Posts mit dem Label Pure Reason Revolution werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Pure Reason Revolution werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 16. Januar 2025

Pure Reason Revolution – Coming Up To Consciousness

 



Pure Reason Revolution – Coming Up To Consciousness


Besetzung:

Jon Courtney – vocals, guitar, keys, piano, programming
Greg Jong – vocals, instruments
Annicke Shireen – vocals
Ravi Kesavaram – drums
Guy Pratt – bass


Gastmusiker:

Bruce Soord – additional guitars
Lewin Krumpschmid – addional rhodes, piano, hammond
Jon Sykes – bass




Erscheinungsjahr: 2024


Stil: Rock, ArtRock


Trackliste:

1. Dig Till You Die (5:08)
2. Betrayal (4:28)
3. The Gallows (4:35)
4. Useless Animal (4:17)
5. Worship (5:13)
6. Bend the Earth (6:36)
7. Lifeless Creature (6:47)
8. As We Disappear (4:49)

Gesamtspieldauer: 41:56



Nachdem Pure Reason Revolution wieder zusammengefunden haben, erscheint seit 2020 in schöner Regelmäßigkeit alle zwei Jahre ein neues Album. „Coming Up To Consciousness“ heißt das inzwischen bereits sechste Album der Briten und erschien am 6. September auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Beim Einspielen des Albums hatten Jon Courtney diesmal tatkräftige Unterstützung. Guy Pratt, Live-Musiker bei vielen Pink Floyd Konzerten, spielt bei sieben Liedern den Bass, einmal übernimmt diesen Jon Sykes, den man von Pineapple Thief kennt. Und dann ist da natürlich auch noch Bruce Soord, Mastermind von Pineapple Thief, der an der Gitarre zu hören ist und das Album auch abmischte.

Die Musik auf „Coming Up To Consciousness“ knüpft stilistisch an die beiden Vorgänger „Eupnea“ und „Above Cirrus“ an. Man hört auch auf diesem neuen Werk sehr abwechslungsreiche Musik, weit ab vom Mainstream, die mit den Atmosphären spielt und zu keiner Zeit langweilig klingt. Das Spiel mit „laut und leise“, rockend oder sphärisch hat Jon Courtney schon immer verstanden und dieses Mal einmal mehr sehr überzeugend und hörenswert umgesetzt.

Die acht Nummern gehen allesamt ins Ohr und wirken bereits beim ersten Mal des Hörens. Mit jedem weiteren Durchlauf erschließen sich freilich weitere Nuancen, die man so vorher noch nicht entdeckt hatte. Das Album läuft ins sich geschlossen durch, die Melodien und mehrstimmigen Harmoniegesänge fesseln und begeistern. Mit knapp 42 Minuten Spielzeit ist „Coming Up To Consciousness“ zwar nicht zu üppig ausgefallen, doch diese knappe Dreiviertelstunde Musik hat es wahrlich in sich und weiß zu begeistern.

Fazit: Auch mit dem dritten Album nach der Wiederauferstehung von Pure Reason Revolution weiß die Band zu überzeugen. Intelligenten und abwechslungsreichen Rock, der jederzeit ins Ohr geht, gibt es auf dem Album zu hören. Wer tolle Melodien weit ab vom Mainstream mag, die oder der dürfte auf „Coming Up To Consciousness“ viel Positives für sich entdecken können. Elf Punkte.

