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Mittwoch, 28. September 2022

Steve Hackett – Genesis Revisited Live Seconds Out & More

 



Steve Hackett – Genesis Revisited Live Seconds Out & More


Besetzung:

Steve Hackett – guitar, vocals


Gastmusiker:

Roger King – keyboards
Rob Townsend – saxophone, woodwind, percussion, vocals, keyboards, bass
Nad Sylvan – vocals, tambourine
Jonas Reingold – bass, bass pedals, vocals
Craig Blundell – drums, percussion, vocals
Amanda Lehmann – vocals, guitar




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Apollo (1:09)
2. Clocks – The Angel Of Mons (4:36)
3. Held In The Shadows (7:20)
4. Every Day (6:43)
5. The Devil‘s Cathedral (6:19)
6. Shadow Of The Hierophant (11:01)
7. Squonk (6:39)
8. The Carpet Crawlers (6:03)
9. Robbery Assault And Battery (6:10)
10. Afterglow (4:01)
11. Firth Of Fifth (10:21)

CD2:

1. I Know What I Like (8:37)
2. The Lamb Lies Down On Broadway (5:20)
3. The Musical Box (3:07)
4. Supper‘s Ready (25:05)
5. The Cinema Show (11:11)
6. Aisle Of Plenty (1:31)
7. Dance On A Volcano (6:09)
8. Los Endos (7:04)

Gesamtspieldauer CD1 (1:10:27) und CD2 (1:08:07): 2:18:34



Steve Hackett ist derjenige Genesis-Musiker, der sich auch immer wieder an die früheren Stücke der Band heranwagt und diese live zum Besten gibt. Das tröstet ein wenig darüber hinweg, dass man die fünf Musiker Peter Gabriel, Tony Banks, Mike Rutherford, Phil Collins und eben jenen Steve Hackett wohl nicht mehr zusammen auf einer Bühne sehen wird. Und nun interpretiert er mit „Seconds Out“ sogar ein Live-Album seiner früheren Band Genesis, welches größtenteils im Jahr 1977 entstand, um das Album „Wind & Wuthering“ zu unterstützen. Lediglich „The Cinema Show“ war damals ebenfalls darauf vertreten, obwohl es während der „A Trick Of The Tail“-Tour im Jahr 1976 aufgenommen worden war – ganz frisch nach Peter Gabriels Ausstieg.

Nun, der Beginn des Albums besteht zunächst einmal aus Steve Hackett-Solo-Werken. Kurz eine Auflistung der Lieder und deren Herkunft. Das Eingangslied „Apollo“, das Intro des Albums, wurde wohl auch direkt dafür geschrieben. Es findet sich meines Erachtens nach auf keinem anderen Steve Hackett Album. „Clocks – The Angel Of Mons“ stammt wie „Every Day“ vom 1979er Album „Spectral Mornings“. Das sich anschließende „Held In The Shadows“ ist wie das Lied „The Devil‘s Cathedral“ seinem letzten Soloalbum „Surrender Of Silence“ aus dem Jahr 2021 entnommen. Und „Shadow Of The Hierophant“ schließlich ist einer der Klassiker seines ersten Soloalbums „Voyage Of The Acolyte“ aus dem Jahr 1975.

Ab der siebten Nummer „Squonk“ folgt nun die Neueinspielung des Live-Albums „Seconds Out“ in genau derselben Reihenfolge der Lieder wie beim Original. Lediglich das kurze „Aisle Of Plenty“, welches beim Studioalbum „Selling England By The Pound“ nach dem Lied „The Cinema Show“ folgt, beim Original-Live-Album „Seconds Out“ aber wohl weggelassen wurde, ist auf diesem Steve Hackett-Konzert hinzugefügt worden. Sehr löblich, denn irgendwie gehören die beiden Stücke auch zusammen.

Nun, die Musik überzeugt absolut. Die Neueinspielung des damaligen Konzertes klingt sehr gelungen. Wer Genesis in den frühen 70er Jahren mochte, der wird mit diesem Album definitiv auf ihre oder seine Kosten kommen. Nad Sylvan macht beim Gesang seine Sache sehr gut. Und viele, die Phil Collins bei den alten Genesis-Liedern nicht als „Ersatz“ für Peter Gabriel hören wollten, können hier nun einer sehr überzeugenden Alternative lauschen. In Verbindung mit den Solo-Stücken des Steve Hackett klingt das gesamte Album sehr gelungen. Noch mitreißender ist es sicherlich, sich das Ganze wirklich live anzusehen.

Fazit: Steve Hackett präsentiert einmal mehr die Genesis-Musik der frühen 70er Jahre sehr überzeugend. Auch in Verbindung zu seinen persönlichen Stücken aus seiner Solo-Karriere wirkt dieses Album. Für alle, die gerne in Erinnerungen schwelgen ist es eine lohnende Anschaffung. Noch besser kann da nur noch der Besuch eines Steve Hackett Konzertes sein. Elf Punkte.

Anspieltipps: Na was wohl? Supper’s Ready? Stimmt.



Donnerstag, 9. September 2021

Steve Hackett – Surrender Of Silence

 



Steve Hackett – Surrender Of Silence


Besetzung:

Steve Hackett – electric & acoustic guitars, 12 string, charango, oriental zither, harmonica, percussion, vocals (1 – 11)


Gastmusiker:

Craig Blundell – drums (5, 6, 10)
Phil Ehart – drums (7)
Roger King – keyboards, programming & orchestral arrangements (1 – 11)
Amanda Lehmann – vocals (2, 4, 6, 9, 10)
Durga McBroom – vocals (4)
Lorelei McBroom – vocals (4)
Malik Mansurov – tar (7)
Jonas Reingold – bass (1, 2, 3, 5, 6, 8, 10)
Ubaidulloev Sodirkhon Saydulloevich – dutar (7)
Nad Sylvan – vocals (5)
Christine Townsend – violin, viola (1, 2, 3, 5, 7, 9, 10)
Rob Townsend – soprano sax, tenor sax, bass clarinet, dizi (5, 7, 9)
Nick D’Virgilio – drums (3, 8)




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Progressive Rock, Weltmusik, moderne Klassik


Trackliste:

1. The Obliterati (2:16)
2. Natalia (6:17)
3. Relaxation Music For Sharks (4:36)
4. Wingbeats (5:19)
5. The Devil‘s Cathedral (6:30)
6. Held In The Shadows (6:20)
7. Shanghai To Samarkand (8:27)
8. Fox's Tango (4:21)
9. Day Of The Dead (6:25)
10. Scorched Earth (6:03)
11. Esperanza (1:04)

Gesamtspieldauer: 57:42



Erst im Januar dieses Jahres war das 26. Soloalbum des ehemaligen Genesis Gitarristen Steve Hackett veröffentlicht worden. Instrumental und akustisch klang dieses, sanfte Musik, die die mediterrane Atmosphäre sehr gut einfing. Und nun folgt Anfang September bereits das 27. Solo-Werk des englischen Musikers und größer hätte der musikalische Kontrast nicht ausfallen können.

