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Dienstag, 1. April 2014

Strawbs – Ghosts




Strawbs – Ghosts


Besetzung:

Dave Cousins – vocals, acoustic and electric guitars, recorder
Dave Lambert – vocals, electric and acoustic guitars
John Hawken – piano, electric piano, harpsichord, mellotron, moog synthesizer, hammond organ, pipe organ
Chas Cronk – bass, acoustic guitar, backing vocals
Rod Coombes – drums, congas, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Claire Deniz – cello on "Starshine/Angel Wine"


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Ghosts (8:31)
    a. Sweet Dreams
    b. Night Light
    c. Guardian Angel
2. Lemon Pie (4:03)
3. Starshine / Angel Wine (5:15)
4. Where Do You Go (When You Need A Hole To Crawl In) (3:03)
5. The Life Auction (6:52)
6. Don't Try To Change Me (4:28)
7. Remembering (0:55)
8. You And I (When We Were Young) (4:04)
9. Grace Darling (3:55)


Bonus Track:

10. Changes Arrange Us (3:55)

Gesamtspieldauer: 45:01




„Ghosts“ nannte die britische Band Strawbs ihr siebtes Studio-Album, welches im Jahr 1975 veröffentlicht wurde. Wenn man ein wenig recherchiert, dann findet man diese Platte immer unter dem Genre „Progressive Rock“ eingeordnet. Wenn man diese Scheibe allerdings kennt und bereits öfters gehört hat, dann scheint dieses „Label“ nur teilweise zuzutreffen. Die Musik fällt eher unter die Überschrift Folk-Rock und trägt Züge des Progressive Rock hauptsächlich noch im Titel-Lied und ebenfalls in der Nummer „The Life Auction“. Beide Titel sind sehr viel komplexer aufgebaut als der Rest der Platte, besitzen fordernde und auch beim ersten Hören sehr eingängige Passagen. Hier lässt sich dieser Einteilung durchaus zustimmen.

Hört man die gesamte Platte durch, so fällt einem durchaus die Mannigfaltigkeit und das breite Spektrum der Musik auf, was ebenfalls wieder eher in die progressive Schiene des Gesamtwerks weist. Trotzdem überwiegen hier die Folk-Rock- bis -Pop-Momente, die „Ghosts“ ebenfalls den Stempel aufdrücken. Dieser Umstand lässt das Album allerdings keineswegs an Intensität verlieren, denn die Lieder sind fast durch die Bank weg überaus gelungen und können überzeugen. Sie wirken, verbreiten eine gewisse Wärme und tragen dazu bei, dass diese Platte zu einer sehr eingängigen wird.

Fast alle Titel haben dabei ihre Qualität. Ein klein wenig belanglos wird es am ehesten noch bei „Where Do You Go“ und „Don't Try To Change Me“, bei denen noch ein wenig mehr auf die Karte der schnellen Eingängigkeit gesetzt wurde. Der Rest - und das ist die überwiegende Mehrheit der Titel - überzeugt und wirkt. Es gibt auf „Ghosts“ zwar nicht diesen einen „Übertitel“, wie man ihn oftmals auf einem Album der Strawbs entdecken darf, jedoch hat alles seine Qualität, welche eine durchaus hohe ist. Und auch der Bonus Track der remasterten Veröffentlichung reiht sich hier mit ein. Das Besondere daran ist, dass hier nicht Dave Cousins oder Dave Lambert beim Gesang zu hören sind, sondern Drummer Rod Coombes, der seine Sache diesbezüglich ebenfalls sehr gut macht.