Anspieltipps: Lifeless Creature, As We Disappear



Samstag, 7. Mai 2022

Pure Reason Revolution – Above Cirrus

 



Pure Reason Revolution – Above Cirrus


Besetzung:

Jon Courtney – vocals, guitars, keyboards
Chloë Alper – vocals, bass, keyboards
Gregory Jong – guitars




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Our Prism (3:33)
2. New Kind Of Evil (8:32)
3. Phantoms (3:50)
4. Cruel Deliverance (5:55)
5. Scream Sideways (10:09)
6. Dead Butterfly (7:08)
7. Lucid (6:48)

Gesamtspieldauer: 45:55



Nach der Wiedervereinigung und dem ersten neuen Album seit zehn Jahren im Jahr 2020 folgt nun mit „Above Cirrus“ sogleich die nächste Platte der englischen Band Pure Reason Revolution. Mit von der Partie ist dabei erstmals seit dem zweiten Album „The Dark Third“ wieder Gitarrist Gregory Jong. Die Band scheint noch mehr zusammen zu finden. „Above Cirrus“ erschien am 6. Mai 2022 auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

„Above Cirrus“ schließt dabei musikalisch nahtlos an das Vorgängeralbum an. Zu komplex klingt das nicht, dafür jederzeit eingängig und auch durchaus vielschichtig. Das Spiel mit den Stimmungen und Atmosphären hat Sänger, Gitarrist und Songschreiber Jon Courtney schon immer bestens verstanden. Und so gleitet man auch auf dieser neusten Veröffentlichung von sanften Sphären in rockige Abschnitte und wieder unvermittelt zurück. Das klingt dabei keineswegs konstruiert, sondern gewachsen und in sich stimmig.

Komplexer wird es mitunter bezüglich beim Gesang. Gerade die Hintergrundgesänge haben hier einiges zu bieten und stellen mit ihren ausgefeilten Arrangements einen Höhepunkt des ganzen Albums dar. Alle Lieder klingen melodiös – in den sanften wie in den rockigen Abschnitten. In Letzteren wirkt die Musik kraftvoll und nicht selten mitreißend. Durch das Variieren von Tempo, Rhythmus sowie den bereits angesprochenen Atmosphären kommt da auch niemals Langeweile auf. Höhepunkt ist gleichzeitig das längste Stück des Albums „Scream Sideways“. In diesem Titel hauen die drei Musiker alles raus, was an Ideen in ihnen steckt, wobei die Nummer musikalisch das ganze Album sehr gut zusammenfasst.

Fazit: Wer schon das Reunion-Album „Eupnea“ mochte, wird von „Above Cirrus“ ganz sicher auch nicht enttäuscht werden. Pure Reason Revolution klingen auch auf ihrer neuen Scheibe wie bereits auf dem Vorgängeralbum, ohne sich dabei jedoch zu kopieren. Vielmehr klingt „Above Cirrus“ wie eine Verbreiterung des Musikkatalogs von Pure Reason Revolution, wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so innovativ wie auf „Eupnea“. Macht trotzdem Laune. Elf Punkte.

Anspieltipps: Scream Sideways





Freitag, 16. Oktober 2020

Pure Reason Revolution – The Dark Third




Pure Reason Revolution – The Dark Third


Besetzung:

Chloe Alper – bass, vocals
Andrew Courtney – drums, percussion
Jon Courtney – vocals, guitars, programming, keyboards, bass
Jamie Wilcox – guitars, vocals
James Dobson – keyboards, violin, programming, vocals, bass
Gregory Jong – guitars, vocals, keyboards




Erscheinungsjahr: 2006


Stil: Art Rock


Trackliste:

CD1:

1. Aeropause (5:04)
2. Goshen’s Remains (5:45)
3. Apprentice Of The Universe (4:16)
4. The Bright Ambassadors Of Morning (11:56)
5. Nimos & Tambos (3:44)
6. Voices In Winter / In The Realms Of The Divine (6:35)
7. Bullits Dominae (5:22)
8. The Intention Craft (8:53)
9. He Tried To Show Them Magic / Ambassadors Return (5:13)
10. Asleep Under Eiderdown (3:02)

CD2:

1. In Aurelia (3:59)
2. Borgens Vor (4:17)
3. The Exact Colour (4:05)
4. The Twyngyn / Trembling Willows (7:16)
5. Golden Clothes (7:31)

