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Freitag, 30. Oktober 2020

The Flower Kings – Islands

 



The Flower Kings – Islands


Besetzung:

Roine Stolt – vocals, ukulele, guitars, additional keyboards
Hasse Fröberg – vocals & acoustic guitar
Jonas Reingold – bass, acoustic guitar
Zach Kamins – pianos, organ, synthesizers, mellotron, orchestrations
Mirko DeMaio – drums, percussion


Gastmusiker:

Guest: Rob Townsend – soprano saxophone




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Racing With Blinders On (4:33)
2. From The Ground (4:10)
3. Black Swan (5:57)
4. Morning News (4:06)
5. Broken (6:48)
6. Goodbye Outrage (2:24)
7. Journeyman (1:49)
8. Tangerine (4:12)
9. Solaris (9:31)
10. Heart Of The Valley (4:41)
11. Man In A Two Peace Suit (3:28)

CD2:

1. All I Need Is Love (5:53)
2. A New Species (5:56)
3. Northern Lights (5:45)
4. Hidden Angles (0:52)
5. Serpentine (3:52)
6. Looking For Answers (4:45)
7. Telescope (4:52)
8. Fool’s Gold (3:18)
9. Between Hope & Fear (4:42)
10. Islands (4:15)

Gesamtspieldauer CD1 (51:44) und CD2 (44:14): 1:35:58



Wenn nun am 30. Oktober das vierzehnte Studioalbum der schwedischen Progressive Rock Band The Flower Kings auf dem Plattenlabel InsideOut Music erscheint, dann ist das durchaus etwas Besonderes. Bisher hatte man immer nur von Bands oder Sängerinnen und Sängern gehört, die die Veröffentlichung ihres neuen Werkes nach hinten geschoben haben. Ganz anders die Flower Kings um Roine Stolt. Der sagt dazu:

„Alle Shows und Festivals wurden abgesagt, und die Zukunft hat sich nicht wirklich so „entfaltet“, wie wir gehofft hatten. Die Pandemie ohne Aktivitäten auszusitzen, war für uns keine Option! Wir können nicht von einem bösen Virus aufgehalten werden! Mit Mitgliedern, die in den USA, Italien, Österreich und Schweden leben, bestand die einzige Möglichkeit dieses Album zu realisieren darin, die Magie des Netzes zu nutzen, Dateien rund um den Globus zu verschicken und mit dem Aufbau eines Doppelalbums in Mammutgröße mit 21 Songs zu beginnen.“

„Islands“ ist ein Konzeptalbum, auf dem inhaltlich die derzeitige Pandemie durchaus eine große Rolle spielt. Es geht um Isolation, Verlust und die Ängste davor, getrennt zu werden. Alles Punkte, die fast jeder Mensch auf dieser Erde gerade mehr oder weniger spüren wird. „Musikalisch gesehen“, sagt Roine Stolt „bestand das Ziel darin, aus 21 Liedern ein größeres großes episches Stück zu schaffen.“ Und weiter „So wie „Sgt Peppers Lonely Hearts Club Band“ oder „The Lamb Lies Down On Broadway“ auf kürzeren Liedern aufgebaut, aber dennoch miteinander verbunden sind.“ „Islands“ wäre demnach darauf zugeschnitten, „als ein einziges Stück gehört zu werden - wie eine filmische 90 Minuten lange Fahrt“.

Nun, eine musikalische Reise ist „Islands“ tatsächlich geworden. Und es ist definitiv eines jener Alben, die es lohnt öfters gehört zu werden, denn die Musik wächst mit jedem weiteren Durchlauf im Ohr. 21, für die Flower Kings eher kürzere Stücke – lediglich das Lied „Solaris“ kratzt etwas an der Zehn-Minuten Grenze – sorgen für jede Menge Abwechslung auf dem Album, welches immer wieder mit neuen Melodien und atmosphärisch gelungenen Stimmungen aufwartet. Langeweile kommt da definitiv nicht auf.

Auf „Islands“ gibt es schöne und eingängige Melodien zu entdecken. Dazu haben die Flower Kings bezüglich der weiteren musikalischen Ingredienzien aus dem Vollen geschöpft. Mal klingt es rockiger, mal sanfter. Unterschiedliche Stimmen kommen beim Gesang zum Einsatz, doch es gibt auch Instrumentalstücke. Mal ist die Atmosphäre eines Liedes rockig, mit dem nächsten Titel klingt alles dagegen wieder sehr sphärisch. Treibende Rhythmen folgen einem bedächtigen Rhythmus, eine rockige Instrumentierung der orchestralen – und umgekehrt.

Der Anspruch des Roine Stolt und seiner Mitmusiker, aus 21 Liedern ein großes Ganzes werden zu lassen ist dabei durchaus gelungen. Trotz der vielen Lieder, die ein ganzes Doppelalbum füllen, klingt dieses vierzehnte Werk der Flower Kings wie eine Einheit, bei der sich die einzelnen Titel sehr gut ergänzen. Von daher lohnt es wirklich das Album in einem durchzuhören, um noch besser in diese Musik eintauchen zu können.

Und zum Schluss noch ein paar abschließende Worte zum Cover. Ein Roger Dean Cover. Neben den Covern von Storm Thorgerson für mich die schönsten Plattenhüllen überhaupt und ganz speziell für diese Art der Musik. Irgendwie taucht man damit bereits optisch in eine andere Welt ein, die dann klanglich wunderschön untermalt wird.

Fazit: Ich fand auch den Vorgänger „Waiting For Miracles“ aus dem letzten Jahr wieder sehr gelungen, nachdem zuvor etwas durchschnittlichere Alben der Flower Kings erschienen waren. Was hat sich also gegenüber dieser letztjährigen Scheibe in der Musik der Flower Kings geändert? Nun, die einzelnen Lieder hatten im Durchschnitt eine längere Laufzeit. Gab es darauf häufig einen Stimmungswechsel im Lied selbst, so wird dieser hier durch einen Moment der Ruhe, nach dem Ausklingen des einen und mit dem Anklingen des nächsten Liedes eingeleitet. Ansonsten bleibt die Musik der Flower Kings auch auf „Islands“ eingängig, spannend und abwechslungsreich. Es macht wieder Spaß den Flower Kings zuzuhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: From The Ground, Morning News, Between Hope & Fear



Freitag, 8. November 2019

The Flower Kings – Waiting For Miracles




The Flower Kings – Waiting For Miracles


Besetzung:

Roine Stolt – electric & acoustic guitars, keyboards, lead vocals
Jonas Reingold – bass, fretless bass
Hasse Fröberg – lead & backing vocals
Zach Kamins – guitar, keyboards
Mirko DeMaio – drums, percussion


Gastmusiker:

Michael Stolt – bass, vocals
John "Zach" Dellinger – viola
Paul Cartwright – violin


