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Dienstag, 11. Dezember 2018

Bob Dylan – The Times They Are a-Changin’




Bob Dylan – The Times They Are a-Changin’


Besetzung:

Bob Dylan – vocals, acoustic guitar, harmonica


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1964


Stil: Folk


Trackliste:

1. The Times They Are a-Changin' (3:15)
2. Ballad Of Hollis Brown (5:06)
3. With God On Our Side (7:08)
4. One Too Many Mornings (2:41)
5. North Country Blues (4:35)
6. Only A Pawn in Their Game (3:33)
7. Boots Of Spanish Leather (4:40)
8. When The Ship Comes In (3:18)
9. The Lonesome Death Of Hattie Carroll (5:49)
10. Restless Farewell (5:32)

Gesamtspieldauer: 45:41




„The Times They Are a-Changin‘“ ist das dritte Studioalbum des amerikanischen Sängers und Songwriters Bob Dylan, das am 13. Januar 1964 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht wurde. Während seine vorherigen Alben „Bob Dylan“ und „The Freewheelin‘ Bob Dylan“ noch aus Originalmaterial und Coversongs bestanden, ist „The Times They Are a-Changin‘“ die erste Platte des in Duluth, Minnesota geborenen Musikers, welche nur noch Eigenkompositionen enthält. Auf der Platte hört man sanfte, nur durch die akustische Gitarre und die Mundharmonika begleitete Balladen, zu denen Bob Dylan seine Gedanken zu Themen wie Krieg, Rassismus, Armut und den sozialen Wandel singt.

Die Lieder gehen ins Ohr, mitunter nicht sofort beim ersten Mal des Hörens, doch spätestens beim zweiten Durchlauf. Es lohnt sich dabei wahrlich die Texte des Bob Dylan zu verfolgen. Diese sind emotional (was ganz bestimmt nicht durch seinen Gesang transportiert wird), spannend und auf den Punkt kommend. Zudem geben sie den Geist der damaligen Zeit wieder, den neuen Geist des Aufbruchs, der die Jugend damals erfasste. Der Titel des Albums „The Times They Are a-Changin‘“ gibt dies bereits sehr gut wieder. Die Inhalte der Lieder beherbergen keine Zeilen wie „I love you and I hope you love me too“. Bob Dylan erzählt Geschichten und Gedanken und stellt dabei Fragen – und das sehr eindringlich. Ein Beispiel möchte ich an diese Stelle einfach anfügen, denn es erklärt viel von der Musik des Robert Allen Zimmerman.

Text, Bob Dylan „With God On Our Side“



Oh my name it ain't nothin'
My age it means less
The country I come from
Is called the Midwest
I was taught and brought up there
The laws to abide
And that land that I live in
Has God on its side

Oh, the history books tell it
They tell it so well
The cavalries charged
The Indians fell
The cavalries charged
The Indians died
Oh, the country was young
With God on its side

The Spanish-American
War had its day
And the Civil War, too
Was soon laid away
And the names of the heroes
I was made to memorize
With guns in their hands
And God on their side

The First World War, boys
It came and it went
The reason for fighting
I never did get
But I learned to accept it
Accept it with pride
For you don't count the dead
When God's on your side

The Second World War
Came to an end
We forgave the Germans
And then we were friends
Though they murdered six million
In the ovens they fried
The Germans now, too
Have God on their side

I've learned to hate the Russians
All through my whole life
If another war comes
It's them we must fight
To hate them and fear them
To run and to hide
And accept it all bravely
With God on my side

But now we got weapons
Of chemical dust
If fire them, we're forced to
Then fire, them we must
One push of the button
And a shot the world wide
And you never ask questions
When God's on your side

Through many a dark hour
I've been thinkin' about this
That Jesus Christ was
Betrayed by a kiss
But I can't think for you
You'll have to decide
Whether Judas Iscariot
Had God on his side.

