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Freitag, 28. November 2025

Gazpacho – Magic 8-Ball

 



Gazpacho – Magic 8-Ball


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas Alexander Anderson – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitar
Mikael Kramer – violin, mandolin and guitars
Kristian Torp – bass
Robert Risberget Johanson – drums and percussion


Label: KScope


Erscheinungsjahr: 2025


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Starling (9:11)
2. We Are Strangers (4:46)
3. Sky King (5:02)
4. Ceres (3:22)
5. Gingerbread Men (7:09)
6. Magic 8-Ball (3:09)
7. Immerwahr (7:41)
8. The Unrisen (6:14)

Gesamtspieldauer: 46:38



Im Jahr 2003 begann die norwegische Band – mit dem etwas überraschenden und gar nicht so skandinavischen Namen – Gazpacho Alben zu veröffentlichen. Am 31. Oktober 2025, an Helloween, erschien nun ihr zwölftes Studioalbum mit dem Titel „Magic 8-Ball“ auf dem Plattenlabel KScope.

Einmal mehr verstehen die Norweger dabei eine musikalisch süße Melancholie zu erzeugen, die einen warm einhüllt. Wunderschöne Melodien entwickeln sich auf diesem Album, driften nicht ab, sondern verweilen in schönen Harmonien ohne dabei auch nur den Hauch von Langeweile zu verströmen. Freilich sollte man als Hörer diesen Klängen positiv gegenüber stehen. Denn wer fickeligen ProgRock erwartet dürfte sicherlich enttäuscht werden. Wer jedoch schöne Harmonien und sanfte Wechsel in Stimmung und Atmosphäre zu schätzen weiß, die oder der kommt hier voll auf seine Kosten.

Über allem schwebt dabei diese bereits erwähnte Melancholie, durchtränkt von Sentimentalität. Es macht einfach Spaß hier zuzuhören und in diese musikalischen Welten einzutauchen. Letztendlich hört man auf „Magic 8-Ball“ New Artrock in seiner fast schon zerbrechlich klingenden Ausführung. Die Texte handeln vom Schicksal, von Zufällen und der ständigen Veränderung unserer Identität. Von daher ist der Titel „Magic 8-Ball“ gut gewählt, da dieser zufällige Antworten auf „Ja-und-Nein-Fragen“ gibt. Gruselig und nach Helloween klingt auf diesem Album weder die Musik, noch die Texte, umso mehr jedoch einnehmend.

Fazit: Mag man auch die sanfte, melodiöse und melancholische Ausprägung des Progressive Rocks dann ist man mit diesem Album sehr gut bedient. Es reicht nicht ganz an das Meisterwerk der Band „Demon“ heran, viel fehlt jedoch nicht. Sehr hörenswert. Für Fans sowieso. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Starling, Sky King, Gingerbread Men



Montag, 5. Oktober 2020

Gazpacho – Fireworker




Gazpacho – Fireworker


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas Alexander Andersen – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violin, mandolin, guitars
Kristian “Fido” Torp – bass
Robert Risberget Johansen – drums and percussion


Gastmusiker:

Elisabeth Johansen – percussion on “Antique”


Label: KScope


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Space Cowboy (19:41)
2. Hourglass (4:15)
3. Fireworker (4:41)
4. Antique (6:24)
5. Sapien (15:22)

Gesamtspieldauer: 50:25




Die norwegische Band Gazpacho macht besondere Musik. Sehr aufwendige Musik und gleichzeitig auch Musik, in die man sich hineinhören muss. Noch besser: auch hineinhören sollte, denn es lohnt in den allermeisten Fällen, wie man auf den ersten zehn Alben bereits hören kann. Am 18. September ist nun Platte Nummer 11 erschienen. „Fireworker“ heißt diese und auf insgesamt fünf Liedern zeigen die sechs Norweger alles, was sie unter Art Rock und progressiver Musik verstehen.

Das Album beginnt mit dem fast zwanzigminütigen Titel „Space Cowboy“. Eine musikalische und atmosphärische Reise durch den musikalischen Kosmos von Gazpacho. Da hört man bombastische Passagen, eher sphärische Abschnitte, Choreinsätze, bei denen Reminiszenzen zu Carl Off oder noch moderner zu Nicholas Lens und sein „Flamma Flamma“ aufkommen. Dieses Lied ist Abwechslung pur, tatsächlich rockt die Nummer auch an der ein oder anderen Stelle, um dann wieder ganz leise und zerbrechlich zu klingen. Über allem steht dabei die packende Melodie, die einen einfängt und mit jedem weiteren Durchlauf noch intensiver und eingängiger zu werden scheint.

Mit „Hourglass“ folgt eine verträumte Piano-Nummer zu der Jan-Henrik Ohme in seiner unnachahmlichen, häufig verzweifelten Art und Weise singt. Doch das Stück ändert sich, wieder solch ein Chor wie aus Carmina Burana, eine sehnsüchtige Violine und alles kumuliert schließlich erneut in der Ausgangsstimmung. Mit dem anschließenden Titeltrack „Fireworker“ ändert sich die Stimmung plötzlich völlig. Das Lied hat Groove, klingt deutlich fröhlicher und nimmt – für Gazpacho wahrlich ungewöhnlich – ziemlich Fahrt auf. Das rockt.

„Antique“ beginnt mit mechanischen, irgendwie industriellen Tönen, doch schnell setzt der warme und gleichzeitig auch immer traurig klingende Gesang des Jan-Henrik Ohme wieder ein und es entwickelt sich eine überwiegend getragene und sanfte Nummer, die nur phasenweise gesteigert wird, um schließlich wieder in den ruhigeren Part zurückzufallen.

Bleibt schließlich noch das letzte Lied des Albums, der Titel „Sapien“. Zunächst Herzschläge, die schließlich vom Keyboard und dem Schlagzeug übernommen werden. Die Gitarre setzt ein, die Geschwindigkeit steigert sich, man fühlt sich ein wenig an das achte Album „Demon“ aus dem Jahr 2014 erinnert, denn auch bei dieser Nummer schaffen es die Musiker von Gazpacho wieder eine sehr dichte, gleichzeitig auch bedrückende Stimmung zu erzeugen, die einen voll in den Bann zieht. Auch „Sapien“ vollführt in seinen fünfzehn Minuten Spieldauer einige Wendungen und Wechsel, ohne dabei jedoch an Atmosphäre zu verlieren. Das klingt einfach gut und beeindruckend.

