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Donnerstag, 11. November 2021

Tori Amos – Ocean To Ocean

 



Tori Amos – Ocean To Ocean


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano (all tracks), hammond b3, keyboards, rhodes, wurlitzer electric piano (1–6, 8–11)


Gastmusiker:

John Philip Shenale – marxophone, optigan, sampling, synthesizer (all tracks), additional keyboards (1, 3–5, 11), hammond organ (4, 5, 11)
Tash – additional vocals (1–3)
Jon Evans – bass (1–6, 8–11)
Matt Chamberlain – drums, percussion (1–6, 8–11)
Mark Hawley – guitar (1–6, 8–11), dobro (2, 3)




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Pop


Trackliste:

1. Addition Of Light Divided (4:06)
2. Speaking With Trees (3:55)
3. Devil‘s Bane (4:32)
4. Swim To New York State (4:20)
5. Spies (5:59)
6. Ocean To Ocean (3:30)
7. Flowers Burn To Gold (3:41)
8. Metal Water Wood (4:00)
9. 29 Years (4:47)
10. How Glass Is Made (3:56)
11. Birthday Baby (4:46)

Gesamtspieldauer: 47:38



„Ocean To Ocean“ heißt das sechzehnte Studioalbum der US-amerikanischen Sängerin und Songwriterin Tori Amos. Der Titel des Albums bezieht sich auf ihre Wahlheimat, Cornwall in England, in der sie den Lockdown verbrachte und sich beim Schreiben von der Landschaft inspirieren ließ. Inhaltlich findet selbstverständlich, wie bei vielen Künstlern, auch die Corona-Epidemie Einzug in die Lieder der Musikerin.

Und die Musik selbst? Die hört sich ab dem ersten Akkord nach Tori Amos an und dies, bis die Musik mit dem letzten Stück „Birthday Baby“ aushallt. Wie schon auf ihren letzten Veröffentlichungen, klingen die Lieder der Musikerin etwas poppiger, als noch zu Beginn ihrer Karriere. Doch ihre Markenzeichen, die unverwechselbare Stimme sowie ihr Pianospiel, diese Zutaten sind auch auf „Ocean To Ocean“ allgegenwärtig.

Die Musik geht sehr schnell ins Ohr, denn dieses Gespür für die sanfte, eingängige Melodie hat sich Tori Amos über die bald drei Jahrzehnte ihrer Karriere erhalten. Die einzelnen Lieder funktionieren zum überwiegenden Teil sofort mit dem ersten Hören uns setzen sich im Ohr fest. Mit jedem weiteren Durchlauf werden sie dann zu noch vertrauteren Freunden. Und dabei ist es völlig egal, ob man Tori Amos lediglich vom Piano begleitet singen hört, Bass, Gitarre und Schlagzeug ihre Melodien ausmalen oder gleich ein ganzes Orchester – ihre Musik wirkt.

Sanfte Lieder wechseln sich mit etwas flotteren Stücken ab, immer jedoch klingt Tori Amos unaufgeregt und es ist diese Stimmung, diese Atmosphäre der Musik, die einen einzufangen versteht. „Ocean To Ocean“ ist wie eine musikalische Reise, die einen von der Hektik des Tages abzulenken versteht. Mir gefällt das sehr, dieses Sanfte und Eingängige.

Fazit: Wenn man die Atmosphäre mag, die Tori Amos mit ihrer Musik zu erschaffen weiß, dann wird man auch an ihrem neuen Album „Ocean To Ocean“ viel Spaß haben. Klar, es klingt ein wenig poppiger als zu Beginn der 90er Jahre, doch ihre Melodien wirken auch im Jahr 2021 noch wunderschön. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Spies, Metal Water Wood



Dienstag, 6. März 2018

Tori Amos – Native Invader




Tori Amos – Native Invader


Besetzung:

Tori Amos – bösendorfer, hammond, keybords, programming and additional instrumentation, vocals


Gastmusiker:

Mac Alladin – all guitars
Mark Hawley – programming and additional instrumentation
John Philip Shenale – synthesizer programming and additional keyboards (1, 13)
Tash – additional vocals (5)


Label: Decca Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Reindeer King (7:07)
2. Wings (4:09)
3. Broken Arrow (5:20)
4. Cloud Riders (5:23)
5. Up The Creek (3:22)
6. Breakaway (4:36)
7. Wildwood (4:41)
8. Chocolate Song (4:41)
9. Bang (6:12)
10. Climb (4:02)
11. Bats (4:18)
12. Benjamin (2:43)
13. Mary’s Eyes (5:16)
14. Upside Down 2 (3:23)
15. Russia (2:46)

Gesamtspieldauer: 1:08:07



„Native Invader“ heißt das bereits fünfzehnte Studioalbum der US-amerikanischen Musikerin Tori Amos. Drei Jahre nach „Unrepentant Geraldines“ erschien „Native Invader“ am 8. September 2017 auf dem Plattenlabel Decca Records. Die erste Single der Platte, die Nummer „Cloud Riders“ war bereits am 27. Juli veröffentlicht worden. In den US Billboard 200 kletterte das Album bis auf Platz 39, in Deutschland erreichte „Native Invader“ sogar Platz 18 der Charts.

Wie schon beim Vorgängeralbum, so besinnt sich Tori Amos auch auf ihrem neuesten Werk wieder ihren musikalischen Ursprüngen. Allerdings wirkt die Platte doch durchaus auch ein wenig poppig, manchmal auch mehr, als noch ihre Veröffentlichungen in den 90er Jahren. Nicht zuletzt das Fehlen eines echten Schlagzeugs trägt zu diesem Eindruck bei. Der Rhythmus stammt aus dem Synthesizer. Dieses Instrument kommt auch ansonsten häufig zum Einsatz auf „Native Invader“, diese wunderschönen Piano-Lieder der Tori Amos gibt es zwar ebenfalls wieder auf diesem Album zu hören, doch sie sind etwas seltener geworden, als noch auf den früheren Veröffentlichungen.

