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Mittwoch, 6. September 2023

Metallica – 72 Seasons

 



Metallica – 72 Seasons


Besetzung:

James Hetfield – vocals, rhythm guitar
Lars Ulrich – drums
Kirk Hammett – lead guitar
Robert Trujillo – bass, backing vocals on "You Must Burn!"




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. 72 Seasons (7:39)
2. Shadows Follow (6:11)
3. Screaming Suicide (5:30)
4. Sleepwalk My Life Away (6:56)
5. You Must Burn! (7:03)
6. Lux Æterna (3:21)
7. Crown Of Barbed Wire (5:49)
8. Chasing Light (6:45)
9. If Darkness Had A Son (6:36)
10. Too Far Gone? (4:33)
11. Room Of Mirrors (5:33)
12. Inamorata (11:12)

Gesamtspieldauer: 1:17:14



Ganze sieben Jahre hat es gedauert, bis nach Hardwired…to Self-Destruct nun endlich am 14. April 2023 mit 72 Seasons das elfte Studioalbum von Metallica erschienen ist. „72 Seasons“ wurde auf dem bandeigenen Plattenlabel Blackened Recordings und enthält mit „Inamorata“ das Lied mit der bisher längsten Spieldauer eines Metallica-Stücks.

Zum Titel des Albums erklärt James Hettfield in einem Interview Ende 2022: „72 Jahreszeiten. Die ersten 18 Jahre unseres Lebens, die unser wahres oder falsches Selbst formen. Das Konzept, dass uns von unseren Eltern gesagt wurde, "wer wir sind". Ein mögliches Schubladendenken darüber, was für eine Art von Persönlichkeit wir sind. Ich denke, der interessanteste Teil dieses Themas ist die fortgesetzte Untersuchung dieser Grundüberzeugungen und wie sie unsere heutige Wahrnehmung der Welt beeinflussen. Vieles, was wir als Erwachsene erleben, ist eine Wiederholung oder Reaktion auf diese Kindheitserfahrungen. Gefangene der Kindheit oder Befreiung von diesen Fesseln, die wir tragen.“

Nun, auf „72 Seasons“ klingen Metallica glücklicherweise noch nach Metallica und vollziehen keine seltsamen Experimente. Bereits nach wenigen Takten hört und weiß man, dass es sich bei „72 Seasons“ um ein Metallica-Album handelt. Das Album startet mit dem Titellied und gibt den weiteren Verlauf der Platte bereits vor: Relativ kompromisslosen Heavy Metal, der auch über die lange Laufzeit von über 77 Minuten nicht mehr aufgeweicht wird. Und das vom ersten bis zum letzten Akkord des Albums. Die Melodien gehen nicht mehr ganz so einfach ins Ohr, wie auf manch früheren Album der Band. Trotzdem überzeugt „72 Seasons“, denn die Härte bleibt. Man glaubt herauszuhören, dass es den Musikern ganz offensichtlich Spaß gemacht hat ein neues Album einzuspielen.

Metallica rocken und behandeln auf dieser Platte inhaltlich, wie oben bereits ausgeführt, die ersten achtzehn Lebensjahre eines Menschen, welche eben aus 72 Jahreszeiten bestehen. Dabei ist diese Idee textlich gut umgesetzt und keineswegs platt, sodass es sich lohnt auch die Texte zu verfolgen. Keine Liebeslieder und diese Gedanken in Verbindung zur Musik überzeugen, wodurch „72 Seasons“ zu einem lohnenden Album wird. Und das um so mehr, je mehr Zeit man dieser Platte einräumt. Mit jedem weiteren Durchlauf gefallen die einzelnen Lieder mehr und setzen sich dann doch noch ein wenig im Ohr fest.

