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Dienstag, 14. November 2017

The Waterboys – Out Of All This Blue




The Waterboys – Out Of All This Blue


Besetzung:

Mike Scott – vocals, drumscape, guitars, piano, bridge bass, synthesizer, organ, field recordings, sundries, mellotron, bass, hornscape


Gastmusiker:

David Hood – bass
Brother Paul – synthesizer, organ, piano, electric piano, backing vocals, clavinet
Zach Ernst – guitar licks, guitar
Steve Wickham – sonics, fiddle, horns
Zeenie Summers – verse 3 vocal, backing vocals
Jess Kav – backing vocals, vocals
Aonghus Ralston – bass
Trey Pollard – string and brass arrangements
Conor J. Ryan – basso voice
Ralph Salmins – drums
Kevin Murphy – cello, double bass
Thomas Haugh – lap zithers, ukelin, percussion
John Hegarty – piano
Bill Blackmore – trumpet, flugelhorn
Neil Mahony – bass
Niall C. Lawlor – picking guitar
Wild Bill Crivvens – traps
Max Zaska – electric guitar
Roppongi Hills Crows – themselves
Rokudenashiko – payo payo
Simon Wallace – boogie piano
Harajuku Dude – himself
Announcer Dude – himself
Dublin Soul Choir (Conor J. Ryan, Jess Kav, Caoimhe Barry, Karen Cowley, Saoirse Duane, Zeenie Summers) – backing vocals


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Pop, Rock, Folk, Country


Trackliste:

CD1:

1. Do We Choose Who We Love (2:58)
2. If I Was Your Boyfriend (4:11)
3. Santa Fe (3:57)
4. If The Answer Is Yeah (3:33)
5. Love Walks In (6:24)
6. New York I Love You (7:49)
7. The Connemara Fox (5:30)
8. The Girl In The Window Chair (2:57)
9. Morning Came Too Soon (8:15)
10. Hiphopstrumental 4 (Scatman) (2:28)


CD2:

11. The Hammerhead Bar (4:36)
12. Mister Charisma (2:04)
13. Nashville, Tennessee (6:00)
14. Man, What A Woman (3:16)
15. Girl In A Kayak (1:24)
16. Monument (2:52)
17. Kinky's History Lesson (5:19)
18. Skyclad Lady (0:57)
19. Rokudenashiko (3:06)
20. Didn't We Walk On Water (5:52)
21. The Elegant Companion (4:31)
22. Yamaben (4:55)
23. Payo Payo Chin (3:24)


CD3:

24. The Memphis Fox (4:08)
25. If The Answer Is Yeah (Alternate Version) (3:29)
26. If I Was Your Boyfriend (Zeenie Mix) (4:00)
27. Epiphany On Mott Street (1:55)
28. Didn't We Walk On Water (JessKav Mix) (5:33)
29. Santa Fe (Instrumental) (3:56)
30. Payo Payo Chin (Tokyo Hotel) (1:16)
31. Return To Roppongi Hills (2:02)
32. Nashville, Tennessee (Live) (5:36)
33. Mister Charisma (Alternate Version) (3:31)
34. So In Love with You (4:36)

Gesamtspieldauer CD1 (48:05) und CD2 (48:21) und CD3 (40:07): 2:16:35




„Out Of All This Blue“ heißt das zwölfte Studioalbum der Waterboys, der Band des in Irland lebenden Schotten Mike Scott. Die Platte erschien im Jahr 2017 auf dem Plattenlabel BMG und wenn man sich die Deluxe-Version der Scheibe bestellt, erhält man eine Ausgabe des Albums, welches aus drei CDs besteht und insgesamt eine Laufzeit von über zwei Stunden besitzt. Dabei sind die erste und die zweite CD durchaus mit unterschiedlichem Lied-Material befüllt, wohingegen sich auf der dritten Scheibe hauptsächlich alternative Versionen oder Live-Aufnahmen befinden.