Aber es gibt diese Stücke eben noch und damit auch die Musik der Tori Amos, die sie zu etwas Besonderem werden lässt. Wunderschöne und warme Klänge bahnen sich den Weg zum Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Man kann perfekt in diese überaus melodiöse Musik eintauchen. Zumindest bei solch Titeln wie „Reindeer King“, „Climb“ oder „Mary’s Eyes“. In sehr eingängige Harmonien wird man bei diesen Liedern gehüllt. Sanft und zerbrechlich klingend und sofort ins Ohr gehend. Ebenfalls noch sehr gelungen klingt „Bang“, bei dem nun das Piano allerdings nicht ganz so im Zentrum steht. Dabei schwebt über dem gesamten Album eine etwas melancholische bis traurige Stimmung ohne dabei zu sehr der Tristesse zu verfallen. Die Lieder klingen zumeist nachdenklich, allzu viel Fahrt nimmt die Musik dabei nie auf, klingt immer eher verhalten und ruhig.

Fazit: Auch wenn „Native Invader“ an mancher Stelle oder mit manchem Lied etwas poppiger klingt, so ist es insgesamt doch ein weiteres sehr schönes Album der Tori Amos geworden. Zudem wachsen die einzelnen Lieder auch mit jedem Durchlauf ein wenig mehr. Die wunderschönen Stellen, die bei Tori Amos ihr Gesang in Kombination mit warmen Piano-Klängen bedeuten, die gibt es auch auf diesem Album. Hier wird dann auch keine Rhythmus-Maschine oder ein Synthesizer benötigt, um Atmosphäre zu erzeugen. Gerade durch diese Piano-dominierten Lieder wird „Native Invader“ zu einer gelungenen Platte, die nicht nur Tori Amos Fans überzeugen dürfte, sondern auch Menschen, die in ihrer Lieblingsmusik immer wieder einen Hang zu Melancholie entdecken. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Reindeer King, Climb, Mary’s Eyes



Samstag, 18. Februar 2017

Tori Amos – To Venus And Back




Tori Amos – To Venus And Back


Besetzung:

Tori Amos – bösendorfer piano, synthesizer, vocals
Steve Caton – guitar
Jon Evans – bass
Matt "The Human Loop" Chamberlain - drums, percussion
Andy Gray – additional drum programming on "Suede", "Riot Proof" and "Dātura"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD1:

1. Bliss (3:42)
2. Juárez (3:48)
3. Concertina (3:56)
4. Glory of the 80's (4:03)
5. Lust (3:53)
6. Suede (4:58)
7. Josephine (2:29)
8. Riot Poof (3:28)
9. Dātura (8:25)
10. Spring Haze (4:44)
11. 1000 Oceans (4:19)


CD2:

1. Precious Things (7:38)
2. Cruel (6:47)
3. Cornflake Girl (6:32)
4. Bells For Her (5:42)
5. Girl (4:15)
6. Cooling (5:09)
7. Mr. Zebra (1:17)
8. Cloud On My Tongue (4:58)
9. Sugar (5:10)
10. Little Earthquakes (7:37)
11. Space Dog (5:46)
12. Waitress (10:24)
13. Purple People (4:11)

Gesamtspieldauer CD1 (47:50) und CD2 (1:15:32): 2:03:22




„To Venus And Back“ heißt das fünfte Album der US-amerikanischen Sängerin Tori Amos. „To Venus And Back“ ist ein Doppelalbum, bestehend aus einem Studio-Album mit elf Liedern, welches im Booklet mit „Venus: Orbiting“ bezeichnet wird und einem Live-Album mit dreizehn Titeln, welches den Namen „Venus Live: Still Orbiting“ erhielt. Diese Aufnahmen stammen von ihrer Plugged Tour 1998 und stellen gleichzeitig die ersten offiziellen Live-Aufnahmen der Tori Amos dar.

Auf „To Venus And Back“ versuchte Tori Amos ein wenig mit den Sounds zu experimentieren. Das Piano und ihre Stimme in Kombination, ein Duo, welches sonst immer im Zentrum der Musik der Tori Amos steht, wurde auf „To Venus And Back“ teilweise etwas getrennt. Das Piano spielt hier eine deutlich untergeordnete Rolle, sehr viel mehr elektronische Klänge halten Einzug in die Musik der Tori Amos. Irgendwie scheint dies auch auf Kosten der Melodiösität zu gehen. Immer noch ist die Musik der US-Amerikanerin zwar eingängig, allerdings absolute Höhepunkte und Titel, die sich zu Ohrwürmern entwickeln, diese fehlen auf „To Venus And Back“. Alles klingt auf der Scheibe, jedoch nicht mehr ganz so überzeugend, Tori Amos hat mit ein „To Venus And Back“ ein eher durchschnittliches Album vorgelegt, welches sich insgesamt allerdings durchaus gut verkaufte.

Als zweite CD gibt es Live-Aufnahmen aus der 98er Tour „Plugged“. Hier bietet Tori Amos ihren Hörerinnen und Hörern einige gute und bekannte Nummern, allerdings auch fast schon selbstverliebte Ausbrüche wie bei „Cruel“. Etwas nervig ist auch immer das fast schon frenetische und immer gleiche Gekreische der Zuschauer, was irgendwie völlig überzogen wirkt und zum Teil auch in den Liedern selbst angestimmt wird. Nun, die schönen Momente gibt es schließlich dann doch auch auf „Venus Live: Still Orbiting“. „Cornflake Girl“, „Mr. Zebra“ und das hier wunderbar lange und ausgedehnte „Waitress“ sind alles Stücke, die sich wahrlich lohnen gehört zu werden. Ein wenig variiert Tori Amos in dem Konzert auch die Lieder, sodass hier für den Fan durchaus ein Mehrwert entsteht.