Fazit: Die Zeit geht weiter und auch wenn „72 Seasons“ nicht ganz an manche Großtat der Band heranreicht, so überzeugt das Album trotzdem und lohnt gehört zu werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Inamorata



Freitag, 6. Oktober 2017

Metallica – S&M




Metallica – S&M


Besetzung:

James Hetfield – lead vocals, rhythm guitar
Kirk Hammett – lead guitar
Jason Newsted – bass, backing vocals
Lars Ulrich – drums


Gastmusiker:

Michael Kamen – conductor
Eric Achen – french horn
Joshua Garrett – french horn
Douglas Hull – french horn
Jonathan Ring – french horn
Bruce Roberts – french horn
Robert Ward – french horn
James Smelser – french horn
David Teie Principal – cello
Richard Andaya – cello
Barara Bogatin – cello
Jill Rachuy Brindel – cello
David Goldblatt – cello
Jeremy Constant – concertmaster
Daniel Banner – violin
Enrique Bocedi – violin
Paul Brancato – violin
Catherine Down – violin
Bruce Freifeld – violin
Connie Gantsweg – violin
Michael Gerling – violin
Frances Jeffrey – violin
Robert Zelnick – violin
Yukiko Kamei – violin
Naomi Kazama – violin
Kum Mo Kim – violin
Yasuko Hattori – violin
Melissa Kleinbart – violin
Mo Kobialka – violin
Daniel Kobialka – violin
Rudolph Kremer – violin
Kelly Leon-Pearce – violin
Diane Nicholeris – violin
Florin Parvulescu – violin
Anne Pinsker – violin
Victor Romasevich – violin
Philip Santos – violin
Peter Shelton – violin
Chris Bogios – trumpet
Glenn Fischthal – trumpet
Andrew McCandless – trumpet
Craig Morris – trumpet
Stephen Paulson – bassoon
Steven Dibner – bassoon
Rob Weir – bassoon
Steven Braunstein – contrabassoon
Charles Chandler – double basses
Laurence Epstein – double basses
Chris Gilbert – double basses
William Ritchen – double basses
Stephen Tramontozzi – double basses
S. Mark Wright – double basses
Anthony J. Cirone – percussion
Ray Froelich – percussion
Thomas Hemphill – percussion
Artie Storch – percussion
Don Ehrlich – viola
Gina Feinauer – viola
David Gaudry – viola
Christina King – viola
Yun Jie Liu – viola
Seth Mausner – viola
Nanci Severance – viola
Geraldine Walther – viola
John Engelkes – trombone
Tom Hornig – trombone
Paul Welcomer – trombone
Jeff Budin – trombone
Julie Ann Giacobassi – oboe
Eugene Izotov – oboe
Pamela Smith – oboe
Russ de Luna – english horn
David Herbert – timpani
Linda Lukas – flute
Tim Day – flute
Robin McKee – flute
David Neuman – clarinet
Carey Bell – clarinet
Luis Beez – clarinet
Ben Friemuth – bass clarinet
Catherine Payne – piccolo
Douglas Rioth – harp
Robin Sutherland – keyboards
Peter Wahrhaftig – tuba


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Symphonic Metal


Trackliste:

CD1:

1. The Ecstasy Of Gold (2:31)
2. The Call Of Ktulu (9:34)
3. Master Of Puppets (8:55)
4. Of Wolf And Man (4:19)
5. The Thing That Should Not Be (7:27)
6. Fuel (4:36)
7. The Memory Remains (4:42)
8. No Leaf Clover (5:43)
9. Hero Of The Day (4:45)
10. Devil's Dance (5:26)
11. Bleeding Me (9:02)


CD2:

1. Nothing Else Matters (6:47)
2. Until It Sleeps (4:30)
3. For Whom The Bell Tolls (4:52)
4. − Human (4:19)
5. Wherever I May Roam (7:01)
6. The Outlaw Torn (9:58)
7. Sad But True (5:46)
8. One (7:53)
9. Enter Sandman (7:39)
10. Battery (7:24)

Gesamtspieldauer CD1 (1:07:00) und CD2 (1:06:13):




„S&M“ (zusammengesetzt aus Symphony & Metallica) heißt das zweite Live-Album der US-amerikanischen Heavy Metal Band Metallica. Das Besondere an diesem Album ist, dass es zusammen mit dem San Francisco Symphony Orchester unter der Leitung von Michael Kamen eingespielt wurde. Die Aufnahmen stammen von zwei Konzerten im Berkeley Community Theatre am 21. und 22. April des Jahres 1999, Veröffentlichungstermin der Scheibe war der 23. November desselben Jahres – passend zum Weihnachtsgeschäft. „S&M“ ist das letzte Album von Metallica, bei dem Jason Newsted am Bass mitwirkt.

