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Samstag, 23. Oktober 2021

Dream Theater – A View From The Top Of The World

 



Dream Theater – A View From The Top Of The World


Besetzung:

James LaBrie – vocals
John Petrucci – guitar
Jordan Rudess – keyboards
John Myung – bass
Mike Mangini – drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal


Trackliste:

1. The Alien (9:32)
2. Answering The Call (7:35)
3. Invisible Monster (6:30)
4. Sleeping Giant (10:04)
5. Transcending Time (6:24)
6. Awaken The Master (9:47)
7. A View From The Top Of The World (20:23)

Gesamtspieldauer: 1:10:18



Ganz einfach war die Entstehungsgeschichte zu „A View From The Top Of The World“ wohl zuerst nicht, doch dann erwies sich eine zuvor eingeleitete Maßnahme als geradezu ideal, um doch etwas „problemloser“ Alben veröffentlichen zu können – selbst in Pandemiezeiten. Für das Jahr 2019 hatten Dream Theater eine ausverkaufte Tournee zur Unterstützung des im selben Jahr erschienen Albums „Distance Over Time“ und dem 20-jährigen Jubiläum von „Metropolis Pt. II - Scenes From A Memory“ geplant, die sich bis weit ins Jahr 2020 erstrecken sollte. Doch diese globale Pandemie durchkreuzte die Pläne der Band und die Tournee musste abgebrochen werden. Die Musiker fanden sich also zu Hause wieder, LaBrie in Kanada und der Rest der Gruppe in den USA. Doch keiner der Musiker wollte zu Hause untätig herumsitzen. Und wie es das Schicksal so wollte, hatten sie gerade den Bau des Dream Theater Headquarters abgeschlossen. Dies ist eine Kombination aus Live-Aufnahmestudio, Proberaum, Kontrollraum, Lagerraum für Equipment und eben viel Platz um den kreativen Schüben freien Lauf zu lassen. Somit schlug der weltweite Lockdown bei Dream Theater jetzt nicht ganz so hart zu wie bei anderen Bands. Und auch wenn James LaBrie zum Einsingen der Lieder nach Betreten der USA erst mal in Quarantäne musste, so konnte das Album trotzdem, ohne weitere Komplikationen, fertiggestellt werden.

Als ich nun das neue Dream Theater Album „A View From The Top Of The World“ zum ersten Mal hörte, war ich alles andere als überrascht. Dream Theater segeln musikalisch inzwischen durch ihren eigenen Kosmos und man hört Progressive Metal, der eben nach Dream Theater klingt, ohne dabei großartige Experimente zu vollführen. Das braucht die Band auf ihrem inzwischen fünfzehnten Studioalbum auch nicht zu machen, denn dass, was man auf „A View From The Top Of The World“ zu hören bekommt, klingt alles andere als langweilig oder gar abgestanden.

Dream Theater stehen auch auf „A View From The Top Of The World“ für Progressive Metal, abwechslungsreich und spannend. Die harten und schweren Riffs wechseln sich mit sanften Passagen ab, frickelige Abschnitte gehen in wunderbar eingängige Stellen über, und dass die Band das Spiel mit den Atmosphären perfekt versteht, hat sie bereits bei vielen vorherigen Veröffentlichungen gezeigt. Dieses Wechselspiel aus unterschiedlichen Stimmungen wird gerade bei den Longtracks des Albums bis fast zur Perfektion etabliert. Dabei klingen die einzelnen Stücke allesamt eingängig, ganz egal wie schnell die Riffs oder Keyboardläufe vorgetragen werden.

Auf „A View From The Top Of The World“ befindet sich keine Ballade. Trotzdem gibt es diese balladesken Momente, die dann sogar noch intensiver in den einzelnen Titeln wirken, gut verpackt zwischen Metal-Parts oder auch mal frickeligen Abschnitten. Dabei klingen die einzelnen Stücke wie musikalische Einheiten, nicht konstruiert, sondern gewachsen. Ergänzt wird dieser Eindruck durch den Sound des Albums, der keine Wünsche übrig lässt.

Das Album mündet im Titeltrack, der auf über zwanzig Minuten nochmals alles vereint, was Dream Theater bereits in den vorherigen Liedern musikalisch zelebrierten. Das Lied startet symphonisch und mäandert durch verschiedene Passagen, die sich auflösen, um später erneut, leicht verändert wieder zu erklingen. Jedes Bandmitglied bekommt hier seinen Platz und Raum, um sich musikalisch und kreativ entfalten und entsprechend einbringen zu können. Eine spannende und immer wieder überraschende Reise durch die Klangwelt von Dream Theater im Jahr 2021.

