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Samstag, 25. Dezember 2021

Nick Cave And The Bad Seeds – Dig, Lazarus, Dig!!!

 



Nick Cave And The Bad Seeds – Dig, Lazarus, Dig!!!


Besetzung:

Nick Cave – vocals (1–11), organ (1,2,6,7), piano (3,8,9), tambourine (3,5,11), sleigh bells (3,11), toms (5), harmonica (5), electric guitar (9), vibra-slap (11)
Martyn P. Casey – bass (1–3,6–11)
Thomas Wydler – brushed snare (1), shaker (2,10), tambourine (2,5,10), drums (4,8,9), hand drums (7)
Warren Ellis – viola (1,6,9,11), loops (1,4,6,7,10,11), fender mandocaster (2–4,7–10), tenor guitar (3,5,8,10), maracas (3) 12 string lute (5), drum machine (6), piano (8), flute (9), mandolin (9)
Mick Harvey – electric guitar (1,4–6,10,11), acoustic guitar (2,5,7–9), bass (4,5), organ (10)
Jim Sclavunos – drums (1–3,5–7,10,11), bongos (1,5), cowbell (1), cuica (3), congas (3,4), finger cymbals (4), shaker (5), maracas (7), tambourine (8,9), sleigh bells (9)
James Johnston – organ (2,5,9), electric guitar (5)




Erscheinungsjahr: 2008


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Dig, Lazarus, Dig!!! (4:11)
2. Today‘s Lesson (4:41)
3. Moonland (3:53)
4. Night Of The Lotus Eaters (4:53)
5. Albert Goes West (3:32)
6. We Call Upon The Author (5:11)
7. Hold On To Yourself (5:50)
8. Lie Down Here (& Be My Girl) (4:57)
9. Jesus Of The Moon (3:22)
10. Midnight Man (5:06)
11. More News From Nowhere (7:58)

Gesamtspieldauer: 53:40



„Dig, Lazarus, Dig!!!“ heißt das vierzehnte Studioalbum des australischen Musikers Nick Cave mit seiner Band The Bad Seeds. Das Album wurde am 3. März 2008 auf dem Plattenlabel Mute Records veröffentlicht. Die Lieder „Dig, Lazarus, Dig!!!“, „Accidents Will Happen“ sowie „More News From Nowhere“ wurden daraus als Singles veröffentlicht. In Australien kletterte das Album bis auf Platz 2, in Großbritannien bis auf Platz vier und in Deutschland bis auf Platz 6 der Charts. „Dig, Lazarus, Dig!!!“ ist das letzte Album mit Gründungsmitglied Mick Harvey, der die Bad Seeds 2009 verließ, und dem Organisten James Johnston, der die Band vor der Support-Tour verließ. Und gleichzeitig ist es die zweite Platte ohne das Gründungsmitglied Blixa Bargeld.

Auf „Dig, Lazarus, Dig!!!“ hört man Alternative Rock, der eher dunkel bis düster daherkommt. Zu viel „Frohsinn“ verbreitet das Album musikalisch gesehen definitiv nicht – auch nicht inhaltlich. Dabei klingen die Lieder zumeist – jedoch nicht durchweg – eingängig. Umso intensiver selbstverständlich, je mehr Zeit man der Platte gibt im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu reifen. Doch es ist auch diese dunkle Stimmung, die das Album verbreitet, welche einen sehr schnell packt – dies nun bereits beim ersten Mal des Hörens. Mitunter ist diese Atmosphäre fast schon hypnotisierend, wie beim experimentell monotonen „Night Of The Lotus Eaters“. Dann klingt alles wieder deutlich rockiger und man muss fast mit dem Fuß mitwippen. Als Beispiel steht hier das sich anschließende „Albert Goes West“.

Die Höhepunkte des Albums heißen „Hold On To Yourself“, „Jesus Of The Moon“ und „Midnight Man“. Tolle, eingängige Melodien, spannender Aufbau und ebenso gelungene Texte. Doch auch bei diesen Titeln überwiegt die Melancholie, die manchmal fast an Trauer erinnert. Aber genau das macht dieses Album auch so intensiv.