Dieses Werk musikalisch einzuordnen fällt nicht sehr leicht. Allzu viele musikalische Genres hat Mike Scott auf „Out Of All This Blue“ vereinigt beziehungsweise vermischt – und dies gilt für jede der drei CDs. Dieser Umstand wiederum bewirkt, dass man sich auf dieses Album nur schwer einstellen kann. Pop, Rock, Folk, Country, Funk, Soul und sogar relativ experimentelle Lieder gibt es da oftmals krude durcheinander gemischt zu hören. Ist man dann einem dieser oft doch sehr unterschiedlichen musikalischen Genres nicht so sehr zuneigt, kann das Durchhören des Albums an mancher Stelle zur Belastungsprobe werden. Während man sich bei einem Lied genervt abwendet, weiß das nächste vielleicht schon wieder sehr zu überzeugen oder sogar zu begeistern.

In meinen Ohren klingen Mike Scott und seine Waterboys immer dann am Überzeugendsten, wenn er beziehungsweise sie rocken oder auch mal ganz neue, experimentelle Pfade beschreiten. Ich möchte an dieser Stelle weder Funk noch Soul hören und auch Country dieser Art ist für mich ein Grund, die Fernbedienung zur Hand zu nehmen und den entsprechenden Titel zu überspringen. Auch der exzessive Einsatz des Drum Computers nervt auf „Out Of All This Blue“ etwas. Gelungen ist auf der ersten CD, dem eigentlichen Album, das sanfte und folkige „The Girl In The Window Chair“ sowie das über achtminütige, rockige, zwar fast schon monotone aber gerade dadurch auch mitreißende „Morning Came Too Soon“. Brother Paul kann man an dieser Stelle gar nicht genug für sein tolles Orgel-Spiel loben, welches das Lied im Duett mit viel Gitarrensoli noch intensiver werden lässt. Auf CD2 sind es das sentimentale und etwas schräge „Mister Charisma“, das rockige und eingängige „Yamaben“ sowie „Payo Payo Chin“, ebenfalls ein eher rockiges Lied, welche am meisten zu überzeugen wissen. Bleibt auf CD3 erneut ein rockiges Lied. „The Memphis Fox“ ist mit einem fetten Orgelsound beseelt und auch hier kann man Brother Paul wieder in Höchstform hören. Die restlichen 28 Stücke bewegen sich dann allerdings leider in Gefilden von „ganz nett“ bis „Bitte nicht!“. Eindeutig zu viel Ausschuss für ein gutes Album.

Fazit: Milke Scott scheint bei der zwölften Veröffentlichung seiner Waterboys nach dem Prinzip vorgegangen zu sein, seinen Hörerinnen und Hörern ganz viel verschiedene musikalische Stile vorsetzen zu wollen, damit für jede und jeden auch etwas dabei ist, um alle irgendwie glücklich zu machen. Dies wird auch aufgegangen sein, bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass sich auf dem Album, nicht nur auf der Deluxe-Edition mit drei CDs, eine ganze Menge Musik befindet, die man eben nicht mehr unbedingt gut finden kann, wenn man sich nicht in jedem musikalischen Genre heimisch fühlt. So gibt es auf „Out Of All This Blue“ durchaus ein paar schöne und lohnende Titel, allerdings auch jede Menge Füllung, die einfach langweilt oder gar nervt. Deutlich zu wenig Höhepunkte für ein gutes Album. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Girl In The Window Chair, Morning Came Too Soon, Mister Charisma, Yamaben, Payo Payo Chin, The Memphis Fox



Freitag, 3. November 2017

The Waterboys – Room To Roam




The Waterboys – Room To Roam


Besetzung:

Mike Scott – guitar, piano, vocals
Barry Beckett – piano
Seamus Begley – background vocals
Eileen Begley - background vocals
Colin Blakey – flute, piano, Hammond organ, whistling, whistle
Noel Bridgeman – percussion, drums, vocals
John "Turps" Burke – background vocals
Trevor Hutchinson – bass guitar, bouzouki
Roddy Lorimer – trumpet
Diarmuid O'Suilleabhan – background vocals
Ken Samson – didjeridu
Sharon Shannon – fiddle, accordion
J. Neil Sidwell – trombone
Anthony Thistlethwaite – mandolin, saxophone
Steve Wickham – fiddle, hammond organ, vocals
Kieran Wilde – clarinet


