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Mittwoch, 17. Oktober 2018

Genesis – Calling All Stations




Genesis – Calling All Stations


Besetzung:


Ray Wilson – lead vocals
Tony Banks – keyboards, acoustic guitar, backing vocals
Mike Rutherford – guitars, bass, backing vocals


Gastmusiker:

Nir Zidkyahu – drums on "Calling All Stations", "Congo", "Shipwrecked", "Alien Afternoon" (second half), "Not About Us", "The Dividing Line", "Uncertain Weather", "There Must Be Some Other Way", and "One Man's Fool", percussion
Nick D‘Virgilio – drums on "Alien Afternoon" (first half), "If That's What You Need", "Uncertain Weather", and "Small Talk", percussion


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Calling All Stations (5:45)
2. Congo (4:52)
3. Shipwrecked (4:24)
4. Alien Afternoon (7:53)
5. Not About Us (4:39)
6. If That‘s What You Need (5:12)
7. The Dividing Line (7:45)
8. Uncertain Weather (5:29)
9. Small Talk (5:02)
10. There Must Be Some Other Way (7:55)
11. One Man‘s Fool (8:57)

Gesamtspieldauer: 1:07:59




„Calling All Stations“ heißt das fünfzehnte und bisher letzte Studio-Album der englischen, ursprünglichen Progressive Rock Band Genesis. Das Album erschien am 1. September 1997 auf dem Plattenlabel Virgin Records. Nachdem Phil Collins im März 1996 seinen Abschied von Genesis bekannt gegeben hatte, entschlossen sich Tony Banks und Michael Rutherford Genesis doch noch „weiter leben zu lassen“ und suchten einen neuen Sänger und Schlagzeuger. Die Wahl fiel bezüglich des Gesangs auf den ehemaligen Stiltskin-Sänger Ray Wilson. Er wurde auch kurzzeitig festes Mitglied von Genesis. Das war den beiden Schlagzeugern Nir Zidkyahu und Nick D‘Virgilio nicht vergönnt, die auf „Calling All Stations“ als Gastmusiker ihre Auftritte hatten.

Das Gute vorweg: Ray Wilson singt gut. Es macht Spaß ihm zuzuhören, das klingt sehr überzeugend. Ansonsten klingt auf „Calling All Stations“ wenig so, dass man sich darüber freuen könnte. Wenn man an diese Scheibe sogar mit dem Ansatz herangeht, etwas Progressive Rock zu vernehmen, dann wird man erst recht bitterböse enttäuscht werden. Auf diesem fünfzehnten Album von Genesis bekommt man eine Mischung aus Pop und Rock geboten, die zum Teil anbiedernd klingt, zum Teil einfach nur noch langweilig und belanglos. Das wiederum bedeutet noch nicht einmal, dass die einzelnen Titel katastrophal schlecht klingen würden, jedoch ist das zu Hörende absolut austauschbar, klingt wie jede x-beliebige Pop-Rock-Band, ohne auch nur den Hauch von Spannung zu erzeugen. Bei Genesis hat man einfach einen anderen Anspruch an die Musik, aber wenn man ehrlich ist, ist dieser sowieso verschwunden, seitdem Phil Collins sich in den Vordergrund gedrängt, gesungen und gespielt hat. Dieser ist nun nicht mehr Teil von Genesis, der Gesang ist besser geworden, das Niveau der Scheibe jedoch nicht mehr.

Höhepunkte sind auf „Calling All Stations“ keine zu hören. Das liegt wiederum erneut nicht daran, dass die Musik grottenschlecht sei, es ist gut gemachter Pop-Rock. Doch es sticht kein Titel hervor, sodass jeder Titel ein Höhepunkt ist oder eben gar keine mehr vorhanden sind. Ich tendiere sehr stark zu Letzterem. Leider. Solche „Tiefschläge“ wie das kaum zu ertragene „Small Talk“ sind dabei glücklicherweise nicht die Regel, sondern die Ausnahme auf dieser uninteressanten Platte.

Fazit: Genesis ist die Band für mich, die es schaffte, perfekte Alben zu komponieren. Doch anders als zum Beispiel bei Pink Floyd, schaffte es diese Band auch katastrophale Langweile zu erzeugen. „Calling All Stations“ ist Pop Rock wie man ihn zuhauf hört, der völlig belanglos aus den Boxen wabert und ganz schnell wieder vergessen wird. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Not About Us, There Must Be Some Other Way



Freitag, 16. Juni 2017

Genesis – Live In Montreal




Genesis – Live In Montreal


Besetzung:

Peter Gabriel – vocals, flute
Phil Collins – drums
Steve Hackett – guitar
Michael Rutherford – bass
Tony Banks – keyboards


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: The Swingin’ Pig Records


Erscheinungsdatum: 1989 (Live-Aufnahmen aus den Jahren 1972 und 1974)


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

Seite 1:
1. Watcher Of The Skies
2. Dancing With The Moonlight Knight

Seite 2:
3. The Cinema Show
4. I Know What I Like

Seite 3:
5. Firth Of Fifth
6. The Musical Box

Seite 4:
7. Horizons
8. The Battle Of Epping Forest

Seite 5:
9. Supper's Ready

Seite 6:
10. Stagnation
11. Get 'Em Out By Friday
12. Twilight Alehouse

Gesamtspieldauer: Keine Angaben




Die Album-Box „Genesis Live In Montreal“ ist eine nicht offizielle Veröffentlichung der britischen Progressive Rock-Band Genesis aus dem Jahr 1989. Darauf enthalten ist ein Konzertmitschnitt aus dem University Sports Centre, Montreal, Kanada vom 21. April 1974 sowie drei Live-BBC Aufnahmen aus dem Jahr 1972.

Die ersten fünf Plattenseiten beinhalten das bereits erwähnte Live-Konzert in Montreal, wohingegen auf der sechsten Seite die Lieder „Stagnation“, „Get 'Em Out By Friday“ sowie „Twilight Alehouse“ als BBC Live-Aufnahmen zu hören sind. Beim Konzert sind die Alben „Nursery Cryme“, „Foxtrot“ und „Selling England By The Pound“ jeweils mehrfach vertreten. Die Aufnahmequalität ist nicht immer sehr überzeugend, von perfektem Hörerlebnis kann dabei gar keine Rede sein, was man von einem Bootleg aber wohl auch nicht erwartet. Selbiges gilt auch für die BBC-Session-Aufnahmen, die keinen Vergleich zu offiziellen Aufnahmen standhalten.