Nick Cave schrieb auf der Homepage seiner Band über das Album: „Seit ich mich erinnern kann, als Kind in der Kirche die Lazarus-Geschichte gehört zu haben, hat sie mich beunruhigt und beunruhigt. Ich war sogar traumatisiert. Natürlich haben wir alle Ehrfurcht vor dem größten Wunder Christi - der Auferweckung eines Mannes von den Toten - aber ich konnte nicht anders, als mich zu fragen, wie Lazarus sich dabei fühlte. Als Kind war mir das unheimlich, um ehrlich zu sein. Ich habe Lazarus in New York City angesiedelt, um dem Lied einen hippen, modernen Touch zu geben. Ich habe auch an Harry Houdini gedacht, der einen Großteil seines Lebens damit verbracht hat, die Spiritisten zu entlarven, die mit den Hinterbliebenen Geld machen wollten. Er glaubte daran, dass nach dem Tod nichts weitergeht. Er war der zweitgrößte Entfesselungskünstler, Harry war es, Lazarus war natürlich der größte. Ich wollte eine Art Vehikel, ein Medium, für Houdini schaffen, damit er zu uns sprechen kann, wenn er es wünscht, Sie wissen schon, aus dem Jenseits.“

Fazit: Intensiv klingt das vierzehnte Studioalbum von Nick Cave and The Bad Seeds mit dem Titel „Dig, Lazarus, Dig!!!“. Nick Cave verarbeitet hier ein religiöses Thema und transportiert es in die Jetzt-Zeit. Dunkel klingt dieses Album und dabei auch spannend und packend. Wer auf eher „düstere“ Sounds steht, wird hier nichts falsch machen können. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hold On To Yourself, Jesus Of The Moon, Midnight Man



Donnerstag, 9. April 2020

Nick Cave And The Bad Seeds – Skeleton Tree




Nick Cave And The Bad Seeds – Skeleton Tree


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, wurlitzer, synthesizer, vibraphone, backing vocals
Warren Ellis – synthesizer, loops, wurlitzer, piano, baritone tenor guitar, violin, viola, drum treatments, drum loops, backing vocals
Martyn Casey – bass
Thomas Wydler – drums
Jim Sclavunos – percussion, vibraphone, tubular bells, backing vocals
George Vjestica – acoustic guitar, backing vocals


Gastmusiker:

Else Torp – additional vocals (track 7)
Ellie Wyatt – violin
Charlotte Glason – viola
Joe Giddey – cello


Label: Bad Seeds Limited


Erscheinungsjahr: 2016


Stil: Alternative Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Jesus Alone (5:52)
2. Rings Of Saturn (3:28)
3. Girl In Amber (4:51)
4. Magneto (5:22)
5. Anthrocene (4:34)
6. I Need You (5:58)
7. Distant Sky (5:36)
8. Skeleton Tree (4:03)

Gesamtspieldauer: 39:46




„Skeleton Tree“ heißt das sechzehnte Studioalbum der australischen Rockband Nick Cave And The Bad Seeds. Es wurde am 9. September 2016 auf dem bandeigenen Plattenlabel Bad Seed Limited veröffentlicht. Während der Aufnahmen verstarb Nick Caves 15-jähriger Sohn Arthur. Er stürzte von einer Klippe in Ovingdean, in der Nähe von Brighton, England, und erlag am 14. Juli 2015 seinen Verletzungen. Der Großteil von „Skeleton Tree“ war zum Zeitpunkt des Todes seines Sohnes zwar bereits geschrieben worden, aber einige Texte wurden von Nick Cave während der folgenden Aufnahmen nochmals geändert und beinhalten Themen wie Tod, Verlust und persönliche Trauer.

„Skeleton Tree“ ist ganz bestimmt kein einfaches Album und eines der am wenigsten zugänglichen in der Diskographie der Australier. Die Titel sind sehr synthesizerlastig und zum Teil auch minimalistisch gehalten. Besonders eingängige Melodien sucht man auf „Skeleton Tree“ vergeblich, es ist eine tiefdunkle Atmosphäre, die über dem Album schwebt und alles in eine düstere Stimmung taucht. Intensiv klingt das durchaus, jedoch keineswegs eingängig, an mancher Stelle fast schon atonal. Graue Novembermusik, die manchmal nur ganz weiche Synthesizerklänge aufweist, über die Nick Cave fast schon beschwörend singt. Definitiv keine radiotaugliche Musik, Musik, auf die sich voll konzentriert werden muss, sonst läuft diese Scheibe ins Leere.

