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Donnerstag, 17. Februar 2022

Star One – Revel In Time

 



Star One – Revel In Time


Besetzung:

Arjen Lucassen – guitars, bass, keyboards and vocals
Ed Warby – drums
Erik van Ittersum – solina strings
Marcela Bovio – backing vocals
Irene Jansen – backing vocals


Gastmusiker:

Brittney Slayes – vocals "Fate Of Man"
Russell Allen – vocals "28 Days"
Michael Mills – vocals "Prescient"
Ross Jennings – vocals "Prescient"
Jeff Scott Soto – vocals "Back From The Past"
Brandon Yeagley – vocals "Revel In Time"
Joe Lynn Turner – vocals "The Year Of '41"
Will Shaw – vocals "The Year Of '41"
Damian Wilson – vocals "Bridge Of Life"
Dan Swanö – vocals "Today Is Yesterday"
Floor Jansen – vocals "A Hand On The Clock"
John Jaycee Cuijpers – vocals "Beyond The Edge Of It All"
Roy Khan – vocals "Lost Children Of The Universe"
Hellscore Choir – choir "Lost Children Of The Universe"
Michael Romeo – guitar "Fate Of Man"
Timo Somers – guitar "28 Days"
Ron "Bumblefoot" Thal – guitar "Back From The Past"
Adrian Vandenberg – guitar "Revel In Time"
Joel Hoekstra – guitar "The Year Of '41"
Jens Johansson – keyboards "The Year Of '41"
Marcel Singor – guitar "Today Is Yesterday"
Lisa Bella Donna – keyboards "Today Is Yesterday"
Joost van den Broek – organ "A Hand On The Clock"
Steve Vai – guitar "Lost Children Of The Universe"




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Metal, Progmetal


Trackliste:

CD1:

1. Fate Of Man (5:29)
2. 28 Days (Till The End Of Time) (7:21)
3. Prescient (6:34)
4. Back From The Past (4:50)
5. Revel In Time (4:37)
6. The Year Of ‘41 (6:20)
7. Bridge Of Life (5:13)
8. Today Is Yesterday (5:46)
9. A Hand On The Clock (5:52)
10. Beyond The Edge Of It All (4:52)
11. Lost Children Of The Universe (9:46)

CD2 (wie CD1 nur mit anderer Sängerin / anderem Sänger):

1. Fate Of Man (vocals: Marcela Bovio) (5:29)
2. 28 Days (Till The End Of Time) (vocals: John Jaycee Cuijpers) (7:21)
3. Prescient (vocals: Will Shaw) (6:34)
4. Back From The Past (vocals: John Jaycee Cuijpers) (4:50)
5. Revel In Time (vocals: John Jaycee Cuijpers) (4:37)
6. The Year Of ‘41 (vocals, keyboards: Alessandro Del Vecchio) (6:20)
7. Bridge Of Life (vocals: Wilmer Waarbroek) (5:13)
8. Today Is Yesterday (vocals: Arjen Lucassen) (5:46)
9. A Hand On The Clock (vocals: Marcela Bovio, Irene Jansen) (5:52)
10. Beyond The Edge Of It All (vocals: Mike Andersson) (4:52)
11. Lost Children Of The Universe (vocals: Tony Martin) (9:46)

Gesamtspieldauer CD1 (1:06:43) und CD2 (1:06:43): 2:13:26



Den Niederländer Arjen Lucassen kennen die meisten eher von seinem Bandprojekt Ayreon. Dort ist die Veröffentlichungsrate auch deutlich höher, als mit seiner zweiten Band Star One. Hier erschienen bisher die zwei Alben „Space Metal“ (2002) sowie „Victims Of The Modern Age“ (2010). Nun also ein drittes Studioalbum mit dem Titel „Revel In Time“. Zwar stellen die Star One Alben keine Rockopern mit Handlung wie die Ayreon-Veröffentlichungen dar, allerdings bearbeiten sie doch auch immer ein ganz bestimmtes Thema. Mit Star One lebt Arjen Lucassen seine Liebe zum Kino aus. So waren auf „Space Metal“ alle Stücke von Filmen inspiriert, die im Weltraum spielen wie zum Beispiel „Alien“. Auf dem zweiten Star One-Album „Victims Of The Modern Age“ basieren alle Stücke auf apokalyptischen, dystopischen Filmen wie „A Clockwork Orange“. Und nun bei „Revel In Time“ ließ sich Arjen Lucassen von Filmen inspirieren, die sich Manipulationen der Zeit, mit Zeitreisen beschäftigen. So entstammt der Albumtitel auch dem Film „Blade Runner“.

Musikalisch lehnt sich „Revel In Time“ durchaus an die vorherigen Star One-Alben an. Man hört auf diesem dritten Album sehr viel mehr rifflastigen Metal, als zum Beispiel auf einem Ayreon-Album. Es wird ordentlich gerockt auf „Revel In Time“. Arjen Lucassen besitzt dabei allerdings das Gespür für die eingängige Melodie, die sofort, gleich beim ersten Mal des Hörens zu überzeugen versteht. Alles klingt sehr schnell sehr vertraut und mit jedem weiteren Durchlauf noch ein bisschen eingängiger.

Durch die Verbindung der eingängigen Melodien, dem harten Rock und den sehr abwechslungsreichen Gesängen erklingt „Revel In Time“ an mancher Stelle fast wie eine Mischung aus Musical und Metal. Vierzehn verschiedenen Sängerinnen beziehungsweise Sängern darf man auf dem Album lauschen und durch wahrlich gut arrangierte mehrstimmige Gesangspassagen wirkt das Gehörte nochmals abwechslungsreicher. Zu kompliziert oder experimentell ist die Musik dadurch allerdings nicht. Natürlich hört man viele atmosphärische Wechsel und auch mal einen etwas krummeren Takt, zuallermeist bewegt sich die Musik von Star One allerdings auf ganz sicherem, für alle Hörerinnen und Hörer eingängigen Terrain. ProgMetal ist das lediglich in sehr leichten Ansätzen, was man auf „Revel In Time“ zu hören bekommt.

Die zwei CDs enthalten exakt dieselbe Musik, lediglich die Sängerinnen beziehungsweise Sänger wechseln hier. Das wiederum ist ein ganz interessanter Ansatz und spannend, wenn man beide Versionen hintereinander hört. Nicht immer ist der Unterschied sehr groß, doch manchmal weiß man sehr schnell, welche Version mit welchem Gesang der eigene Favorit ist.