Zuschauergeräusche wie Klatschen und Lachen sind während des Konzertes mal mehr, mal weniger zu hören. Peter Gabriel erzählt seine Geschichten zu den Liedern auf Französisch und scheint dies mitunter zur Belustigung der Zuschauer zu tun. Schön an der Zusammenstellung ist die Liedauswahl, mit der man in das damalige Konzert, trotz der nicht ganz überzeugenden klanglichen Qualität, eintauchen kann. Die Lieder sind nahe am Original, jedoch nicht ganz. Das wiederum bringt einige neue, noch nicht gehörte Facetten dieser so beeindruckenden Musik zu Tage beziehungsweise zum Ohr. Schön auch, dass auf „Genesis Live In Montreal“ das Lied „Twilight Alehouse“ vorhanden ist, welches auf sich auf keinem Studioalbum findet, jedoch fester Bestandteil der damaligen Konzerte war und wahrlich ein gelungenes und hörenswertes progressives Rock-Lied darstellt.

Fazit: Klar, solch eine Veröffentlichung wie „Genesis Live In Montreal“ ist absolut nur etwas für den eingefleischten Fan. Die Titelauswahl ist natürlich klasse, jedoch welche Lieder von Genesis waren zur damaligen Zeit nicht überzeugend? Schwachpunkt dieses Bootlegs ist die Qualität des Klangs, die für solch eine inoffizielle Veröffentlichung aber noch in Ordnung ist. Für den Fan interessant, für den Rest nicht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Supper’s Ready



Samstag, 3. Juni 2017

Genesis – Genesis With Peter Gabriel




Genesis – Genesis With Peter Gabriel


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, piano, vocals
Peter Gabriel – vocals, flute, percussion
Anthony Phillips – guitars, vocals
John Silver – drums
Mike Rutherford – bass guitar, vocals
Chris Steward – drums


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Decca


Erscheinungsdatum: 1981 (Musik aus den Jahren 1968 und 1969)


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Silent Sun (2:13)
2. Where The Sour Turns To Sweet (3:12)
3. Fireside Song (3:25)
4. The Serpent (4:35)
5. Am I Very Wrong? (3:25)
6. In The Wilderness (3:15)
7. The Conqueror (3:30)
8. In Hiding (2:35)
9. One Day (3:10)
10. Window (3:25)
11. A Winter's Tale (3:29)
12. That's Me (2:38)

Gesamtspieldauer: 38:52




Im Jahr 1981 kam die Plattenfirma Decca auf die Idee, das erste Album der Band Genesis erneut aufzulegen. Allerdings wurde hierzu die Liederliste etwas verändert, die ursprüngliche Anordnung variiert, Titel dazu genommen, andere weggelassen und alle ursprünglich vorhandenen Lieder um wenige Sekunden gekürzt. Der Sinn dahinter erschließt sich einem auch mit viel Nachdenken keinesfalls. Als Titel für das Album wurde „Genesis With Peter Gabriel“ gewählt, wohl um vor allen Dingen die Fans der progressiven Ära der Band anzusprechen.

Den Großteil der Lieder, die bereits auf dem Album „From Genesis To Revelation“ – so der ursprüngliche Name der ersten Genesis-Platte – vorhanden waren, gibt es auch auf „Genesis With Peter Gabriel“ zu hören. Allerdings fehlen dort die letzten beiden Nummern „A Winter's Tale“ sowie „That's Me“. Andererseits waren auf „From Genesis To Revelation“ die Lieder „In The Beginning“, „In Limbo“ sowie „A Place To Call My Own“ zu hören, die nun wiederum auf „Genesis With Peter Gabriel“ nicht zu hören sind.

Musikalisch besteht zwischen diesen beiden Veröffentlichungen natürlich kein Unterschied. Auch dieses Album hat so gar nichts mit der Musik zu tun, mit der die Band bereits ein Jahr später erste Erfolge verzeichnen sollte. Progressiven Rock hört man hier noch nicht, sondern sehr viel mehr unaufgeregten 60er Jahre Pop bis Rock, durchaus eingängig, allerdings noch nichts Besonderes. Nun, ein paar ganz nette Titel lassen sich auf der Platte durchaus finden und so richtig schlecht klingt dabei auch nichts – kein Lied fällt auf „Genesis With Peter Gabriel“ total durch. Der Musik hört man allerdings das Alter durchaus an, allerdings kann man mit dieser Scheibe zumindest in das Flair der Musik der 60er Jahre bestens einsteigen und hört die Ursprünge dieser stilbildenden Band.

Fazit: Als Genesis-Fan besitzt man diese Platte dann, wenn man alles von „seiner“ Band besitzen möchte. Die beiden zusätzlichen Lieder lohnen ansonsten nicht die Anschaffung des Albums. Wenn jemand die Musik von Genesis kennenlernen möchte, dann wäre diese Platte mit Sicherheit eine der schlechtesten Einstiege, die man wählen könnte, da die Musik auf „Genesis With Peter Gabriel“ nicht der entspricht, für welche die Band Genesis sonst steht – egal welche weitere Schaffensphase man hier zum Vergleich heranzieht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Am I Very Wrong?



Montag, 23. Mai 2016

Genesis – Archive 1967-75




Genesis – Archive 1967-75


Besetzung:

Peter Gabriel – vocals, flute, percussion
Tony Banks – keyboards
Mike Rutherford – bass
Steve Hackett – guitar
Phil Collins – drums, backing vocals
Anthony Phillips – guitar
John Silver – drums
John Mayhew – drums
Chris Stewart – drums


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Progressive Rock, Live


Trackliste:

CD1 (complete Lamb recorded Live in Los Angeles 24.01.75, Part 1):

1. The Lamb Lies Down On Broadway (6:29)
2. Fly On A Windshield (4:38)
3. Broadway Melody Of 1974 (0:34)
4. Cuckoo Cocoon (2:17)
5. In The Cage (7:56)
6. The Grand Parade Of Lifeless Packaging (4:25)
7. Back In N.Y.C. (6:18)
8. Hairless Heart (2:21)
9. Counting Ot Time (3:59)
10. Carpet Crawl (5:45)
11. The Chamber Of 32 Doors (5:51)

Gesamtspieldauer: 50:34


CD2 (complete Lamb recorded Live in Los Angeles 24.01.75, Part 2):

1. Lilliwhite Lillith (3:04)
2. The Waiting Room (6:15)
3. Anyway (3:28)
4. Here Comes The Supernatural Anaesthetist (3:57)
5. The Lamia (7:12)
6. Silent Sorrow In Empty Boats (3:14)
7. The Colony Of Slippermen (8:46)
8. Ravine (1:38)
9. The Light Dies Down On Broadway (3:37)
10. Riding The Scree (4:29)
11. In The Rapids (2:25)
12. It (4:19)

Gesamtspieldauer: 52:23


CD3:

1. Dancing With The Moonlit Knight (Live At The Rainbow 1973) (7:05)
2. Firth Of Fifth (Live At The Rainbow 1973) (8:29)
3. More Fool Me (Live At The Rainbow 1973) (4:01)
4. Supper's Ready (Live At The Rainbow 1973) (26:30)
5. I Know What I Like (Live At The Rainbow 1973) (5:36)
6. Stagnation (Live At The BBC 1971) (8:53)
7. Twilight Alehouse (Single B-Side 1973) (7:48)
8. Happy The Man (Single B-Side 1972) (2:54)
9. Watcher Of The Skies (Single Mix 1972) (3:42)