So now as I'm leavin'
I'm weary as Hell
The confusion I'm feelin'
Ain't no tongue can tell
The words fill my head
And fall to the floor
That if God's on our side
He'll stop the next war



Fazit: „The Times They Are a-Changin‘“ ist ein schönes, ruhiges und einfühlsames Album geworden, welches gleichzeitig packt. Die Melodien gehen ins Ohr, das Besondere sind jedoch die Texte, die sich lohnen gehört und vielleicht sogar nachgelesen zu werden. Das dritte Album des Bob Dylan ist ein Zeitdokument von einem Sänger und Musiker, der über den eigenen Horizont hinausblickt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Ballad Of Hollis Brown, With God On Our Side, North Country Blues



Dienstag, 18. Februar 2014

The Beatles – Beatles For Sale




The Beatles – Beatles For Sale


Besetzung:

John Lennon – lead, harmony and backing vocals, rhythm and acoustic guitars, piano, harmonica, tambourine, handclaps, 12-string lead guitar on "Every Little Thing"
Paul McCartney – lead, harmony and backing vocals, bass guitar, acoustic guitar, piano, hammond organ, handclaps
George Harrison – harmony and backing vocals, lead vocals on "Everybody's Trying To Be My Baby", lead acoustic and 12 string guitars, african drum, handclaps
Ringo Starr – drums, tambourine, maracas, timpani, cowbell, packing case, bongos, lead vocals on "Honey Don't"


Gastmusiker:

George Martin – piano


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1964


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. No Reply (2:18)
2. I'm A Looser (2:34)
3. Baby's In Black (2:08)
4. Rock And Roll Music (2:34)
5. I'll Follow The Sun (1:51)
6. Mr. Moonlight (2:37)
7. Medley: a. Kansas City / b. Hey, Hey, Hey, Hey (2:34)
8. Eight Days A Week (2:45)
9. Words Of Love (2:15)
10. Honey Don't (3:00)
11. Every Litle Thing (2:05)
12. I Don't Want To Spoil The Party (2:36)
13. What You're Doing (2:35)
14. Everybody's Trying To Be My Baby (2:24)

Gesamtspieldauer: 34:14
 



Insgesamt dreizehn Alben nahmen die Beatles in ihrer eigentlich kurzen gemeinsamen Karriere von nur acht Jahren auf, wenn man zumindest die ersten Jahre ohne Alben-Veröffentlichungen nicht dazurechnet. „Beatles For Sale“ heißt die vierte Platte ihres Schaffens und war gleichzeitig auch das vierte Album innerhalb von lediglich zweiundzwanzig Monaten. Ganz schön kreativ waren die vier Musiker also schon zu Beginn ihrer immer noch aufstrebenden Karriere. Aber die Beatlemania war deutlich ins Rollen geraten und die Mädchen wollten kreischen, da musste für Nachschub gesorgt werden. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass nach dem Album „A Hard Days Night“, auf dem es erstmalig nur Eigenkompositionen zu hören gab, nun wieder vermehrt auf Cover-Versionen zurückgegriffen wurde. Sechs der vierzehn Titel haben als Quelle andere Komponisten, als das später weltberühmte Paar Lennon/McCartney. Auch George Harrison war hier nicht als Autor vertreten und die Band griff zudem auch auf Titel ältere und bisher unveröffentlichte Nummern aus der Frühphase ihres Schaffens zurück.

Nun, all dies zusammen bewirkt, dass man nicht weiter überrascht ist beim Hören der Platte. „Beatles For Sale“ klingt ein klein wenig so, wie es der Album-Titel fast schon aussagt: George Martin wollte mit seinen Mannen das einmal entzündete Feuer nicht erlöschen lassen und sogar noch weiter anfachen. So hört man auf der Platte jede Menge Cover-Rock’n’Roll und wenn es sich um die Eigenkompositionen handelt, dann relativ unspektakulären, britischen Sechziger-Pop. Dem Album hört man einfach an, wie alt es ist, nämlich inzwischen fast fünfzig Jahre. Das allen wäre allerdings gar nicht so schlimm, es sind allerdings auch die Ideen, die fehlen, das Gespür der Band für die tolle Melodie, das Neue und Unerwartete, welches auf den vorherigen Platten zumindest ab und an schon mal aufblitzte.