Es klingt immer ein wenig seltsam, wenn Bands ihre Musik von einem ganzen Orchester nachspielen lassen – manchmal auch ein wenig größenwahnsinnig. Ganz so weit sollte man im Falle von „S&M“ und Metallica vielleicht nicht gehen, da die Musiker hier immerhin auch noch mit ihren eigenen Instrumenten zu hören sind, es rockt also trotzdem durchaus noch auf „S&M“. Jedoch kann das Ergebnis auch hier nicht überzeugen. Der Metal von Metallica wirkt auf diese Art und Weise, mit jeder Menge an Streichern eingespielt, häufig überfrachtet. Zudem kommt immer wieder der Eindruck auf, als ob es einfach nicht zusammenpasst, diese rockende E-Gitarre, die hier massiv durch Violinen und Violas untermalt wird. Ein Beispiel, in dem es wahrlich nicht funktioniert ist das Stück „Sad But True“. Doch auch bei anderen Liedern klingt diese Mischung zumindest gewöhnungsbedürftig.

Somit ist das ganze Doppelalbum „S&M“ ein Gratwanderung geworden zwischen rockigen und interessanten Tönen und wahrlich konstruierter Musik, die so einfach nicht zusammenpassen möchte. Bei den Metallica-Metal-Fans der ersten Stunde hat die Scheibe einen sehr schlechten Ruf. Musikhörerinnen und Musikhörer, die eher mit der sanfteren Variante der Musik von Metallica wie auf den Alben „Load“ oder „ReLoad“ groß wurden, stehen dieser Scheibe schon deutlich entspannter gegenüber. Mir sagen beide Phasen der Bandgeschichte zu, doch diese, angeblich auf den ersten Bassisten der Band, Cliff Burton, zurückgehende Idee der Verschmelzung dieser musikalischen Genres, kann mich nicht überzeugen. Die Musik von Metallica klingt hier für meine Ohren einfach zu überfrachtet und oftmals leider auch viel zu konstruiert.

Fazit: Experimentieren, auch in der Musik, ist eine feine Sache. Das Experiment der Verschmelzung von Klassik und Rock gab es schon in vielen verschiedenen Variationen. Wenn allerdings die Musik in Form von Rock-Musik geschrieben wurde und anschließend mit einem Orchester eingespielt wird, hat das selten bis nie überzeugt. Anders ist das bei Deep Purples „April“, ein Lied, welches speziell für Orchester und Rockinstrumente geschrieben wurde. Hier funktioniert die Symbiose, nicht jedoch bei „S&M“ und Metallica. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Nothing Else Matters



Sonntag, 17. Januar 2016

Metallica – Reload




Metallica – Reload


Besetzung:

James Hetfield – vocals, rhythm guitar
Kirk Hammett – lead guitar
Jason Newsted – bass guitar
Lars Ulrich – drums, percussion


Gastmusiker:

Marianne Faithfull – additional vocals on "The Memory Remains"
Bernardo Bigalli – violin on "Low Man's Lyric"
David Miles – hurdy-gurdy on "Low Man's Lyric"
Jim McGillveray – percussion


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Hard Rock, Heavy Metal


Trackliste:

1. Fuel (4:29)
2. The Memory Remains (4:39)
3. Devil's Dance (5:19)
4. The Unforgiven II (6:36)
5. Better Than You (5:21)
6. Slither (5:13)
7. Carpe Diem Baby (6:12)
8. Bad Seed (4:05)
9. Where the Wild Things Are (6:54)
10. Prince Charming (6:05)
11. Low Man's Lyric (7:37)
12. Attitude (5:16)
13. Fixxxer (8:14)

Gesamtspieldauer: 1:16:05




Auch das siebte Studioalbum von Metallica, welches nach „Load“ nun passenderweise „Reload“ genannt wurde, stieß bei den Fans der Band nicht auf uneingeschränkten Applaus. Ganz im Gegenteil sogar. Frühere Freunde der Musik von Metallica sprachen von einer noch größeren Enttäuschung als jener, die „Load“ ein Jahr zuvor in ihren Ohren ausgelöst hatte. Von „Pop-Musik“ ist da die Rede, vom absoluten Tiefpunkt, von kompositorischer Sackgasse und und und.

