diesem Album hört man Pop- bis Rock-Musik, die absolut radiotauglich ist und dabei im Mainstream der Bedeutungslosigkeit versinkt. Und das bedeutet noch nicht einmal, dass die hierauf enthaltenen Lieder schlecht sind. Sind sie nicht, aber sie sind langweilig, einfach belanglos. Großartig hängenzubleiben, das schafft keiner der Titel. Alles ist im Fluss, dieser ist jedoch begradigt und fließt in einem Betonbett. Kurz ist eine bestimmte Stelle da und dann auch schon wieder weg, einfach vergessen.

Mitunter wird das Ganze sogar richtiggehend unangenehm. Man hört das erste Stück „Sailing“ und fühlt sich an den deutschen Schlager erinnert. Im weiteren Verlauf der Nummer hört man schließlich auch die so typisch klingende Gitarre des Mike Oldfield, jedoch retten kann dies das Lied auch nicht mehr, wenn hier gleichzeitig weiter fröhlich ein fröhliches „Sähähäling, au, au, Sähähäling“ angestimmt wird. Schlimm. Richtig Überzeugendes kann ich auf „Man On The Rocks“ leider nicht ausmachen. Am besten klingt in meinen Ohren noch „Nuclear“. Ein Lied, welches wenigstens noch beim Hören selbst aufhorchen lässt. Der ganze Rest ist nicht immer katastrophal, allerdings immer sehr anbiedernd, dem Mainstream entsprechend, irgendwo im Niemandsland zwischen Pop und Rock angesiedelt. Mit dem Erwerb der Deluxe-Version des Albums bekommt man noch eine zweite CD mitgeliefert, auf der alle Titel nochmals instrumental nachzuhören sind. Ein klein wenig fragt man sich hier schon nach dem „Warum“. Oder versteht man die ganze Patte völlig falsch und diese ist für den Einsatz in einer Karaoke-Bar gedacht?

Fazit: „Man On The Rocks“, das fünfundzwanzigste Studio-Album des Mike Oldfield, ist alles andere als ein überzeugendes Album geworden. Darauf zu hören gibt es Allerwelts-Pop und -Rock. Langweilig zumeist, nichts enthaltend, was länger hängenbleibt. Klar, es gibt sehr viel schlechteren Pop, doch ein wenig traurig stimmt einen diese Platte dann schon. Nichtn weil sie so melancholisch oder sentimental wäre, sondern weil man weiß, was dieser Mike Oldfield schon für geniale Alben veröffentlichte. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Man On The Rocks, Castaway, Nuclear



Samstag, 14. Dezember 2013

Mike Oldfield – Crisis




Mike Oldfield – Crisis


Besetzung:

Mike Oldfield – guitars, fairlight, oberheim, dsx & dmx, simmons drums, bass, piano, prophet, farfisa, harp, mandolin, quantec room simulator, roland strings, adamus, acoustic bass, bells, tambourine, shaker, banjo, vocals


Gastmusiker:


Phil Spalding – bass
Anthony Glynne – guitars
Rick Fenn – guitars
Simon Phillips – drums, shaker, finger snaps, bells, tambourine, boots
Maggie Reilly – vocals
Jon Anderson – vocals
Pierre Moerlen – vibraphone, percussion
Roger Chapman – vocals
Tim Renwick – guitars
Tim Cross – keyboards
Morris Pert – percussion, keyboards
Barry Palmer – vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1983; Deluxe Edition 2013


Stil: Instrumentalmusik, Pop


Trackliste:

1. Crises (20:58)
2. Moonlight Shadow (3:39)
3. In High Places (3:34)
4. Foreign Affair (3:54)
5. Taurus 3 (2:26)
6. Shadow On The Wall (3:14)


Bonus Tracks (30th Anniversary Edition):

7. Moonlight Shadow (3:37)
8. Shadow On The Wall (3:24)
9. Mistake (2:57)
10. Crime Of Passion (4:12)
11. Jungle Gardenia (2:47)
12. Moonlight Shadow (5:17)
13. Shadow On The Wall (5:10)

