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Mittwoch, 1. Januar 2014

Gong – You




Gong – You


Besetzung:

Mike Howlett – bass guitar
Pierre Moerlen – drums, percussion
Mireille Bauer – percussion
Benoit Moerlen – percussion
Steve Hillage – lead guitar
Didier Malherbe – wind instruments and vocals
Tim Blake – moog and ems systhesisers and mellowdrone
Daevid Allen – vocal locust and glissandoz guitar
Gilli Smyth – poems and space whisper
Miquette Giraudy – wee voices and chourousings


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Spacerock, Jazzrock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Thoughts For Naught (1:33)
2. A PHP's Advice (1:45)
3. Magick Mother Invocation (1:57)
4. Master Builder (6:21)
5. A Sprinkling Of Clouds (8:58)
6. Perfect Mystery (2:29)
7. Isle Of Everywhere (10:22)
8. You Never Blow Your Trip Forever (11:32)


Bonus Track:

9. A PHP's Advice (Alternate Version) (1:48)

Gesamtspieldauer: 46:44




„You“ ist der dritte Teil der „Radio Gnome Trilogie“ von Gong, nachdem im Jahr zuvor bereits Teil 1 „Flying Teapot“ und Teil 2 „Angel’s Egg“ veröffentlicht worden waren. Auf „You“ hört man nun Space Rock in Vollendung – zumindest bei den Titeln „A Sprinkling Of Clouds” und „Isle Of Everywhere”. Um dies in seiner ganzen musikalischen Pracht genießen zu können, sucht man sich am besten einen bequemen Platz, setzt die Kopfhörer auf, schließt die Augen und ab geht sie, die Reise durch die endlosen Weiten des Alls. In diesen Titeln verbergen sich übrigens auch immer wieder Abschnitte, die dann deutlich in die Richtung Jazz Rock gehen. Beim ursprünglich letzten Titel der Platte „You Never Blow Your Trip Forever“ kann man dies dann noch ein wenig mehr genießen, wenn man denn ein Ohr für diese Art der Musik hat, bei der es durchaus auch mal atonaler und schräger klingen kann.

Gesungen wird auf „You“ kaum. Wenn denn wirklich mal eine Stimme zu hören ist, dann ist sie nicht selten so eine Art Sprechgesang. Ein wenig in die progressive Ecke driften die ersten, kürzeren Nummern. Dabei ist vor allem das erste Stück des Albums „Thoughts For Naught“ ein wunderschönes, melodiöses, verträumtes und irgendwie mystisch geartetes Lied. „A PHP's Advice” klingt da schon eher wie eine Spielerei, die auf der remasterten Fassung gleich nochmals als Zugabe in einer alternativen Version dazugepackt wurde. Auch „Magick Mother Invocation” kann überzeugen. Hier ist es die Atmosphäre, die dieses Stück erzeugt und den Hörer einfängt, die überaus gelungen ist. Das Lied erinnert an nepalesische Tempel auf mindestens viereinhalbtausend Metern Höhe, in dem irgendetwas ganz Seltsames abläuft. Gruselig.

Blieben noch „Master Builder” und „Perfect Mystery”. Ersteres Stück ist eine experimentelle Jazz-Rock-Nummer, die man sich schwerlich immer geben kann. „Perfect Mystery” ist dagegen schon eine kleine Pop-Komposition, etwas schräg zwar, jedoch durchaus hörenswert.

Fazit: Gong-Musik ist irgendwie anders. Sehr schön kann man das auf „You“ hören. Wahrlich keine radiotaugliche Musik, die hier aus den Boxen kommt. Musik, die manchmal nicht unbedingt einfach ins Ohr geht und einem andererseits trotzdem Trips ohne jegliche halluzinogene Substanzen ermöglicht, wenn man sich denn der Schwerelosigkeit des Space Rocks auszusetzen weiß. Spannend ist die Scheibe obendrein, sodass sich hier ein Ohr für alle diejenigen Musikhörer lohnt, die das Unerwartete und das Besondere in der Musik lieben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Sprinkling Of Clouds, Isle Of Everywhere



Donnerstag, 5. Dezember 2013

Gong – Angel’s Egg




Gong – Angel’s Egg


Besetzung:

Daevid Allen – vocals, guitars
Gilli Smyth – vocals, space whisper
Didier Malherbe – saxophone, flute, vocals
Steve Hillage – guitars
Tim Blake – keyboards
Mike Howlett – bass
Pierre Moerlen – drums, percussion, vibraphone, glockenspiel


Gastmusiker:

Mireille Bauer – percussion


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Spacerock, Jazzrock


Trackliste:

1. Other Side Of The Sky (7:39)
2. Sold To The Highest Buddha (4:28)
3. Castle In The Clouds (1:12)
4. Prostitute Poem (4:54)
5. Givin My Luv To You (0:47)
6. Selene (3:43)
7. Flute Salad (2:10)
8. Oily Way (3:38)
9. Outer Temple (1:09)
10. Inner Temple (2:34)
11. Percolations (0:46)
12. Love Is How Y Make It (3:29)
13. I Never Glid Before (5:38)
14. Eat That Phone Book Coda (3:14)


Bonus Tracks:

15. Other Side Of The Sky (Single Version) (4:36)
16. Ooby-Scooby Doomsday Or The D-day DJ's Got The D.D.T. Blues (5:11)
17. Love Is How Y Make It (1973 Vocal Mix) (2:32)
18. Eat That Phone Book Coda (Early Version) (3:09)

Gesamtspieldauer: 1:00:48




Von Rock, der sich mal sphärischer, mal auch ein wenig progressiv anhört, über Trinklieder und Walzer-Klänge, bis hin zum Jazz gibt es auf “Angel’s Egg” von Gong eine ganze Menge verschiedenartigster Musik zu hören. Das Album ist der zweite Teil der „Radio Gnome Invisible“ Trilogie und hält dabei Allerlei für den Hörer parat. Das kann mitunter melodiös klingen, ein anderes Mal allerdings auch schon ein wenig verstörend. Dabei sind Gong die sphärischen Space Rock Titel wohl am ehesten gelungen. Als Beispiel hierfür steht stellvertretend der Opener „Other Side Of The Sky”. Aber auch, wenn es mal völlig anders klingt wie bei „Prostitute Poem“, kann man hier schöne und interessante Momente in der Musik von Gong entdecken. Bei letztgenannten Titel hört man jedoch keinen Space Rock, sondern eher Zirkusmusik, die im Walzertakt wiedergegeben wird.

Im Vordergrund auf „Angel’s Egg“ steht die Instrumentierung selbst. Klasse schwebende und sehr atmosphärische Momente gibt es hier zu erhören und wer den Einsatz eines Saxophons oder der Querflöte in der Rockmusik liebt, auch der wird auf „Angel’s Egg“ auf seine Kosten kommen. Glockenspiel und Vibraphone sorgen dabei neben dem Schlagzeug für die überzeugende rhythmische Instrumentierung der einzelnen Songs.

Einheitlich ist allerdings nichts auf diesem Album, sodass es nicht weiter verwunderlich sein dürfte, dass man als Hörer kaum in die Situation gerät, alles klasse auf dieser Platte zu finden. Dazu sind die Stile einfach zu unterschiedlich, manchmal fast experimentell, dann wieder jazzig, um beim nächsten Lied schließlich deutlich melodiöser und poppig bis rockig zu klingen. Auf dem Album wird eine Geschichte erzählt, die man auch im Booklet nachlesen kann und genau dieser Tatsache wird hier Rechnung getragen. Die Musik passt sich an die Szenen der Geschichte an, die eben verschiedene Stimmungen und Situationen wiedergeben. Dies wiederum bewirkt, dass man sich „Angel’s Egg“ wohl am besten mit der dazugehörenden Geschichte zu Gemüte führt, da die Lieder für sich alleine manchmal nicht wirken. Allerdings wirken sie in ihrer Gesamtheit, sodass ein einzelner Song, isoliert gehört, wohl meist nur Verwunderung beim Hörer zurücklässt - im Kontext der Gesamtheit der Stücke auf dem Album jedoch zu wirken weiß.

