Fields Of The Nephilim – Singles & Mixes Besetzung: Carl McCoy – lead vocals Tony Pettitt – bass Paul Wright – lead guitar Peter Yates – rhythm guitar Alexander "Nod" Wright – drums Paul Chousmer – keyboards Label: Beggars Banquet Records Erscheinungsdatum: 2013 Stil: Gothic Rock Trackliste: 1. Preacher Man (Contaminated Version) (4:18) 2. Blue Water (Electrostatic) (5:55) 3. Moonchild (Second Seal) (5:39) 4. Psychonaut Lib. I (4:21) 5. For Her Light (Two) (4:16) 6. Submission (Non-Resistance) (5:01) 7. Sumerland (Dreamed Version) (8:33) 8. In Every Dream Home A Heartache (7:38) 9. Blue Water (Hotwire) (6:14) 10. Moonchild (Unsealed) (5:54) 11. (Dead But Dreaming) For Her Light (5:45) 12. Psychonaut Lib. II (4:11) 13. Psychonaut Lib. IV (9:17) Gesamtspieldauer: 1:17:09
Dass die Platte „Singles & Mixes“ der Fields Of The Nephilim ein Kompilationsalbum ist, sagt bereits der Titel aus. Im November des Jahres 2013 wurde die Scheibe auf dem Label Beggars Banquet Records veröffentlicht. Darauf sind, wie der Name ebenfalls mitteilt, die Single-Veröffentlichungen der Band enthalten, allerdings neu abgemischt in Form von Remixen.
Solch eine Platte benötigt man als Fan, wenn sich darauf kein Neues Material befindet, überhaupt nicht. Hier soll einem nun durch diverse Remixe der Kauf schmackhaft gemacht werden. Doch dies ist auch eine kleine Mogelpackung, denn so sehr unterscheiden sich diese neuen Abmischungen gar nicht vom Original. Um eine Übersicht über das Werk der Fields Of The Nephilim zu erhalten, eignet sich diese Zusammenstellung durchaus. Man muss sich allerdings die Frage stellen, warum solch ein Album dann nicht mit den Original-Titeln veröffentlicht wird.
Die hierauf zu hörende Musik weiß allerdings durchaus zu überzeugen. Dunkler Gothic Rock ist auf „Singles & Mixes“ zu hören, der sehr gut rockt und immer mitzureißen versteht. Die Qualität der einzelnen Stücke ist dabei auch durchaus gelungen, Ausreißer nach unten gibt es keine zu beklagen – alles wirkt. Man legt die Scheibe auf und taucht ein, in die sehr düstere Atmosphäre der Fields Of The Nephilim und es ist zu hoffen, dass zumindest draußen die Sonne scheint.
Fazit: Auf „Singles & Mixes“ hört man gut gemachten Gothic Rock, der die Fans begeistern wird. Oder doch eher verärgern, da diese Stücke hier keinen Mehrwert enthalten, weil sie bereits auf den regulären Alben enthalten sind und diese „Remixe“ auch keinen zusätzlichen Spaß verursachen? Egal. Zum Reinhören in die Musik der Band geeignet, ansonsten absolut obsolet. Musikalisch gesehen, zehn Punkte.
Fields Of The Nephilim – Earth Inferno Besetzung: Carl McCoy – lead vocals Tony Pettitt – bass Paul Wright – lead guitar Peter Yates – rhythm guitar Alexander "Nod" Wright – drums Paul Chousmer – keyboards Label: Beggars Banquet Records Erscheinungsdatum: 1991 Stil: Gothic Rock, Live Trackliste: 1. Intro (Dead But Dreaming) …For Her Light …At The Gates Of Silent Memory (Paradise Regained) (16:11) 5. Moonchild (5:25) 6. Submission (7:41) 7. Preacher Man (4:51) 8. Love Under Will (6:17) 9. Sumerland (8:28) 10. Last Exit For The Lost (10:18) 11. Psychonaut (9:06) 12. Dawnrazor (9:10) Gesamtspieldauer: 1:17:31
Auf ihrem ersten Live-Album mit dem Titel „Earth Inferno“, schaffen es die Fields Of The Nephilim gar nicht mal so gut, die Live-Atmosphäre eines Konzertes über die Schallplatte beziehungsweise die CD zu transportieren – trotzdem lohnt sich diese Scheibe. Und sie lohnt sich immer dann, wenn man als Hörerin oder Hörer auf Gothic Rock oder aber auf fast schon meditativen Rock steht. Die Platte besteht aus Liedern der ersten drei Studioalben und wurde erweitert um die Nummer „Preacher Man“, die dann auch auf der erweiterten CD-Ausgabe des ersten Albums, „Dawnrazor“, zu hören ist – nicht jedoch auf der Platten-Veröffentlichung dieser Scheibe. Schließlich gibt es hier auch noch den Titel „Psychonaut“ zu hören, der ebenfalls auf keinem Album zu hören war und auch auf den Wiederveröffentlichungen bisher keine Beachtung fand.