Ach ja, wer übrigens das vorher als Single veröffentlichte Stück „Clockwork“ auf dem Album vermisst… Das ist nicht verloren gegangen, allerdings wurde das Lied in die erste Nummer „Space Cowboy“ integriert. Man hört es ab etwa 10:30.

Fazit: Gazpacho machen besondere Musik, aufwendige Musik, abwechslungsreiche Musik. Nicht alle Alben der Norweger klingen dabei gleich überzeugend. Einnehmend hört sich die Musik der Norweger immer an, wenn man auf diesen zumeist düsteren skandinavischen Art Rock steht. „Fireworker“ ist dabei nochmals besonders und gehört für mich mit zu den besten Alben der Band. Nicht ganz ein zweites „Demon“, aber gar nicht so weit weg. Gazpacho-Fans wird es gefallen und allen, die gerne mal etwas anderes Hören als dudelnde Playlisten der Radiosender. Ein sehr gutes Album. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Space Cowboy, Sapien und die drei anderen Lieder



Freitag, 27. Juli 2018

Gazpacho – Soyuz




Gazpacho – Soyuz


Besetzung:

Jan-Henrik Ohme – vocals
Thomas Alexander Andersen – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violin, mandolin, guitars
Kristian "Fido" Torp – bass
Robert Risberget Johansen – drums and percussion


Gastmusiker:

Kristian (The Duke) Skedsmo – guest musician


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Soyuz One (6:21)
2. Hypomania (3:38)
3. Exit Suite (3:38)
4. Emperor Bespoke (7:42)
5. Sky Burial (4:25)
6. Fleeting Things (4:18)
7. Soyuz Out (13:23)
8. Rappaccini (4:06)

Gesamtspieldauer: 47:34




Das bereits zehnte Studioalbum der norwegischen Art Rock bis Progressive Rock Band Gazpacho wurde am 17. Mai 2018 auf dem Plattenlabel Kscope veröffentlicht – wie inzwischen alle Alben der Band. „Soyuz“ heißt dieses Album und ist einmal mehr angefüllt mit dem so typischen Sound, für den die Norweger bereits seit Jahren stehen.

Doch es ist inzwischen nicht mehr nur noch der Sound, der sofort auf Gazpacho schließen lässt. Es sind die Melodiebögen und vor allen Dingen die Atmosphären, die die Musiker mit ihren Liedern so unverwechselbar zu transportieren verstehen. Die Stimmung auch auf „Soyuz“ ist durchweg melancholisch bis traurig gehalten, alles wirkt und klingt irgendwie dunkel, Musik zum Eintauchen, gemacht für die ruhigeren Stunden des Tages. Inhaltlich befasst sich „Soyuz“ mit der Vergänglichkeit, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise in das Leben der Menschen Einzug halten kann. Von daher klingt die getragene Stimmung der Platte keineswegs überraschend.

Die Melodien auf „Soyuz“ gehen einmal mehr ins Ohr. Besonders gelungen klingen dabei der Opener „Soyuz One“, in dem (zusammen mit „Soyuz Out“) die Mission Sojus 1 zum Thema gemacht wird. Auf dieser verlor der Kosmonaut Wladimir Michailowitsch Komarow im Jahr 1967 als erster Mensch in der Raumfahrt sein Leben, als der Fallschirm seiner Landekapsel sich nicht öffnete und diese fast ungebremst auf den Boden knallte. Zweiter Höhepunkt ist „Emperor Bespoke“, ein Lied, welches auf das Mädchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen anspielt. Beides sind Lieder, die sich sehr schnell im Gehörgang festsetzen. Doch auch der Rest auf „Soyuz“ lohnt sich, sodass dem Hörvergnügen nichts mehr im Weg steht – wenn man dem Album ein paar Durchläufe gönnt.

Fazit: Mit „Soyuz“ ist den Norwegern von Gazpacho erneut ein schönes und überzeugendes Album gelungen. Irgendwie scheint das Adjektiv „schön“ besonders für die Musik von Gazpacho zu passen. Alles klingt melodisch und eingängig, wirkt niemals hektisch und entspannt Zuhörerin wie Zuhörer. Wer also auf Art Rock steht und den sanften Tönen etwas abgewinnen kann, die oder der wird mit „Soyuz“ etwas Besonderes für sich finden können. Elf Punkte.

Anspieltipps: Soyuz One, Emperor Bespoke



Mittwoch, 4. Juli 2018

Gazpacho – Molok




Gazpacho – Molok


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas Alexander Andersen – keyboards
Jon Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violin & mandolin
Kristian „Fido“ Torp – bass
Lars Erik Asp – drums


Gastmusiker:

Gjermund Kolltveit – aga singing, stone and assorted bones, stones and harps
Stian Carstensen – accordions, kaval and bulgarian fiddle
Marianne Pentha – backing vocals
Børge Are Halvorsen – various saxophones
Stig Espen Hundsnes – trumpet


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Park Bench (6:44)
2. The Master’s Voice (4:08)
3. Beta Kiss (2:45)
4. Know Your Time (6:07)
5. Choir Of Ancestors (4:44)
6. ABC (3:26)
7. Algorithm (3:10)
8. Alarm (3:54)
9. Molok Rising (9:38)

Gesamtspieldauer: 44:39



„Molok“ nannte die norwegische Progressive Rock Band Gazpacho ihr neuntes Studio-Album. Im Jahr 2015 wurde es auf dem Plattenlabel KScope veröffentlicht. Stilistisch macht „Molok“ da weiter, wo ein Jahr zuvor mit „Demon“ aufgehört wurde. Dichten und fesselnden Progressive Rock bis Art Rock bekommt man auf der Platte geboten, der eher traurig denn fröhlich klingt. Dazu werden die Hörerin und der Hörer mit abwechslungsreichen und eingängigen Melodien überschüttet.