Fazit: „A View From The Top Of The World“ stellt einen weiteren, überzeugenden Höhepunkt im Schaffen der Band dar. Seit den 80er Jahren feiern Dream Theater das Genre Progressive Metal wie kaum eine andere Band und erfüllen es immer wieder neu mit Leben. Und das macht definitiv Spaß. Besonders sogar auf „A View From The Top Of The World“. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: A View From The Top Of The World



Freitag, 27. November 2020

Dream Theater – Distant Memories - Live in London

 




Dream Theater – Distant Memories - Live in London


Besetzung:

John Petrucci – guitars, backing vocals
John Myung – bass
James LaBrie – lead vocals
Jordan Rudess – keyboards
Mike Mangini – drums




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: ProgMetal


Trackliste:

CD1:

1. Untethered Angel (5:56)
2. A Nightmare To Remember (16:37)
3. Fall Into the Light (7:26)
4. Barstool Warrior (6:42)
5. In The Presence Of Enemies – Part 1 (8:43)
6. Pale Blue Dot (8:52)

CD2:

1. Scenes Live Intro (1:44)
2. Scene One: Regression (2:06)
3. Scene Two: I. Overture 1928 (3:38)
4. Scene Two: II. Strange Déjà Vu (5:03)
5. Scene Three: I. Through My Words (1:02
6. Scene Three: II. Fatal Tragedy (6:53)
7. Scene Four: Beyond This Life (11:26)
8. Scene Five: Through Her Eyes (6:45)

CD3:

1. Scene Six: Home (13:01)
2. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity (6:09)
3. Scene Seven: II. One Last Time (3:48)
4. Scene Eight: The Spirit Carries On (6:39)
5. Scene Nine: Finally Free (12:54)
6. At Wit’s End (9:42)
7. Paralyzed (Bonus Track) (4:34)

DVD1/BluRay1:

1. Atlas (Intro) (2:32)
2. Untethered Angel (5:57)
3. A Nightmare To Remember (16:37)
4. Fall Into The Light (7:26)
5. Barstool Warrior (6:41)
6. In The Presence Of Enemies – Part 1 (8:43)
7. Pale Blue Dot (8:52)

DVD2/BluRay2:

1. Scenes Live Intro (1:46
2. Scene One: Regression (2:06)
3. Scene Two: I. Overture 1928 (3:38)
4. Scene Two: II. Strange Déjà Vu (5:03)
5. Scene Three: I. Through My Words (1:02)
6. Scene Three: II. Fatal Tragedy (6:54)
7. Scene Four: Beyond This Life (11:25)
8. Scene Five: Through Her Eyes (6:45)
9. Scene Six: Home (13:03)
10. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity (6:09)
11. Scene Seven: II. One Last Time (3:48)
12. Scene Eight: The Spirit Carries On (6:40)
13. Scene Nine: Finally Free (12:54)
14. At Wit’s End (9:42)
15. Paralyzed (Bonus Track) (4:34)
16. Behind The Scenes (4:03)

Gesamtspieldauer CD1 (54:18) und CD2 (38:41) und CD3 (56:52): 2:29:51



Nach bisher vierzehn Studioalben erscheint nun mit „Distant Memories - Live in London“ das neunte Live-Album der US-amerikanischen ProgMetaller von Dream Theater. Zu hören gibt es darauf das komplette 1999er Album „Metropolis Pt. II - Scenes From A Memory“ sowie fast komplett das letzte Studioalbum „Distance Over Time“ aus dem Jahr 2019. Ergänzt werden diese beiden Alben durch das Lied „In The Presence Of Enemies – Part I“ aus dem Album „Systematic Chaos“ von 2007 sowie durch den Titel „A Nightmare To Remember“, welcher vom 2009 erschienen Album „Black Clouds & Silver Linings“ stammt.

Eine gute Wahl von Dream Theater, diesen Höhepunkten in der Diskographie der Band so viel Platz auf einem Konzert und schließlich auch mit der anschließenden Veröffentlichung einzuräumen. „Metropolis Pt. II - Scenes From A Memory“ gilt bei vielen als das beste Album der Band und mit dem letztjährigen „Distance Over Time“ haben Dream Theater nochmals richtig gut nachgelegt. Eingespielt wurde das Album übrigens im Februar dieses Jahres im Hammersmith Apollo in London, noch kurz vor dem weltweiten Shut Down.

Und so stellt „Distant Memories - Live in London“ auch ein richtig gutes Live-Album dar, welches einen satten und fetten Sound aufweist, bei welchem vor allen Dingen nicht diese Live-Atmosphäre verloren gegangen ist, welche man auf manch anderem Live-Album diverser Bands, Sängerinnen oder Sänger vergeblich sucht. Das Publikum ist zu hören – nicht nur zu Beginn und am Ende eines Stückes – und wird zumindest ab und an auch mit einbezogen. Die Lieder klingen kraftvoll, mitunter sogar ein wenig härter, „dreckiger“ als auf den originalen Studioaufnahmen, bleiben ansonsten allerdings schon sehr nahe angelehnt an den ursprünglichen Versionen. Sound sowie Konzert-Atmosphäre sind gelungen.

Fazit: Spaß macht das Zuhören definitiv, da die Band es schafft dieses Live-Feeling zu transportieren – und dazu muss man noch nicht einmal selbst im Februar im Hammersmith Apollo in London gewesen sein. Falls einem die musikalische doch noch nicht ganz genügt, helfen die DVDs oder Blu-Rays weiter. Denn wenn man nicht nur Downloaden möchte, bekommt man neben drei CDs das Konzert auf zwei DVDs beziehungsweise zwei Blu-Rays gleich auch noch optisch mitgeliefert. Oder man greift gleich zur Deluxe Ausgabe mit zusätzlichem Artbook. Oder soll es doch lieber die vier LP-Ausgabe sein, bei der selbstverständlich auch die CDs mit enthalten sind? Viele Auswahlmöglichkeiten, doch für Fans lohnt sich das allemal. Elf Punkte.