Zu den bekannteren Liedern auf „Beatles For Sale“ gehört sicherlich „Eight Days A Week“, welches es auch als einiger Titel auf die Kompilation, das sogenannte Rote Album des Jahres 1973 schaffte: „The Beatles 1962 – 1966“. Ein guter Pop-Song. Noch ein wenig besser gelungen sind die ersten beiden Nummern des Albums: „No Reply“ und „I’m A Loser“. „No Reply“ hält eine schöne Melodie für den Hörer parat, die auch relativ schnell ins Ohr geht, ähnlich sieht das bei „I’m A Loser“ aus. Bei diesen beiden Stücken hört man bereits ein wenig heraus, was zukünftig noch alles von den Beatles kommen werden würde. Etwas lieblich, aber auch schön ist zudem das nur ganz sanft instrumentierte „I’ll Follow The Sun“. Aber das war es dann leider auch schon mit der Herrlichkeit.

Fazit: Zwei ganz gute und spannende Lieder, ein, zwei Titel, die ganz okay sind. Der Rest fast schon ziemlich viel Langeweile und irgendwie Uninteressantes, nichts Neues, Bewegendes oder Spannendes. 08/15-Titel, die anscheinend irgendwie schnell aufgenommen werden mussten. Das sieht man an den Cover-Versionen und den meist so gar nicht überzeugenden Eigenkompositionen. Tatsächlich nur fünf Punkte für ein Beatles-Album. Kaum zu glauben, aber es wird auch nach vielen Malen des Anhörens einfach nicht besser und überzeugender.

Anspieltipps: No Reply, I'm A Looser, I’ll Follow The Sun, Eight Days A Week



Mittwoch, 12. Februar 2014

The Beatles – A Hard Day’s Night




The Beatles – A Hard Day’s Night


Besetzung:

John Lennon – vocals, acoustic and electric (six and twelve-string) guitars, piano, harmonica, tambourine
Paul McCartney – vocals, acoustic and bass guitars, piano, cowbell
George Harrison – vocals, acoustic and electric (six and twelve-string) guitars, claves
Ringo Starr – drums and percussions


Gastmusiker:

George Martin – piano on "A Hard Day's Night"
Norman Smith – bongos on "A Hard Day's Night"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1964


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. A Hard Day's Night (2:33)
2. I Should Have Known Better (2:44)
3. If I Fell (2:22)
4. I'm Happy Just To Dance With You (1:59)
5. And I Love Her (2:31)
6. Tell Me Why (2:10)
7. Can't Buy Me Love (2:15)
8. Any Time At All (2:13)
9. I'll Cry Instead (1:48)
10. Things We Said Today (2:39)
11. When I Get Home (2:18)
12. You Can't Do That (2:38)
13. I'll Be Back (2:21)

Gesamtspieldauer: 30:30 




Das dritte Album der Beatles „A Hard Day‘s Night“ erschien im Sommer 1964 und war zur Untermalung des gleichnamigen Films gedacht, den United Artists mit dieser aufstrebenden Band produzieren wollte. Zwei Besonderheiten gibt es auf diesem Album zudem. Zum einen war es das erste Album der Band, welches ohne Cover-Versionen auskam, alle Titel stammen vom Duo John Lennon und Paul McCartney, wobei hier John Lennon eine sehr viel größere Rolle zukam. Zudem ist es auch die einzige Platte der Beatles, auf der Ringo Starr keinen Gesangspart übernahm.