Auf „Surrender Of Silence“ hört man eine Mischung aus RetroProg, orchestraler Musik und Weltmusik. Fast schon eine kleine Weltreise unternimmt Steve Hackett auf diesem Album, welche in Pandemiezeiten so sicherlich physisch nicht ganz einfach durchzuführen wäre. Doch Steve Hackett nimmt Hörerin und Hörer mit um die Welt. Man hört indische Klänge, das Trommeln Afrikas, eine Violine aus dem Balkan oder orientalische beeinflusste Klänge. Dazu immer wieder progressive Klänge, die sich durch die allermeisten Stücke ziehen und orchestrale Passagen, sanft intoniert bis bombastisch klingend.

Unterstrichen wird das Ganze zusätzlich durch eine wahrlich breit gefächerte Instrumentierung. Neben den eher konventionellen Rockinstrumenten hört man auf „Surrender Of Silence“ auch eher weniger in der Rockmusik beheimatete Instrumente wie Tar, Dutar und Dizi. Dazu eben jener bereits erwähnte Orchestereinsatz, fetter Orgelsound, Violine, Klarinette und Saxophon und eine Gitarre, die mal sanft erklingt, an anderer Stelle grandios und fast schon zügellos schnell losrockt.

Unglaublich packend und abwechslungsreich klingt dieses Album. Von den zwanzig Steve Hackett Werken, die ich kenne, ist „Surrender Of Silence“ sicherlich die abwechslungsreichste Platte geworden. Dies wird auch durch den Gesang bewirkt. Nicht nur Steve Hackett selbst ist hier für mich sehr überzeugend am Mikrophon zu hören, auch Nad Sylvan kommt beim tollen „The Devil's Cathedral“ zum Einsatz. Und für weitere Abwechslung auch auf der Gesangsseite sorgt vor allen Dingen Amanda Lehmann sowie beim Titel „Wingbeats“ noch die Sängerinnen Durga McBroom und Lorelei McBroom.

Nun, einheitlich klingt „Surrender Of Silence“ ganz gewiss nicht, trotzdem wirken die elf Titel in dieser Zusammenstellung keineswegs konstruiert. Vielmehr hört sich dieses Album nach Aufbruch, nach Vielfältigkeit und nach Optimismus an. Und dies gilt für den kraftvollen Start mit „The Obliterati“, bei dem Steve Hackett sofort zeigt, welch grandioser Gitarrist er immer noch ist, bis hin zum langsam und versöhnlich ausklingenden Ende der Platte „Esperanza“. Aber Halt, eine Nummer fällt dabei auf „Surrender Of Silence“ doch etwas im negativen Sinne aus dem Rahmen. Das bereits erwähnte „Wingbeats“ klingt zwar eingängig, dabei jedoch leider auch ziemlich flach. Musical-Musik, auf die dieses Album gut hätte verzichten können. Doch dies ist glücklicherweise die einzige Nummer, die gegenüber den anderen Liedern des Albums abfällt.

Fazit: Das 27. Soloalbum des Steve Hackett ist sicherlich eines seiner abwechslungsreichsten Platten geworden. Mit inzwischen 71 Jahren beschenkt Steve Hackett seine Fans als einziger Musiker aus dem ehemaligen „Genesis-Kosmos“ noch regelmäßig mit Neuveröffentlichungen. Und dieses Mal hat sich das mit „Surrender Of Silence“ besonders gelohnt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Natalia, The Devil‘s Cathedral, Shanghai To Samarkand



Freitag, 22. Januar 2021

Steve Hackett – Under A Mediterranean Sky




Steve Hackett – Under A Mediterranean Sky


Besetzung:

Steve Hackett – nylon, steel string & twelve string guitars, charango, iraqi oud


Gastmusiker:

John Hackett – flute (7)
Roger King – keyboards, programming & orchestral arrangements (1 – 11)
Malik Mansurov – tar (3, 8)
Arsen Petrosyan – duduk (8)
Christine Townsend – violin (5, 10)
Rob Townsend – soprano sax (8)




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Mdina (The Walled City) (8:45)
2. Adriatic Blue (4:51)
3. Sirocco (5:13)
4. Joie De Vivre (3:41)
5. The Memory Of Myth (3:29)
6. Scarlatti Sonata (3:40)
7. Casa Del Fauno (3:51)
8. The Dervish And The Djin (4:57)
9. Lorato (2:29)
10. Andalusian Heart (5:34)
11. The Call Of The Sea (4:44)

Gesamtspieldauer: 51:20



„Under A Mediterranean Sky“ nannte Steve Hackett sein bisher 26. Soloalbum. Und bei diesem Album ist der Name Programm. Keine Steve Hackett Musik wie auf den letzten Platten „Wolflight“, „The Night Siren“ oder „At The Edge Of Light“. Keine neuen Einspielungen der Musik seiner Zeit bei Genesis. „Under A Mediterranean Sky“ ist ein reines Instrumentalalbum geworden – eingespielt auf der akustischen Gitarre, unterstützt von einem Orchester.

„Under A Mediterranean Sky“ wurde inspiriert von ausgedehnten Reisen rund um das Mittelmeer, welche Steve Hackett immer wieder durchführte. „Eine Menge akustischer Ideen hatten sich über die Jahre gebildet, und es fühlte sich wie der perfekte Zeitpunkt an, dieses Album zu machen“, bemerkt der Musiker und weiter: „Eine Zeit, um die Orte, die wir rund um das Mittelmeer besucht haben, mit der Art von Musik zu betrachten, die aus der Welt der Fantasie entstanden ist.“

Und so hört man auf „Under A Mediterranean Sky“ wunderschöne Melodien, die Steve Hackett auf der akustischen Gitarre zum Besten gibt. Das klingt manches Mal spanisch, dann wiederum mit einem leichten orientalischen Hauch versehen, immer und mit jedem Akkord auch ein wenig verträumt und oftmals melancholisch bis sentimental.

Mit von der Partie war erneut Roger King, der bereits an den letzten Alben des Briten mit beteiligt war. Roger King übernahm das Abmischen, die raren Keyboardparts, das Programmieren und die Orchestrierung. Und damit sind wir bei der nächsten Besonderheit für ein Steve Hackett Album. Die akustische Gitarre wechselt sich mal mit dem Orchester ab. Manches Mal wird sie allerdings auch klanglich unterstützt und die Gitarre sowie das ganze Orchester spielen eine Art Duett. In den Passagen, in denen die Gitarre des Steve Hackett verstummt, klingt die Musik auf „Under A Mediterranean Sky“ fast schon wie die Untermalung bestimmter Filmszenen, die dann mit Sicherheit grandiose Naturschauspiele zeigen würden. Genau das sind allerdings auch die Momente, bei denen man sich manchmal etwas weniger Pathos gewünscht hätte.