Anspieltipps: Scene Six: Home



Montag, 1. August 2016

Dream Theater – The Astonishing




Dream Theater – The Astonishing


Besetzung:

James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, production, story and concept
Jordan Rudess – keyboards
John Myung – bass
Mike Mangini – drums, percussion


Gastmusiker:

Eric Rigler – bagpipes on "The X Aspect"
City of Prague Philharmonic Orchestra


Label: Roadrunner Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

CD1:

1. Descent Of The Nomacs (1:10)
2. Dystopian Overture (4:50)
3. The Gift Of Music (4:00)
4. The Answer (1:52)
5. A Better Life (4:39)
6. Lord Nafaryus (3:28)
7. A Savior In The Square (4:13)
8. When Your Time Has Come (4:19)
9. Act Of Faythe (5:00)
10. Three Days (3:44)
11. The Hovering Sojourn (0:27)
12. Brother, Can You Hear Me? (5:11)
13. A Life Left Behind (5:49)
14. Ravenskill (6:01)
15. Chosen (4:32)
16. A Tempting Offer (4:19)
17. Digital Discord (0:47)
18. The X Aspect (4:13)
19. A New Beginning (7:40)
20. The Road to Revolution (3:35)


CD2:

1. 2285 Entr'acte (2:20)
2. Moment Of Betrayal (6:11)
3. Heaven's Cove (4:19)
4. Begin Again (3:54)
5. The Path That Divides (5:09)
6. Machine Chatter (1:03)
7. The Walking Shadow (2:58)
8. My Last Farewell (3:44)
9. Losing Faythe (4:13)
10. Whispers On The Wind (1:37)
11. Hymn Of A Thousand Voices (3:38)
12. Our New World (4:12)
13. Power Down (1:25)
14. Astonishing (5:51)

Gesamtspieldauer: CD1 (1:19:59) und CD2 (50:39): 2:10:38




Es ist schon fast unfassbar, was manche Musiker und Bands so alles veröffentlichen. Staunend hält man das dreizehnte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive Metal Band Dream Theater in Händen. Ein Doppelalbum ist es geworden, welches im Januar 2016 auf dem Label Roadrunner Records veröffentlicht wurde. Über zwei Stunden Musik gibt es auf „The Astonishing“ zu hören. Und diese Musik hat es in sich, denn sie ist bombastisch, ausufernd, hymnisch, fordernd und melodiös und noch vieles mehr.

Die 34 Lieder auf „The Astonishing“ gehen fast alle ins Ohr, sieht man mal von den kurzen, um die eine Minute dauernden Einschüben ab, die mehr kleine Klangkollagen darstellen und eher als Auflockerungen und wohl Erholungspausen zu sehen sind, denn als Lieder, die hängenbleiben sollen. Nun, es gibt viele Chöre auf „The Astonishing“, viel Orchestermusik und eben auch jede Menge Progressive Metal. All diese Zutaten werden so vermischt, dass sich das Endergebnis ein klein wenig nach dieser sogenannten „Rock-Oper“ anhört und man nur noch einen Hauch weit davon entfernt ist, wie ein Musical zu klingen. Aber diese Schwelle überschreiten Dream Theater hier glücklicherweise dann doch nicht vollends. Trotzdem würde man sich an manchen Stellen wünschen, dass hier dann doch der Rock mehr im Vordergrund stehen würde und auf Weichmacher in Form von vielen Streichern zumindest ab und zu verzichtet worden wäre.

Man legt die CD1 ein, hört sie durch, danach verfährt man ebenso mit CD2. Das Problem dabei ist allerdings die Länge dieses Werks, welches ja inhaltlich eine zusammenhängende Geschichte darstellt. Nur weiß man an deren Ende musikalisch gesehen nicht mehr, was am Anfang stand. Und dabei ist die Musik oft sogar sehr hörenswert auf „The Astonishing“, wird allerdings durch „zu viel des Guten“ einfach ein wenig verwässert – und das ist sehr schade. Die Story des Albums dabei zu verfolgen, bei der es in einer weit entfernten Welt um das Böse gegen das Gute geht, wobei das Böse auch die Musik verbieten will, hilft da auch nur bedingt weiter. Wobei man sich ab einem bestimmten Alter sicherlich mental auch deutlich außerhalb sehr einfach gestrickter Fantasy-Geschichten bewegt. Trotzdem lässt sich das alles prima anhören, immer für den Moment. Jedoch bleibt man zum Schluss als Hörer etwas ratlos zurück und überlegt sich, was man denn nun mit diesem Album anfangen soll, wie man das Ganze einzuordnen hat.