Gesamtspieldauer: 74:59


CD4:

1. In The Wilderness (Rough Mix 1968) (2:59)
2. Shepherd (BBC Nightride 1970) (4:00)
3. Pacidy (BBC Nightride 1970) (5:41)
4. Let Us Now Make Love (BBC Nightride 1970) (6:13)
5. Going Out To Get You (Demo 1968) (4:53)
6. Dusk (Demo 1968) (6:13)
7. Build Me A Mountain (Rough Mix 1968) (4:12)
8. Image Blown Out (Rough Mix 1968) (2:11)
9. One Day (Rough Mix 1968) (3:08)
10. Where The Sour Turns To Sweet (Demo 1968) (3:14)
11. In The Beginning (Demo 1968) (3:31)
12. The Magic Of Time (Demo 1968) (2:01)
13. Hey! (Demo 1968) (2:27)
14. Hidden In The World Of Dawn (Demo 1968) (3:10)
15. Sea Bee (Demo 1968) (3:04)
16. The Mystery Of The Flannan Isle Lighthouse (Demo 1968) (2:35)
17. Hair On The Arms And Legs (Demo 1968) (2:41)
18. She Is Beautiful (Demo 1967) (3:46)
19. Try A Little Sadness (Demo 1967) (3:20)
20. Patricia (Demo 1967) (3:05)

Gesamtspieldauer: 72:25

Gesamtspieldauer CD1 & CD2 & CD3 & CD4: 4:10:45




Bei der Genesis-Kompilation „Archive 1967-75“ handelt es sich um eine Zusammenstellung von Live-Aufnahmen und Demos, die alle aus der Zeit der Zeit der Band stammen, als Peter Gabriel, Tony Banks und Michael Rutherford noch das Gerüst der Band darstellten. Alle anderen Genesis-Mitglieder sind nur in unterschiedlichen Bandphasen zu hören. Vier CD’s umfasst diese Zusammenstellung, von denen die ersten beiden Scheiben das komplette „The Lamb Lies Down On Broadway“-Album enthält. Allerdings ist dieses hier live im Januar 1975 in Los Angeles eingespielt worden. Andere Live-Aufnahmen dieses Albums sind bisher noch nicht veröffentlicht worden. CD3 setzt sich zusammen aus weiteren Live-Titeln diverser Alben und Konzerte, sowie zweier Single-B-Seiten, die nicht auf regulären Alben vorhanden sind und einer gekürzten Version des Titels „Watcher Of The Skies“, die ebenfalls als Single veröffentlicht wurde. CD4 enthält schließlich ganz frühes Material der Band, welches in einer Zeit entstand, als Genesis noch nicht ihren so unverwechselbaren Sound gefunden hatten und eher wie eine ganz „normale“ Pop-Band klangen.

Der Sound des „The Lamb Lies Down On Broadway“-Konzertes klingt fantastisch, hier wurde sicherlich im Nachhinein noch etwas nachgeholfen. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass darauf absolut begeisternde Musik zu hören ist, die sich lediglich in Nuancen vom Original auf dem Studio-Album unterscheidet. Allerdings klingt die Stimme des Peter Gabriel noch voller und auch wirken die verschiedenen Passagen noch etwas intensiver. Es sind gerade diese kleinen Unterschiede, die für Fans sicherlich einen gewissen Mehrwert der Scheibe darstellen. Dies gilt ebenso für die dritte CD, auf der nun sechs weitere Live-Stücke der Platten vor „The Lamb Lies Down On Broadway“ zu hören sind. Fantastisch natürlich dabei die Version von „Supper’s Ready“, irgendwie dem Progressive-Rock-Lied überhaupt. Dazu hört man hier noch „Twilight Alehouse“ und „Happy The Man“. Beides Stücke, die nicht auf regulären Alben zu hören sind, sondern B-Seiten waren und ansonsten lediglich auf Bootlegs zu finden sind. Vor allem „Twilight Alehouse“ ist ein begeisterndes Progressive Rock Stück, abwechslungsreich und absolut melodiös und eine lohnenswerte Erweiterung des Songkatalogs von Genesis.

Auf der CD4 befindet sich dann ganz altes Material. Diese Musik stammt noch aus der Zeit von vor „Trespass“ und hier klingen Genesis auch noch nicht so, wie sie später klingen sollten. Das ist eher noch 60ies Pop, der hier zu hören ist. Trotzdem lohnt auch diese CD, denn zum einen klingen die Lieder gut und gehen ins Ohr. Zudem hört man ursprüngliche Fassungen wie von „Dusk“ und zum anderen befinden sich darauf fünfzehn Lieder, die auf dem ersten Album „From Genesis To Revelation“ noch nicht enthalten waren. Diese wurden zwar den Wiederveröffentlichungen des ersten Albums zum Teil sogar als Bonus-CD beigemischt, hier sind sie nun jedoch alle vereint. Dabei sind die einzelnen Lieder insgesamt noch nicht so mit Effekten wie Streichern und Hintergrundchören überladen, wie es das Ergebnis auf „From Genesis To Revelation“ war.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle auch das 80-seitige beigelegte kleine Büchlein, welches jede Menge Fotos und Zeitungsschnipsel aus der damaligen Zeit bereithält. Dazu erfährt man sehr viel über die frühe Geschichte dieser so beeindruckenden Band, dass dieses kleine Buch das Gesamtbild der Zusammenstellung noch weiter abrundet. 

Fazit: Über vier Stunden Musik gibt es auf „Archive 1967-75“ zu hören. Absolut begeisternde Musik, die das Herz eines Genesis-Fans höher schlagen lässt. Dazu bekommt man Raritäten geliefert, hört wie so mancher Titel in seiner ursprünglichen Fassung klang und hat die Möglichkeit, noch viel mehr über „seine“ Band zu erfahren. Genesis-Fan, was willst Du mehr? Fünfzehn Punkte.