„Molok“ ist ein Brett, soll heißen, dass hier auf einer Dreiviertelstunde Musik zelebriert wird, die einen absolut fesseln kann. Die einzelnen Lieder sind atmosphärisch absolut dicht und weisen dabei viele Variationen auf – obwohl es sich dabei immer ganz eindeutig um die Musik von Gazpacho handelt. Was man auf „Molok“ zu hören bekommt, klingt einmal fein und zart, dann wieder rauschend und mitreißend. Musik, die in jede Pore des Körpers dringt, wenn man sie denn lässt. Das schafft diese umso besser, wenn man ihr genügend Zeit zum Reifen einräumt. Wie so oft bei einem Gazpacho-Album, benötigt die Musik etwas Anlaufzeit, obwohl sie bereits beim ersten Hören sehr gut und überzeugend klingt – im Laufe der Zeit jedoch immer noch ein wenig besser. „Molok“ wirkt vielleicht nicht ganz so dramatisch wie der Vorgänger „Demon“, doch setzt die Musik eindeutig genau dort an und ergänzt diese.

Es gibt auf diesem Album keinen „Übertitel“. Alles wirkt auf „Molok“ und weiß zu packen. Die Höhepunkte der Platte heißen „Park Bench“, „Know Your Time“, „Choir Of Ancestors“, „ABC“ und „Molok Rising“. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich an dieser Stelle jedoch auch die restlichen vier Nummern aufzählen können. Alle neun Stücke auf dieser Platte transportieren eine dunkle bis mystische Stimmung, die sehr gut zum Thema „Religionen“ passt, welches dieses Mal im Vordergrund steht. Düsternis macht sich breit und bahnt sich ihren Weg aus den Boxen in die Ohren der Zuhörer. Allerdings so harmonisch, dass man gerne in das Dunkel eintaucht.

Fazit: Auch das neunte Album der norwegischen Band Gazpacho mit dem Titel „Molok“ ist ein sehr überzeugendes und auch ergreifendes geworden. Dieses Mal klingt die Musik der Band atmosphärisch allerdings nicht nach Melancholie, sondern nach Finsternis bis Dunkelheit. Alles wirkt auf seine Art mystisch und etwas entrückt. Eine Platte in die man völlig eintauchen kann und die für Leute mit Depressionen definitiv gefährlich ist. „Molok“ ist sanft, traurig, aber intensiv. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Park Bench, Know Your Time, Choir Of Ancestors, ABC, Molok Rising



Sonntag, 24. Juni 2018

Gazpacho – Demon




Gazpacho – Demon


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas Andersen – keyboards
Mikael Krømer – violin, mandolin
Kristian „Fido“ Torp – bass
Jon-Arne Vilbo – guitar
Lars Erik Asp – drums, percussion


Gastmusiker:

Stian Carstensen – accordion, banjo
Charlotte Bredesen – vocals (as part of choir) on „I've Been Walking (Part 2)“


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. I've Been Walking (9:47)
2. The Wizard Of Altai Mountains (4:52)
3. I've Been Walking (Part 2) (12:30)
4. Death Room (18:29)

Gesamtspieldauer: 45:40




„Demon“ heißt das achte Studio-Album der norwegischen Progressive Rock Band Gazpacho. Es erschien am 17. März 2014 auf dem Plattenlabel KScope. „Demon“ ist ein Konzept-Album, auf dem die Geschichte eines Dämons erzählt wird, der Präsenz des Bösen auf dieser Welt, welcher gerade in Prag beheimatet ist. Gleichzeitig ist es die Geschichte eines Mannes, der diesen Dämon durch die Jahrhunderte jagt. Neben der Musik ist es ebenfalls die Instrumentierung, die sehr abwechslungsreich auf „Demon“ gestaltet ist. Immer wieder mal haben Violine oder das Akkordeon einen kurzen Solo-Auftritt. Dann klingt es irgendwie nach Paris, obwohl das Ganze in Prag spielt. Man hört die Zwanziger Jahre und auch Vergleiche zur jiddischen Musik oder derer der Sinti und Roma können aufkommen. Dazu gesellt sich noch der eindringliche Gesang des Jan Henrik Ohme und fertig ist das wahrlich beeindruckende Album.

Unter diesen Vorgaben entwickelten und komponierten die sechs Norweger Musik, die fast stellvertretend und wegweisend für den Progressive Rock im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts stehen könnte. Die vier Lieder klingen so dunkel, so spannend, so eingängig und melodiös. Einfach unfassbar mitreißend, ohne deswegen das Tempo selbst anziehen zu müssen. Es ist diese hier transportierte Atmosphäre, die einen einnimmt und packt. Dabei gehen die verschiedenen Teile der einzelnen Lieder ineinander über, wirken bedrohlich und gleichzeitig einnehmend. Absolut intensive und packende Musik. Die einzelnen Stücke sind dabei überaus abwechslungsreich und vielschichtig gehalten, gehen ziemlich schnell ins Ohr. Es gibt auf Demon auch keinen Hänger, keinen nicht passenden Akkord, alles klingt wie wunderbar füreinander bestimmt und dabei doch immer so wunderschön bedrohlich und melodiös.

Unter den vier Titeln wirkt jeder. Am Intensivsten klingt vielleicht das letzte und längste Stück der Platte, „Death Room“. Selbstverständlich nur Geschmackssache, doch ich kann mich nicht satthören an diesen wunderschönen Melodiebögen, die gleichzeitig auch geheimnisvoll und irgendwie dunkel und verstörend klingen. Als ich „Demon“ von Gazpacho das erste Mal auflegte, war ich beschäftigt und hörte nur die ersten beiden Stücke. Es klang zunächst „ganz nett“. Das zweite Mal hörte ich den letzten Titel nebenbei. Aber nur ganz kurz, schnell hatte die Musik meine Aufmerksamkeit auch sich gezogen. Sofort nahm ich mir die Zeit, mich auf die Musik des ganzen Albums zu konzentrieren und es eröffneten sich mir wunderschöne musikalische Welten, in die sich einzutauchen lohnte. Überaus vielschichtige und abwechslungsreiche Musik erklang da und es war um mich Geschehen. Diese Klänge auf „Demon“ ziehen einen in den Bann und verursachen ein ganz intensives Hörerlebnis.