Fazit: Die Musik auf „The Astonishing“ klingt und geht ins Ohr, keine Frage. Das Album hört sich auch wie ein Dream Theater Album an, auch – und hier kommt eine große Einschränkung – wenn es die fünf Musiker dieses Mal vielleicht ein wenig zu gut gemeint haben, mit all dem Bombast, der da auf die Hörerin und den Hörer einstürmt. Schließlich ist die Scheibe auch noch unfassbar lang, was zum einen zwar die Kreativität von Dream Theater unterstreicht, allerdings auch sehr viel Durchhaltevermögen von den Konsumenten abverlangt. So ist „The Astonishing“ ein Album geworden, welches mit einzelnen Titeln durchaus überzeugt, einen insgesamt allerdings etwas erschlägt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Lord Nafaryus, A Life Left Behind, The X Aspect, Heaven's Cove



Sonntag, 20. Dezember 2015

Dream Theater – Octavarium




Dream Theater – Octavarium


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, backing vocals
Jordan Rudess – keyboards, continuum, lap steel guitar
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Orchestra on "Sacrificed Sons" and "Octavarium"

Elena Barere – concert master
Katharine Fong – violin
Ann Lehmann – violin
Katherine Livolsi-Stern – violin
Laura McGinniss – violin
Catherine Ro – violin
Ricky Sortomme – violin
Yuri Vodovoz – violin
Vincent Lionti – viola
Karen Dreyfus – viola
Richard Locker – cello
Jeanne LeBlanc – cello
Pamela Sklar – flute
Joe Anderer – french horn
Stewart Rose – french horn

String Quartet on "The Answer Lies Within"

Elena Barere – violin
Carol Webb – violin
Vincent Lionti – viola
Richard Locker – cello


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. The Root Of All Evil (8:25)
1. VI. Ready
2. VII. Remove
2. The Answer Lies Within (5:33)
3. These Walls (7:36)
4. I Walk Beside You (4:29)
5. Panic Attack (8:13)
6. Never Enough (6:46)
7. Sacrified Sons (10:43)
8. Octavarium (24:00)
1. Someone Like Him
2. Medicate (Awakening)
3. Full Circle
4. Intervals
5. Razor's Edge

Gesamtspieldauer: 1:15:46




„Octavarium“ heißt das achte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive Metal Band Dream Theater. Nomen ist hier also Omen, wenn man seine achte Scheibe, die im Jahr 2005 auf Atlantic Records veröffentlicht wurde, auf diese Weise betitelt. Und dieses „Octavarium“ klingt irgendwie sehr routiniert. Jedoch klingt es anders, als noch der Vorgänger „Train Of Thought“, denn die dort noc hvorherrschende kompromisslose Härte, die ist auf „Octavarium“ fast vollständig verschwunden. Lediglich beim Opener „The Root Of All Evil“ und beim wahrlich harten „Kracher“, „Panic Attack“, kommt noch solch eine Atmosphäre wie auf dem Vorgängeralbum auf.

Routiniert ist die Musik auf „Octavarium“ allerdings deshalb, weil Dream Theater sich nicht mehr neu erfinden müssen. All die Titel, die es auf dieser Scheibe zu hören gibt, kann man getrost auch mit „solide“ umschreiben. Da gibt es keinen Ausreißer nach unten, alles wirkt und klingt. Allerdings ist „Octavarium“ auch kein „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ mehr. Das soll heißen, die ganz großen Ausbrüche nach oben hin, zu jenen Liedern, die ein Album überragend werden lassen, die fehlen ebenfalls. Dies ist jedoch „Jammern auf relativ hohem Niveau“, denn die einzelnen Titel gehen durchaus ins Ohr.

Was auch auf dieser Platte auffällt, das ist die Bandbreite, die die Band hier ihren Hörerinnen und Hörern bietet. Da gibt es die bereits erwähnten harten Metal Nummern, jedoch auch die sanften, balladesken Titel. Sie können sehr melodisch klingen oder auch einfach nur schnell. Und selbst die Umsetzung der Musik von Dream Theater mit einem ganzen Orchester gibt es auf „Octavarium“ zu erhören. Jede Menge Gründe also, sich Zeit für dieses Werk der US Amerikaner zu nehmen, welches natürlich – wie jedes Album von Dream Theater – mit der Zeit noch im Ohr reift.

Fazit: Dream Theater erfinden sich auf „Octavarium“ nicht neu. Die Band setzt auf Altbewährtes, was jedoch nichts Schlechtes bedeuten muss. Die einzelnen Stücke überzeugen durchaus und machen Spaß. Wie manche Menschen allerdings auf die Idee kommen zu behaupten, Dream Theater sei die beste Progressive Rockband, welche es jemals gab, das erschließt sich mir auch auf „Octavarium“ nicht. Dream Theater ist eine gute Progressive Metal Band, nicht mehr und nicht weniger. Wer nach einem Beweis sucht, der sollte sich mal „Octavarium“ reinziehen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Root Of All Evil, The Answer Lies Within, Octavarium



Donnerstag, 10. Dezember 2015

Dream Theater – Train Of Thought




Dream Theater – Train Of Thought


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, backing vocals
Jordan Rudess – keyboards
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Eugene Friesen – cello on "Vacant"