Die einzelnen Titel passen nicht nur sehr gut zueinander, sie sind auch allesamt im selben Stil gehalten. Traurig, manchmal gar nicht mehr melancholisch, sondern bereits hoffnungslos. Von daher ist es auch nicht einfach die Höhepunkte dieser Scheibe zu benennen. Der Weg der Musik wird vom ersten bis zum letzten Takt konsequent beschritten, ohne jegliche Ausbrüche in irgendeine andere Richtung zuzulassen. Um an dieser Stelle doch ein Lied zu erwähnen, sei auf den Titel „Girl In Amber“ verwiesen, der in all seiner Traurigkeit auch sehr viel Schönheit verströmt.

Fazit: Ein sehr dunkles Album ist „Skeleton Tree“ von Nick Cave And The Bad Seeds geworden. Kaum zu glauben, dass Nick Cave und Warren Ellis, die zusammen die Musik und alle Texte schrieben, nur einige Lieder nach diesem Schicksalsschlag nochmals überarbeiteten. Das Album klingt so, als ob es von der ersten bis zur letzten Sekunde Trauer widerspiegelt. Intensiv. Neun Punkte.

Anspieltipps: Girl In Amber



Montag, 9. März 2020

Nick Cave And The Bad Seeds – Push The Sky Away




Nick Cave And The Bad Seeds – Push The Sky Away


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, electric piano
Warren Ellis – violin, viola, tenor guitar, flute, synthesizer, electric piano, loops, backing vocals
Martyn P. Casey – bass (1–6, 8), backing vocals
Barry Adamson – bass (7, 9), backing vocals
Conway Savage – vocals, backing vocals
Thomas Wydler – drums, backing vocals
Jim Sclavunos – percussion, backing vocals


Gastmusiker:

George Vjestica – twelve-string guitar (4, 5), backing vocals (5, 8)
Chris Dauray – saxophone (8)
Jessica Neilson – bass clarinet (8)
Ryan Porter – trombone (8)
Antonio Beliveau – backing vocals (1, 3, 7, 9)
Aya Peard – backing vocals (1, 3, 7, 9)
Jason Evigan – backing vocals (1, 3, 7, 9)
Natalie Wilde – backing vocals (1, 3, 7, 9)
Martha Skye Murphy – backing vocals (1, 3, 7)
Children Of Ecole Saint Martin – backing vocals (4, 8, 9)


Label: Bad Seed Limited


Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. We No Who U R (4:05)
2. Wide Lovely Eyes (3:40)
3. Water’s Edge (3:49)
4. Jubilee Street (6:36)
5. Mermaids (3:49)
6. We Real Cool (4:18)
7. Finishing Jubilee Street (4:28)
8. Higgs Boson Blues (7:50)
9. Push the Sky Away (4:09)

Gesamtspieldauer: 42:47




„Push The Sky Away” nannte der australische Musiker Nick Cave das fünfzehnte Studioalbum, welches er zusammen mit seiner Band The Bad Seeds veröffentlichte. „Push The Sky Away” erschien am 18. Februar 2013 auf dem bandeigenen Plattenlabel Bad Seed Limited. Es ist das erste Album der Band, auf dem Gründungsmitglied Mick Harvey nicht mehr zu hören ist, er verließ die Band im Januar 2009. Dafür kehrte Bassist und ebenfalls Gründungsmitglied Barry Adamson zu den Bad Seeds zurück, der das letzte Mal auf dem 1986er Album „Your Funeral... My Trial“ beteiligt war. Schließlich ist „Push The Sky Away” auch das letzte Album, auf dem Conway Savage zu hören ist, der an einem Hirntumor erkrankte und schließlich 58-jährig am 2. September 2018 daran verstarb.

„Push The Sky Away” ist kein leichtes, gleichsam ein etwas entrücktes Album geworden. Die Stimmung auf der Platte ist dunkel und düster, bisweilen sogar traurig, als ob Nick Cave und Warren Ellis, die erneut die Lieder des Albums schrieben, bereits von bevorstehenden Schicksalsschlägen wussten, die sich spätestens bei der nächsten Platte bereits zum Teil vollzogen hatten. Dabei klingt dieses fünfzehnte Studioalbum der Australier sehr eingängig und stellt eines jener Alben dar, die erst mit dem zweiten, dritten, vierten oder fünften Durchlauf ihre ganze Besonderheit, Schönheit und Melodiösität der Hörerin und dem Hörer freigeben. Definitiv muss man „Push The Sky Away” wirken und einwirken lassen, dann wächst diese Scheibe. In ihrer Verbindung aus in Moll getauchten Akkorden und sehr viel Harmonie gehört diese Platte mit zu den Höhepunkten im Schaffen von Nick Cave & The Bad Seeds.