Fazit: „Demon“ von Gazpacho ist ein unfassbar gutes Album geworden, wenn man denn auf Progressive Rock steht und dabei dieser musikalischen Stilrichtig auch eine Entwicklung weg von den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zugesteht. Denn so klingen Gazapacho nicht. Man hört hier kein Genesis und kein Yes, kein King Crimson und auch kein Van Der Graaf Generator. Man hört modernen Progressive Rock, der nun ebenfalls mitreißend und spannend klingen kann. Wenn ich mir mal etwas Gutes tun möchte, dann lege ich „Demon“ von Gazpacho auf. Wahrlich beeindruckend. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Death Room und die restlichen Titel



Donnerstag, 14. Juni 2018

Gazpacho – March Of Ghosts




Gazpacho – March Of Ghosts


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas A. Anderson – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violins & mandolin
Kristian Olav Torp – bass
Lars Erik Asp – drums


Gastmusiker:

Kristian „The Duke“ Skedsmo – tin whistle, low whistle, tenor banjo, five string banjo, accordion, mandriola, octave mandola & flute


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Monument (2:06)
2. Hell Freezes Over I (5:45)
3. Hell Freezes Over II (4:36)
4. Black Lily (4:58)
5. Gold Star (4:15)
6. Hell Freezes Over III (2:36)
7. Mary Celeste (5:43)
8. What Did I Do? (4:19)
9. Golem (5:10)
10. The Dumb (4:33)
11. Hell Freezes Over IV (6:11)

Gesamtspieldauer: 50:17




Gazpacho sind Gazpacho sind Gazpacho. Wenn man eine Platte der sechs Norweger erwirbt, dann weiß man, was einen erwartet. Man bekommt eingängigen Art Rock bis Progressive Rock zu hören, der sehr schnell ins Ohr geht. Nicht anders ist das auch bei ihrem siebten Studio-Album, welches den Namen „March Of Ghosts“ trägt. Am 12. März im Jahr 2012 wurde die Scheibe auf dem Plattenlaben KScope veröffentlicht und enthält einmal mehr die für Gazpacho so typische Musik, den Sound, den man erwartet. „March Of Ghosts“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten. Die Idee hinter dem Album ist, dass in einer Nacht verschiedene Geister ihre Erlebnisse in Form von Geschichten erzählen. Zu den Charakteren dieser „Geister“ gehören haitianische Kriegsverbrecher, die Besatzung der Mary Celeste, ein zurückkehrender amerikanischer Soldat des Ersten Weltkriegs, der sich im Jahr 2012 wiederfindet und der Geist eines englischen Comedy-Autors, der zu Unrecht des Verrats beschuldigt wurde.

„March Of Ghosts“ ist randvoll gefüllt mit sanfter und sehr melodiöser Musik, die im Umkreis des Progressive Rock und des Art Rocks beheimatet ist. Die Lieder gehen bereits beim ersten Mal des Hörens gut ins Ohr und klingen nach Melancholie, Sentimentalität und unerfüllter Sehnsucht. Alles, wirklich alles auf „March Of Ghosts“ klingt harmonisch. Das bedeutet allerdings keineswegs Langeweile, sondern ergänzt die Musik von Gazpacho durch ein weiteres sehr hörenswertes Album. Einen kleinen Unterschied zu den bisherigen Platten der Band gibt es dann allerdings doch. Gazpacho haben auf „March Of Ghosts“ den Folk noch ein wenig mehr in ihre Lieder einfließen lassen. Kurze folkige Abschnitte tauchen immer wieder in den einzelnen Stücken auf und bereichern die Musik damit durchaus noch einmal mehr.

Es klingt wirklich alles auf „March Of Ghosts“. Jede und jeder, die oder der diese Art der Musik schätzt, wird hier andere Favoriten für sich entdecken. Zudem wachsen die Lieder auch noch mit jedem weiteren Durchlauf, sodass die eigenen Höhepunkte sich durchaus im Laufe der Zeit ändern können. Meine Favoriten sind im Moment die Stücke „Hell Freezes Over I, II und IV“ sowie „Gold Star“. Oder sind es doch „Mary Celeste“ und „What Did I Do?“? Schwierig, es klingt wahrlich alles sehr überzeugend. Ein großes Lob auch für das 24-seitige Booklet. Dieses ist sehr schön gestaltet und es lohnt einmal mehr, die Texte darin nachzulesen. Da hat sich jemand viel Mühe gegeben.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Album ganz im Stile von Gazpacho ist „March Of Ghosts“ geworden. Eingängigen und harmonischen Progressive Rock bis Art Rock gibt es auf dem Album zu hören. Gazpacho erfinden dabei weder sich neu, noch irgendwelche musikalischen Genres. Trotzdem lohnt sich diese Platte, da sie dieses Gazpacho-Universum erweitert. Musik voller Melancholie, abwechslungsreich und warm. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hell Freezes Over, Gold Star



Montag, 4. Juni 2018

Gazpacho – Missa Atropos




Gazpacho – Missa Atropos


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas Andersen – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violins & mandolin
Kristian Olav Torp – bass
Lars Erik Asp – drums


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Mass For Atropos I (1:43)
2. Defense Mechanism (6:29)
3. I Was Never Here (3:12)
4. Snail (3:39)
5. River (6:07)
6. Mass For Atropos II - You're Going To Die Up Here (2:06)
7. Missa Atropos (8:25)
8. She’s Awake (3:42)
9. Vera (7:26)
10. Will To Live (3:07)
11. Mass For Atropos III (1:39)
12. Splendid Isolation (8:33)
13. An Audience (2:52)

Gesamtspieldauer: 59:06




„Missa Atropos“ heißt das sechste Album der norwegischen Progressive Rock Band Gazpacho. Das Album erschien am 26. November im Jahr 2010 auf dem Plattenlabel Happy Thoughts und KScope. Auf „Missa Atropos“ hört man überaus eingängigen und melodischen Progressive Rock, der in Harmonien schwelgt und an vielen Stellen mitzureißen versteht. Inhaltlich wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich in einen Leuchtturm zurückzieht, um die Ankunft von Atropos zu erwarten. Atropos ist eine von drei Schwestern aus der griechischen Mythologie, neben Clotho und Lachesis, die den Faden des Lebens, also die Lebenszeit eines Menschen mittels eines Stabes nachmessen. Ist die Fadenlänge erreicht, schneidet Atropos diesen durch und der Mensch stirbt.

