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Freitag, 18. Juli 2025

Bright Eyes – Five Dice, All Threes

 



Bright Eyes – Five Dice, All Threes


Besetzung:

Conor Oberst – vocal, acoustic and electric guitars, baritone acoustic guitar
Mike Mogis – pedal steel, electric guitar, manjo, dobro, mandolin, banjo
Nathaniel Walcott – piano, trumpet, synthesizers, organs, mellotron, electric piano, celeste, glockenspiel, string and horn arrangements


Gastmusiker:

Jason Boesel – drums (tracks 2–7, 9–11, 13), vocals (tracks 4, 7, 11, 13), percussion (tracks 2, 6, 10)
Alex Orange Drink – vocals (tracks 2, 4, 7, 8, 11, 13), whistling (track 2)
Amy Carey – whistling (track 2)
Vikram Devasthali – trombone (tracks 2, 4, 13)
Josh Johnson – alto, tenor, and baritone saxophones (tracks 2, 4, 7, 13)
Macey Taylor – bass (tracks 2–11, 13), vocals (tracks 4, 11, 13)
Griffin Goldsmith – drums (track 3–8, 10, 13), percussion (tracks 2, 6, 10), vocals (tracks 4, 7, 9, 11, 13)
Adam Reich – acoustic guitar (tracks 5, 7), electric guitar (track 8)
Cat Power – vocals (track 6)
Corina Figueroa Escamilla – vocals (track 7)
James King – tenor and baritone saxophones (track 7)
Jake Bellows – vocals (track 10), guitar (track 10)
Paul Cartwright – violin (tracks 11)
Luanne Homzy – violin (tracks 11)
Jennifer Takamatsu – violin (tracks 11)
Zach Dellinger – viola (tracks 11)
Vanessa Freebairn-Smith – cello (tracks 11)
Matt Berninger – vocals (track 12)
Michaela Favara – vocals (track 13)
Sarah Greenwell – vocals (track 13)
Jamie Montes – vocals (track 13)




Erscheinungsjahr: 2024


Stil: Independent Rock, Independent Pop


Trackliste:

1. Five Dice (1:40)
2. Bells And Whistles (4:07)
3. El Capitan (3:54)
4. Bas Jan Ader (3:54)
5. Tiny Suicides (4:44)
6. All Threes (5:24)
7. Rainbow Overpass (3:01)
8. Hate (4:52)
9. Real Feel 105° (3:25)
10. Spun Out (3:36)
11. Trains Still Run On Time (3:47)
12. The Time I Have Left (3:32)
13. Tin Soldier Boy (5:01)

Gesamtspieldauer: 51:04



„Five Dice, All Threes“ ist das bereits elfte Studioalbum der US-amerikanischen Band Bright Eyes. Es wurde am 20. September 2024 auf dem Plattenlabel Dead Oceans veröffentlicht. Das Album enthält Kollaborationen mit Alex Orange Drink, Cat Power und Matt Berninger. Die beiden Lieder „Bells and Whistles“ und „Rainbow Overpass“ wurden vorab als Singles im Juni und Juli desselben Jahres veröffentlicht.

Nachdem es zuvor ganze neun Jahre gedauert hatte, bis die Fans das nächste Album der Band hören konnten, waren es dieses Mal lediglich vier Jahre, bis ein neues Album erschien. Und auch „Five Dice, All Threes“ klingt – so viel sei bereits verraten – eindeutig nach Bright Eyes. Das wiederum liegt allerdings nicht nur an der einprägsamen Stimme des Conor Oberst. Es ist diese Verbindung aus experimentellen Ansätzen in Verbindung mit schönen Melodien, die die Musik von Bright Eyes durchaus zu etwas Besonderem werden lässt.

„Five Dice, All Threes“ beginnt mit einer Soundkollage, in die ein kleines Hörspiel eingebettet wurde und endet am Ende von „Tin Soldier Boy“ ebenso. Dazwischen befinden sich Lieder, alle im Bereich des Rocks, manchmal auch im Pop angesiedelt, die vielleicht nicht gleich beim ersten Mal, jedoch mit den weiteren Durchläufen ins Ohr gehen. Das klingt alles locker und zumeist sogar irgendwie positiv, was für ein Bright Eyes Album auch nicht selbstverständlich ist. Der Gesang des Conor Oberst, der mitunter fast schon weinerlich klingt, befeuert dieses Mal auch fröhlichere Stimmungen ohne dabei einen Widerspruch hervorzurufen. Selbst hier passt seine außergewöhnliche Gesangsstimme.

Besonders gelungen klingt die Musik von Bright Eyes auf „Five Dice, All Threes“, wenn die Bläser oder Streicher ihren Einsatz haben. Überhaupt die Instrumentierung der Lieder. Bläser und Streicher habe ich bereits erwähnt, dann aber hier mal ein Banjo, da ein Glockenspiel, eine Mandoline, ein Pfeifen, Saxophon, Gesprächsfetzen und und und. Genau das macht auch die Musik dieser außergewöhnlichen Band aus, die für sich selbst gar nicht mal so unvorhersehbar ist – wenn man sie schon länger verfolgt – im Vergleich zu anderen Bands jedoch immer wieder unfassbar überrascht.