Fazit: „Ghosts“ ist ein schönes Album geworden, wenn man dieser Musik der 70er Jahre etwas abgewinnen kann. Und es ist auch eine intelligente Platte, bei der viel Wert auf die Details gelegt wurde. Alles passt perfekt zusammen und hüllt den Hörer immer wieder in dieses wohlige Gefühl der Wärme ein, die gute Musik auch in der Lage ist zu erzeugen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ghosts, The Life Auction, Grace Darling



Sonntag, 23. März 2014

Strawbs – Hero And Heroine




Strawbs – Hero And Heroine


Besetzung:

Dave Cousins – vocals, acoustic and electric guitars
Dave Lambert – vocals, acoustic and electric guitars
John Hawken – piano, electric piano, organ, mellotron, synthesizer
Chas Cronk – bass, synthesizer, vocals
Rod Coombes – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Claire Deniz – cello on "Midnight Sun"


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Autumn (8:28)
   a. Heroine's Theme
   b. Deep Summer's Sleep
   c. The Winter Long
2. Sad Young Man (4:08)
3. Just Love (3:41)
4. Shine On Silver Sun (2:47)
5. Hero And Heroine (3:29)
6. Midnight Sun (3:06)
7. Out In The Cold (3:19)
8. Round And Round (4:44)
9. Lay A Little Light On Me (3:27)
10. Hero's Theme (2:28)


Bonus Tracks:

11. Still Small Voice (2:28)
12. Lay A Little Light On Me (Early Version) (2:22)

Gesamtspieldauer: 44:26




„Hero And Heroine“ heißt das sechste Studioalbum der britischen Band Strawbs. 1974 veröffentlicht, dominieren auch auf dieser Platte die warmen und eingängigen Töne. Das Album wird eröffnet mit dem längsten Stück der Scheibe „Autumn“, welches selbst noch mal in drei Teile untergliedert wurde. Und gleich hier wird die Nähe der Musik zu den Anfangswerken von Barclay James Harvest offenbar. Alles wirkt sehr melodiös und ist harmonisch arrangiert, die Eingängigkeit der Titel stehen auch im weiteren Verlauf ganz klar im Vordergrund.

Dieser Ansatz zieht sich über das ganze Album hinweg. „Hero And Heroine“ lebt von den weichen Momenten. Das ist zwar Rock Musik, jedoch sehr, sehr weiche Rock Musik. Folk Rock, der jedoch sehr aufwendig arrangiert wurde. Soll heißen, hier gibt es nicht nur eine Gitarre und einen Sänger, sondern die Musik ist unterfüttert mit einem fetten Sound, der Fülle verleiht. In der Musik der Band wird auch nicht großartig experimentiert, alles wird hin zu dieser Eingängigkeit hin entwickelt. Zudem muss hier angeführt werden, dass sich kein Ausfall auf der Platte befindet, jede Nummer hat ihren ganz eigenen Charme. Die Musiker der Strawbs haben das Gefühl für die Melodie und die Harmonie und leben dies auch auf „Hero And Heroine“ auch perfekt aus.

Ein klein wenig rockiger wird es mitunter aber trotzdem, wie zum Beispiel bei „Just Love“. Jedoch bleibt es auch bei diesem Song nicht durchgängig so, denn auch hier gibt es einen sehr warmen Zwischenteil, der einen tollen Kontrapunkt zu dem sehr viel fordernden Anfangs- und Schlussteil setzt. Zudem schaffen es die Strawbs auf dem Album, manchmal ein wenig orchestral zu klingen, dann wieder etwas rockiger und schließlich deutlich dezenter, in die Richtung des Folk. Dies alles wird bewirkt durch durchdachte Arrangements, die eine gewisse Diversität in der Musik auf „Hero And Heroine“ bewirken. Richtig gut gemacht.

Fazit: Sehr gut möglich, dass dem ein oder anderen Musikhörer diese Musik zu weichgespült klingt. Wenn man dann allerdings solch ein Lied wie den Titel-Track „Hero And Heroine“ auf sich wirken lässt, dann relativiert sich das wieder ein wenig. Denn hier findet sich durchaus Spannung und Abwechslung – genau wie bei dem Rest der Platte, wenn man dies etwas länger wirken lässt. Nun, wer Barclay James Harvest zu Beginn ihrer Karriere klasse fand, der sollte sich auch mal die Strawbs geben, das ist wiederum allerdings nur der Gesamteindruck, die Richtung, denn immer wieder klingen die Strawbs hier sehr eigenständig. Sehr viel unbekannter hier in Deutschland, jedoch genauso gut. Eine schöne Platte. Elf Punkte.