Anspieltipps: Alles



Montag, 29. Februar 2016

Genesis – Genesis Live




Genesis – Genesis Live


Besetzung:

Tony Banks – hammond organ, mellotron, hohner pianet, 12-string guitar, backing vocals
Phil Collins – drums, percussion, backing vocals
Peter Gabriel – lead vocals, flute, tambourine
Steve Hackett – lead guitar
Mike Rutherford – bass guitar, bass pedals, 12-string guitar, backing vocals


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock, Live


Trackliste:

1. Watcher Of The Skies (8:34)
2. Get 'Em Out By Friday (9:14)
3. The Return Of The Giant Hogweed (8:14)
4. The Musical Box (10:56)
5. The Knife (9:47)

Gesamtspieldauer: 46:44




Im August des Jahres 1973 veröffentlichten Genesis ihr erstes Live-Album unter dem Titel „Genesis Live“. Wie auch die Platten zuvor, so wurde auch diese Scheibe auf dem Charisma Label veröffentlicht und kletterte immerhin bis auf Platz 9 der britischen LP-Charts. Zu hören gibt es darauf fünf Lieder, die den Alben zwei bis vier entnommen wurden. „The Knife“ stammt von der zweiten Platte „Trespass“, die noch ohne Phil Collins eingespielt wurde. „Nursery Cryme“ ist mit „The Return Of The Giant Hogweed“ und „ The Musical Box” vertreten. Vom vierten Album „Foxtrot” stammen schließlich die beiden Titel „Watcher Of The Skies“ sowie „Get 'Em Out By Friday“.

Nun, das Wichtige zu diesem Album ist sehr schnell gesagt. Die Musik darauf ist absolut beeindruckend und einfach genial, wenn man denn auf Progressive Rock steht, der melodisch ist und ins Ohr geht. Die entsprechenden Platten wurden hier auf diesen Seiten auch mit fünfzehn, vierzehn und dreizehn Punkten bewertet. Mehr geht also kaum. Die Musik überzeugt, der Klang ist dabei selbstverständlich jedoch nicht ganz so perfekt, wie er auf den Studio-Alben klingt, trotzdem noch gut. Aber das nimmt man bei einem mitreißenden Live-Album natürlich auch gerne mit in Kauf. Hier zählt zwar auch der Sound, jedoch zusätzlich die Atmosphäre, die von einem Live-Erlebnis mittransportiert wird.

Genau dort liegt allerdings auch die kleine Einschränkung dieses Albums. Stimmung wird hier nämlich nicht großartig in das Wohnzimmer übermittelt. Zwar gibt es frenetischen Applaus und Jubel nach jedem Lied zu hören und Peter Gabriel macht zwei kleine Scherze, die kurze Lacher nach sich ziehen, ansonsten werden hier von ihm jedoch nur ganz knapp die Titel angesagt. Soviel also zur „Live-Atmosphäre“ der Scheibe. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass die fünf Lieder praktisch eins zu eins von den jeweiligen Alben übernommen wurden. Hier gibt es kaum Variationen zu den Originalen. Am ehesten sind diese noch beim ältesten Stück „The Knife“ zu hören, welches auf „Genesis Live“ noch etwas rockiger klingt als im Original und auch in dieser Version wahrlich mitreißend ist. Die Lieder sind genial, das steht außer Frage. Die praktisch identische Umsetzung dieser Titel auf der Bühne zeigt dabei nur, welch tolle Musiker die fünf Briten sind. Nur die Umsetzung des Ganzen als Live-Album hätte es da nicht unbedingt gebraucht.

Fazit: Mitreißenden Progressive Rock gibt es auf „Genesis Live“ zu hören. Musik, die es nur zur damaligen Zeit gab, danach in dieser Ausprägung nie wieder. Von daher muss ein solches Konzert ein sehr beeindruckendes Erlebnis gewesen sein, welchem ich persönlich aus Altersgründen leider nie beiwohnen durfte. Nun, die Musik unterscheidet sich nur marginal von den Originalen auf den Studio-Alben, die Klangqualität ist logischerweise ein klein wenig schlechter als bei den Studioaufnahmen und außer Jubel und Applaus gibt es auch nicht allzu viel „Live“-Sound zu hören. Trotzdem bleibt das natürlich immer noch geniale Musik, die sich zu hören einfach lohnt. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Knife



Freitag, 5. September 2014

Genesis – Invisible Touch




Genesis – Invisible Touch


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, synth bass
Phil Collins – drums, percussion, vocals, drum machines
Mike Rutherford – guitars, bass guitar


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop


Trackliste:

1. Invisible Touch (3:29)
2. Tonight, Tonight, Tonight (8:53)
3. Land Of Confusion (4:45)
4. In Too Deep (5:02)
5. Anything She Does (4:09)
6. Domino (10:44)
    Part One: In The Glow Of The Night (4:27)
    Part Two: The Last Domino (6:17)
7. Throwing It All Away (3:51)
8. The Brazilian (4:50)

Gesamtspieldauer: 45:42




Nach dem Erfolg von „Genesis“, dem zwölften Studio-Album, lag natürlich kein Grund vor, bei der dreizehnten Platte andere Wege zu gehen. Somit wurde auch „Invisible Touch” ein Pop-Album durch und durch. Doch trotz des großen Erfolgs der Scheibe, enthält diese nicht mehr so viele hörenswerte Pop-Titel. Nun, die Musik von Genesis war nun zwar absolut massenkompatibel, damit allerdings auch überaus langweilig und belanglos geworden.

Fünf der acht auf „Invisible Touch” enthaltenen Lieder („Invisible Touch”, „In Too Deep”, „Land Of Confusion”, „Tonight, Tonight, Tonight” und „Throwing It All Away”) wurden als Single ausgekoppelt und waren dabei mehr oder weniger alle erfolgreiche Hits. Vor allen in den USA belegten diese fünf Lieder alle die Plätze eins bis vier der Billboard Charts. Die Band Genesis war auf dem Zenit ihres Erfolgs angekommen. Nicht weiter verwunderlich, denn dieser Phil Collins Sound war zu dieser Zeit mächtig angesagt und so ein Lied wie „In Too Deep” hätte jeder Zeit auch auf einem der Solo-Alben des Genesis-Drummers Platz gefunden. Schleimiges Gesoße war damals einfach angesagt.

Die radiotauglichen Lieder sind allesamt ziemlich oberflächlich gehalten. Man darf sich bei solcher Musik auch nicht wundern, dass Deutscher Schlager hier in unseren Landen ebenfalls sehr erfolgreich ist, denn um nichts anderes handelt es sich bei dieser Musik – nur eben auf Englisch. Will man denn noch etwas Positives finden, dann landet kann zwangsläufig beim Titel „Tonight, Tonight, Tonight”, der zumindest noch eine gewisse Abwechslung und auch Eingängigkeit aufweist, die dieses Mal nicht nur oberflächlich zu sein scheint. Allerdings ist das nun schon ein Loben auf einem Niveau, welches wahrlich nicht mehr allzu hoch angesiedelt ist.

Fazit: Wer auf eingängigen Radio-Pop steht, der oder dem gefällt sicherlich auch „Invisible Touch”. Das Album ist auch für Freunde des deutschen Schlagers bestens geeignet, da dieser viele Anleihen dieser Platte aufweist. Phil Collins Freunde kommen hier sowieso auf ihre Kosten, der Mann hatte Genesis jetzt genau da, wo er die Band schon immer sah. Aber halt, wenn man sich die Veröffentlichungen von Tony Banks und Michael Rutherford aus dieser Zeit anhört, dann ist das schon ganz eindeutig eine Gemeinschaftsproduktion. Nun, für mich überaus belanglose und langweilige Musik. Bis auf „Tonight, Tonight, Tonight” – aber ein Lied macht noch kein gutes Album. Vier Punkte.