Fazit: Steve Hackett mal anders. Wer hören mag, welch großartiger Gitarrist das ehemalige Genesis-Mitglied ist, die oder der bekommt auf „Under A Mediterranean Sky“ erneut sehr viel Gelegenheit dazu. Melodiöse und verträumte akustische Gitarrenmusik gibt es hier zu hören, die die Mittelmeersonne mit ihren Melodien direkt zum Ohr transportiert. Das Ganze garniert mit orchestraler Musik, die bei mir Gedanken an Filmmusik aufkommen lässt. Musik zum Träumen und zum Ausspannen nach einem stressigen Tag im Homeoffice. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Joie De Vivre, Casa Del Fauno



Mittwoch, 23. September 2020

Steve Hackett – Selling England By The Pound & Spectral Mornings: Live At Hammersmith




Steve Hackett – Selling England By The Pound & Spectral Mornings: Live At Hammersmith


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, vocals
Roger King – keyboards
Nad Sylvan – vocals, tambourine
Craig Blundell – drums, percussion, vocals
Rob Townsend – saxophone, woodwind, percussion, vocals, keyboards, bass pedals
Jonas Reingold – bass, variax, twelve string, vocals


Gastmusiker:

John Hackett – flute
Amanda Lehmann – guitar, vocals


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Intro (1:24)
2. Every Day (6:39)
3. Under The Eye Of The Sun (5:38)
4. Fallen Walls And Pedestals (2:15)
5. Beasts In Our Time (6:26)
6. The Virgin And The Gypsy (4:42)
7. Tigermoth (3:14)
8. Spectral Mornings (6:25)
9. The Red Flower Of Tai Chi Blooms Everywhere (2:16)
10. Clocks - The Angel Of Mons (6:56)
11. Dancing With The Moonlit Knight (7:28)
12. I Know What I Like (9:48)

CD 2:

1. Firth Of Fifth (10:06)
2. More Fool Me (3:27)
3. The Battle Of Epping Forest (11:43)
4. After The Ordeal (5:00)
5. The Cinema Show (11:01)
6. Aisle Of Plenty (1:39)
7. Déja Vu (6:24)
8. Dance On A Volcano (6:08)
9. Los Endos (8:24)

Gesamtspieldauer CD1 (1:03:19) und CD2 (1:03:56): 2:07:15




Er hat es also wieder gemacht. Dieses Mal erscheint am 25. September das Album „Selling England By The Pound & Spectral Mornings: Live At Hammersmith“ welches am letzten Abend der Tournee im November 2019 im Hammersmith Eventim Apollo aufgezeichnet wurde.

Das Genesis-Album „Selling England By The Pound“ wird darauf komplett durchgespielt. Von seinem dritten Solo-Werk „Spectral Mornings“ fehlen lediglich die beiden Titel „The Ballad Of The Decomposing Man“ sowie „Lost Time In Córdoba“. Ergänzt wird die Setlist dann noch durch die drei Stücke „Under The Eye Of The Sun“, „Fallen Walls And Pedestals“ sowie „Beasts In Our Time“, allesamt von seinem bisher letzten Studio-Soloalbum „At The Edge Of Light“ – aus dem Jahr 2019.

Und damit immer noch nicht genug. Den Abschluss bilden schließlich das Lied „Déja Vu“. Ein Stück, von Peter Gabriel für „Selling England By The Pound“ geschrieben, jedoch nie vollendet. Das übernahm letztendlich dann Steve Hackett selbst. Schließlich folgen noch die Zugaben „Dance On A Volcano“ und „Los Endos“ von seiner vorletzten Genesis-Beteiligung „A Trick Of The Tail“.

Nun, wer Genesis und auch das Solo-Werk des Steve Hackett mag, die oder der wird sicherlich auch an dieser Veröffentlichung seinen Gefallen finden. Laut eigener Aussage des ehemaligen Genesis-Gitarristen ist „Selling England By The Pound“ sein Lieblingswerk und so werden die einzelnen Lieder meist auch nur sehr leicht variiert. Man kann hier – genau wie auch bei seinem Solo-Material – erneut sehr schön in den musikalischen Kosmos des Steve Hackett und Genesis einsteigen. Die Umsetzung gelingt ihm und seinen Mitmusikern erneut sehr gut. Das liegt auch daran, dass Nad Sylvan seine Sache sehr überzeugend macht, seine Stimme erinnert wahrlich sehr an die des Peter Gabriel. Und bei dem Lied „Déja Vu“, bei dem man gar keinen Vergleich hat zum ehemaligen und ersten Genesis-Sänger, könnte man erst recht vermuten Peter Gabriel zu hören.

Fazit: Ein wenig inflationär ist Steve Hackett schon mit seinen Genesis-Live-Veröffentlichungen. Aber was soll’s, es klingt einfach gut und überzeugend. Die leichten Variationen machen das Ganze auch durchaus spannend und es macht Spaß in die Musik einzusteigen. Besonders interessant ist dabei natürlich auch das Lied „Déja Vu“, welches schon sehr nach den Genesis der damaligen Zeit klingt – immer wieder ergänzt durch ebenfalls gelungene Gitarren-Soli. Elf Punkte.

Anspieltipps: Déja Vu



Freitag, 12. Juni 2020

Steve Hackett – Genesis Revisited: Live At The Royal Albert Hall





Steve Hackett – Genesis Revisited: Live At The Royal Albert Hall


Besetzung:

Steve Hackett – guitar, vocals
Roger King – keyboards
Gary O’Toole – drums, percussion, vocals
Rob Townsend – sax, flute and percussion
Lee Pomerov – bass
Nad Sylvan – vocals


Gastmusiker:

John Wetton – vocals
Amanda Lehmann – vocals
Ray Wilson – vocals
Roine Stolt – guitar




Erscheinungsjahr: 2014 / 2020


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Dance On A Volcano (6:07)
2. Dancing With The Moonlit Knight (8:25)
3. Fly On A Windshield (3:40)
4. Broadway Melody Of 1974 (2:54)
5. Carpet Crawlers (6:08)
6. Return Of The Giant Hogweed (8:40)
7. The Musical Box (11:16)
8. Horizons (2:10)
9. Unquiet Slumbers For The Sleepers (2:13)
10. In That Quiet Earth (4:57)
11. Afterglow (4:08)
12. I Know What I Like (6:42)

CD2:

1. Firth Of Fifth (10:15)
2. Ripples (5:20)
3. The Fountain Of Salmacis (8:08)
4. Supper‘s Ready (26:17)
5. Watcher Of The Skies (9:07)
6. Los Endos (8:56)

