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Montag, 27. Dezember 2021

Adele – 19

 



Adele – 19


Besetzung:

Adele Adkins – lead vocals, guitar (on "Daydreamer", "Crazy for You", and "My Same"), bass guitar (on "Best for Last" and "Make You Feel My Love"), celesta (on "First Love"), cowbell (on "Right as Rain")


Gastmusiker:

Jim Abbiss – glockenspiel
Matt Allchin – guitar
Pete Biggins – drums, percussion (on "Cold Shoulder")
Neil Cowley – piano, Hammond organ, Wurlitzer
Rosie Danvers – string arrangements
Tom Driessler – bass, bass guitar, tambourine
Chris Elliott – string arrangements, string conductor
Steven Holness – keyboards, piano
Sam Koppelman – glockenspiel
Life Gospel Choir – backing vocals
Wil Malone – string arrangements, string conductor, string writing
Perry Montague-Mason – strings
Jack Penate – backing vocals
Seb Rochford – drums (on "My Same")
Louis "Kayel" Sharpe – drums (on "Right As Rain")
Jason Silver – keyboards
Ben Thomas – guitar
Michael Tighe – guitar
Eg White – performer, string arrangements
Stuart Zender – bass




Erscheinungsjahr: 2008


Stil: Blues, Soul


Trackliste:

1. Daydreamer (3:40)
2. Best For Last (4:18)
3. Chasing Pavements (3:30)
4. Cold Shoulder (3:11)
5. Crazy For You (3:28)
6. Melt My Heart To Stone (3:23)
7. First Love (3:10)
8. Right As Rain (3:17)
9. Make You Feel My Love (3:32)
10. My Same (3:15)
11. Tired (4:18)
12. Hometown Glory (4:31)

Gesamtspieldauer: 43:39



Schlicht „19“ heißt das Debütalbum der englischen Sängerin Adele, welches am 28. Januar 2008 auf dem Plattenlabel XL Recordings veröffentlicht worden ist. Benannt ist das Album nach dem Alter der Sängerin während der Produktion und Veröffentlichung. Die Kritiken zu „19“ fielen überwiegend positiv aus, die Stimme der jungen Britin wurde immer wieder gelobt. Die Lieder „Hometown Glory“, „Chasing Pavements“, „Cold Shoulder“ sowie „Make You Feel My Love“ wurden als Singles ausgekoppelt. Bis jetzt hat sich „19“ knappe sieben Millionen Mal verkauft.

Auf „19“ hört man eine Mischung aus Blues und Soul mit einigen poppigen Einsprengseln. Und solch eine Nummer wie „Chasing Pavements“ könnte auch gut Teil eines Musicals sein. Diese zumeist poppigen Ohrwürmer, die Adele auf späteren Alben veröffentlichen sollte, fehlen hier noch. Im Zentrum steht der Gesang der Adele, der für eine 19-jährige Sängerin wahrlich überraschend ausgereift klingt. Die Musik selbst packt einen da deutlich weniger, wenn man auf eingängige Melodien steht. Blues- und Soul-Fans dürften mit „19“ allerdings durchaus ihren Spaß haben.

Adele singt toll, ihre Stimme ist klasse. Musikalisch erreicht mich das Ganze allerdings nicht. Die Lieder scheinen so an einem vorbei zu ziehen, ohne Spuren zu hinterlassen. Dies gilt mit einer Ausnahme. Das letzte Lied des Albums, „Hometown Glory“, klingt wunderschön und ist auch der Höhepunkt auf diesem Debutalbum. Selbstverständlich steht auch hier der Gesang im Vordergrund, dazu gibt eine es wunderschöne Klavierlinie zu hören und unterstrichen wird dies durch sanfte Streicher. Wahrlich schön. Mit deutlich mehr Abstrichen sind auch noch die drei Titel „Daydreamer“, „First Love“ und „Make You Feel My Love“ hörenswert. Der ganze Rest weiß leider so gar nicht mehr zu überzeugen.

Fazit: Auf dem Album „19“ wurde die Stimme der Adele entdeckt. Die Musik selbst, zwischen Blues und Soul angesiedelt, weiß dagegen nicht allzu sehr zu überzeugen. Freundinnen und Freunde dieser musikalischen Genres werden das freilich anders sehen. Nähert man sich diesem Album allerdings von der eher rockigen oder poppigen Seite bekommt man nur wenige Höhepunkte geboten. Einer ist allerdings ganz gewiss das Lied „Hometown Glory“. Doch das genügt nicht, um ein gutes Album zu hören. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Hometown Glory



Samstag, 25. Dezember 2021

Nick Cave And The Bad Seeds – Dig, Lazarus, Dig!!!

 



Nick Cave And The Bad Seeds – Dig, Lazarus, Dig!!!


Besetzung:

Nick Cave – vocals (1–11), organ (1,2,6,7), piano (3,8,9), tambourine (3,5,11), sleigh bells (3,11), toms (5), harmonica (5), electric guitar (9), vibra-slap (11)
Martyn P. Casey – bass (1–3,6–11)
Thomas Wydler – brushed snare (1), shaker (2,10), tambourine (2,5,10), drums (4,8,9), hand drums (7)
Warren Ellis – viola (1,6,9,11), loops (1,4,6,7,10,11), fender mandocaster (2–4,7–10), tenor guitar (3,5,8,10), maracas (3) 12 string lute (5), drum machine (6), piano (8), flute (9), mandolin (9)
Mick Harvey – electric guitar (1,4–6,10,11), acoustic guitar (2,5,7–9), bass (4,5), organ (10)
Jim Sclavunos – drums (1–3,5–7,10,11), bongos (1,5), cowbell (1), cuica (3), congas (3,4), finger cymbals (4), shaker (5), maracas (7), tambourine (8,9), sleigh bells (9)
James Johnston – organ (2,5,9), electric guitar (5)




Erscheinungsjahr: 2008


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Dig, Lazarus, Dig!!! (4:11)
2. Today‘s Lesson (4:41)
3. Moonland (3:53)
4. Night Of The Lotus Eaters (4:53)
5. Albert Goes West (3:32)
6. We Call Upon The Author (5:11)
7. Hold On To Yourself (5:50)
8. Lie Down Here (& Be My Girl) (4:57)
9. Jesus Of The Moon (3:22)
10. Midnight Man (5:06)
11. More News From Nowhere (7:58)

Gesamtspieldauer: 53:40



„Dig, Lazarus, Dig!!!“ heißt das vierzehnte Studioalbum des australischen Musikers Nick Cave mit seiner Band The Bad Seeds. Das Album wurde am 3. März 2008 auf dem Plattenlabel Mute Records veröffentlicht. Die Lieder „Dig, Lazarus, Dig!!!“, „Accidents Will Happen“ sowie „More News From Nowhere“ wurden daraus als Singles veröffentlicht. In Australien kletterte das Album bis auf Platz 2, in Großbritannien bis auf Platz vier und in Deutschland bis auf Platz 6 der Charts. „Dig, Lazarus, Dig!!!“ ist das letzte Album mit Gründungsmitglied Mick Harvey, der die Bad Seeds 2009 verließ, und dem Organisten James Johnston, der die Band vor der Support-Tour verließ. Und gleichzeitig ist es die zweite Platte ohne das Gründungsmitglied Blixa Bargeld.