Fazit: Arjen Lucassen ist einmal mehr musikalisch sehr aktiv. Dieses Mal bei Star One. Härter klingt die Musik, als bei Ayreon, doch die Eingängigkeit, die packende Melodie, die verliert der Niederländer auch auf „Revel In Time“ nicht aus den Augen oder aus dem Ohr? Unterhaltsam klingt das, wirklich neu allerdings nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Prescient, Lost Children Of The Universe



Freitag, 7. Mai 2021

Kayak – Out Of This World




Kayak – Out Of This World


Besetzung:

Ton Scherpenzeel – keyboards, lead and backing vocals
Bart Schwertmann – lead and backing vocals
Marcel Singor – guitar, lead and backing vocals
Kristoffer Gildenlöw – bass, lead and backing vocals
Hans Eijkenaar – drums




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Out Of This World (6:08)
2. Waiting (4:04)
3. Under A Scar (6:29)
4. Kaja (3:15)
5. Mystery (3:57)
6. Critical Mass (7:10)
7. As The Crow Flies (4:09)
8. The Way She Said Goodbye (3:17)
9. Traitor’s Gate (3:19)
10. Distance To Your Heart (4:19)
11. Red Rag To A Bull (4:17)
12. One By One (4:15)
13. A Writer’s Tale (9:29)
14. Cary (2:58)
15. Ship Of Theseus (3:42)

Gesamtspieldauer: 1:10:53



Das bereits achtzehnte Studioalbum der niederländischen Band Kayak stellt „Out Of This World“ dar. Nachdem Bandleader und letztes verbliebenes Gründungsmitglied Ton Scherpenzeel Ende 2019 einen Herzinfarkt erlitten hatte und die beginnende Pandemie sowieso keine Touren mehr erlaubte, konzentrierte sich die Band darauf neues Material einzuspielen. Fünfzehn neue Titel gibt es auf „Out Of This World“ zu hören, die allesamt Ton Scherpenzeel komponierte. Lediglich bei der Nummer „Traitor’s Gate“ bekam er Unterstützung durch Schlagzeuger Hans Eijkenaar.

„Out Of This World“ klingt sehr abwechslungsreich, was nicht nur an der Musik selbst liegt. Lead-Sänger Bart Schwertmann ließ bei insgesamt fünf Titeln die Kollegen ans Mikrophon. Drei davon wurden durch Marcel Singor eingesungen. Doch auch Kristoffer Gildenlöw durfte mal ran und bei „Ship Of Theseus“ hört man Ton Scherpenzeel sogar höchstpersönlich. Sicherlich ein zusätzliches Stilmittel, um die Vielfältigkeit eines Albums zu unterstreichen, Bart Schwertmanns Gesang klingt dabei allerdings doch am Überzeugendsten.

Die Musik von Kayak deckt auf „Out Of This World“ mit den musikalischen Genres von Pop über Rock und Mainstream, bis hin zu Art Rock mit progressiven Ausflügen eine sehr große Bandbreite ab. Solch Pop-Liedchen wie „Cary“ sind dabei glücklicherweise die Ausnahme und dauern in diesem Fall auch lediglich weniger als drei Minuten. Eingängig klingt die Musik von Kayak auf „Out Of This World“ immer und solch eine Rock-Nummer wie „Waiting“ entwickelt sich bereits beim ersten Mal des Hörens zum Ohrwurm, dessen „Oh-Oh-Oh“ alle Fans auf den hoffentlich bald folgenden Konzerten mitgrölen werden.

Doch noch interessanter klingt da schon der vielschichtige Opener und gleichzeitig das Titellied „Out Of This World“. Spannender Aufbau und diverse Wendungen, gelungene Breaks und toll arrangierter mehrstimmiger Gesang prägen dieses Lied. Hier sind Kayak ihren progressiven Wurzeln noch mal ganz nah. Ebenfalls sehr lohnenswert lässt sich dem deutlich ruhigeren, atmosphärisch dichten und zunächst fast getragen klingenden „Under A Scar“ lauschen. Allerdings entwickelt sich auch dieses Lied in rockigere Gefilde, lebt von der Abwechslung und weist gegen Ende sogar leichte Musical-Anleihen auf – ohne, dass ich die Skip-Taste drücken müsste.

Wunderschöne Keyboardläufe bekommt man mit „Critical Mass“ serviert. Gegen Ende schmettert Bart Schwertmann seine Botschaft irgendwo zwischen Pathos und Verzweiflung in das Mikrophon. Schließlich soll an dieser Stelle auch noch das längste Stück des Albums Erwähnung finden. „A Writer’s Tale“ besteht ebenfalls aus geschickt miteinander verwobenen Abschnitten, die die Spannung hochhalten, da immer wieder neue Wege eingeschlagen werden. Auch hier ist die Nähe zum Musical gegeben, doch den letzten Schritt in diese Richtung vermeiden die Holländer dann glücklicherweise doch noch.

Fazit: Kayak unterhält auf „Out Of This World“. Das Album gehört zu den guten Scheiben der Holländer. Die Musik klingt abwechslungsreich und jederzeit melodiös und eingängig. Wer auf die melodiöse Ausrichtung des Art Rock bis Neo Prog steht, gewürzt mit etwas Pop und Rock, wird mit der Scheibe sicherlich Spaß haben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Out Of This World, Critical Mass



Donnerstag, 25. Februar 2021

Anneke Van Giersbergen – The Darkest Skies Are The Brightest

 



Anneke Van Giersbergen – The Darkest Skies Are The Brightest




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Agape (4:09)
2. Hurricane (3:57)
3. My Promise (4:27)
4. I Saw A Car (3:39)
5. The Soul Knows (3:52)
6. The End (4:19)
7. Keep It Simple (3:56)
8. Lo And Behold (2:50)
9. Losing You (3:41)
10. Survive (3:46)
11. Love You Like I Love You (3:12)

Gesamtspieldauer: 41:51



„The Darkest Skies Are The Brightest“ ist das bereits 23. Album an dem die Niederländerin Anneke van Giersbergen beteiligt ist und ihr sechstes Soloalbum. „The Darkest Skies Are The Brightest“ erscheint am 26. Februar 2021 auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Die Musik der Anneke van Giersbergen klingt auf ihrem neuen Soloalbum deutlich weniger rockig als bei ihrer früheren Band The Gathering oder ihren Beteiligungen bei Ayreon. Und schon gar nichts gemein haben die Lieder mit jener ihrer neuen Band „Vuur“, die eher im Progressive Metal beheimatet ist.

