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Dienstag, 29. Juni 2021

Modest Mouse – The Golden Casket

 



Modest Mouse – The Golden Casket


Besetzung:

Isaac Brock
Russell Higbee
Jeremiah Green
Lisa Molinaro
Ben Massarella
Tom Peloso
Jim Fairchild
D. Sardy
Kacknife Lee
Jordan Katz
Enrique Ugalde




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Fuck Your Acid Trip (3:11)
2. We Are Between (3:52)
3. We're Lucky (2:44)
4. Walking And Running (3:01)
5. Wooden Soldiers (5:55)
6. Transmitting Receiving (5:40)
7. The Sun Hasn't Left (4:23)
8. Lace Your Shoes (5:25)
9. Never Fuck A Spider On The Fly (4:56)
10. Leave A Light On (4:18)
11. Japanese Trees (3:05)
12. Back To The Middle (3:52)

Gesamtspieldauer: 50:29



Zumindest kann man sicherlich nicht behaupten, dass die US-amerikanische Band Modest Mouse ihre Alben allzu überstürzt veröffentlichen würde. Vergingen zwischen dem Erscheinen von „We Were Dead Before the Ship Even Sank“ und „Strangers To Ourselves“ noch acht Jahre, so dauerte es nun immerhin „nur“ noch sechs Jahre, bis das siebte offizielle Album der Band mit dem Titel „The Golden Casket“ auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht wurde.

Kaum zu glauben, doch im nächsten Jahr feiern Modest Mouse bereits ihren 30. Band-Geburtstag. Mit dem eher rauen Independent Rock ihres Debuts „This Is A Long Drive For Someone With Nothing To Think About“ aus dem Jahr 1996 hat die Musik von Modest Mouse inzwischen kaum mehr etwas gemein. Sehr viel eher hört man auf „The Golden Casket“ Parallelen zu jener Musik, die auf den Alben „Good News For People Who Love Bad News“ aus dem Jahr 2004 und dem bereits erwähnten „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ aus dem Jahr 2007 zu hören war.

Es sind einmal mehr diese eingängigen Melodien in Verbindung zu dem unverwechselbaren und leicht schrägen Gesang des Isaac Brock, die die Musik von Modest Mouse bestimmen und dominieren und dadurch eben auch insgesamt unverwechselbar werden lassen. Das Zuhören macht Spaß, die Melodien gehen zum Teil bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr, mit jedem weiteren Durchlauf klingen sie noch intensiver und gelungener. Die Grundstimmung auf „The Golden Casket“ ist eine positive, optimistische. Zwar macht sich Isaac Brock mit seinen Texten immer noch viele Gedanken über diese Welt, er singt über Drogen und über seine Sorge bezüglich des rasanten technologischen Fortschritts in unserer Welt. Gleichzeitig freut er sich jedoch auch auf die Zukunft und die gemeinsame Zeit mit seinen inzwischen geborenen Kindern. So dringt das Zaudernde, das Ängstliche lediglich in die Texte auf „The Golden Casket“ ein, die Musik selbst scheint davon weniger beeinflusst zu sein, denn diese klingt deutlich optimistischer als manch dazugehörender Text.

Und was befindet sich nun als Höhepunkt in diesem goldenen Sarg, was „The Golden Casket“ auf Deutsch bedeutet? Nun, da haben es mir vor allen Dingen die beiden Titel „Wooden Soldiers“ und „Transmitting Receiving“ angetan. Reine Geschmackssache, sicherlich, doch bei diesen beiden Liedern kommen für mich die Zutaten der Musik von Modest Mouse so wunderbar zutage. Musik die anders klingt, leicht verschroben und irgendwie besonders.

Fazit: Mit „The Golden Casket“ ist Modest Mouse einmal mehr ein überzeugendes Album gelungen. Dieses wächst mit jedem weiteren Anhören und enthält, die für diese Band so typischen Zutaten. Leicht schräger Gesang und in Verbindung zu eingängigen und trotzdem zum Teil skurrilen Melodien einen unverwechselbaren Klang. Modest Mouse Fans dürfte das Gehörte gefallen und all denjenigen, die auch mal abseits der Radiodauerschleifen Musik hören ebenso. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Wooden Soldiers, Transmitting Receiving



Mittwoch, 25. März 2020

Modest Mouse – Strangers To Ourselves




Modest Mouse – Strangers To Ourselves


Besetzung:

Isaac Brock – vocals, guitar, twelve-string, piano, rhodes, mellotron, bass, ebow, baritone guitar, korg ms-20
Jeremiah Green – drums, conga, sequencers, electronic drums, djembe, death whistle, vibes, korg, kalimba, cigar box guitar, backing vocals
Tom Peloso – bass, synth, rhodes, piano, upright piano, cornet, kalimba, acoustic guitar, backing vocals
Jim Fairchild – guitar, rhodes, ukulele, backing vocals
Russell Higbee – bass, rhodes, upright bass, guitar, pump organ, vibes, electric piano, baritone guitar, euphonium, kalimba, cornet, organ, backing vocals
Lisa Molinaro – viola, cello, bass, vocals
Ben Massarella – percussion
Darrin Wiener – modular synthesizer, field recordings, machine sequencing


Gastmusiker:

Davey Brozowski – percussion
James Mercer – vocals
Jose Medeles – drums, percussion, vibes
William Slater – banjo on "The Ground Walks, With Time In A Box", piano, rhodes, modular synth, backing vocals
Maureen Pandos – upright bass
Tristan Forney – tuba
Corrina Repp – backing vocals
Jeremy Sherrer – timbales, mpc programming, backing vocals
Tucker Martine – percussion
Seth Lorinczi – bass
Ryan Baldoz – backwards bass


Label: Epic Records


Erscheinungsjahr: 2015


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Strangers To Ourselves (3:24)
2. Lampshades On Fire (3:07)
3. Shit In Your Cut (4:43)
4. Pistol (A. Cunanan, Miami, FL. 1996) (3:41)
5. Ansel (2:56)
6. The Ground Walks, With Time In A Box (6:11)
7. Coyotes (3:30)
8. Pups To Dust (3:30)
9. Sugar Boats (4:03)
10. Wicked Campaign (3:33)
11. Be Brave (3:31)
12. God Is An Indian And You‘re An Asshole (1:17)
13. The Tortoise And The Tourist (3:40)
14. The Best Room (4:24)
15. Of Course We Know (5:22)

Gesamtspieldauer: 57:01




„Strangers To Ourselves“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Alternative-Rock-Band Modest Mouse. Es wurde am 17. März 2015 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht. Mit den Liedern „Lampshades On Fire“, „Coyotes“, „The Best Room“, „The Ground Walks, With Time In A Box“ sowie „Of Course We Know“ wurden insgesamt fünf der fünfzehn Lieder des Albums separat als Singles veröffentlicht. Das Album-Cover zeigt ein Luftbild des Venture Out RV Resorts in Mesa, Arizona.

Nun, wer Modest Mouse mag, die oder der wird auch „Strangers To Ourselves“ mögen. Die Platte kommt ganz in der Tradition der letzten beiden Alben „Good News For People Who Love Bad News“ (2004) und „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ aus dem Jahr 2007 daher. Leicht schräge Melodien, witzige Texte und dabei jede Menge Harmonien, die sich schnell einprägen. Die Musik von Modest Mouse ist dabei unverwechselbar, was nicht nur am jederzeit wiederzuerkennenden Gesang des Isaac Brock liegt. Denn, auch wenn sich die Musik auf diesem Album nicht mehr ganz so experimentell anhört, wie an mancher Stelle der früheren Veröffentlichungen, klingt nichts auf „Strangers To Ourselves“ nach Konformität. Modest Mouse spielen in ihrem eigenen musikalischen Kosmos. Der mag mitunter verschroben klingen, doch gerade das macht nicht nur das Besondere, sondern auch den Reiz dieser Musik aus, die immer auch ins Ohr geht.

Viele der Lieder auf „Strangers To Ourselves“ überzeugen. Lediglich bei „Pistol (A. Cunanan, Miami, FL. 1996)“ und „The Tortoise And The Tourist“ benötigt man mehrere Anläufe, um mit den Stücken vertraut und „warm“ zu werden. Vielleicht gelingt dies auch nie. Macht nichts, es gibt genügend Höhepunkte auf dem Album. Stellvertretend sei an dieser Stelle das letzte Lied genannt, die Nummer „Of Course We Know“. Herrlich schräger Sound und trotzdem eingängig und melodiös.