Anspieltipps: Tonight, Tonight, Tonight



Montag, 18. August 2014

Genesis – Genesis




Genesis – Genesis


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, backing vocals
Phil Collins – lead & backing vocals, drums, percussion, trumpet on "Illegal Alien", drum machines
Mike Rutherford – guitars, bass guitar, backing vocals, drum machine on "Mama"


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop


Trackliste:

1. Mama (6:46)
2. That's All (4:22)
3. Home By The Sea (4:46)
4. Second Home By The Sea (6:22)
5. Illegal Alien (5:12)
6. Taking It All Too Hard (3:54)
7. Just A Job To Do (4:44)
8. Silver Rainbow (4:27)
9. It's Gonna Get Better (5:00)

Gesamtspieldauer: 45:59




Zwei Jahre nach „Abacab“ erschien das selbstbetitelte zwölfte Album „Genesis“ im Jahr 1983. Jetzt hatten es die drei Musiker endgültig vollbracht, auf „Genesis“ war nun nicht mal mehr ein Hauch von Progressive Rock zu vernehmen, die Platte war eine reine Pop-Scheibe geworden, die mit dem ersten Titel „Mama“ auch einen weltweiten Hit beinhaltete – und das war nicht der einzige, wenn auch der größte Charterfolg.

Nun, würde man jetzt eine Rezension aus Sicht eines Fans progressiver Rockmusik, für die Genesis wenige Jahre zuvor standen, schreiben, so müsste man das Album zerreißen. Allerdings von der Pop-Seite her betrachtet ist die Platte durchaus gelungen. Jede Menge Titel sind darauf vereinigt, die ziemlich schnell ins Ohr gehen und dort auch längerfristig zu verbleiben verstehen. Das beginnt mit dem bereits erwähnten „Mama“, einer kraftvollen und etwas verwunschen klingenden Nummer. Es folgt „That’s All“. Sehr viel einfacher gestrickt, allerdings ebenfalls sehr eingängig und durchaus hörenswert. Etwas rockiger wird es dann bei „Home By The Sea“. Auch hier ist es die Melodie, die zu überzeugen weiß und stilistisch zwischen Rock und Pop angesiedelt ist. Die Nummer geht fließend in „Second Home By The Sea” über. Jetzt hört man zunächst einen instrumentalen Synthie-Pop-Titel, der gegen Ende wieder in „Home By The Sea“ übergeht.

„Illegal Alien“ ist ein kleines Pop-Liedchen, welches nun nicht mehr besonders hervorsticht. „Taking It All Too Hard” dann ein Schmachtfetzen à la Phil Collins, allerdings mit einer durchaus schönen Melodie ausgestattet. „Just A Job To Do” stellt schließlich einen etwas schneller gespielten Funk dar und mit „Silver Rainbow“ folgt noch mal ein nettes Liebeslied. Pop pur mit lieblichem Text, trotzdem durchaus gelungen. Geschlossen wird die Platte mit „It's Gonna Get Better”, einer typischen Phil Collins Nummer, möglichst einfach gehalten, um wirklich jeden Hörer ansprechen zu können. 

Fazit: Als Pop-Album ist „Genesis“ durchaus gelungen. Einige wahrlich nette Melodien und Ideen befinden sich darauf. Für höhere Ansprüche genügen die Lieder zwar nicht mehr, trotzdem ist die Scheibe eingängig und hörbar. Die Titel klingen alle nach Pop, aber eben nicht alle nach Phil-Collins-Pop, was das Ganze wieder interessant werden lässt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Mama, Silver Rainbow



Dienstag, 15. Juli 2014

Genesis – Abacab




Genesis – Abacab


Besetzung:

Tony Banks – keyboards
Phil Collins – drums, percussion, vocals, drum machines
Mike Rutherford – bass guitar, bass pedals, guitars


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Pop


Trackliste:

1. Abacab (7:02)
2. No Reply At All (4:33)
3. Me And Sarah Jane (6:00)
4. Keep It Dark (4:32)
5. Dodo/Lurker (7:30)
6. Who Dunnit? (3:23)
7. Man On The Corner (4:27)
8. Like It Or Not (4:57)
9. Another Record (4:39)

Gesamtspieldauer: 47:10




Nach Zehn kommt Elf. Im Falle von Genesis hieß das, ein Jahr nach „Duke“ kam im Jahr 1981 „Abacab“. Hatte man damals wohl als alter Genesis-Fan gedacht, dass es nun nicht mehr schlechter mit der Musik von Genesis werden könne, so hatte man sich allerdings leider getäuscht. Naja, zumindest ist die Musik auf „Abacab“ nicht besser geworden, als auf dem Vorgänger-Album.

Ausdrücklich ausnehmen muss man davon allerdings den Titeltrack „Abacab“ selbst. Das ist zwar kein progressiver Rock mehr und auch sonst nicht super innovativ, dafür jedoch eine wahrlich gelungene Rock-Nummer, die schnell ins Ohr geht und für Genesis-Verhältnisse sogar relativ „hart“ ist. Das war es dann allerdings auch schon mit dem Positiven. „No Reply At All” ist so ein typischer Phil Collins Titel, obwohl dieser anscheinend von allen drei Musikern verbrochen wurde. Mit kurzen Bläsereinsätzen wurde hier, fast schon unerträglich naiv, ein Lied auf Massenkompatibilität getrimmt. Das folgende Stück strammt von Tony Banks, da sich jeder Musiker auf „Abacab“ mit einem Lied einbringen durfte, die anderen Titel sind alle Teamwork. Nun, „Me And Sarah Jane” ist ein wenig langweilig geraten. Trotzdem kann das Lied mit seiner Melodie überzeugen, ist mit sechs Minuten allerdings einfach zu lang geworden. „Keep It Dark” ist erneut eine etwas rockigere Nummer, allerdings nach Schema 08/15. Wo ist denn nur das Innovative, das Interessante geblieben, was man von Genesis kennt?