Gesamtspieldauer CD1 (1:07:26) und CD2 (1:08:05): 2:15:31



Am 24. Oktober 2013 gab der ehemalige Genesis-Gitarrist Steve Hackett in der ausverkauften Royal Albert Hall in London ein Konzert, in dem er keine seiner Solo-Titel zum Besten gab, sondern ehemalige Genesis-Klassiker interpretierte. Dieses Konzert wurde mitgeschnitten und im Juni des darauffolgenden Jahres als „Genesis Revisited: Live At The Royal Albert Hall“ veröffentlicht. Nun gibt es am 12. Juni 2020 eine remasterte Wiederveröffentlichung dieses Konzertes, erneut auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Ich kenne die ursprüngliche Ausgabe des Albums nicht und kann dementsprechend auch nicht sagen, inwieweit sich der Sound der Aufnahme verändert hat oder ob dieses oder jenes Instrument nun besser zu Geltung kommt als zuvor. Festzuhalten bleibt allerdings, dass die Aufnahmen auf dieser remasterten Veröffentlichung sehr differenziert und voll klingen. Bass und Schlagzeug geben kraftvoll den Takt vor, Gesang, Keyboards, Gitarren, Saxophon und Flöte sind glasklar zu hören. Bezüglich des Klangs also ein ganz klares Lob an dieser Stelle.

Zur Musik selbst ist festzuhalten, dass diese sich sehr an die Originalversionen der entsprechenden Lieder hält. Sehr viel interpretiert oder gar variiert wurde nicht. Da wird mal ein Intro verändert, da hört man mal Roine Stolt ein Gitarrensolo über einen Klavierpart bei „Return Of The Giant Hogweed“ spielen, ein Glockenspiel leitet „The Musical Box“ ein, die ein oder andere Gesangspassage wurde leicht variiert, „Ripples“ singt mit Amanda Lehmann sogar eine Frau ein. Doch dies sind alles nur kleine Veränderungen der ursprünglichen Lieder, die ansonsten sehr identisch zum Original wiedergegeben werden.

Fazit: Wer die Musik von Genesis mal live und bestens abgemischt in super Soundqualität hören möchte, die oder der wird hier fündig. Während seine vier früheren Band-Kollegen Gabriel, Banks, Rutherford und Collins die progressive Phase ihrer einstigen Band konsequent ignorieren, befasst sich Steve Hackett erneut damit, um sie nochmals aufleben zu lassen. Es lässt sich wunderschön in dieser Musik schwelgen und Erinnerungen kommen auf. Die kleinen Variationen sind zudem allesamt gelungen und es macht Spaß zuzuhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: Carpet Crawlers



Montag, 11. März 2019

Steve Hackett – At The Edge Of Light




Steve Hackett – At The Edge Of Light


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, vocals


Gastmusiker:

Durga McBroom – vocals
Lorelei McBroom – vocals
Nick D'Virgilio – drums
Simon Phillips – drums
Sheema Mukherjee – sitar
Gulli Briem – drums, percussion
Malik Mansurov – tar
Jonas Reingold – bass guitar
Paul Stillwell – didgeridoo
Rob Townsend – saxophone, bass clarinet, duduk
Amanda Lehmann – vocals
John Hackett – flute
Gary O'Toole – drums
Roger King – keyboards
Ben Fenner – keyboards
Dick Driver – double bass
Christine Townsend – violin, viola


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Fallen Walls And Pedestals (2:17)
2. Beasts In Our Time (6:20)
3. Under The Eye Of The Sun (7:07)
4. Underground Railroad (6:22)
5. Those Golden Wings (11:19)
6. Shadow And Flame (4:24)
7. Hungry Years (4:34)
8. Descent (4:20)
9. Conflict (2:36)
10. Peace (5:03)

Gesamtspieldauer: 54:27



„At The Edge Of Light“ heißt das bereits fünfundzwanzigste Studioalbum des englischen Gitarristen und inzwischen auch ganz passablen Sängers Steve Hackett. Am 25. Januar 2019 erschien die Scheibe auf dem Plattenlabel InsideOut Records. Es gibt mehrere Ausgaben dieses Albums. Wenn man sich für die Vinyl-Ausgabe entscheidet, bekommt man automatisch auch die CD mitgeliefert. Das Besondere ist allerdings, dass die Musik des Albums auf drei LP Seiten passt. Somit ist die vierte LP-Seite einfach frei gelassen worden, darauf sieht man einen einfachen Druck den Plattencovers: Der Blitz, der Mann und der Spruch „Turn and face whatever you most fear“. Habe ich so auch noch nicht gesehen.

Auf „At The Edge Of Light“ hört man das musikalische Konvolut, welches inzwischen typisch ist für die Musik des Steve Hackett. Rock, Pop, Folk, Gospel und Weltmusik in Form von orientalisch und indisch klingenden musikalischen Ausflügen. Immer wieder eine akustische Gitarre im Wettstreit mit orchestraler Inszenierung, die dieses Mal auch noch um Chöre erweitert wird. Das ist besonders, klingt besonders und die Musik des Steve Hackett ist inzwischen eine ganz besondere Musik geworden, die irgendwie wahrlich für sich selbst steht. Dabei ist die Abwechslung in der Musik des Steve Hackett immer gegeben, der Melodiösität und Eingängigkeit wird immer ein sehr großer Raum gegeben. Die Lieder des gebürtigen Londoners gehen ins Ohr und dies ohne große Umwege.

All dies trifft auf „At The Edge Of Light“ genauso zu wie auf die vorherigen Veröffentlichungen des Engländers. Trotzdem kommt dieses neueste Werk nicht ganz an die vorherigen Veröffentlichungen heran. Dies liegt ein wenig an den Liedern „Under The Eye Of The Sun“ und „Hungry Years“. Beides sind Stücke, die so dermaßen überzuckert klingen, dass sie leider haarscharf am Kitsch vorbeischrammen. Da wird beim Titel „Under The Eye Of The Sun“ im Chor der Gesang intoniert, welcher fast schon an die Les Humphries Singers erinnert. Auch wenn die Nummer ansonsten durchaus noch spannende rockige und auch sehnsüchtig klingende Passagen aufweist – wenn nicht gesungen wird – überwiegt bei diesem Stück der etwas zu süßliche Eindruck. Dies gilt ebenfalls für „Hungry Years“, bei dem der Gesang ebenfalls mehrstimmig ist, unterlegt von einer sehr flachen, einfachen und dabei fröhlichen Melodie.

„Underground Railroad“ und „Those Golden Wings“ stellen dagegen die Höhepunkte auf dem Album dar. „Underground Railroad“ ist eine kleine Achterbahnfahrt durch diverse musikalische Genres, die auf ihre Weise stellvertretend für das gesamte Album stehen. „Those Golden Wings“ ist das längste Stück der Platte. Auch dieses wechselt zwischen den Genres, klingt mal orchestral, nach moderner Klassik, Nicholas Lens lässt grüßen und geht ohne Probleme in einen Hard Rock Teil über. Großes Kino. Musik, die es so wohl im Moment nur von Steve Hackett zu hören gibt.