Auf „Dig, Lazarus, Dig!!!“ hört man Alternative Rock, der eher dunkel bis düster daherkommt. Zu viel „Frohsinn“ verbreitet das Album musikalisch gesehen definitiv nicht – auch nicht inhaltlich. Dabei klingen die Lieder zumeist – jedoch nicht durchweg – eingängig. Umso intensiver selbstverständlich, je mehr Zeit man der Platte gibt im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu reifen. Doch es ist auch diese dunkle Stimmung, die das Album verbreitet, welche einen sehr schnell packt – dies nun bereits beim ersten Mal des Hörens. Mitunter ist diese Atmosphäre fast schon hypnotisierend, wie beim experimentell monotonen „Night Of The Lotus Eaters“. Dann klingt alles wieder deutlich rockiger und man muss fast mit dem Fuß mitwippen. Als Beispiel steht hier das sich anschließende „Albert Goes West“.

Die Höhepunkte des Albums heißen „Hold On To Yourself“, „Jesus Of The Moon“ und „Midnight Man“. Tolle, eingängige Melodien, spannender Aufbau und ebenso gelungene Texte. Doch auch bei diesen Titeln überwiegt die Melancholie, die manchmal fast an Trauer erinnert. Aber genau das macht dieses Album auch so intensiv.

Nick Cave schrieb auf der Homepage seiner Band über das Album: „Seit ich mich erinnern kann, als Kind in der Kirche die Lazarus-Geschichte gehört zu haben, hat sie mich beunruhigt und beunruhigt. Ich war sogar traumatisiert. Natürlich haben wir alle Ehrfurcht vor dem größten Wunder Christi - der Auferweckung eines Mannes von den Toten - aber ich konnte nicht anders, als mich zu fragen, wie Lazarus sich dabei fühlte. Als Kind war mir das unheimlich, um ehrlich zu sein. Ich habe Lazarus in New York City angesiedelt, um dem Lied einen hippen, modernen Touch zu geben. Ich habe auch an Harry Houdini gedacht, der einen Großteil seines Lebens damit verbracht hat, die Spiritisten zu entlarven, die mit den Hinterbliebenen Geld machen wollten. Er glaubte daran, dass nach dem Tod nichts weitergeht. Er war der zweitgrößte Entfesselungskünstler, Harry war es, Lazarus war natürlich der größte. Ich wollte eine Art Vehikel, ein Medium, für Houdini schaffen, damit er zu uns sprechen kann, wenn er es wünscht, Sie wissen schon, aus dem Jenseits.“

Fazit: Intensiv klingt das vierzehnte Studioalbum von Nick Cave and The Bad Seeds mit dem Titel „Dig, Lazarus, Dig!!!“. Nick Cave verarbeitet hier ein religiöses Thema und transportiert es in die Jetzt-Zeit. Dunkel klingt dieses Album und dabei auch spannend und packend. Wer auf eher „düstere“ Sounds steht, wird hier nichts falsch machen können. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hold On To Yourself, Jesus Of The Moon, Midnight Man



Montag, 21. Juni 2021

Asia – Phoenix

 



Asia – Phoenix


Besetzung:

John Wetton – lead vocal, bass guitar
Steve Howe – electric, acoustic and steel guitars, backing vocals
Geoff Downes – keyboards, backing vocals
Carl Palmer – drums, percussion


Gastmusiker:

Hugh McDowell – cello (on "I Will Remember You" and "An Extraordinary Life")




Erscheinungsjahr: 2008


Stil: Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Never Again (4:55)
2. Nothing‘s Forever (5:46)
3. Heroine (4:54)
4. Sleeping Giant / No Way Back/Reprise (8:10)
5. Alibis (5:40)
6. I Will Remember You (5:12)
7. Shadow Of A Doubt (4:18)
8. Parallel Worlds / Vortex / Déyà (8:12)
9. Wish I‘d Known All Along (4:06)
10. Orchard Of Mines (5:12)
11. Over And Over (3:33)
12. An Extraordinary Life (5:00)

Gesamtspieldauer: 1:05:03



„Phoenix“ heißt das bereits zehnte Studioalbum der britischen Rockband Asia, das am 11. April 2008 ursprünglich auf dem Plattenlabel Frontiers Records erschien. Es war das erste Studioalbum in der Originalbesetzung der Band nach dem zweiten Album „Alpha“ aus dem Jahr 1983 und das erste seit der Wiedervereinigung im Jahr 2006. Auf „Phoenix“ hört man Mainstream Rock oder auch AOR, jedoch keinesfalls Progressive Rock, wie man auf manchen Beschreibungen oder in Wikipedia auch zu diesem Album nachlesen kann.

Zwar enthält das Album mit den Liedern „Sleeping Giant / No Way Back/Reprise“ sowie „Parrallel Worlds / Vortex/Déyà“ die längsten Stücke, die je von Asia aufgenommen wurden, doch bleiben auch diese Nummern zumeist einfach nur Mainstream Rock. Die Länge eines Titels hat noch nie etwas über das Genre ausgesagt, auch wenn es manchmal ein Fingerzeig sein kann. Bei diesen Stückern gibt es sogar progressive Einsprengsel zu hören, doch es bleiben lediglich kurze Episoden.

Die Musik, die man auf „Phoenix“ hört hat also weder was mit Yes noch mit King Crimson und auch nichts mit Emerson, Lake & Palmer zu tun. Das bedeutet wiederum nicht, dass „Phoenix“ ein schlechtes oder völlig missratenes Album geworden wäre. Viele der Titel klingen und gehen ins Ohr. Die meisten der Stücke sind überaus radiotauglich und kurze Passagen der beiden genannten längeren Lieder könnten sogar Teil eines Progressive Rock Albums sein, doch es sind wirklich nur kurze Passagen, die hier aus dem Mainstream Rock hervorragen, um dann ganz schnell wieder in massentauglichere Musik eingebettet zu werden.