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. House Of Cards (1:56)
2. Black Flag (7:39)
3. Miracles For America (10:03)
4. Vertigo (9:59)
5. The Bridge (5:30)
6. Ascending To The Stars (5:40)
7. Wicked Old Symphony (5:46)
8. The Rebel Circus (5:49)
9. Sleep With The Enemy (6:02)
10. The Crowning Of Greed (4:48)

CD2:

1. House Of Cards Reprise (1:21)
2. Spirals (5:06)
3. Steampunk (6:30)
4. We Were Always Here (7:35)
5. Busking At Brobank (0:52)

Gesamtspieldauer CD1 (1:03:17) und CD2 (21:26): 1:24:43





Nachdem Roine Stolt im letzten Jahr ein Album mit dem Titel „Manifesto Of An Alchemist“ unter der „Überschrift „Roine Stolt‘s The Flower King“ veröffentlicht hatte, erscheint am 8. November 2019 das offizielle dreizehnte Studioalbum der Flower Kings mit dem Titel „Waiting For Miracles“. Das Album wird auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und weiß auch wieder mehr zu überzeugen, als noch der „Solo-Ausflug“ des Schweden im letzten Jahr.

Ebenso klingt „Waiting For Miracles“ wieder überzeugender, als viele jener Alben der 2000er Jahre. Die Musik auf „Waiting For Miracles“ ist abwechslungsreicher geworden, spielt mehr mit den Stimmungen und Atmosphären und hat dazu noch den großen Vorteil, dass sie Melodien enthält, in die sich leicht eintauchen lässt. Spannende Lieder größtenteils im Zeichen des RetroProg, die einen auf eine Reise mitnehmen, unterhalten zu einem gewissen Teil auch fesseln.

Beispielhaft hierfür stehen eine ganze Reihe hintereinander angeordnete Nummern auf der ersten CD. „Black Flag“, „Miracles For America“, „Vertigo“, „The Bridge“ und schließlich „Ascending To The Stars“ machen Spaß und Lust auf mehr. Melodiöser und moderner Progressive Rock, der ins Ohr geht und mit der Nummer „Ascending To The Stars“ seinen Höhepunkt findet. Das Lied beginnt wie ein Stück Filmmusik in einer Szene, in der sich gerade die Sonne am Horizont emporhebt, um ein wunderschönes grünbewaldetes Gebiet zu erwärmen – nun zumindest kommen diese Assoziationen bei mir auf. Man vernimmt noch eine E-Gitarre, jedoch wandelt sich das Lied immer mehr in ein Stück moderner Klassik mit Chor und viel Orchester. Klasse. Allerdings folgt der Tiefpunkt des Albums leider bereits unmittelbar danach. „Wicked Old Symphony“ ist eine poppige Nummer, langweilt sehr und will so gar nicht zum vorherigen Stück passen. Glücklicherweise ist dieses Mainstream-Pop-Lied allerdings eine Ausnahme auf „Waiting For Miracles“.

Fazit: Nach einigen etwas durchschnittlicheren Alben ist den Flower Kings mit „Waiting For Miracles“ wieder eine sehr viel überzeugendere Scheibe gelungen. RetroProg der guten und abwechslungsreichen Sorte, der zudem noch ins Ohr geht – auch das spielt für einige Hörerinnen und Hörer eine nicht unbedeutende Rolle. Macht Lust auf mehr. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Bridge, Ascending To The Stars



Freitag, 7. Dezember 2018

The Flower Kings – Desolation Rose




The Flower Kings – Desolation Rose


Besetzung:

Roine Stolt – electric & acoustic guitars, vocals, additional keyboards
Jonas Reingold – electric basses, vocals
Tomas Bodin – grand piano, hammond b3, minimoog, fender rhodes, electric keyboards
Hasse Fröberg –vocals & electric guitars
Felix Lehmann – drums & percussion


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Tower One (13:37)
2. Sleeping Bones (4:16)
3. Desolation Road (4:00)
4. White Tuxedos (6:30)
5. The Resurrected Judas (8:24)
6. Silent Masses (6:17)
7. Last Carnivore (4:22)
8. Dark Fascist Skies (6:05)
9. Blood Of Eden (3:12)
10. Silent Graveyards (2:52)

Gesamtspieldauer: 59:40



„Desolation Rose” heißt das zwölfte Studioalbum der schwedischen Progressive Rockband The Flower Kings. Das Album wurde am 28. Oktober 2013 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Eingespielt wurde die Scheibe in der gleichen Besetzung wie schon der Vorgänger „Banks Of Eden“, der ein Jahr zuvor erschien.

Ob nochmals ein Album der Flower Kings veröffentlicht wird, weiß wohl lediglich Roine Stolt selbst. Umstritten sind diese letzten Veröffentlichungen der Schweden allesamt – bei Fans wie Musikkritikern. Jedoch auch diese bisher letzte Veröffentlichung ist alles andere als schlecht geraten, allerdings stellt „Desolation Rose” langsam den vierten, fünften, sechsten oder siebten Aufguss der immer gleichen Musik dar. Etwas vertrackter Progressive Rock, der mal mehr, mal weniger ins Ohr geht. Die Lieder sind verschachtelt und abwechslungsreich, weisen dabei neben krachenden Soli auch wunderschöne sanfte Passagen auf. Lieder, die dabei von vorne bis hinten absolut überzeugen gibt es jedoch nicht, da sie immer aus mehreren Versatzstücken zusammengekittet sind, die eben mal mehr, mal weniger gefallen und überzeugen. Allzu oft bewegen sich die Schweden dabei auch im Bereich des Mainstream Rocks, von dem es auf dieser Welt einfach schon zu viel gibt.

Wäre diese Platte die erste Berührung mit den Flower Kings, würde das Album sicherlich noch mehr überzeugen. Doch irgendwie scheint man als Hörer der bereits ersten Veröffentlichungen und Begleiter der Band, fast alles von den Musikern um Roine Stolt schon mal gehört zu haben. Auf „Desolation Rose” gesellen sich zu diesen offensichtlichen Wiederholungen noch solch unsägliche Schmachtitel wie „Blood Of Eden“ oder „Silent Graveyards“ und man möchte am liebsten reflexartig zur Fernbedienung greifen. „White Tuxedos“ sowie „Silent Masses“ fischen auch ganz ordentlich im Mainstream und haben mit Progressive Rock nur noch am Rande zu tun. Doch hier gehen die Melodiebögen zumindest noch ins Ohr und können von daher überzeugen. Und der ganze Rest? Geschmackssache, allerdings jedoch leider nicht mehr sonderlich progressiv.