Ich höre auf „Push The Sky Away” viele wahrlich gelungene Lieder und besondere Momente. Besonders in der ersten Hälfte des Albums sind diese reichlich vorhanden. Stücke wie „We No Who U R“, „Jubilee Street“ oder „Mermaids“ schaffen es, Hörerin und Hörer völlig in den Bann zu ziehen. Diese süße Melancholie bis Sentimentalität, die mit diesen Titeln vermittelt wird, wirkt und wirkt auch länger nach. Dazu erklingen in diesen Stücken wunderschöne mehrstimmige Gesänge in Kombination zu eingängigen, sanften Melodien und fertig sind sie, die Highlights auf „Push The Sky Away”.

Fazit: „Push The Sky Away”, das fünfzehnte Studioalbum von Nick Cave & The Bad Seeds ist ein dunkles, eher trauriges Album geworden, angefüllt mit Musik, die wirkt. In die Lieder der Australier lässt sich bestens eintauchen, auch wenn man ihnen etwas Zeit zum Reifen geben sollte. Schöne, intensive und melodiöse Lieder, die sich zu hören lohnt, nicht nur in der dunklen Jahreszeit. Elf Punkte.

Anspieltipps: We No Who U R, Jubilee Street, Mermaids



Donnerstag, 19. Dezember 2019

Nick Cave And The Bad Seeds – Ghosteen




Nick Cave And The Bad Seeds – Ghosteen


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, synthesizer, backing vocals
Warren Ellis – synthesizer, loops, flute, violin, piano, backing vocals
Thomas Wydler – drums
Martyn Casey – bass
Jim Sclavunos – vibraphone, percussion
George Vjestica – guitar


Gastmusiker:

Augustin Viard – ondes martenot
Kaushlesh "Garry" Purohit – tablas


Label: Ghosteen Ltd.


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

CD1:

1. Spinning Song (4:43)
2. Bright Horses (4:52)
3. Waiting For You (3:54)
4. Night Raid (5:07)
5. Sun Forest (6:46)
6. Galleon Ship (4:14)
7. Ghosteen Speaks (4:02)
8. Leviathan (4:48)

CD2:

1. Ghosteen (12:10)
2. Fireflies (3:23)
3. Hollywood (14:12)

Gesamtspieldauer CD1 (38:26) und CD2 (29:45): 1:08:11




„Ghosteen“ heißt das bereits siebzehnte Studioalbum der australischen Rockband Nick Cave And The Bad Seeds. Am 4. Oktober 2019 wurde „Ghosteen“ auf dem Plattenlabel Ghosteen Ltd. Digital veröffentlicht und erschien nun am 8. November 2019 auf dem Label Bad Seed Ltd. in physischer Form. „Ghosteen“ ist der letzte Teil einer Trilogie, zu der die vorher veröffentlichten Alben „Push The Sky Away“ aus dem Jahr 2013 und „Skeleton Tree“ aus dem Jahr 2016 gehören.

Während der Aufnahmen zum vorherigen Album starb Nick Caves 15-jähriger Sohn Arthur, als er die Klippen des Ovingdean Gap bei Brighton, England hinabstürzte. Im letzten Jahr verstarb schließlich noch Conway Savage, der seit 1990 Mitglied der Band und dort an den Tasteninstrumenten zu hören war, an einem ein Jahr zuvor diagnostizierten Hirntumor. Kein Wunder also, dass „Ghosteen“ dunkel klingt, sehr dunkel sogar. Eine dichte und tiefe und düstere Atmosphäre wird auf dem Doppelalbum verströmt, welche einen vollständig einhüllt und umschließt. Viele Synthesizer-Klänge sind da zu hören, die wie Teppiche die Grundlage der einzelnen Lieder bilden und die Traurigkeit noch unterstreichen, mit der auch Nick Cave seine Worte auf dieser Scheibe formt. Seine tiefe Stimme wandelt sich und ist auch in höheren Lagen zu hören, was die Intensität der einzelnen Stücke nochmals anschwellen lässt. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, hört man sanfte Piano-Klänge, Violinen, Bratschen, Celli und Kontrabass, um die hier immer allgegenwärtige Ausweglosigkeit endgültig in das Zentrum des Albums zu rücken.