Fazit: Ganz im Stile der beiden Vorgängeralben gehalten, so kann auch „Strangers To Ourselves“ mit Alternative Rock der eher speziellen Art überzeugen. Etwas schräg und ungewöhnlich klingt das zu jeder Zeit und sicherlich muss man sich in das musikalische Gebilde der US-Amerikaner erst einmal einhören, um diese Musik vollends genießen zu können. Schafft man dies, wird man reich belohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Shit In Your Cut, Be Brave, The Best Room, Of Course We Know



Samstag, 11. Februar 2017

Modest Mouse – No One’s First, And You’re Next




Modest Mouse – No One’s First, And You’re Next


Besetzung:

Isaac Brock – vocals, guitar, kalimba, banjo
Eric Judy – bass, acoustic guitar, guitar, guitar loop, piano
Joe Plummer – drums, percussion, backing vocals
Tom Peloso – piano, lap steel, keyboard
Johnny Marr – guitar, slide, bass
Jeremiah Green – percussion, keyboard, drums
Benjamin Weikel – drums
Dan Gallucci – keyboards, bass


Gastmusiker:

Dirty Dozen Brass Band – horns
Dennis Hering – wurlitzer
James Mercer – backing vocals
Derrin Wiener – backing vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Satellite Skin (3:59)
2. Guilty Cocker Spaniels (4:02)
3. Autumn Beds (3:40)
4. The Whale Song (6:04)
5. Perpetual Motion Machine (3:10)
6. History Sticks To Your Feet (3:53)
7. King Rat (5:30)
8. I've Got It All (Most) (3:10)

Gesamtspieldauer: 33:34




„No One's First, And You're Next“ ist eine EP der US-amerikanischen Independent Rock Band Modest Mouse. Veröffentlicht wurde das Album im August des Jahres 2009 auf dem Label Sony Music und es enthält unveröffentlichte Lieder und B-Seiten der beiden vorherigen Alben „Good News For People Who Love Bad News“ aus dem Jahr 2004 und „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ aus dem Jahr 2007. Mit deutlich über einer halben Stunde Spieldauer hat diese EP sogar mehr Spiellaufzeit als manche offizielle LP oder CD anderer Bands.

Man hört der Scheibe jedoch keinesfalls an, dass sie aus Material besteht, welches es nicht auf ein offizielles Album von Modest Mouse geschafft hatte. Wie bei fast jeder anderen Platte, so gibt es auf „No One's First, And You're Next“ aber natürlich auch Lieder, die einem mehr zusagen, gegenüber anderen, mit denen man weniger anzufangen weiß. Festzuhalten bleibt dabei auf jeden Fall, dass „No One's First, And You're Next“ keine Lieder enthält, welche sich wirklich nach B-Ware anhören. Ausfälle gibt es also nicht zu verzeichnen und so wird jeder Fan von Modest Mouse auch dieses Album lieben. Hier hört man ebenfalls wieder den so typischen, leicht schrägen und mitunter fast weinerlichen Gesang des Isaac Brock, neben genauso verschrobenen und schrägen Melodien, die dann allerdings doch ins Ohr gehen.

Die Höhepunkte des Albums liegen für mich in dessen Mitte. Da ist zum einen das schöne und eingängige „Autumn Beds“ und schöließlich mit „The Whale Song“ ein Lied, bei dem man nur staunend zuhört, da man einfach nicht glauben kann, dass es diese Nummer nicht auf ein offizielles Album von Modest Mouse geschafft haben soll. Tolle, sich steigernde Musik ist da zu hören, die in einen rockigen Teil mündet, der durch seinen mehrstimmigen Gesang noch mal an Klasse gewinnt, ehe das Lied in einem sehr rockigen Gipfelsturm mündet.