Fazit: Die Flower Kings haben sich mit „Desolation Rose” einmal mehr kopiert. Ganz bestimmt hört man keine schlechte Musik auf der Platte, doch wenn man die Vorgängeralben ebenfalls bereits besitzt, klingt die Musik der Schweden etwas ermüdend. Nichts Neues gibt es auf dem zwölften Album der Flower Kings zu hören, nur dass der Kurs in Richtung Mainstream weiter fortgesetzt wurde. Acht Punkte.

Anspieltipps: White Tuxedos, Silent Masses



Freitag, 16. November 2018

The Flower Kings – Banks Of Eden




The Flower Kings – Banks Of Eden


Besetzung:

Roine Stolt – guitars & vocals
Hasse Fröberg – guitars & vocals
Tomas Bodin – keyboards
Jonas Reingold – bass, vocals & acoustic guitar
Felix Lehmann – drums & percussion


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Numbers (25:26)
2. For The Love Of Gold (7:25)
3. Pandemonium (6:09)
4. For Those About To Drown (7:06)
5. Rising The Imperial (7:52)

Gesamtspieldauer: 54:00




Unter dem Titel „Banks Of Eden” erschien das elfte Studioalbum der schwedischen Progressive Rockband The Flower Kings. Das Album wurde am 18. Juni 2012 veröffentlicht, fast fünf Jahre nach dem Vorgänger „The Sum Of No Evil”. „Banks Of Eden” erschien auf dem Plattenlabel InsideOut Music und die Flower Kings warteten wieder einmal mit einem neuen Schlagzeuger auf, der jetzt Felix Lehmann heißt und aus Deutschland stammt.

Roine Stolt hatte „seiner“ Band eine Pause verordnet, da sich die Flower Kings sich seiner Meinung nach musikalisch auf den letzten Platten nicht mehr weiterentwickelt hatten. Dem kann man durchaus zustimmen, denn die Flower Kings schwebten in ihrem eigenen Universum und die Lieder gleichen sich inzwischen irgendwie alle. Nun sollte es also eine schöpferische Pause geben, in denen sich alle Musiker mal bei anderen Bands oder in anderen Projekten austoben und neue Ideen sammeln sollten. Das Ergebnis heißt „Banks Of Eden“ und obwohl manche der Fans und Kritiker hier keine Veränderung zu den letzten Alben der Band konstatieren, so klingt diese Platte in meinen Ohren durchaus anders.

Das liegt an den Songs selbst, die ich als melodischer und eingängiger empfinde, als jene, die zumeist auf den früheren Platten vertreten war. Die Lieder wirken, sind dabei zwar immer noch recht verschachtelt und manches Mal nicht nachvollziehbar aufgebaut, doch sie gehen eben auch besser ins Ohr. Es sind die Melodien, die sich dieses Mal deutlich besser einprägen und wirken. Dies gilt für alle fünf Nummern der Platte, angefangen vom wieder einmal episch langen Haupttitel „Numbers“ bis zu allen folgenden „kürzeren“ Nummern. Dadurch macht die Platte durchaus etwas mehr Spaß als seine Vorgänger, wenn sie einen trotzdem immer noch nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Doch man hört auf „Banks Of Eden“ solide gemachten Progressive Rock, der auch fünfzig Jahre nach der Hochzeit dieses musikalischen Genres noch wirkt.

Fazit: Ein wieder unterhaltsameres Album ist den Flower Kings nach fünfjähriger schöpferischer Pause gelungen. Eindeutig sind hier noch die Flower Kings zu hören, doch die Scheibe ist eingängiger geworden, diese exzessiven und häufigen Frickel-Attacken wurden deutlich zurückgefahren. Kaum vorstellbar, dass dies jemanden zu sehr stört. Die Flower Kings Fans werden sowieso begeistert sein, wegen dem Wiedererkennungswert oder der Entwicklung, ganz egal. Und ein paar neue Fans könnten mit dieser Platte sogar auch noch hinzukommen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Numbers, For Those About To Drown



Sonntag, 14. Oktober 2018

The Flower Kings – The Sum Of No Evil




The Flower Kings – The Sum Of No Evil


Besetzung:

Roine Stolt – vocals, guitars, additional keyboards
Tomas Bodin – piano, organ, synthesizers, mellotron
Hasse Fröberg – vocals, guitars
Jonas Reingold – bass guitar
Zoltan Csörsz – drums


Gastmusiker:

Hasse Bruniusson – marimba, glockenspiel, percussion
Ulf Wallander – soprano saxophone


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. One More Time (13:05)
2. Love Is The Only Answer (24:28)
3. Trading My Soul (6:25)
4. The Sum Of No Reason (13:25)
5. Flight 999 Brimstone Air (5:00)
6. Life In Motion (12:34)

Gesamtspieldauer: 1:14:59




„The Sum Of No Evil” heißt das inzwischen bereits zehnte Studioalbum der schwedischen Progressive Rockband The Flower Kings. Das Album erschien am 25. September des Jahres 2007 auf dem Plattenlabel InsideOut Music und stellt gleichzeitig das Comeback des Zoltan Csörsz am Schlagzeug dar.

Ansonsten klingt alles wie gehabt bei den Flower Kings. Auch auf „The Sum Of No Evil” hört man Progressive Rock, für den die Flower Kings irgendwie exemplarisch stehen. Ein wenig frickelig, gar nicht mal so melodiös und dafür innerhalb der einzelnen Lieder durchaus abwechslungsreich. Auf die Gesamtheit der Lieder dieses Albums und der vorherigen Alben bezogen, sieht das mit der Abwechslung dann allerdings schon völlig anders aus. Ein einmal bewährtes Konzept wird konsequent durchgezogen. Und das bedeutet eben, dass Lieder aus unterschiedlichen Teilen aufgebaut werden, die mal mehr, mal weniger gut ins Ohr gehen. Parts werden zusammengepackt, die nicht immer zusammen zu passen scheinen und diverse Instrumentalpassagen, die von gelungen über konstruiert bis hin zu selbstverliebt reichen, ergänzen das Ganze. Die Flower Kings machen wahrlich keine einfache Musik und von daher wird Roine Stolts Band wohl auf ewig nach dem Erfolg suchen, der ihr sicherlich deutlich mehr zustehen würde.

Mit den Höhepunkten auf „The Sum Of No Evil” gestaltet es sich einigermaßen schwierig, da die einzelnen Titel alle sehr verschachtelt sind und nie durchgängig zu überzeugen wissen – zumindest mich nicht. Gerade bei solch einer Nummer wie „Love Is The Only Answer“ steige ich irgendwann aus. Ist das wirklich ein Lied? Hätte man daraus nicht auch fünf kurze Stücke machen können? Nun, zumindest drei? Und ganz ehrlich, manchmal klingt das nach Mainstream Rock bis Mainstream Hard Rock. Es hört sich auch mitunter wahrlich nicht schlecht an, aber bei solch langen Laufzeiten und dermaßen unterschiedlichen Passagen erklingen zwangsläufig auch solche Abschnitte mit, die einem nicht zusagen. Die Flower Kings mit „Love Is The Only Answer“ sind halt doch etwas ganz anderes als Genesis mit „Supper’s Ready“.