Anspieltipps: Autumn, Hero And Heroine, Still Small Voice



Mittwoch, 22. Januar 2014

Strawbs – Bursting At The Seams




Strawbs – Bursting At The Seams


Besetzung:

Dave Cousins – lead vocals, backing vocals, acoustic guitar, electric guitar, banjo
Dave Lambert – lead vocals, backing vocals, acoustic guitar, electric guitar
Blue Weaver – organ, piano, mellotron
John Ford – lead vocals, backing vocals, bass guitar
Richard Hudson – backing vocals, drums, sitar


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Flying (4:52)
2. Lady Fuschia (4:00)
3. Stormy Down (2:46)
4. The River (2:22)
5. Down By The Sea (6:20)
6. Part Of The Union (2:56)
7. Tears And Pavan (6:38)
8. The Winter And The Summer (4:10)
9. Lay Down (4:33)
10. Thank You (2:16)


Bonus Tracks:

11. Will You Go (3:55)
12. Backside (3:49)
13. Lay Down (3:35)

Gesamtspieldauer: 52:11




Das fünfte Studio-Album der Strawbs wurde 1973 unter dem Namen „Bursting At The Seams“ veröffentlicht. Es hatte wieder mal eine Umbesetzung im Line-Up der Band gegeben. Dave Lambert war zu den Strawbs gestoßen und unterstützte fortan Dave Cousins an der Gitarre und beim Gesang. Großartigen Einfluss auf die Musik der Engländer hatte dieser Wechsel jedoch nicht, denn auch auf „Bursting At The Seams“ gibt es wieder leicht „angeprogten“ Folk Rock zu hören, der ziemlich schnell ins Ohr geht und durch seine Melodiösität besticht.

Die Platte wurde zur erfolgreichsten in der Geschichte der Band, erreichte Platz 2 der Album Charts in England und enthält auch zwei erfolgreiche Singleauskopplungen. Eine davon ist wohl auch das mit bekannteste Lied der Band: „Part Of The Union“. Die Nummer ist eine Art Mitgröl-Lied, was besonders auf den Refrain zutrifft, den man bequem mit einigen Bier intus mitschmettern kann. Eine weitere Single-Auskopplung ist „Lay Down“. Auch ein Lied, welches diesen gewissen Wiedererkennungswert besitzt und so auch von Lindisfarne stammen könnte.

Auch wenn diese beiden Titel als Singles erfolgreich waren, so stellen sie doch nicht die Höhepunkte der Platte dar. Dies ist sehr viel eher das ein wenig verträumte und sehr melancholische „Tears And Pavan“. Klasse Melodie, schöne Stimmungswechsel und eine Instrumentierung, die immer wieder zu überraschen weiß. Ebenfalls sehr gelungen ist der Titel „Down By The Sea“, der gleich zu Beginn mit seinem tollen Mellotroneinsatz beeindrucken kann und im weiteren Verlauf richtig rockig wird.

Der Rest der Platte setzt sich zumeist aus unaufdringlichen und immer harmonischen Folk-Songs zusammen, die häufig luftig und leicht präsentiert werden. Die Ausnahme bildet hier der ursprünglich letzte Titel der Platte „Thank You“, der unüberhörbar mit Kindergartenkindern eingespielt wurde und auch genau so klingt, wie ein Lied für Kinder im Vorschulalter.

Drei Zugaben gibt es auf der remasterten Fassung des Albums. Da gibt es zum einen die Single-Version von „Lay Down“, den Titel „Will You Go“, der schwer nach schottischem Folk klingt und schließlich noch das Lied „Backside“. Ein wieder etwas rockigeres Lied, welches stilistisch allerdings ebenfalls sehr gut in den Kontext der Platte passt.