Die Musik auf dieser Scheibe gibt kein einzelnes Konzert wieder, sondern wurde aus drei Konzerten der „Sumerland Tour“ des Jahres 1990 zusammengesetzt. Diese Konzerte fanden statt am 4. August im Wolverhampton Civic Centre, in der Brixton Academy am 6. Oktober sowie in der Hamburger Sporthalle am 6. November 1990. Das Album wurde schließlich im April 1991 auf Beggars Banquet Records veröffentlicht und erreichte zumindest in England Platz Nummer 39 der Charts.
Zu hören ist auf „Earth Inferno“ Gothic Rock vom Feinsten. Dunkel, rockig, melodiös und ins Ohr gehend, vibrierend, immer wieder begeisternd und in den langen Instrumentalpassagen durchaus auch mal meditativ klingend. Wer auf düstere und lange rhythmische Abschnitte in der Musik steht, wird begeistert sein. Vielleicht übertreibt es Sänger Carl McCoy an der ein oder anderen Stellen mal, wenn es wirklich sehr danach klingt, dass hier gerade ein Untoter seine Weisen zum Besten gibt, jedoch passt selbst das irgendwie perfekt zur Musik von Fields Of The Nephilim auf dieser Live-Platte. Allerdings ist natürlich gerade der Umstand der Live-Musik wieder mit einem kleinen Makel behaftet, wenn ein Live-Album aus mehreren Konzerten zusammengesetzt wurde. An der Tatsache, dass es sich bei „Earth Inferno“ um eine Platte handelt, die musikalisch absolut überzeugen kann, ändert dieser Umstand jedoch nichts.
Fazit: Eine wahrlich gelungenes Live-Album ist den Fields Of The Nephilim mit „Earth Inferno“ gelungen. Es ist dabei nicht die Live-Atmosphäre selbst, die hier großartig zu überzeugen weiß. Applaus hört man lediglich am Anfang und am Ende der Lieder, von einer Live-Stimmung bekommt man also nur relativ wenig mitgeliefert. Es ist die Musik selbst, die sehr kraftvoll aus den Boxen quillt. Allzu viel Abwechslung darf man da bei den Titeln der Fields Of The Nephilim jedoch nicht erwarten. Ganz im Gegenteil sogar, es ist eher eine fast schon monotone Redundanz, die die Stücke der Band hier so überzeugend und fast schon meditativ werden lässt. Auch auf Rock der etwas härteren Sorte sollte man stehen, um die Musik der Engländer wirklich genießen zu können. Ist dem so, steht dem Hörerlebnis nichts mehr im Wege. Elf Punkte.
Anspieltipps: Preacher Man, Last Exit For The Lost, Psychonaut
Fields Of The Nephilim – Elizium Besetzung: Carl McCoy – vocals Tony Pettitt – bass guitar Paul Wright – guitar Alexander "Nod" Wright – drums Peter Yates – guitar Gastmusiker: Jon Carin – additional keyboards Label: Beggars Banquet Records Erscheinungsdatum: 1990 Stil: Gothic Rock Trackliste: 1. (Dead But Dreaming) (1:30) 2. For Her Light (3:01) 3. At The Gates Of Silent Memory (8:25) 4. (Paradise Regained) (2:30) 5. Submission (8:29) 6. Sumerland (What Dreams May Come) (11:09) 7. Wail Of Sumer (6:25) 8. And There Will Your Heart Be Also (7:43) Bonus Tracks der remasterten Albumveröffentlichung: 9. Psychonaut (Lib III) (9:14) 10. Submission Two (The Dub Posture) (4:18) 11. Sumerland (Single Version) (4:19) Gesamtspieldauer: 1:07:08
„Elizium” heißt das dritte Studio-Album der englischen Gothic Rock Band Fields Of The Nephilim. Im September 1990 wurde die Platte auf dem Label Beggars Banquet veröffentlicht. Und auch auf dieser dritten Scheibe können die fünf Musiker mit ihrer Musik überzeugen. Dabei sind die Lieder ein wenig ruhiger geworden, was den düsteren Eindruck, den man bei einem Album der Fields Of The Nephilim automatisch erhält, noch ein wenig dunkler werden lässt.