Doch trotz all dieser Eigenschaften schafft es „Five Dice, All Threes“ nicht an die großen Alben der Band Anfang der 2000er Jahre anzuknüpfen. Das wiederum liegt daran, dass die Lieder zwar überzeugen, wenn man sie mehrmals gehört hat, jedoch deutlich weniger nachhallen. Es macht Spaß das Album zu hören, wenn es allerdings verklungen ist, vergisst man es auch schnell. Besonderen Alben passiert das nicht. Auch nicht manch anderen Bright Eyes Alben. Trotzdem hebt sich diese Musik sehr positiv von dem Einheitsbrei ab, den man sonst meist zu hören bekommt.

Fazit: „Five Dice, All Threes“ ist ein gutes Album geworden. Es reicht nicht ganz an die Großtaten der Band zum Anfang des Jahrtausends heran, doch es unterhält und es macht Spaß zuzuhören – auch wenn es keinen länger anhaltenden Eindruck hinterlässt. Ich muss mir unbedingt aufschreiben „Five Dice, All Threes“ regelmäßig aufzulegen, denn irgendwie lohnt es schon. Zehn Punkte.

Anspieltipps: All Threes, Tin Soldier Boy



Donnerstag, 19. November 2020

Bright Eyes – Down In The Weeds Where The World Once Was

 



Bright Eyes – Down In The Weeds Where The World Once Was


Besetzung:

Conor Oberst – vocals, acoustic guitar, piano
Mike Mogis – electric guitar, pedal steel, banjo, marxophone, synthesizer bass, percussion, hammer dulcimer, bajo sexto
Nathaniel Walcott – piano, trumpet, flugelhorn, orchestral and choir arrangements, hammond organ, electric pianos, synthesizers, vibraphone, omnichord, mellotron, harpsichord


Gastmusiker:

Corina Figueroa Escamilla – vocals (track 1)
Nancy Oberst – vocals (track 1)
Miwi La Lupa – vocals (tracks 3, 4, 5, 14)
Andy LeMaster – vocals (tracks 9, 13)
Susan Sanchez – vocals (tracks 6, 8)
Jesca Hoop – vocals (tracks 4, 12)
Dan McCarthy – piano (track 1)
Flea – bass (tracks 2, 4, 5, 7, 11, 12, 14)
Macey Taylor – bass (tracks 3, 8, 9, 10, 13)
Jenny Lee Lindberg – bass (track 6)
Jon Theodore – drums (tracks 2–14), percussion (tracks 2–14), timpani (tracks 2–14)
Kip Skitter – percussion (tracks 2, 4, 11)
Joe Fuchs – bagpipes (track 8)
Joe Todero – bagpipes (track 8)
Malcolm Wilbur – bagpipes (track 8)
Suzie Katayama – orchestra conductor (tracks 2, 5, 7, 14)
Jason McGee – choir conductor (tracks 2, 11)
James Connor – choir vocals (tracks 2, 11)
Quishima Dixon – choir vocals (tracks 2, 11)
Natalie Ganther – choir vocals (tracks 2, 11)
Anthony Johnston – choir vocals (tracks 2, 11)
Edward Lawson – choir vocals (tracks 2, 11)
Jennifer Lee – choir vocals (tracks 2, 11)
Sharetta Morgan-Harmon – choir vocals (tracks 2, 11)
Marquee Perkins – choir vocals (tracks 2, 11)
Jessica Guideri – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Tammy Hatwan – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Jackie Brand – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Roberto Cani – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Paul Cartwright – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Nina Evtuhov – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Gerry Hilera – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Ana Landauer – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Natalie Leggett – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Michele Richards – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Jenny Takamatsu – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
John Wittenberg – violin (tracks 2, 5, 7, 14)
Rob Brophy – viola (tracks 2, 5, 7, 14)
Tom Lea – viola (tracks 2, 5, 7, 14)
Luke Maurer – viola (tracks 2, 5, 7, 14)
Rodney Wirtz – viola (tracks 2, 5, 7, 14)
Vanessa Freebairn-Smith – cello (tracks 2, 5, 7, 14)
Erika Duka – cello (tracks 2, 5, 7, 14)
Dane Little – cello (tracks 2, 5, 7, 14)
Charlie Tyler – cello (tracks 2, 5, 7, 14)
Johanna Borenstein – flute (tracks 2, 7, 14)
Lara Wickes – oboe (tracks 2, 7, 14), english horn (tracks 2, 7, 14)
Don Foster – clarinet (tracks 2, 7, 14)
John Mitchell – baritone saxophone (tracks 4, 5)
Jon Lewis – trumpet (tracks 2, 4, 5, 7, 14)
Daniel Rosenboom – trumpet (tracks 2, 4, 5, 7, 14)
Alex Iles – trombone (tracks 2, 4, 5, 7, 14)
Steve Holtman – trombone (tracks 2, 4, 5, 7, 14)




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Pageturners Rag (3:58)
2. Dance And Sing (4:30)
3. Just Once In The World (3:28)
4. Mariana Trench (3:41)
5. One And Done (4:53)
6. Pan And Broom (2:52)
7. Stairwell Song (3:40)
8. Persona Non Grata (3:32)
9. Tilt-A-Whirl (2:20)
10. Hot Car In The Sun (2:27)
11. Forced Convalescence (4:08)
12. To Death’s Heart (In Three Parts) (5:26)
13. Calais To Dover (4:17)
14. Comet Song (5:38)

Gesamtspieldauer: 54:56



„Down In The Weeds, Where The World Once Was“ heißt das inzwischen bereits zehnte Studioalbum der US-amerikanischen Band Bright Eyes aus Omaha, Nebraska. Tatsächlich haben Conor Oberst, Mike Mogis und Nate Walcott wieder zusammengefunden und nach über neun Jahren, in denen sie Soloalben veröffentlichten oder an anderen Projekten beteiligt waren, ein neues Album veröffentlicht. Dieses erschien am 21. August 2020 auf dem Plattenlabel Dead Oceans. Aus dem Album waren die Lieder „Persona Non Grata“, „Forced Convalescence”, „One And Done“ sowie „Mariana Trench” in monatlichen Abständen von März bis Juni veröffentlicht worden.