Gesamtspieldauer: 1:05:07




Nach den ersten Hitparadenerfolgen mit „Five Miles Out“ legte Mike Oldfield gleich im darauffolgenden Jahr mit „Crises“ nach. Die Hits dieses Albums, welches 1983 erschien, hießen „Moonlight Shadow“, erneut gesungen von Maggie Reilly und „Shadow On The Wall“, wobei hier Roger Chapman den Titel einsang. Aber diese beiden Musiker waren nicht die einzigen bekannten Protagonisten, die sich auf diesem Album mit ihrer Stimme verewigten. Auch Jon Anderson von Yes ist zu hören und zwar beim Titel „In High Places”.

Das Album hat allerdings so gar nichts mehr mit progressivem Rock zu tun. Das, was auf “Crises” zu hören ist, das ist Pop-Musik, die manchmal auch ein wenig in die Richtung Rock abdriftet, wie beim bereits erwähnten Stück “Shadow On The Wall” mit Roger Chapman und zum Teil auch im Titeltrack. Was man den einzelnen Liedern dabei wahrlich nicht absprechen kann, ist die Eingängigkeit und Melodiösität, die vielen der Titel innewohnt. Nicht anders lässt sich auch der große Erfolg der Platte erklären.

Und klar, irgendetwas haben die Songs auch. Das kann man alles sehr gut anhören, manchmal nervt ein wenig dieser Plastik-Sound, der vielen der Lieder anhängt, aber die Nummern gehen nichtsdestotrotz schnell ins Ohr. Etwas Besonderes ist das allerdings aber auch nicht mehr. Genauso wenig wie der Titelsong “Crises”, von dem man alleine aufgrund der Länge vermuten würde, dass er in der Tradition Mike Oldfields durchaus dem Progressive Rock hinzuzuzählen wäre. Ist er aber nicht. Die Länge macht es hier nicht aus. Das Lied ist eher eine Instrumentalnummer, die nicht so recht weiß, was sie eigentlich will. Überaus langweilig und langatmig. Das Stück schafft es einfach nicht, den Hörer einzufangen. Das wirkt alles etwas konstruiert und auf die Schnelle hinzugefügt. Man erkennt dabei zwar, dass es ein Mike Oldfield Stück ist, was durch den Gitarrensound absolut unüberhörbar ist, aber interessanter wird der Titel dadurch leider auch nicht.

Zum 30. “Geburtstag” des Albums gibt es 2013 eine erweiterte Version von “Crises”. Neu abgemischt und mit einigen Zugaben versehen, die sich allerdings häufig als alternative Versionen der beiden Hits des Albums herausstellen. Dazu gesellt sich mit “Mistake” eine weitere Pop-Nummer, die dieses Mal allerdings auch nicht gelungen ist. “Jungle Gardenia” ist eine Art Chill-Out-Stück und lediglich “Crime Of Passion” kann hier wieder als Pop-Lied überzeugen. Hier singt Barry Palmer und dieser Song schafft es dann auch wieder besser hängenzubleiben.

Fazit: Ein Pop-Album mit einem Longtrack stellt „Crises“ dar. Eingängig allerdings nicht unbedingt essentiell. Mike Oldfield hat deutlich schlechtere Platten veröffentlicht. Jedoch auch schon deutlich bessere Scheiben. Somit liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Wer auf guten gemachten und melodiösen Pop steht, der kann mit dieser Platte wahrlich nichts falsch machen. Wer den Mike Oldfield von seinen Wurzeln her liebt, der wird wahrscheinlich beim Hören so seine Schwierigkeiten haben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Moonlight Shadow, In High Places, Shadow On The Wall



Sonntag, 8. Dezember 2013

Mike Oldfield – Five Miles Out




Mike Oldfield – Five Miles Out


Besetzung:

Mike Oldfield – guitars, bass, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Maggie Reilly – vocals
Rick Fenn – guitars
Tim Cross – keyboards
Morris Pert – percussion, keyboards
Mike Frye – percussion
Paddy Moloney – uileann pipes on “Taurus II”
Carl Palmer – percussion on “Mount Teidi”
Graham Broad – drums on “Five Miles Out”


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Instrumentalmusik, Pop


Trackliste:

1. Taurus II (24:45)
2. Family Man (3:46)
3. Orabidoo (13:04)
4. Mount Teidi (4:11)
5. Five Miles Out (4:23)


Bonus Track:

6. Waldberg (The Peak) (3:28)
7. Five Miles Out (Demo) (4:11)

Gesamtspieldauer: 57:46




Mit seinem 1982 erschienenen siebten offiziellen Studioalbum „Five Miles Out“, hat sich Mike Oldfield noch ein wenig mehr vom Progressive Rock verabschiedet und sich deutlich mehr dem Pop angenähert. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Titelstück gleich der erste richtige Single-Hitparadenerfolg des Mike Oldfield wurde, denn dieses Stück ist wahrlich eine Pop-Perle, die sofort ins Ohr geht. Die Nummer enthält noch die Zutaten des Mike Oldfield, seinen so typischen Sound, nur eben heruntergekürzt auf etwas mehr als vier Minuten Spieldauer und im Gewande der Pop-Musik. Der Titel ist spannend aufgebaut, in seinem Verlauf abwechslungsreich, was nicht nur an verschiedenen Gesangsstimmen, sondern auch an den unterschiedlichen Stimmungen liegt, die hier transportiert werden.

Eröffnet wird die Platte mit dem zweiten Teil der „Taurus-Trilogie“. Auch dieser Longtrack ist dabei sehr gelungen. Er kommt zwar qualitativ nicht mehr an die Stücke auf den ersten Veröffentlichungen des Mike Oldfield heran, kann jedoch auch durch seine Mannigfaltigkeit und Melodiösität punkten. Allerdings klingt die Nummer sehr poppig, was sicher der damaligen Zeit und dem Musikgeschmack Anfang der 80er geschuldet ist. „Family Man” ist ebenfalls eine Pop-Nummer, die hitparadentauglich fast schon einen discomäßigen Sound aufweist, auch wenn dieser ein klein wenig härter eingespielt wurde. Schön und gelungen ist hier auch wieder der Gesang der Maggie Reilly.

Mit „Orabidoo“ folgt im Anschluss ein zunächst sehr verträumter Instrumental-Titel, der sich im weiteren Verlauf in Bezug auf Rhythmus und Tempo steigert. Über allem liegt dabei wieder das Gespür des Mike Oldfield für Harmonie und Eingängigkeit. „Mount Teidi”, ebenfalls ein Instrumental-Stück, fällt dabei in die gleiche Kategorie: Zunächst etwas sphärisch, sich dann steigernd und immer auf Harmonie bedacht. Ursprünglich beschlossen wurde das Album dann vom bereits erwähnten Titel-Lied „Five Miles Out“.

Zwei Zugaben wurden der remasterten Fassung des Albums hinzugefügt. Zum einen ist dies eine Demo-Version von „Five Miles Out“, an der man sehr schön die Entwicklung ablesen kann, die dieser Titel bis zu seiner endgültigen Fertigstellung zu durchlaufen hatte. Bliebe schließlich noch „Waldberg (The Peak)“. Erneut ein Instrumentalstück, erneut melodiös, dieses Mal allerdings etwas platter und ein wenig anbiedernd, da allzu offensichtlich auf einfache Eingängigkeit getrimmt.