Mit dem Titel „(Dead But Dreaming)“ startet „Elizium” sehr sphärisch und fast schon mystisch. Alles scheint irgendwie unheimlich zu sein oder sich zumindest nicht hin zum Guten zu entwickeln. Diese Klanggebilde nachts im Wald gehört, dürfte einige Menschen in den Wahnsinn treiben – vor Angst. Der Übergang zu „For Her Light“ geschieht dann sehr abrupt. Jetzt sind die Fields Of The Nephilim plötzlich eine Rock-Band, die ihr Lied nach vorne peitscht. Und wieder praktisch übergangslos, geht die Musik in die Nummer „At The Gates Of Silent Memory“ über.
Jetzt wird die Musik der Band wieder sehr viel getragener, wirkt erneut deutlich dunkler, dichter und ist ganz im Genre des Gothic Rock beheimatet. Langsam entwickeln sich hier die Klanggebäude, unterfüttert von der tiefen und fast schon mit sonor zu umschreibenden Stimme des Carl McCoy. Wahrlich intensiv und gelungen. Und natürlich muss es wieder so sein, dass die Musik erneut ansatzlos in einen neuen, nun wieder rockigen Titel übergeht: „(Paradise Regained)“. Doch im Anschluss daran kommt es erstmals zu etwas Ruhe, einer Verschnaufpause zwischen den einzelnen Liedern, der Titel wird gegen Ende seiner Laufzeit sanft ausgeblendet.
Mit „Submission“ folgt nun eine ebenfalls sehr überzeugende Nummer, die diese sphärischen sowie rockigen Abschnitte in sich vereinigt. Immer wieder gibt es da atmosphärische Wechsel zu hören, in denen die Musik einen zuerst sanft umgarnt, um dann wieder Fahrt aufzunehmen, zu rocken, Hörerin sowie Hörer mitnimmt und mitreißt auf einer rasanten musikalischen Fahrt, die aus weiten und befriedeten Ebenen, genauso wie aus steilen und zerklüfteten Gebirgsmassiven zu bestehen scheint. Auch der sich anschließende Titel „Sumerland (What Dreams May Come)“ ist ähnlich aufgebaut. In diesem gibt es ebenfalls nacheinander und sich abwechselnd, die mehr atmosphärischen und etwas rockigeren Abschnitte zu hören. Allerdings ist bei diesem Stück die Grundstimmung allgemein deutlich mehr nach vorne gerichtet, treibender und auch ein wenig aggressiver.
Mit den beiden Liedern „Wail Of Sumer“ und „And There Will Your Heart Be Also” folgen dann die atmosphärischen Höhepunkte auf „Elizium”. Jetzt versetzen Fields Of The Nephilim ihre Hörerinnen und Hörer endgültig in eine hypnotische Stimmung. Beide Titel, die ebenfalls wieder ineinander übergehen, sind atmosphärisch unfassbar dicht. Dunkel, sehr dunkel ist die Musik der Gothic Rocker nun geworden. Ein redundanter Bass-Lauf spielt den Untergrund, die Unterlage, auf der sich der Gesang des Carl McCoy sowie fast schon entrückte Gitarrenklänge entwickeln können. Eingefasst wird dies alles durch einen sanften, sehr unaufdringlichen Keyboard-Klangteppich. Musik, die einen packt, die düster und gleichzeitig melodiös ist, für die man sich Zeit nehmen muss, sie zu genießen, da sie ihre Wirkung sonst unmöglich entfalten kann.
Der remasterten Ausgabe des Albums wurden noch drei Titel hinzugefügt, die sich ebenfalls lohnen gehört zu werden. Vor allen Dingen das rockige „Psychonaut (Lib III)“ steht den original auf der Platte vorhandenen Titeln in nichts nach und ist eine sehr lohnende Bereicherung für die Scheibe.
Fazit: Fields Of The Nephilim machen keine Musik, die man mal so nebenbei hören kann. Nun, man könnte dies sicher, jedoch würden die Lieder der Band dann weit weniger diese Magie ausstrahlen können, die in ihnen steckt. Auch auf „Elizium”, dem dritten Album der britischen Band, hört man sehr überzeugenden Gothic Rock, der ins Ohr geht, zum einen hypnotisch, dann zum anderen jedoch wieder rockig und mitreißend klingt. Sicherlich ist die Musik der Fields Of The Nephilim keine Musik, die in der breiten Masse gehört werden wird – dies auch niemals wurde. Wer jedoch auf das Außergewöhnliche steht, mit ellenlangen, sich nicht allzu sehr verändernden Lieder keine Berührungsängste hat und einfach mal hören möchte, wie so eine Mischung aus Klaus Schulze und einer Hard Rock Band klingen könnte, die oder der ist mit „Elizium” von den Fields Of The Nephilim sehr gut bedient. Zwölf Punkte.