Fazit: Die Reunion von Asia, sogar in der Originalbesetzung, produziert hauptsächlich Mainstream Rock. Das ist nicht weiter schlimm, denn es war schon immer so bei Asia. Die Musiker, ansonsten bei Progressive Rock Bands unterwegs, toben sich einmal mehr unter der Überschrift „Asia“ auch auf „Phoenix“ in deutlich massentauglicherer Musik aus. Eingängig ist diese Musik auf jeden Fall. Vielleicht nicht besonders spannend, doch es klingt zumindest gut. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Parallel Worlds / Vortex / Déyà



Mittwoch, 5. Mai 2021

It Bites – The Tall Ships

 



It Bites – The Tall Ships


Besetzung:

John Mitchell – vocals, guitar, bass
John Beck – keyboards, bass, vocals
Bob Dalton – drums, vocals




Erscheinungsjahr: 2008 (Wiederveröffentlichung 7.5.2021)


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Oh My God (5:47)
2. Ghosts (4:45)
3. Playground (5:32)
4. Memory Of Water (4:49)
5. The Tall Ships (6:17)
6. The Wind That Shakes The Barley (8:11)
7. Great Disasters (4:59)
8. Fahrenheit (5:16)
9. For Safekeeping (5:27)
10. Lights (4:54)
11. This Is England (13:34)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

12. These Words(5:42)
13. When I Fall (4:38)

Gesamtspieldauer: 1:19:59



It Bites ist eine englische Rockband, die 1982 in Egremont, Cumbria, England, gegründet wurde. Von 1986 bis 1989 veröffentlichten It Bites insgesamt drei Studioalben. Im Jahr 1990 löste sich die Band auf. Schließlich kam es 2003 zu einer Reunion mit verändertem Line-Up. Dieses wechselte in den folgenden Jahren nochmals, bis schließlich im Oktober 2008 mit neuem Sänger und Gitarristen John Mitchell das vierte Album von It Bites mit dem Namen „The Tall Ships“ erschien. „The Tall Ships“ wird nun am 7. Mai auf dem Plattenlabel InsideOut Music neu veröffentlicht und enthält beide Bonus-Tracks, die sonst nur einzeln auf der europäischen und der japanischen Ausgabe des Albums zu finden waren.

Auf „The Tall Ships“ hört man eine rockige-poppige Mischung, die jederzeit gut ins Ohr geht. Die Band weiß wie man Melodien entwickelt, die sich sehr schnell festsetzen. Mit Progressive Rock, einem Genre, welches It Bites auch immer wieder gern zugeschrieben wird, hat das allerdings nur am Rande etwas zu tun. It Bites bewegen sich mit ihrer Musik schon deutlich mehr im Bereich des Mainstream Rocks. Eingängig klingt das jedoch wie bereits erwähnt immer und die Musik unterhält auch durchaus. Die Neuauflage des Albums klingt zudem bezüglich des Remasters überzeugend. Alle Instrumente und der Gesang erklingen klar und gut aufeinander abgestimmt. Das hat sich gelohnt.

Wer also auf locker klingenden und eingängigen Rock steht, die oder der dürfte hier sehr viel für sich finden. Die beiden Bonus-Titel reihen sich da qualitativ sehr schön in die Reihe der elf „offiziellen“ Titel ein. Bei solch allzu poppigen Stücken wie „Great Disasters“ oder „Fahrenheit“ fühlt man sich zwar als Freund rockiger Klänge eher nicht so wohl, „Playground“ und das exzessive „This Is England“ entschädigen jedoch dafür wieder. Gerade letztgenannter Titel folgt nicht dem Schema „Strophe-Refrain-Strophe-Refrain-Solo-Strophe-Refrain“ und hält einige Wendungen parat. Nicht nur bezüglich der Länge fühlt und hört man hier ein Lied, welches dann doch noch ganz zart die melodische Ausprägung des Progs streift. Mit viel Abwechslung und Eingängigkeit gepaart mit einer kleinen Prise Pathos stellt es für mich den Höhepunkt auf „The Tall Ships“ dar.

Fazit: Wer auf eingängigen Rock steht, der auch manchmal etwas poppiger klingt, kann mit „The Tall Ships“ von It Bites nichts falsch machen. Zumindest klitzekleine progressive Ansätze sind auch enthalten. Gute Laune Musik, die schnell ins Ohr geht, dabei weder vertrackt, noch zu kompliziert klingt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Playground, This Is England



Samstag, 15. Dezember 2018

Cage The Elephant – Cage The Elephant




Cage The Elephant – Cage The Elephant


Besetzung:

Matt Shultz – lead vocals
Brad Shultz – rhythm guitar
Jared Champion – drums
Daniel Tichenor – bass, backing vocals
Lincoln Parish – lead guitar


Label: Relentless Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock, Garage Rock


Trackliste:

1. In One Ear (4:01)
2. James Brown (3:20)
3. Ain‘t No Rest For The Wicked (2:55)
4. Tiny Little Robots (4:10)
5. Lotus (3:16)
6. Back Against The Wall (3:48)
7. Drones In The Valley (2:27)
8. Judas (3:26)
9. Back Stabbin‘ Betty (3:39)
10. Soil To The Sun (3:17)
11. Free Love (3:28)

Gesamtspieldauer: 37:53



Cage The Elephant ist eine US-amerikanische Rockband aus Bowling Green, Kentucky, die 2006 gegründet wurde, 2008 nach London, England, übersiedelte und dort auch am 23. Juni desselben Jahres ihr erstes, selbstbetiteltes Album veröffentlichte. Dieses erschien auf dem Plattenlabel Relentless Records, in den USA dauerte es bis zum darauffolgenden März, bis das Debut von Eat The Elephant auch dort erschien. Mit den Titeln „Free Love“, „In One Ear“, „Ain‘t No Rest For The Wicked“ sowie „Back Against The Wall“ wurden insgesamt vier Singles ausgekoppelt. In England erreichte die Platte Platz 38 der Charts. Die höchste Platzierung in den USA hieß Platz 59. Diesen erreichte das Album allerdings erst nach Veröffentlichung der zweite Platte „Thank You, Happy Birthday“, in dessen Sog sich auch das Debut nochmal besser verkaufte.

Auf „Cage The Elephant“ von Cage The Elephant hört man eine Mischung aus Alternative Rock und Independent Rock, die mit einer kleinen Prise Punk zusätzlich verfeinert wurden. Die Lieder besitzen dabei durchaus Melodien, die ins Ohr gehen. Hilfreich ist es im Falle dieses Debuts sehr, den Titeln etwas Zeit zum Reifen einzuräumen, denn mit jedem Durchgang scheint das Album besser und eingängiger zu klingen. Gerockt wird dabei durchaus durchgängig, die Musik besitzt sogar einen kleinen aggressiven Touch ohne, dass dieser jedoch zu übertreiben klingen würde. Die Füße wollen mitwippen, wenn man Cage The Elephant hört, man sollte sie lassen.

Auf der Scheibe findet sich kein richtiger Ausfall, die einzelnen Lieder verfügen durchgängig über eine gewisse Qualität und nichts klingt nach Füllmaterial – das wäre bei einer so kurzen Laufzeit von knappen 38 Minuten allerdings auch mehr als traurig. Die Höhepunkte des Albums befinden sich zu Beginn auf „Cage The Elephant“. Die beiden Nummern „In One Ear“ und „James Brown“ überzeugen mich am meisten, besitzen diesen gewissen und eingängigen Wiedererkennungswert, der Lieder zu interessanten und auch „schönen“ Nummern werden lässt. Beide Titel gehen besonders gut ins Ohr und verbleiben dort auch. Da auch der Rest des Albums wirkt, steht dem Hörgenuss nichts mehr im Wege.