Fazit: Das fünfte Album der Tori Amos mit dem Namen „To Venus And Back“ ist sicherlich nicht ihr bestes geworden. Irgendwie fehlen darauf die absoluten Höhepunkte, die es sonst immer auf einer Scheibe der US-Amerikanerin zu hören gibt. Auch der Umstand, dem Synthesizer solch einen großen Raum zu gewähren, wirkt nicht unbedingt überzeugend für diese Art der Musik. Allerdings gibt es auch schöne Momente auf der Scheibe, die versöhnen. Meist sind es jene, wenn man Tori Amos am Flügel hört. Und die Live-CD? Die ist eine nette Dreingabe, nicht mehr und nicht weniger. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bliss, Dātura, Spring Haze



Donnerstag, 10. Juli 2014

Tori Amos – Unrepentant Geraldines




Tori Amos – Unrepentant Geraldines


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano, hammond organ


Gastmusiker:

Mac Aladdin – all guitars
Mark Hawley – additional instrumentation
Natashya Hawley – vocals on "Promise"


Label: Mercury Classics


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Baroque Pop, Art Pop


Trackliste:

1. America (4:12)
2. Trouble's Lament (3:44)
3. Wild Way (2:55)
4. Wedding Day (3:45)
5. Weatherman (4:41)
6. 16 Shades Of Blue (3:52)
7. Maids Of Elfen-Mere (2:53)
8. Promise (4:05)
9. Giant's Rolling Pin (4:11)
10. Selkie (4:05)
11. Unrepentant Geraldines (6:57)
12. Oysters (5:14)
13. Rose Dover (3:56)
14. Invisible Boy (4:58)

Gesamtspieldauer: 59:29




„Unrepentant Geraldines” ist das bereits vierzehnte Studio-Album der amerikanischen Pianistin und Songwriterin Tori Amos. Der Titel bedeutet dabei „uneinsichtige“ oder „reuelose“ Geraldines. Wobei der Frauenname Geraldine hier für die Frauen allgemein steht, die sich nicht für irgendeine Tat oder ein Ereignis entschuldigen möchten. Nun, dass Männer bei Tori Amos nicht immer unbedingt gut wegkommen, ist seit dem Album „Boys For Pele“ sowieso kein Geheimnis mehr.

Die letzten beiden Alben der Tori Amos waren so ganz anders. Auf „Night Of Hunters“ aus dem Jahr 2011, ließ sich Tori Amos von klassischen Komponisten inspirieren, die Musik wurde entsprechend auch mit einem klassischen Orchester eingespielt. „Gold Dust“ veröffentlicht die Sängerin 2012. Diese Platte enthält Stücke aus der Feder der Tori Amos, die nun jedoch neu arrangiert wurden – eingespielt wieder mit einem klassischen Orchester. Aber „Unrepentant Geraldines” ist nun anders, ganz anders sogar. Obwohl dies nicht auf die gesamte Diskographie der Tori Amos zutrifft, denn man könnte sogar behaupten, es ist ein Schritt zurück in die Anfangsjahre ihrer Karriere. Die Musik auf diesem neuen Album klingt stilistisch wie jene, die Tori Amos bereits in den 90ern des letzten Jahrhunderts veröffentlicht hat.

Das Piano und die Stimme der Sängerin stehen wieder ganz klar im Zentrum aller Titel. Und wer die Musik der Amerikanerin in den 90ern liebte, die oder der wird vom neuen Album der Tori Amos begeistert sein. Hier gibt es sie wieder, diese wunderbar leichten, feinen, perlenden oder schwebenden Pianoklänge, verbunden mit der Stimme der Sängerin. Vieles wirkt manchmal ein wenig zerbrechlich, schwelgt immer in Harmonie und ist angefüllt mit Melodiösität. Ein verträumtes Album zum Augenschließen und Träumen. Atmosphärisch bewegen sich die einzelnen Titel zumeist zwischen Melancholie, einer gewissen Traurigkeit und einer nicht zu überhörenden Sentimentalität. Dabei wirkt diese Art des Pop überaus weiblich. Und wenn einmal das Genre „Female Pop“ definiert werden würde, dann würde die Musik der Tori Amos auf „Unrepentant Geraldines” dafür beispielhaft stehen.

Vom Songmaterial her befinden sich die überzeugenderen Stücke gerade am Anfang der Platte. „America“, „Trouble's Lament”, „Wedding Day” oder aber „Weatherman” stellen alles Nummern zum Eintauchen dar, die man am besten an seinem Lieblingsplatz ganz entspannt genießt. Und auch wenn die Lieder in der zweiten Hälfte des Albums durchaus ebenfalls diese bereits erwähnten Gefühle transportieren, so packen einen die Melodien mitunter nicht mehr ganz so stark. Tori Amos singt hier zwar noch genauso schön, das Piano ist bestens gestimmt, jedoch klingen die einzelnen Titel ein wenig selbstverliebt. Vielleicht liegt dies an dem Umstand, dass man Tori Amos hier jetzt häufig in vielen Stimmen hört, die immer und immer wieder übereinandergelegt wurden.

Fazit: Ein sehr schönes, melodiöses Album ist „Unrepentant Geraldines” geworden. Meist sehr sanfte Musik zum Träumen und Augenschließen. Ein Wiederaufleben der Tori Amos der 90er Jahre ohne, dass dies in irgendeiner Art und Weise störend wäre. Einfach irgendwie gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: America, Wedding Day, Rose Dover



Donnerstag, 17. Oktober 2013

Tori Amos – American Doll Posse




Tori Amos – American Doll Posse


Besetzung:

Tori Amos – vocals, backing vocals, bösendorfer, rhodes, wurlitzer, electric piano, clavichord, mellotron and piano upright


Gastmusiker:

Pip – backing vocals
Clyde – backing vocals
Santa – backing vocals
Isabel – backing vocals
Matt Chamberlain – drums and percussion
Jon Evans – bass
Marc Aladdin – electric and acoustic guitars, electric and acoustic 6- and 12-strings guitars, mandolin, ukelele and ebo guitar
Edward Bale – strings
Matthew Elston – strings
Holly Butler – strings
Rosemary Banks – strings
Nick Hitchens – tuba, euphonium
John Philip Shenale – strings and brass arrangement and conduction


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop


Trackliste:

1. Yo George (1:25)
2. Big Wheel (3:18)
3. Bouncing Off Clouds (4:08)
4. Teenage Hustling (4:01)
5. Digital Ghost (3:51)
6. You Can Bring Your Dog (4:04)
7. Mr. Bad Man (3:19)
8. Fat Slut (0:42)
9. Girl Disappearing (4:01)
10. Secret Spell (4:04)
11. Devils And Gods (0:53)
12. Body And Soul (3:57)
13. Father's Son (4:00)
14. Programmable Soda (1:26)
15. Code Red (5:27)
16. Roosterspur Bridge (3:59)
17. Beauty Of Speed (4:08)
18. Almost Rosey (5:24)
19. Velvet Revolution (1:19)
20. Dark Side Of The Sun (4:19)
21. Posse Bonus (1:45)
22. Smokey Joe (4:20)
23. Dragon (5:03)