Hauptsächlich akustische Instrumente kommen auf „The Darkest Skies Are The Brightest“ zum Einsatz. Selbstverständlich die akustische Gitarre sowie viele Streicher und Bläser. Allein diese Instrumentierung ebnet bereits den Weg für sanfte Melodien, die eingängig aus den Boxen zu schweben scheinen. Doch es ist der wunderschöne Gesang der Anna Maria van Giersbergen, wie die Musikerin mit vollem Namen heißt, der dieser Musik noch mehr Leben einhaucht und sie noch eingängiger und einnehmender klingen lässt. Ab und an erinnert der Gesang der Niederländerin dabei ein wenig an jenen der Annie Haslam von Renaissance. Nicht immer, doch manchmal durchaus.

Eingängige Melodien gibt es auf „The Darkest Skies Are The Brightest“ zu hören. Melodien, die sich in den musikalischen Genres Pop und Folk bewegen und sehr schnell ins Ohr gehen. Die einzelnen Lieder sind allesamt im selben, sanften Stil gehalten und können ohne Ausfall überzeugen. Am gelungensten klingen in meinen Ohren die beiden Lieder „Hurricane“ sowie „My Promise“, bei denen der Gesang der Anneke van Giersbergen besonders gut zur Geltung kommt.

Fazit: Ein sanftes, ruhiges und durchaus auch nachdenkliches Album ist der Anneke van Giersbergen mit „The Darkest Skies Are The Brightest“ gelungen. Wer auf leicht melancholische Töne steht, die immer in Verbindung mit wunderschönen Melodien erklingen und dabei vom klaren Gesang der Anneke van Giersbergen begleitet werden, der oder dem sei dieses Album empfohlen. Musik für die stillen Stunden des Tages, Musik zum Träumen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hurricane, My Promise



Dienstag, 12. März 2019

Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus




Focus – The Best Of Focus / Hocus Pocus


Besetzung:

Ohne weitere Angaben


Gastmusiker:

Ohne weitere Angaben


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Hocus Pocus (6:42)
2. Anonymus (6:35)
3. House Of The King (2:51)
4. Focus (9:46)
5. Janis (3:08)
6. Focus II (4:04)
7. Tommy (3:24)
8. Sylvia (3:30)
9. Focus III (6:05)
10. Harem Scarem (5:52)
11. Mother Focus (3:06)
12. Focus IV (3:57)
13. Bennie Helder (3:30)
14. Glider (4:41)
15. Red Sky At Night (5:48)
16, Hocus Pocus (U.S. Single Version) (3:24)

Gesamtspieldauer: 1:16:31




Mit dem im Jahr 1993 auf dem Plattenlabel Red Bullet veröffentlichten Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ erhält man eine schöne Übersicht über das musikalische Schaffen der niederländischen Progressive Rock Band Focus in ihren früheren Jahren. Progressive Rock und jazzige Elemente sind in der Musik von Focus zu hören, die hier entsprechend präsentiert wird.

Die Liedauswahl kann dabei als durchaus gelungen angesehen werden, fast ausschließlich wurden die stärkeren Titel der Band dieser Zusammenstellung hinzugefügt. Und wenn man dann doch die eine oder andere Nummer wirklich nicht mag, ist das wohl eher dem persönlichen Geschmack geschuldet. Füllmaterial enthält „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ nämlich nicht, auch wenn nicht alles darauf zu überzeugen weiß…. Aber das hatten wir bereits.

Fazit: Wer lediglich an den Höhepunkten der ersten Jahre der niederländischen Band Focus interessiert ist, die oder der wird mit dem Kompilationsalbum „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ bestens bedient. Kenner der Band werden sicherlich die Titelzusammenstellung diskutieren und den einen oder anderen Titel vermissen, dafür wiederum ein anderes, enthaltenes Lied als überflüssig ansehen. Doch auch dies ist lediglich Geschmackssache. Nach dem Hören von „The Best Of Focus / Hocus Pocus“ weiß man, wie die Band klingt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hocus Pocus, Janis, Focus III



Dienstag, 26. Februar 2019

Within Temptation – The Unforgiving




Within Temptation – The Unforgiving


Besetzung:

Sharon den Adel – vocals
Robert Westerholt – guitars
Ruud Jolie – guitars
Martijn Spierenburg – keyboards
Jeroen van Veen – bass guitar


Gastmusiker:

Nicka Hellenberg – drums
Stefan Helleblad – additional guitars
Dawn Mastin – spoken words on tracks 1 and 6
Franck van der Heijden – choir and orchestral arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 2011


Stil: Symphonic Metal


Trackliste:

1. Why Not Me (0:34)
2. Shot In The Dark (5:02)
3. In The Middle Of The Night (5:11)
4. Faster (4:24)
5. Fire And Ice (3:57)
6. Iron (5:41)
7. Where Is The Edge (3:59)
8. Sinéad (4:23)
9. Lost (5:14)
10. Murder (4:16)
11. A Demon’s Fate (5:30)
12. Stairway To The Skies (5:32)

Gesamtspieldauer: 53:47




„The Unforgiving“ heißt das fünfte Studioalbum der niederländischen Symphonic Metal Band Within Temptation. Es wurde am 25. März 2011 ursprünglich auf Roadrunner Records veröffentlicht, später erschien das Album auf dem Plattenlabel Columbia Records. Die Platte ist ein Konzeptalbum und Teil eines transmedialen Storytelling-Projekts, zu dem auch vier Comic-Kurzfilme veröffentlicht wurden. Als Singles wurden die Lieder „Faster“, „Sinéad” und „Shot In The Dark” ausgekoppelt. „The Unforgiving“ erreichte Platz sieben der deutschen Charts und konnte sich mit Platz 50 auch in den Billboard 200 der USA platzieren.

„The Unforgiving“ hört man Symphonic Metal, der nur so vor Bombast ächzt. Die auf dem Album zu hörenden Lieder gehen allesamt schnell ins Ohr, klingen voll und satt, der Sound wurde dementsprechend abgemischt. Viel Orchester aus dem Synthesizer gibt es dabei zu hören. Die Musik gleitet immer auch in die Gefilde des Pop hinein, doch auch an diesen Stellen klingt das Ganze nicht weniger bombastisch. Das muss man mögen, erinnert an mancher Stelle an die Musik des Jim Steinman, welche er für Meat Loaf geschrieben hat. Allerdings hört man auf „The Unforgiving“ eben die Stimme der Sharon den Adel, die bei dieser Art der Musik bestens zur Geltung kommt.

Leider nur klingt das alles ziemlich ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Klar, man kann sich das gut anhören, muss weder den Raum fluchtartig verlassen, noch rollen sich einem die Zehennägel auf. Aber mit der Zeit langweilt die Musik von Within Temptation einfach – zumindest jene auf diesem Album. Die Lieder sind manches Mal etwas zu schmalzig geraten, viel zu oft klingen sie zu bombastisch. „Sinéad“ und „Murder“ heißen meine Höhepunkte der Platte, allerdings ist der Unterschied zu den anderen Titeln wahrlich lediglich marginal. „The Unforgiving“ unterhält, das kann man dem Album und Within Temptation wahrlich nicht absprechen, jedoch hält es weder Lieder parat, die einen länger begleiten, noch baut es Spannung auf. Es läuft „ganz nett“ mit. 