Allerdings so schlecht verkaufte sich das Album natürlich nicht. Klar war, dass Metallica mit diesem und dem Vorgängeralbum versuchten, sich eine neue Hörergruppe zu erschließen. Titel wie „The Memory Remains“, bei dem auch der Gesang der Marianne Faithful einen Höhepunkt darstellt oder „The Unforgiven II“ sind eben deutlich langsamere und auch sehr eingängige Nummern. Und diesen Liedern ist es damit zu eigen, dass sie durchaus etwas länger hängenbleiben, schneller ins Ohr gehen und auch Musikhörer mit etwas „sanfterem“ Musikgeschmack ansprechen.

Nun und zu behaupten, Metallica sei jetzt eine Pop-Band geworden, das trifft selbstverständlich in keinster Weise zu. Ansonsten ist auf „Reload“ noch das balladeske „Low Man's Lyric“ zu hören, doch der Rest rockt – und das gar nicht mal wenig. Mir gefällt sogar der größere Spielraum, den die Band hier abdeckt sehr gut, finde diese Abwechslung in den Stilen sehr angenehm und viel spannender als ein durchgängiges, hartes Geschrammel. Die harten und überzeugenden Titel gibt es sehr wohl auch auf „Reload“. Für mich am Überzeugendsten klingen dabei „Carpe Diem Baby“ sowie die letzte und über acht Minuten lange Nummer „Fixxxer“. Die Musik von Metallica hat durch das Zulassen auch etwas sanfterer Töne definitiv an Klasse gewonnen.

Fazit: Von den Fans der ersten Stunde wurde „Reload“ „zerrissen“. Viele andere Musikhörer sprachen jetzt erst auf die Musik von Metallica an. Ich mag im Grunde genommen beide „Ausführungen“ von Metallica und finde gerade, dass sie auf „Reload“ einige klasse Melodien für ihre Hörerinnen und Hörer bereithalten. Sicherlich eines der abwechslungsreichsten Alben von Metallica. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Memory Remains, The Unforgiven II, Carpe Diem Baby, Low Man's Lyric



Donnerstag, 7. Januar 2016

Metallica – Load




Metallica – Load


Besetzung:

James Hetfield – vocals, lead and rhythm guitar
Kirk Hammett – lead, rhythm and slide guitar
Lars Ulrich – drums
Jason Newsted – bass guitar, backing vocals


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Heavy Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Ain't My Bitch (5:04)
2. 2 X 4 (5:28)
3. The House Jack Built (6:38)
4. Until It Sleeps (4:27)
5. King Nothing (5:29)
6. Hero Of The Day (4:21)
7. Bleeding Me (8:18)
8. Cure (4:54)
9. Poor Twisted Me (4:00)
10. Wasting My Hate (3:57)
11. Mama Said (5:19)
12. Thorn Within (5:51)
13. Ronnie (5:17)
14. The Outlaw Torn (9:48)

Gesamtspieldauer: 1:18:59




Die Fans waren damals nicht so ganz überzeugt vom sechsten Studioalbum der US-amerikanischen Heavy Metal Band Metallica. Im Jahr 1996 wurde die Scheibe bei Vertigo Records veröffentlicht und alle fragten sich: Ist das noch Heavy- oder Trash Metal, deren Aushängeschild Metallica jahrelang waren oder ist das doch schon eher Hard Rock? Nun, die Grenzen sind in diesem Fall sicherlich absolut fließend, allerdings erinnert mich die Scheibe auch eher an ein Hard Rock Album, mit zugegebenermaßen durchaus vorhandenen Metal-Einflüssen. Im Grunde genommen spielt dies allerdings nur eine sehr untergeordnete Rolle bei der Beurteilung von „Load“. Es geht nie um das Genre, sondern immer um die Qualität der Musik, außer natürlich, man geht mit einer gewissen Erwartung an diese Scheibe heran. In diesem Fall heißt das dann wohl: Pech für die Metallica-Fans der ersten Stunde.