Gesamtspieldauer: 1:18:54




„American Doll Posse“ ist bereits das neunte Studioalbum der amerikanischen Sängerin und Songwriterin Tori Amos. Und wieder einmal bekommt man sehr viel Musik für sein Geld, denn mit über 78 Minuten hat Tori Amos die Kapazität einer herkömmlichen CD sehr gut ausgeschöpft. Unverkennbar ist das Tori Amos, die man hier auf dem Album aus dem Jahr 2009 zu hören bekommt. Die Stimme macht’s. Die Musik ist allerdings ein wenig anders geraten, als auf anderen Platten der US-Amerikanerin. Diese ist auf „American Doll Posse“ nicht ganz so pianolastig und sogar ein wenig rockig. Sehr viel rockiger zumindest, als auf den bisherigen Veröffentlichungen der Sängerin.

Jedoch fällt nicht nur das deutlich weniger eingesetzte Piano auf diesem Album auf, auch die Lieder sind nicht nur etwas rockiger, sondern sie sind auch etwas anders „gestrickt“. Diese wunderschönen Melodien, die es immer wieder auf einer Veröffentlichung Tori Amos‘ zu bestaunen und bewundern und genießen gibt, die sind hier sehr viel rarer gesät, als auf den anderen Alben. Das schmälert ein wenig den Musikgenuss. Um das nicht falsch zu verstehen, die Musik ist handwerklich wirklich exzellent gemacht, jedoch die Melodien, die wollen einfach nicht so richtig zünden – ganz egal, wie oft man das Album auch einlegt, wie oft man die einzelnen Titel auch abspielt. Bei insgesamt 23 Titeln würden es bei mir nur wenige in mein persönliches „Best Of Album“ der Tori Amos schaffen.

Da ist zum einen das schöne, sanfte und getragene, mit vielen Streichern unterlegte „Girl Disappearing“. Dann jenes, noch nicht einmal eine Minute dauernde und somit viel zu kurze „Devils And Gods“, mit seiner herrlichen Melodie. Auch das jetzt wirklich mal vom Piano dominierte „Father's Son“ hat etwas. Genau wie das im Anschluss daran folgende, jedoch erneut sehr, sehr kurze „Programmable Soda“. Eine lustige und fröhliche Nummer, hauptsächlich mit klassischen Instrumenten umgesetzt. „Velvet Revolution“ klingt ebenfalls sehr schön und ist leider auch wieder nur so ein ganz kurzer Song, den auszuweiten sich wahrlich gelohnt hätte. Bliebe noch das traurige „Smokey Joe“, bei dem jetzt erneut dem Piano eine entscheidende Rolle zukommt.

Das waren nun zugegebenermaßen sechs von insgesamt dreiundzwanzig Titeln, die ich da aufgezählt habe. Drei davon haben allerdings lediglich eine Länge von ungefähr einer Minute. Etwas kurz bei der Gesamtlänge des Albums. Nun und der Rest? Der ist wie bereits erwähnt handwerklich gut gemacht, oftmals etwas flotter unterwegs, als auf den anderen Alben der Tori Amos und dieser ganze Rest schafft es einfach nicht, den Hörer so richtig zu packen. Da ist nur wenig bis nichts mehr dabei, bei dem man denken würde: „Das Lied musst Du jetzt aber unbedingt mal wieder hören“.

Fazit: „American Doll Posse“ ist ein durchschnittliches Album geworden. Für die Verhältnisse, die bei Tori Amos‘-Veröffentlichungen vorherrschen, sogar eine nicht besonders gute Platte. Das reicht zwar immer noch für eine durchschnittliche Bewertung, denn wenn man diese Musik hier mit so manchen Ausstößen anderer Künstler vergleicht, dann ist das trotzdem nicht schlecht, was man auf „American Doll Posse“ zu hören bekommt. Jedoch ist das wohl trotzdem die falsche Herangehensweise an das Album, von dem man erwartet: Das ist eine Tori Amos Platte, die muss einfach etwas Besonderes sein. Vielleicht sollte man sich aber auch nur mal das Cover genauer ansehen. Dort ist die Sängerin in verschiedenen Posen mit verschiedenen Haarschnitten und Haarfarben abgebildet. Wirkt irgendwie komisch und nicht sehr überzeugend. Genau wie diese Platte hier. Acht Punkte.

Anspieltipps: Girl Disappearing, Devils And Gods, Father's Son, Programmable Soda, Velvet Revolution, Smokey Joe





Dienstag, 27. August 2013

Tori Amos – Scarlet’s Walk




Tori Amos – Scarlet’s Walk


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano, rhodes, wurlitzer, arp


Gastmusiker:

Matt Chamberlain – drums and percussion
John Evans – bass
Mac Aladdin – electric and acoustic guitars
Robbie McIntosh electric and acoustic guitars, dobro
David Torn – electric and acoustic guitars
John Philip Shenale – strings arrangement, chamberlain flutes
David Firman – string conduction
Scott Smalley – orchestration
Peter Willison – orchestration direction
The Sinfonia Of London – strings


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop


Trackliste:

1. Amber Waves (3:40)
2. A Sorta Fairytale (5:30)
3. Wednesday (2:30)
4. Strange (3:07)
5. Carbon (4:36)
6. Crazy (4:28)
7. Wampum Prayer (0:44)
8. Don't Make Me Come To Vegas (4:52)
9. Sweet Sangria (4:03)
10. Your Cloud (4:31)
11. Pancake (3:56)
12. I Can't See New York (7:16)
13. Mrs. Jesus (3:06)
14. Taxi Ride (4:02)
15. Another Girl's Paradise (3:36)
16. Scarlet's Walk (4:18)
17. Virginia (3:57)
18. Gold Dust (5:56)

Gesamtspieldauer: 1:14:08



„Scarlet’s Walk“ nannte Tori Amos ihr sechstes Studio-Album. „Strange Little Girls“ rechne ich jetzt mal nicht dazu, denn auf diesem Album befinden sich lediglich Cover-Versionen anderer Künstler, die Tori Amos interpretierte. 2002 entstand „Scarlet’s Walk“ und erneut hatte es Tori Amos geschafft, eine CD randvoll mit Musik zu packen und nicht nur eine halbvoll gefüllte Scheibe zu präsentieren. Fast eindreiviertel Stunden Laufzeit besitzt „Scarlet’s Walk“, ein Album, welches musikalisch gesehen sehr abwechslungsreich geraten ist.