Nun, auf „Ghosteen“ klingt nichts fröhlich. Die Musik ist eher klagend, verzweifelt, tieftraurig eben. Das muss man mögen. Zeitlich gesehen passt diese Platte perfekt in den Herbst. Trübe Novembertage, viel Dunkelheit, Melancholie, Sentimentalität, Traurigkeit. Die richtige Platte, um den eigenen inneren Blues zu streicheln. „Ghosteen“ hat nichts mit den eher punkigen Alben des Nick Cave zu tun und wird alle diejenigen Hörerinnen und Hörer verschrecken, die diese Musik früherer Tage des Australiers lieben. Für alle diejenigen, die sich allerdings auf dunkle Töne einlassen können, eine Bereicherung.

Fazit: „Ghosteen“ ist so ganz anders, als frühere Nick Cave Platten. Auf dem Vorgängeralbum „Skeleton Tree“ wurde diese Entwicklung allerdings bereits angedeutet. Auf „Ghosteen“ verarbeitet Nick Cave seine ganz persönlichen Schicksalsschläge. Die Atmosphäre, die die Musik des Albums verbreitet ist von daher eine dunkle, düstere und zutiefst traurige. Leise Musik, mitunter leicht experimentell, jederzeit intensiv. Elf Punkte.

Anspieltipps: Spinning Song, Sun Forest, Hollywood



Donnerstag, 17. September 2015

Nick Cave & The Bad Seeds – Let Love In




Nick Cave & The Bad Seeds – Let Love In


Besetzung:

Nick Cave – vocals, organ, backing vocals, piano, electric piano, oscillator, bells
Blixa Bargeld – guitar, backing vocals, vocals
Martyn P. Casey – bass guitar
Mick Harvey – guitar, backing vocals, organ, drums, string arrangement, bells, tambourine, shaker
Conway Savage – backing vocals, piano
Thomas Wydler – drums, tambourine, timpani, shaker, triangle, fish


Gastmusiker:

Tex Perkins – backing vocals
Rowland S. Howard – backing vocals
Mick Geyer – backing vocals
Nick Seferi – backing vocals
Spencer P. Jones – backing vocals
Robin Casinader – violin
Warren Ellis – violin
David McComb – backing vocals
Donna McEvitt – backing vocals
Katharine Blake – backing vocals


Label: Mute Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Do You Love Me? (5:56)
2. Nobody's Baby Now (3:52)
3. Loverman (6:21)
4. Jangling Jack (2:47)
5. Red Right Hand (6:10)
6. I Let Love In (4:14)
7. Thirsty Dog (3:48)
8. Ain't Gonna Rain Anymore (3:46)
9. Lay Me Low (5:08)
10. Do You Love Me? (Part 2) (6:12)

Gesamtspieldauer: 48:19




„Let Love In“ heißt das achte Studio-Album des Australiers Nick Cave zusammen mit seiner Band „The Bad Seeds“ und wurde 1994 veröffentlicht. Und ein weiteres Mal schickt uns der Musiker auf eine intensive Reise, denn „Let Love In“ ist ein Album voller Gefühl geworden, mit vielen ruhigen Titeln, in denen die warme und sonore Stimme des Nick Cave erneut perfekt zur Geltung kommt.

Die meisten der Nummern auf „Let Love In“ überzeugen gleich beim ersten Hören, nutzen sich jedoch mit jedem weiteren Durchlauf auch keineswegs ab. Oftmals breiten sich vor dem Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers sanfte und zarte Melodien aus, in die es einzutauchen gilt. Solch eine Nummer wie „Thirsty Dog“, bei der das Tempo deutlich stärker angezogen wird und der durchaus rockt, solche Titel finden sich deutlich weniger auf dieser Scheibe, die auch keine musikalischen Ausfälle aufweist. „Let Love In“ wirkt durchgehend überzeugend.