Fazit: Fast ein ganz normales Album ist „No One's First, And You're Next“ von Modest Mouse geworden. EP nannten sie es aufgrund der etwas kürzeren Laufzeit von nur etwas über dreiunddreißig Minuten Spieldauer – und natürlich, weil es sich um eine Art Resteverwertung aus den beiden zuvor veröffentlichten Alben handelt. Das hört man der Platte allerdings nicht an, die mit dem Titel „The Whale Song“ ein Lied enthält, weswegen sich der Kauf fast schon alleine lohnen würde. Für Freunde von Modest Mouse sehr zu empfehlen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Autumn Beds, The Whale Song



Dienstag, 11. November 2014

Modest Mouse – The Moon And Antarctica




Modest Mouse – The Moon And Antarctica


Besetzung:

Isaac Brock – guitars, vocals
Jeremiah Green – drums
Eric Judy – bass


Gastmusiker:

Ben Blankenship – lap steel guitar (1, 4), banjo (4), keyboards (5, 11, 14), guitar (8, 11, 15)
Brian Deck – keyboards (6)
Ben Massarella – percussion (5, 7, 12, 15)
Greg Ratajczak – guitar (7)
Jeff Kennedy – lap Steel Guitar (5)
Tyler Riley – violin (3, 5, 7, 9, 13, 14)
Tim Rutili – background vocals (11)
Chiyoko Yoshida – background vocals (13)


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Indie Rock


Trackliste:

1. 3rd Planet (3:59)
2. Gravitiy Ries Everything (4:20)
3. Dark Centre Of The Universe (5:03)
4. Perfect Disguise (2:41)
5. Tiny Cities Made Of Ashes (3:42)
6. A Different City (3:08)
7. The Cold Part (5:01)
8. Alone Down There (2:22)
9. The Stars Are Projectors (8:47)
10. Wild Packs Of Family (1:46)
11. Paper Thin Walls (3:02)
12. I Came As A Rat (3:48)
13. Lives (3:19)
14. Life Like Weeds (6:31)
15. What People Are Made Of (2:16)

Gesamtspieldauer: 59:45




„The Moon & Antarctica“ heißt das dritte Album der US-amerikanischen Band Modest Mouse und es wurde im Jahr 2000 veröffentlicht. Gleichzeitig stellt diese Scheibe auch die erste in der Bandgeschichte dar, die es schaffte sich in den Charts zu platzieren. Die nächsten beiden Platten sollten dann allerdings noch sehr viel erfolgreicher werden.

Kennt man Modest von diesen letzten beiden Scheiben her, so kann es durchaus passieren, dass „The Moon & Antarctica“, nachdem die CD in den Player eingelegt wurde, einfach so durchläuft, ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen. Die wirklich herausragenden Songs, die sofort ins Ohr gehen und hervorstechen, die fehlen noch auf diesem Album. Trotzdem lohnt es sich jedoch sich mit dieser Platte zu beschäftigen, denn hier ist wieder einmal der Umstand gegeben, dass Musik einfach mitunter Zeit zum Reifen benötigt. Und zwar Zeit zum Reifen im Ohr des Hörers. Mit jedem Durchlauf werden die einzelnen Titel vertrauter und eingängiger, wissen mehr zu begeistern. Und es gibt sie hier durchaus auch, diese eher schrägen Töne, diese unerwarteten Wendungen in den Liedern, die die Musik von Modest Mouse so überaus einzigartig werden lassen.

Mit diesem wiederholten Hören gibt es dann auf einmal doch Lieder, die auch längerfristig hängenbleiben. Da wäre zum Beispiel der Opener „3rt Planet“, das sehr ruhige „Perfect Disguise“, das groovende „Tiny Cities Made Of Ashes“, das wahrlich schön harmonische „The Cold Part“ und die längste und auch spannendste, da aus mehreren Teilen zusammengesetzte Nummer „The Stars Are Projectors“. Zudem gibt es unter den fünfzehn Titeln auch keine Ausfälle zu beklagen, jedes Lied besitzt seinen Reiz, wenn auch nicht gleich so offensichtlich beziehungsweise sofort erhörbar.

Fazit: Auch „The Moon & Antarctica“ lohnt sich für Hörer, die mehr auf die etwas ausgefallenere Variante des Genres „Indie Rock“ stehen. Etwas schräger, nie kerzengerade, zelebrieren Modest Mouse hier Musik, die sehr viel anspruchsvoller ist, als der „normale“ Mainstream dieser Musikrichtung. Vielleicht erfasst man die Schönheit dieser Platte auch noch nicht beim ersten Hören, vielleicht auch noch nicht beim zweiten Durchlauf, aber mehrere Versuche lohnen sich hier auf jeden Fall. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Cold Part, The Stars Are Projectors



Dienstag, 6. Mai 2014

Modest Mouse – The Lonesome Crowded West




Modest Mouse – The Lonesome Crowded West


Besetzung:

Isaac Brock – guitar, vocals
Jeremiah Green – drums
Eric Judy – bass
Dann Gallucci – guitar on "Trailer Trash" and "Bankrupt On Selling"


Gastmusiker:

DJ K.O. – turntable scratching on "Heart Cooks Brain"
Nicole Johnson – vocals on "Lounge (Closing Time)" and "Long Distance Drunk"
Scott Swayze – guitar on "Convenient Parking" and "Lounge (Closing Time)"
Tyler Reilly – violin on "Jesus Christ Was An Only Child"
Chris Setton – vocals


Label: Up


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Independent Rock, Punk


Trackliste:

1. Teeth Like God's Shoeshine (6:53)
2. Heart Cooks Brain (4:03)
3. Convienent Parking (4:08)
4. Lounge (Closing Time) (7:04)
5. Jesus Christ Was An Only Child (2:36)
6. Doin' The Cockroach (4:19)
7. Cowboy Dan (6:15)
8. Trailer Trash (5:50)
9. Out Of Gas (2:31)
10. Long Distance Drunk (3:43)
11. Shit Luck (2:23)
12. Truckers Atlas (10:58)
13. Polar Opposites (3:30)
14. Bankrupt On Selling (2:54)
15. Styrofoam Boots / It's All Nice On Ice, Alright (6:53)

Gesamtspieldauer: 1:13:59




„The Lonesome Crowded West” nannten die Musiker der US-amerikanischen Band Modest Mouse ihre zweite Platte, die 1997 veröffentlicht wurde. Hier wirkt die Musik der Washingtoner noch deutlich rauer und schroffer, als auf den späteren Veröffentlichungen der Band. Gar nicht mal so überraschend ist es daher, dass sich auf dem Album mit „Shit Luck” auch ein reiner Punk-Titel versteckt.

Auch sonst klingt die Musik auf „The Lonesome Crowded West” noch deutlich aggressiver, als im weiteren Verlauf der Bandgeschichte. Diese eingängigen Melodien sind hier zunächst noch nicht zu hören, diese erschließen sich dem Hörer erst nach mehreren Durchläufen der Scheibe – allerdings auch nicht immer. Mitunter klingt das alles ein wenig schräg und manches Mal sogar auch irgendwie falsch, ein Stilmittel, auf welches die Band auch später noch zugreifen sollte. Hier, auf „The Lonesome Crowded West”, relativieren sich diese „etwas anderen Momente in der Musik” jedoch noch nicht so ohne Weiteres. Sehr viel Zeit benötigt diese Scheibe, um sich im Musikzentrum des Gehirns festsetzen zu können.

Aber die sehr überzeugenden Momente gibt es natürlich auch auf dem Album. Ein Beispiel hierfür wäre etwa „Lounge (Closing Time)”. Eine tolle Nummer, die sehr treibend beginnt, einen fast schon verträumten und sehr weichen Abschnitt aufweist und schließlich in einen genial treibenden, redundanten und sich steigernden Part übergeht, der das Herz des Rockfreunds durchaus zu erwärmen versteht. Auch „Trailer Trash” ist eine tolle Nummer, die vom Stil her noch am ehesten auf eines der Nachfolgeralben gepasst hätte. Ebenfalls wieder aus mehreren Teilen zusammengesetzt, schafft es dieses Lied sehr schnell zu zünden. Eingängigkeit und Melodiösität sind hier also sofort erhörbar. Dies gilt auch für das relativ kurz geratene „Bankrupt On Selling”. Nur mittels der akustischen Gitarre begleitet, schafft es Isaac Brock hier mit seinem Gesang eine fast schon heimelige Atmosphäre zu erzeugen, die durchaus einnehmend ist. Es klingt – und zwar gut.