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Folk Rock, Rock, Country


Trackliste:

1. In Search Of A Rose (1:20)
2. Song From The End Of The World (1:59)
3. A Man Is In Love (incl. Calliope House) (3:18)
4. Bigger Picture (2:26)
5. Natural Bridge Blues (2:06)
6. Something That Is Gone (3:16)
7. The Star And The Sea (0:26)
8. A Life Of Sundays (6:13)
9. Islandman (2:06)
10. The Raggle Taggle Gypsy (2:58)
11. How Long Will I Love You? (3:38)
12. Upon The Wind And Waves (0:44)
13. Spring Comes To Spiddal (1:24)
14. The Trip To Broadford (1:14)
15. Further Up, Further In (5:32)
16. Room To Roam (2:55)
17. The Kings Of Kerry (0:58)


Collector's Edition Bonus Disc (2008):

1. In Search Of A Rose (2:29)
2. My Morag (The Exile's Dream) (2:11)
3. A Man Is In Love (incl. Calliope House) (alternate) (3:20)
4. The Wyndy Wyndy Road (1:53)
5. Three Ships (3:22)
6. Sunny Sailor Boy (3:06)
7. Sponsored Pedal Pusher's Blues (2:50)
8. The Wayward Wind (3:47)
9. Danny Murphy / Florence (2:22)
10. The Raggle Taggle Gypsy (live) (4:30)
11. Custer's Blues (live) (4:37)
12. Twa Recruitin' Sergeants (live) (4:10)
13. A Reel And A Stomp In The Kitchen (0:51)
14. Down By The Sally Gardens (3:48)
15. A Strathspey In The Rain At Dawn (1:23)
16. A Song For The Life (3:49)
17. The Kings Of Kerry (0:27)

Gesamtspieldauer CD1 (42:42) und CD2 (49:01): 1:31:43




Sie war noch nicht abgeschlossen, die Phase der Waterboys, die mit der Platte „Fisherman’s Blues“ eingeläutet worden war. Folk und Country waren seitdem die bestimmenden musikalischen Richtungen der Waterboys um Mike Scott geworden. Diese Art der Musik hört man nun ebenfalls auf dem am 2. Oktober 1990 veröffentlichten fünften Studioalbum mit dem Namen „Room To Roam“. Auch diese Platte wurde wie der Vorgänger auf dem Label Chrysalis veröffentlicht.

Nimmt man den Titel des Albums wörtlich, so kann man diesen vorgegebenen musikalischen Raum zwar durchstreifen, man kann darin herumwandern, sich vielleicht darin auch verirren, jedoch wird man kaum mehr interessante oder spannende Musk entdecken. Sehr viel eher hört man auf „Room To Roam“ zumeist langweiligen, schon oft gehörten und damit wenig spektakulären Folk, der an mancher Stelle auch vom Country angehaucht wurde. Allerdings passierte letzteres glücklicherweise deutlich weniger als noch auf dem Album „Fisherman’s Blues“ – aber es geschieht leider immer noch. Die Musik bleibt zudem auch bei den Folk Stücken trotzdem eher bieder und zumeist vergisst man die Lieder sofort wieder, nachdem sie ausgeklungen sind.

Rock Musik enthält diese Scheibe so gut wie gar nicht mehr. The Waterboys zelebrieren die traditionelle irische und schottische Musik auf „Room To Roam“ sehr kompromisslos und konsequent. Dies gilt ebenso für die Zusatz-CD der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2008, auf der sich allerdings sowieso hauptsächlich alternative oder Live-Versionen, der schon auf dem ursprünglichen Album vorhandenen Lieder finden. Höhepunkte dieser Platte zu entdecken und zu benennen, ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach, wenn man dieser Musik nur noch wenig abgewinnen kann. Nach mehrmaligem Anhören bleibt bei mir hauptsächlich das Titelstück „Room To Roam“ in Erinnerung – zumindest dieses Lied geht ins Ohr.