Auch beim Hören von „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ hat man das Gefühl, dass man dieser Platte erst einige Male zuhören sollte, um richtig in die Musik einsteigen und schließlich darin versinken zu können. Und tatsächlich ist auch „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ eines jener Alben, welches mit dem wiederholten Mal im Ohr zu wachsen scheint und immer wertvoller klingt.

Die Zutaten des Albums sind jene, die bereits auf früheren Platten von Bright Eyes eine Rolle spielten. Da sind zum einen die gefühlvollen Texte des Conor Oberst, zum anderen erklingen erneut eher melancholisch bis nachdenklich traurige Melodien, die nur ab und an durch einen optimistischer klingenden Einschub unterbrochen werden. Dazu gesellt sich auch dieses Mal wieder der leicht weinerlich klingende Gesang des Conor Oberst, der zum Markenzeichen von Bright Eyes geworden ist.

Die auf dem Album transportierte Atmosphäre ist eine sehr gefühlvolle, einnehmende. Bezüglich der Instrumentierung haben die Musiker aus dem Vollen geschöpft. Sehr viele Streicher und Bläser geben den verschiedenen Titeln immer wieder einen orchestralen Anstrich. Das kann man, wenn man möchte „überproduziert“ nennen – oder man findet diese klangliche Fülle sehr angenehm und geradezu richtig dosiert, um dem einen oder anderen Lied noch mehr Wirkung zu verleihen. Ich tendiere stark zu letzterer Ansicht, denn es lässt sich wie bereits erwähnt, nach nur wenigen Durchläufen bereits herrlich in diese Musik eintauchen.

Die Lieder von Bright Eyes auf „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ gehen allesamt gut ins Ohr, sind melodisch und eingängig gehalten. Eine Ausnahme stellt etwas der erste Titel dar, der zunächst eher eine Art Klangkollage darstellt, die einen in das Album einführt.

Fazit: Wem die früheren Alben von Bright Eyes gefallen haben, die oder der dürfte auch Gefallen an „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ finden. Noch ein wenig mehr Orchester hält Einzug in die Musik, doch die Texte, die schönen Melodien, die Atmosphäre und der Gesang, all dies bleibt erhalten. Schön, dass die Drei nochmals ein Album veröffentlicht haben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Persona Non Grata



Montag, 19. März 2018

Bright Eyes – The People’s Key




Bright Eyes – The People’s Key


Besetzung:

Conor Oberst – vocals, guitars, pianos, keyboards
Mike Mogis – guitars, pedal steel, effects, programming, percussion
Nate Walcott – synthesizers, pianos, organs, mellotron


Gastmusiker:

Andy LeMaster – vocals on tracks 1, 2, 3, 4, 6, 8, bass guitar on track 10, guitar on tracks 4, 10, 
Matt Maginn – bass guitar on tracks 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Carla Azar – drums and percussion on tracks 2, 6, 8
Clark Baechle – drums on tracks 1, 3, 4, 5, 7
Shane Agsperen – drums on tracks 3, 10, percussion on track 2
Laura Burhenn – vocals on tracks 4, 7, 8
Denny Brewer – shamanic vocals


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Rock, Independent Pop


Trackliste:

1. Firewall (7:16)
2. Shell Games (3:55)
3. Jejune Stars (4:10)
4. Approximate Sunlight (4:24)
5. Haile Selassie (4:33)
6. A Machine Spiritual (In The People’s Key) (4:20)
7. Triple Spiral (3:50)
8. Beginner’s Mind (3:55)
9. Ladder Song (3:58)
10. One For You, One For Me (6:37)

Gesamtspieldauer: 47:02



„The People’s Key“ ist das achte und gleichzeitig letzte Studioalbum der Band Bright Eyes, die hauptsächlich vom Input des Conor Oberst lebte, obwohl Mike Mogis und Nate Walcott auf den letzten Alben ebenfalls zum festen Stamm der Band gehörten. „The People’s Key“ erschien am 15. Februar des Jahres 2011, an Conor Obersts Geburtstag, auf dem Plattenlabel Saddle Creek Records. Die Scheibe konnte sich in den englischsprachigen Ländern überall in den Charts platzieren, stieg in den US Billboard 200 Charts sogar bis auf Platz 13.