Fazit: Wer Symphonic Metal mag, die oder der kann hier beruhigt zugreifen. Within Temptation Fans natürlich auch. Die Musik klingt bombastisch, melodiös und jederzeit eingängig. Sharon den Adel singt es auch gut, doch insgesamt bleibt die Platte eine eher langweilige Scheibe. Lieblingsmusik besitzt einfach mehr. „The Unforgiving“ wurde auf die schnelle Eingängigkeit hin produziert und das hört man der Musik darauf leider auch an. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sinéad, Murder



Sonntag, 24. Februar 2019

Focus – X




Focus – X


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, vocoder, spoken vocals (tracks 1, 7, 11)
Pierre van der Linden – drums, percussion
Menno Gootjes – guitar, acoustic guitars (track 8)
Bobby Jacobs – bass guitar


Gastmusiker:

Ivan Lins – vocals (tracks 6, 11)
Berenice van Leer – vocals (track 10)


Label: Eastworld Recordings


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Jazzrock, Fusion, Progressive Rock


Trackliste:

1. Father Bacchus (4:03)
2. Focus 10 (5:48)
3. Victoria (5:27)
4. Amok In Kindergarten (5:00)
5. All Hens On Deck (5:44)
6. Birds Come Fly Over (Le Tango) (5:26)
7. Hoeratio (5:38)
8. Talk Of The Clown (2:58)
9. Message Magique (3:52)
10. Crossroads (5:39)

Gesamtspieldauer: 49:40




„Focus X“ oder einfach „X“ heißt das zehnte Studioalbum der niederländischen Progressive Rock Band Focus, das am 5. November 2012 auf dem Plattenlabel Eastworld Recordings veröffentlicht wurde. „Focus X“ ist das erste Studioalbum der Gruppe seit sechs Jahren. Erneut hatte es einen Wechsel in der Besetzung gegeben. Menno Gootjes ist nun an der Gitarre zu hören, er ersetzt den vorherigen Gitarristen Niels van der Steenhoven. Das Cover des Albums wurde von Roger Dean entworfen und gemalt.

„Focus X“ ist wahrlich eine positive Überraschung geworden. Die Musik auf dem Album ist abwechslungsreich, mal etwas rockiger, dann wieder leicht jazzig angehaucht und schließlich auch verspielt und verträumt. Und sogar einige Klänge die nach Mittelalter klingen gibt es darauf zu hören. Dazu gibt es einige Nummern auf der Platte, die sehr schön ins Ohr gehen und sich alleine dadurch schon von den letzten Veröffentlichungen der Band abheben, wo man diese Stücke suchen musste und kaum fand.

Höhepunkt des Albums ist der Titel „Birds Come Fly Over (Le Tango)“. Eine irgendwie schleppend und relaxt beginnende Nummer, zu der Ivan Lins singt. Da Lied klingt schließlich leicht getragen und erschließt so sehr schön im Ohr. „Hoeratio“ hört sich spannend an. Hier wird in lateinischer Sprache ein Werk von Horatius vorgetragen, die Musik steht dabei zunächst fast im Hintergrund und endet in einem langen, rockigen Gitarren-Solo, nach Abschluss der Worte. Schließlich singt Horatius seine Verse in fast schon komödiantischer Art und Weise ein. Wahrlich ein außergewöhnliches Stück.

Fazit: Man hört auf „Focus X“ Rock, Pop, Jazz, Mittelaltermusik und etwas Ambient. Das alles vereint auf einem Album, welches nicht zusammengestückelt sondern sogar irgendwie passend klingt. Einige der Nummern gehen sehr gut ins Ohr und vieles auf „Focus X“ klingt ungewohnt und spannend. Kein Meilenstein der Musik, jedoch gute Unterhaltung. Neun Punkte.

Anspieltipps: Birds Come Fly Over (Le Tango), Crossroads



Samstag, 16. Februar 2019

Focus – Focus 9 / New Skin




Focus – Focus 9 / New Skin


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, flute, vocals (tracks 7, 11)
Niels van der Steenhoven – guitar
Bobby Jacobs – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Gastmusiker:

Jo de Roeck – vocals on "Just Like Eddy"


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Black Beauty (4:14)
2. Focus 7 (5:23)
3. Hurkey Turkey 2 (4:05)
4. Sylvia’s Stepson - Ubatuba (4:50)
5. Niels’ Skin (6:05)
6. Just Like Eddy (5:09)
7. Aya-Yuppie-Hippie-Yee (5:18)
8. Focus 9 (7:57)
9. Curtain Call (4:36)
10. Ode To Venus (4:30)
11. European Rap(sody) (10:23)
12. Pim (3:01)
13. It Takes 2 2 Tango (8:02)
14. Brazil Love (6:14)

Gesamtspieldauer: 1:19:55




„Focus 9“ beziehungsweise „New Skin“ heißt das neunte Studioalbum der niederländischen Rock Band Focus. „Focus 9 / New Skin“ wurde am 25. September des Jahres 2006 veröffentlicht und erschien auf dem Plattenlabel Red Bullet. Einen Rückkehrer gab es im Line-Up der Band. Pierre van der Linden, Schlagzeuger auf dem zweiten und dritten Focus Album 1972 und 1973 war zur Band zurückgekehrt. Eine weitere Umbesetzung betraf die Gitarre. Da hat Niels van der Steenhoven den Gitarristen Jan Dumée ersetzt.

Alles scheint wie immer zu sein auf „Focus 9 / New Skin“. Nur bei einem Lied wird gesungen, ansonsten hört man eher unverständliche menschliche Geräusche, wenn den überhaupt. Doch die meisten Lieder sind rein instrumental gehalten. Die Bandbreite der Musik reicht dabei von Pop über Rock zu jazzigen Ausflügen bis hin zu Progressive Rock. „Focus 9 / New Skin“ ist damit musikalisch gesehen ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem auch die Melodien immer wieder ins Ohr gehen. Doch es gibt auch die Phasen in der Musik auf dem Album, während der die Lieder sogar etwas experimentell und deutlich weniger eingängig klingen. Auch das kann auf dieser Platte durchaus spannend sein.