Fazit: Die Strawbs befanden sich Anfang der 70er Jahre in einer Phase, an der sie es schafften, regelmäßig tolle Platten zu veröffentlichen, die kaum einen Ausfall beinhalteten und einige wirklich sehr hörenswerte Stücke für den Musikkonsumenten bereithielten. Ganz genauso ist es auch auf „Bursting At The Seams“. Wer auf „angefolkte“ Musik steht, die immer wieder mal auch rockt und progressive Ansätze bereithält, der wird mit dieser Platte viel Spaß haben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Down By The Sea, Tears And Pavan



Montag, 23. Dezember 2013

Strawbs – Grave New World




Strawbs – Grave New World


Besetzung:

Dave Cousins – lead vocals, backing vocals, acoustic guitar, electric guitar, dulcimer, recorder
Tony Hooper – lead vocals, backing vocals, acoustic guitar, autoharp, tambourine
Blue Weaver – organ, piano, harmonium, mellotron, clavioline
John Ford – lead vocals, backing vocals, bass guitar, acoustic guitar
Richard Hudson – backing vocals, drums, sitar, tablas


Gastmusiker:

Trevor Lucas – backing vocals on "Benedictus"
Anne Collins – backing vocals on "Benedictus"


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Benedictus (4:25)
2. Hey, Little Man ... Thursday's Child (1:06)
3. Queen Of Dreams (5:32)
4. Heavy Disguise (2:53)
5. New World (4:13)
6. Hey, Little Man ... Wednesday's Child (1:07)
7. The Flower And The Young Man (4:18)
8. Tomorrow (4:49)
9. On Growing Older (1:56)
10. Ah Me, Ah My (1:26)
11. Is It Today, Lord? (3:08)
12. The Jorney's End (1:46)
13. Here It Comes (2:44)
14. I'm Going Home (3:16)

Gesamtspieldauer: 42:39




„Grave New World“ ist das vierte offizielle Studio-Album der englischen Band Strawbs. Und wieder einmal hatte es eine Umbesetzung gegeben. Rick Wakeman hatte die Strawbs wieder verlassen und sich Yes angeschlossen, um dort gleich mit dem ersten Wurf das Meisterwerk „Close To The Edge“ zu veröffentlichen. Nun Progressive Rockmusik findet sich auf „Grave New World“ nur am Rande, auch wenn dieses Genre ebenfalls immer wieder ein klein wenig bedient wird.

Andeutungen beziehungsweise Ansätze zu diesem Musikstil gibt es bei den Titeln „Queen Of Dreams“, „Heavy Disguise“, „Tomorrow“ und auch noch ein klein wenig auf „New World“. Sehr melodischer Progressive Rock ist das dann allerdings. Deutlich mehr im Fokus steht da schon die Folk-Musik, die jedoch so gar nichts mit der Musik eines Bob Dylan gemein hat. Sehr viel eher handelt es sich bei den Strawbs um die englische Ausprägung dieses Musikstils.

Die einzelnen Titel sind dabei überaus melodiös und gehen bereits nach wenigen Malen des Hörens in das Langzeitgedächtnis des Musikzentrums über. Alles wirkt sehr harmonisch und in sich geschlossen und die großen Stärken besitzt das Album wahrlich, wenn diese beiden eben erwähnten Musikstile miteinander verwoben werden. Den beiden „Hey, Little Man …“-Stücken fehlt jedoch zum Beispiel diese Abwechslung, genau wie „On Growing Older” wodurch diese Nummern zwar ebenfalls überzeugend klingen, allerdings könnte man das auch mit „ganz nett“ umschreiben, da ihnen das gewisse Etwas, was mitunter einen Song ausmacht, einfach abgeht.

Dann gibt da auch noch so eine Spielerei wie „Ah Me, Ah My“, was wie eine Persiflage aus einem Film der 50er Jahre klingt. Wahrlich nicht unbedingt Musik, die zum Rest der Platte passen will, jedoch auf seine Art sehr witzig. Auch „Is It Today, Lord?” unterscheidet sich von den anderen Liedern. Zwar kann man dies durchaus auch noch als Folk durchgehen lassen, allerdings spielt hier die Sitar eine ganz zentrale Rolle, sodass auch dieser Song zum breiten Spektrum auf „Grave New World“ beiträgt.