Doch zurück zu den Höhepunkten. An dieser Stelle seien der Opener und das Ende des Albums erwähnt. „One More Time“ und „Life In Motion“ heißen diese beiden Stücke und sie klingen noch am durchgängigsten und überzeugendsten nach Progressive Rock und sind trotz ihrer Spielzeit jenseits der zehn Minuten noch einigermaßen übersichtlich. Teile dieser Lieder gehen zudem gut ins Ohr.

Fazit: Wer die Flower Kings mag, die oder der wird auch „The Sum Of No Evil” mögen. Es ist alles wie gehabt. Die Schweden spielen ihre Musik ohne Kompromisse herunter. Sie wollen progressiv klingen, machen das auch – jedoch nicht immer. Auf Sicht vieler Alben gesehen wirkt das Ganze inzwischen allerdings durchaus etwas eintönig, obwohl die Musik abwechslungsreich gehalten ist. Ein Widerspruch? Nein, man muss nur die letzten Veröffentlichungen der Band um Roine Stolt hintereinander hören, dann verstehet man. Sieben Punkte.

Anspieltipps: One More Time, Life In Motion



Donnerstag, 6. September 2018

The Flower Kings – Paradox Hotel




The Flower Kings – Paradox Hotel


Besetzung:

Tomas Bodin – keyboards, vocals
Hasse Bruniusson – marimba, percussion
Hasse Fröberg – vocals, guitars
Marcus Liliequist – drums, percussion, vocals
Jonas Reingold – bass guitar, vocals
Roine Stolt – vocals, guitars


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1 - Room 111

1. Check In (1:38)
2. Monsters & Men (21:19)
     I. Seasons Of War
     II. Prophets And Preachers
     III. Silent River
3. Jealousy (3:20)
4. Hit Me With A Hit (5:31)
5. Pioneers Of Aviation (7:42)
6. Lucy Had A Dream (5:28)
7. Bavarian Skies (6:38)
8. Selfconsuming Fire (5:54)
9. Mommy Leave The Light On (4:39)
10. End On A High Note (10:43)

CD2 - Room 222

1. Minor Giant Steps (12:13)
2. Touch My Heaven (6:08)
3. The Unorthodox Dancinglesson (5:22)
4. Man Of The World (5:59)
5. Life Will Kill You (7:02)
6. The Way The Waters Are Moving (3:11)
7. What If God Is Alone (6:59)
8. Paradox Hotel (6:29)
9. Blue Planet (9:43)

Gesamtspieldauer: CD1 (1:12:57) und CD2 (1:03:10): 2:16:07




„Paradox Hotel” nannte die schwedische Progressive Rockband The Flower Kings ihr neuntes Studioalbum. Zudem ist es auch ihre bereits vierte Doppel-Album Veröffentlichung. „Paradox Hotel” erschien am 4. April 2006 auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Es ist das einzige Studioalbum der Band mit dem Schlagzeuger Marcus Liliequist.

Deutlich über zwei Stunden Spieldauer haben Roine Stolt und seine Mitstreiter also dieses Mal für ihre Hörerinnen und Hörer zusammengestellt. Es passiert bei den Schweden phasenweise in einer schier unglaublichen Geschwindigkeit, mit der sie Alben veröffentlichen, sodass man sich bereits beim Kauf einer Platte der Flower Kings manchmal die Frage stellt, ob hier Quantität nicht vor Qualität geht. Dann legt man die Scheibe ein, hört sich durch Stunden und fühlt sein zögerndes Gefühl leider bestätigt. Ins Ohr mag auf „Paradox Hotel“ schon mal gar nichts mehr gehen und beim ersten Mal des Durchhörens bleibt auch kein Titel besonders hängen. Mit jedem weiteren Durchlauf fallen einem dann doch ein paar schöne Stellen beziehungsweise Lieder auf, allerdings auch Titel, die nur als Füllmaterial bezeichnet werden können. Schade.

Auf „Paradox Hotel” hört man jede Menge Mainstream Rock, mit Progressive Rock hat dies oftmals nur noch am Rande zu tun. Nebenbei hören kann man eine Flower Kings Scheibe sowieso nicht, man muss sich immer darauf konzentrieren. Aber über zwei Stunden der eigenen Zeit konzentriert investieren, um diese Scheibe zu hören, das verlangt viel von einem ab. Trotzdem ist „Paradox Hotel” kein ganz schlechtes Album. Wenn man sich ein Album der Flower Kings zulegt weiß man, was man zu erwarten hat, welche Musik aus den Boxen beziehungsweise den Lautsprechern quellen wird. Es ist dieser ganz eigene musikalische Kosmos, indem die Flower Kings inzwischen schweben. Versetzte Stücke, mitunter etwas konstruiert klingend und nur ganz selten wirklich melodiös. Trotzdem werden die Platte eingefleischte Flower Kings Fans lieben und genau in deren Foren wird das Album auch durchaus positiv goutiert. Allerdings ist dies keine Musik für „jeden“ Progressive Rock Fan. Ganz viele Hörerinnen und Hörer wird diese geballte Ladung nicht mehr erreichen – Mainstream-Pop- und Rock-Freunde sowieso nicht.

Fazit: „Paradox Hotel” ist ein typisches Flower Kings Album geworden. Auf dem Doppelalbum gibt es diesen inzwischen so vertrauten Flower Kings Sound zu hören. Lieder, etwas konstruiert klingend, mit sehr melodiösen Parts, andererseits auch frickeligen Abschnitten, die kompliziert klingen und auch genauso klingen sollen. Ein Fest für Flower Kings Fans und ein Album, auf das man sich intensiv konzentrieren muss, um es zu begreifen. Nicht für jeden Progressive Rock Fan geeignet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lucy Had A Dream, Selfconsuming Fire



Dienstag, 7. August 2018

The Flower Kings – Adam & Eve




The Flower Kings – Adam & Eve


Besetzung:

Tomas Bodin – keyboards
Hasse Bruniusson – percussion
Zoltan Csörsz – drums
Hasse Fröberg – vocals, guitars
Daniel Gildenlöw – vocals
Jonas Reingold – bass guitar
Roine Stolt – vocals, guitars, keyboards


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Love Supreme (19:43)
2. Cosmic Circus (3:12)
3. Babylon (2:34)
4. A Vampire’s View (8:48)
5. Days Gone By (1:14)
6. Adam & Eve (7:58)
7. Starlight Man (3:31)
8. Timelines (7:43)
9. Driver’s Seat (18:20)
10. The Blade Of Cain (5:03)

Gesamtspieldauer: 1:18:11



„Adam & Eve“ heißt das achte Studioalbum der schwedischen Progressive Rockband The Flower Kings. Das Album erschien am 3. August 2004 auf dem Plattenlabel InsideOut Music und ist gleichzeitig das einzige Album der Flower Kings auf dem Pain Of Salvation-Sänger Daniel Gildenlöw als hauptamtliches Bandmitglied geführt wird. Zudem ist es die vorerst letzte Platte mit Schlagzeuger Zoltan Csörsz, der erst später wieder, mit der Veröffentlichung von „The Sum Of No Evil“, festes Mitglied der Band wurde.