Die Höhepunkte auf „Focus 9 / New Skin“ heißen „Ode To Venus“ sowie „European Rap(sody)“. Bei erstgenanntem Titel steht zunächst das Piano im Vordergrund, bis die Gitarre mit einsetzt und diese beiden Instrumente abwechselnd die Nummer dominieren. Das klingt mal etwas schräger, mal etwas eingängiger, jedoch immer sehr entspannt. Thematisch geht das Lied dann in die nächste Nummer, „European Rap(sody)“, über. Zunächst getragen klingend, entwickelt sich hier ein sehr abwechslungsreiches Lied, während dem auch zahlreiche musikalische Klischees verschiedener Länder bedient werden. Trotzdem hat das was.

Fazit: Das neunte Studioalbum der niederländischen Rock-Band Focus mit dem Titel „Focus 9 / New Skin“ ist zumindest ein abwechslungsreiches geworden. Viele verschiedene musikalische Genres werden auf der Platte bedient, die von Pop bis hin zu jazzigen Akkorden reichen. Das klingt mal interessanter, mal weniger spannend. Einige der Lieder besitzen eine ganz nette Melodie, die auch ins Ohr geht. Insgesamt wirkt alles jedoch etwas zusammengestückelt und uneinheitlich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ode To Venus, European Rap(sody)



Sonntag, 10. Februar 2019

Focus – Focus 8




Focus – Focus 8


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, flute, non-lexical vocables (tracks 1, 4, 7, 8, 11)
Jan Dumée – guitar, vocals (track 2), non-lexical vocables (tracks 7, 11)
Bobby Jacobs – bass guitar
Bert Smaak – drums


Gastmusiker:

Ruben van Roon – drums (track 8)
Geert Scheijgrond – additional guitar (track 4)
Tamara Krzelj – cello (track 2)


Label: Musea Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Instrumentale Musik


Trackliste:

1. Rock & Rio (3:27)
2. Tamara’s Move (5:17)
3. Fretless Love (6:08)
4. Hurkey Turkey (4:15)
5. De Ti O De Mi (6:30)
6. Focus 8 (6:19)
7. Što Čes Raditi Ostatac Života? (5:26)
8. Neurotika (3:47)
9. Brother (5:39)
10. Blizu Tébe (6:38)
11. Flower Shower (5:42)

Gesamtspieldauer: 59:13




„Focus 8“ heißt sinnigerweise das achte Studioalbum der niederländischen Rockband Focus, welches im Jahr 2002 auf dem Plattenlabel Musea Records veröffentlicht wurde. 17 Jahre nach der letzten Scheibe, für die sich die beiden Gründungsmitglieder Jan Akkerman und Thijs van Leer auszeichneten, veröffentlichte letztgenannter Musiker mit einigen neuen Kollegen nochmals ein neues Focus Album. Charttechnischen Erfolg erzielte diese Platte allerdings keinen mehr, trotzdem stellt „Focus 8“ musikalisch gesehen eine deutliche Verbesserung zu den Vorgängerscheiben dar.

Dies liegt jedoch nicht am Songwriting des Thijs van Leer, sondern an dem des neuen Gitarristen und Sängers Jan Dumée, der mit den drei Titeln „Tamara’s Move“, „Što Čes Raditi Ostatac Života?“ und „Blizu Tébe“ gleich die drei Höhepunkte der Platte beisteuerte. Zumeist sanfte Rock-Musik hört man mit diesen drei Liedern, die mal leicht das Tempo anziehen, dabei jedoch nie die Melodie aus dem Fokus verlieren. Eher typisch für die Musik des Thijs van Leer sind da der Opener und das letzte Lied des Albums. Vielleicht fehlt mir dazu allerdings auch nur der Humor, doch wie oft hat man auf den Alben von Focus nun schon gehört, dass Thijs van Leer jodeln kann? Nun, auf dem rockigen „Rock & Rio“ hört man dies erneut. Dazu ein Stampfrhythmus und fertig ist die zwar typische, inzwischen allerdings irgendwie überholt klingende Musik von Focus. Das hat man doch alles schon mal gehört.

Was man allerdings noch nicht gehört hat ist eine Nummer wie „Flower Shower“. Urkomisch soll das wahrscheinlich klingen, wenn hier zu einer seichten Melodie operettenhaft gesungen wird. Dazu ein paar Duschgeräusche, Drum-Computer und gespielte fröhliche Stimmung. Wenn es denn nur nicht so traurig wäre. Ansonsten hört man auf dem Album mit dem Lied „Brother“, welches Thijs van Leer wohl zusammen mit seiner Frau geschrieben hat, noch einen weiteren ganz netten und dieses Mal zunächst sehr getragenen Titel, bis dieser auch rockigere Töne anschlägt. Und der Rest? Ist nicht großartig der Erwähnung wert. Zu viele eingefleischte Focus-Fans gab es im Jahr 2002 auch nicht mehr, sodass die Scheibe an der Ladentheke nicht mehr zu überzeugen wusste.

Fazit: Immerhin eine Steigerung zu früheren Alben ist Thijs van Leer mit seiner Band Focus in neuen Jahrtausend gelungen. Nicht alles auf „Focus 8“ überzeugt, doch es gibt auch die hörenswerten und lohnenden Stellen auf dieser Platte. Insgesamt ist „Focus 8“ nur selten mitreißend, aber immerhin gibt es diese Passagen mal wieder zu hören. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tamara’s Move, Što Čes Raditi Ostatac Života?, Brother, Blizu Tébe



Montag, 4. Februar 2019

Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer




Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, synthesizers, flute
Jan Akkerman – guitar, guitar synthesizers
Tato Gómez – bass
Mario Argandoña – drums


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock


Trackliste:

1. Russian Roulette (5:53)
2. King Kong (3:45)
3. Le Tango (4:57)
4. Indian Summer (5:51)
5. Beethoven’s Revenge (18:53)
6. Olé Judy (3:50)
7. Who’s Calling? (16:22)

Gesamtspieldauer: 59:34




Jan Akkerman und Thijs Van Leer hatten nach Jahren der Trennung und einer mehrjährigen Pause der niederländischen Band Focus doch noch einmal zusammengefunden und veröffentlichten gemeinsam das siebte Studioalbum der Band. Dieses war unbetitelt und kursiert nunmehr unter dem Namen der zwei Haupt-Protagonisten, die sich auch das Songwriting teilten. „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ erschien im Jahr 1985 ursprünglich auf dem Plattenlabel Vertigo.