Fazit: Nun, während die ganz alten Mike Oldfield Fans spätestens hier die Hände über den Köpfen zusammenschlugen und in Deckung gingen, so eröffnete sich Mike Oldfield mit diesem Album einen neuen Hörerkreis. „Five Miles Out“ ist eindeutig als Mike Oldfield Album auszumachen, auch wenn die Musik dann doch so eine andere ist als jene, die er zu Beginn seiner Karriere einspielte. Trotzdem hat auch diese Platte etwas, was es lohnt gehört zu werden. Für Freunde des harmonischen Pops und einer unaufgeregten Instrumentalmusik durchaus zu empfehlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Orabidoo, Five Miles Out



Montag, 18. November 2013

Mike Oldfield – Tubular Bells III




Mike Oldfield – Tubular Bells III


Besetzung:

Mike Oldfield – guitars, synthesizers and programming


Gastmusiker:

Cara – vocals on “Man In The Rain”
Heather Burnett – additional vocals on “Man In The Rain”
Rosa Cedron – vocals on “The Inner Child
Amar – vocals on “The Source Of Secrets”, “Jewel In The Crown”, “Secrets”
Clodagh Symonds – vocals on “Far Above The Clouds”
Francesca Robertson – vocals on “Far Above The Clouds”


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Instrumental, Synthie Pop


Trackliste:

1. The Source Of Secrets (5:35)
2. The Watchful Eye (2:10)
3. Jewel In The Crown (5:45)
4. Outcast (3:50)
5. Serpent Dream (2:53)
6. The Inner Child (4:42)
7. Man In The Rain (4:03)
8. The Top Of The Morning (4:26)
9. Moonwatch (4:25)
10. Secrets (3:20)
11. Far Above The Clouds (5:30)

Gesamtspieldauer: 46:39




Musste das wirklich sein, dass Mike Oldfield sein 1998 erschienenes Album „Tubular Bells III“ nannte? Auf jeden Fall ist diese Tatsache kaum nachvollziehbar, denn die Scheibe hat mit dem 1973 erschienen Album „Tubular Bells“ ungefähr so viel gemein wie der Mond mit einem Glas Honig. Genau, gar nichts. Dies gilt übrigens auch für diesen dritten Teil und „Tubular Bells II“, welches sechs Jahre zuvor entstand und durchaus noch mit „gut“ bezeichnet werden kann. Aber „Tubular Bells III“? Okay, auch auf dieser Platte befindet sich Musik, allerdings bewegt sich Herr Oldfield hier schon sehr in Synthie-Pop-Gefilden. Aber der Name macht es ja, die Überschrift „Tubular Bells“ verkauft sich eben gut.

Nun dieser synthetische Klang nervt auf die Dauer einfach nur noch, ganz schwach und ab und an kann man dabei auch Klangstrukturen aus dem Original heraushören, diese sind jedoch mittels eines Synthesizers so etwas von „verpoppt“ worden, dass es einem schwerfällt nicht die Aus-Taste des CD Players zu betätigen. Klingt es dann mal anders, als beim großen Vorbild, bewegt sich die Musik sphärisch durch den Raum und erinnert ein wenig an Chill-Out-Musik. So etwas hört man auf der Massagebank einer esoterisch angehauchten Physiotherapeutin.

Somit stellt sich beim Hörer schnell die große Langeweile ein und man fragt sich, was Mike Oldfield mit diesem Werk bezwecken wollte. Seinen Namen ruinieren? Schwierig, denn dafür hat er wahrlich schon viel zu viel geniale Musik komponiert, aber dieses Album ist ein deutlicher und ganz tiefer Ausschlag nach unten, wenn man die Qualität vieler anderer Platten des Engländers berücksichtigt. Und dann gibt es da auch noch einen Titel, der so völlig aus dem Rahmen fällt: „Man In The Rain“. Das klingt wie eine, ein klein wenig variierte Kopie von “Moonlight Shadow“ mit Maggy Reilly. Sogar die Stimme der Sängerin mit dem Namen Cara klingt sehr nahe an der der Maggy Reilly.

Richtig gut gelungen, da weitestgehend ohne diesen plastikmäßigen Sound auskommend, ist die Pianonummer „The Top Of The Morning“. Zwar nervt auch hier dieses künstliche Schlagzeuggeräusch im Hintergrund, trotzdem hat dieser Titel etwas, nämlich eine schöne Melodie, die ihn hörenswert werden lässt.