Gesamtspieldauer CD1 (59:54) und CD2 (27:11): 1:27:05



Am 10. April 2006 erschien das Studioalbum-Debut „The Dark Third“ der englischen Band Pure Reason Revolution zum ersten Mal. Es folgten in den Jahren 2009 und 2010 mit den Alben „Amor Vincit Omnia“ sowie „Hammer And Anvil“ noch zwei weitere Veröffentlichungen, bis sich die Band auflöste. Erst in diesem, von der derzeitigen Pandemie beherrschten Jahr, fanden Jon Courtney und Chloë Alper wieder zusammen und legten mit „Eupnea“ ein wahrlich beeindruckendes und oft gelobtes Comeback-Album vor. Dies und der Umstand, dass besagtes Debut „The Dark Third“ inzwischen vergriffen oder nur noch zu Mondpreisen erhältlich war, bewogen wohl die Band und ihre Plattenfirma InsideOut Music „The Dark Third“ – um einen Titel ergänzt – neu aufzulegen.

„Asleep Under Eiderdown“ heißt dieses bisher unveröffentlichte Lied, welches perfekt zu den restlichen neun Titeln auf der ersten CD passt und sich diesen anschließt. Stilistisch fügt sich auch die zweite CD nahtlos in den Gesamteindruck der Musik von Pure Reason Revolution zu Beginn ihrer Karriere ein. Die zweite CD ist die ursprünglich im Jahr 2005 als EP „Cautionary Tales For The Brave“ erschienene erste Veröffentlichung der Briten.  Der Titel des Albums „The Dark Third“ bezieht sich auf das „Dunkle Drittel“ im Leben eines Menschen, jenes Drittel unserer Lebenszeit, welches wir im Schlaf verbringen.

Und die Musik? Diese ist eine Mischung aus manchmal poppigen, meist jedoch rockigen Titeln, eingängig und melodiös. Gerade die wunderschön arrangierten mehrstimmigen Gesangsparts hinterlassen hier Eindruck und stellen – neben den tollen Melodien – ein Markenzeichen der Musik von Pure Reason Revolution auf ihrem Debut dar. Die einzelnen Titel nehmen dabei in ihrem Verlauf häufig überraschende Wendungen und offenbaren immer wieder neue Stimmungen und Atmosphären. So werden harte Gitarrenriffs mit sanften Streichereinlagen, fast schwebende Klänge mit stakkatoartigen Rhythmen, spacigen Sounds mit erdigem Rock kombiniert und alles passt perfekt zusammen und lässt die Musik auf „The Dark Third“ so wunderschön abwechslungsreich und vielschichtig klingen.

Fazit: Abwechslungsreichen Art Rock gibt es auf „The Dark Third“ zu hören. Musik, die mit schönen Melodien und beeindruckenden Gesangsarrangements aufwartet. Pure Reason Revolution spielen auf ihrem Debut sehr variantenreich mit den Stimmungen von zart bis hart. Sehr gelungenes Debut und mit dem neuesten Werk „Eupnea“ der Höhepunkt in der Diskographie der Band. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Goshen’s Remains, The Bright Ambassadors Of Morning



Freitag, 3. April 2020

Pure Reason Revolution – Eupnea




Pure Reason Revolution – Eupnea


Besetzung:

Jon Courtney – vocals, guitars, keyboards
Chloë Alper – vocals, bass guitars, keyboards


Gastmusiker:

Geoff Dugmore – drums



Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: New Artrock


Trackliste:

1. New Obsession (5:07)
2. Silent Genesis (10:20)
3. Maelstrom (5:44)
4. Ghosts & Typhoons (8:45)
5. Beyond Our Bodies (4:28)
6. Eupnea (13:23)

Gesamtspieldauer: 47:48



Lange war es still gewesen um die englische Band Pure Reason Revolution. Knappe zehn Jahre hat es gedauert, bis am 3. April 2020 mit „Eupnea“ das vierte Studioalbum erscheint. Im August des Jahres 2011 wurde die Auflösung der Band für das Ende desselbigen Jahres bekanntgegeben und schließlich auch vollzogen. Die Musik der letzten Scheibe der Band aus dem Jahr 2010, „Hammer And Anvil“, spielte im Bereich des Pops ab, vom ursprünglichen New Artrock oder gar Progressive Rock der Anfangszeit der Band war da nicht mehr viel zu hören.