Fazit: Punkigen Alternative Rock präsentieren Cage The Elephant ihren Hörerinnen und Hörern auf ihrem ersten selbstbetitelten Album aus dem Jahr 2008. Schon nach wenigen Durchläufen werden die einzelnen Lieder der Platte zu guten Bekannten, auf die man sich freut, wenn sie zu hören sind. Die Titel sind rockig, treiben nach vorne und werden dabei zu keiner Zeit und an keiner Stelle in irgendeiner Art und Weise verwässert. „Cage The Elephant“ von Cage The Elephant lässt sich gut hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: In One Ear, James Brown



Mittwoch, 19. September 2018

No-Man – Schoolyard Ghosts




No-Man – Schoolyard Ghosts


Besetzung:

Tim Bowness – vocals, mellotron, piano, chime guitars, vocal loops, musical box
Steven Wilson – piano, acoustic and electric guitars, bass, keyboards, glockenspiel, harmony vocals, harp, harmonium, percussion, mellotron, organ, drum programming, musical box, electronic piano


Gastmusiker:

Andy Booker – electronic percussion, drum loop
Marianne De Chastelaine – cello
Peter Chilvers – samples
Rick Edwards – percussion
Colin Edwin – fretless acoustic bass
Gavin Harrison – drums
Bruce Kaphan – pedal steel guitar, e-bow pedal steel guitar
Fabrice Levebvre – yang t‘chin
The London Session Orchestra strings
Dave Stewart – string arrangement
Pat Mastelotto – drums, percussion
Pete Morgan – bass
Theo Travis – flute, soprano sax, clarinet


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Art Rock, Art Pop, Alternative


Trackliste:

CD1:

1. All Sweet Things (6:47)
2. Beautiful Songs You Should Know (4:25)
3. Pigeon Drummer (6:16)
4. Truenorth (12:51)
5. Wherever There Is Light (4:21)
6. Song Of The Surf (6:11)
7. Streaming (3:32)
8. Mixtaped (8:38)

CD2:

1. Another Winter (Demo) (2:35)
2. The City Sounds (Demo) (2:46)
3. Ominous Dancefloor (Demo) (4:17)
4. The Place Where You’d Hide (Demo) (3:44)
5. Truenorth (Strings) [Part 1] (1:48)
6. Truenorth (Alternate) [Part 2] (3:37)
7. Beautiful Songs You Should Know (Alternate) (4:06)
8. Pigeon Beater (3:03)
9. Lucky You Lucky Me (4:51)
10. Song Of The Surf (Duet) (3:53)
11. Counting (4:24)
12. Death Was California (3:09)

Gesamtspieldauer CD1 (53:03) und CD2 (42:18): 1:35:21




Steven Wilson ist wahrlich ein umtriebiger Musiker. Seine „Hauptband“ hieß lange Zeit Porcupine Tree, bis diese erst mal „auf Eis“ gelegt wurde. Dann gibt es da Blackfield, sein bis heute aktives Projekt mit Aviv Geffen. Während er Endphase von Porcupine Tree begann er auch Solo-Alben zu veröffentlichen, die inzwischen in schöner Regelmäßigkeit erscheinen. Dann gibt es inzwischen fast unzählige, von ihm remasterte Alben der Progressive Rock Heroen der 70er Jahre. Und schließlich war da auch noch das Duo No-Man, bestehend aus eben jenem Steven Wilson sowie Tim Bowness. In den Jahren von 1993 bis 2008 veröffentlichten diese beiden Musiker unter eben jenem Namen insgesamt sechs Studio-Alben. Das letzte Album dieser Reihe heißt bisher „Schoolyard Ghosts“ und erschien am 12. Mai 2008 auf dem Plattenlabel KScope.

No-Man, beziehungsweise Tim Bowness und Steven Wilson, präsentieren auf „Schoolyard Ghosts“ Musik, die man wohl am ehesten mit warm und sehr gefühlvoll umschreiben kann. Lieder für die ruhigen Momente des Tages, in denen man abschalten möchte, die Augen schließen, entspannen. Das Tempo wird niemals angezogen auf diesem Album, die Musik fließt dahin wie ein ruhiger bedächtiger Fluss. Ich würde nicht so weit gehen, hierbei von Ambient zu sprechen, doch nähern sich die weiten Ausläufer dieses musikalischen Genres durchaus manchmal auch der Musik von No-Man auf dieser Veröffentlichung an. Die Lieder klingen allesamt melodiös und eingängig, kuscheln die Hörerin und den Hörer sanft und weich ein. Einzige Ausnahme stellt da der Titel Lied „Pigeon Drummer“ dar, in dem es zu kurzen, jedoch fast schon brachialen Ausbrüchen kommt. Ein Schlagzeug- und Gitarren-Gewitter bricht plötzlich über einen herein, doch bereits nach ganz wenigen Augenblicken klart der Himmel wieder auf und alles wiegt sich erneut in sanfter Harmonie. Schade, dass diese kleinen „Explosionen“ nicht häufiger gezündet wurden, denn sie tragen durchaus mit zur Spannung und Abwechslung des ganzen Albums bei.

Die Höhepunkte der Platte sind der Opener „All Sweet Things“, dem auch der Album-Titel „Schoolyard Ghosts“ entnommen wurde. Ein sanftes und überaus melodisches Lied, welches gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht und sehr gut die Gesamtstimmung der Platte wiedergibt. Dann wäre an dieser Stelle nochmals das bereits erwähnte „Pigeon Drummer“ zu nennen, ein schöner Kontrapunkt zur intensiven und alles überstrahlenden Harmonie. Schließlich ist da noch das längste Lied des Albums, „Truenorth“. Über zwölf Minuten hat man nun Zeit, ganz in diesen melodiösen Strukturen zu versinken, sich einhüllen zu lassen in sanfte Wohlklänge. Ganz bestimmt wird es Menschen geben, die diese geballten Relaxationsklänge eher langweilig finden werden – wenn sie die Augen schließen und zuhören, werden sie vielleicht verstehen. Schließlich sei hier noch das folgende Lied „Wherever There Is Light“ erwähnt. Wie der Auftakt ist es eine sanfte und eingängige Nummer, angefüllt mit Eingängigkeit, die sich festsetzt und die Atemfrequenz herunterfährt.

Mit der neuen Ausgabe des Albums im Jahr 2014 erhält man als Bonus eine zweite CD. Diese hält neben wenigen, bereits bekannten Titeln in Form von alternativen Versionen auch reichlich Neues für Hörerin und Hörer parat. Die Sound-Qualität der Stücke ist erstklassig, auch wenn es sich dabei zum Teil um Demos handelt. Solche Titel wie „Another Winter“, „Pigeon Beater“ oder „Lucky You Lucky Me“ hätten in dieser Form auch für das offizielle Album eine Bereicherung dargestellt. Von daher stellen diese Lieder eine wirkliche Zugabe zum ursprünglichen Album dar.