Auch wenn die „älteren“ Fans mit der Scheibe Schwierigkeiten hatten, bei den Musikhörerinnen und –hörern insgesamt kam die Platte bestens an. Allein 680.000 Mal verkaufte sich die Scheibe in den USA in der ersten Woche und stellt damit Metallicas erfolgreichste Neueinführung dar. Insgesamt verkaufte sich „Load“ bisher knappe acht Millionen Mal und stellt damit die dritterfolgreichste Platte der Band dar. Nur der Vorvorgänger „…And Justice For All“ mit neun Millionen Verkäufen und natürlich der fünf Jahre zuvor veröffentlichte Vorgänger „Metallica“, mit sagenhaften 21 Millionen verkauften Exemplaren, übertrumpften hierbei „Load“.

Nun, für Freunde der früheren Platten von Metallica stellt „Load“ eine Art Pop-Musik dar. Das ist sie wahrlich nicht, auf „Load“ wird auch ordentlich gerockt. Sanfte Lieder gibt es hier nicht, alles verfügt über eine gewisse Härte und wenn dann wirklich mal ein Part, ein Abschnitt in einem Lied etwas sanfter klingt, dann zählt das für mich eher zur Abwechslung, denn zur „Verweichlichung“. Eine Ausnahme gibt es jedoch auch von dieser „Regel“. Das Stück „Mama Said“ ist ein deutlich sanfteres und weist dabei sogar ganz leichte Country-Züge auf, die immer im Refrain zu hören sind. Also dreizehn harte Nummern und eine weichere, um es ganz richtig zu stellen.
Was mich jedoch sehr viel eher als eine unnütze Genrediskussion an „Load“ stört, das sind die Titel selbst. Einige dieser Lieder wollen bei mir absolut nicht zünden, egal wie oft ich die Scheibe auch anhöre. Klar ist das keine schlechte Musik, jedoch längst auch keine umwerfende. Die einzelnen Stücke sind handwerklich allesamt gut gemacht, der Sound passt auch, doch begeistern, nein das schaffen diese vierzehn Stücke auf „Load“ nur in sehr engen Grenzen.

Am ehesten in die klangliche Welt von Metallica auf „Load“ einzutauchen gelingt bei „Until It Sleeps“ und „Bleeding Me“. Die erste Nummer geht dabei – als Ausnahme zum Rest des Albums – wirklich schnell ins Ohr und vermag dort auch länger zu verweilen. Nun und „Bleeding Me“ ist ein über achtminütiges, sehr abwechslungsreiches Lied, welches aus mehreren unterschiedlichen Parts besteht, die klasse miteinander verwoben sind und das Stück sehr spannend werden lassen. Das bereits erwähnte „Mama Said“ klingt ebenfalls noch ganz nett und die letzte Nummer, „The Outlaw Torn“, kann vor allen Dingen in den redundanten Instrumentalparts überzeugen. Nun und der Rest? Der ganze Rest dieser Scheibe läuft irgendwie so mit. Nichts Schlechtes, aber Begeisterung will sich da einfach nicht breit machen.

Fazit: Das sechste Album von Metallica, „Load“, wurde von den Fans der ersten Stunde der Band zerrissen, vom Markt jedoch gefeiert. Metallica versuchen sich hier in den Grenzgebieten zwischen Hard Rock und Heavy Metal. Und das so ausschweifend, dass sie die technisch mögliche Laufzeit einer Compact Disc von einer Stunde, achtzehn Minuten und neunundfünfzig Sekunden bis auf die letzte Sekunde ausleben. Bezüglich Begeisterung und Verdammnis des Albums liegt die Wahrheit wohl wieder irgendwo in der Mitte. Ein Meisterwerk ist diese Scheibe sicherlich nicht geworden, dazu beinhaltet sie viel zu viel „gewöhnliche“ Musik. Ein paar Höhepunkte gibt es dann aber doch noch, das macht „Load“ aber noch nicht zu einem guten Album. Da kennt man von Metallica deutlich bessere Scheiben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Until It Sleeps, Bleeding Me, Mama Said, The Outlaw Torn