Das Album klingt durchaus eingängig, man benötigt nicht allzu viele Durchläufe, um in die Musik von Bright Eyes auf „The People’s Key“ eintauchen zu können. Allerdings wird diese Eingängigkeit ein wenig auf Kosten der Intensität „erkauft“. Diese Lieder, in die man auf früheren Veröffentlichungen von Bright Eyes so unfassbar tief eintauchen konnte, die einen packten und umarmten, diese Titel sind auf dem achten Album der Band etwas rarer geworden – doch sie gibt es glücklicherweise noch. Ein „Schamene“ begleitet einen erzählend durch das Album mit seinen Geschichten. Ein ganz netter Einfall, der das Album ein klein wenig außergewöhnlicher werden lässt.

„The People’s Key“ ist ganz bestimmt kein schlechtes Album geworden. Über allem schwebt erneut die etwas weinerliche und markante Stimme des Conor Oberst, die man natürlich mögen muss, denn sie macht viel der Musik von Bright Eyes aus. Manche Lieder klingen dabei etwas fröhlicher und auch rockiger, als auf den früheren Veröffentlichungen von Bright Eyes. Doch auch diese intensiven und eher traurigen Momente gibt es noch bei solch Liedern wie dem Opener „Firewall“ oder den Nummern „Approximate Sunlight“ sowie „Ladder Song“. Alle drei Titel sind die Höhepunkte der Platte und bei diesen Nummern kommt dieses wunderbar melancholisch bis sentimentale Gefühl beim Hören auf, welches die Musik von Bright Eyes so unverwechselbar zu vermitteln weiß. Insgesamt ist „The People’s Key“ ein Album geworden, in denen sich die fröhlichen und eher nachdenklichen und traurigen Lieder abwechseln. Das Spiel mit den atmosphärischen Stimmungen ist auf dem Album also durchaus gegeben – vielleicht sogar noch ein wenig mehr, als auf den vorherigen Alben, die allgemein noch etwas düsterer klangen. Auf „The People’s Key“ hört man somit eine Mischung aus Independent Rock und Independent Pop, die durchaus ins Ohr geht, mit Atmosphären spielt, dabei jedoch nicht immer gleich intensiv wirkt.

Fazit: Auch das achte und wohl letzte Studioalbum von Bright Eyes ist getragen von Traurigkeit und Melancholie, die auf „The People’s Key“ noch ein wenig eingängiger verpackt wurde. Mitunter geht dieser Umstand ein klein wenig zu Lasten der Intensität der Musik, wobei diese trotzdem sehr überzeugend bleibt. Mit jedem Durchlauf sogar noch ein klein wenig mehr. Neun Punkte.

Anspieltipps: Firewall, Approximate Sunlight, Ladder Song



Mittwoch, 22. April 2015

Bright Eyes – Cassadaga




Bright Eyes – Cassadaga


Besetzung:

Conor Oberst – voice (1–13), guitar (tracks 1, 2, 4–10, 12, 13), piano (track 3), synthesizer (track 13)
Mike Mogis – guitar (tracks 2, 4, 5, 7, 9, 11), bass (tracks 1, 3–6, 9), pedal steel (tracks 1, 3, 10, 11), voice (tracks 3, 9, 11), lap steel (tracks 6, 8, 9), mandolin (tracks 2, 12), dobro (tracks 4, 12), percussion (tracks 8, 9), vibraphone (tracks 1, 11), 12-string (track 2), baritone (track 8), ukulele (track 9), glockenspiel (track 1)
Nate Walcott – organ (1–3, 6, 7, 10, 12), piano (tracks 4, 6, 7), string arrangement (tracks 4, 10, 13), electric piano (tracks 2, 11), orchestral arrangement (tracks 1, 5), woodwind arrangement (tracks 8, 9)


Gastmusiker:

M. Ward – guitar (tracks 1, 4, 6), voice (track 6)
Janet Weiss – drums (tracks 1, 4, 6)
Clark Baechle – percussion (track 1)
Stacy DuPree – voice (tracks 4, 5, 10, 11, 13)
Sherri DuPree – voice (tracks 4, 5, 10, 11, 13)
Z. Berg – voice (tracks 1, 4, 5, 10, 11, 13)
Rachael Yamagata – voice (tracks 1, 4, 5, 10, 11, 13)
Hassan Lemtouni – voice (tracks 1, 11)
Chris MacDonald – voice (track 5, 8)
Suzie Katayama – conductor (tracks 1, 5)
Bill Meyers – conductor (tracks 4, 10, 13)
Dan McCarthy – bass (track 2)
Jason Boesel – drums (tracks 2, 3, 7, 10–12), voice (tracks 3, 8)
Anton Patzner – violin (tracks 2, 6)
Maria Taylor – voice (track 2), drums (track 5)
Andy LeMaster – voice (track 2)
David Rawlings – guitar (tracks 5, 7, 12)
Tim Luntzel – bass (tracks 7, 10)
Gillian Welch – voice (track 7)
Ted Stevens – voice (track 8)
Sean Foley – voice (track 8)
John McEntire – percussion (tracks 8, 9, 11), electronics (track 11)
Michael Zerang – percussion (tracks 8, 9)
Jonathan Crawford – percussion (tracks 8, 9, 11)
Dan Bitney – percussion (tracks 8, 9)
Dan Fliegel – percussion (tracks 8, 9)
David Moyer – bass clarinet (track 8)
Brian Walsh – clarinet (track 9), bass clarinet (track 8)
Shane Aspegren – drums (track 11), percussion (track 9)
Sarah Wass – flute (track 9)
Myka Miller – oboe (track 9)
Stefanie Drootin – bass (tracks 11, 12)
Jake Bellows – voice (track 12)