„Adam & Eve“ hat nicht den allerbesten Ruf bei Fans und Kritikern, es ist eher umstritten. Und ich reihe mich in die Liste derer ein, die mit dieser Scheibe deutlich weniger anzufangen verstehen, als mit manch anderer Platte der Schweden. Die Titel zünden bei mir einfach nicht, es bleibt nichts hängen und ich habe kein einziges Mal das Gefühl, doch mal genauer hinhören zu müssen. Dies liegt sicherlich zum einen daran, dass auf dieser Scheibe einfach Melodien fehlen, die sich in das Gehirn schleichen und dort verbleiben. Sicherlich gibt es die eine oder andere ganz nette Stelle auf „Adam & Eve“, die Betonung liegt dabei allerdings leider auf „Stelle“. Die einzelnen Stücke hallen nicht nach und spätestens mit dem Titelstück haben mich die Blumenkönige dann vollends verloren. Es wird ab diesem Punkt deutlich frickeliger und noch unmelodiöser. Hier grooven die Flower Kings zwar, aber wegen des Grooves höre ich persönlich keinen Progressive Rock, das können andere besser, deutlich besser. Diese Lieder fangen mich leider überhaupt nicht mehr ein und es bleibt auch nichts von diesen Stücken hängen.

In meinem Fall sind es gerade die kürzeren Lieder, die Höhepunkte und hörenswerte Einschübe auf „Adam & Eve“ darstellen. Dies wären die Nummern „Cosmic Circus“, „Babylon“ sowie „Days Gone By”. Alles drei Titel, die mit schönen Melodien ausgestattet sind und von daher auch wirken. Mit Abstrichen klingt „A Vampire’s View“ ganz nett, da der Vampir so nett und auch getragen und pathetisch spricht. Mit dem wiederholten Hören geht auch diese Nummer letztendlich dann sogar doch noch etwas ins Ohr.

Fazit: Ein eher durchschnittliches Album ist „Adam & Eve“, die achte Platte der Flower Kings geworden. Das liegt nicht daran, dass darauf mittelmäßige Musik zu hören wäre, sondern Lieder, die überzeugen – neben Stücken, in die man weit schwieriger hineinfindet und welche deutlich langweiliger und konstruierter klingen. Ein paar Höhepunkten stellt sich einiges an unzugänglicherem Material entgegen. Gerade die Longtracks des Albums sind es, die dieses Mal so gar nicht überzeugen können. Wohl ehesten ein Album für eingefleischte Fans. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cosmic Circus, Babylon, Days Gone By



Dienstag, 20. März 2018

The Flower Kings – The Rainmaker




The Flower Kings – The Rainmaker


Besetzung:

Roine Stolt – lead & backing vocals, guitars
Tomas Bodin – piano, organ, synthesizers, mellotrons
Hasse Fröberg – lead & backing vocals, acoustic guitars
Jonas Reingold – basses
Jaime Salazar – drums


Gastmusiker:

Ulf Wallender – soprano saxophone


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

1. Last Minute On Earth (11:51)
2. World Without A Heart (4:30)
3. Road To Sanctuary (13:49)
4. The Rainmaker (6:02)
5. City Of Angels (12:04)
6. Elaine (4:56)
7. Thru The Walls (4:28)
8. Sword Of God (6:03)
9. Blessing Of A Smile (3:10)
10. Red Alert (1:07)
11. Serious Dreamers (9:00)

Gesamtspieldauer: 1:17:05



„The Rainmaker“ heißt das sechste Studio-Album der schwedischen RetroProg Band The Flower Kings um Roine Stolt, der auch dieses Mal wieder alle Lieder komponierte und die Texte gestaltete. „The Rainmaker“ erschien am 18. September im Jahr 2001 auf dem Standard Plattenlabel der Flower Kings, auf InsideOut Music. Auch wenn es etwas Neues in der Musik der Schweden gibt, so gilt doch einmal mehr, dass man bei den Flower Kings schon beim Einlegen der CD weiß, was einen erwartet.

„The Rainmaker“ unterscheidet sich dahingehend von den bisherigen Veröffentlichungen der Band, da auf „The Rainmaker“ mehr gerockt und das zum Teil sehr konsequent. Dabei weist das ein oder andere Lied durchaus Passagen auf, die dem Hard Rock zuzurechnen sind. Daneben erklingen natürlich auch wieder sehr sanfte und das Ohr umschmeichelnde Abschnitte, die in Kombination bewirken, dass die Musik der Flower Kings auf der Platte selbst niemals langweilig wird. Abwechslung wird auch auf „The Rainmaker“ groß geschrieben, allerdings wirkt es ein wenig so, dass Roine Stolt durch seine häufigen und auch langen Veröffentlichungen etwas die Ideen ausgehen. So richtig mitreißend klingt auf „The Rainmaker“ nämlich nichts mehr. Die einzelnen Stücke bauchen definitiv ein paar Durchläufe, bis sie sich einem etwas mehr erschließen. So etwas wie einen Ohrwurm oder aber ein Stück, was wirklich längerfristig hängenbleibt, das findet man auf dieser Platte nicht.

Trotzdem ist „The Rainmaker“ ganz bestimmt kein schlechtes Album geworden, aber irgendwie scheint sich bei den Flower Kings mit jedem Album noch mehr zu wiederholen. Alles irgendwie schon mal dagewesen. Nichtsdestotrotz unterhält das Album natürlich. Die Musik der Flower Kings ist immer eine Art Reise, die einen durch verschiedene musikalische Landschaften führt, die sich einem mal lieblicher, mal zerklüfteter präsentieren. Diese musikalischen Abschnitte gehen ineinander und überraschen immer wieder. Vorhersehbar ist diese Musik der Flower Kings niemals. Am überzeugendsten klingt für mich das Titellied „The Rainmaker“. Diese Instrumentalnummer verfügt über eine sanfte Steigerung, ist mit das ruhigste Lied der Platte und dabei atmosphärisch dicht. Zwar gibt es bei dieser Nummer auch keine besondere Melodie, die sich einprägen könnte, dafür wird mit dem Stück allerdings Atmosphäre transportiert, die wirkt.