Mittwoch, 4. Juni 2014

Metallica – Metallica




Metallica – Metallica


Besetzung:

James Hetfield – lead vocals, rhythm guitar; lead guitar on "Nothing Else Matters"
Kirk Hammett – lead guitar
Lars Ulrich – drums, percussion
Jason Newsted – bass, backing vocals


Gastmusiker:

Michael Kamen – orchestral arrangement on "Nothing Else Matters"


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Heavy Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Enter Sandman (5:32)
2. Sad But True(5:25)
3. Holier Than Thou (3:48)
4. The Unforgiven (6:27)
5. Wherever I May Roam (6:44)
6. Don't Tread On Me (4:00)
7. Through The Never (4:04)
8. Nothing Else Matters (6:29)
9. Of Wolf And Man (4:17)
10. The God That Failed (5:09)
11. My Friend Of Misery (6:50)
12. The Struggle Within (3:54)

Gesamtspieldauer: 1:02:37




Es gibt tatsächlich einige „Metallica-Jünger“, die behaupten, dass nach dem dritten Album, „Master Of Puppets“, von Metallica nichts Besonderes mehr nachgekommen sei. Alles sei inzwischen weichgespült und hätte mit Heavy Metal auch nur noch am Rande etwas zu tun. Diese Kritik bezieht sich dann durchaus auch auf dieses fünfte Album der Band aus dem Jahr 1991. Schon irgendwie unglaublich. Zwar haben diese Hörer dahingehend recht, dass ein Metallica Album nicht mehr nur noch durchgängig knallt, das sollte erst wieder später der Fall sein, aber gerade auf dieser, kurz mit dem Bandnamen „Metallica“ betitelten Platte, macht es besonders die Mischung aus harten und kraftvollen Tracks in Verbindung mit Songs aus, die einen durchatmen lassen und ihrerseits durch eine klasse Melodieführung punkten.

Damit hier auch keine Missverständnisse aufkommen, das Album ist Heavy Metal pur. Nur bei wenigen Titeln wird die schwere Gitarre mal durch eine akustische Gitarre ersetzt. So geschehen bei „The Unforgiven“ und „Nothing Else Matters“. Beides sind jedoch wunderschöne Balladen, die dieses Album durchaus aufwerten. Sehr eingängige Melodien bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers und verweilen dort auch länger. Eindeutig Ohrwurmcharakter.

Nun und der Rest? Na der rockt und zwar ziemlich kompromisslos. Da gibt es keine „Verweichlichungen“, nichts lenkt vom harten Sound der Band ab. Immer wieder gibt es tolle Riffs zu entdecken und auch die Gitarrensoli können immer wieder überzeugen. Freunde des Head-Bangings kommen mal wieder voll auf ihre Kosten und laufen Gefahr, sich eine Gehirnerschütterung einzufangen. Und trotz all dieser Härte in der Musik, so lassen sich auch hier noch sehr hörenswerte Melodiebögen entdecken, die den einzelnen Titel dann doch vom sturen Gestampfe noch abzuheben vermögen.

Fazit: Die Abwechslung macht dieses Metallica-Album zu einer guten Scheibe. Musik zum Lauthören und zum Ausflippen, neben Liedern zum Zurücklehnen und Lauschen. Der Schwerpunkt liegt allerdings ganz klar auf dem Heavy Metal. Wer diese Musik mag, wird auf dem Album sein Nirwana finden. Wahrlich keine weichgespülte Musik, sondern gut gemachter Rock mit einer gehörigen Prise Abwechslung. Elf Punkte.