Fazit: Man sollte sich viel Zeit für diese Scheibe von Modest Mouse nehmen, die diese dringend benötigt, um wirklich beim Hörer ankommen zu können. Sicherlich schroffer und rauer als die Nachfolgewerke, interessant und spannend jedoch ebenfalls. Und diese besonderen Momente in der Musik von Modest Mouse, die gibt es auch hier zu genießen. Wahrlich kein schlechtes Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lounge (Closing Time), Trailer Trash, Bankrupt On Selling



Sonntag, 1. September 2013

Modest Mouse – We Were Dead Before The Ship Even Sank




Modest Mouse – We Were Dead Before The Ship Even Sank


Besetzung:

Isaac Brock – lead vocals, guitars
Jeremiah Green – drums, percussion
Eric Judy – bass guitar, acoustic guitar
Johnny Marr – guitars
Tom Peloso – guitars, upright bass, keyboards, fiddle
Joe Plummer – drums, percussion


Gastmusiker:

Clay Jones – shaker on "Dashboard", programming on "Florida", acoustic guitar on "Missed The Boat"
Dennis Herring – claps & stomps on "Parting Of The Sensory", rhodes on "Little Motel", backing vocals on "Steam Engenius", pump organ on "Spitting Venom"
Kyle "Slick" Johnson – programming on "Dashboard", "Fire It Up", "Parting Of The Sensory", "Little Motel" and "Invisible"
Naheed Simjee – backing vocals on "Fire it Up", claps and stomps on "Parting Of The Sensory"
James Mercer – backing vocals on "Florida", "Missed the Boat" and "We Got Everything"


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. March Into The Sea (3:31)
2. Dashboard (4:06)
3. Fire It Up (4:35)
4. Florida (2:58)
5. Parting Of The Sensory (5:34)
6. Missed The Boat (4:25)
7. We've Got Everything (3:40)
8. Fly Trapped In A Jar (4:29)
9. Education (3:56)
10. Little Motel (4:44)
11. Steam Engenius (4:26)
12. Spitting Venom (8:27)
13. People As Places As People (3:42)
14. Invisible (4:00)

Gesamtspieldauer: 1:02:34




„We Were Dead Before The Ship Even Sank“ nannte die amerikanische Indie-Rock-Band Modest Mouse ihr fünftes offizielles Studioalbum, welches im Jahr 2007 erschien. Und diese Platte ist ein kleines bisschen weniger eingängig geraten als noch der Vorgänger. Somit bedarf es einiger zusätzlicher Durchläufe der CD im Spieler, bis sich dem Hörer auch diese hier zu hörenden Melodien und Stimmungen erschließen.

Gibt man dem Album jedoch diese Zeit zum „Reifen“, eröffnen sich auch auf „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ schöne Harmonien, interessante und spannende Titel, die so gar nichts mit der herkömmlichen Musik zu tun haben, die man täglich im Radio hört. Modest Mouse machen Indie-Rock pur und legen dabei keinen Wert auf Konventionen oder gerade gefragte Musikstilrichtungen. Allein schon der Gesang des Isaac Brock, der manchmal ganz „normal“ klingt, sich ein anderes Mal immer wieder überschlägt oder auch mal lispelnd dargeboten wird, sorgt für eine ganz eigene Atmosphäre der Musik von Modest Mouse.

Ein klein wenig erinnert das alles an eine Weiterentwicklung des New Wave aus den 80er Jahren. Allerdings sehr viel ausgereifter und durchdachter als dessen Ursprünge, was nicht nur an den deutlich interessanteren Texten festzumachen ist. Zudem ist die Musik deutlich abwechslungsreicher instrumentiert und weist immer wieder überraschende Wendungen auf, ist komplexer und auch wesentlich komplizierter.

Dass diese „Konstrukte“ dabei aber durchaus begeistern können beweist der Titel „Parting Of The Sensory“, der klasse unter anderem mit einem Cello instrumentiert ist und sich steigert und steigert und steigert. Das gilt nicht nur für das Lied an sich, sondern auch für das mehrmalige Hören des Stücks, welches mit jedem Durchgang zu wachsen scheint. Dazu gibt es noch die ein oder andere weitere Perle auf dem Album zu entdecken, die ihre Melodiösität allerdings meist nicht sofort beim ersten Hören offenbart, wie zum Beispiel der Opener „March Into The Sea“, das irgendwie leicht und schwebend klingende „Missed The Boat“, die „zarte“ Nummer „Little Motel“ oder das fast schon epische „Spitting Venom“.