Das haben sie bei „Dodo / Lurker“ versucht herauszukramen. In diesem längsten Lied des Albums gibt es Reggae-Anleihen und auch proggige Abschnitte. Ganz nett gemacht. Der Titel vereinigt zumindest jede Menge Abwechslung in sich. Durchaus gelungen. Doch dann wird es schwierig. „Who Dunnit?” ist ein unfassbar schlechtes und einfältiges Pop-Lied, welches unglaublich nervt. „Man On The Corner” ist der Solo-Beitrag des Phil Collins. Ein Geschmalze, wie es nur der Meister der leichten Töne zu fabrizieren im Stande ist. Auch vom Text her ist das die unterste Schublade des Deutschen Schlagers – nur eben auf Englisch. Leider ist Michael Rutherfords Beitrag auch nicht besser. „Like It Or Not“ ist ebenfalls seichter Pop mit genauso schmierigem Liebes-Schmalz-Text. Schlimm. Bliebe noch „Another Record“, jetzt wieder eine Zusammenarbeit. Die Nummer fängt noch ganz spannend an, entwickelt sich im weiteren Verlauf jedoch auch wieder hin zu einem absolut austauschbaren Lied, bei dem nicht auffallen würde, wenn es nicht da wäre. Sehr entbehrlich.

Fazit: Zwei gute Titel hält „Abacab“ von Genesis für den Hörer parat. Der Rest ist nur sehr bedingt zum Aushalten. Eingefleischte Freunde der Radio-Pop-Musik werden dies sicherlich jedoch ganz anders sehen, denn radiotauglich sind die Lieder durchaus. Da sie meistens allerdings nicht gerade sehr nachhaltig sind, haben sie die „Heavy Rotation“ wohl genauso schnell wieder verlassen, wie sie sie Anfang der 80er erobert hatten. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Abacab, Dodo/Lurker



Dienstag, 24. Juni 2014

Genesis – Duke




Genesis – Duke


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, 12 string guitar, background vocals
Phil Collins – drums, percussion, lead & backing vocals, drum machine
Mike Rutherford – bass guitar, bass pedals, guitars, background vocals


Gastmusiker:

David Hentschel – background vocals


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, ArtPop


Trackliste:

1. Behind The Lines (5:30)
2. Duchess (6:37)
3. Guide Vocal (1:21)
4. Man Of Our Times (5:34)
5. Misunderstanding (3:15)
6. Heathaze (4:59)
7. Turn It On Again (3:51)
8. Alone Tonight (3:57)
9. Cul-De-Sac (5:04)
10. Please Don't Ask (4:02)
11. Duke's Travels (8:38)
12. Duke's End (2:07)

Gesamtspieldauer: 55:06




Na, wie nennt man das jetzt, was Genesis hier auf ihrem zehnten Album 1980 dem geneigten Hörer präsentierten? Weiterentwicklung? Progressiver Rock oder zumindest progressiver Pop (gibt es das überhaupt?)? Irgendwie stimmt das alles nicht. Progressiv ist auf diesem Album kaum mehr etwas. Deutlich zu erkennen und zu erhören ist auf jeden Fall, dass Phil Collins das Zepter in der Band übernommen hatte. Vieles klingt hier schon so, wie auf seinen bald folgenden Solo-Alben. Solch Schmachtfetzen wie „Misunderstanding“, „Heathaze” oder - ganz schlimm – „Alone Tonight“ und „Please Don't Ask” gibt es auf seinen von Genesis losgelösten Platten jede Menge zu hören. Und dies, obwohl „Heathaze“ und „Alone Tonight“ sogar von Tony Banks beziehungsweise Michael Rutherford geschrieben wurden.

Von daher ist es auch nicht weiter überraschend, dass Fans der ersten Tage der Band mit „Duke“ nur relativ wenig anzufangen wissen. Auf dieser Scheibe wird vieles dem Mainstream untergeordnet. Das funktionierte auch, denn „Duke“ war die erste Scheibe, mit denen Genesis in den USA so richtig durchstarteten. Wenn man denn allerdings doch den Vergleich zu den früheren Werken der Band ziehen will, dann klingt hier auf „Duke“ das Meiste so unglaublich seicht und schwach. Wer hat Mike Rutherford eigentlich gesagt, dass er Gitarre spielen kann? Diese setzt er zwar nur sehr spärlich ein, ein wenig mehr hätte dem Album jedoch gut getan, dann wäre dieser plastikmäßige, Synthesizer-dominierte Sound vielleicht doch noch ein wenig erträglicher geraten. Dem Schlagzeug wird zwar eine etwas größere Rolle zugedacht, rockig klingt es jedoch trotzdem nur ganz selten, zumal auch Drum-Computer hier ihr Unwesen treiben dürfen.

Jedoch gibt es auch gelungene Stellen auf „Duke“. Der Titel „Duchess“ zum Beispiel hat durchaus etwas und konnte so wohl nur von Genesis geschrieben werden. Ein langsames, sich steigerndes Intro, sehr melodiös dem Synthesizer entsprungen, geht dann in einen durchaus rockigen Teil über, den Phil Collins klasse mit seiner Stimme noch zu unterstreichen weiß. Das Lied geht ins Ohr und ist dabei kein 08/15-Song, sondern besitzt auch diese gewisse Nachhaltigkeit. „Turn It On Again” war der Single-Hit des Albums. Durchaus gelungen, auch hier ist es das rockige Momentum, welches den Titel hörenswert werden lässt. Nun und dann ist da noch „Duke's Travels”, das mit über acht Minuten Spieldauer längste Stück der Platte. Da müsste man eigentlich denken, hier bekommt man nun wieder etwas progressiven Sound von Genesis serviert. Dem ist allerdings leider nicht so. Das Stück besitzt einen treibenden Rhythmus und will einfach nicht ins Ohr gehen. Das passiert erst gegen Ende der Nummer, wenn Phil Collins anfängt zu singen. Ansonsten einfach nur langweilig.

Fazit: „Duke“ ist ein Pop-Album im Stile der 80er Jahre geworden. Die Musik darauf hat also nichts mehr mit jener gemein, für die Genesis noch vor wenigen Jahren standen. Nun, das wiederum macht den Umgang mit diesem Album dann jedoch auch so schwierig, denn Vergleiche lassen sich da einfach nicht vermeiden. Geht irgendwie nicht. Und bei diesen Vergleichen schneidet „Duke“ eben nicht so gut ab, da die Musik von Genesis nun einfach langweilig und irgendwie auch belanglos geworden war. Schade. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Duchess, Turn It On Again



Sonntag, 25. Mai 2014

Genesis – And Then There Were Three




Genesis – And Then There Were Three


Besetzung:

Tony Banks – piano, organ, mellotron, synthesizers
Phil Collins – lead and backing vocals, drums, percussion
Mike Rutherford – basses, guitars, bass pedals


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock, Pop


Trackliste:

1. Down And Out (5:26)
2. Undertow (4:48)
3. Ballad Of Big (4:50)
4. Snowbound (4:31)
5. Burning Rope (7:10)
6. Deep In The Motherlode (5:16)
7. Many Too Many (3:32)
8. Scenes From A Night's Dream (3:30)
9. Say It's Alright Joe (4:21)
10. The Lady Lies (6:08)
11. Follow You Follow Me (3:57)

Gesamtspieldauer: 53:29




„And Then There Were Three” stellt sicherlich einen Einschnitt in der Musik von Genesis dar. Nicht nur, dass nach Peter Gabriel nun ebenfalls Gitarrist Steve Hackett die Band verlassen hatte, auch die Musik selbst war jetzt einem deutlichen Wandel unterzogen worden. Stand bisher immer der Progressive Rock im Vordergrund, so gibt es diese Ansätze zwar zumindest noch ansatzweise auf diesem neunten Studioalbum der Band zu hören, jedoch ist alles auch mit einem deutlichen und doch auch belanglosen Pop-Einschlag versehen.