Qualitativ finden sich kaum Ausfälle auf dem Album. Und alle Zutaten, die die Musik der Tori Amos so ansprechend und hörenswert machen, die sind hier auch vorhanden. Ihre schöne klare Stimme und ihr eindrucksvolles Pianospiel. Ein zweites „Cornflake Girl“ sucht man zwar vergebens, allerdings kann diese Platte durch ihre Zusammenstellung punkten.

Einige Songs auf „Scarlet’s Walk“ können den Hörer wahrlich packen und ragen noch zusätzlich aus dem Rest der Lieder heraus. Da ist zum einen das wirklich sehr schöne „A Sorta Fairytale“. Schöne Melodie, toller Gesang - auch in Abstimmung mit den Hintergrundstimmen - und dazu gesellt sich erneut das überaus einprägsame Pianospiel der US-Amerikanerin. Auch „Virginia“ ist sehr gelungen. Wunderschön melancholisch perlen hier die Pianoklänge aus den Boxen, ein Lied zum Träumen - genau wie „I Can't See New York“. Das ist alles beileibe kein „Durchschnitt“, das ist tolle Musik zum Genießen. Und dann gibt es da noch das kurze, für Tori Amos eigentlich ungewöhnliche Stück „Wednesday“. Dieses Lied swingt tatsächlich und ist eines der schönsten Stücke, die Tori Amos jemals geschrieben hat. Wahrlich beeindruckend. Auch der Rest der Titel hält immer wieder sehr schöne Abschnitte und Stellen parat oder gleich der ganze Titel ist für sich gesehen sehr hörens- und lohnenswert.

Fazit: „Scarlet’s Walk“ ist nicht das „Überalbum“ der Tori Amos, aber trotzdem eine gute Platte geworden. Hier hält sich Tori Amos an die Dinge, die sie am besten kann: Schöne und eingängige Musik schreiben und dazu Klavier spielen und singen. Es gibt auf „Scarlet’s Walk“ keinen wirklichen Ausreißer nach unten, der qualitativ stark gegenüber den anderen Titeln abfallen würde. Dafür gibt es allerdings ein paar Höhepunkte, die man gehört haben sollte, sonst hat man etwas verpasst. Ehrlich! Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Sorta Fairytale, Wednesday, I Can't See New York, Virginia






Mittwoch, 24. Juli 2013

Tori Amos – From The Choirgirl Hotel




Tori Amos – From The Choirgirl Hotel

Besetzung:

Tori Amos –vocals, piano, sample guitar, melotron, melotron flute, weird sounds


Gastmusiker:

Matt Chamberlain – drums, percussion, marimba, sillies
Justin Meldal-Johnson – bass
Steve Caton – electric and acoustic guitars, big rock
John Philip Shenale – strings arrangement
The Sinfonia Of London – strings
David Firman – string conduction
George Porter Jr. – bass
Popppa George – bass
Steward Boyle – guitar
Willy Porter – guitars
Al Perkins – pedal steel


Label: Atlantic Recording Corporation


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Pop


Trackliste:

1. Spark (4:14)
2. Cruel (4:07)
3. Black - Dove (January) (4:39)
4. Raspberry Swirl (3:59)
5. Jackie's Strength (4:27)
6. iieee (4:08)
7. Liquid Diamonds (6:22)
8. She's Your Cocaine (3:42)
9. Northern Lad (4:19)
10. Hotel (5:20)
11. Playboy Mommy (4:09)
12. Pandora's Aquarium (4:46)

Gesamtspieldauer: 54:12




„From The Choirgirl Hotel“ ist das vierte Album der US-Amerikanerin Tori Amos und es erschien 1998. Und diese Platte lässt ein klein wenig ein zwiespältiges Gefühl beim Hörer zurück, denn einerseits gibt es auf diesem Album Lieder zu hören, die Klassiker im Songkatalog der Tori Amos darstellen – andererseits allerdings auch Titel, die sich fast ein wenig nach einem Experiment anhören, nur um mal etwas Neues auszuprobieren, vielleicht neue Wege einschlagen zu können. Wenn dem wirklich so ist, dann wäre dieses Experiment schief gegangen, sogar extrem gescheitert. Die Songs, die Tori Amos in der Tradition ihrer bisherigen Lieder schrieb, die packen einen und können begeistern. Und obwohl ich persönlich Experimenten vor allem in der Musik gegenüber immer sehr aufgeschlossen bin, so kann ich mit diesen Versuchen hier auf „From The Choirgirl Hotel“ so überhaupt nichts mehr anfangen.

Da gibt es aber doch so wundervolle Stücke, denen zu lauschen sich uneingeschränkt lohnt. Beispiele dafür wären „Spark“, „Black Dove (January)“ oder „Playboy Mommy“. Andererseits jedoch auch fast schon Verstörendes, wie die Titel „Cruel“, „She’s Your Cocaine“ oder „Hotel“ und auch „Pandora's Aquarium“, bei denen einem nichts anderes übrig bleibt, als die Fernbedienung in die Hand zu nehmen und die „Skip-Taste“ zu betätigen. Die restlichen Stücke bewegen sich so im Niemandsland zwischen ganz interessant und „Nein, lieber doch nicht!“. Somit bleibt beim Hören dieses Albums ein irgendwie geartetes zwiespältiges Gefühl: Nicht Fisch, nicht Fleisch. Tolle Musik und Sounds zum Abgewöhnen – alles gleichzeitig auf einem Album, welches immer dann seine Stärken hat, wenn Tori Amos‘ Stimme und das Piano im Vordergrund stehen.