Fazit: „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ ist ein schönes Album geworden, welches seine Faszination nicht sofort beim ersten Hören offenbart. Einiger Durchgänge der Scheibe bedarf es da schon, bevor die Lieder so richtig zünden können. Großartige Ausfälle gibt es auch nicht auf der Platte, sodass dieses Album eine schöne Abwechslung in dem großen Allerlei der heutigen Musiklandschaft darstellt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Parting Of The Sensory, Little Motel, Spitting Venom



Donnerstag, 10. Januar 2013

Modest Mouse – Good News For People Who Love Bad News




Modest Mouse – Good News For People Who Love Bad News


Besetzung:

Isaac Brock – vocals, guitars, banjo, ukulele, piano, rhodes, hendx 3000, whistle, freak beak
Eric Judy – bass, acoustic guitar, backup vocals, pump organ, mellotron, tin whistle, percussion
Dann Gallucci – guitar, keyboards, piano, backup vocals, mellotron, drum loops, pump organ, timpani, percussion, glockenspiel
Benjamin Weikel – drums
Tom Peloso – standup bass, fiddle, guitar, keyboard


Gastmusiker:

The Rising Star Fife and Drum Band – drums
Dennis Herring – accordion
The Dirty Dozen Brass Band – horns
Milo Chaska Judy – vocals
The Flaming Lips – additional instrumentation


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Horn Intro (0:10)
2. The World At Large (4:33)
3. Float On (3:29)
4. Ocean Breathes Salty (3:49)
5. Dig Your Grave (0:13)
6. Bury Me With It (3:50)
7. Dance Hall (2:57)
8. Bukowski (4:15)
9. This Devil's Workday (2:19)
10. The View (4:13)
11. Satin In A Coffin (2:35)
12. Interlude (Milo) (0:59)
13. Blame It On The Tetons (5:25)
14. Black Cadillacs (2:43)
15. One Chance (3:04)
16. The Good Times Are Killing Me (4:17)

Gesamtspieldauer: 48:51




„Good News For People Who Love Bad News“ nannte die amerikanische Band „Modest Mouse“ ihr viertes Album, welches 2004 auf dem EPIC-Label erschien. Mit dieser neuen Veröffentlichung sind die Musiker ein deutliches Stück poppiger geworden, als noch auf den ersten drei Alben. Und was man hier hört ist beileibe kein leichter, sondern eher etwas eigenwilliger Pop bis Rock. „Good News For People Who Love Bad News“ ist wahrlich kein „Wohlfühl-Album“ geworden, sondern eine Platte, die man sich erst mal genauer erarbeiten muss.

Schräge Töne gibt es eine ganze Menge auf dem Album und mit nichts anderem wird der Hörer auch durch das zehn Sekunden lange „Horn Intro“ in das Album eingeführt. Aber solche Beispiele gibt es noch mehr. „Bury Me With It“, „Dance Hall“, „This Devil's Workday“ oder „The View“ klingen einfach ein wenig abgefahren und es bedarf schon einiger Durchgänge, bevor sich einem diese doch manchmal ziemlich schrägen Harmonien und eigenwilligen Gesangspassagen besser erschließen.

Andererseits gibt es aber auch die Stücke, die wunderschöne Melodien aufweisen, sofort ins Ohr gehen und dort auch verbleiben. „The World At Large“, „Bukowski“ und auch “ Satin In A Coffin“ sind solche Nummern, die dabei allerdings alles andere als nach Massenware klingen. Dieser etwas ungewöhnliche „Touch“, der mitunter wie eine Mischung aus den „Pixies“, den „Talking Heads“ und den „Stranglers“ klingt, diese besondere Note ist dabei immerfort bei allen Titeln zu hören und durchgehend gegenwärtig.

Wie, um das Bild des „Nichtalltäglichen“ noch abzurunden, gibt es auch drei ganz kurze Tracks auf dem Album, die eher experimenteller Natur sind und zusätzlich noch ein wenig zur Auflockerung in Form weiterer Abwechslung beitragen. Und ehe man sich auf diese kleinen Einschübe eingestellt hat, sind sie auch schon wieder vergangen.

Fazit: Keine Radiomusik gibt es auf „Good News For People Who Love Bad News“ zu hören. Oder sagen wir mal so: Nur sehr eingeschränkt radiotauglich das Ganze. Aber auf „Good News For People Who Love Bad News“ von Modest Mouse gibt es Spannendes und Besonderes zu hören. Wer gerne mal über den Tellerrand des Alltäglichen hinaussieht, der hat hier durchaus die Möglichkeit, etwas Neues zu entdecken. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The World At Large, Float On, Bukowski, Satin In A Coffin, The Good Times Are Killing Me