Fazit: Das sechste Studio-Album der schwedischen RetroProg Band The Flower Kings mit dem Titel „The Rainmaker“ lässt nur noch an wenigen Stellen richtig aufhorchen. Vieles klingt bekannt auf dieser Platte, die mich weniger an die progressiven Bands der 70er Jahre erinnert, denn an die Flower Kings selbst. Wenn man diese Scheibe zuerst hört, gefällt sie wahrscheinlich mehr. Hört man sie allerdings nach vielen anderen Platten der Schweden, hört es sich irgendwie nach Routine an. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Rainmaker



Samstag, 10. März 2018

The Flower Kings – Flower Power




The Flower Kings – Flower Power


Besetzung:

Roine Stolt – vocals, guitars, keyboards, bass guitar
Tomas Bodin – keyboards
Michael Stolt – bass guitar
Jaime Salazar – drums
Hasse Bruniusson – percussion
Hasse Fröberg – vocals
Ulf Wallander – soprano saxophone


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Progressive Rock, RetroProg, Alternative Rock


Trackliste:

CD1:

1. Garden Of Dreams (59:25)
1. Dawn (1:33)
2. Simple Song (1:48)
3. Business Vamp (5:02)
4. All You Can Save (5:02)
5. Attack Of The Monster Briefcase (3:04)
6. Mr. Hope Goes To Wall Street (1:47)
7. Did I Tell You? (3:46)
8. Garden Of Dreams (2:39)
9. Don't Let The d'Evil In (3:11)
10. Love Is The Word (2:50)
11. There's No Such Night (2:43)
12. The Mean Machine (2:41)
13. Dungeon Of The Deep (4:24)
14. Indian Summer (4:13)
15. Sunny Lane (5:25)
16. Gardens Revisited (2:57)
17. Shadowland (2:03)
18. The Final Deal (4:10)
2. Captain Capstan (0:45)
3. Ikea By Night (0:04)
4. Astral Dog (7:58)

CD2:

1. Deaf, Numb & Blind (11:10)
2. Stupid Girl (6:49)
3. Corruption (5:54)
4. Power Of Kindness (4:23)
5. Psychedelic Postcard (8:42)
6. Hudson River Sirens Call 1998 (4:47)
7. Magic Pie (8:19)
8. Painter (6:50)
9. Calling Home (11:19)
10. Afterlife (4:34)

Gesamtspieldauer CD1 (1:08:13) und CD2 (1:12:54): 2:21:07



„Flower Power“ nannte die schwedische Band The Flower Kings ihr viertes Studio-Album, welches am 16. November 1999 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht worden ist. Auf über zwei Stunden und zwanzig Minuten hört man hier den für die Flower Kings so typischen RetroProg, der stilistisch eine Mischung aus der Musik der frühen Genesis und Yes mit einer Prise King Crimson darstellt – und wenn man möchte, findet man ganz bestimmt auch noch Anspielungen von Van Der Graaf Generator.

Eine Gesamtspielzeit von deutlich über zwei Stunden ist natürlich eine Ansage und auf den beiden CDs bekommt man einmal mehr diesen Rock geboten, der mit Atmosphären und Stimmungen spielt. Mal sanft, mal treibend, mal zurückhaltender, mal aggressiver. Mal klingen die Lieder auf „Flower Power“ eingängiger, dann wieder etwas frickeliger, wollen dabei erarbeitet werden und gehen zu Beginn nicht so schnell ins Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Alles schön und gut, denn oftmals „zündet“ gute Musik nicht sofort, muss eine Art Reifungsprozess im Ohr überdauern, bis sie wirklich wirkt. Doch dieser Prozess kommt bei den Liedern auf „Flower Power“ nicht so richtig in Gang. Über Langeweile kann man sich bei dieser über zweistündigen musikalischen Reise wahrlich nicht beklagen, doch es sind die Melodien und der Wiedererkennungswert der Musik, die auf „Flower Power“ deutlich weniger überzeugen, als auf so manch anderer Flower Kings Platte. Irgendwie will das Ganze nicht so recht ins Ohr gehen und das Album läuft ein klein wenig nebenher, klingt aus und man bleibt ein bisschen ratlos zurück, nachdem der letzte Ton verhallt ist. Hängengeblieben ist da nämlich nichts, die Platte lief einfach so durch.

Dieses Besondere, das fehlt den Liedern auf „Flower Power“, die sich auch nicht nur im Bereich des Progressive Rock bewegen, sondern manchmal auch schlicht und ergreifend nach Alternative Rock klingen und genau solche Lieder auch sind. Diese Aussage trifft auf beide CDs zu. Auch das fast einstündige „Garden Of Dreams“ auf der ersten CD ist in achtzehn Untertitel unterteilt, die manchmal fast willkürlich zusammengefügt klingen. Zum Teil stellen diese achtzehn Titel einfach Rock-Lieder dar, andere Parts können wiederum durchaus mit dem Adjektiv „progressiv“ versehen werden. Doch bei aller Kritik ist „Flower Power“ wahrlich kein schlechtes Album geworden. Die Platte unterhält, ist abwechslungsreich und wartet auch mit vielen Ideen auf. Diese Ideen waren allerdings zum einen schon alle mal da – auch bei den Flower Kings – zum anderen tragen diese „Ideen“ auch nichts zur Eingängigkeit der Musik bei. Schade, denn so mancher Ansatz in der Musik der Blumenkönige klingt richtig gut, wird allerdings sofort wieder vom nächsten Thema abgelöst.

Fazit: Es ist einigermaßen schwierig auf „Flower Power“ Höhepunkte herauszuhören. Die Musik ist abwechslungsreich und ziemlich „reichlich vorhanden“, bei einer Laufzeit von 141 Minuten. Leider zünden die Lieder auf „Flower Power“ allerdings nicht wirklich, sodass die Platte zwar von Anfang bis Ende „interessant“ klingt, jedoch niemals vollends überzeugt. Die einzelnen Stücke bleiben nicht hängen, auch nicht nach mehreren Durchläufen der beiden Scheiben. Zu viele Ideen und Ansätze, die schnell wieder in andere Ideen und Ansätze münden. Keine schlechte Musik, jedoch fehlt dem Album diese gewisse Nachhaltigkeit, um es immer wieder gern aufzulegen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Garden Of Dreams



Mittwoch, 28. Februar 2018

The Flower Kings – Stardust We Are




The Flower Kings – Stardust We Are


Besetzung:

Hans Bruniusson – percussion
Jaime Salazar – drums
Tomas Bodin – synthesizer, piano, accordion, hammond organ, pipe, mellotron, fender rhodes, optigan, effects
Roine Stolt – acoustic guitar, electric guitar, keyboards, vocals, voices
Hans Fröberg – vocals, background vocals, voices
Michael Stolt – bass