Fazit: Man sollte definitiv die sanften Momente in der Musik zu schätzen wissen, wenn man „Schoolyard Ghosts“ von No-Man einlegt und genießen möchte. Keine Hektik, Ruhe ist angesagt. Nur an wenigen Stellen passiert Außergewöhnliches, zumeist treiben die Lieder sanft vorwärts und schließlich auch vorbei. Das kann für die eine oder den anderen, zur richtigen Tageszeit genossen, wie ein Entspannungskur wirken. Wieder andere werden nur wegschlummern. Das Leben ist wunderbar vielfältig, Geschmäcker eben auch. Elf Punkte.

Anspieltipps: All Sweet Things, Pigeon Drummer, Truenorth, Wherever There Is Light



Samstag, 25. August 2018

Jennifer Rostock – Ins Offene Messer




Jennifer Rostock – Ins Offene Messer


Besetzung:

Jennifer Weist – Gesang
Johannes „Joe“ Walter – Keyboard
Alex Voigt – Gitarre
Christoph Deckert – Bass
Christopher „Baku“ Kohl – Schlagzeug


Gastmusiker:

Captain Schmidt – Perkussion (Feuer“, „Ich Will Hier Raus“)
Yensin Jahn – Mundharmonika („Mein Parfum“)
Andreas Stickel – Bass („Kind Von Dir“)
Kristina-Marie Honermann – Chorgesang („Wer Hätte Das Gedacht“)
Werner „Dr. Roc“ Krumme – zusätzliche Akustik-, Slide- und E-Gitarren, Bass, Keyboards, Chorgesang


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Feuer (3:00)
2. Kopf Oder Zahl (2:22)
3. Blut Geleckt (2:46)
4. Nichts Tät Ich Lieber (2:33)
5. Drahtseilakt (3:26)
6. Gedanken, Die Man Besser Nicht Denkt (3:42)
7. Tier In Dir (3:40)
8. Wer Hätte Das Gedacht (1:35)
9. Mein Parfum (3:40)
10. Kind Von Dir (3:21)
11. Diadem (2:19)
12. Mona Lisa (2:31)
13. Himalaya (3:38)
14. Ich Will Hier Raus (2:41)

Gesamtspieldauer: 41:20




„Ins Offene Messer“ heißt das erste Studio-Album der ursprünglich aus Usedom stammenden und inzwischen in Berlin angesiedelten Pop-Rock-Band Jennifer Rostock. Das Album erschien am 15. Februar 2008 auf dem Plattenlabel Warner Music. Einem größeren Publikum bekannt wurde die Band durch ihre Teilnahme für Mecklenburg-Vorpommern am von Stefan Raab ins Leben gerufenen Bundesvision Song Contest. Hier waren sie mit dem Titel „Kopf Oder Zahl“ vertreten und erreichten den fünften Platz.

Auf „Ins Offene Messer“ hört man eine fröhliche Mischung aus Pop und Rock, die mitunter auch mal in den Gefilden des Punks fischt. Die Lieder klingen alle sehr positiv und hell, die Texte beinhalten auch ein gehöriges Maß an Humor. Die einzelnen Stücke des Albums gehen überwiegend ziemlich schnell und unkompliziert ins Ohr und sind manchmal bereits wieder vorbei, wenn man sich auf sie eingestellt hat. Diese kurzen Nummern verströmen dabei ein wenig das Gefühl der Hektik, was an dieser Stelle gar nicht mal negativ gemeint ist. Alles wird vorangetrieben, angespielt und das war es eben.

Höhepunkt der Scheibe ist ganz klar das Lied „Kopf Oder Zahl“, welches ebenfalls schnell ins Ohr geht und daraus auch nicht mehr so eben verschwindet. Ein Lied mit Ohrwurm-Charakter. Alle vierzehn Titel auf „Ins Offene Messer“ bieten ein einheitliches Bild, gleichen sich stilistisch. Leider ist darunter kein solch Titel mehr wie „Kopf Oder Zahl“, der sofort und auf diese Weise „zündet“, doch gibt es auf der Scheibe auch keine Ausfälle zu beklagen. Die Titel unterhalten, sind in ihrer Art keinesfalls kompliziert und versuchen bei dieser kurzen Laufzeit einfach nur schnell zu überzeugen.

Fazit: „Kopf Oder Zahl“ ist das erste Studio-Album der Berliner Band Jennifer Rostock. Es ist angefüllt mit einer positiven und schnellen Mischung aus Pop, Rock und Punk. Die Texte gefallen ebenfalls und die Musik geht immer wieder gut ins Ohr. Mit „Kopf Oder Zahl“ ist zudem ein Lied mit hohem Wiedererkennungswert vorhanden. Keine besonders schwierige oder anspruchsvolle Musik, allerdings ganz gewiss keine plumpe. Musik, die unterhält. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Kopf Oder Zahl



Dienstag, 12. Juni 2018

Sons Of Noel And Adrian – Sons Of Noel And Adrian




Sons Of Noel And Adrian – Sons Of Noel And Adrian


Besetzung:

Jacob Richardson
Tom Cowan
William Calderbank
Michael Siddell
Catherine Cardin
Jo White
Alistair Strachan
Nick Hemming
Rowan Coupland
Marcus Hamblett


Gastmusiker:

Lindsey Oliver
James De Malplaquet
Beatrice Sanjust Di Teulada
John Chescoe
Will Oldham


Label: Shelsmusic


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: ArtPop, Experimental


Trackliste:

1. Indigo (4:55)
2. Kernow (4:11)
3. Damien. Lessons From What’s Poor (9:25)
4. Cave (3:23)
5. Ragwort (6:10)
6. Divorce (5:58)
7. Violent Violet (3:24)
8. The Wreck Is Not A Boat (4:54)
9. Inside Olympia (4:47)

Gesamtspieldauer: 47:12



Was bei einem beim Hören der Musik der Band Sons Of Noel And Adrian aus Brighton, England sofort auffällt, das ist die Instrumentierung, die hauptsächlich aus akustischen Instrumenten besteht. Gitarre, Glockenspiel, Violine, Cello, Piano, Banjo, Kornett, Kuhglocken, Flöte, Horn, Harfe und vieles mehr ist da zu hören. Dazu gesellt sich der arg weinerliche Gesang des Jacob Richardson und fertig ist die Musik, die so ganz anders klingt als alles, was man sonst im Bereich des Pop und Rock zu hören bekommt. Auf dem selbstbetitelten Debut-Album, welches am 1. Juli 2008 veröffentlicht wurde, taucht man mit dem ersten Takt direkt in diese musikalische Welt ein und verlässt sie erst wieder mit dem Ausklingen des letzten Akkords.