Fazit: Die schönen, sogar die sehr schönen Stellen gibt es auch auf „From The Choirgirl Hotel“. Allerdings auch jene, auf die ich als Musikkonsument gerne verzichtet hätte, die einfach nur noch nerven. Etwas Neues auszuprobieren kann durchaus interessant sein und ohne diese Vorgehensweise würde die Musik auch stillstehen. Dass dieses Ausprobieren neuer Wege allerdings so schrill und atonal sein muss, das muss nicht unbedingt sein. Sieben Punkte für die drei schönen Lieder. Der ganze Rest ist, wenn auch nicht nervig, so doch zumeist belanglos. Und Plattencover gab es übrigens auch schon schönere.

Anspieltipps: Spark, Black Dove (January), Playboy Mommy





Freitag, 31. Mai 2013

Tori Amos – Under The Pink




Tori Amos – Under The Pink


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano


Gastmusiker:

Steve Caton – guitar
Paulinho Da Costa – percussion
Melissa "Missy" Hasin – cello
Dane Little – cello
Cynthia Morrow – viola
Carlo Nuccio – drums
George Porter, Jr. – bass
Trent Reznor – backing vocals
Jimbo Ross – viola
John Acevedo – viola
Nancy Stein-Ross – cello
John Philip Shenale – strings, organ
Chris Reutinger – violin
Michael Allen Harrison – violin
Ezra Killinger – violin
Francine Walsh – violin
John Wittenberg – violin
Nancy Roth – violin


Label: WEA


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop


Trackliste:

1. Pretty Good Year (3:27)
2. God (4:00)
3. Bells For Her (5:22)
4. Past The Mission (4:07)
5. Baker Baker (3:19)
6. The Wrong Band (3:03)
7. The Waitress (3:11)
8. Cornflake Girl (5:08)
9. Icicle (5:47)
10. Cloud On My Tongue (4:44)
11. Space Dog (5:13)
12. Yes, Anastasia (9:33)

Gesamtspieldauer: 56:51




Jede Menge ruhige und pianolastige Musik wird dem Hörer auf „Under The Pink“, dem zweiten Studioalbum der Amerikanerin Tori Amos geboten, welches im Jahr 1994 erschien. Häufig begleitet sich die Musikerin hier alleine auf dem Piano und singt oder besser gesagt haucht die Texte in das Mikrophon. Nicht immer ist das dabei Gehörte melodiös, sondern kann durchaus auch mal atonal und „ungemütlicher“ klingen, wie beim etwas schrofferen „The Waitress“. Nichtsdestotrotz überwiegen auf diesem Album, mit dem Tori Amos der internationale Durchbruch gelang, doch die sanften bis weichen und eingängigen Töne.

Dies alles hört sich mitunter auch richtig poppig an. Beispielhaft dafür steht das überragende „Cornflake Girl“, ein Lied, welches man einfach gehört haben muss, dem man sich kaum verschließen kann. Ein anderes Mal wird die Musik dann nur ganz zart akzentuiert, eine Variation, die sich bei dem nicht minder eindrucksvollen „Bells For Her“ genießen lässt. Jetzt bewegt sich die Begleitung nur noch ein Grad vor dem Nichts – und genau darin liegt nun auch die Stärke dieses Stücks. Eine zerbrechliche Atmosphäre wird erzeugt, der man am ehesten ganz entspannt lauschen sollte.

Weitere Höhepunkte des Albums finden sich in dem wieder etwas flotteren „Past The Mission“ und dem erneut überaus sanften „Icycle“. So macht auch der Mix unterschiedlicher Stimmungen eine Stärke dieses Albums aus, welches immer wieder aufs Neue angenehm überrascht und nie langweilig wird.

Fazit: „Under The Pink“ enthält mit „Cornflake Girl“ eines der besten Lieder Tori Amos‘. Die Platte allerdings nur auf diesen einen Song zu reduzieren wäre ein Fehler, denn dazu befindet sich viel zu viel gute Musik auf dem Album. Ausfälle oder Füll-Material gibt es nicht, sodass „Under The Pink“ für den Tori Amos‘ Fan natürlich ein „Must-Have“ darstellt, andererseits auch für diejenigen einen guten Einstieg darstellt, die sich die Welt der Amerikanerin erst erschließen möchten. Elf Punkte.

Anspieltipps: Bells For Her, Past The Mission, Baker Baker, Cornflake Girl, Icycle und ich könnte diese Liste noch verlängern.





Mittwoch, 8. Mai 2013

Tori Amos – Boys For Pele




Tori Amos – Boys For Pele


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano, harmonium organ, clavichord, harpsichord


Gastmusiker:

George Porter Jr. – bass
Steve Caton – guitar, mandolin, swells
Manu Katché – drums
Marcel van Limbeek – delgany church bells
James Watson – trumpet, brass conductor
The Black Dyke Mills Band – brass
The Sinfonia Of London – strings
Philip Shenale – string arrangement
Peter Willison – string orchestrator and conductor
Alan Friedman – drum programming
Clarence J. Johnson III – soprano saxophone, tenor saxophone
Mino Cinelu – percussion
Darrly Lewis – percussion
Mark Mullins – trombone, horns
Craig Klein – sousaphone
Michael Deegan – bagpipes
Bernard Quinn – bagpipes
Nancy Shanks – additional vocals


Label: WEA International


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Pop


Trackliste:

1. Beauty Queen / Horses (6:08)
2. Blood Roses (3:59)
3. Father Lucifer (3:41)
4. Professional Widow (4:33)
5. Professional Widow (Armand's Star Trunk Funkin' Mix (8:07)
6. Mr. Zebra (1:07)
7. Marianne (4:10)
8. Caught A Lite Sneeze (4:26)
9. Muhammad My Friend (3:49)
10. Hey Jupiter (5:12)
11. Way Down (1:14)
12. Little Amsterdam (4:30)
13. Talula (The Tornado Mix) (3:43)
14. Not The Red Baron (3:51)
15. Agent Orange (1:26)
16. Doughnut Song (4:20)
17. Putting The Damage On (5:15)
18. Twinkle (3:12)

Gesamtspieldauer: 72:43




Unabhängig davon, dass es Tori Amos wohl gar nicht so schlecht fände, ein paar Jungs der hawaiianischen Vulkangöttin Pele zu opfern, tischt die Amerikanerin dem Hörer auf ihrem dritten Album „Boys For Pele“ zum Teil völlig neue Töne auf. Da klingt es dann zum Beispiel bei „Professional Widow (Armand's Star Trunk Funkin' Mix)“ verdächtig nach Madonna. Ob der Freund der früheren Musik von Tori Amos damit etwas anfangen kann, sei hier mal sehr in Frage gestellt. Im Grunde nervt dieses „rhythmische Gedudel“ einfach nur. Disco-Musik passt einfach nicht auf ein Tori Amos Album.