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

CD1:

1. In The Eyes Of The World (10:38)
2. A Room With A View (1:26)
3. Just This Once (7:54)
4. Church Of Your Heart (9:10)
5. Poor Mr. Rain's Ordinary Guitar (2:44)
6. The Man Who Walked With Kings (4:59)
7. Circus Brimstone (12:03)
8. Crying Clown (0:58)
9. Compassion (8:40)

CD2:

1. Pipes Of Peace (1:19)
2. The End Of Innocence (8:29)
3. The Merrygoround (8:17)
4. Don Of The Universe (7:02)
5. A Day At The Mall (0:45)
6. Different People (6:19)
7. Kingdom Of Lies (5:47)
8. If 28 (2:15)
9. Ghost Of The Red Cloud (4:37)
10. Hotel Nirvana (1:49)
11. Stardust We Are (25:03)

Gesamtspieldauer CD1 (58:36) und CD2 (1:11:49): 2:10:25




„Stardust We Are“ heißt das dritte Studio-Album der schwedischen RetroProg-Band The Flower Kings. Das Album erschien im April des Jahres 1997 auf dem Plattenlabel InsideOut Music und zwar in Form eines Doppel-Albums. Auf Stardust We Are“ hört man auf über zwei Stunden jenen Progressive Rock, der so typisch ist für die Flower Kings – dieser unterscheidet sich stilistisch durchaus deutlich von anderen Bands dieses musikalischen Genres.

Es scheint fast so, als gehe es den Flower Kings weniger um die eingängige Melodie oder um Melodiösität in ihren Nummern, doch dies kann nur eine Feststellung nach dem ersten Mal des Hörens sein. Sehr viel Wert legen die Schweden auf jeden Fall auf die Abwechslung bezüglich der Atmosphären und Stimmungen, die ihre Songs transportieren. Diese sind mal sanft, mal fordernd, mal vertrackter und wieder ein anderes Mal sehr melodiös. Selten wird eine bestimmte Stimmung über die komplette Länge eines Liedes hinweg beibehalten, alles scheint im Wandel und im Fluss zu sein. Selbiges gilt auch für die Rhythmen und Tempi, die sich laufend verändern und variiert werden. All dies geht durchaus zu Lasten der ersten, offenkundigen Eingängigkeit der Musik. Dieser berühmte Wiedererkennungswert der Musik, geht mit zu viel Abwechslung zunächst leider etwas verloren. Dabei klingen die Flower Kings auf „Stardust We Are“ durchaus überzeugend, wenn man sich dem Progressive Rock verschrieben hat. Und genau dieser Umstand bewirkt, dass man das Album trotz der fehlenden initialen Eingängigkeit weiter auflegt und sich immer tiefer hineinhört. Dann passiert es schließlich doch. Die Lieder scheinen sich zu entschlüsseln, werden mit jedem Mal des Hörens melodiöser, harmonischer und eingängiger. Dabei verliert das Albums jedoch keineswegs an Spannung und mit jedem weiteren Durchlauf lässt sich schließlich sogar noch etwas Neues entdecken.

Hat man die Lieder für sich erschlossen, klingen sie mitreißend. Das gilt auch gleich für den Opener „In The Eyes Of The World“, den viele Hörerinnen und Hörer als das beste Lied der Flower Kings benennen. Gerade bei dieser Nummer dauerte es bei mir besonders lang, inzwischen kann ich die Lobeshymnen durchaus nachvollziehen, auch wenn es immer noch nicht mein Lieblingslied der Flower Kings darstellt. Noch überzeugender klingen für mich auf CD1 die Lieder „The Man Who Walked With Kings“ sowie „Compassion“. Auf der zweiten CD wären die Höhepunkte „The End Of Innocence“, „If 28“, „Ghost Of The Red Cloud“ und „Stardust We Are“. Bewegt sich dabei das fünfundzwanzigminütige Titellied „Stardust We Are“ durchaus im Bereich des Progressive Rock, so klingt solch eine Nummer wie „Ghost Of The Red Cloud“ schon sehr viel eher nach Alternative Rock. Egal, ins Ohr gehen diese Lieder alle.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches und an einigen Stellen auch mitreißendes Album ist die dritte Veröffentlichung der Flower Kings mit dem Titel „Stardust We Are“ geworden. Progressive Rock und Alternative Rock gibt es hier zu hören. Nicht immer ist dieser auf Anhieb eingängig, doch zu jeder Zeit klingt das sehr spannend. Die Musik erschließt sich einem beim Hören, beim regelmäßigen Hören. Wer auf RetroProg oder überhaupt Progressive Rock steht, die oder der kann mit „Stardust We Are“ nichts falsch machen. Nur etwas Zeit sollte sie oder er der Scheibe dann doch einräumen. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Man Who Walked With Kings, Compassion, The End Of Innocence, If 28, Ghost Of The Red Cloud, Stardust We Are



Sonntag, 18. Februar 2018

The Flower Kings – Back In The World Of Adventures




The Flower Kings – Back In The World Of Adventures


Besetzung:

Michael Stolt – bass guitar
Roine Stolt – guitars, vocals, keyboards
Tomas Bodin – hammond organ, piano, mellotron, synthesizers, flute
Hasse Bruniusson – percussion & drumkit
Jaime Salazar – drumkit


Gastmusiker:

Ulf Wallander – soprano saxophone


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

1. World Of Adventures (13:37)
2. Atomic Prince / Kaleidoscope (7:49)
3. Go West Judas (7:47)
4. Train To Nowhere (3:49)
5. Oblivion Road (3:47)
6. Theme For A Hero (8:32)
7. Temple Of The Snakes (1:23)
8. My Cosmic Lover (6:46)
9. The Wonder Wheel (4:17)
10. Big Puzzle (13:34)

Gesamtspieldauer: 1:11:27



„Back In The World Of Adventures“ heißt das erste Studio-Album der schwedischen Progressive Rock Band The Flower Kings und erschien im September des Jahres 1995. Doch so ganz stimmt das irgendwie nicht, denn Roine Stolt hatte bereits im Jahr zuvor eine Platte mit dem Titel „The Flower King“ veröffentlicht, damals jedoch noch unter seinem Namen. Der Erfolg dieser Scheibe bewog ihn, gleich seine Band danach zu benennen und fortan unter der Überschrift „The Flower Kings“ zu veröffentlichen. „Back In The World Of Adventures“ erschien auf dem Plattenlabel InsideOut Music und wurde von Fans wie von Kritikern sehr positiv aufgenommen.