Diese musikalische Welt der Sons Of Noel And Adrian klingt melancholisch bis traurig, von daher passt die Stimme des Jacob Richardson im Grunde genommen perfekt zur Musik. Trotzdem ist genau diese auch der „Knackpunkt“ beim Hören der Alben der englischen Band. Man muss diesen besonderen Klang mögen oder zumindest akzeptieren können, um in die Lieder der Sons Of Noel And Adrian vollends eintauchen, sie vollends genießen zu können. Ansonsten wird es trotz aller Schönheit und Melodiösität schwierig mit der Musik der Sons Of Noel And Adrian. Immer wenn Joanne White und Catherine Cardin mit in den Gesang einstimmen, werden die Lieder um eine weitere Facette bereichert. Im mehrstimmigen Gesang erklingen die einzelnen Stücke nochmals einen Tick intensiver, melodiöser und auch packender. Dis allerdings auf bereits sehr hohem und vieles durchdringendem Niveau.

Eingängig klingt die Musik der Sons Of Noel And Adrian an jeder Stelle des Albums. Mitunter auch etwas schräg und verdreht, dennoch gehen die einzelnen Titel relativ schnell ins Ohr, was durch mehrmaliges Hören noch deutlich verstärkt wird. Die mitunter angespielten musikalischen Redundanzen wirken in sich geschlossen und geradezu hypnotisierend. Höhepunkt der Platte ist das neuneinhalbminütige „Damien. Lessons From What’s Poor“. Mit einem akustischen Gitarrenlauf wird das Lied eingeleitet, der immer und immer wieder wiederholt wird. In diesen setzen dann Bläser und Streicher ein, um sich alsbald wieder zu verabschieden. Das klingt so wunderbar eingängig und es fällt nicht schwer, in diese Töne einzutauchen. Nach drei Minuten wird der fast schon beschwörende Gesang angestimmt, danach nimmt die Musik Fahrt auf und wird noch ein wenig intensiver. Eine Wand aus monotoner Melodiösität bricht über einen herein, Mid-Tempo-Rhythmus, eine sehnsüchtig klingende Violine, alles steigert sich, wallt auf, um schließlich in einem Duett-Gesang zu müden. Alles sehr fein und subtil. Großes musikalisches Kino. Doch auch die anderen Titel lohnen gehört zu werden. „Sons Of Noel And Adrian“ von den Sons Of Noel And Adrian beinhaltet keine Schwächen, macht Spaß vom ersten bis zum letzten Akkord und ergreift.

Fazit: Das selbstbetitelte Debut-Album der Sons Of Noel And Adrian ist ein ganz besonderes geworden. Schöne, melodiöse und eingängige Musik, die alles andere als alltäglich klingt. Das liegt an der etwas ausgefalleneren Instrumentierung mit hauptsächlich akustischen Instrumenten sowie am weinerlichen Gesang des Jacob Richardson. Die Platte verströmt eine unglaublich intensive Melancholie, beinhaltet keinesfalls Musik, die man nebenbei hören kann und weiß zu begeistern. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Damien. Lessons From What’s Poor



Mittwoch, 30. Mai 2018

Motorpsycho – Little Lucid Moments




Motorpsycho – Little Lucid Moments


Besetzung:

Bent Sæther – keine weiteren Angaben
Hans Magnus Ryan – keine weiteren Angaben
Kenneth Kapstad – keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Jørgensen – additional sounds


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Suite: Little Lucid Moments (21:05)
     I. Lawned (Consciousness Causes Collapse)
     II. A Hoof To The Head
     III. Hallucifuge (Hyperrealistically Speaking...)
     IV. Sweet Oblivion / Perfect Sense
2. Year Zero (11:26)
     (A Damage Report)
3. She Left On The Sun Ship (14:25)
     (Featuring Confusion Is Kjeks And (I Think) I Feel Better Now...)
4. The Alchemyst (12:27)
     (A Discourse On Transmutation, Pennies Dropping And The Luminiferous Aether)

Gesamtspieldauer: 59:24




„Little Lucid Moments“ heißt das zwölfte Studio-Album der 1989 in Trondheim gegründeten norwegischen Rock Band Motorpsycho. Die Scheibe erschien am 31. März im Jahr 2008 auf dem Plattenlabel Rune Grammofon Records in Skandinavien, dem Vereinigten Königreich, den USA und Frankreich. In Deutschland und dem restlichen Europa wurde das Album erneut auf dem Plattenlabel Stickman Records veröffentlicht. Lediglich vier Titel sind auf dem Album enthalten, die eine Laufzeit von etwas über elf bis etwas über einundzwanzig Minuten aufweisen. Motorpsycho waren inzwischen wieder zu einem Trio geworden. Nachdem die letzte Platte „Black Hole / Blank Canvas“ nach dem Weggang von Håkon Gebhardt noch als Duo eingespielt wurde, war nun der Schlagzeuger Kenneth Kapstad festes Mitglied, neben den beiden Gründungsmitgliedern Bent Sæther und Hans Magnus Ryan geworden. Die Musik ist auf der Platte wieder ganz klar dem Rock zugewandt.

„Little Lucid Moments“ ist eine wilde rockige Achterbahnfahrt geworden, auf der die Band ekstatisch rockt, dann auch den Hörerinnen und Hörern wieder kleine, manchmal sphärisch spacige Erholungspausen schenkt. Nichts für schwache Nerven und eine spannungs- und energiegeladene Reise durch die Rock Musik. Die Lieder pendeln zwischen Hard Rock und Psychdelic Rock und zeigen ganz klar den Weg auf, den die Band in Zukunft beschreiten wollte. Jegliche poppige Ausflüge oder Andeutungen waren Geschichte auf „Little Lucid Moments“. Der letzte Eintrag in den Liner-Notes des Albums lautet: „no fear, no hatred, no mercy, no compromise“ – und ganz genauso klingt dieses Album auch – gnaden- und kompromisslos.

Das Titellied, „Suite: Little Lucid Moments“, ist ein Parforce-Ritt durch alle Unwägbarkeiten des Rocks. Niemals weiß man, was nach dem nächsten Takt auf einen wartet, nichts ist vorhersehbar, alles im Fluss. Nicht besonders eingängig, dafür sehr spannend und packend. „Year Zero“ ist ruhiger gehalten, enthält eine kleine Steigerung, klingt ein wenig melodiöser und bewegt sich noch etwas mehr in den Gefilden des Psychedelic Rock. Das sich anschließende „She Left On The Sun Ship“ wandelt schließlich wieder auf härteren Pfaden. Die Musik klingt aggressiver, der Gesang wird hier deutlich mehr geschrien, denn eingesungen. Eine geradlinige Rock-Nummer, mit Instrumentensoli und Headbanging Anreizen. Besonders interessant wird es dann, wenn das Lied ab 7:30 in einen hypnotisierenden, monotonen und sehr melodischen Instrumentalpart mündet. Klasse Nummer. „The Alchemyst“ spielt schließlich wieder sehr abwechslungsreich mit Stimmungen und musikalischen Emotionen. Mal sanft, mal scheinbar entrückt, mal rockig und fordernd, reiht sich dieser Titel perfekt in das Gesamtbild des Albums ein. Ein sehr würdiger Abschluss des Albums.