Auch ist diese Platte längst nicht mehr so eingängig wie die beiden Vorgängerscheiben. Schräge und manchmal sogar fast schon verstörende Töne haben sich in die Musik eingeschlichen, was das Ganze allerdings durchaus auch etwas spannender werden lässt. Denn die Zutaten „Melodiösität“ und „Eingängigkeit“ sind zusätzlich ebenfalls noch auf diesem Album vorhanden. Es gibt sie also auch hier, die Streicher, das schöne Pianospiel und die irgendwie Wärme ausstrahlenden Titel, die eine Platte der Amerikanerin immer wieder zu einem Erlebnis werden lassen.

Allerdings sind diese Nummern eben nicht mehr so zahlreich vorhanden, wie auf den Vorgänger-Alben. Oftmals plätschert die Musik auch so dahin, ohne überhaupt einen Eindruck zu hinterlassen, der dann auch längerfristig anhalten würde. Das grenzt dann zwar noch nicht am Makel der Belanglosigkeit, wirkt mitunter jedoch trotzdem auf seine Art langweilig und nicht mehr ganz so interessant.

Fazit: „Boys For Pele“ ist mit Sicherheit sehr viel abwechslungsreicher als die beiden Vorgänger-Platten. Was an sich etwas Positives ist, wird hier allerdings leider zum Nachteil. Dies liegt in dem Umstand begründet, dass die Abwechslung durch Songs erzielt wird, die auf ihre Art nicht zu der Musik Tori Amos‘ passen wollen. Dazu fehlen auf „Boys For Pele“ die wirklichen „Übersongs“, die sonst immer auf ihren Alben zu genießen sind. Somit bleibt beileibe kein schlechtes Album, aber eben auch kein Höhepunkt im Schaffen der pianospielenden Künstlerin. Acht Punkte.

Anspieltipps: Horses, Blood Roses, Father Lucifer, Mr. Zebra, Caught A Lite Sneeze, Not The Red Baron, Doughnut Song





Montag, 29. April 2013

Tori Amos – Abnormally Attracted To Sin




Tori Amos – Abnormally Attracted To Sin


Besetzung:

Tori Amos – vocals, bösendorfer piano, synthesizer, rhodes


Gastmusiker:

Matt Chamberlain – loops, drums, percussion
Jon Evans – bass
Mac Aladdin – acoustic and electric guitars, 12 string and mandolin
John Phillip Shenale – string arrangement, string conduction, b3 organ, synthesizer
Ed Bale – violin
Matthew Elston – violin
Fiona McNaught – violin
Kate Robinson – violin
Holly Butler – viola
James Hogg – viola
Rosemary Banks – cello
Caroline Dale – cello


Label: Universal Republic Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Pop


Trackliste:

1. Give (4:13)
2. Welcome To England (4:06)
3. Strong Black Vine (3:27)
4. Flavor (4:05)
5. Not Dying Today (4:02)
6. Maybe California (4:24)
7. Curtain Call (4:52)
8. Fire To Your Plain (3:01)
9. Police Me (3:55)
10. That Guy (4:04)
11. Abnormally Attracted To Sin (5:33)
12. 500 Miles (4:06)
13. Mary Jane (2:42)
14. Starling (4:02)
15. Fast Horse (3:52)
16. Ophelia (4:42)
17. Lady In Blue (7:12)

Gesamtspieldauer: 1:12:19




Tori Amos packt ihre Tonträger gerne voll. Meist sogar sehr voll, was an sich gesehen schon mal eine schöne Sache ist, denn man erhält mit einer CD Tori Amos‘ meist eine gute und auch lange Unterhaltung. Und so ist es auch auf „Abnormally Attracted To Sin“ aus dem Jahr 2009, dem zehnten Studioalbum der Amerikanerin. Hier bekommt man auf über 72 Minuten siebzehn Lieder zu hören, die zwar alle eher ruhig gehalten sind, dafür jedoch vom Stil her - von etwas experimentelleren Stücken bis hin zu eingängigen Popsongs - eine gewisse Spannbreite bereithalten.

Dies ist einerseits ein angenehmer Umstand, denn für Abwechslung ist gesorgt. Andererseits unterbricht es aber auch immer wieder den „Hörfluss“. Da ist zum Beispiel dieses wunderschöne, melancholische und tieftraurige „Curtain Call“, ein vom Bösendorfer Piano und der Stimme Tori Amos‘ dominiertes Lied, welches all jenes widerspiegelt, was viele Stücke der Amerikanerin auszeichnet: Wunderschöne, sanfte Melodie, verträumt und eingängig und dies alles mit sehr viel Tiefgang. Und dann folgt mit „Fire To Your Plain“ ein einfacherer Pop-Song, der einem irgendwie die aufgebaute Stimmung wieder raubt. Und das bedeutet noch nicht einmal, dass dieses zweitgenannte Stück schlecht ist. Der „rote Faden“ fehlt hier ein wenig auf diesem Album.

Aber für Fans der amerikanischen Sängerin wird natürlich reichlich geboten. Freunde der „melancholischen“ Tori Amos, die in Harmonien schwelgt, kommen auf „Abnormally Attracted To Sin“ bei dem schon erwähnten „Curtain Call“ auf ihre Kosten. Aber auch „Maybe California“ geht genau in diese Richtung. In der Melodieführung mit reichlich Streichern versehen, wird es hier sehr verträumt und wenn es wirklich „weibliche Musik“ gibt, dann verkörpert es wohl dieses Lied. Allerdings kann Tori Amos auf diesem Album auch mit deutlich poppigeren Titeln wie „Welcome To England“ punkten. Eine schöne Melodie und ein unaufgeregter Rhythmus lassen auch dieses Stück zu einem Höhepunkt der Platte werden.