Fazit: Mich erinnern die Strawbs auf “Grave New World” immer wieder an Barclay James Harvest zu deren Anfängen, als diese noch nicht diese Hitparaden-Combo waren. Die Musik kann hier bei den Strawbs wahrlich überzeugen, die Platte ist abwechslungsreich und immer auch spannend. Neben den leisen Tönen haben die Musiker auch rockige Töne zugelassen, wie beim tollen „Tomorrow“, sodass ein abwechslungsreiches Album entstand, was überaus hörenswert ist. Elf Punkte.

Anspieltipps: Queen Of Dreams, Heavy Disguise, New World, Tomorrow



Mittwoch, 4. Dezember 2013

Strawbs – From The Witchwood




Strawbs – From The Witchwood


Besetzung:

Tony Hooper – vocals, guitar, autoharp, tambourine
Dave Cousins – vocals, guitar, banjo, dulcimer, tenor recorder
John Ford – bass, vocals
Rick Hudson – drums, vocals, sitar, snare drum
Rick Wakeman – organ, celeste, clarinet, piano, harpsichord, mellotron, moog


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. A Glimpse Of Heaven (3:53)
2. Witchwood (3:26)
3. Thirty Days (2:55)
4. Flight (4:27)
5. The Hangman And The Papist (4:14)
6. Sheep (4:17)
7. Cannondale (3:47)
8. The Shepherd's Song (4:37)
9. In Amongst The Roses (3:50)
10. I'll Carry On Beside You (3:09)
11. Keep The Devil Outside (3:04)

Gesamtspieldauer: 41:38




Es hatte sich einiges getan bei den Strawbs seit der letzten Studioplatte “Dragonfly” (dazwischen gab es noch das live eingespielte Album „Just A Collection Of Antiques And Curios“). Von der ursprünglichen Besetzung waren nur noch Tony Hooper und Dave Cousins übrig geblieben. Dafür war jetzt allerdings Rick Wakeman an den Keyboards zu hören, jener Rick Wakeman, der mit Yes den Höhepunkt seiner Karriere erreichen sollte.

Auf „From The Witchwood” bekommt der Hörer englischen Folk Rock mit starken progressiven Anleihen serviert. Musik, die immerzu sehr melodisch gehalten ist. Während einige mehrstimmige gesungene Abschnitte auch mal an Crosby, Stills & Nash erinnern, wartet das Album allerdings auch immer wieder mit Abschnitten auf, die der damaligen progressiven Rock Musik schon sehr stark entsprechen. Hierbei handelt es sich jedoch immer um die harmonische Fraktion dieser Musikrichtung, sodass man schräge Töne fast schon vergeblich auf dem Album sucht. Vielleicht kann hier der Song „Sheep“ zumindest ein klein wenig als Ausnahme von der Regel dienen. Und hier ist dann auch das Keyboard-Spiel des Rick Wakeman gleich klasse gelungen.

Alles klingt, alles wirkt, besitzt sehr häufig Ohrwurmcharakter, für den man noch nicht einmal mehrere Durchgänge der Scheibe benötigt. Nur ganz selten, wie beim Opener „A Glimpse Of Heaven“ nähern sich die Strawbs dabei ein klein wenig dem Schmalz an, ohne ihn dann aber letztendlich tatsächlich zu tangieren. Trotz aller Eingängigkeit schafft es die Musik dabei auch immer wieder fordernd zu wirken. Sie trifft den Hörer zwar bereits beim ersten Hören, möchte allerdings trotzdem erarbeitet werden und wächst mit jedem weiteren Durchlauf.

Fazit: „From The Witchwood” macht Spaß. Es ist ein abwechslungsreiches Album, welches ziemlich schnell ins Ohr geht. Diese Mischung aus Folk und Progressive Rock hat etwas, was es zu etwas Besonderem werden lässt. Zugegebenermaßen hört man der Platte an, dass sie nicht in diesem Jahrtausend entstanden ist, allerdings war das Entstehungsdatum noch nie ein Gütesiegel für Musik. Wer harmonischen Folk und Progressive Rock mag, die oder der kann hier absolut nichts falsch machen. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Hangman And The Papist, Keep The Devil Outside