Anspieltipps: Enter Sandman, The Unforgiven, Nothing Else Matters, My Friend Of Misery



Samstag, 28. Dezember 2013

Metallica – Master Of Puppets




Metallica – Master Of Puppets


Besetzung:

James Hetfield – rhythm guitar, vocals
Lars Ulrich – drums
Cliff Burton – bass, backing vocals
Kirk Hammett – lead guitar


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Trash Metal, Speed Metal


Trackliste:

1. Battery (5:13)
2. Master Of Puppets (8:35)
3. The Thing That Should Not Be (6:36)
4. Welcome Home (Sanitarium) (6:27)
5. Disposable Heroes (8:17)
6. Leper Messiah (5:40)
7. Orion (8:27)
8. Damage Inc. (5:32)

Gesamtspieldauer: 54:47




„Master Of Puppets” aus dem Jahr 1986 ist das dritte Studio-Album von Metallica und gleichzeitig das letzte, welches mit Basser Cliff Burton eingespielt wurde. Dieser verstarb noch im selben Jahr, als der Tour-Bus der Band in Schweden von der Straße abkam. Während die anderen Mitglieder mit leichten Verletzungen oder dem Schrecken davonkamen, wurde Cliff Burton dabei tödlich verletzt. Aber nicht nur deshalb gilt „Master Of Puppets“ als Kult-Album unter Heavy Metal- und ganz besonders Metallica-Fans. Es ist der Stil, dem hier gefrönt wird. Auf späteren Alben der Band klingt Metallica sehr viel massen- und radiotauglicher.

„Master Of Puppets“ kennt keine Kompromisse. Das ist Trash Metal in Vollendung und die Platte gilt als stilprägend für genau dieses Genre. Viele Kritiker und Fans weisen immer wieder darauf hin, dass alles, was nach diesem Album von Metallica veröffentlicht wurde, nur noch ein Abklatsch dieses Meilensteins sei. Eine Meinung, die man bei genauerer Betrachtung der Diskographie von Metallica so nicht eins zu eins übernehmen muss.

Die Lieder werden auf „Master Of Puppets“ meist sogar sanft mit akustischer Gitarre eingeleitet, bis die Musik schließlich überaus brachial losbricht und sich ihren Weg bahnt. Selbst Headbanging ist da mitunter nicht mehr möglich, will man nicht Gefahr laufen eine Gehirnerschütterung zu erleiden. Dazu sind die Riffs häufig viel zu schnell eingespielt, was für die damalige Zeit eine echte Innovation darstellte. Hochgeschwindigkeits-Rock ohne jegliche Verweichlichung eben.

Klar ist dabei auch, dass derjenige Hörer, der auf eine Melodie und deren Führung abfährt, hier seine Schwierigkeiten haben dürfte. Das ist auch nicht das Ansinnen dieser Musik. Hier geht es um Rock, um schweren Rock, der kraftvoll und knallhart aus den Boxen strömen soll. Und genau das erreicht Metallica auch mit diesem Album. Und wer dann noch ein Gespür beziehungsweise eine Ader für diese Art der Musik sein Eigen nennt, die oder der erkennt auch hier die Melodie, die Harmonie, die Eingängigkeit. Und eben diese blitzt besonders hervor bei den Titeln „Welcome Home“, „Orion“ und dem Titelstück „Master Of Puppets“.

Fazit: Okay, das Überalbum ist es für mich nicht, dazu ist mein Musikgeschmack wohl auch zu differenziert. Trotzdem kann ich auch dieser Platte einiges abgewinnen, die deutlich härter ist als alles, was jemals von AC/DC produziert wurde. Ansonsten kann man feststellen, dass viele Platten diesen oder jenen Musikgeschmack bedienen. Bei „Master Of Puppets“ von Metallica ist dies nicht so. Hier muss man ein Heavy Metal Fan sein, um dem Album etwas abgewinnen zu können. Das ist definitiv nichts für Pop-Freunde oder Mainstream-Fanatiker. Für meinen Musikgeschmack neun Punkte. Aber durch die Stellung des Albums in Bezug auf den Heavy Metal muss ich da einfach noch einen Punkt zugeben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Master Of Puppets, Welcome Home (Sanitarium), Orion