Fazit: Wahrscheinlich würde man als Musikhörer dem Album noch ein wenig entspannter lauschen, wäre da nicht der Titel der Platte: „Tubular Bells III“. Genau damit hat dieses Werk hier aber so gar nichts zu tun. Vielmehr ist das Synthie-Pop mit Ambient vermischte Musik, die es noch nicht einmal schafft, diese beiden Genres konsequent durchzuziehen. Schade, sehr langweilig und nicht gelungen. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Man In The Rain, The Top Of The Morning





Freitag, 1. November 2013

Mike Oldfield – Tubular Bells II




Mike Oldfield – Tubular Bells II


Besetzung:

Mike Oldfield – electric guitar, classical guitar, flamenco guitar, 12 string guitar, acoustic guitar, mandolin, banjo, double speed guitar, grand piano, hammond organ, synthesizers and programming, timpani, glockenspiel, triangle, tambourine, cymbals, toy percussion, handclaps, orchestral bass drum, vocals and tubular bells


Gastmusiker:

Jamie Muhoberac – additional keyboards, noises, drum loops
John Robinson – drums (Altered State)
Susannah Melvoin – vocals
Edie Lehman – vocals
Sally Bradshaw – vocal solo
P.D. Scots Pipe Band and Celtic Bevy Band – bagpipes


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Instrumental, Progressive Rock


Trackliste:

1. Sentinel (8:08)
2. Dark Star (2:16)
3. Clear Light (5:48)
4. Blue Saloon (3:00)
5. Sunjammer (2:33)
6. Red Dawn (1:50)
7. The Bell (7:00)
8. Weightless (5:43)
9. The Great Plain (4:48)
10. Sunset Door (2:24)
11. Tattoo (4:15)
12. Altered State (5:13)
13. Maya Gold (4:01)
14. Moonshine (1:42)

Gesamtspieldauer: 58:40




Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, das 1992 veröffentlichte Album von Mike Oldfield kommt nicht an das Original aus dem Jahr 1973 heran. Und ein zweites Mal „Nein“, denn Tubular Bells II ist nicht etwa eine Kopie des Originals, welches hier nur mit den neuen technischen Möglichkeiten knapp zwanzig Jahre später erneut eingespielt wurde. Tubular Bells II steht sehr selbstständig da, auch wenn immer wieder, vom Anfang bis zum Ende der Platte, Reminiszenzen an den Vorgänger aufgegriffen und verarbeitet werden, um dann wieder mehr Eigenständigkeit zu entwickeln.

So ist Tubular Bells II ein Album, welches nicht nur vom Aufbau her die ursprüngliche Tubular Bells Platte kopiert. Auch die Stimmungen werden entsprechend in den einzelnen Teilen wiedergegeben. Allerdings ist die Musik nicht 1:1 übertragen worden, sie wird hier variiert dargeboten, sodass sie zwar stets an die Platte aus dem Jahre 1973 erinnert, dabei jedoch die einzelnen musikalischen Themen variiert. Und so sind die Anlehnungen nicht überhörbar, neue Elemente lassen sich jedoch auch ausmachen. Mal singt zum Beispiel Sally Bradshaw ihre „Aaahs“ so schön, dass man glaubt gerade einen Auszug eines Titels von Ennio Morricone zu hören, der wieder einen Italo-Western vertont hat. Auch der Abschluss wurde dieses Mal anders gewählt und variiert. Da, wo man beim Original die Hornpipes hörte, da gibt es jetzt für knappe zwei Minuten Country Musik in Reinkultur zu hören.

Die Musik wirkt hier in ihrer Gesamtheit nicht ganz so ausdrucksstark wie beim Original. Das wiederum kann allerdings auch damit zusammenhängen, dass das Original dem Hörer eben weitaus bekannter und damit auch deutlich vertrauter ist. Mike Oldfield meinte zur Platte, dass diese so klingen würde, wie Tubular Bells hätte klingen sollen. Somit hat man als Fan der Musik von Mike Oldfield Glück gehabt, dass die technischen Möglichkeiten Anfang der 70er Jahre noch nicht so überragend waren und man dadurch in den Genuss zweier dieser Werke kommt.