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Independent Rock, Folk Rock


Trackliste:

1. Clairaudients (Kill Or Be Killed) (6:05)
2. Four Winds (4:16)
3. If The Brakeman Turns My Way (4:53)
4. Hot Knive (4:13)
5. Make A Plan To Love Me (4:14)
6. Soul Singer In A Session Band (4:14)
7. Classic Cars (4:19)
8. Middleman (4:49)
9. Cleanse Song (3:28)
10. No One Would Riot For Less (5:12)
11. Coat Check Dream Song (4:10)
12. I Must Belong Somewhere (6:19)
13. Lime Tree (5:54)

Gesamtspieldauer: 1:02:12


„Cassadaga“ heißt das achte Studioalbum von Bright Eyes, dem musikalischen Projekt von Conor Oberst. Das Album erschien im Jahr 2007 und ist bis heute, Stand April 2015, die vorletzte Veröffentlichung von Bright Eyes. „Cassadaga“, ein kleines Nest in Florida, klingt dabei ähnlich, wie vorausgegangene Scheiben der Band. Dieser leicht folkige Einschlag ist wieder zu hören und Lap Steel- und Pedal Steel-Gitarren sorgen durchaus auch mal für leichte Country-Anklänge, von Country Musik kann man auf „Cassadaga“ jedoch garantiert nicht sprechen. Dazu gesellt sich einmal mehr der Gesang des Conor Oberst, der durchaus auch mal sehr weinerlich klingen kann – sowas muss man dann mögen oder aber aushalten können, um mit dieser Musik etwas anfangen zu können.

Auf „Cassadaga“ wechseln sich sanftere Stücke mit deutlich flotteren ab. Diese Tempi- und Rhythmuswechsel stören jedoch keineswegs beim Genuss des Albums, ganz im Gegenteil, sie machen die Scheibe deutlich abwechslungsreicher. Dazu gesellt sich dann eine mitunter nur zarte Instrumentierung, ein anderes Mal klingt das alles sehr orchestral, voll und überaus dicht. Die ganze Platte ist überhaupt sehr eingängig und diese Aussage ist so gut wie auf jede Nummer der Scheibe anwendbar. Das wiederum bedeutet jedoch auch, dass sich praktisch kein „schräger“ Ton oder außergewöhnlicher Akkord auf dem Album versteckt hält. Auf irgendwelche Experimente wurde von Bright Eyes auf „Cassadaga“ vollständig verzichtet. Das ist jedoch leider ein Umstand, den man durchaus als Nachteil des Albums ansehen kann, denn auch davon hatte die Musik von Bright Eyes immer gelebt, von ganz besonderen, außergewöhnlichen musikalischen Momenten, welche man wirklich nur dieser Band zuordnen konnte.

Sei es drum, denn „Cassadaga“ ist das erfolgreichste Album von Bright Eyes geworden, betrachtet man rein die Verkaufszahlen. Die Scheibe schaffte es immerhin bis auf Platz vier der amerikanischen Charts, was für diese Art der Musik garantiert etwas Besonderes darstellt. Das wiederum liegt wohl an der Melodiösität, die wirklich jedem Titel innewohnt. Alles ist erfüllt von Harmonien, von Wohlklang, welcher durch die außergewöhnlich breit gefächerte Instrumentierung noch gesteigert wird.

Fazit: Die beste Scheibe von Bright Eyes ist „Cassadaga“ nicht geworden, jedoch verglichen mit anderen Veröffentlichungen der Band, eine sehr massenkompatible. Alles klingt und das Ohr des Hörers wird mit Wohlklang umspült und umgarnt. Manches Mal würde ich mir jedoch etwas mehr Mut wünschen, eine bestimmte Melodieführung nicht gleich wieder in Harmonie enden zu lassen, sondern ein wenig mit ihr zu spielen, den Hörer etwas zappeln zu lassen, wie das Bright Eyes auf früheren Alben durchaus gemacht haben. Das würde „Cassadaga“ deutlich an Spannung gewinnen lassen. Ansonsten macht die Scheibe jedoch schon Spaß, auch wenn sie den Hörer kaum aus seiner Bahn wirft, da sie eben nicht zu spektakulär geraten ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Four Winds, Make A Plan To Love Me, No One Would Riot For Less





Samstag, 1. Dezember 2012

Bright Eyes – Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground




Bright Eyes – Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground


Besetzung:

Conor Oberst – guitar, piano, rhodes, organ, voice (I-XIII)
Todd Baechle – voice (XI)
Clark Baechle – clarinet (III, VI, VIII)
Chris Brooks – piano (XI)
Gretta Cohn – cello (III, V, VII, XII)
Sean Cole – harmonica (IX, VIII)
Julee Dunekacke – french horn (III)
Margaret Fish – lassoon (III, VIII)
Orenda Fink – trumpet, voice (II, III, VII, XI, XIII)
Jason Flatowicz – trombone (III, XIII)
Tiffany Kowalski – violin (III, V, VII, XII)
Jiha Lee – flute, voice (III, VI, VIII, IX)
Andy LeMaster – electric guitar, keyboards, voice (II–IV, VI–VIII, XI)
Clay Leverett – voice (IX)
Jenny Lewis – voice (I)
Matt Maginn – bass (II, IV-VII, IX)
Mike Mogis – banjo, bells, hammer dulcimer, vibraphone, glockenspiel, mandolin, electric guitar, dobro, pedal steel (II-IX, XI-XIII)
Katie Muth – oboe (III, VI, VIII, XII
Casey Scott – bass (III, VIII, IX, XII, XIII)
Blake Sennett – voice (I)
Ted Stevens – electric guitar (IX)
Maria Taylor – piano, organ, voice (II, III, IV, VIII, XII, XIII)
Clark Baechle, Matt Focht, Clay Leverett, Clint Schnase, Mike Sweeney – drum corps (II-IX, XI-XIII)
Clark Baechle, Todd Baechle, Orenda Fink, Jiha Lee, Andy LeMaster, A.J. Mogis, Maria Taylor – choir (III)
Rob Bass, Andy LeMaster, Mike Mogis, Jeff Tafolla – country choir (IX)
Everyone that was drinking at Duffy’s and O’Rourke’s that night – drunk choir (XII)
Andy LeMaster, Mike Mogis, Conor Oberst and the players – horn and string arrangements


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. The Big Picture (8:43)
2. Method Acting (3:42)
3. False Advertising (5:52)
4. You Will. You? Will. You? Will. You? Will. (3:25)
5. Lover I Don't Have To Love (4:00)
6. Bowl Of Oranges (4:49)
7. Don't Know When But A Day Is Gonna Come (6:32)
8. Nothing Gets Crossed Out (4:35)
9. Make War (6:17)
10. Waste Of Paint (6:30)
11. From A Balance Beam (3:40)
12. Laura Laurent (4:57)
13. Let's Not Shit Ourselves (To Love And To Be Loved) (10:07)

Gesamtspieldauer: 1:13:08




Zwei Dinge sind es, die einen dazu bewegen könnten, Bright Eyes, das Band-Projekt des Conor Oberst aus Omaha, Nebraska, nicht zu mögen. Der eine wäre, man würde nur auf sehr rockige Musik stehen, denn die Musik von Bright Eyes ist meist sehr ruhig - jedoch keinesfalls weniger intensiv. Der zweite Punkt könnte die Gesangsstimme Conor Obersts sein, die immer wieder mal zittert, oftmals nicht fest sondern eher überaus zerbrechlich wirkt, allerdings perfekt zu dieser sehr, oftmals mit „zart“ zu umschreibenden Musik passt.

Nun, wer damit keine Probleme hat, der dürfte mit dem vierten Album von Bright Eyes aus dem Jahr 2002 jede Menge Spaß bekommen. Denn hier ist sie, die eindringliche Musik mit den wohlüberlegten Texten, bei der sich die gespielte Musik auch schon mal nach dem Text richtet und nicht umgekehrt, wie das häufig der Fall ist. Dazu ist das Album, instrumental betrachtet, auch etwas fülliger geworden als die Vorgängerplatten, die noch ein wenig Akustik-Gitarren-lastiger waren.

Das merkt man allerdings noch nicht beim ersten Stück „The Big Picture“. Das wirkt eher wie ein kleines Hörspiel, man hört immer wieder Hintergrundgeräusche, wobei die Nummer ansonsten nur ganz spartanisch mit der Akustik-Gitarre instrumentiert wurde. Ansonsten erlauscht man viel Autoverkehr und die seltsam abgemischte, wie aus dem „Off“ kommende Stimme Conor Oberts. Ein etwas sperriger Einstieg in dieses Album, welcher durchaus auch gewagt ist.

Aber so bleibt es nicht. „Method Acting“ im Anschluss ist ein viel flotteres, in Richtung Folk Rock gehendes Stück, welches wiederum von „False Advertising“ gefolgt wird, dem ersten großen Höhepunkt auf „Bright Eyes – Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground“. Hier haben nun zum ersten Mal die Streicher ihren Einsatz. Alles wirkt ein wenig getragen, was durch einen traurigen Hintergrundchor und die immer wieder vibrierende Stimme Conor Obersts noch untermalt wird. Toll hierbei auch der Break etwa in der Mitte des Stücks.

Mit den Titeln fünf, sechs und sieben, „Lover I Don't Have To Love”, „Bowl Of Oranges” und „Don't Know When But A Day Is Gonna Come” warten dann die absoluten Highlights der Platte auf den Hörer. Die ersten beiden Nummern haben dabei sehr eingängige Melodien, mal etwas melancholischer wie im ersten Fall, mal etwas befreiter und optimistischer wirkend, wie bei „Bowl Of Oranges“ – zumindest größtenteils. „Don't Know When But A Day Is Gonna Come” ist dann so etwas von intensiv, dass man dieses Lied einfach erlebt haben muss. Fast schon monoton in Melodieführung und Instrumentierung wird hier so viel Stimmung und Atmosphäre erzeugt, wie es selten in der Musik zu hören ist.

Nicht unerwähnt bleiben sollen hier allerdings auch die beiden “Tiefpunkte” der Platte, die sich in Form zweier Country-Songs auf das Album geschlichen haben: „Make War” und “Laura Laurent“ heißen diese. Genau dafür wurde auch die Fernbedienung erfunden, dass man hier wirklich sehr schnell die „Weiter-Taste“ betätigen kann.