Anspieltipps: At The Gates Of Silent Memory, Wail Of Sumer, And There Will Your Heart Be Also
Fields Of The Nephilim – The Nephilim Besetzung: Carl McCoy – vocals Peter Yates – guitar Paul Wright – guitar Tony Pettitt – bass Alexander Wright – drums Label: Beggars Banquet Records Erscheinungsdatum: 1988 Stil: Gothic Rock Trackliste: 1. Endemoniada (7:15) 2. The Watchman (5:31) 3. Phobia (3:37) 4. Moonchild (5:40) 5. Chord Of Souls (5:08) 6. Shiva (4:50) 7. Celebrate (6:25) 8. Love Under Will (7:31) 9. Last Exit For The Lost (9:47) Bonus Track der remasterten Albumveröffentlichung: 10. Celebrate (Second Seal) (7:53) Gesamtspieldauer: 1:03:41
„The Nephilim“ ist das zweite Studioalbum der englischen Gothic Rock Band Fields Of The Nephilim und erschien im September 1988 auf dem Label Beggars Banquet Records. Diese Scheibe wäre ein sehr gutes Beispiel dafür, möchte man jemanden von der Qualität und Klasse des Gothic Rocks überzeugen wollen. Denn „The Nephilim“ ist absolut gelungen und begeisternd. Die Atmosphäre, die hier vermittelt und transportiert wird, ist mächtig dunkel und schaurig. Das alles wird verpackt in deftigem, zum Teil auch hartem Rock, macht diese Scheibe so überaus hörenswert. Eher schaurig sind dagegen die Texte gehalten, in denen man schmalzige Liebesschwüre oder Anwandlungen von Liebeskummer selbstverständlich vergebens sucht. Sehr viel eher kann man hier kleinen Horrorgeschichten lauschen und sich ein wenig gruseln.
Dieser dichte Klang der Gitarren, dazu der gruselig schöne Gesang des Carl McCoy machen diese Platte zum einem Höhepunkt im Genre des Gothic Rock. Die einzelnen Stücke rocken dabei, gehen zudem auch ins Ohr oder versetzten einen durch Mantra-artige Redundanzen einzelner Akkorde oder Abschnitte in ein musikalisches Nirwana. Alles scheint in der Musik der Fields Of The Nephilim auf „The Nephilim“ in Bewegung zu sein, scheint zu vibrieren und zu pulsieren. Das klingt nicht selten mitreißend, mystisch und magisch, manches Mal auch durchaus etwas unheimlich.
Einzelne Lieder dabei hervorzuheben, fällt einem fast schwer, da die Stücke allesamt über eine hohe Qualität verfügen und im Grunde genommen kein Titel großartig gegenüber dem anderen qualitativ abfällt. Es werden also immer nur Nuancen sein, die einen eher dieses oder eher jenes Stück bevorzugen lassen. Mir persönlich haben es da die Nummern „The Watchman“, „Celebrate“ und „Love Under Will“ angetan. „The Watchman“ ging mir dabei sofort ins Ohr, wohingegen „Celebrate“ ein wenig aus der Reihe fällt, da es eines der eher raren ruhigen Lieder der Scheibe darstellt, sich jedoch ebenfalls schnell beim Hörer festzusetzen versteht. „Love Under Will“ überzeugt hingegen durch seine Abwechslung, da die Musiker hier mit verschiedenen Intensitäten innerhalb des Stückes spielen, was ebenfalls sehr überzeugend klingt.
Fazit: „The Nephilim“ von Fields Of The Nephilim ist eines der überzeugendsten Gothic Rock Platten überhaupt geworden. Mit jedem Mal des Hörens verstärkt sich dieser Eindruck noch. Sehr intensive und dunkle Musik gibt es hier zu hören, die rockt und ins Ohr geht. Ein dichter und voller Sound prägt zudem die Lieder der Scheibe, die durch den dominierenden Gitarreneinsatz zusätzlich etwas Besonderes in der Musik der 80er Jahre darstellt. So gibt es hier auch völlig andere Texte zu hören, die eben nicht von Liebe und Eifersucht handeln. Eine wirklich überzeugende Platte. Zwölf Punkte.