Fazit: Ich mag Folk Musik, doch dieser Folk der Waterboys spricht mich irgendwie nicht an. Die Lieder bleiben nicht mehr hängen, gehen nicht ins Ohr, verblassen sofort wieder, nachdem sie gehört wurden. Der Country-Anteil in der Musik der Band wurde etwas zurückgefahren, der Rock-Anteil in der Musik der Waterboys ist nicht mehr existent. Somit ist „Room To Roam“ eine Platte geworden, welche eingefleischten Folk Fans vielleicht ein Lächeln auf die Lippen zaubert, andere aber wohl eher enttäuscht zurücklässt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Room To Roam, Danny Murphy / Florence



Montag, 23. Oktober 2017

The Waterboys – Fisherman’s Blues




The Waterboys – Fisherman’s Blues


Besetzung:

Mike Scott – vocals, guitar, piano, hammond organ, drums, bouzouki
Anthony Thistlethwaite – saxophone, mandolin, harmonica, hammond organ
Steve Wickham – violin
Trevor Hutchinson – bass guitar, double bass
Roddy Lorimer – trumpet
Kevin Wilkinson – drums
Peter McKinney – drums
Dave Ruffy – drums
Colin Blakey – piano, flute, border horn
Fran Breen – drums
Vinnie Kilduff – guitar
Noel Bridgeman – tambourine, congas
Jay Dee Daugherty – drums
Máirtín O'Connor – accordion
Alec Finn – bouzouki
Charlie Lennon – violin
Brendan O'Regan – bouzouki
Tomás Mac Eoin – vocals
Paraig Stevens – bells
Jenny Haan – vocals
Ruth Nolan – vocals
Rachel Nolan – vocals
The Abergavenny Male Voice Choir – vocals
Tomas McKeowen – spoken voice


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Folk Rock, Rock, Country


Trackliste:

1. Fisherman's Blues (4:26)
2. We Will Not Be Lovers (7:01)
3. Strange Boat (3:06)
4. World Party (5:28)
5. Sweet Thing (7:12)
6. Jimmy Hickey's Waltz (2:06)
7. And A Bang On The Ear (9:14)
8. Has Anybody Here Seen Hank (3:18)
9. When Will We Be Married (3:00)
10. When Ye Go Away (3:44)
11. Dunford's Fancy (1:04)
12. The Stolen Child (6:55)
13. This Land Is Your Land (0:54)


Collector's Edition Bonus Disc (2006):

1. Carolan's Welcome (2:51)
2. Killing My Heart (3:54)
3. You In The Sky (5:47)
4. When Will We Be Married? (2:40)
5. Nobody 'Cept You (3:05)
6. Fisherman's Blues (5:49)
7. Girl Of The North Country (4:24)
8. Lonesome And A Long Way From Home (3:05)
9. If I Can't Have You (3:30)
10. Rattle My Bones And Shiver My Soul (2:38)
11. Let Me Feel Holy Again (6:10)
12. Meet Me At The Station (3:24)
13. The Good Ship Sirius (0:43)
14. Soon As I Get Home (12:03)

Gesamtspieldauer CD1 (57:35) und CD2 (1:00:11): 1:57:46




Die Platte „Fisherman’s Blues“ ist das vierte Studioalbum der irisch-schottischen Band The Waterboys und erschien im Jahr 1988 auf dem Label Chrysalis Records. „Fisherman’s Blues“ stellte einen Einschnitt in der Musik der Waterboys dar. Der Rock war zwar noch vorhanden, jedoch nur noch an wenigen Stellen in der Musik der Band stark präsent. Stattdessen gab es nun einen Mix aus traditioneller irischer wie schottischer Musik, Country und auch Rock and Roll zu hören. Dementsprechend unterschiedlich fielen auch die Meinungen über diese Scheibe aus. Während einige Kritiker und Hörer voll des Lobes waren und die Platte sogar Aufnahme in dem Buch „1001 Albums You Must Hear Before You Die” fand, waren andere eher enttäuscht und gar nicht mehr so begeistert von diesem Stilwechsel. Nichtsdestotrotz ist „Fisherman’s Blues“ das Album der Waterboys geworden, welches sich am besten verkaufte. Es kletterte bis auf Platz 13 der UK Charts und erreichte in den USA immerhin Platz 76 der Billboard 200.