Auf „Back In The World Of Adventures“ hört man verspielten und fast schon fröhlichen RetroProg, der praktisch zu jeder Zeit und an jeder Stelle des Albums sehr eingängig klingt, sich niemals zu kompliziert gebiert und dabei doch sehr abwechslungsreich aus den Boxen strömt. Zudem benötigt man noch nicht einmal viele Durchgänge, um dieses Album für sich zu erschließen. Soll heißen, auf „Back In The World Of Adventures“ klingen viele Titel deutlich weniger kopflastig, wie manch andere Nummer auf anderen Platten der Flower Kings. Vor allen Dingen die erste Hälfte des Albums zündet ziemlich schnell, geht sofort ins Ohr.

Zu Beginn der Platte befinden sich die meisten Höhepunkte auf „Back In The World Of Adventures“. Hier hört man die Lieder „Atomic Prince / Kaleidoscope“, „Go West Judas“ sowie „Train To Nowhere“. Alles drei sehr melodische Nummern, im Progressive Rock verwurzelt, sehr abwechslungsreich in ihrer Gesamtheit, spannend und eingängig klingend. Das kann man auch noch für das letzte Lied der Platte „Big Puzzle“ sagen. RetroProg in seiner sehr gelungenen Ausprägung. Lediglich das Stück „My Cosmic Lover“ hat nicht nur einen schwachsinnigen Namen, sondern fällt auch musikalisch gesehen ziemlich ab und klingt vor allem im Refrain stark nach langweiligem Mainstream Rock.

Fazit: Insgesamt ist „Back In The World Of Adventures“ ein überzeugendes RetroProg-Album geworden. Die Musik ist melodiös und abwechslungsreich, die einzelnen Titel muss man sich auch nicht großartig „erarbeiten“, um diese richtig genießen zu können. Zu frickelig oder kompliziert klingt nichts auf „Back In The World Of Adventures“, sehr viel eher ist die Musik eingängig. Da auch fast alle Lieder von überzeugender Qualität, sowohl musikalisch wie textlich sind, lohnt „Back In The World Of Adventures“ für Freundinnen und Freunde des Progressive Rock. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Atomic Prince / Kaleidoscope, Go West Judas, Train To Nowhere, Big Puzzle



Montag, 15. August 2016

The Flower Kings – Unfold The Future




The Flower Kings – Unfold The Future


Besetzung:

Tomas Bodin – keyboards
Hasse Bruniusson – marimba, glockenspiel, dulcimer, other percussion
Zoltan Csörsz – drums
Hasse Fröberg – vocals, guitars
Jonas Reingold – bass guitar
Roine Stolt – vocals, guitars, keyboards


Gastmusiker:

Daniel Gildenlöw – backing vocals, lead vocals on "Fast Lane", "Rollin' The Dice" and parts of "Devil's Playground"
Ulf Wallander – soprano saxophone


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Truth Will Set You Free (31:01)
     I. Lonely Road
     II. Primal Instincts
     III. From The Source
     IV. Uphill
     V. The Stars The Sun The Moon
2. Monkey Business (4:23)
3. Black And White (7:39)
4. Christianopel (8:16)
5. Silent Inferno (14:21)
6. The Navigator (3:39)
7. Vox Humana (4:44)


CD2:

1. Genie In A Bottle (8:09)
2. Fast Lane (6:33)
3. Grand Old World (5:26)
4. Soul Vortex (4:38)
5. Rollin' The Dice (5:00)
6. The Devil's Danceschool (5:08)
7. Man Overboard (3:45)
8. Solitary Shell (2:50)
9. Devil's Playground (25:26)
10. Too Late For Tomatoes (Bonus Track) (10:24)

Gesamtspieldauer CD1 (1:14:07) & CD2 (1:17:23): 2:31:30




„Unfold The Future“ heißt das siebte Studioalbum der schwedischen Progressive Rock Band The Flower Kings. Im November des Jahres 2002 wurde es auf dem Label InsideOut Music veröffentlicht und stellt dabei eine sehr ambitionierte Veröffentlichung in der Discographie der Schweden dar. Dies liegt allerdings nicht nur daran, dass es sich bei dem Album „Unfold The Future“ um ein Doppelalbum handelt, welches über zweieinhalb Stunden Spieldauer aufweist. Viel mehr ist der Stil, beziehungsweise sind es die musikalischen Stile, die darauf zum Tragen kommen und dieses Album zu einer nicht alltäglichen Platte werden lassen. Es ist ein Mix aus Progressive Rock, Jazz-Anleihen und sogar Jam-Sessions, den man auf diesem Album zu hören bekommt.

Und eines ist dabei ganz klar. Die Musiker wissen zu überzeugen, der Sound ist brillant, alles wird auf den Punkt gespielt, wirkt sehr durchdacht. Sehr viele gute Ideen gibt es auf der Scheibe zu hören, die mal melodischer und eingängiger sind, ein anderes Mal richtiggehend vertrackt, dem Free Jazz ein ganzes Stück nahekommend. Und gerade diese vielen Ideen sind es dann allerdings auch, die einen trotz aller Einfälle auch stutzen lassen. Passt das eigentlich alles auch zusammen? Funktioniert das auch wirklich so?

Die Antwort auf „Unfold The Future“ heißt für mich leider sehr oft „Nein, das funktioniert so nicht“. Sehr oft hören sich einzelne Stücke eher wie eine Aneinanderreihung von ganz guten Ideen an, die aber im Grunde genommen gar nichts miteinander zu tun haben. Irgendwie wird da manchmal Abschnitt an Abschnitt beziehungsweise Idee an Idee gereiht und das Ergebnis lässt einen etwas ratlos, da nicht überzeugt zurück. Die Lieder schaffen es viel zu selten, einen wirklich mitzureißen. Oder schaffen sie das überhaupt einmal? Mich wirklich nur ganz selten. Ein paar schöne Stellen durchaus, aber alleine immer diese jazzigen Abschnitte, für die man wohl wirklich geboren sein muss, lassen meine Freude an diesem Album immer wieder schnell verklingen.

Fazit: Hörerinnen und Hörer, die Progressive Rock in Verbindung mit Jazz mögen, könnten hier vielleicht etwas für sich finden. Jede Menge Ideen gibt es „Unfold The Future“ zu hören und manchmal auch zu bewundern. Leider nur sind diese Ideen mitunter ein wenig „unhandlich“ geraten, schwer zu fassen und schon gar nicht in Verbindung mit anderen Teilen zu genießen, da schlichtweg isoliert. Melodien, in die sich einzutauchen lohnt, gibt es auf „Unfold The Future“ leider nur viel zu selten. Das alles bewirkt, dass zumindest mich diese Platte lediglich immer wieder partiell packt, dann allerdings auch immer nur ein wenig. Sicherlich brillante Musik, allerdings auch eine, die mich einfach nicht einzufangen weiß. Acht Punkte.

Anspieltipps: Silent Inferno, The Navigator