Das siebte Focus-Album ist ein reines Instrumentalalbum geworden und erklingt ganz im Stile der achtziger Jahre. Das bedeutet, auf der Scheibe hört man jede Menge Synthesizer-Klänge, die zwar noch durch die Querflöte des Thijs van Leer etwas aufgelockert werden, synthetisch klingt die Musik auf dieser Platte trotzdem durchgängig. Bei den Nummern „Indian Summer“ und „Beethoven’s Revenge“ nimmt das Ganze sogar hast schon verheerende Ausmaße an. Ein dumpfer Beat aus der Drum-Machine, darüber eine unfassbar seichte Melodie gelegt und fertig sind die Titel zum Davonlaufen. Ganz schlimm und „Beethovens Rache“ ist wahrlich grausam und unerbittlich. Man fragt sich, was wir ihm angetan haben. Das Lied „Beethoven’s Revenge“ gehört definitiv zu den schlechtesten und vor allen Dingen nervigsten Liedern, die ich überhaupt kenne.

Noch ein wenig erträglicher sind die Nummern „King Kong“, „Le Tango“ sowie „Who’s Calling?“. Dies deutet allerdings keinesfalls auf Qualität hin, jedoch kann man sich diese Titel noch anhören, ohne schreiend den Raum verlassen zu müssen. Die etwas „besseren“ Stücke auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ klingen nach seichter Unterhaltung, leider nicht mehr und nicht weniger.

Fazit: Musik kann begeistern aber auch so unfassbar grausam sein. Grausam ist die Musik auf dem siebten Album der Niederländer von Focus nicht durchgängig, dafür leider doch ein wenig zu oft. Auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ gibt es hauptsächlich Pop zu hören, der weder ins Ohr, viel zu synthetisch klingt und insgesamt keine Spuren hinterlässt außer: „Muss man nicht haben!“ Drei Punkte.

Anspieltipps: Le Tango



Dienstag, 29. Januar 2019

Focus – Focus Con Proby




Focus – Focus Con Proby


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, electric piano, mellotron, synthesiser, flute
Bert Ruiter – bass guitar
Steve Smith – drums
Philip Catherine – acoustic guitar, lead guitar, rhythm guitar
Eef Albers – lead guitar, rhythm guitar
P. J. Proby – vocals on "Wingless", "Eddy", "Brother", "Tokyo Rose" and "How Long"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Funk, Disco, Jazz Fusion


Trackliste:

1. Wingless (5:35)
2. Orion (4:07)
3. Night Flight (3:40)
4. Eddy (5:54)
5. Sneezing Bull (4:26)
6. Brother (5:19)
7. Tokyo Rose (5:06)
8. Maximum (8:40)
9. How Long (5:19)

Gesamtspieldauer: 48:11




„Focus Con Proby“ heißt das sechste offizielle Studioalbum der der niederländischen Rockband Focus, da es sich bei dem Vorgängeralbum „Ship Of Memories“ um eine Zusammenstellung bisher zwar unveröffentlichten, jedoch älteren Materials handelte. „Focus Con Proby“ wurde im Januar 1978 auf dem Plattenlabel EMI Records veröffentlicht. Die Platte enthält fünf Lieder mit Gesang des amerikanischen Sängers P. J. Proby. Von der Besetzung des fünften Albums „Mother Focus“ waren lediglich noch Thijs van Leer und Bert Ruiter übrig geblieben. Jan Akkerman, Gitarrist und Gründungsmitglied, der mit dem Sound und dem Spiel seiner Gitarre die Musik von Focus maßgeblich mit beeinflusst hatte, war nun ebenfalls ersetzt worden.

Mit den ersten Alben der Band hat „Focus Con Proby“ musikalisch gesehen überhaupt nichts mehr gemein. Die Musik wandelt in den Liedern mit Text zwischen Funk, Soul und einer kleinen Prise Disco. Der Gesang des P.J. Proby will auch einfach nicht zur Musik von Focus passen, die nun zudem auch völlig untypisch für die Niederländer klingt. Jene vier Titel ohne textliche Untermalung schwanken zwischen langweiligem Rock, Allerweltspop, einem Hauch Blues und etwas Jazz Fusion hin und her. Nichts auf dieser Platte erzeugt auch nur den kleinsten Anflug von Spannung. Nichts auf „Focus Con Proby“ geht ins Ohr. Vieles auf diesem Album ist schwer verdaulich, wenn man Musik der niederländischen Progressive Rock Band Focus erwartet, die sie zu Beginn ihrer Karriere einmal waren.

Höhepunkte entdecke ich auf diesem kruden Stilmix keine mehr. Erträglich erklingen noch die Instrumentalnummer „Orion“ und das eingesungene „Brother“. Gerade letztgenanntes, sanftes Lied verfügt sogar über eine Melodie, die ins Ohr geht. Nicht selbstverständlich auf diesem Album. Über den ganzen Rest legt man besser das Mäntelchen des Schweigens.

Fazit: Die Zeit der niederländischen Band Focus schien nach der Re-Union mit diesem neu veröffentlichten Album definitiv vorbei. Auf „Focus Con Proby“ hört man jede Menge musikalische Genres, die irgendwie gedankenlos hintereinander oder durchmischt angeordnet worden zu sein scheinen. Nur ganz wenig davon lohnt gehört zu werden und „Focus Con Proby“ klingt absolut untypisch für Focus. Drei Punkte.

Anspieltipps: Orion, Brother



Donnerstag, 24. Januar 2019

Focus – Ship Of Memories




Focus – Ship Of Memories


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, moog synthesizer, drum machine (track 5), moog bass synth (track 6), flute, non-lexical vocables
Jan Akkerman – guitar, electric sitar (track
Bert Ruiter – bass guitar (tracks 1, 2, 3, 4, 5, 8, 10)
Martin Dresden – bass guitar (track 7)
Pierre van der Linden – drums (tracks 1, 2, 3, 4, 9)
Hans Cleuver – drums (track 7)
David Kemper – drums (track 6, 8)


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock, Instrumental Rock, Jazz Fusion, Funk


Trackliste:

1. P’s March (4:49)
2. Can’t Believe My Eyes (5:22)
3. Focus V (3:02)
4. Out Of Vesuvius (5:50)
5. Glider (4:38)
6. Red Sky At Night (5:50)
7. Spoke The Lord Creator (2:33)
8. Crackers (2:43)
9. Ship Of Memories (1:47)

Bonus Track:

10. Hocus Pocus (US Single Version) (3:25)

Gesamtspieldauer: 40:04




„Ship Of Memories“ betitelte die niederländische Band Focus ihr sechstes Studioalbum. Allerdings wird diese Platte nicht als offizielle sechste Platte der Band gezählt, da es sich dabei um eine Zusamenstellung älterer Aufnahmen handelt. „Ship Of Memories“ erschien im Jahr 1976 auf dem Plattenlabel EMI. „Ship Of Memories“ ist also die sechste Studioveröffentlichung der Band, gleichzeitig jedoch auch eine Scheibe, die aus altem Material besteht. Darauf zu hören sind Aufnahmen aus der Zeit von Januar 1970 bis Mitte 1975, um die gerade inaktive Zeit von Focus trotzdem mit einer Veröffentlichung zu füllen. Die ersten Lieder der Platte stammen dabei aus Studiosessions, die Ende 1972 bis 1973 stattfanden, um ein Nachfolgealbum für Focus 3 zu veröffentlichen. Aufgrund von Streitigkeiten innerhalb der Band kam es jedoch nicht dazu und stattdessen erschien im Jahr 1973 dann das Live-Album „At The Rainbow“.