Für alle Genesis-Fans der frühen Bandgeschichte war dieses Album natürlich ein wenig enttäuschend. Zwar erinnern immer wieder Passagen an frühere Tage, im Zentrum des Schaffens von Genesis steht jetzt jedoch ganz klar die eingängige Pop-Musik. Nicht weiter überraschend daher auch, dass die Band hier mit „Follow You Follow Me“ einen ersten Erfolg in den Single-Charts erzielte. Hilft allerdings auch irgendwie nichts, denn das Album wirkt auf seine Weise für Fans der früheren Veröffentlichungen überaus belanglos und läuft einfach so durch, ohne irgendwelche großartigen Spuren zu hinterlassen. War da was?

„Undertow” und „Say It's Alright Joe” klingen schon schwer nach dem Singsang und Gesäusel, mit dem Phil Collins kurze Zeit später eine überaus erfolgreiche Solo-Karriere starten sollte. Eingängiger und häufig auch schmachtender Pop, der wahrlich leicht anzuhören ist, oftmals allerdings schon nach kurzer Zeit überaus nervt. Am ehesten in die Richtung der vorherigen Platten geht da noch „Burning Rope“. Aus mehreren Passagen zusammengesetzt, kommt hier zumindest so eine gewisse Stimmung auf, die sich nicht nur beim ersten Hören als einnehmend herausstellt. Kein Vergleich zwar mehr zu den Platten mit Peter Gabriel, trotzdem noch der Höhepunkt des Albums.

Fazit: Schon schade, was aus diesem einstigen Flaggschiff der progressiven Rockmusik geworden war. Radiotaugliches Gedudel wurde nun die Spezialität der Band. Dabei soll hier allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass die Verkaufszahlen von Genesis ab jetzt in bisher nicht gekannte Dimensionen vorstießen. Den Massenmarkt hatten sie also erobert, viele Fans der ersten Stunde jedoch verloren – aber letzteres wird die drei Musiker wohl eher weniger tangiert haben. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Burning Rope, Follow You Follow Me, Many Too Many



Montag, 23. September 2013

Genesis – We Can’t Dance




Genesis – We Can’t Dance


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, vocals
Phil Collins – drums, percussion, lead vocals
Michael Rutherford – guitars, bass, vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Pop


Trackliste:

1. No Son Of Mine (6:40)
2. Jesus He Knows Me (4:16)
3. Driving The Last Spike (10:09)
4. I Can't Dance (4:01)
5. Never A Time (3:50)
6. Dreaming While You Sleep (7:17)
7. Tell Me Why (4:59)
8. Living Forever (5:41)
9. Hold On My Heart (4:38)
10. Way Of The World (5:39)
11. Since I Lost You (4:10)
12. Fading Lights (10:17)

Gesamtspieldauer: 1:11:37




Okay, man darf nie, aber auch wirklich nie die Alben der drei verbliebenen Genesis-Kollegen, mit ihrer Phase zu viert oder gar zu fünft vergleichen. War damals noch progressiver Rock zu hören, so produzierte die Band als Trio hauptsächlich Pop-Musik – mit lediglich kleineren Einschränkungen. Auf „We Can’t Dance“, dem inzwischen vierzehnten Studio-Album der Band, ist es schließlich Pop-Musik pur geworden, die die Band veröffentlichte.

Okay, also ein Pop-Album. Und ich muss zugeben der Single Hit „I Can’t Dance“ ist wirklich gelungen. Witzig vom Text her, rhythmisch in seiner Anlage und eingängig bezüglich der Melodie. Was noch? „No Son Of Mine“ hat nicht mehr die Qualität wie „I Can’t Dance“, ist aber trotzdem ein gelungenes Lied. Melodiös und mit Wiedererkennungswert. Der nächste Hit der Platte „Jesus He Knows Me“ nervt da schon ein wenig mehr. Irgendwie merkt man dem Stück an, dass es für das Radio komponiert wurde. Es sollte eben ein Hit werden und dazu musste er die nötige Länge und Eingängigkeit besitzen. Beides ist vorhanden, allerdings ist das dann schon 08/15-Pop.

Nun zum Rest. Da wären noch „Driving The Last Spike“ und „Dreaming While You Sleep“, die für Pop-Musik noch ganz annehmbar sind, melodiös und mit wenigstens ein wenig Atmosphäre versehen. Auch das Keyboard-Solo auf „Fading Lights“ ist gut gelungen, der Rest des Liedes allerdings: „unter aller Kanone“. Genau wie auch der Rest der CD. Das ist ein Schmalz über Liebe und Herzschmerz mit den billigsten Melodien, die nun aber überhaupt nicht mehr zünden wollen. „Tell Me Why“ ist ein pseudosozialkritisches Stück und dann der absolute Abschuss „Hold On My Heart“. Da fehlen einem die Worte um zu beschreiben, wie schlecht das ist, dieses 80er Jahre Phil Collins Gedudel. Einfach nur noch grausam.

Fazit: Mit „I Can’t Dance“ hat dieses Album einen Höhepunkt. Dann gibt es da noch ein paar ganz akzeptable Lieder oder zumindest Stellen in Liedern, der Rest ist völliger Schrott. Auch Pop-Musik haben Genesis schon wesentlich besser hinbekommen. Ach ja, das möchte ich hier an dieser Stelle natürlich auch nicht unter den Tisch fallen lassen: „We Can’t Dance“ war das verkaufstechnisch erfolgreichste Album Genesis‘ überhaupt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: No Son Of Mine, Driving The Last Spike, I Can't Dance





Donnerstag, 1. August 2013

Genesis – Wind And Wuthering




Genesis – Wind And Wuthering


Besetzung:

Tony Banks – pianos, synthesizers, organ, mellotron
Phil Collins – voices, drums, cymbals, percussion
Steve Hackett – electric guitars, 12-string guitars, kalimba, auto-harp
Michael Rutherford – basses 4, 6 and 8 string, electric and 12-string acoustic guitar, bass pedal


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Eleventh Earl Of Mar (7:44)
2. One For The Vine (10:00)
3. Your Own Special Way (6:18)
4. Wot Gorilla? (3:21)
5. All In A Mouse's Night (6:39)
6. Blood On The Rooftops (5:28)
7. Unquiet Slumbers For The Sleepers... (2:20)
8. ...In That Quiet Earth (4:54)
9. Afterglow (4:14)

Gesamtspieldauer: 50:57




Noch im selben Jahr wie „A Trick Of The Tail“ wurde in England, direkt nach Weihnachten, mit „Wind And Wuthering“ das achte Studio-Album Genesis‘ veröffentlicht. Weltweit geschah dies allerdings erst im Januar 1977. Und dieses neue Album der englischen Band kommt auch ganz in der Tradition des Vorgängers daher. Auch hier gibt es wieder progressive Rock-Musik vom Feinsten zu hören, die allerdings breiter gefächert ist, als noch zu Zeiten Peter Gabriels.