Fazit: Wem Tubular Bells gefallen hat, dem wird auch Tubular Bells II gefallen. Mit Sicherheit nicht gleichwertig, trotzdem ist die Platte eine schöne Ergänzung zum Original. Irgendwie kopiert zwar, aber dann doch wieder nicht, eher variiert. Aber was soll’s. Für Freunde der Musik von Mike Oldfield mit Sicherheit ein überaus lohnender Kauf. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Wie meist bei Mike Oldfield: Muss man durchhören.





Montag, 10. Juni 2013

Mike Oldfield – Voyager




Mike Oldfield – Voyager


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Maire Breatnach – fiddle
London Voices – choir
Noel Eccles – percussion
Liam O'Flynn – uillean pipes
Chris Apps, Roger Huth, Ian Macey, Bob MacIntosh – highland pipes
Sean Keane – fiddle
London Symphony Orchestra – orchestra
Matt Molloy – flutes, tin whistles
John Myers – tin whistle, fiddle
David Spillane – uillean pipes, low whistle


Label: Warner Music UK Ltd.


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Folk, Chill-Out, New Age


Trackliste:

1. The Song Of The Sun (4:33)
2. Celtic Rain (4:41)
3. The Hero (5:04)
4. Women Of Ireland (6:30)
5. The Voyager (4:26)
6. She Moves Through The Fair (4:07)
7. Dark Island (5:44)
8. Wild Goose Flaps Its Wings (5:05)
9. Flowers Of The Forest (6:03)
10. Mont St. Michel (12:19)

Gesamtspieldauer: 58:31




1996 veröffentlichte Mike Oldfield sein siebzehntes Studioalbum unter dem Titel „Voyager“. Dieses Werk klingt kurz gesagt wie eine Mischung seines vorherigen Albums „The Songs Of Distant Earth“ gepaart mit irischer Folklore. Die Platte wäre der perfekte Hintergrund, würde man die musikalische Untermalung für einen Film über Irland suchen. Man hätte den idealen Soundtrack gefunden und müsste ihn gar nicht mehr selbst komponieren lassen.

Alles auf „Voyager“ ist ruhig und sanft und plätschert leider auch ein wenig so vor sich hin. Viele der Titel beruhen auf traditionellen Stücken, die von Mike Oldfield neu bearbeitet wurden. Und genau wie beim Vorgängeralbum, so eignet sich auch diese Platte perfekt als Hintergrundmusik. Im Vordergrund kann man jede Menge andere Dinge treiben. Essen, sich unterhalten, ein Buch lesen, zum Fenster rauskucken, Auto fahren, vor sich hinträumen. Fast hätte ich jetzt sogar „Musik hören“ geschrieben, so unaufdringlich wirkt das Ganze.

Das ist wohl auch das Manko der Scheibe, die sicherlich kleine schlechte Musik enthält. Allerdings enthält sie eben auch keine packende Musik. Irischer Folk klingt gut, kann mitunter auch kraftvoll und treibend und mitreißend sein. Auf diese eher schnelleren Töne hat Mike Oldfield auf „Voyager“ aber wohl ganz bewusst verzichtet. Das Album sollte „fließen“ und das ist etwas, was man der Platte wahrlich auch nicht absprechen kann.

Etwas Abwechslung in sich birgt da auf jeden Fall noch der letzte Titel des Albums „Mont St. Michel“. Das Gitarrenspiel Mike Oldfields ist hier grandios und auch das Orchester wirkt dort sehr kraftvoll. Natürlich ist auch dieses Lied wie der Rest der Platte sehr eingängig, kann aber immerhin auch mit etwas flotteren Abschnitten aufwarten.