Favoriten sind dabei der Opener „Do You Love Me?”, welcher im Mid Tempo gehalten ist und den es dann am Ende der Scheibe auch noch als Ausgangslied gibt – jedoch in einer völlig anderen Version. Nun ist das Lied sehr viel getragener, Streicher sorgen an einigen Stellen für ein fast orchestrales Hörvergnügen. Trotzdem überzeugt hier die Eingangsvariante etwas mehr. Sehr überzeugend klingt „Loverman“. Eine intensive Nummer, sowohl von den Melodiebögen her, die ganz schnell zu zünden verstehen, wie auch vom Text. Startet das Lied zunächst sehr zurückhaltend und ruhig, so scheint sie zwischenzeitlich immer wieder kurz zu explodieren, wird fordernd und deutlich aggressiver.

Absolut gelungen ist „Red Right Hand“. Lediglich ganz zart instrumentiert, ist es neben der Stimme des Nick Cave genau diese Instrumentierung selbst, die den Reiz dieses Titels ausmacht, da sie durchaus mit „ungewöhnlich“ und groovend zu umschreiben ist. Wunderschön und eingängig klingt das „Titellied“ „I Let Love In“, welches vom Piano dominiert wird. Dann das spannende und getragene „Ain't Gonna Rain Anymore“, ein langsamer Ohrwurm, dieses Mal erneut mit zahlreichen Streichern versehen. Im Grunde genommen hätte ich hier auch andere Nummern aufzählen können, denn überzeugend klingt es an praktisch jeder Stelle auf „Let Love In“.

Fazit: Auch „Let Love In“ ist Nick Cave und seinen Bad Seeds überaus gelungen. Der Australier hat die Gabe, Platten auf gleichmäßig hohem Niveau zu veröffentlichen. Dabei hört man hier in jedem Takt Nick Cave And The Bad Seeds heraus. Das wiederum bedeutet jedoch keineswegs, dass die Musik der Band langsam anfängt langweilig zu werden. Ganz im Gegenteil sogar, „Let Love In“ klingt wie eine logische und folgerichtige Erweiterung der musikalischen Aussagen des Nick Cave. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Red Right Hand, I Let Love In



Mittwoch, 15. Juli 2015

Nick Cave And The Bad Seeds – Henry’s Dream




Nick Cave And The Bad Seeds – Henry’s Dream


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, organ, harmonica
Mick Harvey – rhythm guitar, piano, organ, vibraphone, drums, percussion, backing vocals
Blixa Bargeld – guitar, backing vocals
Martyn P. Casey – bass, backing vocals
Conway Savage – piano, vocals, rhodes
Thomas Wydler – drums, percussion


Gastmusiker:

Dennis Karmazyn – cello
Bruce Dukov – violin
Barbara Porter – violin


Label: Mute Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Alernative Rock


Trackliste: 

1. Papa Won't Leave You, Henry (5:54)
2. I Had A Dream, Joe (3:42)
3. Straight To You (4:34)
4. Brother, My Cup Is Empty (3:02)
5. Christina The Astonishing (4:51)
6. When I First Came To Town (5:21)
7. John Finn's Wife (5:13)
8. Loom Of The Land (5:07)
9. Jack The Ripper (3:45)

Gesamtspieldauer: 41:34




„Henry’s Dream“ heißt das siebte Studio-Album von Nick Cave And The Bad Seeds und wurde im Jahr 1992 veröffentlicht. An dieser Platte kann man einmal mehr hören und auch erleben, wie abwechslungsreich und überzeugend Alternative Rock klingen kann. Die Platte ist angefüllt mit tollen Songs, die ins Ohr gehen. Zugegebenermaßen ist dies nicht gleich unbedingt beim ersten Hören der Fall, jedoch wächst die Scheibe mit jedem weiteren Durchgang.

Die Nummern auf „Henry’s Dream“ sind also melodiös und eingängig, werden ziemlich schnell zu Vertrauten. Allgemein ist die Stimmung auf dieser Platte jedoch rockiger, als noch auf dem Vorgänger „The Good Son“. Waren es dort noch die sanfteren Töne, die im Mittelpunkt standen, so ist es jetzt der Rock, der auch mal ordentlich Gas gibt. Trotzdem hängt auch hier wieder eine etwas marode Stimmung über dem Album. Geschichten vom Tod und vom Untergang sind sowieso die Lieblinge des Australiers, die auf „Henry’s Dream“ nun eben in ein rockiges Gewand gepackt werden.