Fazit: Auch „At The Edge Of Light“ ist ein überzeugendes Album von Steve Hackett geworden. Manchmal übertreibt es der Ex-Genesis-Gitarrist ein klein wenig mit der Eingängigkeit, doch insgesamt ist auch dieses Album eines geworden, auf dem man das zu hören bekommt, was man beim Erwerb eines Steve Hackett Albums erwartet. Breit gefächerte Musik, die eindeutig Steve Hackett zuzuordnen ist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Underground Railroad, Those Golden Wings



Freitag, 1. März 2019

Steve Hackett – Wolflight




Steve Hackett – Wolflight


Besetzung:

Steve Hackett – guitars (all tracks), banjo (8), oud (5, 9), tiple (7), harmonica (4, 8), percussion (1, 4, 7), lead, harmony and backing vocals (2-5, 7, 8, 10)


Gastmusiker:

Roger King – keyboards (all tracks), programming (all tracks)
Nick Beggs – bass (all tracks except 3), chapman Stick (8)
Chris Squire – bass (3)
Gary O'Toole – drums (1-5, 8)
Hugo Degenhardt – drums (9, 10)
Rob Townsend – sax (4, 8), duduk (5)
Christine Townsend – violin (1-4, 8), viola (1-4, 8)
Amanda Lehmann – vocals (2-4, 8)
Jo Hackett – vocals (4)
Malik Mansurov – tar (2)
Sara Kovács – didgeridoo (2)


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2015


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Out Of The Body (2:29)
2. Wolflight (8:00)
3. Love Song To A Vampire (9:17)
4. The Wheel’s Turning (7:23)
5. Corycian Fire (5:46)
6. Earthshine (3:20)
7. Loving Sea (3:22)
8. Black Thunder (7:32)
9. Dust And Dreams (5:33)
10. Heart Song (2:51)
11. Pneuma (2:53)
12. Midnight Sun (4:31)

Gesamtspieldauer: 1:03:02




„Wolflight“ heißt das 23. Studioalbum des Musikers und Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett. Das Album erschien am 30. März 2015 auf dem Plattenlabel InsideOut Music und debütierte auf Platz 31 der britischen Albumcharts. Auf über einer Stunde hört man darauf Progressive Rock, wie er schon sehr lange sehr typisch ist für die Musik des Steve Hackett.

„Wolflight“ reiht sich nahtlos ein in die zahlreichen Veröffentlichungen der letzten zwei Jahrzehnte. Auf der Scheibe hört man Musik, die so nur von Steve Hackett stammen kann. Hier gibt es Progressive Rock mit ganz vielen Zutaten, die die Musik des Engländers immer so überaus abwechslungsreich werden lässt. Viele verschiedene Musikstile sind einmal mehr auf „Wolflight“ vereinigt und ganz egal ob es eher rockig oder poppig klingt, ob man orchestrale Musik hört oder doch eher Folk, alles auf „Wolflight“ klingt melodiös und eingängig.

Es gibt keine Ausfälle auf dieser Scheibe zu beklagen, dafür jedoch jede Menge Höhepunkte und es fällt schwer diese zu benennen, da man den anderen, nicht genannten Stücken sonst nicht ganz gerecht wird. Trotzdem sei an dieser Stelle das Titellied „Wolflight“ in seiner Eingängigkeit und seinem Spannungsbogen erwähnt. Das wunderbar sanfte „Corycian Fire“ scheint einen in eine fremde Welt zu entführen, wohingegen „Earthshine“ eine schöne akustische Gitarren-Nummer darstellt. Absolut entspannt. In die gleiche Kategorie fällt das Stück „Pneuma“, welches sogar noch einen Hauch lieblicher aus den Boxen strömt. Möchte man dann doch noch etwas Negatives an diesem Album finden, so sei auf das Cover verwiesen. Bei der Gestaltung seiner „Verpackungen“ hat Steve Hackett schon manches Mal ein unglückliches Händchen bewiesen, so auch bei „Wolflight“.

Fazit: Wer die Musik von Steve Hackett mag, die oder der bekommt sie auch auf „Wolflight“ geliefert. Sehr eingängiger Progressive Rock, angereichert mit vielen weiteren Musikstilen. Im Zentrum der Musik des Steve Hackett steht seit langem die Melodie und solche gibt es auf diesem Album viele zu entdecken. Die Platte unterhält bestens und klingt an keiner Stelle langweilig. Vielmehr gibt es auch auf „Wolflight“ viele Wendungen in der Musik zu erhören, die den Spannungsbogen immer hochhalten. Elf Punkte.

Anspieltipps: Wolflight, Corycian, Earthshine, Pneuma



Samstag, 23. Februar 2019

Steve Hackett – Wild Orchids




Steve Hackett – Wild Orchids


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, electric sitar, harmonica, psaltery, optigan & voices


Gastmusiker:

Roger King – keyboards and programming and rhythm guitar on "Down Street".
John Hackett – principal flute on "To A Close", "She Moves In Memories", "Cedars Of Lebanon" & riff guitar on "Ego & Id"
Rob Townsend – saxes, principal flute on "Linda", alto flute on "She Moves In Memories", tin whistle and bass clarinet.
Gary O'Toole – drums and harmony voices.
Nick Magnus – keyboards on "Ego & Id".
Christine Townsend – principal violin, viola
Richard Stewart – cello
Dick Driver – double bass
Colin Clague – trumpet
Chris Redgate – oboe, cor anglais


Label: Camino Records / InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2006


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Transylvanian Express (3:44)
2. Waters Of The Wild (5:34)
3. Set Your Compass (3:37)
4. Down Street (7:33)
5. A Girl Called Linda (4:44)
6. Blue Child (4:24)
7. To A Close (4:48)
8. Ego & Id (4:08)
9. Man In The Long Black Coat (5:07)
10. Cedars Of Lebanon (4:01)
11. Wolfwork (4:49)
12. Why (0:47)
13. She Moves In Memories (5:00)
14. The Fundamentals Of Brainwashing (3:00)
15. Howl (4:30)
16. A Dark Night In Toytown (3:42)
17. Until The Last Butterfly (2:28)

Gesamtspieldauer: 1:12:04




„Wild Orchids“ ist das achtzehnte Studioalbum des englischen Gitarristen und Sängers Steve Hackett. Es wurde am 11. September 2006 auf dem Plattenlabel Camino Records veröffentlicht und erschien später auch auf dem Label InsideOut Music. „Wild Orchids“ ist das letzte Steve Hackett Album mit einem Cover, das von seiner zweiten Frau Kim Poor entworfen wurde. Nach dem Erscheinen der Platte trennte sich das Paar.