Montag, 2. September 2013

Strawbs – Dragonfly




Strawbs – Dragonfly


Besetzung:

Dave Cousins – vocals, guitars, piano, dulcimer, chinese piano, percussion
Tony Hooper – vocals, acoustic and electric guitars, tambourine, percussion
Ron Chesterman – double bass
Claire Deniz – cello


Gastmusiker:

Tony Visconti – recorder
Bjarne Rostvold – drums
Rick Wakeman – piano
Paul Brett – lead guitar


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. The Weary Song (3:51)
2. Dragonfly (5:34)
3. I Turned My Face Into The Wind (2:38)
4. Josephine, For Better Or Worse (3:18)
5. Another Day (3:03)
6. 'Til The Sun Comes Shining Through (3:32)
7. Young Again (2:52)
8. The Vision Of The Lady Of The Lake (10:47)
9. Close Your Eyes (0:50)


Bonus Tracks:

10. We'll Meet Again Sometime (3:15)
11. Forever (3:35)
12. Another Day (3:06)
13. We'll Meet Again Sometime (3:09)

Gesamtspieldauer: 49:30




Ein Jahr nach dem Debut veröffentlichte die britische Band Strawbs ihr zweites Album unter dem Titel „Dragonfly“. Und auch wenn hier Rick Wakeman von Yes seinen ersten Auftritt am Klavier hat, so hat diese Scheibe nur sehr wenig mit Progressive Rock zu tun. Lediglich am Rande und vielleicht mit sehr viel Phantasie. Die Platte ist dagegen vollgestopft mit Folk Musik, die allerdings ihrerseits so überhaupt nicht zünden will.

Beispielhaft steht dafür der Titeltrack „Dragonfly“, der unglaublich langweilig und mit nervigen Flötentönen überlastet schier endlos andauert und es fast einer Erlösung gleichkommt, wenn dieses Stück endlich verklungen ist. Im Anschluss daran folgt mit „I Turned My Face To The Wind“ einer der wenigen Höhepunkte des Albums. Auch dieses Lied ist, wie alle anderen Stücke der Platte auch, ein sehr ruhiges und zurückhaltendes Lied. Sanft instrumentiert und überaus leise gesungen, enthält diese Nummer zumindest eine schöne Melodie mit einem gewissen Wiedererkennungswert. Dem Cello wurde hier eine etwas größere Rolle zugedacht, was sich allerdings nicht nur auf diesen Track beschränkt, wodurch Claire Deniz auch gleich als vollwertiges Mitglied der Strawbs in den Credits aufgeführt wird.

Irgendwie hat sich die Musik der Strawbs in einem Jahr zu einem Gesäusel entwickelt, welches leicht und oftmals auch sehr seicht aus den Boxen wabert. Und das gilt nicht nur für die Musik selbst, sondern auch die Texte verlangen mit ihrem Herzschmerz-Schmalz oftmals einiges vom Hörer ab. Noch ganz gelungen ist das fast elfminütige „The Vision Of The Lady Of The Lake“, was allerdings trotz seiner Länge ebenfalls nur wenig mit progressiver Musik zu tun hat. Auch dieses Stück ist ein Folk Stück, auch wieder sehr melodisch und harmonisch gehalten wie der Rest der Platte, allerdings auch mit einer Melodie versehen, die man auch öfters hören kann. Und hier in diesem Stück gibt es auch tatsächlich eine Steigerung zu hören, die hier auch für Abwechslung sorgt.

Versehen wurde die remasterte Ausgabe von „Dragonfly“ noch mit vier Zugaben, die sich allerdings qualitativ ebenfalls nicht positiv vom Rest der Platte abheben.

Fazit: „Dragonfly“ ist melodisch, harmonisch und dabei mit überaus weichgespülter Musik angefüllt, die man wahrlich nicht immer hören kann. Die genialen Momente fehlen völlig, alles ist in einem sehr ähnlichen Stil gehalten, der dazu geschaffen ist Langeweile heraufzubeschwören. Schlecht ist das zwar nicht, was die Strawbs hier abliefern, aber eben auch nichts Besonderes. Für Freunde ganz ruhiger und weicher Musik allerdings vielleicht eine Option. Sieben Punkte.