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. As I Am (7:47)
2. This Dying Soul (11:28)
1. IV: Reflections Of Reality (Revisited) 
2. V: Release 
3. Endless Sacrifice (11:24)
4. Honor Thy Father (10:14)
5. Vacant (2:57)
6. Stream Of Consciousness (11:16)
7. In The Name Of God (14:14)

Gesamtlaufzeit: 1:09:22




„Train Of Thought“ ist das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive Metal Band Dream Theater. Im Jahr 2003 wurde die Platte bei East West Records veröffentlicht und unterscheidet sich durchaus von seinen Vorgängern. Angeblich hatten die Musiker auf der letzten Tour die Erfahrung gemacht, dass ihre Fans vor allen Dingen dann besonders auf ihre Musik abfuhren, wenn diese schwer und kraftvoll ist. Heavy Metal eben und so hat diese Platte auch kaum mehr was mit Progressive Metal zu tun, „Train Of Thought“ bläst einem, laut genug gehört, den Raum zwischen den Ohren gründlich durch.

Die Musik auf „Train Of Thought“ ist geprägt von ziemlich einseitigem, hartem Rock, der einfach geradlinig und sehr schnörkellos aus den Boxen oftmals fast schon herausexplodiert. Progressive Ansätze scheinen hier nur noch schmückendes Beiwerk darzustellen, welche in einer Art Alibifunktion fast völlig an den Rand gedrängt wurden. Oftmals erinnert die Musik von Dream Theater auf diesem Album auch an Metallica, bei deren konsequent harten Stücken. Keine Schnörkel mehr, keine Ablenkung, einfach nur hart und schnell sollte es wohl sein und man kann nur feststellen: Ziel absolut erfüllt.

Handwerklich ist das alles freilich perfekt gemacht und auch der Sound lässt da keinerlei Wünsche offen. Aber der Sound macht leider nicht alles. Irgendwie wollen die einzelnen Titel nicht so recht ins Ohr gehen. Sind längst nicht so eingängig und auch nicht so raffiniert wie jene auf dem Meisterwerk „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“. Zugegebenermaßen scheint sich die Musik im Laufe der Zeit noch mal im Ohr von Hörerin und Hörer zu verändern. Sie wird mit jedem weiteren Durchlauf melodiöser, allerdings geschieht dies auch nur bis zu einem gewissen Grad, ab dem es irgendwie nicht mehr weiterzugehen scheint.

Fazit: Das härteste Dream Theater Album welches ich kenne, ist „Train Of Thought“ geworden. Gerade so eben wird noch nicht gegrowlt, kurz davor ist an mancher Stelle der Gesang des James LaBrie allerdings. Nun was soll es. Heavy Metal Fans kommen bei dieser Scheibe voll auf ihre Kosten und werden das Album lieben. Freunde der progressiven Ansätze im Metal, werden sicherlich etwas enttäuscht sein nach dem ersten Hören. Aber es lohnt sich der Scheibe drei, vier, fünf Chancen mehr einzuräumen. Die Platte wächst definitiv. Acht Punkte.

Anspieltipps: In The Name Of God



Samstag, 5. Dezember 2015

Dream Theater – Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory




Dream Theater – Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, background vocals, programming
Jordan Rudess – keyboard, choir arrangement and conducting
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, background vocals


Gastmusiker:

Theresa Thomason – additional vocals
Mary Canty – additional background vocals
Shelia Slappy – additional background vocals
Mary Smith – additional background vocals
Jeanette Smith – additional background vocals
Clarence Burke Jr. – additional background vocals
Carol Cyrus – additional background vocals
Dale Scott – additional background vocals
Terry Brown – voice of the “Hypnotherapist”
David Bottrill – voice of “Edward”


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Progressive Metal


Trackliste:

Act I:
     1. Scene One: Regression (2:06)
     2. Scene Two: I. Overture 1928 (3:37)
     3. Scene Two: II. Strange Deja Vu (5:12)
     4. Scene Three: I. Through My Words (1:02)
     5. Scene Three: II. Fatal Tragedy (6:49)
     6. Scene Four: Beyond This Life (11:22)
     7. Scene Five: Through Her Eyes (5:29)

Act II
     8. Scene Six: Home (12:53)
     9. Scene Seven: I. The Dance Of Eternity (6:13)
     10. Scene Seven: II. One Last Time (3:46)
     11. Scene Eight: The Spirit Carries On (6:38)
     12. Scene Nine: Finally Free (11:59)

Gesamtspieldauer: 1:17:12




Im Jahr 1992 wurde das zweite Album der US-amerikanischen Progressive Metal-Band Dream Theater veröffentlicht. Und auf diesem Album mit dem Titel „Images And Words“, befand sich ein sehr umfangreiches und aufwendig gestaltetes Lied mit dem Namen „Metropolis Pt.1: The Miracle And The Sleeper“. Dieses Album, sowie der genannte Titel, sollten den internationalen Durchbruch für Dream Theater darstellen. Sieben Jahre später veröffentlichten Dream Theater dann die Fortsetzung dieses Songs in Form eines ganzen Konzeptalbums. Der Titel dieser schließlich 1999 auf East West Records erschienenen Platte lautet „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“.