Fazit: Das zwölfte Studio-Album der Norweger von Motorpsycho mit dem Titel „Little Lucid Moments“ kann wieder ein wenig mehr begeistern, als die zum Teil poppigeren Vorgängeralben des 21. Jahrhunderts. Ganz klar steht auf dieser Platte der Rock im Fokus. Mal geradlinig, dann wieder mehr verspielt. Zwar ist die Musik auf der Scheibe nicht zu eingängig, mitreißend jedoch allemal. Insgesamt pendelt die Musik zwischen Alternative und Psychedelic Rock. Gelungen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Suite: Little Lucid Moments, She Left On The Sun Ship



Samstag, 26. Mai 2018

Beardfish – Sleeping In Traffic: Part Two




Beardfish – Sleeping In Traffic: Part Two


Besetzung:

Rikard Sjöblom – vocals, organ, keyboards, piano, synthesizers, jews harp, accordion, sfx, acoustic guitar
David Zackrisson – electric and acoustic guitars, arp odyssey, guitar synthesizer, piano, background vocals
Robert Hansen – bass, gimp, acoustic guitar, background vocals
Magnus Östgren – drums, percussion, ass smasher, background vocals


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: ArtRock, ArtPop, RetroProg


Trackliste:

1. As The Sun Sets (1:12)
2. Into The Night (8:51)
3. The Hunter (5:57)
4. South Of The Border (7:43)
5. Cashflow (6:07)
6. The Downward Spiral / Chimay (7:10)
7. Sleeping In Traffic (35:44)
8. Sunrise Again (1:37)

Gesamtspieldauer: 1:14:23




„Sleeping In Traffic: Part Two“ heißt das vierte Studio-Album der schwedischen Progressive Rock Band Beardfish. Am 16. Mai im Jahr 2008 wurde das Album auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und bildet die inhaltliche Fortsetzung des ein Jahr zuvor veröffentlichten Albums „Sleeping In Traffic: Part One“. Man hört auf dem Album eine bunte Mischung aus ArtRock, ArtPop und RetroProg. Eine musikalische Mixtur, die für Beardfish typisch, ansonsten eher außergewöhnlich ist.

Auf „Sleeping In Traffic: Part Two“ hört man Rock, Pop, Folk, Disco und selbstverständlich Progressive Rock. Das ist die Mischung, die einem die Schweden servieren und die man zu verdauen hat. Der Ehrlichkeit halber sei an dieser Stelle allerdings angeführt, dass sich der Disco-Ausflug von Beardfish auf das Anspielen des Bee-Gee-Klassikers „Stayin‘ Alive“ im fast sechsunddreißig-minütigen Titellied „Sleeping In Traffic“ beschränkt. Trotzdem ist die Musik der Band alles andere als einheitlich und vorhersehbar und damit im Umkehrschluss auch niemals langweilig. Aber Einlassen muss man sich selbstverständlich auf diese Musik können, die nicht beim ersten Mal des Hörens ins Ohr gehen möchte – jedoch mit der Zeit immer weiter reift.

Dies passiert allerdings erst mit jedem weiteren Durchgang der Scheibe und „Sleeping In Traffic: Part Two“ funktioniert dann immer besser und klingt eindringlicher. Sind es zunächst die beiden Nummern „Into The Night“ und „The Hunter“, die schnell überzeugen können, so dauert dies beim sehr langen Titeltrack ein wenig. Das Lied wirkt zunächst wie ein Musikstück, in dem verschiedene Lieder ohne Pause aneinandergereiht worden sind. Doch mit jedem Hören zündet gerade dieses Stück noch besser und eindringlicher und klingt schließlich richtiggehend mitreißend. Neuen Progressive Rock, der sich auf alte Stücke bezieht und dabei insgesamt sehr überzeugt, hört man auf dem Album. In der Mitte der Platte klappt das durchaus ein wenig schlechter, zu Beginn und am Schluss beeindrucken Beardfish dafür umso mehr. Das macht dann sehr viel Spaß und man fühlt sich wie auf einer musikalischen Reise, die einen durch verschiedene Gegenden führt, welche alle ihren ganz eigenen Charme besitzen.

Fazit: Eine sehr abwechslungsreiche Platte ist „Sleeping In Traffic: Part Two“ der schwedischen Band Beardfish geworden. Skandinavischer RetroProg der feinen Sorte, mit tollen und zum Teil auch witzigen Texten versehen sowie mit zahlreichen musikalischen Gimmicks angereichert. Da kommt niemals Langeweile auf und man wird bestens unterhalten, wenn man dem Album auch Zeit zum Reifen gibt. Ein paar Durchgänge dauert es freilich, bis diese Musik endgültig überzeugt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Into The Night, The Hunter, Sleeping In Traffic



Dienstag, 17. Oktober 2017

David Gilmour – Live In Gdansk




David Gilmour – Live In Gdansk


Besetzung:


Musicians

David Gilmour – guitars, lead and backing vocals, console steel guitar, acoustic lap steel guitar, alto saxophone on “Red Sky At Night”
Richard Wright – piano, hammond organ, farfisa organ, lead and backing vocals
Jon Carin – keyboards, synthesiser, backing vocals, lap steel guitar, programming
Guy Pratt – bass guitars, backing vocals, double bass, guitar on “Then I Close My Eyes”, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Phil Manzanera – guitars, backing vocals, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Dick Parry – tenor and baritone saxophones, electronic organ, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Steve DiStanislao – drums, percussion, backing vocals
Zbigniew Preisner – conductor
Leszek Możdżer – piano
Polish Baltic Philharmonic Orchestra


Barn Jam Personnel

David Gilmour – guitar, console steel guitar, drums on “192”
Richard Wright – keyboards
Guy Pratt – bass, guitar on “192”
Steve DiStanislao – drums, double bass on “192”


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Rock, Live


Trackliste:

CD1:

1. Speak To Me (1:22)
2. Breathe (2:48)
3. Time (5:37)
4. Breathe (Reprise) (1:31)
5. Castellorizon (3:47)
6. On An Island (7:26)
7. The Blue (6:38)
8. Red Sky At Night (3:02)
9. This Heaven (4:32)
10. Then I Close My Eyes (7:41)
11. Smile (4:25)
12. Take A Breath (6:47)
13. A Pocketful Of Stones (5:40)
14. Where We Start (8:01)

Gesamtspieldauer: 1:09:25


CD2:

1. Shine On You Crazy Diamond (12:06)
2. Astronomy Domine (5:02)
3. Fat Old Sun (6:39)
4. High Hopes (9:57)
5. Echoes (25:25)
6. Wish You Were Here (5:15)
7. A Great Day For Freedom (5:56)
8. Comfortably Numb (9:22)