Steve Hackett hat inzwischen schon lange seinen musikalischen Stil gefunden. Und dieser bedeutet, dass er jede Menge musikalische Stile bedient. Selbstverständlich gibt es auf „Wild Orchids“ Progressive Rock zu hören. Aber auch Folk, Pop, Rock, moderne Klassik, Weltmusik und viele weitere Genres werden angedeutet oder direkt angespielt. Somit kommt beim Hören niemals Langeweile auf, einheitlich klingt es inzwischen allerdings dann doch dadurch, weil es Steve Hackett Musik ist und diese ist eben nicht mehr auf nur ein musikalisches Genre festzulegen. Vieles auf „Wild Orchids“ geht gut ins Ohr, ist melodiös und eingängig. Mal klingt es dabei rockiger, mal poppiger, mal progressiver und dann wieder orchestraler. Überzeugend hört sich das immer an und macht Spaß. Einlassen können muss man sich allerdings auf diese Musik können und an dieser Stelle wird es für eher „Radiokonsumenten“ sicherlich dann doch deutlich schwieriger.

Höhepunkte gibt es einige auf „Wild Orchids“. Für mich sind es der Opener der Special Edition Ausgabe der Platte, das Instrumentalstück „Transylvanian Express“, welches bereits beim ersten Mal des Hörens mitreißt. Dann das zum Teil fast schon aggressive „Down Street“, welches aus vielen, auch sanfteren Passagen aufgebaut ist. Ich mag das Bob Dylan Cover „Man In The Long Black Coat” sehr und auch eine Nummer, die ebenfalls nur auf der Special Edition vorhanden ist, das Lied „Cedars Of Lebanon“. Bei letzterem handelt es sich um ein Lied mit viel Orchestereinsatz, welches so schön verwunschen klingt. Schließlich möchte ich an dieser Stelle noch das etwas jazzige „Howl“ erwähnen, ein tolles Lied, welches erst mit dem erneuten Hören zündet.

Fazit: Mit „Wild Orchids“ legt Steve Hackett einmal mehr ein sehr abwechslungsreiches Album vor, welches in vielen musikalischen Genres Zuhause ist. Die Musik geht fast durchgängig gut ins Ohr und man weiß niemals, was einen als nächstes auf dieser Scheibe erwartet. Die einzelnen Lieder erfordern die volle Konzentration von der Hörerin und dem Hörer, dann wirken sie richtig und überzeugend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Transylvanian Express, Down Street, Man In The Long Black Coat, Cedars Of Lebanon, Howl



Donnerstag, 14. Februar 2019

Steve Hackett – To Watch The Storms




Steve Hackett – To Watch The Storms


Besetzung:

Steve Hackett – vocals, guitar


Gastmusiker:

Roger King – keyboards
Rob Townsend – brass, woodwind
Terry Gregory – basses, vocals
Gary O'Toole – drums, vocals
John Hackett – flute on "Serpentine Song"
Ian McDonald – saxophone on "Brand New"
Jeanne Downs – backing vocals
Sarah Wilson – cello
Howard Gott – violin


Label: Camino Records (Wiederveröffentlichung InsideOut Music)


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Strutton Ground (3:04)
2. Circus Of Becoming (3:48)
3. The Devil Is An Englishman (4:27)
4. Frozen Statues (2:58)
5. Mechanical Bride (6:40)
6. Wind, Sand And Stars (5:07)
7. Brand New (4:40)
8. This World (5:19)
9. Rebecca (4:20)
10. The Silk Road (5:253)

Bonus Tracks Special Edition:

11. Pollution B (0:59)
12. Fire Island (5:24)
13. Marijuana, Assassin Of Youth (5:49)
14. Come Away (3:12)
15. The Moon Under The Water (2:14)
16. Serpentine Song (6:52)
17. If You Only Know (2:25)

Gesamtspieldauer: 1:12:53



„To Watch The Storms” heißt das sechzehnte Studioalbum des englischen Gitarristen und Sängers Steve Hackett. Das Album wurde am 9. Juni 2003 auf dem Plattenlabel Camino Records veröffentlicht und erschien später erneut auf InsideOut Music. Das Artwork stammt einmal mehr von seiner damaligen Frau Kim Poor.

„To Watch The Storms” ist mit Sicherheit eines der abwechslungsreichsten Alben des Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett. Auf der Platte hört man Folk-Anleihen, Progressive Rock, Blues, Rock, Pop, spanische Klänge, sphärische Klänge, Zirkusmusik, experimentelle Musik, jazzige Passagen und und und. Zudem ist mit dem Titel „The Devil Is An Englishman“ sogar eine Cover-Version vorhanden, die ursprünglich von Thomas Dolby stammt. Langweile wird damit beim Hören der Musik auf „To Watch The Storms” nie aufkommen, ganz einheitlich erweist sich die Scheibe dadurch aber natürlich auch nicht. Von wunderschönen Melodien bis hin zu fast verstörenden Passagen gibt es die ganze Bandbreite auf dem Album zu entdecken. Dementsprechend ist es kaum möglich, für alles gleich den eigenen Zugang zu finden. Einiges auf „To Watch The Storms” möchte erschlossen werden. Teilweise erschließt sich einem die Musik leider aber auch nie vollends – oder man verfügt über einen extrem breit gefächerten Musikgeschmack.

Mich persönlich überzeugen am meisten die eher eingängigen Titel und Blues mag ich von Steve Hackett schon mal gar nicht hören, dazu würde ich mir andere Bands oder Musiker auflegen. Somit heißen meine Favoriten auf dem Album „Strutton Ground“, „Circus Of Becoming”, „Wind, Sand And Stars”, „Brand New“ oder „Rebecca“. Alles Titel, die eine besondere Melodie aufweisen, die eingängig sind und auch einen gewissen Wiedererkennungswert beinhalten. Erwähnenswert sind an dieser Stelle auch die vielen Zitate, denen sich Steve Hackett bedient. Da hört man seine eigene Vergangenheit heraus, mal etwas mehr King Crimson, dann wieder etwas Yes. All dies allerdings in einer Art und Weise, die nicht nach billiger Kopie klingt, sondern nach guter Interpretation.