Es fängt klasse an mit den ersten beiden Titeln. Tolle abwechslungsreiche Nummern, vielschichtig gestaltet mit schönen Melodien ausgestattet und mitreißend arrangiert. Vor allem „All For The Vine“ hält alles bereit, was das Herz des Fans progressiver Rockmusik bereithält. Hier ist die Musik verschachtelt und melodiös, abwechslungsreich und spannend, es werden immer wieder neue Seiten dieses Liedes aufgeschlagen und auch der Text erzählt eine Geschichte, die weit über gängige Phrasen wie „I love you, hope you love me too“ hinausgeht. Dann folgt allerdings etwas, für das Genesis bisher nicht stand. „Your Own Special Way“ ist ein übler Schmachtfetzen, in der Art, in der Phil Collins die Welt zukünftig noch öfters überfluten sollte.

„Wot Gorilla?“ ist im Anschluss daran eine treibende Instrumentalnummer, gar nicht schlecht gemacht. Dann wartet mit „All In A Mouse's Night“ wieder ein sehr schönes und melodiöses Stück auf den Hörer, inklusive diverser Stimmungs- und Rhythmuswechsel. „Blood On The Rooftops“ wird wunderschön von Steve Hackett mit der Gitarre eingeleitet, aus der sich eine ebenso schöne Nummer entwickelt, die dieses Mal in sehr ruhigem Tempo eingespielt wurde. Immer wieder glaubt man auch ein ganzes Orchester zu hören, da hat Tony Banks mit seinen Synthesizern ganze Arbeit geleistet.

„Unquiet Slumbers For The Sleepers...“ erinnert ein wenig an die Instrumentalstücke auf „The Lamb Lies Down On Broadway“ und geht nahtlos über, wie es sogar schon die Punkte in den Titeln andeuten, in „...In That Quiet Earth“. Jetzt wird es ein wenig abgefahrener und wirrer und ebenso druckvoller, rockiger. Auch dieser Song ist ein Instrumentalstück. Bliebe ganz zum Schluss noch „Afterglow“. Ein sehr viel einfacherer Song, der in etwa in die Richtung Pop-Ballade fällt. Nicht mehr ganz so überzeugend.

Fazit: Es gibt sie auch hier, die tollen progressiven Arrangements. Aber auf „Wind And Wuthering“ ist bereits eine Hinwendung zur Kommerzialisierung, zur Massentauglichkeit der Musik Genesis‘ bemerkbar. Nichts Schlimmes, denn Musiker wollen mit ihrer Musik ja auch Geld verdienen. Und es gibt sie hier ja auch noch, die Stellen, die an die früheren Genesis erinnern, sodass auch „Wind And Wuthering“ eine lohnende Anschaffung für alle Freunde progressiver Rock-Musik darstellt, die eher Spaß an der Peter Gabriel-Zeit hatten als an jener, die nun mit dem folgenden Album anbrechen sollte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: One For The Vine, All In A Mouse's Night, Blood On The Rooftops





Mittwoch, 3. Juli 2013

Genesis – A Trick Of The Tail




Genesis – A Trick Of The Tail


Besetzung:

Tony Banks – pianos, synthesizers, organ, mellotron, 12-string guitar, backing vocals
Phil Collins – drums, percussion, lead and backing vocals
Steve Hackett – electric guitar, 12-string guitars
Michael Rutherford – 12-string guitar, basses, bass pedal


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Dance On A Volcano (5:58)
2. Entangled (6:27)
3. Squonk (6:31)
4. Mad Man Moon (7:35)
5. Robbery, Assault And Battery (6:19)
6. Ripples (8:06)
7. A Trick Of The Tail (4:35)
8. Los Endos (5:52)

Gesamtspieldauer: 51:22




Zwei Jahre hat es gedauert, bis Genesis nach dem Ausscheiden von Peter Gabriel mit „A Trick Of The Tail“ 1976 schließlich ihr siebtes Studio-Album veröffentlichten. Phil Collins hatte nun den Gesangspart übernommen und das tat er sehr in Anlehnung an Peter Gabriel, sodass dieser stimmliche Einschnitt in der Band weniger Spuren hinterließ, als die Fans damals befürchteten.

Die Musik hatte sich allerdings ein wenig verändert. Sie ist nicht mehr ganz so eingängig und melodiös wie noch auf den vorherigen Veröffentlichungen, zumindest stimmt das immer wieder zum Teil. Zwar gibt es auch auf „A Trick Of The Tail“ noch diese wirklich tollen und eingängigen Lieder, für die man als Beispiel „Entangled“, „Mad Man Moon“, „Ripples“ und den Titeltrack „A Trick Of The Tail“ anführen kann, doch auch etwas „härtere“ Töne haben Einzug in die Musik von Genesis gehalten. „Dance On A Volcano“, „Robbery, Assault And Battery“, „Los Endos“ und vor allem „Squonk“ stehen dafür stellvertretend. Die Musik der Band wurde nun auch ein wenig experimenteller, es wurden neue Sounds, kraftvollere Töne ausprobiert.

„A Trick Of The Tail“ hält selbstverständlich noch richtig tolle progressive Musik für den Hörer parat. Wieder gibt es wunderschöne Instrumentalpassagen, überraschende Wechsel in Tempo und Rhythmus und eben auch diese, einen ergreifenden Melodien, die man nach dem Hören nicht mehr missen möchte. Dazu gesellen sich erneut sehr schöne und phantasiereiche Texte, die oft Geschichten erzählen, sodass sich diesbezüglich ein Mitlesen oder genaues Mithören durchaus lohnt.

Fazit: Genesis ohne Peter Gabriel würde anders sein, das war klar. Aber so viel anders wurde es gar nicht, es wurden allerdings Spektren hinzugefügt, die es vorher in der Musik der Band noch nicht gab. Das ging ein wenig zu Lasten der Melodiösität der Titel, macht diese dadurch allerdings auch treibender und fordernder und vielleicht für den einen oder anderen Hörer sogar interessanter. Genesis hatte sich weiterentwickelt. Ob dies hin zum Guten oder weniger Guten passierte, das muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden. Ob dies hin zum Guten oder weniger Guten passierte, das liegt ganz im Ohr des Zuhörers. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Entangled, A Trick Of The Tail