Die Musik auf „Ship Of Memories“, die nun völlig ohne das gesungene Wort auskommt (sieht man mal von dem einen oder anderen Jodler ab), schwankt irgendwo zwischen jazzig angehauchten oder rockigen Einlagen bis hin zu funkigen Easing Listening Verschnitten. Innovativ, spannend oder sonst irgendwie hörenswert klingt auf diesem Album kaum etwas, welches wirklich wohl nur für Komplettisten und eingefleischte Fans der Band eine lohnende Anschaffung darstellt. Die Musik packt einen irgendwie gar nicht mehr. Im Booklet ist nachzulesen, dass in den Entstehungszeiten der Lieder ein einziges davon Thijs van Leer und Jan Akkerman zumindest noch so einigermaßen zufrieden stellte. Die ist die Nummer „P.‘s March“, die gerade durch das Flötenspiel des Thijs van Leer fröhlich klingt und ein klein wenig an Mittelaltermusik erinnert – zumindest in dem Abschnitt mit der Querflöte.

Außer „P.‘s March“ hört sich „Red Sky At Night“ noch ganz interessant an, eine etwas getragene rockige Nummer, die sogar ganz gut ins Ohr geht und noch am ehesten im Segment des Progressive Rock angesiedelt ist. Der Höhepunkt der geasamten Scheibe. Der Titel „Glider“ ist übrigens die Ur-Version des Liedes „Mother Focus“, welches ein Jahr zuvor veröffentlicht worden ist und die ersten Gehversuche der Band im Funk Rock einleitete. Ebenfalls neue Wege ging man beim Titel „Spoke The Lord Creator“, bei dem der Versuch gestartet wurde, Klassische Musik in einem Rock-Kontext zu integrieren. Diese Nummer wurde als Untertitel „Starter“ in veränderter Form dem 1974er „Hamburger Concerto“ beigefügt.

Fazit: Ziemlich viel Stückwerk hört man auf „Ship Of Memories“, dem sechsten Studioalbum der Band Focus. Kennt man die Entstehungsgeschichte der Platte, ist dies nicht weiter verwunderlich. Einige wenige ganz nette Titel gibt es auf der Scheibe, je mehr es allerdings nach Funk Rock klingt, umso weniger interessant klingt das alles. „Ship Of Memories“ ist eine Platte für Focus Fans. Sechs Punkte.

Anspieltipps: P.‘s March, Red Sky At Night



Samstag, 19. Januar 2019

Focus – Mother Focus




Focus – Mother Focus


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, electric piano, grand piano, solina string machine, synthesizers, concert and alto flutes, voices, synthesizers, piano, saxophone on track 8, flute, non-lexical vocables (track 1)
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar, vocals (track 2)
David Kemper – drums
Colin Allen – drums (track 2)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Easy Listening, Funk Rock


Trackliste:

1. Mother Focus (3:05)
2. I Need A Bathroom (3:06)
3. Bennie Helder (3:32)
4. Soft Vanilla (3:03)
5. Hard Vanilla (2:36)
6. Tropic Bird (2:43)
7. Focus IV (3:58)
8. Someone’s Crying … What! (3:19)
9. All Together … Oh, That! (3:41)
10. No Hang Ups (2:56)
11. My Sweetheart (3:37)
12. Father Bach (1:34)

Gesamtspieldauer: 37:15




„Mother Focus“ heißt das fünfte Studioalbum der niederländischen Band Focus. Im Oktober des Jahres 1975 wurde das Album auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht. Mit dieser Scheibe gab es eine Zäsur in der Musik von Focus. Zum einen klangen die Lieder deutlich weniger progressiv, als noch einige auf den Vorgängeralben. Die Musik der Band hört sich nun deutlich funkiger an, wie in den Jahren zuvor. Zum anderen wurde die Band mit diesem stilistischen Wechsel auch immer weniger interessant für die Fans, was auch durch die nun noch schlechteren Chartplatzierungen zum Ausdruck kam. Aber immerhin gab es diese Listungen bei „Mother Focus“ noch.

Bassist Bert Ruiter steuerte dieses Mal vier Titel zum Album bei. Mit „I Need A Bathroom“ auch die einzige Nummer, auf der gesungen wird. An dem Stilwechsel scheint Ruiter einen maßgeblichen Anteil zu haben, denn gerade die Titel, die allein aus seiner Feder stammen, klingen deutlich anders, als jene vergangener Platten. Und somit kommen wir auch gleich zu den Schwachpunkten dieser Scheibe, die insgesamt kaum mehr zu überzeugen weiß. Die weiteren Lieder des Bert Ruiter heißen „Soft Vanilla“, „Hard Vanilla“ und „Tropic Bird“. Funkige Fahrstuhlmusik wäre meiner Ohren nach eine sehr passende Umschreibung für diese Art der Musik. Das ist Langeweile pur, Easy Listening der ganz besonders üblen Sorte. Doch man muss den Bassisten von Focus in Schutz nehmen. Auch der Rest der Platte ist maximal noch Durchschnitt und gerade so eben erträglich. Sind dann doch einmal Ansätze an frühere Zeiten in der Musik von Fokus zu hören, so sind diese sehr weichgespült und klingen zumeist eher kitschig als interessant. „Focus IV“ ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Den musikalischen Absturz, den viele Heroen des Progressive Rocks zwei bis drei Jahre später erlebten, den begingen Focus bereits im Jahr 1975.

Lediglich die beiden Nummern mit dem „!“ am Ende des Namens, setzen auch ein kleines Ausrufezeichen. „Someone’s Crying … What!“ klingt schön verträumt und phasenweise ein wenig nach Pink Floyds „Mudmen“ auf dem Album „Obscured By Clouds“. Der Höhepunkt auf „Mother Focus“ ist dann das folgende Lied „All Together … Oh, That!“. Etwas folkig angehaucht und fröhlich locker, entwickelt sich hier eine eingängige Melodie, die zumindest ein klein wenig besser ins Ohr geht. Aber Progressive Rock ist das natürlich schon lange nicht mehr.