Das Stück ist in zwei Akte und neun Szenen aufgeteilt, die zu zwei verschiedenen Zeiten spielen – einmal in der Gegenwart und im Jahr 1928. Die Handlung vollzieht sich in der fiktiven Stadt Metropolis. Inhaltlich wird quasi die Geschichte einer Wiedergeburt erzählt. Nicholas, die Hauptperson, wird von Alpträumen gequält, in der immer wieder eine Frau mit Namen Victoria Page auftaucht. Durch einen Hypnotiseur taucht er immer mehr in die Geschichte dieser Victoria ein, die schließlich zusammen mit ihren Liebhaber erschossen wird. Und es stellt sich heraus, dass er selbst, Nicholas, in einem früheren Leben diese Victoria war. Erleichtert, dass ihre / seine Seele weiterlebt bedeutet das natürlich auch, dass die Seele ihres Mörders ebenfalls weiterlebt…

Nun, musikalisch hat die Scheibe alles zu bieten, was man sich von einem Progressive Metal Album erhofft. Maximale Abwechslung in der Musik. Von bretterhartem Rock bis hin zu wolkig zarten Klängen. Manchmal aggressiv und fast schon verstörend, dann wieder lieblich und melodiös, wobei die Melodiösität der einzelnen Stücken im kompositorischen Prozess der Band eine große Rolle gespielt hat. Die Lieder gehen einfach ins Ohr, viele davon schon beim ersten Hören, die anderen bereits nach wenigen weiteren Durchgängen. Das macht durchaus jede Menge Laune und ist bei geschlossenen Augen eine Art Reise, auf die man sich begibt und die es lohnt anzutreten.

Doch die Musik auf „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ zeichnet noch durch etwas ganz Besonderes aus, was man heutzutage wirklich nur noch sehr selten in populärer Musik zu hören bekommt. Es ist die Einheit aus Musik und Text. Die Handlung wird hier von Dream Theater musikalisch nicht nur begleitet, sondern auch umgesetzt. Man hört auf dem Album das Verträumte, die Spannung, die Verzweiflung und auch die Hoffnung, die gleichzeitig auf diesem Konzeptalbum die Geschichte ausmacht, in Tönen und Akkorden wiedergegeben. Schon sehr beeindruckend.

Fazit: „Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory“ wird von vielen Fans der Band als das beste Album angesehen, welches die New Yorker Musiker jemals veröffentlichten. Zwar ist es wohl kaum das beste Album aller Zeiten – wie auch immer wieder ohne jegliches Augenzwinkern behauptet wird – allerdings ist es sicherlich eines der besten Alben dieses Genres „Progressive Metal“. Wer diese Musik gerne mal kennenlernen möchte, der oder dem sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt. Außerdem ist es für all diejenigen Hörerinnen und Hörer geeignet, die auf melodiösen und sehr abwechslungsreichen harten und dann wieder weichen Rock stehen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Scene Six: Home, Scene Seven: I. The Dance Of Eternity



Mittwoch, 28. Oktober 2015

Dream Theater – Falling Into Infinity




Dream Theater – Falling Into Infinity


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals, background vocals
John Petrucci – guitar, background vocals
Derek Sherinian – keyboard, background vocals
John Myung – bass, chapman stick
Mike Portnoy – drums, percussion, background vocals, harmony vocals


Gastmusiker:

Doug Pinnick – additional vocals


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock, Progressive Metal


Trackliste:

1. New Millennium (8:20)
2. You Not Me (4:58)
3. Peruvian Skies (6:43)
4. Hollow Years (5:53)
5. Burning My Soul (5:29)
6. Hell's Kitchen (4:16)
7. Lines In The Sand (12:05)
8. Take Away My Pain (6:03)
9. Just Let Me Breathe (5:28)
10. Anna Lee (5:52)
11. Trial Of Tears (13:05)
I. It's Raining
II. Deep In Heaven
III. The Wasteland

Gesamtspieldauer: 1:18:17




„Falling Into Infinity“ heißt das vierte Studioalbum von Dream Theater und es erschien im September 1997 bei East West Records. Progressive Metal hört man auch auf dieser Platte der US-Amerikaner nicht mehr ganz so viel, dagegen ist die Scheibe durchzogen von jeder Menge Mainstream, der natürlich nicht gerade die eingefleischten Dream Theater Fans nicht unbedingt ganz überzeugen konnte.

Ein gutes Beispiel für diesen Mainstream Ansatz ist gleich das zweite Lied des Albums „You Not Me“. Hier hört man auch keinen Metal, das ist eher 08/15 Rock, der wohl möglichst schnell zünden soll, das allerdings nicht so richtig schafft. Das ist bei der ersten Nummer des Albums noch deutlich anders. „New Millennium“ entspricht nun sehr viel mehr diesem musikalischen Genre, für das Dream Theater allgemein stehen. Allerdings kommen beim Hören des Stücks sofort Vergleiche zu King Crimson auf. Hier wurde ganz eindeutig etwas auf den Titel „Discipline“, aus dem gleichnamigen Album von King Crimson zurückgegriffen. Nun gut, das Lied lehnt sich daran an und ist allerdings, wie das Original, durchaus gelungen. Richtig hart wird es dann bei „Peruvian Skies“. Metal vom Feinsten mit durchaus progressivem Ansatz. Die Nummer geht auch gut ins Ohr. Das macht auch „Hollow Years”, nur dass es sich hierbei jetzt um eine sehr eingängige Ballade handelt. Mit Progressive Rock hat das nun allerdings so gar nichts mehr zu tun.