Anspieltipps: The Watchman, Celebrate, Love Under Will
Fields Of The Nephilim – Dawnrazor Besetzung: Carl McCoy – vocals Peter Yates – guitar Paul Wright – guitar Tony Pettitt – bass Alexander Wright – drums Label: Beggars Banquet Records Erscheinungsdatum: 1987 Stil: Gothic Rock Trackliste: 1. Intro (The Harmonica Man) (2:01) 2. Slow Kill (3:45) 3. Volcane (Mr. Jealousy Has Returned) (5:04) 4. Vet For The Insane (7:03) 5. Dust (4:22) 6. Reanimator (2:58) 7. Dawnrazor (7:08) 8. The Sequel (3:16) Bonus Tracks der remasterten Albumveröffentlichung: 9. Power (4:39) 10. Secrets (3:37) 11. Tie Tower (5:41) 12. Laura II (4:41) 13. Preacher Man (4:53) 14. Blue Water (4:46) Gesamtspieldauer: 1:04:02
Fields Of The Nephilim ist eine englische Gothic Rock Band, die 1984 gegründet wurde und 1987 ihr erstes Studioalbum veröffentlichte. Dieses heißt „Dawnrazor“ und erschien auf dem Label Beggars Banquet Records. Obwohl Fields Of The Nephilim niemals allzu großer Erfolg mit ihrer Musik zuteil wurde, so gilt die Band doch auch mit als eine der Wegbereiter des Gothic Rock, der viele weitere Bands und Solo-Künstler beeinflusste.
Die Musik von Fields Of The Nephilim ist, wie nicht anders zu erwarten war bei diesem musikalischen Genre, sehr düster, klingt oftmals nach Weltuntergang und ist dabei allerdings immer rockig gehalten. Diese Atmosphäre wird bestens unterstützt durch den Gesang des Carl McCoy, der mitunter so klingt, als sei er gerade direkt der Gruft entstiegen. Allerdings können die Jungs auf „Dawnrazor“ auch nicht ihr Interesse oder ihre Wertschätzung an beziehungsweise von Italo Western und dem Genre des Horrorfilms verbergen. Ennio Morricones „Harmonica Man“ hört man sofort im ersten Titel in nur leicht veränderter Form. Und auch die Spieluhr aus „Für ein paar Dollars mehr“ hat am Ende von „Vet For The Insane“ ihren Einsatz. Dazu gibt es noch jede Menge Geräusche, die dann allerdings aus diversen Horror-Streifen zu stammen scheinen.
Die Musik ist ansonsten, wie bereits erwähnt, dunkel und rockig gehalten. Dabei legen die fünf Musiker allerdings großen Wert auf die Eingängigkeit der Titel. Auch wenn hier viel nach Verfall, Tod und Siechtum klingt, so geht die Musik doch schnell ins Ohr und manches Mal kommt man gar nicht umhin auch mit dem Fuß ein wenig mitzuwippen. Textlich gesehen hört man hier nichts von der Liebe. Eher das Gegenteil ist angesagt, was in dem ganzen Liebesliedeinheitsbrei zumindest mal eine kleinere Auflockerung darstellt. Mitunter stießen die Fields Of The Nephilim allerdings auf Kritik dergestalt, dass ihnen nachgesagt wurde, die sehr viel erfolgreicheren Sisters Of Mercy zu stark zu kopieren. Das hier eine gewisse stilistische Ähnlichkeit vorhanden ist, kann wohl auch nicht wegdiskutiert werden, nach einer Kopie der Sisters Of Mercy klingen die Fields Of The Nephilim in meinen Ohren allerdings nicht.
Auf der remasterten Albumfassung gibt es noch sechs Lieder als Zugabe, die von zuvor veröffentlichten EPs stammen und sich qualitativ nahtlos an die Lieder der offiziellen Albumausgabe anpassen. Dieses Mal also eine sehr gelungene Zugabe, die mal nicht nur aus einem langweiligen Demo besteht.
Fazit: Die Gothic Rock Band Fields Of The Nephilim brachte mit „Dawnrazor” ihr erstes Album auf dem Markt, was durch diverse Filme beeinflusst wurde, deren musikalische Themen hier auch aufgegriffen werden. Die Musik der Band klingt auf „Dawnrazor” rockig, allerdings auch dunkel und schwermütig. Freunde, die auf „schwarzen“ Rock stehen, dürften diese Platte lieben, aber auch für alle anderen kann diese Scheibe durchaus eine gelungene Abwechslung darstellen – zumindest dann, wenn sie sich nicht mehr an Geister und Gespenster glauben. Neun Punkte.
Anspieltipps: Slow Kill, Vet For The Insane, Reanimator