Nun, der Wechsel hin zu eher folkloristischer Musik ist wahrlich unüberhörbar. Sind dabei Töne von den britischen Inseln zu hören, hört sich das auch noch ganz nett an. Überwiegt allerdings der Country-Einfluss, so ist die Musik der Waterboys auf „Fisherman’s Blues“ eine eher sehr gewöhnungsbedürftige geworden. Auch diese Rock and Roll-Anwandlungen nerven eher als, dass sie zu überzeugen verstehen. In den zwei Jahren der Entstehung des Albums schrieben die Waterboys wohl über einhundert Titel. Dreizehn davon waren auf der ursprünglichen Platte vorhanden, weitere vierzehn gibt es auf der hier vorliegenden Collector’s Edition zu hören. Auf dieser zweiten CD hört man allerdings noch sehr viel mehr Country und Folk und so gut wie gar keinen Rock mehr. Um das Ganze allerdings noch auf die Spitze zu treiben wurde im Jahr 2013 noch eine weitere Version des Albums veröffentlicht, die insgesamt sieben CDs umfasst und dabei 137 Lieder enthält. Dieser Ausgabe wurde alles hinzugefügt, was in den verschiedenen Sessions der Aufnahme festgehalten wurde.

Die Waterboys sind nicht mehr jene Waterboys, die ich schätze. Mike Scott hat sich auf dieser Platte sehr von Steve Wickham inspirieren lassen, dessen Violine häufig im Vordergrund der Musik steht und diesen folkloristischen Touch sehr dick unterstreicht. Richtig überzeugende und gelungene Lieder höre ich hier nicht mehr. Vieles ist maximal noch Durchschnitt, manches nervt durch diesen penetranten Violin-Einsatz, der einen stimmungsmäßig häufig in den mittleren Westen der USA katapultiert. Die Lieder gehen nicht mehr so ins Ohr, laufen oftmals einfach nur unter Überschrift „langweiliger Country-Folk“ durch. Es bleibt auch wenig hängen, von dieser Scheibe, die musikalisch so gar nichts mit vielen anderen Scheiben der Waterboys zu tun hat. Leider klingen auch die reinen Folk Stücke nicht so überzeugend, dass man dieses Album noch in die Kategorie „lohnend“ eingruppieren könnte. Richtig melodiös klingt auf „Fisherman’s Blues“ nur die Nummer „The Stolen Child“. Ein sehr sanftes Lied, mit viel Querflöte ausgestattet, Sprechgesang gepaart mit gesungenen Worten und jeder Menge folkloristischem Text. Sehr sanft, aber immerhin auch sehr eingängig. Na endlich.

Fazit: „Fisherman’s Blues“ von den Waterboys um Mike Scott ist wahrlich kein Rock Album geworden. Auf dieser Platte hört man Folk und Country, neben Rock and Roll und etwas reinerem Rock. Die Folk Musik klingt dabei noch ganz nett, die Country-Lieder langweilen eher. Schöne Melodien hört man hier deutlich weniger, als auf so manch anderem Waterboys Album. Aber so etwas ist bekanntlich immer Geschmackssache, sodass Freundinnen und Freunde von Country-Klängen das ganz bestimmt völlig anders sehen. Andere wiederum werden „Fisherman’s Blues“ einfach nur schrecklich langweilig finden. Auch das ist verständlich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Stolen Child



Freitag, 13. Oktober 2017

The Waterboys – Book Of Lightning




The Waterboys – Book Of Lightning


Besetzung:

Mike Scott – vocals guitar (acoustic), guitar (electric) guitar (rhythm), percussion, piano, sound effects, tambourine, bells, loops, bellzouki, sleigh bells, effects
Leo Abrahams – guitar (electric)
Johnny Andrews – vocals, falsetto
Brady Blade – drums
Chris Bruce – guitar (electric)
Clive Deamer – tabla
Roddy Lorimer – trumpet
Barry Mirochnick – drums
Richard Naiff – organ, piano
Ida Nilsen – piano
Daniel Presley – vocals (background), harmony
Mike Rowe – organ, piano (electric)
Jeremy Stacey – drums
Steve Wickham – fiddle, viola