Hatte die Musik von Gazpacho früher mal an Radiohead, A-ha, Porcupine Tree und Marillion erinnert, so ist nun hauptsächlich noch Marillion der Steve Hogarth Phase übriggeblieben. Allerdings gefällt mir der Ansatz von Gazpacho etwas besser, als jener der späteren Marillion. Die Musik schwelgt quasi in Harmonien und schönen Melodien, die unverzüglich ins Ohr gehen. Jan Henrik Ohmes Stimme gleicht nun auch noch etwas mehr dem Gesang von Steve Hogarth, besitzt allerdings noch eine größere Spannbreite. Massenkompatibel ist das auf „Missa Atropos“ zu Hörende kaum, wer allerdings Musik in der Richtung des eingängigen Art Rock liebt, die oder der kommt mit dieser Platte voll auf ihre beziehungsweise seine Kosten. Über allem schwebt einmal mehr diese latent vorhandene Traurigkeit in der Musik der Norweger, die bei dem Inhalt des Albums dieses Mal auch nicht weiter überraschen dürfte.

Auf „Missa Atropos“ gibt es einige Höhepunkte – und dazu glücklicherweise keine Ausfälle. Alles klingt und wirkt auf diesem Album. Besonders angetan haben es mir dabei die Titel „Defense Mechanism“, „River“, „Vera“, „Splendid Isolation“ und „An Audience“. Dichte und intensive Musik die, besitzt man dieses „Progressive Rock Gen“, einen oftmals packt und nicht mehr loslässt. Alle Titel beinhalten eine große Varianz in sich, sind abwechslungsreich und atmosphärisch vollgepackt. Fand ich die Scheibe beim ersten Hören „ganz gut“, so hat sie sich mit jedem weiteren Durchlauf weiter gesteigert, auch wenn sie diesen einen „Übertitel“ nicht beinhaltet. Jedoch ist diese Musik ganz eindeutig als jene von Gazpacho auszumachen, alleine das ist schon ein Gütesiegel.

Fazit: Schwelgerischen, harmonischen, melodiösen und eingängigen Progressive Rock bekommt man auf „Missa Atropos“ von der norwegischen Band Gazpacho serviert. Das Album ist überaus abwechslungsreich, obwohl die Musiker von Gazpacho ihren Liedern durchaus einen unverwechselbaren Stempel aufdrücken. Wer gerne in intensive und atmosphärische Lieder eintaucht, die oder der kann das auf diesem Album bestens erleben. Das klingt schon sehr hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Defense Mechanism, River, Vera, Splendid Isolation, An Audience



Donnerstag, 17. Mai 2018

Gazpacho – Tick Tock




Gazpacho – Tick Tock


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas Andersen – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violin, mandolin
Kristian Olav Torp – bass
Lars Erik Asp – drums


Gastmusiker:

Robert R. Johansen – drums on „Tick Tock“
The Duke – accordian, flute and mandola


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Desert Flight (7:39)
    The Walk
2. Part 1 (8:03)
3. Part 2 (5:39)
    Tick Tock
4. Part 1 (7:16)
5. Part 2 (9:39)
6. Part 3 (5:30)
7. Winter Is Never (5:10)
8. Independence Day (4:23)

Gesamtspieldauer: 53:22



„Tick Tock“ heißt das fünfte Album der norwegischen Progressive Rock Band Gazpacho. „Tick Tock“ erschien am 27. März im Jahr 2009 auf dem Plattenlabel HWT Records und wurde 2016 auf dem Label KScope, um einen Titel erweitert, wiederveröffentlicht. „Tick Tock“ ist ein Konzeptalbum, welches auf dem Buch „Wind, Sand und Sterne“ von Antoine de Saint-Exupéry basiert und hier musikalisch umgesetzt wird. Dieser unternahm im Jahr 1935 den Versuch eines Langstreckenrekords, der ihn mit einem kleinen Flugzeug von Paris nach Saigon führen sollte. Er kam jedoch nur bis etwa 200 Kilometer westlich von Kairo, musste dort notlanden und irrte fünf Tage durch die Wüste, bevor er schließlich gerettet werden konnte. Seine Eindrücke und Erlebnisse verarbeitet der französische Schriftsteller in diesem Buch.

Soviel zum Hintergrund von „Tick Tock“. Und um es gleich vorweg zu nehmen, die Patte ist ein weiteres Meisterwerk der sechs Norweger. Die Musik bewegt sich dabei im Bereich zwischen Art Rock und Progressive Rock und stellt ein Füllhorn wunderschöner Melodien dar, in die sich einzutauchen lohnt. Alles klingt und alles stimmt auf „Tick Tock“. Die Lieder sind abwechslungsreich, klingen allesamt sehr melodisch, gehen ins Ohr und besitzen darüber hinaus noch diesen besonderen Wiedererkennungswert, der nicht jedem Lied innewohnt. Auf „Tick Tock“ allerdings allen, sogar dem im Jahr 2016 hinzugefügten Bonus Track „Independence Day“. Klingt die Musik von Gazpacho auf diesem Album zunächst noch etwas nach den Kollegen von Muse, was ganz klar aufgrund des Gesangs des Jan Henrik Ohme so festzustellen ist, wird sie im Laufe der Platte immer eigenständiger, bis sie schließlich wieder ganz eindeutig den Norwegern zugeschrieben werden kann.