Fazit: „Mother Focus“ ist ein Album, welches sehr viel mehr enttäuscht denn begeistert. Zumeist hört man darauf seichte, instrumentale Easy Listening Musik, die Taubheitsgefühle im ganzen Körper auslöst ohne, dass man dafür schnell zu Arzt rennen muss. Diese Risiken und Nebenwirkungen lassen sich durch einen raschen Tonträgerwechsel schnell wieder ausräumen. Sowas von langweilig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Someone’s Crying … What!, All Together … Oh, That!



Mittwoch, 16. Januar 2019

Focus – Hamburger Concerto




Focus – Hamburger Concerto


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, piano, harpsichord, moog, arp synthesizer, recorder, mellotron, non-lexical vocables, vocals, accordion organ of St. Mary The Virgin
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar
Colin Allen – drums


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Delitæ Musicæ (1:13)
2. Harem Scarem (5:52)
3. La Cathedrale De Strasbourg (5:00)
4. Birth (7:46)
5. Hamburger Concerto (20:19)
     I. Starter
     II. Rare
     III. Medium I
     IV. Medium II
     V. Well Done
     VI. One For The Road
6. Early Birth (2:54)

Gesamtspieldauer: 43:07




„Hamburger Concerto“ heißt das vierte Studioalbum der niederländischen Progressive-Rock-Band Focus. Das Album wurde im April 1974 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht Titel und erreichte in den britischen Charts immerhin noch Platz 20. Titelgebend ist das Stück „Hamburger Concerto“, welches auf Variationen eines Themas von Joseph Haydn von Johannes Brahms basiert.

Auf keinem anderen Focus-Album hört man solch eine starke Annäherung der niederländischen Musiker an das Genre der Klassik – allerdings handelt es sich bei der Musik auf „Hamburger Concerto“ keineswegs um „verklassischte“ Rockmusik, sondern ganz eindeutig noch um Progressive Rock. Dabei gehen Focus die leicht jazzigen Ansätze in der Musik verloren, dies allerdings mit einer sehr viel stärker ausgeprägten Harmonie in den Stücken. Die Lieder klingen allesamt sehr eingängig und melodiös. Wie auch bereits die vorherigen Alben der Band, so wird auch auf „Hamburger Concerto“ kaum gesungen, Focus ist und bleibt mit seinen Titeln hauptsächlich eine Instrumentalband. Die zum Teil sehr seltsamen Laute des Thijs van Leer, die in den Credits mit „Non-lexical Vocables“ angegeben werden, zähle ich bewusst mal nicht zum Gesang hinzu.

Die einzelnen Nummern gehen allesamt ins Ohr, klingen zum Teil schwelgerisch melodisch, wenig vertrackt. Selten nur hört man Jan Akkerman mit bluesigen Ausflügen auf seiner Gitarre wie auf dem Titellied. „Hamburger Concerto“. Die Platte ist durchgängige auf größtmögliche Eingängigkeit hin getrimmt. Das mag man oder man mag es eben nicht. Da die Musik auch sehr abwechslungsreich gestaltet ist, kann ich diesem Album trotzdem nicht die viel zitierten Ecken und Kanten absprechen. Besonders gelungen klingen die beiden längsten Stücke der Platte, „Birth“ sowie das Titellied „Hamburger Concerto“. Hier zeigt sich einmal mehr die Spielfreude der Niederländer, die ihre Musik zu zelebrieren scheinen. Abwechslungsreich, mal schwelgend, mal sanft, mal rockiger unterhalten diese beiden Stücke im Kontext des Progressive Rock bestens.

Fazit: Das Album „Hamburger Concerto“ der niederländischen Band Focus ist eines ganz im Stile des Progressive Rocks der früheren 70er Jahre geworden. Zumeist instrumental gehalten, klingt die Musik sehr abwechslungsreich und jederzeit melodiös und eingängig. Mitunter nähern sich die Lieder etwas der klassischen Musik an, ohne jedoch wie diese zu klingen. Die Platte unterhält und gehört zu den guten der Niederländer. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Birth, Hamburger Concerto



Mittwoch, 9. Januar 2019

Focus – At The Rainbow




Focus – At The Rainbow


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, flute, vocals
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Focus III (3:53)
2. Answers? Questions! Questions? Answers! (11:29)
3. Focus II (4:36)
4. Eruption (Excerpt) (8:28)
5. Hocus Pocus (8:30)
6. Sylvia (2:47)
7. Hocus Pocus (Reprise) (2:49)

Gesamtspieldauer: 42:35




„At The Rainbow“ ist das erste Live-Album der niederländischen Rockband Focus, welches im Oktober 1973 auf dem Plattenlabel Imperial Records veröffentlicht wurde. Das Album wurde am 5. Mai 1973 im Rainbow Theatre in London aufgenommen. Ein Studioalbum war ursprünglich für die Veröffentlichung vorgesehen, wurde aber aufgrund von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band verschoben (ein aus den Bändern dieser Sessions zusammengestelltes Album wurde später unter dem Titel „Ship Of Memories“ veröffentlicht).

Auf keinem anderen Album klingen Focus kraftvoller, abwechslungsreicher und auch progressiver als auf „At The Rainbow“. Sanfte Titel oder Passagen wechseln sich mit rockigeren und auch fordernden Abschnitten ab. Mal schwelgt man in der Musik, ein anders Mal versuchen die Füße einen fast schon arhythmischen Takt mitzuhalten. Von sanften Klängen bis hin zu jazzigen Abschnitten kann man alles auf diesem Live-Album hören, welches auch soundtechnisch äußerst gelungen ist. Jederzeit spürt man dabei die Spielfreude der Musiker, die an diesem Abend im Mai 1973 allerbestens aufgelegt zu sein schienen.

„At The Rainbow“ lässt sich in einem durchhören, es gibt dabei keine Schwächen auf der Platte zu beanstanden. Die Musiker von Focus haben für diese Platte auch die besten Stücke ihrer ersten drei Alben ausgesucht, um diese nun live zu zelebrieren. Der Auszug aus „Eruption“ und das verlängerte „Hocus Pocus“ sollten hier dann aber doch Erwähnung finden, da sie irgendwie stellvertretend für das ganze, wahrlich gelungene Album stehen.

Fazit: Ein sehr schönes Live-Album ist „At The Rainbow“ der niederländischen Band Focus geworden. Die Lieder klingen fast besser und ganz bestimmt mitreißender, als auf den einzelnen Studioalben. Von daher ist solch ein Live-Album dieser Art ganz bestimmt eine lohnende Anschaffung und wertet die Diskographie einer Band auf. Und auch für Leute, die einen Einstieg in die Musik von Focus suchen, stellt „At The Rainbow“ den perfekten Türöffner dar. Elf Punkte.

Anspieltipps: Eruption, Hocus Pocus