Fazit: „To Watch The Storms” von Steve Hackett ist ein Album geworden, welches man sich erschließen muss. Hier ist nichts mit dem ersten Mal des Hörens „erledigt“. Die Musik auf der Platte wächst definitiv mit jedem weiteren Durchlauf. Zudem sind die Lieder in vielen unterschiedlichen musikalischen Genres verwurzelt, die eine sehr große Bandbreite moderner und populärer Musik abdecken. Das mag zum einen uneinheitlich klingen, zum anderen jedoch auch spannend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Circus Of Becoming, Wind, Sand And Stars, Brand New, Rebecca



Mittwoch, 6. Februar 2019

Steve Hackett – Guitar Noir




Steve Hackett – Guitar Noir


Besetzung:

Steve Hackett – guitar, vocals (2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 11, 12), stepp (3, 10, 11), noises off (3), harmonica (6, 7, 12), string arrangements (8), rainstick (11)


Gastmusiker:

Julian Colbeck – keyboards (1, 4, 6, 7, 12), backing vocals (7)
Dave 'Taif' Ball – bass (1, 4, 6, 7, 12)
Hugo Degenhardt – drums (1, 4, 6, 7, 12)
Aron Friedman – keyboards (2, 5, 8, 13), programming (2, 5, 8, 13), string arrangements (8)
Nick Magnus – keyboards (9), programming (9)
Bimbo Acock – clarinet (9)
Billy Budis – backing vocals (11)


Label: Camino Records / Inside Out Music


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Sierra Quemada (5:17)
2. Take These Pearls (4:14)
3. There Are Many Sides To The Night (7:22)
4. In The Heart Of The City (4:34)
5. Dark As The Grave (4:38)
6. Lost In Your Eyes (4:56)
7. Little America (4:54)
8. Like An Arrow (2:51)
9. Theatre Of Sleep (3:04)
10. Walking Away From Rainbows (3:10)
11. Paint Your Picture (2:57)
12. Vampyre With A Healthy Appetite (5:29)
13. Tristesse (4:01)

Gesamtspieldauer: 57:34



„Guitar Noir“ heißt das zehnte Solo-Studioalbum des Engländers Steve Hackett, welches 1993, fünf Jahre nach dem Vorgänger „Momentum“ veröffentlicht wurde. Bis heute, 2019, ließ Steve Hackett niemals mehr Zeit bis zu seiner nächsten Veröffentlichung verstreichen. „Guitar Noir“ erschien zunächst auf dem Plattenlabel Camino Records und wurde später auf InsideOut Music wiederveröffentlicht. Mit dieser Platte begann Steve Hackett einen sehr viel dunkleren Sound in seiner Musk zu etablieren, der Titel des Albums ist demnach sogar wegweisend.

„Guitar Noir“ ist ein schönes Album geworden, wenn auch ein eher unauffälliges. Die Platte kommt ohne große Höhepunkte aus, dafür gibt es auch keine Ausfälle zu beklagen. Die Stimmung der Platte ist wie bereits erwähnt eine eher dunkle geworden. Zwar gibt es auch mal einen rockigeren und fetzigeren Titel wie zum Beispiel „Lost In Your Eyes“, allerdings stellt solch eine Nummer eher die Ausnahme, denn die Regel auf „Guitar Noir“ dar. Sphärisch klingt es immer wieder mal, dazu der Sound der Gitarre des Steve Hackett und man spürt wie Sehnsucht und Melancholie den Raum erfüllen.

Die Höhepunkte der Platte sind somit auch zwei eher sehr getragene Nummern, „There Are Many Sides To The Night“ und „Dark As The Grave“. Ersteres Stück beginnt mit einem weiten Synthesizer-Teppich, in den Steve Hacketts E-Gitarre sehnsüchtige Botschaften aussendet. Schließlich ist es dann seine akustische Gitarre, die kurzzeitig das Lied bestimmt. Es erklingt eine spanische Gitarre und der Gesang setzt ein, zunächst eher sprechend denn singend. Eine schöne sanfte und weiche Melodie entwickelt sich, verträumt und melodiös. „Dark As The Grave“ klingt ein wenig verwunschen. Sanfte Musik zu einer zu Beginn fast schon hektischen Perkussion. Was gar nicht zusammenpassen will, ergänzt sich perfekt. Dazu erneut sehnsüchtige Gitarrenklänge und fertig ist das packende und eingängige Lied.

Fazit: „Guitar Noir“ ist sicherlich nicht die beste Scheibe des Steve Hackett geworden, trotzdem ein Album, welches man immer wieder gern hört, wenn man die Musik des Ex-Genesis-Gitarristen mag. Die Lieder klingen deutlich besser als zum Beispiel jene auf „Till We Have Faces“, sind abwechslungsreich, da Atmosphären, Rhythmen und Melodien mannigfaltig variiert werden. Lohnt sich. Neun Punkte.

Anspieltipps: There Are Many Sides To The Night, Dark As The Grave



Mittwoch, 30. Januar 2019

Steve Hackett – The Night Siren




Steve Hackett – The Night Siren


Besetzung:

Steve Hackett – electric and acoustic guitars, oud, charango, sitar guitar, harmonica, vocals


Gastmusiker:

Kobi Farhi – vocals on "West To East"
Mīrā ‘Awaḍ – vocals on "West To East"
Nick D'Virgilio – drums on "Martian Sea"
Malik Mansurov – tar on "Behind The Smoke"
Gunnlaugur Briem (credited as "Gulli Briem") – drums, cajon, percussion
Roger King – keyboards, programming (except on "The Gift")
Benedict Fenner – keyboards, programming on "The Gift"
Leslie-Miriam Bennett – keyboards on "The Gift"
Nad Sylvan – vocals on "Inca Terra"
Jo Hackett – vocals on "West To East"
Gary O'Toole – drums on "Fifty Miles from the North Pole", "El Niño", and "West To East"
Rob Townsend – baritone saxophone, soprano saxophone, flute, flageolet, quena, duduk, bass clarinet
Amanda Lehmann – vocals
Christine Townsend – violin, viola
Dick Driver – double bass
Troy Donockley – uilleann pipes on "In Another Life"
John Hackett – flute on "Martian Sea" and "West To East"
Ferenc Kovács – trumpet on "Fifty Miles From The North Pole"
Sara Kovács – didgeridoo on "Fifty Miles From The North Pole"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Art Rock, Art Pop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Behind The Smoke (6:57)
2. Martian Sea (4:40)
3. Fifty Miles From The North Pole (7:08)
4. El Niño (3:51)
5. Other Side Of The Wall (4:00)
6. Anything But Love (5:56)
7. Inca Terra (5:53)
8. In Another Life (6:07)
9. In The Skeleton Gallery (5:09)
10. West To East (5:14)
11. The Gift (2:45)

Gesamtspieldauer: 57:45

Die Special Edition CD enthält das Album sowie eine Blu-ray, mit einem 5.1 Surround-Sound-Mix und einer „Making Of…“-Dokumentation.



„The Night Siren“ heißt das vierundzwanzigste Studioalbum des englischen Gitarristen und inzwischen auch Sängers Steve Hackett, welches am 24. März 2017 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht wurde. Auf dem Album sind zahlreiche Künstler und Instrumente aus verschiedenen Ländern vertreten, darunter die Sänger Kobi Farhi und Mīrā 'Awaḍ aus Israel, eine Sitar aus Indien, eine Tar aus dem Nahen Osten, ein Charango aus Peru und die Uilleann-Pipes aus Irland. Steve Hackett hatte zunächst nicht die Absicht, solche Elemente der orientalischen und der Weltmusik für diese Platte aufzunehmen, doch im Entstehungsprozess von „The Night Siren“ flossen diese Aspekte der Musik schließlich mit ein, wie er berichtet. Besonders stolz zeigte sich Steve Hackett dabei in Interviews, dass er es schaffte auf dem Album Musiker aus ganz unterschiedlichen, zum Teil verfeindeten Regionen der Welt zusammenzuführen.