Auf „Tick Tock“ Höhepunkte herauszuhören ist einigermaßen schwierig, da alle Lieder – wie bereits erwähnt – zu überzeugen wissen. Um doch an dieser Stelle etwas zu erwähnen, sei auf das Titellied „Tick Tock“ verwiesen, welches in drei Abschnitte unterteilt wurde. Ein regelmäßiges, Metronom-artiges Ticken, welches allerdings immer variiert wird, zieht sich durch die zweiundzwanzig Minuten des Stückes und verbindet die Teile. Die dabei zu hörende Musik ist angefüllt mit Harmonien und Melodiösität, die das Herz all jener Hörerinnen und Hörer höherschlagen lässt, welche auf die Eingängigkeit in der Musik stehen. Nichts klingt hier platt und anbiedernd, sondern sehr viel eher alles spannend und abwechslungsreich. Das Spiel mit den Atmosphären und Stimmungen verstehen die Musiker dabei einmal sehr vortrefflich und man wird hineingezogen in diese intensive musikalische Welt. Sehr gelungen.

Fazit: Auch das fünfte Studio-Album der norwegischen Band Gazpacho mit dem Namen „Tick Tock“ ist eine sehr überzeugende Platte geworden. Musik voller Abwechslung und Melodiösität gibt es hier zu hören. Angesiedelt zwischen Progressive Rock und Art Rock verstehen es die Norweger einmal mehr, ein sehr beeindruckendes Album zu veröffentlichen, welches Freundinnen und Freunden der eingängigen und melodischen Ausführung des Progressive Rock ein Strahlen ins Gesicht zaubert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Tick Tock



Samstag, 5. Mai 2018

Gazpacho – Night




Gazpacho – Night


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas A. Anderson – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violins & mandolin
Kristian Olav Torp – bass
Lars Erik Asp – drums
(Robert A. Johansen – drums on original „Night“)

Gastmusiker:

Kristian „The Duke“ Skedsmo – tin whistle, low whistle, accordion, didgeridoo, mandolin & banjo


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

CD1:

1. Dream Of Stone (17:01)
2. Chequered Light Buildings (6:34)
3. Upside Down (9:39)
4. Valerie’s Friend (6:30)
5. Massive Illusion (13:37)

CD2:

1. Dream Of Stone (live) (17:18)
2. Chequered Light Buildings (live) (6:07)
3. Upside Down (live) (10:26)

Gesamtspieldauer CD1 (53:23) und CD2 (33:53): 1:27:16



„Night“ heißt das vierte Studio-Album der norwegischen Progressive Rock Band Gazpacho. „Night“ wurde ursprünglich im Januar 2007 auf dem Plattenlabel Racket Records veröffentlicht. Im November 2012 erfolge schließlich eine Wiederveröffentlichung auf dem Label KScope. Dieses Mal erschien das Album mit alternativem Cover und in Form einer Doppel-CD. Auf der zweiten Scheibe kann man auf über einer halben Stunde die ersten drei Lieder des Albums live eingespielt hören.

„Night“ enthält alles, was man als Freundin beziehungsweise Freund der Musik der Norweger so liebt. Fünf Lieder befinden sich auf dem Album, die alle ineinander übergehen und sämtlich stellvertretend für sehr harmonischen Progressive Rock stehen. Die Musik umschwirrt melodiös das Ohr und setzt sich auch sofort darin fest. Alles wirkt und klingt auf „Night“. Die Titel entwickeln sich dabei allesamt langsam, das Tempo wird nur spärlich angezogen und nicht selten endet das Ganze in einem zarten Violinen-Solo des Mikael Krømer. Obwohl alle Titel in einem ähnlichen Stil gehalten sind, so ist das, was es auf „Night“ zu hören gibt, niemals langweilig. Vielmehr kann man in diese sehr dichte und intensive Musik wunderbar eintauchen und sich entspannt auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise begeben, die diverse, spannende Eindrücke vermittelt. Immer sind diese dabei melodiös.

Lediglich beim ersten und längsten Titel „Dream Of Stone“ wird es auch mal richtig rockig. Ansonsten hört man einmal mehr auf einem Gazpacho-Album die sanften, melancholischen und eher traurigen Töne. Auch auf „Night“ erklingt Musik der sechs Norweger, auf die sich zu konzentrieren lohnt, die, falls im Hintergrund gehört, verschenkt klingt. Dabei überzeugen und wirken wirklich auch alle Lieder der Platte. Deswegen ist es einigermaßen schwer, hier den einen oder anderen Höhepunkt herauszustellen. Alle einzelnen Stücke sind von gleichbleibender Qualität, die weit über dem Durchschnitt angesiedelt ist und alle Lieder haben das Potenzial Lieblingslieder zu werden. Allerdings muss man den leicht weinerlichen Gesang des Jan Henrik Ohme mögen. Dieser passt im Grunde genommen perfekt zu dieser Art der Musik, könnte jedoch für die eine oder den anderen der Punkt sein, weswegen „Night“ nicht zum Favoriten wird.

Mit der Wiederveröffentlichung bekommt man schließlich noch eine zweite CD mitgeliefert, die die ersten drei Titel des regulären Albums in Live-Versionen enthält. Diese unterscheiden sich nicht zu sehr von den Original-Versionen, besitzen allerdings doch leichte Abweichungen und klingen qualitativ einwandfrei. Von daher stellt diese Zusatz-CD eine schöne Erweiterung des Materials auf „Night“ dar.

Fazit: Ein weiteres sehr schönes und hörenswertes Album ist „Night“ der norwegischen Band Gazpacho geworden. Wer auf melancholischen und immer melodiösen Progressive Rock bis Art Rock steht, die oder der kann mit dieser Scheibe absolut nichts falsch machen. Jeder einzelne Titel des Albums überzeugt, es gibt keine Ausfälle zu beklagen. Musik die sich lohnt gehört zu werden und begeistert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Dream Of Stone, Chequered Light Buildings, Valerie‘s Friend



Mittwoch, 25. April 2018

Gazpacho – Firebird




Gazpacho – Firebird


Besetzung:

Jan H. Ohme – vocals & backing vocals
Thomas Andersen – piano, keyboards & programming
Jon-Arne Vilbo – acoustics, guitars & programming
Robert Risberget Johansen – drums & percussion


Gastmusiker:

Kristian Olav Torp – bass
Steve Rothery – guitars („Do You Know What You Are Saying?“)
Mikael Krømer – violins
Line Bekkelund – backing vocals („Firebird“)
Nina Mortvedt – backing vocals („Symbols“, „Swallow“)


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Vulture (5:47)
2. Symbols (4:04)
3. Swallow (5:39)
4. Orion I (5:19)
5. Orion II (3:06)
6. Prisoner (4:16)
7. Jezebel (4:18)
8. Black Widow (4:28)
9. Firebird (5:21)
10. Do You Know What You Are Saying? (6:21)
11. Once In A Lifetime (5:21)

Gesamtspieldauer: 54:06




„Firebird“ heißt das dritte Studio-Album der norwegischen Band Gazpacho. Dieses erschien im Jahr 2005 nun endlich auch nicht mehr in Eigenproduktion, sondern auf dem Plattenlabel Intact Records. Im Jahr 2016 wurde auch diese Scheibe schließlich auf dem Label KScope wiederveröffentlicht. Inzwischen waren Gazpacho zu einer Art ständiger Vorband ihrer großen Vorbilder Marillion geworden und wohl nicht zuletzt deswegen ist auf „Firebird“ auch Marillion-Gitarrist Steve Rothery beim Lied „Do You Know What You Are Saying?“ an der Gitarre zu hören.

„Firebird“ klingt etwas rockiger als noch die beiden Vorgänger-Alben. Ansonsten hat sich nicht viel geändert an der Musik der Norweger. Die Lieder sind immer noch sehr melancholisch bis nachdenklich gehalten, es ist eine eher traurige Atmosphäre, die hier aus dem Boxen verströmt wird. Dabei klingt die Musik von Gazpacho sehr intensiv und auch packend. Man kann eintauchen in all diese riesigen Wellen dunkler Stimmung, die nur ab und an die Sonne durchlassen. Lediglich die etwas rockigere Grundlage der Lieder sorgt für etwas hellere Momente. Auch die Stimme des Jan Henrik Ohme trägt mit zur Grundausrichtung der Musik auf „Firebird“ bei und ähnelt auf diesem Album sehr der von Matthew Bellamy von Muse.

Höhepunkte gibt es einige auf diesem Album zu hören, auf denen es glücklicherweise keine Ausfälle zu verzeichnen gibt. Jeder Titel klingt und wirkt auch. „Vulture“, „Orion I“, „Black Widow“ sowie „Do You Know What You Are Saying?“ wären da als Höhepunkte besonders zu nennen. Allesamt Lieder, die ins Ohr gehen, mal sanft, mal rockiger, mal sogar etwas sphärischer. Und wenn beim letztgenannten Titel dann auch noch die Violine so wunderschön traurig einsetzt und erklingt, dann heißt es: Augen schließen und sich ganz seiner Sentimentalität hingeben.

Fazit: Das dritte Studio-Album der norwegischen Band Gazpacho mit dem Titel „Firebird“ ist noch ein wenig abwechslungsreicher geworden, als die beiden Vorgänger-Platten. Die etwas dunkle Grundstimmung in der Musik der Norweger bleibt in den Liedern auf „Firebird“ zwar erhalten, doch wird mitunter ein klein wenig mehr das Tempo angezogen. Gazpacho schwelgen jedoch weiterhin in Melancholie und Sentimentalität und alles klingt so traurig. Schön traurig. Elf Punkte.

Anspieltipps: Vulture, Orion I, Black Widow, Do You Know What You Are Saying



Samstag, 14. April 2018

Gazpacho – When The Earth Lets Go




Gazpacho – When The Earth Lets Go


Besetzung:

Jan H. Ohme – vocals & backing vocals
Thomas Andersen – keyboards & programming
Jon-Arne Vilbo – guitars
Roy Funner – bass
Robert Johansen – drums


Gastmusiker:

Mikael Krømer – violins („When Earth Lets Go“)


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Intro (0:46)
2. Snowman (4:26)
3. Put It On The Air (5:09)
4. Souvenir (3:36)
5. Steal Yourself (3:52)
6. 117 (6:22)
7. Beach House (5:06)
8. Substitute For Murder (6:08)
9. Dinglers Horses (4:21)
10. When Earth Lets Go (4:49)

Gesamtspieldauer: 1:11:27



„When The Earth Lets Go“ heißt das zweite Studio-Album der norwegischen Progressive Rock Band Gazpacho, die zu Beginn ihrer Karriere allerdings noch eher Musik veröffentlichte, die im Bereich des Art Pop bis Art Rock angesiedelt war. Auch die zweite Platte der Norweger erschien zunächst in Eigenproduktion, wurde im Jahr 2016 dann auf dem Plattenlabel KScope wiederveröffentlicht.

„When The Earth Lets Go“ ist ein Album geworden, welches Lieder enthält, die allesamt gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr gehen. Hörerinnen und Hörer, die auf Harmonien in der Musik stehen, schrägen oder gar lauten Tönen so gar nichts abgewinnen können, die werden auf dieser Platte ihre Musik finden. Besonders spektakulär sind die einzelnen Lieder dabei nicht, alles scheint in einem langsamen Fluss dahinzutreiben. Für Menschen, die sehr viel Abwechslung in der Musik benötigen, um daran gefallen zu finden, könnte dies ein Manko auf „When The Earth Lets Go“ darstellen. Doch für all diejenigen, die das Sanfte, das Harmonische und das Melodiöse in der Musik suchen, klingt diese Platte überzeugend und wie eine Bereicherung.

Die Stimmung auf diesem Album ist einmal mehr – für nordeuropäische Bands fast schon Standard – eine eher sentimentale bis melancholische. Abwechslungsreiche Lieder mit einer gehörigen Portion Moll gibt es hier zu hören. Meine Favoriten lauten „Snowman“, ein Titel, der gleich beim ersten Mal des Hörens aus den anderen heraussticht. Intensive, traurige und packende Musik, mit sehr viel Piano. Dazu die weinerliche Stimme des Jan H. Ohme, der auf „When The Earth Lets Go“ häufig wie sein Kollege Thom Yorke von Radiohead klingt. Das folgende Stück, „Put It On The Air“, gehört ebenfalls zu den Höhepunkten des Albums. Dieses Mal klingen Gazpacho sogar ein wenig heller und die Nummer rockt. Schließlich wäre da noch das letzte Stück der Platte und gleichzeitig das Titellied zu erwähnen. Wieder ist es dieser weinerliche bis zerbrechliche Gesang, gepaart mit ebenfalls zarten Piano-Klängen, die das Ohr so wunderbar warm umscheben. Da ergreift einen die Musik durchaus, wenn man denn auch gerne mal auf die sanften Töne in der Musik hört.