Fazit: Man muss sich reinhören und reindenken in diese Scheibe, die hier so überaus abwechslungsreich und variantenreich dargeboten wird. Sicherlich keine einfache Kost, zumal die melodiösen, sofort ins Ohr gehenden Abschnitte äußerst rar gesät sind. Alleine wirken die einzelnen Titel häufig nicht, in ihrer Gesamtheit gewinnen sie jedoch an Fülle und Ausstrahlung. Trotzdem weist diese Platte auch immer wieder Stellen auf, die mitunter schwerverdaulich, da entweder langweilig oder aber überaus atonal geraten sind. Und da interessiert es dann wenig, an welcher Stelle der Geschichte sich man gerade befindet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Other Side Of The Sky, Prostitute Poem, Selene, Outer Temple





Mittwoch, 2. Oktober 2013

Gong – Expresso II




Gong – Expresso II


Besetzung:

Pierre Moerlen – drums, glockenspiel, vibraphone, xylophone, timpani, tubular bells
Benoit Moerlen – vibraphone, marimba, percussion, tubular bells, glockenspiel, claves, xylophone
Mireille Bauer – marimba, vibraphone
Hansford Rowe – bass, rhythm guitar


Gastmusiker:

Mick Taylor – lead guitar
Allan Holdsworth – guitar
Darryl Way – violin
Francois Causse – congas
Bon Lozaga – guitar


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Jazzrock, Fusion


Trackliste:

1. Heavy Tune (6:26)
2. Golden Dilemma (4:54)
3. Sleepy (7:18)
4. Soli (7:40)
5. Boring (6:26)
6. Three Blind Mice (4:47)

Gesamtspieldauer: 37:31




Wer Gong von seinen Ursprüngen am Anfang der 70er Jahre her kannte, wird schon ein wenig überrascht sein, wenn er dieses Album auf den Plattenteller oder in den CD-Player legt. Von der ursprünglichen Musik, für die Gong damals standen, einer Art Spacerock mit einigen Jazz-Rock Anleihen ist nur noch der Jazz übrig geblieben.

Auf der Platte gibt es keinen Gesang zu hören, genauso sucht man ein Keyboard vergeblich. Die Perkussions-Instrumente stehen bei jedem Titel im Vordergrund. Und davon gibt es hier eine ganze Menge. Neben dem obligatorischen Schlagzeug wird auf Expresso II auch auf dem Glockenspiel, dem Vibraphone, den Congas, Marimbas, Tubular Bells und und und herumgeschlagen. Rhythmus und Groove stehen ganz klar im Vordergrund, der spacige Sound ist nicht mehr anzutreffen. Das bedeutet allerdings auch, dass das ganze Album im Grunde genommen melodienfrei ist. Vieles bewegt sich dabei nahe an der Grenze zum Free-Jazz, klingt ein wenig improvisiert und jederzeit abgefahren.

Man hört schnell, dass hier Leute am Werk sind, die ihr Handwerk verstehen, soll heißen musikalisch ist das top gemacht, was sich auch in der Liste der Gastmusiker wiederspiegelt. Hier gibt es Darryl Way bei zwei Titeln an der Violine zu hören, der sich durch sein Engagement bei Curved Air einen Namen gemacht hat. Und natürlich Mick Taylor, der bei Heavy Tune die Lead-Gitarre spielt und den meisten wohl durch sein Mitwirken bei den Rolling Stones und der Jack Bruce Band bekannt sein dürfte.

Trotz dieses Könnens wirkt das Ganze überaus selbstverliebt, losgelöst von jedweder Harmonie und Melodiösität. Und dabei spielt wohl noch nicht einmal der Umstand eine Rolle, dass sich Gong zu diesem Zeitpunkt im Grunde genommen bereits aufgelöst hatten und nur durch vertragliche Verpflichtungen noch dazu gezwungen waren, eine weitere Platte unter dem Namen Gong für die Plattenfirma zu veröffentlichen.

Fazit: Ganz klar, wer auf Jazz Rock und Fusion steht, der wird hier auf seine Kosten kommen. Wer eher durch die früheren Werken der Band auf diese aufmerksam wurde, der hat hier Probleme, massive Probleme sogar. Bei mir ist das der Fall, „definitely not my cup of tea“. Ich muss hier den Raum verlassen, mich quälen und komme somit kaum in Versuchung die Scheibe nochmals einzulegen. Ein Punkt.

Anspieltipps: Heavy Tune