Doch dann schrieb Jon Courtney an neuem Material für seine neue Band Bullet Height – seinem elektronischen Duo mit der Sängerin Sammi Doll – und schnell wurde ihm klar, das passt so gar nicht zusammen. Alles was ihm einfiel klang irgendwie nach Pure Reason Revolution. Also schnell zum Hörer gegriffen, Chloë Alper angerufen und diese stand der Idee für ein neues Pure Reason Revolution Album keineswegs abgeneigt gegenüber. Beim Schreiben der Lieder erhielt Jon Courtney noch Unterstützung vom Gitarristen des Debutalbums der Band, Greg Jong. Und so wurde aus der ursprünglichen Band Pure Reason Revolution das selbige Duo. Jon Courtney und Chloë Alper spielten das Album ein, bei den Drums wurden sie von Geoff Dugmore unterstützt.

„Eupnea“ von Pure Reason Revolution ist ein Erlebnis. Es besteht aus drei kürzeren und drei längeren Nummern – und diese haben es allesamt in sich. Knallharte Gitarrenriffs, sphärische und elektronische Ausflüge, sanfte Melodien, donnernde Beats, melodische Passagen zum Dahinschmelzen und immer wieder überraschende Wendungen in den Liedern. Nein, mit dem Vorgängeralbum welches zehn Jahre zuvor erschien hat diese Platte nichts mehr gemein. Kaum zu glauben, dass dies überhaupt noch dieselbe Band sein soll. Für Pure Reason Revolution hieß es mit „Eupnea“ zurück zu den Wurzeln und Anfängen ihrer musikalischen Karriere. Und „Eupnea“ klingt sogar noch besser als „The Dark Third“ aus dem Jahr 2006.

Die Lieder auf „Eupnea“ beeindrucken bereits beim ersten Hören, wachsen mit jedem weiteren Durchgang deutlich an. Das neue Album von Pure Reason Revolution muss man sich nicht großartig „erarbeiten“, ein paar Durchläufe lassen die einzelnen Stücke allerdings noch viel besser zur Wirkung kommen. Sie scheinen sich erst dann vollständig im Ohr zu entfalten. Beeindruckend dabei auch der perfekt abgestimmte Gesang von Jon Courtney und Chloë Alper, die sich mit ihren Stimmen ergänzen und verstärken. Auf „Eupnea“ klingt nichts schräg oder frickelig, alle sechs Lieder des Albums gehen ins Ohr und es sind die Melodien, die den Gesamteindruck der Scheibe nochmals abrunden.

Es fällt nicht leicht, die Höhepunkte des Albums aufzuzählen, denn alle sechs Titel überzeugen. Natürlich weisen gerade die drei Longtracks noch ein wenig mehr Wendungen und Passagen auf, die das Herz höherschlagen lassen. Doch, dass man auch auf fünf Minuten abwechslungsreiche musikalische Reisen unternehmen kann, beweisen Pure Reason Revolution bereits mit dem Opener „New Obsession“. Diese gilt es schließlich noch ausdauernder und atmosphärisch auf den längeren Titeln zu genießen. Wenn bei diesen Nummern die Gitarren schließlich irgendwann zu eskalieren scheinen, komme ich einfach nicht umhin den Vergleich zu Porcupine Tree in deren spätere Alben zu ziehen.

Fazit: Das Jahr ist noch jung und es wird noch viel Musik auch im Jahr 2020 erscheinen. Unter meinen Top 5 Alben wird sich allerdings mit Sicherheit auch „Eupnea“ von Pure Reason Revolution befinden. „Eupnea“ ist abwechslungsreich, spannend, melodisch, rockig, nachdenklich und irgendwie einfach gut. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: New Obsession, Eupnea