Gesamtspieldauer: 1:19:45


DVD1:

Das Danzig Konzert:

1. Castellorizon
2. On An Island
3. The Blue
4. Red Sky At Night
5. This Heaven
6. Then I Close My Eyes
7. Smile
8. Take A Breath
9. A Pocketful Of Stones
10. Where We Start
11. Astronomy Domine
12. High Hopes
13. Echoes
14. A Great Day For Freedom
15. Comfortably Numb
16. Wot's... Uh The Deal? (Nicht aufgeführt im Booklet, wird während des Abspanns gespielt)

Gesamtspieldauer: 2:00:36

Gdańsk Diary - Dokumentation (37:34)


DVD2:

The Mermaid Theatre, London, March 2006

1. Shine On You Crazy Diamond (10:57)
2. Wearing The Inside Out (8:09)
3. Comfortably Numb (7:20)

The AOL Sessions, New York, April 2006

1. On An Island (6:48)
2. High Hopes (9:10)

Live from Abbey Road, London, August 2006

1. The Blue (6:27)
2. Take A Breath (6:20)
3. Echoes (Acoustic) (6:51)

Barn Jams, Sussex, England, January 2007

1. Barn Jam 166 (4:49)
2. Barn Jam 192 (2:49)
3. Barn Jam 121 (7:32)

Gesamtspieldauer der vier Konzerte / Sessions: 1:17:07


5.1 Surround Sound Mix des Albums „On An Island“ (nur Audio)

1. Castellorizon (3:54)
2. On An Island (6:47)
3. The Blue (5:27)
4. Take A Breath (5:45)
5. Red Sky At Night (2:53)
6. This Heaven (4:29)
7. Then I Close My Eyes (5:24)
8. Smile (4:04)
9. A Pocketful Of Stones (6:18)
10. Where We Start (6:49)

Gesamtspieldauer: 51:42

Gesamtspieldauer aller CDs und DVDs: 7:16:09




Insgesamt sieben Stunden, sechzehn Minuten und neun Sekunden Musik bekommt man mit dieser Ausgabe von „Live In Gdansk“ von David Gilmour geboten. Auf zwei CDs und zwei DVDs gibt es jede Menge David Gilmour Musik und auch eine gehörige Portion Pink Floyd Musik zu hören. Veröffentlicht wurde das Album am 22. September des Jahres 2008, eine Woche nachdem Richard Wright, der hier ebenfalls eine Hauptrolle spielt, verstorben war. Diese Zusammenstellung enthalt auf den zwei CDs das Danziger Konzert vom 26. August 2006, welches den letzten Auftritt der „On An Island“-Tour wiedergibt. Dieses fand vor 50.000 Zuschauern zu Ehren der Gründung der Gewerkschaft Solidarność statt. Die erste DVD beinhaltet einen zweistündigen Konzertausschnitt in Form eines Videos, jedoch nicht das komplette Konzert. Auf der zweiten DVD gibt es dann noch Live-Video-Ausschnitte anderer Konzerte und Sessions sowie, im 5.1 Surround Sound Mix, das komplette dritte Soloalbum des David Gilmour Album mit dem Titel „On An Island“ zu hören.

Im Zentrum der ersten CD steht das David Gilmour Album „On An Island“. Nur wenige der 50.000 Zuschauer und Zuhörer werden deswegen zu diesem Konzert gekommen sein. Das Konzert startet zwar mit vier Liedern aus dem Pink Floyd Album „The Dark Side Of The Moon“, dann ist jedoch Schluss und es folgt der Schwenk auf dieses David Gilmour Solo-Album, welches so gar nichts mehr mit der Pink Floyd Musik zu tun hat. Die Platte wird hier komplett durchgespielt, klingt auch ganz nett, ist jedoch wahrlich nichts Besonderes mehr. Langsamer Rock mit leichtem Einschlag zum Pop, es gibt heute wahrlich interessantere und vor allen Dingen auch innovativere Musik.

Die zweite CD ist da für den Pink Floyd Fan, aber auch für Musikfreundinnen und -freunde insgesamt deutlich interessanter. Jetzt gibt es Pink Floyd zu hören und auch ältere Stücke haben Aufnahme in die Seltlist gefunden. „Astronomy Domine“, „Fat Old Sun“ und vor allen Dingen „Echoes“ lassen einem das Herz schneller schlagen und ein Gefühl der Wärme macht sich breit. Hier lohnt das Zuhören nun wahrlich. Die Mischung aus älteren und „neueren“ Pink Floyd Stücken stimmt nun ebenfalls und stellt eine Bereicherung der Musik dieser Band dar.

Höhepunkt der Veröffentlichung ist allerdings die erste DVD. Auch hier wird zwar zuerst das komplette Album „On An Island“ erneut vollständig durchgespielt, aber die Version von „Echoes“ in Ton und Bild entschädigt für vieles. In diesen Aufnahmen Rick Wright auch beim Gesang zu sehen und zu hören, lässt jede Menge Melancholie aufkommen. Dazu ist diese Version des Pink Floyd Klassikers eine überaus gelungene. Dass die Musiker von Pink Floyd allerdings nicht die allerbesten Sänger waren, um es mal freundlich zu formulieren, hört man dann an der letzten Nummer „Comfortably Numb“. Auf „The Wall“ hatten sich noch Roger Waters und David Gilmour den Gesang geteilt, hier übernimmt jetzt Rick Wright den Part von Roger Waters. Es klingt zumindest „bemüht“, trotzdem hat man ein Lächeln auf den Lippen, die beiden hier dieses Lied spielen zu sehen. Auf allen Stücken, auf denen Rick Wright auch ursprünglich sang, passt sein Gesang allerdings perfekt.

Die zweite DVD enthält schließlich Ausschnitte aus verschiedenen Konzerten des David Gilmour. Auch hier sind es die Pink Floyd Titel und die Szenen mit Rick Wright, die überzeugen können. Dazu gibt es noch drei Session Lieder aus dem Januar 2007, die in David Gilmours Tonstudio aufgenommen wurden. Eine ganz nette Zugabe. Ebenfalls eine Zugabe stellt dann der 5.1 Surround Sound Mix des Albums „On An Island“ dar. Nur leider ist diese Platte unfassbar langweilig, sodass sich ein häufigeres Abspielen einfach nicht lohnt.

Fazit: „Live In Gdansk“ lebt von den Pink Floyd Liedern und den Bildern mit Rick Wright. Leider ist das Album „On An Island“, in dessen Zusammenhang diese Veröffentlichung entstand, eine sehr langweilige Platte geworden. Trotzdem hat „Live In Gdansk“ etwas, nämlich einen hohen Nostalgie-Faktor, der Melancholie aufkommen lässt und die Sentimentalität befeuert. Aber das war es dann auch schon. Bei über sieben Stunden Laufzeit sind die Höhepunkte einfach zu rar gesät. Neun Punkte.

Anspieltipps: Echoes auf CD und DVD