Anspieltipps: I Turned My Face To The Wind, The Vision Of The Lady Of The Lake





Mittwoch, 21. August 2013

Strawbs - Strawbs




Strawbs – Strawbs


Besetzung:

Dave Cousins – guitars, vocals
Tony Hooper – guitars, vocals
Ron Chesterman – bass


Gastmusiker:

John Paul Jones – bass guitar
Nicky Hopkins – piano
Richard Wilson – spoken words


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. The Man Who Called Himself Jesus (3:54)
2. That Which Once Was Mine (2:50)
3. All The Little Ladies (2:19)
4. Pieces Of 79 And 15 (3:01)
5. Tell Me What You See In Me (5:01)
6. Oh How She Changed (2:55)
7. Or Am I Dreaming? (2:26)
8. Where Is This Dream Of Your Youth? (3:07)
9. Poor Jimmy Wilson (2:38)
10. Where Am I (I'll Show You Where To Sleep) (3:28)
11. The Battle (6:38)


Bonus Tracks:

12. Interview / That Which Once Was Mine (3:43)
13. Poor Jimmy Wilson (2:30)
14. The Battle (6:09)

Gesamtspieldauer: 50:39




1969 erschien das Debut der Strawbs unter dem gleichnamigen Albumtitel. Die drei Engländer produzierten zu dieser Zeit Musik, die sehr gut in der Folk-Ecke einzuordnen ist und immer wieder auch an die Anfänge der britischen Kollegen von Barclay James Harvest erinnert. Die Musik wird meist von der akustischen Gitarre dominiert. Harmonien stehen dabei ganz allgemein im Vordergrund und werden zum Teil noch, wie beim eingängigen „That Which Once Was Mine“, von Flötenklängen unterfüttert. In den Credits ist dabei nicht hinterlegt, wer die zusätzlichen Instrumente beigesteuert hat, die beim fast schon epischen „The Battle“ auch aus Blas- und Streichinstrumenten bestehen. Orchestral instrumentiert, sich langsam steigernd und immer weiter anschwellend ist dieser Song auch der Höhepunkt des gesamten Albums. Hier bewegen wir uns bereits im Dunstkreis des Progressive Rock, dessen Anleihen auch auf späteren Platten der Strawbs immer wieder Einzug in die Musik finden werden – auch ohne Rick Wakeman, der auf den folgenden zwei Studioalben an den Keyboards zu hören sein wird.

„The Battle“ stellt hier allerdings die Ausnahme dar. Eingängiger, harmonischer und melodiöser Folk Rock, der oftmals auch mehrstimmig dargeboten wird, stellt ansonsten die Hauptingredienz dieses Albums dar. Mitunter wird der Sound durch die bereits erwähnten Flötenklänge variiert oder aber, wie beim Stück „Tell Me What You See In Me“, durch eine orientalisch angehauchte Instrumentierung. Auch das Orchester kommt noch mal bei „Oh How She Changed“ zum Einsatz und lässt auch diesen Titel in seiner Intensität anschwellen. Auf der remasterten Version des Albums gibt es drei Zugaben, die sich allerdings nur wenig von den ursprünglich veröffentlichten Versionen unterscheiden. Dazu werden diese Stücke mit einem kurzen Interview-Schnipsel aus dem ersten Auftritt der Band bei Top Of The Pops eingeleitet, währenddessen die Weiterentwicklung der Strawbs, weg von der Bluegrass Music und hin zum Folk etwas thematisiert wird.

Fazit: Ein leises und unaufgeregtes Album haben die Strawbs hier zu Beginn ihrer Karriere vorgelegt. Wer auf Melodiösität in der Musik steht und mit teilweise weichgespülten Klängen auch keine Schwierigkeiten hat, der kann hier mit dem Debut-Album der Engländer sicherlich noch Musik für sich entdecken, die deutlich weniger bekannt ist als zum Beispiel die von Barclay James Harvest. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Oh How She Changed, Or Am I Dreaming, Poor Jimmy Wilson, The Battle