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Donnerstag, 4. Januar 2018

Chris de Burgh – High On Emotion - Live From Dublin




Chris de Burgh – High On Emotion - Live From Dublin


Besetzung:

Chris de Burgh – guitar, piano, vocals


Gastmusiker:

Ian Kojima – guitar, keyboards, saxophone, background vocals
Al Marnie – bass, background vocals
Danny McBride – guitar, background vocals
Glenn Morrow – keyboards, background vocals
Jeff Phillips – drums


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Pop, Rock, Live


Trackliste:

1. Last Night (7:12)
2. Sailing Away (5:15)
3. The Revolution (4:03)
4. I'm Not Scared Anymore (4:40)
5. Spanish Train (6:00)
6. Borderline (4:51)
7. The Risen Lord (3:35)
8. The Last Time I Cried (6:16)
9. The Lady In Red (4:07)
10. A Spaceman Came Travelling (3:43)
11. Patricia The Stripper (4:21)
12. Missing You (4:26)
13. Say Goodbye To It All (5:59)
14. Don't Pay The Ferryman (4:11)
15. High On Emotion (5:10)

Gesamtspieldauer: 1:13:56




Neben bisher einundzwanzig Studioalben, neun Kompilationsplatten, sieben Videos beziehungsweise DVDs hat der Ire Chris de Burgh bis zum heutigen Tage auch  noch vier Live-Alben veröffentlicht. Das zweite Album dieser Reihe heißt „High On Emotion - Live From Dublin”, erschien am 11. September 1990 auf dem Plattenlabel A&M Records und wurde in Großbritannien mit zwei Mal Platin ausgezeichnet.

Die Soundqualität des Albums ist sehr gut geraten, auch die Fans des Chris de Burgh hört man gut. Während der Lieder hauptsächlich durch ein rhythmisches Mitklatschen, manchmal auch beim Mitsingen an exponierten Stellen. Die Begeisterungsstürme sind noch deutlich enthusiastischer am Anfang und Ende der Lieder zu hören, wobei sich das Publikum anscheinend zu 95% aus sehr jungen und weiblichen Zuschauern zusammenzusetzt, denn das zweitweise Gekreische klingt ziemlich schrill. Die Annahme mit den weiblichen Fans kann jedoch durchaus auch falsch sein, vielleicht sind das auch alles Jungs vor dem Stimmbruch, die hier die Musik feiern.

„High On Emotion - Live From Dublin” klingt ein wenig rockiger, als die entsprechende Musik auf den Studioalben. Leider werden gerade solch schöne Titel wie „Spanish Train“ oder „A Spaceman Came Travelling“ auf dem Album in Versionen vorgeführt, die die Magie der Stücke völlig zerstört. Da spielt Chris de Burgh mal den Geschichtenerzähler und verzichtet fast völlig auf die Musik oder er lässt gleich die Kreischenden singen. Und dann gibt es natürlich auch noch diese Schmalzlieder wie „Missing You“, die dagegen fast 1:1 zur Studioversion umgesetzt werden. Somit bleibt oftmals nichts als Frust nach dem Hören der Lieder. Die schönen Stücke wurden schlecht eingespielt und die zuckersüßen und langweiligen Liebes-Pop-Songs werden dagegen in derselben, poppigen Version wie auf dem Studioalbum wiedergegeben. Schade. Zwei Stücke der Doppel-LP-Veröffentlichung fehlen übrigens auf der CD-Ausgabe. Dies wären die Titel „Lonely Sky“ und „The Ballroom Of Romance“. Der Grund hierfür ist die fehlende Kapazität einer CD, die nach knapp 80 Minuten Spielzeit eben ausgereizt ist.