Und wer es ein wenig schräger mag, der wird ebenfalls auf dieser Scheibe fündig werden. Da gibt es zum Beispiel solche Titel wie „Police Me“ oder aber das letzte Stück des Albums „Lady In Blue“, die sich beide als deutlich schwerer zugänglich erweisen. Manchmal etwas sphärischer und weniger eingängig, setzen diese Stücke Gegenpunkte zu den Harmonien anderer Lieder. Und schließlich hört man auf „Abnormally Attracted To Sin“ auch so ein Stück wie „That Guy“, in dessen Verlauf sich Tori Amos in Kate Bush verwandelt – zumindest vom Gesang her. Hier ist Tori Amos‘ Nähe zu ihrer britischen Kollegin unüberhörbar. Allerdings „laufen“ die zuletzt genannten Titel so mit. Soll heißen, sie sind genau wie der Rest des Albums wahrlich keine schlechten Lieder, allerdings eben auch nur Durchschnitt. Titel, die nicht den großen Eindruck hinterlassen, da ihnen das Besondere fehlt.

Fazit: Das Album „Abnormally Attracted To Sin“ ist ein Muss, wenn man die Musik der Tori Amos mag. Und diese Musik hat immer dann ihre starken Momente, wenn sie eine Komposition, eine Einheit, ihrer Stimme in Verbindung mit dem Piano darstellt. Und diese Momente gibt es auf dem Album, wenn auch nicht im Überfluss. Allerdings enthält die Platte auch eine ganze Menge Durchschnitt in Form von Liedern, die nicht länger beziehungsweise nachhaltiger hängenbleiben – und diese Stücke sind in der Überzahl. Was somit bleibt, ist ein durchschnittliches Album in der Diskographie der Amerikanerin, für das es acht Punkte gibt.

Anspieltipps: Welcome To England, Flavor, Maybe California, Curtain Call, Starling, Ophelia





Samstag, 23. Februar 2013

Tori Amos – Little Earthquakes




Tori Amos – Little Earthquakes


Besetzung:

Tori Amos – acoustic & electric pianos, lead vocals, background vocals (tracks 2, 3, 4, 6, 10 & 12, sampled strings (tracks 2 & 8)


Gastmusiker:

Steve Caton – guitar (tracks 2, 4, 10 & 12), bass (track 2), background vocals (tracks 4 & 12)
John Chamberlain – mandolin (track 1)
Paulinho da Costa – percussion (tracks 1 & 6)
Jake Freeze – rat pedal (track 4), saw (track 12)
Stuart Gordon – violin (track 7)
Ed Green – drums (track 1)
Will Gregory – oboe (track 7)
Tina Gullickson – background vocals (track 1)
Chris Hughes – drums (track 7)
David Lord – string arrangement (track 7)
Will McGregor – bass (tracks 4, 10 & 12)
Carlo Nuccio – drums (tracks 4 & 10)
Philly – finger cymbal (track 3)
David Rhodes – guitar (track 7)
Eric Rosse – drum and keyboard programming (tracks 2, 4 & 12), background vocals (tracks 4 & 12), Irish war drum (track 5)
Jef Scott – bass (tracks 1 & 8)
Mathew Seligman – bass (track 7)
Nancy Shanks – background vocals (tracks 1 & 12)
Phil Shenale – keyboard programming (track 6)
Eric Williams – ukulele (track 1), dulcimer (track 6)
Nick Caro – orchestra arrangement and conduction (tracks 3 & 5)


Label: WEA International


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop


Trackliste:

1. Crucify (5:00)
2. Girl (4:08)
3. Silent All These Years (4:12)
4. Precious Things (4:27)
5. Winter (5:42)
6. Happy Phantom (3:15)
7. China (5:00)
8. Leather (3:12)
9. Mother (6:59)
10. Tear In Your Hand (4:39)
11. Me And A Gun (3:45)
12. Little Earthquakes (6:53)

Gesamtspieldauer: 57:11




1992 erschien das erste Studioalbum Tori Amos‘, welches auch unter ihrem Namen veröffentlicht wurde. Davor gab es zwar bereits eine Veröffentlichung, die jedoch nur in sehr kleiner Auflage erschien und unter der Überschrift „Y Kant Tori Read“ lief. Somit stellt „Little Earthquakes“ das erste offizielle Album der Amerikanerin dar. Und wenn es etwas zu bemängeln gibt an diesem Debut, dann vielleicht, dass die Qualität der Lieder gegen Ende der Platte etwas abnimmt. Allerdings kann dies durchaus auch bereits als „Jammern auf hohem Niveau“ bezeichnet werden.

Zu Beginn des Albums reiht sich nämlich „Perle“ an „Perle“. Egal ob man hier „Crucify“, „Girl“, „Silent All These Years“ oder das alles überstrahlende „Winter“ nennt, durchgängig Lieder, die einfach Spaß machen. Alles Titel, die sehr melodiös, eindringlich und einfach schön sind. Definitiv allerdings keine Musik für „Rocker“, eher was für Träumer.

Auch der etwas flottere Titel „Happy Phantom“ sowie das erneut ein wenig ruhigere und wieder pianodominierte „Leather“ stellen Höhepunkte der Platte dar, auf der Tori Amos es schafft Atmosphäre und Stimmungen zu erzeugen, die süße Melancholie beim Hörer hervorrufen. Und genau so funktioniert das Lied für Lied, immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken, wohlig warme Musik, die einen einhüllt, das Ohr umschmeichelt und die absolut stressfrei aus den Boxen quillt.

Fazit: Wer der Stimme Tori Amos‘ etwas abgewinnen kann und zudem an sehr pianolastiger Musik Gefallen findet, der wird mit „Little Earthquakes“ ein Album hören, das sie oder ihn begeistern wird. Melancholische bis sentimentale Musik, ausdrucksstark und immer eingängig, wird dem Hörer auf diesem Debut-Album der Amerikanerin geboten. Keine Stimmungsmusik für Partys, sondern Klänge für die ruhigeren Augenblicke des Lebens. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Girl, Silent All These Years, Winter, Happy Phantom, Leather