Allerdings endet die CD wieder mit einem Höhepunkt: „Let's Not Shit Ourselves (To Love And To Be Loved)”. Ein Mid-Tempo-Lied, völlig untypisch für diese Platte, aber mitreißend. Ein klasse Abschluss für ein schönes Album.

Fazit: Es ist beeindruckend, was sich auf dieser Platte, mit dem allzu sperrigen Namen „Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground“ befindet. Gerade in der Mitte des Albums gibt es da einige Lieder, die ich nicht missen möchte. Sehr eindringlich das Ganze. Und wie schon erwähnt, wenn man gerne auch mal ruhigere Musik hört und sich mit der manches Mal weinerlichen Stimme des Conor Obersts arrangieren kann, dann gibt es hier auf diesem Album jede Menge zu entdecken. Eine Platte, welche mit dem häufigeren Hören auch noch wächst. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Method Acting, False Advertising, Bowl Of Oranges, Don't Know When But A Day Is Gonna Come, Let's Not Shit Ourselves (To Love And To Be Loved)




Donnerstag, 22. November 2012

Bright Eyes – Fevers And Mirrors




Bright Eyes – Fevers And Mirrors


Besetzung:

Conor Oberst – vocals, guitar (1, 4, 6, 8, 10, 11), sample (1), organ (2), Rhodes (5), keyboards (5, 12), piano (7), tremolo guitar (9), percussion (11), toy piano (12)
Mike Mogis – electric guitar (4, 9), pedal steel (6, 8), vibraphone (1, 8), tambourine (6, 8), glockenspiel (1), piano (1), ebow pedal steel (2), electronics (2, 9), tongue drum (3), guiro (3), lap dulcimer (4), hammered dulcimer (5), atmosphere (7), acoustic guitar intro (9), organ (9), mandolin (10), keyboards (10), sample (11), percussion (11)
Todd Baechle – keyboards (3)
Tim Kasher – accordion (1, 4, 6)
Joe Knapp – drums (2, 4, 6, 8, 9, 10), percussion (3), vocals (8)
Jiha Lee – flute (2, 4, 10), vocals (5)
Andy LeMaster – guitar (3), percussion (3, 6, 11), mellotron (5, 6), bass (2, 5, 10), electric guitar (9), vocals (9, 10, 11), keyboards (11)
Matt Maginn – bass (3, 4, 6, 8, 9)
A. J. Mogis – piano (2), Rhodes (9)
Clint Schnase – drums (2, 5)


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. A Spindle, A Darkness, A Fever, And A Necklace (6:26)
2. A Scale, A Mirror And Those Indifferent Clocks (2:45)
3. The Calendar Hung Itself... (3:56)
4. Something Vague (3:34)
5. The Movement Of A Hand (4:03)
6. Arienette (3:45)
7. When The Curious Girl Realizes She Is Under Glass (2:40)
8. Haligh, Haligh, A Lie, Haligh (4:44)
9. The Center Of The World (4:43)
10. Sunrise, Sunset (4:32)
11. An Attempt To Tip The Scales (8:29)
12. A Song To Pass The Time (5:30)

Gesamtspieldauer: 55:08




Diese düstere und traurige Stimmung, die Conor Oberst mit seinem Band-Projekt häufig verbreitet, kommt auf „Fevers And Mirrors“, dem dritten Album des US-Amerikaners deutlich mehr zum Tragen, als noch auf dem Vorgänger „Letting Off The Happiness“.

Überaus melancholisch präsentiert sich hier die Musik, Country-Anleihen gibt es nicht mehr und alles versinkt in tiefer Traurigkeit. Dies liegt zum einen an der häufig sehr spärlich eingesetzten Instrumentierung, wie an der überaus zerbrechlich wirkenden Stimme des Conor Obersts. Die wird so manches Mal nur gehaucht, zittert immer wieder ein wenig oder überschlägt sich leicht.

Zwanzig Jahre alt wurde Conor Oberst im Jahr des Entstehens des Albums und es ist wahrlich überraschend, wie ein so junger Mann es schaffte solch, manches Mal richtig ergreifende Musik, gepaart mit sehr tiefsinnigen Texten zu schreiben. Immer wieder erinnert die Musik selbst ein wenig an die Eels. Marc Oliver Everett hat zwar eine völlig andere Stimme, aber die Stimmung ist mitunter durchaus zu vergleichen.

Die einzelnen Stücke sind sich selbst relativ ähnlich. Egal ob die Nummern nun „A Scale, A Mirror And Those Indifferent Clocks”, „Something Vague”, „The Movement Of A Hand”, „Arienette”, „When The Curious Girl Realizes She Is Under Glass”, „Haligh, Haligh, A Lie, Haligh”, „Sunrise, Sunset” oder „An Attempt To Tip The Scales“ heißen, geboten wird immer jede Menge Atmosphäre mit einer ganz großen Prise Melancholie beziehungsweise Sentimentalität oder einfach nur Traurigkeit. Am deutlichsten wird dies vielleicht beim Song „Arienette”. Klasse gelungen.

Etwas seltsam ist dagegen der Titel „An Attempt To Tip The Scales“. Das Lied gehört zwar in dieselbe Kategorie wie die anderen Stücke des Albums auch, im zweiten Teil, ab 2:30, hört man allerdings ein gestelltes Interview, in dem ein Radiomoderator sich mit Conor Oberst über das neue Album unterhält. Anscheinend ist dabei allerdings noch nicht einmal der echte Conor Oberst zu hören. Seltsam, was das wohl soll?