Fazit: „High On Emotion - Live From Dublin” ist ein Album für die Teilnehmerinnen am damaligen Konzert oder für den Chris de Burgh Fan schlechthin geworden. Für alle anderen Musikhörerinnen und Musikhörer ist das Ganze eher langweilig. Die Liedauswahl fokussiert sich mehr auf die Pop-Liedchen der 80er Jahre und wenn doch mal ein Lied der 70er Jahre gespielt wird, dann in einer Version, die man nicht unbedingt braucht. Ziemlich überflüssig. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Revolution, The Last Time I Cried



Sonntag, 17. Dezember 2017

Chris De Burgh – Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh




Chris De Burgh – Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. This Waiting Heart (4:09)
2. Don't Pay The Ferryman (3:24)
3. Fire On The Water (4:27)
4. Sailing Away (4:59)
5. The Lady In Red (4:17)
6. Borderline (4:33)
7. Say Goodbye To It All (5:04)
8. One Wort (Straight To The Heart) (4:31)
9. A Spaceman Came Travelling (5:02)
10. Ship To Shore (3:48)
11. Missing You (4:08)
12. Diamond In The Dark (3:31)
13. Tender Hands (4:28)
14. The Getaway (3:50)
15. Where Peaceful Waters Flow (3:53)
16. High On Emotion (4:25)

Gesamtspieldauer: 1:08:36



„Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ ist das dritte Kompilationsalbum des Iren Chris de Burgh und erschien im Jahr 1989. Inzwischen gibt es eine zweistellige Anzahl solcher „Best Of…“-Alben des irischen Musikers. „Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ wurde auf A&M Records veröffentlicht und beinhaltet hauptsächlich die doch sehr poppigen Stücke der 80er Jahre aus den Alben „The Getaway“, „Man On The Line“, „Into The Light“ und „Flying Colours“, um die Karriere des Iren nochmals so richtig anzukurbeln.

Selbstverständlich konnte es sich das Management des Chris de Burgh nicht verkneifen, diesem „The Very Best Of Chris De Burgh“ gleich noch zwei bisher unveröffentlichte Titel beizumischen. „This Waiting Heart“ und „Diamond In The Dark“ heißen diese und sind ganz bestimmt keine Hits, sondern sehr viel eher unterdurchschnittlicher Pop. Langweilige Pop-Liedchen, die diesem Album beigefügt wurden, damit die Fans, die die anderen Studioalben des Iren bereits besitzen, nochmals dazu verleitet werden, sich auch diese Scheibe zuzulegen. Nicht nett, aber wenn die Kunden es kaufen, trotzdem alles richtig gemacht.

Am ehesten kann man diese Platte noch mit deutschem Schlager, der auf Englisch eingesungen wurde, vergleichen. So klingt die Musik an vielen Stellen, die Aussagen der Texte weisen ebenso darauf hin. Viel zu häufig hört man hier ein synthetisches Schlagzeug und die ganze Musik driftet in die unendliche Belanglosigkeit ab. Lediglich ein paar ältere Stücke heben hier noch das Niveau – ganz schaffen sie dies allerdings auch nicht mehr, denn auch bei diesen Titeln lässt die Auswahl, bis auf „A Spaceman Came Travelling“, sehr zu wünschen übrig. Natürlich sind die „Hits“ des Chris de Burgh aus der Zeit der 80er Jahre vorhanden. Lieder wie „The Lady In Red“, „Ship To Shore“ oder „High On Emotion“ fehlen nicht. Wenn einen Chris de Burgh mit derartigen Liedern allerdings bereits als Hörer verloren hatte, man genau diese Titel jedoch hier als positive Nummern heraushört, dann sagt dies einiges über den Rest dieses Kompilationsalbums aus. Der Rest ist nämlich wahrlich schlecht, absolut kommerzieller Radio-Pop, langweilig bis in den letzten Takt hinein. Die 80er Jahre konnten musikalisch gesehen wahrlich hart sein.

Fazit: Ein weiteres „Greatest Hits“-Album stellt „Spark To A Flame“ dar. Dieses Mal liegt der Fokus mehr auf den 80er Jahren der Karriere des Chris de Burgh. Das bedeutet nichts Gutes, wenn man diesen einfallslosen und banalen Pop nicht so mag. Klar, man kann das irgendwie nebenbei hören, doch das ist wahrlich selten der Sinn von Musik. „Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ ist ein rein kommerzielles Marketingprodukt, welches noch um zwei neue Lieder ergänzt wurde, um einen zusätzlichen Kaufanreiz zu schaffen. Zu allermeist langweilt das Ganze sehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: A Spaceman Came Travelling



Dienstag, 21. November 2017

Chris de Burgh – The Hands Of Man




Chris de Burgh – The Hands Of Man


Besetzung:

Anastacia – vocals, piano, guitars


Gastmusiker:

Nigel Hopkins – keyboards & orchestral arrangements
Neil Taylor – guitars
Phil Palmer – guitars
Ed Poole – bass guitar
Geoff Dugmore – drums
Jakko Jakszyk – backing vocals
Ffion Wilkins – backing vocals
Mark White – trumpet
Jay Craig – clarinet
Geoffrey Richardson – tenor banjo, violins & viola


Label: Rockware


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop


Trackliste:

Sunrise:

1. The Hands Of Man (4:45)
2. There Goes My Heart Again (3:23)
3. Big City Sundays (3:25)
4. Where Would I Be? (4:00)
5. The Ghost Of Old King Richard (2:54)
6. The Candlestick (3:41)
7. Through These Eyes (3:02)
8. The Keeper Of The Keys (4:54)

9. Meridiem (2:08)

Sunset:

10. Letting Go (3:18)
11. When The Dream Is Over (3:35)
12. Empty Rooms (3:36)
13. The Bridge (4:20)
14. The Fields Of Agincourt (5:04)
     The Call Of Arms
     The Battle Joined
     Victory
15. One More Goodbye (3:16)

Gesamtspieldauer: 55:27



„The Hands Of Man“ heißt das zwölfte Studioalbum des irischen Musikers Chris de Burgh. Es erschien am 20. Oktober 2014 auf dem Plattenlabel Rockware. In Deutschland kletterte die Scheibe immerhin bis auf Platz 8 der Charts, im Vereinigten Königreich erreichte das Album jedoch lediglich Platz Nummer 71. Auf „The Hands Of Man“ hört man Pop-Musik, die allerdings stilistisch einen Schritt zurück in die musikalische Anfangszeit des Chris de Burgh bedeutet, was durchaus positiv hervorzuheben ist. Die kommerzielle Anbiederei fehlt auf diesem Album.

Den Titel des „irischen Weichspülers“ erhält Chris de Burgh mit „The Hands Of Man“ allerdings einmal mehr zu Recht. Rockig klingt auf diesem Album so gut wie nichts mehr. Alles ist mit musikalischen Weichzeichnern versehen, die hier in Form von vielen, vielen Streichern und weiteren Orchesterinstrumenten auftreten. Zum Teil wurde dabei auf der Platte leider deutlich zu tief in die Kiste mit der Aufschrift „sanfte Harmonie“ gegriffen. Der sehnsüchtige, sanfte, mitunter auch mal etwas zu weiche Gesang des Chris de Burgh trägt in Verbindung mit so manchem Text noch weiter zu diesem Bild bei.

Allerdings gibt es auch die schönen Momente auf „The Hands Of Man“. Die mittelalterlichen inhaltlichen Themen wurden erneut, wie schon auf den ganzen frühen Alben des Iren, aufgegriffen und sehr schön musikalisch umgesetzt, ohne daraus Mittelaltermusik zu machen. In diesem Fällen, wie beim eingängigen, melodischen und spannenden „The Ghost Of Old King Richard“, ist das wunderbar gelungen. Ein Lied, welches fast etwas nach Folk klingt. „Meridiem” ist dagegen ein kurzes Instrumentalstück, das einzige dieser Art auf der Platte. Eine sehr schöne und sanfte Piano-Nummer, garniert mit einigen Harfen- und Oboen-Klängen. Dass man diese Mittelalterschiene auch ein wenig überspitzen kann, zeigt Chris de Burgh mit dem Titel „The Fields Of Agincourt“. Zu martialisch, zu viel Orchester. „Empty Rooms“, ebenfalls mit Orchester eingespielt, ist dagegen so zuckersüß und eingängig gehalten, dass man sich als Mann fast schämt, zuzuhören. Schön klingt es dabei allerdings trotzdem. Das Weihnachtslied „When The Dream Is Over“ hätte dann aber wirklich nicht mehr sein müssen.