Das Schöne an dieser Platte ist auch, dass man sie in einem durch genießen kann. Kein Lied fällt gegenüber dem anderen großartig ab, wobei natürlich der Geschmack der Hörerin beziehungsweise des Hörers seine eigenen Favoriten festlegen wird. Für mich sind das die ersten drei Titel, die bereits eine schöne Übersicht darüber geben, was den Konsumenten hier alles erwartet. Dann ist da noch das kraftvolle „When I First Came To Town“ und nicht zu vergessen natürlich das sehr intensive „John Finn's Wife“. Für mich mit eines der besten Lieder, die Nick Cave jemals geschrieben hat.

Fazit: Auch “Henry’s Dream“ ist überzeugend geworden, allerdings auf eine andere Art und Weise als noch der Vorgänger. Dieses Mal ist es meist der kraftvolle Rock, der die Lieder und damit die Platte dominiert. Allerdings übertreibt Nick Cave hier keineswegs, das ist wahrlich kein Hard Rock, der auf der Scheibe zu hören ist. Jedoch bekommt man auf „Henry’s Dream“ eine Ladung kraftvollen und melodiösen Alternativ Rock serviert, die sich lohnt gehört zu werden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Papa Won't Leave You Henry, Straight To You, John Finn's Wife



Montag, 29. Juni 2015

Nick Cave & The Bad Seeds – The Good Son




Nick Cave & The Bad Seeds – The Good Son


Besetzung:

Nick Cave – vocals, piano, hammond, harmonica
Mick Harvey – bass, acoustic guitar, vibraphone, percussion, backing vocals
Blixa Bargeld – guitar, backing vocals
Kid Congo Powers – guitar
Thomas Wydler – drums, percussion


Gastmusiker:

Alexandre Ramirez – violin
Altamir Tea Bueno Salinas – violin
Helena Akiku Imasoto – violin
Lea Kalil Sadi – violin
Akira Terazaki – viola
Glauco Masahiru Imasoto – viola
Braulio Marques Lima – cello
Cristina Manescu – cello


Label: Mute Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Foi Na Cruz (5:39)
2. The Good Son (6:03)
3. Sorrow's Child (4:39)
4. The Weeping Song (4:25)
5. The Ship Song (5:14)
6. The Hammer Song (4:17)
7. Lament (4:54)
9. The Witness Song (5:57)
9. Lucy (4:17)

Gesamtspieldauer: 45:29




„The Good Son“ ist das sechste Studio-Album des Australiers Nick Cave mit seiner Band „The Bad Seeds“. Aufgenommen wurde es Ende 1989 und es erschien schließlich im April 1990. „The Good Son“ ist angefüllt mit sanften Balladen, die Streicher kommen immer wieder zum Zug, alles ist sehr harmonisch und melodisch gehalten, ohne dabei jedoch süßlich oder gar überzuckert zu wirken. Bei vielen Fans des Australiers gilt dieses Album auch als seine gefühlvollste Platte.

Nun, meckern kann man da auch wahrlich nicht, wenn man auf die eher sanfteren Töne in der Musik steht, dann ist diese Scheibe prädestiniert dazu, gehört zu werden. Alles klingt und ist überaus melodiös. Dabei gehen einem sämtliche neun Titel noch nicht einmal beim ersten Hören sofort ins Ohr. Drei bis vier Durchgänge braucht es da schon, bis die Nummern zu guten Freunden werden können. Dann allerdings bleiben sie – wie für gute Freunde selbstverständlich – treue Begleiter.

Eindrucksvoll, wie immer bei Nick Cave, ist sein häufig tiefer, sonorer Gesang, der sehr viel Wärme ausstrahlt. Passender könnten seine Geschichten gar nicht erzählt werden. So klingt diese Eingängigkeit auch niemals langweilig, sondern immer sehr überzeugend und spannend. In all diesen schönen Melodien lässt sich fabelhaft eintauchen, sie laden ein zum Träumen, zum Begleitet werden oder zum genauen Zuhören, je nach Stimmung – überzeugend ist es auf jeden Fall immer.

Fazit: Ein wirklich schönes Album ist „The Good Son“ geworden. Eine völlig unaufgeregte Scheibe, die wirkt. Tolle Melodien umschmeicheln das Ohr der Hörerin und des Hörers. In diese Melodien lässt sich bestens eintauchen und die Musik genießen. Genau dazu wurde diese Scheibe auch gemacht, da bin ich mir sicher, die Hörer sollen Musik genießen. Ziel erfüllt Nick Cave! Elf Punkte.

Anspieltipps: The Good Son, The Weeping Song, The Hammer Song