Fazit: „Fevers And Mirrors“ ist ein sehr trauriges und auf seine Art „warmes“ Album geworden. Eine Platte, die man gerne hört, wenn man als Musikhörer auch mal auf die unaufgeregteren Töne umsteigen kann. Die Stimme Conor Obersts ist wahrscheinlich nicht für jeden etwas, aber zu dieser Musik passt sie einfach. Ein schönes Album. Elf Punkte wert.

Anspieltipps: A Scale A Mirror And Those Indifferent Clocks, Something Vague, The Movement Of A Hand, Arienette, When The Curious Girl Realizes She Is Under Glass, Haligh Haligh A Lie Haligh, Sunrise, Sunset, An Attempt To Tip The Scales




Freitag, 16. November 2012

Bright Eyes – Letting Off The Happiness




Bright Eyes – Letting Off The Happiness


Besetzung:

Conor Oberst – singing, acoustic guitar, acoustic drums, electric drums, electric guitar, solo electric guitar, screams, noises, keyboards, piano
Mike Mogis – keyboards, atmospheric noises, electric guitar, pedal steel guitar, country guitar, melodica, air organ, organs, electric drums, piano, chimes, some other stuff
Matt Maginn – bass
Matt Focht – drums, buckets, percussion
Neely Jenkins – background singing
Andy LeMaster – background singing, percussion, bass, electric guitar
Jeremy Barnes – drums, percussion, broken keyboards, accordion
Kevin Barnes – fender rhodes electric piano, background singing
Ted Stevens – drums
Aaron Druery – ebow bass
Robb Nansel – finger cymbals


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Folk, Indie Rock


Trackliste:

1. If Winter Ends (3:26)
2. Padraic My Prince (3:48)
3. Contrast And Compare (3:57)
4. The City Has Sex (2:12)
5. The Difference In The Shades (4:23)
6. Touch (3:43)
7. June On The West Coast (3:34)
8. Pull My Hair (4:10)
9. A Poetic Retelling Of An Unfortunate Seduction (4:24)
10. Tereza And Tomas (25:49)

Gesamtspieldauer: 59:26




Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines zweiten Albums war Conor Oberst gerade mal achtzehn Jahre alt. Bright Eyes ist Conor Oberst. Alle Lieder, sowohl die Musik, als auch der Text wurden von dem jungen Amerikaner aus Omaha, Nebraska geschrieben.

Die Musik auf „Letting Off The Happiness” lässt ein irgendwie zwiespältig geartetes Gefühl zurück. Diese weinerliche Stimme des Conor Oberst zum Beispiel kann man mögen – muss man aber nicht. Einerseits transportiert diese die Melancholie, die vielen der Stücke von Bright Eyes anhaftet perfekt. Andererseits, wenn dieser, oftmals flehende Gesang, dann jedoch in verzweifeltes Geschrei übergeht, kann einem dies schon ganz schön auf den Senkel gehen und ist überaus gewöhnungsbedürftig. Auch diese, immer wieder absichtlich falsch gesetzten Töne, muss man nicht unbedingt haben.

Glücklicherweise gibt es auf „Letting Off The Happiness” jedoch auch diese wunderschönen Melodien, die einen einfangen können und das Lied zu einem Erlebnis werden lassen. Beispielhaft für diese Seite der Musik von Bright Eyes steht hier das überaus traurige „Padraic My Prince“. Jedoch sind diese Momente auf dem Album leider deutlich rarer gesät als auf den Platten, die da noch kommen sollten. Klasse gelungen, wenn auch völlig anders konzipiert, ist auch der Titel „Touch“. Dieser monotone Keyboard-Sound im Hintergrund hat was und zudem wirkt diese Nummer auch ein wenig „heller“ als viele andere Lieder von Bright Eyes.

Immer wieder kommt auch die Pedal Steel Guitar zu Einsatz. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich die Musik in Richtung Country bewegt. Und dem ist auch so, einige Stücke sind hier amerikanisch folkloristisch angehaucht. Wer damit etwas anfangen kann, wird sich mit dem Album auch leichter tun.

Noch eine Anmerkung zu „Tereza And Tomas“. Das Lied ist sehr ruhig und auch getragen und etwas über fünfeinhalb Minuten lang. Dann hört man ein stetiges, elektronisches Brummen, bis nach etwas über 21 Minuten eine weitere Version von „Contrast And Compare“ folgt. Jetzt war die erste Einspielung an Stelle 3 des Albums schon nicht gut, aber das konnte hier leider noch getoppt werden.

Fazit: Bright Eyes wurden mit den nächsten Alben deutlich besser. Beeindruckend an „Letting Off The Happiness“ ist vor allem, dass dies alles ein achtzehnjähriger Junge komponiert hat. Diese verstörenden Töne, Klänge und Schreie machen die Platte etwas anstrengend. Diese schönen Ansätze sind bereits da, kommen aber erst auf späteren Alben so richtig zum Tragen. Daher für „Letting Off The Happiness“ auch erst mal nur sechs Punkte.

Anspieltipps: If Winter Ends, Padraic My Prince, Touch, June On The West Coast, Tereza And Tomas (der Beginn)