Fazit: Sehr sanft und weich ist das zwölfte Studioalbum des Chris de Burgh geraten. Praktisch jeder der fünfzehn Titel ist melodiös und eingängig. Manchmal ist ein Lied jedoch derart eingängig und fast schon zuckersüß geraten, dass es sich an der Grenze zum Kitsch entlanghangelt, diese sogar mal überschreitet. Die rein poppigen Nummern fehlen fast vollständig auf „The Hands Of Man“. Das wiederum wird den Hörerinnen und Hörern der Musik von Chris de Burgh ab den späten 80er Jahren weniger gefallen. Jenen Fans der ersten Alben des Iren dafür umso mehr. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Ghost Of Old King Richard, Meridiem, Empty Rooms



Samstag, 28. November 2015

Chris de Burgh – Man On The Line




Chris de Burgh – Man On The Line


Besetzung:

Chris de Burgh – guitar, vocals


Gastmusiker:

Tina Turner – vocals
Rupert Hine – synthesizer, vocals, orchestral arrangements
John Giblin – bass
Howard Jones – piano
Ian Kojima – synthesizer, guitar, saxophone
Al Marnie – bass, vocals
Danny McBride – guitar
Trevor Morais – drums
Glenn Morrow – synthesizer
Phil Palmer – guitar
Jeff Phillips – drums, percussion


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Ecstasy Of Flight (I Love The Night) (4:01)
2. Sight And Touch (3:14)
3. Taking It To The Top (4:00)
4. The Head And The Heart (3:59)
5. The Sound Of A Gun (4:29)
6. High On Emotion (4:26)
7. Much More Than This (2:57)
8. Man On The Line (4:25)
9. Moonlight And Vodka (3:39)
10. Transmission Ends (5:59)

Gesamspieldauer: 41:04




Mit seinem siebten Album, „Man On The Line“ räumte der Ire Chris de Burgh einmal mehr charttechnisch so richtig ab, denn auch diese Platte belegte in Deutschland Platz Eins der Album-Hitparaden und wurde mit Platin ausgezeichnet. Gleichzeitig war Chris de Burgh allerdings nochmal sehr viel angepasster geworden, das ganze Album klingt geradezu so, als wolle jeder einzelne Titel darauf dauernd im Radio gespielt werden. War das Vorgängeralbum „The Getaway“ schon ein großer Schritt in diese Richtung des kommerziellen Pops, so war Chris de Burgh mit diesem Album hier jetzt angekommen.

So, damit könnte ich jetzt im Grunde genommen schon aufhören. „Man On The Line“ ist ein Mainstream-Pop-Album, welches einfach nur nervt. Darauf klingt Chris de Burgh mal poppig, in einer Art und Weise, die man auch in Discos auflegen könnte. Dann allerdings hört sich das alles sehr, sehr süßlich an, irgendwie klebrig. Spaß macht das definitiv keinen mehr, zumindest nicht, wenn man auf etwas anspruchsvollere Musik steht oder diese Scheibe mit früheren Werken des Iren vergleicht. Aber was soll es schon, der Erfolg gab ihm ja Recht. Stromlinienförmig muss es sein, ganz schnell ins Ohr gehend, ohne Ecken und Kanten. All das, genau diese Musik gibt es auf „Man On The Line“. Erfolgreicher Pop sicherlich, jedoch keine begeisternde Musik mehr.

Fazit: Wenn ich gefragt werde, welches Album langweilt Dich, dann kann es durchaus sein, das mir ganz spontan „Man On The Line“ von Chris de Burgh einfällt – wundern würde es mich zumindest nicht. Die Platte ist angefüllt bis oben hin mit Kommerz-Pop. Lieder befinden sich darauf, die geradezu danach schreien im Radio in der Endlosschleife zu laufen. Die dazu notwenige Länge haben sie, diese schnelle Eingängigkeit ohne jegliche Tiefe auch. So kreiert man musikalische Verkaufsschlager. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Sight And Touch, The Sound Of A Gun, Moonlight And Vodka



Donnerstag, 22. Oktober 2015

Chris De Burgh – The Getaway




Chris De Burgh – The Getaway


Besetzung:

Chris de Burgh – vocals, 6 and 12 string guitars, piano


Gastmusiker:

Rupert Hine – synthesizers, percussion, orchestral arrangements, backing vocals
John Giblin – bass
Steve Negus – drums
Phil Palmer – electric and acoustic guitar
David Caddick – piano (on "I´m Counting On You")
Tim Wynveen – electric and acoustic guitars on "Crying And Laughing", "Living On The Island", "Light A Fire" and "Liberty"
Anthony Thistlethwaite – saxophones
Stephen W. Tayler – woodwinds, saxophones
Nigel Warren-Green – cello (on "I´m Counting On You")
Anthony Head – additional vocals
Sue Wilkinson – additional vocals
Diane Davison – additional vocals
Miriam Stockley – additional vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Don't Pay The Ferryman (3:48)
2. Living On The Island (3:31)
3. Crying And Laughing (4:33)
4. I'm Counting On You (4:27)
5. The Getaway (3:52)
6. Ship To Shore (3:49)
7. All The Love I Have Inside (3:18)
8. Borderline (4:37)
9. Where Peaceful Waters Flow (3:54)
10. The Revolution (1:46)
11. Light A Fire (2:08)
12. Liberty (5:02)

Gesamtspieldauer: 44:47




Zum Teil, ist das schon starker Tobak, was uns der „irische Weichspüler” Chris de Burgh hier, auf seinem sechsten Album mit dem Titel „The Getaway“, präsentiert. Die Platte wurde im Dezember 1982 veröffentlicht und enthält neben eingängigen Pop-Nummern auch einige Schmusesongs sowie gegen Ende der Platte Stücke, die an frühere Alben des Iren erinnern und sehr überzeugen.

Mit solchen Nummern wie „Don't Pay The Ferryman“ oder „Ship To Shore” wird man natürlich auch gerne im Radio gespielt. Eingängig und sehr simpel, bleiben solche Titel leicht im Ohr hängen. Gefallen muss einem das natürlich nicht unbedingt, denn spannende Musik sieht definitiv anders aus. Jedoch verkauft sich solch ein kommerzieller Brei natürlich klasse, nicht umsonst war „The Getaway“ die erste Platte des Chis de Burgh, die es in Deutschland bis auf Platz 1 schaffte. Drei weiteren Alben des Schmuserockers sollte dieses Kunststück in Deutschland ebenfalls noch gelingen.

Sehr schmalzig wird es auch immer wieder mal, dabei sind diese Titel durchaus gelungen und gehen ins Ohr. Nicht alle, aber wer bei „I'm Counting On You“ nicht zum Taschentuch greifen muss, die oder der scheint gewiss ein Herz aus Stein zu haben. Wahnsinn, wie rührselig ein Lied sein kann – und trotzdem ins Ohr geht. Für so etwas müsste sich eigentlich ein „Rocker“ schämen. Nun, und spannend wird es dann richtig am Ende der Scheibe mit den zusammengehörenden Titeln „The Revolution“, „Light A Fire“ und „Liberty“. Im Grunde genommen stellen diese drei Lieder eines dar. Auch auf den unterschiedlichen Ausgaben des Albums, wurden diese Nummern ganz unterschiedlich geschnitten. Hier klingt Chris de Burgh jetzt wieder nach „Crusader“ oder „Spanish Train“. Mehrere Themen entwickeln sich, eine Geschichte wird erzählt und man hört glücklicherweise mal keinen Liebessingsang. Sehr gelungen.

Fazit: Von wirklich überzeugend bis hin zu „Oh weh, muss das jetzt sein?“ reicht die Palette der Lieder auf „The Getaway“. Man muss zwar nicht stürmend den Raum verlassen, wenn so mancher Titel angespielt wird, bei der einen oder anderen Nummer lohnt sich die Fernbedienung jedoch definitiv. Dann gibt es allerdings auch so tolle Titel, wie die drei Stücke am Ende der Platte oder das unfassbar weiche „I'm Counting On You“. Gar nicht einfach diese Platte, irgendwie scheint da etwas für jede und jeden dabei zu sein. Acht Punkte.

Anspieltipps: I'm Counting On You, The Revolution, Light A Fire, Liberty



Donnerstag, 23. Juli 2015

Chris de Burgh – Eastern Wind




Chris de Burgh – Eastern Wind


Besetzung:

Chris de Burgh – guitar, vocals


Gastmusiker:

Lisa Dal Bello – background vocals
Dick Heckstall-Smith – percussion
John Helliwell – saxophone
Al Marnie – bass, vocals
Glenn Morrow – synthesizer
Colina Phillips – background vocals
Jeff Phillips – drums, percusion
Erik Robertson – keyboards
Sharon Williams – background vocals
Tim Wynveen – guitar, vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Traveller (4:11)
2. The Record Company Bash (3:54)
3. Tonight (3:28)
4. Wall Of Silence (3:48)
5. Flying Home (3:59)
6. Shadows And Lights (3:11)
7. Sailor (4:15)
8. Some Things Never Change (3:14)
9. Tourist Attraction (3:09)
10. Eastern Wind (5:17)

Gesamtspieldauer: 38:36




„Eastern Wind“ heißt das fünfte Album des Iren Chris de Burgh und es erschien im Jahr 1980. Und auf dieser Scheibe macht Chris de Burgh seinem Ruf, ein „Schmuserocker“ zu sein, wahrlich alle Ehre. Zwar wird mitunter auch mal das Tempo bei einzelnen Songs etwas angezogen, jedoch sind diese Stellen eher rar gesät. Meistens klingt die Musik des Iren hier sehr sanft und ruhig und überaus weich.

Während es die Scheibe in anderen Ländern nicht schaffte, sich in den Charts zu platzieren, erreichte das Album in Norwegen sogar den ersten Platz in den dortigen Verkaufszahlen. Mit dem nächsten Album „The Getaway“ sollte Chris de Burgh dann jedoch auch den Durchbruch in anderen Ländern schaffen – vor allen Dingen in Deutschland besaß und besitzt er die größte Fanbasis. „The Getaway“ klang dann auch deutlich poppiger, was auf „Eastern Wind“ noch nicht unbedingt so der Fall ist. Manchmal scheint sich Chris de Burgh hier noch in Melancholie und Sentimentalität zu suhlen, sodass man ganz automatisch nach Atem ringt, um nicht mit zu versinken in irgendeiner Form des Mitleids. Allerdings möchte ich hier auch nicht übertreiben, denn einige der Titel sind auch durchaus gelungen und gehen ins Ohr, sogar ziemlich schnell und auch nicht alles auf „Eastern Wind“ ist superweich, auch wenn diese Stimmung schon das Album dominiert.

Zu erwähnen ist da sicherlich das beste Lied des Album und gleichzeitig auch das Titelsück „Eastern Wind“. Eine wirklich schöne und gelungene Nummer, die überraschenderweise auf dem ein Jahr später erschienenen Album Best Of-Album „Best Moves“ fehlte. Ausgestattet mit einer schönen Melodie, ist die Musik hier auch nicht nur ruhig gehalten, sondern es wird sogar mal das Tempo angezogen – zumindest ein wenig. Ebenfalls gelungen ist das ebenfalls wieder sehr eingängige „Sailor“ sowie die beiden aufeinanderfolgenden Nummern „Wall Of Silence“ und „Flying Home“. Nun, dass Chris de Burgh wahrlich schöne Melodien schreiben kann, das hat er auf früheren Platten bereits bewiesen. Auch hier auf „Estern Wind“ deutet er das an, jedoch nicht mehr so deutlich, wie noch zuvor.

Fazit: Klar, Chris de Burgh mag man oder man mag ihn eben nicht. Ich kann dem Ganzen zu Beginn seiner Karriere durchaus noch was Positives abgewinnen, denn manche Lieder des Iren packen einen wirklich und sind wohl am besten mit dem Adjektiv „schön“ zu umschreiben – vor allen Dingen auch dann, wenn er mit seiner Musik spannende und packende Geschichten erzählt. Poppig im Sinne von kommerziell ist Chris de Burgh hier noch nicht, was sicherlich ein Pluspunkt der Musik darstellt, da sich hier niemand anzubiedern versucht. Allerdings so richtig überzeugend klingt das, mit ein paar Ausnahmen, auch nicht mehr. Ist eben sehr, sehr weiche Musik und man braucht sich nicht wundern, dass die größte Fangemeinde des Chris de Burgh weiblich ist. Zum romantischen Träumen lädt die Musik schon ein – wenn man denn darauf steht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Eastern Wind



Sonntag, 3. Mai 2015

Chris de Burgh – Spanish Train And Other Stories




Chris de Burgh – Spanish Train And Other Stories


Besetzung:

Chris de Burgh – acoustic guitars, lead and all backing vocals, piano on “The Tower” and “This Song For You”


Gastmusiker:

Barry de Souza – drums
Ray Glynn – electric guitars
Lennox Laington – percussion
Tony Hymas – keyboards
Tony Reeves – bass, string bass on “A Spaceman Came Travelling”
Phillip Goodhand-Tait – harmonium
Chris Laurence – string bass
Ken Freeman – string synthesizer
Chris Mercer – sax on “The Painter”
Mick Eves – sax on “The Painter”
Robert Kirby – arrangement of the strings, choir, recorders and ocarinas on “The Tower” and “Lonely Sky”, brass arrangement for “Old Friend” and “This Song For You”
David Hentschel – arranged and performed synthesizer on “A Spaceman Came Travelling”
Richard Hewson – arranged the strings and brass for “Just Another Poor Boy” and “Spanish Train”


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Spanish Train (5:02)
2. Lonely Sky (3:54)
3. This Song For You (4:15)
4. Patricia The Stripper (3:30)
5. A Spaceman Came Travelling (5:11)
6. I'm Going Home (3:34)
7. The Painter (4:20)
8. Old Friend (3:42)
9. The Tower (5:22)
10. Just Another Poor Boy (4:48)

Gesamtspieldauer: 43:28




„Spanish Train And Other Stories“ heißt das zweite Studioalbum des Iren Chris de Burgh, es wurde im November 1975 veröffentlicht. In Südafrika hieß die Scheibe auch mal „Lonely Sky And Other Stories“, da hier das Lied „Spanish Train“ als Blasphemie angesehen wurde und kurzerhand auf den Index gesetzt worden war. Also tauschte die Plattenfirma den Titel und ließ bei den neuen Pressungen das Lied „Spanish Train“ ebenfalls weg. Obwohl dieser Titel fehlt, stellt die Ausgabe ein sehr begehrtes Sammlerstück dar und wird hoch gehandelt.

Nun aber zur Musik auf „Spanish Train And Other Stories“. Ist eben Chris de Burgh, möchte man fast schreiben. Alle Mädchen und Frauen standen da früher drauf, jedenfalls jene, die ich damals kannte. Das klingt oftmals sehr, sehr weich und mitunter auch rührend. Nun, „Spanish Train“ hat eine sehr schöne Melodie und einen durchaus hörenswerten Text, der keineswegs blasphemisch ist – zumindest nicht in meinen Ohren. Die Musik spielgelt hier auch das Geschehen in dem Lied wider, etwas, was es so heutzutage kaum mehr zu hören gibt. Sehr gelungen. Auch „A Spaceman Came Travelling“ ist eine sehr schöne Nummer, wenn diese auch schon sehr heimelig klingt. Aber auch Männer haben ja ihre weiche Seite. „Just Another Poor Boy“ fällt ebenfalls in diese Kategorie, hat aber auch etwas, nämlich eine schnell ins Ohr gehende Melodie, die sich ebenfalls festsetzt.

Nun, dann blieben noch die restlichen sieben Titel. Klar auch diese sind hörbar, zumindest mal mehr, mal weniger. Einige dieser Nummern sind dann jedoch allerdings schon sehr gewöhnungsbedürftig, durchschlagen die Skala der Weichheit am unteren Ende. Aber auch die flotteren Stücke wollen einfach nicht so richtig zünden. Wie gesagt, das ist noch nicht mal schlecht, aber läuft so durch, ohne großartig irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Und auch wenn solch ein Lied wie „Patricia The Stripper“ von anderen gefeiert wird, kann ich persönlich mit diesem Swing und Music Hall Verschnitt jedoch nichts anfangen, leider gar nichts.

Fazit: Chris de Burgh hat sehr schöne Lieder geschrieben. Zwei davon befinden sich mindestens auf der Scheibe „Spanish Train And Other Stories“. Der Rest ist okay, kann jedoch nicht restlos überzeugen. Manchmal ist es einfach zu weich, erinnert ein wenig an Kitsch, dann wiederum groovt es zwar, jedoch ohne einen so richtig packen zu können. Kein schlechtes Album, was mit Sicherheit viele Anhänger hat und noch finden dürfte – mich trotzdem mit zwiespältigen Gefühlen zurücklassend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Spanish Train, A Spaceman Came Travelling, Just Another Poor Boy



Samstag, 16. November 2013

Chris de Burgh – Best Moves




Chris de Burgh – Best Moves


Besetzung:

Chris de Burgh – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Soft Pop


Trackliste:

1. The Traveller (4:09)
2. Every Drop Of Rain (3:31)
3. In A Country Churchyard (3:54)
4. Patricia The Stripper (3:29)
5. Satin Green Shutters (5:02)
6. Spanish Train (4:58)
7. Waiting For The Hurricane (4:12)
8. Broken Wings (Live Version) (3:23)
9. Lonely Sky (3:51)
10. A Spaceman Came Travelling (5:06)
11. Crusader (8:44)

Gesamtspieldauer: 50:18




Denke ich an Chris de Burgh oder höre ein Lied von ihm, dann kommt mir unweigerlich der Begriff „Der irische Weichspüler“ ins Gedächtnis, denn so wurde der irische Songwriter, Sänger und Gitarrist damals in den 80ern häufig betitelt. Und hört man sich die Scheibe „Best Moves“ an, so kann man diesen Begriff nicht unbedingt immer von der Hand weisen. Weich klingt das hier alles, sanft, harmonisch und immer überaus melodiös. Einzige Ausnahme vielleicht der Titel „Patricia The Stripper“, der ein wenig im Gewand des Big Band Sounds daherkommt. Der ganze Rest ist weich, manches Mal nur sanft instrumentiert, ein anderes Mal orchestral unterfüttert.

„Best Moves“ ist ein „Best Of“-Album, welches mit einer Live Version („Broken Wings“) und zwei neuen Titeln („Every Drop Of Rain“, „Waiting For The Hurricane“) angereichert wurde. Neben der bereits erwähnten, sehr melodiösen Musik steht auf diesem Album allerdings noch etwas anderes im Zentrum: das Geschichtenerzählen. Wurde Chris de Burgh im weiteren Verlauf seiner Karriere immer poppiger und glitt dabei auch in die absolut belanglosen Gefilde dieses Genres ab, so gibt er sich hier, auf dieser Zusammenstellung, als Erzähler von Geschichten, die musikalisch untermalt wurden. Und das funktioniert. Das funktioniert sogar sehr gut und wird von Chris de Burgh hier in perfekter Art und Weise dargeboten. Bei Titeln wie „Spanish Train“ oder „Crusader“ sitzt man gespannt da, lauscht und ist gespannt, wie es weitergeht - auch wenn man die jeweilige Nummer schon zigmal gehört haben sollte. Dazu sind noch nicht einmal überragende Englischkenntnisse vonnöten, das versteht man schon recht gut mit in der Schule erworbenen Grundkenntnissen.

Dazu gesellen sich zusätzlich so wunderschön harmonische und eingängige Titel wie „In A Country Churchyard“ oder aber einer der Klassiker des Iren: „A Spaceman Came Travelling“, bei dem man auch mal ausgeprägtere Synthesizer-Passagen zu Gehör bekommt. Und auch bei diesen Liedern ist es erneut sehr lohnenswert, den Text zu verfolgen. Nur sehr wenig „Füllmaterial“ hat sich auf die Platte geschlichen, sodass man die Scheibe auch sehr gut in einem durchhören kann, ohne dabei gezwungen zu sein, irgendeine Skip-Taste zu drücken oder aber den Arm des Plattenspielers ein wenig in weiter hinten liegende Bereiche zu heben.

Fazit: Ich bin mir nicht sicher, ob solch ein Album auch noch in der heutigen Musikwelt so funktionieren würde. Die Zeiten ändern sich. Damals passte es allerdings und viele dieser Lieder begleiteten viele Menschen durch ihre Jugend. Vielleicht ist es Sentimentalität, süße Melancholie oder was weiß ich für ein eigenartiges Gefühl, bei mir wirkt die Musik dieses Albums von Chris de Burgh auch nach Jahrzehnten noch. Im Grunde genommen noch nicht einmal richtig meine Baustelle, allerdings in dieser Kombination von Musik und Text steckt etwas sehr Schönes, was die Platte überaus lohnens- und hörenswert werden lässt. Nicht durchgängig zwar, aber mit ganz, ganz starken Abschnitten. Elf Punkte.

Anspieltipps: In A Country Churchyard, Spanish Train, A Spaceman Came Travelling, Crusader