Fazit: Mit dieser Unaufgeregtheit und Unaufdringlichkeit streift dieses Werk Mike Oldfields allerdings auch wieder haarscharf an der Langeweile vorbei. Das ist keine Musik, die sich irgendwie festsetzt, immer wieder gehört werden will. Das ist zwar irgendwie schöne Musik, leider aber auch Musik, die nur mal eben so mitläuft. Einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wild Goose Flaps Its Wings, Mont St. Michel




Donnerstag, 30. Mai 2013

Mike Oldfield – The Songs Of Distant Earth




Mike Oldfield – The Songs Of Distant Earth


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Mark Rutherford – additional rhythm loops
Sugar J – additional rhythm loops
Pandit Dinesh – tablas
Molly Oldfield – keyboards
Cori Josias – vocals
Ella Harper – vocals
David Nickless – vocals
Roame – vocals
Members Of "Verulam Consort" – vocals
The Tallis Scholars – vocals


Label: Warner Music UK Ltd.


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Instrumentalmusik, Chill-Out, New Age


Trackliste:

1. In The Beginning (1:24)
2. Let There Be Light (4:58)
3. Supernova (3:24)
4. Magellan (4:41)
5. First Landing (1:16)
6. Oceania (3:20)
7. Only Time Will Tell (4:27)
8. Prayer For The Earth (2:10)
9. Lament For Atlantis (2:44)
10. The Chamber (1:48)
11. Hibernaculum (3:33)
12. Tubular World (3:22)
13. The Shining Ones (3:00)
14. Crystal Clear (5:43)
15. The Sunken Forest (2:38)
16. Ascension (5:49)
17. A New Beginning (1:37)

Gesamtspieldauer: 55:51




„The Songs Of Distant Earth“ ist bereits das sechzehnte Studioalbum des Briten Mike Oldfield. Und diese Platte ist mal wieder eine, die ein wenig aus dem Rahmen fällt im Gesamtkatalog Mike Oldfields. Im Grunde hört man hier nämlich Entspannungsmusik, Chill-Out Klänge, für welche „Michael Altfeld“ bisher noch nicht so unbedingt bekannt war.

Siebzehn Lieder zum Relaxen werden dem Hörer auf „The Songs Of Distant Earth“ geboten. Diese variieren allerdings genreübergreifend. Da hört man sphärische Töne, neben Klängen, die an Enigma- oder aber Vangelis-Musik erinnern, man hört den Astronauten William Alison Anders, der während einer Apollo-Mission aus der Schöpfungsgeschichte vorliest, man hört einen Eingeborenen-Chor und dann wieder Choräle, die in der Art gregorianischer Gesänge dargeboten werden.

Ein bunter Stilmix wird hier also geboten, der zugegebenermaßen allerdings irgendwie zusammenpasst und aufeinander abgestimmt ist. Das Ganze wirkt so wie ein sehr langes Lied, bei dem die einzelnen Teile ineinanderfließen. Die verschiedenen Stücke gehen auch tatsächlich lückenlos ineinander über, was den Eindruck noch verstäkt, dass es sich bei all dem, was auf "The Songs Of Distant Earth" zu hören ist, um eine einzige lange und abwechslungsreiche Nummer handelt.

Fazit: „The Songs Of Distant Earth“ ist für mich ein echter Beißer. Das ist alles nicht schlecht, was man da hört, aber auch nicht wirklich bewegend. Die Musik läuft auch ständig Gefahr zu langweilen, da alles, trotz der unterschiedlichen Stilmittel, dann doch wieder sehr ähnlich klingt. Gut zu gebrauchen ist die Platte als Hintergrundmusik. Völlig unaufgeregt läuft die Platte nebenbei und man kann sich dabei bestens unterhalten, ein Buch lesen oder eben relaxen. Aber Musik soll auch unterhalten. Aber unterhalten werde ich durch „The Songs Of Distant Earth“ seltsamerweise nicht richtig. Eher begleitet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Let There Be Light, Oceania, Tubular World, The Shining Ones, Ascension