Obwohl „The Night Siren“ auch diese Einflüsse aus der Weltmusik enthält, so ist es doch ein typisches Steve Hackett Album geworden. Der musikalische Einfluss diverser Kulturen macht die Musik auf dem Album dabei spannend und sogar noch abwechslungsreicher. Die einzelnen Lieder klingen häufig ein wenig verträumt bis verwunschen. Die Stücke sind zudem aufwendig arrangiert und komponiert, Themen werden wie die Rhythmen variiert oder gewechselt. Mal klingt das Ganze rockiger, dann wieder etwas sphärischer, immer wieder erkennt man die Musik an der so typischen Atmosphäre, die den Liedern von Steve Hackett innewohnt. Dabei kommt einmal mehr sein tolles Gitarrenspiel zum Tragen. Auch der Gesang des Steve Hackett hat sich deutlich verbessert, wenn man diesen noch mit den ersten Alben vergleicht.

Alles klingt auf „The Night Siren“, auch wenn mir persönlich die absoluten Höhepunkte auf dem Album etwas fehlen. Trotzdem sind es drei Titel eher in der Mitte bis zum Ende des Albums, welche den größten und bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Lieder „Inca Terra“, „In Another Life“ sowie „In The Skeleton Gallery“ beinhalten den „typischen“ Steve Hackett Sound und gleichzeitig auch, die hier auf der Platte zu hörenden Anleihen aus der Weltmusik. Das klingt spannend und besonders.

Fazit: „The Night Siren“ ist ein gelungenes Album des Steve Hackett, dem Ex-Genesis-Gitarristen geworden. Alle Zutaten seiner Musik sind darauf vereinigt. Die rockigen Gitarrenparts wie auch die sphärisch schwebenden Passagen. Dazu gibt es dieses Mal noch einige Ausflüge in die arabische, südamerikanische, indische oder schottische Musik. Alles fein und bestens aufeinander abgestimmt. Einziger Nachtteil der Platte ist, das dieser eine, „dieser besondere“ Titel fehlt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Inca Terra, In Another Life, In The Skeleton Gallery



Mittwoch, 23. Januar 2019

Steve Hackett – Out Of The Tunnel’s Mouth




Steve Hackett – Out Of The Tunnel’s Mouth


Besetzung:

Steve Hackett – vocals, guitars (1–8)


Gastmusiker:

Anthony Phillips – 12 string guitar (3,5)
Chris Squire – bass guitar (1,2)
Nick Beggs – bass guitar, Chapman stick (2,3,5,6,7)
Dick Driver – double bass (5)
Christine Townsend – violin, viola (5,6,8)
Ferenc Kovacs – violin (8)
Roger King – keyboards, programming (1–8)
John Hackett – flute (5,8)
Amanda Lehmann – vocals (3,5,7)
Jo Lehmann – backing vocals (7)
Lauren King – backing vocals (7)
Rob Townsend – soprano sax (3,8)


Label: Wolfwork Records


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Fire On The Moon (6:11)
2. Nomads (4:31)
3. Emerald And Ash (8:59)
4. Tubehead (3:36)
5. Sleepers (8:50)
6. Ghost In The Glass (2:59)
7. Still Waters (4:35)
8. Last Train To Istanbul (5:56)

Gesamtspieldauer: 45:42




„Out Of The Tunnel’s Mouth“ heißt das bereits zwanzigste Studioalbum des Ex-Genesis Gitarristen Steve Hackett. Das Album ist die erste Veröffentlichung Steve Hacketts, die auf seinem neuen Plattenlabel Wolfwork erschien, nachdem er sein bisheriges Label Camino verlassen hatte. „Out Of The Tunnel’s Mouth“ wurde am 30. Oktober 2009 veröffentlicht und Steve Hackett hat zahlreiche Gastmusiker darauf versammelt. Chris Squire spielt bei „Fire On The Moon” und bei „Nomads” den Bass. Nick Beggs spielte den Bass und Chapman Stick bei den restlichen Liedern ein. Schließlich ist auch noch Anthony Phillips zu hören. Ebenfalls Gitarrist wie Steve Hackett und sein Vorgänger und Gründungsmitglied bei Genesis. Diesen hört man auf den Titel „Emerald And Ash“ und „Sleepers“.

„Out Of The Tunnel’s Mouth“ ist ein sehr schönes Album geworden, wenn man auf abwechslungsreiche Musik steht. Steve Hackett präsentiert auf dieser Platte Lieder, die irgendwie verzaubern und märchenhaft klingen. Das bedeutet keineswegs, dass die Musik weichgespült wurde, doch sie klingt auf ihre Art anders und besonders. Das ist keine Genesis-Musik, auch kein Progressive Rock der frühen 70er Jahre mehr. Trotzdem klingen die Lieder auf „Out Of The Tunnel’s Mouth“ nicht wie aus dem Jahr 2009 –  ohne sich dabei alt und überholt anzuhören. Die Lieder sind melodiös gehalten, eingängig und abwechslungsreich. Man benötigt auch keineswegs viele Durchläufe, um sich den musikalischen Kosmos des Steve Hackett zu erschließen. Schwebende Melodien, die orchestral untermalt sind, wechseln sich mit doch rockigen Passagen ab. Und niemals verliert Steve Hackett dabei seinen Ansatz der Melodiösität.

Höhepunkte gibt es einige auf „Out Of The Tunnel’s Mouth“. Diese wären zum Beispiel die ersten beiden Titel mit Chris Squire am Bass, „Fire On The Moon“ und „Nomads“. Und auch die beiden längeren Nummern „Emerald And Ash“ sowie „Sleepers“ können überzeugen. Das sind Melodiösität und Abwechslung in einem. Zudem zeigt Steve Hackett in diesen Titeln auf beeindruckende Weise, welch guter Gitarrist er doch ist.

Fazit: Wer auf abwechslungsreiche, nicht alltägliche Musik steht, die oder der sollte definitiv mal ein Ohr bei „Out Of The Tunnel’s Mouth“ riskieren. Fans von Genesis der früheren Jahre dürfte dieses Album ebenfalls viel geben, obwohl sich die Musik durchaus deutlich von Genesis der 70er Jahre unterscheidet. Doch ein gewisser Zauber wohnte der Musik damals inne und dieser musikalische Zauber ist zum Teil auch auf „Out Of The Tunnel’s Mouth“ zu entdecken. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fire On The Moon, Nomads