Allgemein sind die Titel auf „Falling Into Infinity“ deutlich weniger komplex geraten, als auf so manch anderer Dream Theater Scheibe. Dies begründet dann wohl auch den schlechten Ruf, den diese Platte bei vielen Fans der Band hat. Und wahrlich, wenn man dann solch eine Nummer wie „Burning My Soul“ hört, dann ist das zwar kraftvoller Metal, aber sonst eben nichts Besonderes mehr. Mitunter wirken Dream Theater hier auf „Falling Into Infinity“, als ob sie mal so richtig Lust hätten, öfters im Radio gespielt zu werden – und an diesem Eindruck kann auch die ganz nette Instrumentalnummer „Hell's Kitchen” leider nichts mehr ändern.

Und so ziehen sie vorbei an einem, diese Nummern, die mal härteren Rock darstellen, dann wieder weiche Balladen sind. Alles scheint für die breite Masse bereitet, denn progressiver Metal ist das wahrlich nur noch am Rande. Nur leider funktioniert das in seiner Gesamtheit nicht, denn richtig überzeugend klingt das alles keineswegs so ganz. Manchmal noch ganz nett, wie beim bereits erwähnten Opener „New Millennium“ oder bei der wirklich melodiösen Ballade „Hollow Years“. Vom zweiten sehr sanften Lied „Anna Lee“ kann man das schon nicht mehr so behaupten, da klingen Dream Theater dann eher schmalzig als ansprechend. Schade. Bliebe noch kurz die letzte Nummer der Platte, „Trial Of Tears“, zu erwähnen. Hier schaffen es die fünf Musiker jetzt doch noch mal, etwas spannender zu wirken. Sicherlich ist die die komplexeste Nummer der Scheibe und hier klingt die Band auch noch am ehesten, wie auf den vorherigen Alben.

Fazit: Ein Album für den Mainstream, um der breiten Masse zu gefallen, das ist „Falling Into Infinity“ geworden. Das klingt an manchen Stellen auch gelungen, an anderen wiederum leider nur noch langweilig. Musikalisch bewegt man sich auf dieser Scheibe zwischen den Polen Soft Rock und Metal. Progressive Metal gibt es dagegen kaum zu hören. Insgesamt sicher kein ganz schlechtes Album, bloß haben Dream Theater das durchaus schon besser hinbekommen. Acht Punkte.

Anspieltipps: New Millennium, Hollow Years, Trial Of Tears



Donnerstag, 15. Oktober 2015

Dream Theater – Awake




Dream Theater – Awake


Besetzung:


James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, backing vocals
Kevin Moore – keyboards, co-lead vocals on "Space-Dye Vest"
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, percussion, backing vocals on "The Mirror"


Gastmusiker:

John Purdell – backing vocals on "The Silent Man"
Duane Baron – backing vocals on "The Silent Man"
Rich Kern – programming on "Space-Dye Vest"


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. 6:00 (5:31)
2. Caught In A Web (5:28)
3. Innocence Faded (5:42)
4. A Mind Beside Itself: I. Erotomania (6:44)
5. A Mind Beside Itself: II. Voices (9:53)
6. A Mind Beside Itself: III. The Silent Man (3:47)
7. The Mirror (6:45)
8. Lie (6:33)
9. Lifting Shadows Off A Dream (6:05)
10. Scarred (10:59)
11. Space-Dye Vest (7:29)

Gesamtspieldauer: 1:15:01




„Awake“ von Dream Theater erschien im September 1994 und stellt das dritte Studio-Album der US-amerikanischen Progressive Metal Band dar. Sehr viel härter fällt die Musik auf „Awake“ aus, deutlich härter, als noch auf den beiden Vorgängeralben. Die Musik ist dabei allgemein dunkler und düsterer geraten, eine Art tiefe Schwermut scheint sich beim Hören über die Musik zu legen.

Gleichzeitig ist „Awake“ auch das letzte Dream Theater Album, an dem Keyboarder Kevin Moore beteiligt war. Unmittelbar nach Fertigstellung der Scheibe verließ er die Band auf eigenen Wunsch. Allerdings verabschiedete er sich mit dem letzten Titel „Space-Dye Vest“, einem der wenigen ruhigen Titel auf „Awake“. Und „Space-Dye Vest“ hat es wahrlich in sich. Wunderschöne Melodie, das Piano beziehungsweise Keyboard steht, neben dem Gesang, im Vordergrund. Der Refrain entwickelt sich immer weiter und hat diesen Ohrwurmcharakter, der ein Lied langfristig nachhallen lässt. Dazu werden immer wieder Gesprächsfetzen eingeblendet, die zusätzlich zur Spannung der Nummer beitragen. Ein schönes Abschiedsgeschenk, was Kevin Moore seiner Ex-Band hinterlassen hat, der hier übrigens auch beim Gesang zu hören ist.