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Crash Of Angel Wings (4:02)
2. Love Will Shoot You Down (4:34)
3. Nobody's Baby Anymore (4:43)
4. Strange Arrangement (3:33)
5. She Tried To Hold Me (7:18)
6. It's Gonna Rain (3:03)
7. Sustain (3:21)
8. You In The Sky (4:38)
9. Everybody Takes A Tumble (7:05)
10. The Man With The Wind At His Heels (3:04)

Gesamtspieldauer: 45:35




„Book Of Lightning” heißt das neunte Studioalbum der schottischen Band The Waterboys. Das Album erschien am 2. April 2007 auf dem Plattenlabel Universal Records. Aufgenommen wurde die Scheibe hauptsächlich im Heimstudio von Mike Scott in London. Auf „Book Of Lightning” hört man erneut die für Mike Scott so typische, melodiöse Rock-Musik. Beim Songwriting hat sich der in Edinburgh geborene Schotte lediglich bei den Nummern „Sustain“, „Everybody Takes A Tumble“ sowie „The Man With The Wind At His Heels” kompositorische Unterstützung geholt.

Sehr eingängigen und melodiösen Rock gibt es somit wieder einmal von Mike Scott und seinen Waterboys zu hören. Musik, die sehr schnell ins Ohr geht und einen sehr hohen Wiederkennungswert besitzt. Die Stimmung der Lieder reicht dabei von fröhlich beschwingt bis eher nachdenklich oder verträumt. Genauso breit gefächert sind auch die Tempi auf „Book Of Lightning”. Rockige und treibende Töne gibt es hier zu hören und daneben auch sehr sanfte und ruhige Nummern, eine Zusammenstellung, die sehr zur Abwechslung des Albums beiträgt. Häufig wird dabei der Violine und der Viola des Steve Wickham ein großer Spielraum eingeräumt, was das Album allerdings keineswegs in die Richtung von Folk oder gar Country rutschen lässt.

Einer der Höhepunkte auf der Platte ist zugleich auch das Eröffnungsstück „The Crash Of Angel Wings“. Eine wunderschöne rockige Nummer, die sogar einen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist. Es lassen sich noch eine ganze Reihe anderer schöner Stücke auf dem Album entdecken. Von den eher ruhigeren Nummern sei an dieser Stelle das melodiöse und Piano-dominierte „You In The Sky“ erwähnt. Ebenfalls sehr gelungen ist das letzte Lied auf der Platte, „The Man With The Wind At His Heels“. Einzig das über siebenminütige Stück „She Tried To Hold Me“ kann auf „Book Of Lightning” nicht so ganz überzeugen, denn es ist mit seiner Länge und der dabei fehlenden Abwechslung einfach zu lang geraten. Diese Nummer ist allerdings wirklich die Ausnahme, die restlichen neun Stücke wissen da sehr viel mehr zu überzeugen.

Fazit: Eine sehr schöne Zusammenstellung gelungener und eingängiger Lieder ist „Book Of Lightning” von den Waterboys geworden. Das Album bietet sehr viel musikalische Vielfalt und kann mit sehr schönen Melodien überzeugen. Mike Scott hat es wieder einmal geschafft, ein überzeugendes und abwechslungsreiches Album zu veröffentlichen. The Waterboys Fans werden das Album sowieso lieben. Musikhörerinnen und Musikhörer, die auf eingängigen Rock bis Pop stehen, werden hier ebenfalls fündig werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Crash Of Angel Wings, You In The Sky, The Man With The Wind At His Heels



Montag, 11. April 2016

The Waterboys – A Pagan Place




The Waterboys – A Pagan Place


Besetzung:

Mike Scott – vocals, guitar, piano, bass, bellzouki
Anthony Thistlethwaite – saxophone, bass, mandolin
Kevin Wilkinson – drums
Karl Wallinger – piano, organ, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Roddy Lorimer – trumpet
Tim Blanthorn – violin
Barbara Snow – ohne Angabe
Eddi Reader – ohne Angabe
T.V. Smith – ohne Angabe
Ingrid Schroeder – ohne Angabe
Nick Linden – ohne Angabe