Fazit: Auch das zweite Album der norwegischen Band Gazpacho mit dem Titel „When The Earth Lets Go“ ist ein schönes, melodiöses und eingängiges geworden. Die Melodien klingen sanft, nachdenklich melancholisch und selten fröhlich. Art Pop bis Art Rock, der sehr stark von der Atmosphäre lebt, die hier transportiert wird. Musik für die dunklen Tage und für die stillen Stunden des Tages überhaupt, wenn man all der Hektik dieser Welt mal den Rücken kehren möchte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Snowman, Put It On The Air, When Earth Lets Go



Mittwoch, 4. April 2018

Gazpacho – Bravo




Gazpacho – Bravo


Besetzung:

Jan H. Ohme – vocals & backing vocals
Thomas Andersen – keyboards & programming
Jon-Arne Vilbo – guitars & programming
Roy Funner – bass


Gastmusiker:

Mikael Krømer – violins ("Bravo", "The Secret")
Peter Kearns – strings ("Novgorod"), additional vocals ("Bravo")
Kristian Skedsmo – flute ("Bravo")
Geir Digernes – drums
Esther Valentine – additional vocals ("Novgorod")
Line Bækkelund – additional vocals ("Ease Your Mind")
Siv Klynderud – additional vocals ("Sea Of Tranquility", "The Secret")
Sverre Andersen – additional vocals ("The Secret")
Anita Mathiasen – additional vocals ("The Secret")
Yvonne B. Denneche – additional vocals ("The Secret")
Siv Andersen – additional vocals ("The Secret")


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Art Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Desert (5:30)
2. Sea Of Tranquility (5:02)
3. Nemo (3:55)
4. Ghost (5:26)
5. California (3:48)
6. The Secret (5:42)
7. Sun God (4:26)
8. Mesmer (5:43)
9. Novgorod (5:04)
10. Ease Your Mind (5:59)
11. Bravo (6:37)

Gesamtspieldauer: 57:18



Gazpacho sind eine Art-Rock-Band aus Oslo, Norwegen. Die Musiker fanden sich zum Teil bereits im Jahr 1996 zusammen, waren Marillion-Fans und im internationalen Marillion-Fan-Club „The Web“ aktiv. Schließlich begannen die Musiker und Fans selbst Lieder zu schreiben und diese gewannen auch einige Wettbewerbe in Norwegen. Im Jahr 2002 wurde über die Plattform MP3.com schließlich ein Album mit sechs Liedern veröffentlicht. Fünf davon flossen auch in das erste offizielle Studio-Album der Norweger ein. Dieses heißt „Bravo“ und wurde im Jahr 2003 ursprünglich in Eigenproduktion veröffentlicht. Später erschien das Album dann auch auf dem Plattenlabel KScope.

Die Musik von Gazpacho wird häufig mit der von A-ha, Radiohead, Marillion oder Porcupine Tree verglichen. Die Musiker selbst nennen Marillion, Porcupine Tree, Jeff Buckley, Kate Bush, Muse, Pink Floyd, Radiohead, Sigur Rós, Mew, Kraftwerk, Tori Amos, Mr. Bungle, Faith No More, Talk Talk, A-ha und Roger Waters als Inspirationsquellen. Eine ganz schöne Menge an Inspirationen, von denen auf ihrem ersten Album „Bravo“ nur wenige zu vernehmen sind. Am ehesten ist es noch der Gesang von Jan H. Ohme, der zum Teil tatsächlich an den von Morten Harket von A-ha erinnert. Ansonsten hört man auf „Bravo“ sehr eingängigen und melodiösen Art Pop bis Art Rock, der eher melancholisch denn heiter erklingt. Die einzelnen Lieder überzeugen bereits beim ersten Mal des Hörens, die Musik geht sehr gut ins Ohr und verbleibt dort auch.

Gerade zu Beginn findet man einige tolle und überzeugende Lieder auf „Bravo“. „Sea Of Tranquility“ und „Nemo“ sind Stücke, die gleich Spaß machen, ohne dabei irgendwie plump oder platt zu klingen. Trotzdem ist die Musik von Gazpacho hier durchaus massentauglich, obwohl die Massen diese Musik nie zu Gehör bekommen werden. „California“ verfügt über einen Keyboard-Lauf, der so eingängig ist, dass er dazu beitragen würde, dieses Lied in fast jeden westlichen Charts zu platzieren. Bloß kennt die Band eben kaum jemand. „The Secret“ zeigt schließlich sogar Züge des Progressive Rock, um die Spannbreite der Musik von Gazpacho auf ihrem Debut-Album nochmals zu erweitern. Und mit dem Titel „Mesmer“ dringen dann tatsächlich auch mal etwas rockigere und fordernde Töne an das Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Natürlich reißen einen nicht alle der elf Titel absolut mit, doch sie wirken ohne Ausnahme. Diese Mischung aus Rock und Pop klingt einfach beeindruckend leicht und stimmig.

Fazit: Ein sehr gelungenes Album ist die Debut-Platte der norwegische Band Gazpacho geworden. Art Pop bis Art Rock auf hohem Niveau ist auf „Bravo“ zu hören, mit einer gehörigen Portion Abwechslung in und zwischen den einzelnen Liedern. Diese gehen dazu auch noch sehr gut ins Ohr, sind melodisch und hallen nach. Gerade diese Melodiösität steht im Zentrum auf der Platte. Harmonien erklingen praktisch von ersten bis zum letzten Akkord und werden nur durch sehr kurze Augenblicke unterbrochen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sea Of Tranquility, Nemo, The Secret