Nun, zur Musik ist zu sagen, dass auch diese, genau wie die ersten beiden Platten, noch sehr im Pop der Sechziger verwurzelt ist. Nicht weiter schlimm und auch logisch, denn genau da ist diese Musik schließlich auch entstanden. Und es gibt bereits einige wirkliche Beatles-Klassiker zu hören. Sogar deutlich mehr als auf „Please,Please Me“ und „With The Beatles“. Da ist zum einen natürlich der Titelsong und gleichzeitig auch eines der Lieder, welches vielen Leuten einfällt, wenn sie nach drei Stücken dieser Band aus Liverpool gefragt werden: „A Hard Day‘s Night“. Eingeleitet mit einem Gitarrenakkord entwickelt sich ein treibender und überaus melodischer Song, der auch nach vielen Jahrzehnten noch nichts von seinem Reiz und seiner Eingängigkeit verloren hat. Weiter geht es mit „I Should Have Known Better”. Ebenfalls ein Beatles-Klassiker, bei dem vor allen Dingen die Mundharmonika des John Lennon, neben diesem Gespür der Band für die Harmonie und Melodiösität, in Erinnerung bleibt.

„ If I Fell” ist dagegen eine Ballade oder wohl eher ein Schmachtfetzen, der von dem wieder deutlich treibenderen „I'm Happy Just To Dance With You“ gefolgt wird. Der textliche Inhalt wird hier allerdings beibehalten. Nun, das passiert auch beim nächsten Titel, wie der Name „And I Love Her“ bereits verspricht. Hier punktet allerdings wieder die Melodie, einmal gehört hat diese Nummer jenen gewissen Wiedererkennungswert, der auch durch das tolle Gitarrenspiel des George Harrison mit untermauert wird.

„Tell Me Why“ ist schließlich wieder etwas flotter unterwegs und nicht weiter auffällig, was man von „Can't Buy Me Love“ schon nicht mehr behaupten kann. Ein tolles und fröhliches Lied, bei dem nur die Aussprache des „Can’t“ etwas überrascht, denn diese ist nicht mehr Englisch, sondern US-amerikanisch. Ob das wohl ein Zugeständnis an den Film durch United Artists war? „Any Time At All” ist dann erneut eines der weniger bekannten Stücke der Beatles. Etwas rockig gehalten und ziemlich typisch für die damalige Zeit. Okay, zum Text jetzt keine Worte mehr. „I'll Cry Instead” ist ein schöner Rock’n’Roll, „Things We Said Today” ein Lied im Mid-Tempo, jedoch nicht übermäßig herausstechend. Das ist auch bei den folgenden Nummern der Platte „When I Get Home“ und „You Can't Do That”, beides rockige Stücke, nicht der Fall. Dieses Gefühl für die tolle Melodie offenbaren die Musiker allerdings nochmals im letzten Stück der Platte: „I'll Be Back”. Ein Lied, wieder etwas ruhiger gehalten. Hier gibt es erneut eine tolle Idee, die Eingängigkeit und das Außergewöhnliche in der Musik der Beatles zu hören.

Fazit: Die Beatles hatten sich auf den Weg gemacht die Welt, jetzt ganz auf sich selbst gestellt, mit ihren eigenen Titeln zu erobern. Und das schaffen sie hier auf „A Hard Day’s Night“ schon sehr eindrucksvoll. Zwar sind auf dieser Platte die „Übersongs“ noch nicht ganz so häufig und intensiv vertreten, wie auf einigen späteren Alben der Beatles, allerdings ist die Weiterentwicklung zu einer der besten und erfolgreichsten Musikgruppen schon sehr deutlich zu spüren und vor allen Dingen zu hören. Mit knapp über 30 Minuten Spielzeit stellt „A Hard Day’s Night“ übrigens auch eines der kürzesten Studio-Alben dar, welches ich kenne. Acht Punkte.

Anspieltipps: A Hard Day's Night, I Should Have Known Better, Can't Buy Me Love, I'll Be Back