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock, Pop, Folk


Trackliste:

1. Church Not Made With Hands (6:05)
2. All The Things She Gave Me (4:34)
3. The Thrill Is Gone (4:33)
4. Rags (5:21)
5. Somebody Might Wave Back (2:43)
6. The Big Music (4:45)
7. Red Army Blues (8:06)
8. A Pagan Place (5:13)

Gesamtspieldauer: 41:03




„A Pagan Place“ heißt das zweite Album der Waterboys. Mike Scott, der auf diesen Seiten bereits mit einem Solo-Werk besprochen wurde, ist die feste Größe, der Songschreiber und Ideengeber der Band, die 1983 gegründet wurde und bis heute auch noch aktiv ist. Karl Wallinger hat auf „A Pagan Place“ seinen ersten Auftritt auf einem Studio-Album bei den Waterboys und sollte 1986 dann die Band World Party gründen. Die Waterboys setzten sich immer aus englischen, walisischen, schottischen und irischen Musikern zusammen, die meistens in ihren Solo-Karrieren erfolgreicher waren als mit den Waterboys selbst. Nun, der Wechsel war stetig bei der Band, sodass diese bis heute achtzig (!) verschiedene Musiker aufweisen kann.

Erfolgreich waren die Waterboys allerdings niemals sonderlich, was im Grunde genommen sehr überraschend ist, wenn man zum Beispiel „A Pagan Place“ auflegt. Die Musik auf der Scheibe klingt alles andere als langweilig oder schlecht. Ganz im Gegenteil sogar, die einzelnen Lieder überzeugen und gehen ins Ohr. Das Genre, welches die Band hier bedient, ist durchaus mit Rock zu umschreiben, der meist im Mid-Tempo angesiedelt ist. Ab und an driften die Lieder auch mal ganz leicht in Richtung Pop ab, wobei hier die Übergänge sehr fließend sind. Die Musik der Waterboys wird manchmal auch gerne mit Celtic Folk umschrieben. Vor allen Dingen am Ende der Platte, nähert sich Mike Scott mit seiner Band auch diesem musikalischen Unter-Genre etwas an.

Einige schöne Nummern gibt es auf „A Pagan Place“ zu hören. Kraftvoll und melodiös klingt die Musik der Waterboys hier. Besonders zu erwähnen ist da das Stück „Somebody Might Wave Back“. Mitreißend und nach vorne preschend, ohne dabei laut oder aufdringlich zu klingen. Die Füße kann man hier beim Hören kaum stillhalten, diese wollen jetzt einfach mitwippen. Etwas ruhiger, jedoch nicht weniger eindringlich, sind dagegen die letzten beiden Nummern der Platte, „Red Army Blues“ und das Titellied selbst, „A Pagan Place“. Klasse und eingängiger Rock, in diesen Fällen auch dem Genre des Folk Rock ein ganzes Stück näher kommend, sind das beides Lieder, die hängenbleiben. Überhaupt gibt es keine Füller oder Ausrutscher nach unten auf „A Pagan Place“ zu beklagen. Alles wirkt und klingt und macht das gesamte Album zu einem lohnenden Erlebnis.

Fazit: Erfolgreich waren die Waterboys nie, aufgegeben hat die Band um Mike Scott allerdings auch nie, denn es gibt sie, mit einer kurzen Unterbrechung, immer noch. Auf „A Pagan Place“ hört man eingängigen Rock bis Pop bis Folk, der ins Ohr geht und gut unterhält. Alles ist melodiös ohne dabei platt, anbiedernd oder langweilig zu klingen. Nichts fällt dabei zudem negativ aus dem Rahmen. Schon seltsam, dass diese Band niemals das Ansehen erlangte, welches ihr im Grunde genommen zustehen würde. Vielleicht ist diese Musik aber auch zu unspektakulär? Nein, auch das ist sie nicht. Für die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts im Grunde genommen grandiose Musik, da endlich mal kein Synthie Pop. Elf Punkte.

Anspieltipps: Somebody Might Wave Back, Red Army Blues, A Pagan Place