Auch die Nummer davor, „Scarred“, hat es verdient hier besonders erwähnt zu werden. Sicherlich jedoch nicht, weil das Lied mit seinen fast elf Minuten Spieldauer das längste auf dem Album ist. Vielmehr ist „Scarred“ auch der abwechslungsreichste Titel der Platte. Hier gibt es schöne balladeske Abschnitte, genau wie sehr kraftvollen Metal. Das macht schon Laune, sich hier auf diese „Reise“ einzulassen und dem Lied genau zu lauschen. „Scarred“ ist trotz seiner Härte ebenfalls durchaus mit melodiös zu umschreiben. Auch dieser Titel geht ins Ohr und besitzt diesen gewissen Wiedererkennungswert. Dabei enthält dieses Lied zudem ein wirklich hörenswertes Gitarrensolo.

Nun auch der Rest der Scheibe gefällt, bei dem die härteren Töne deutlich die sanfteren, ruhigeren übertreffen. Nicht alles funktioniert dabei sofort. Manches muss anscheinend erst im Ohr der Hörerin des Hörers reifen. Dies passiert jedoch mit jedem weiteren Durchlauf der Platte, die dann immer besser überzeugt.

Fazit: Wer schwere Gitarren liebt, der oder dem dürfte „Scarred“ durchaus gefallen. Dies ist allerdings auch eine Voraussetzung, um mit diesem Album „warm werden“ zu können. Auch wenn sich der Höhepunkt der Scheibe am Ende der Platte fast schon versteckt und im Grunde genommen recht untypisch, da ruhig und sanft, für dieses Album ist, so liegt der Schwerpunkt der Musik auf „Awake“ ganz klar auf dem Progressive Metal. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Scarred, Space-Dye Vest



Mittwoch, 30. September 2015

Dream Theater – Images And Words




Dream Theater – Images And Words


Besetzung:

James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, background vocals
Kevin Moore – keyboard
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, percussion, background vocals on "Pull Me Under"


Gastmusiker:

Jay Beckenstein – soprano saxophone on "Another Day"


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Pull Me Under (8:14)
2. Another Day (4:23)
3. Take The Time (8:21)
4. Surrounded (5:30)
5. Metropolis – Part I: The Miracle And The Sleeper (9:32)
6. Under A Glass Moon (7:03)
7. Wait For Sleep (2:31)
8. Learning To Live (11:30)

Gesamtspieldauer: 57:06




„Images And Words” heißt das zweite Album der amerikanischen Progressive Metal Band Dream Theater, welches 1992 auf dem Label ATCO veröffentlicht wurde. Vieles war neu bei Dream Theater. Die Band hatte einen neuen Plattenvertrag unterschrieben und mit James LaBrie einen neuen Sänger an Board, der aus zahlreichen Kandidatenbewerbungen letztendlich den Zuschlag bekam und seither das stimmliche Aushängeschild von Dream Theater darstellt.

Nun, „Images And Words” ist ganz klar eines jener Alben, in die man sich erst einmal reinhören muss. Klingt die Musik zu Beginn immerhin interessant und spannend, so wächst sie mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe. Die Melodien werden immer vertrauter und wirken plötzlich deutlich harmonischer und melodiöser. Man hört hier zwar durchaus an manchen und gar nicht wenigen Stellen Metal, jedoch schafft es die Band diesen mit wunderschönen Harmonien zu versehen, sodass immer die Eingängigkeit der Musik von Dream Theater auf „Images And Words” im Vordergrund steht.

Dazu verstehen sich die Musiker bestens auf ihr Handwerk, jede Note, jeder Takt ist exakt auf den Punkt gespielt, die Gitarrensoli sind begeisternd und auch der progressive Anteil in der Musik der Band kommt nicht zu kurz. Zwar keineswegs bei jedem Titel, doch sehr oft gibt es sie, diese Rhythmus- und Tempowechsel, laute und leise Abschnitte, krumme Takte und mitunter auch scheinbar schiefe Töne. Das wirkt dann alles schon sehr überzeugend und auch spannend. Dazu klingt die Musik nicht selten bombastisch und kraftvoll, reißt einfach mit. Nicht ganz so überzeugend finde ich persönlich an manchen Stellen den Gesang des James LaBrie. Dieser klingt an den schnelleren und auch höheren Stellen durchaus überzeugend, in wenigen ruhigeren Abschnitten jedoch unbegreiflicherweise etwas seicht.

Fazit: Progressive Metal ist bestimmt nicht für jeden etwas. Und schon gar nicht für Menschen, die gleich beim ersten Hören von der Musik überzeugt werden wollen. In die Musik von Dream Theater muss man sich einhören und das ist nicht einfach mal so nebenbei passiert. Das bedarf einer gewissen Reifungsphase im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Nimmt man sich allerdings diese Zeit und ist dem Genre Metal auch nicht ganz abgeneigt, dann lohnt sich eine Griff zu „Images And Words” allemal. Auch bei vielen Fans von Dream Theater wird „Images And Words” als das beste Album gehandelt, welches die Band bisher veröffentlichte. Elf Punkte.

Anspieltipps: Pull Me Under, Metropolis – Part I: The Miracle And The Sleeper