Donnerstag, 9. Februar 2023

eMolecule – The Architect

 



eMolecule – The Architect


Besetzung:

Simon Collins – vocals, drums, keys, sound design, programming
Kelly Nordstrom – guitars, bass, vocals, keys, sound design, programming




Erscheinungsjahr: 2023


Stil: ArtRock, Alternative Rock


Trackliste:

1. eMolecule (10:43)
2. The Architect (6:05)
3. Prison Planet (4:58)
4. Mastermind (8:39)
5. Dosed (5:07)
6. The Turn (5:56)
7. Awaken (5:09)
8. Beyond Belief (4:47)
9. The Universal (6:03)
10. My You (5:27)
11. Moment Of Truth (6:56)

Gesamtspieldauer: 1:09:54



Ganze zehn Jahre ist es bereits her, dass Simon Collins und Kelly Nordstrom mit ihrer Band Sound Of Contact das Album Dimensionaut veröffentlichten. Danach ging es erst mal solo weiter und die beiden Musiker blieben in Kontakt. Während der Arbeit zu Simon Collins viertem Soloalbum „Becoming Human“, welches stark von elektronischen Einflüssen beherrscht wurde, spielte Kelly Nordstrom Simon Collins ein Demo von eMoluecule vor. Das klang dann wieder eher nach Sound Of Contact. Simon Collins war begeistert und so beschlossen die beiden unter genau diesem Namen ein neues Album als Duo einzuspielen.

Und das hat sich gelohnt. Auf dem Erstlingswerk von eMolecule, „The Architect“, hört man eine Mischung aus New ArtRock, Alternative Rock, Heavy Metal und symphonischem Prog. Das Ganze wird abwechslungsreich und spannend zelebriert und geht ziemlich schnell ins Ohr. Oftmals sind es gerade jene Alben, die mit jedem weiteren Hören im Ohr nochmals zu wachsen scheinen und immer besser werden, sodass man sie auch nach Jahren immer wieder gerne auflegt. Nun, letzteres kann ich noch nicht beweisen, da „The Architect“ erst am 10. Februar 2023 erscheint, doch dieses Album wird definitiv mit jedem neuen Durchgang besser und besser.

Es gibt überraschende, proggige Passagen zu hören, wunderschöne sanfte Melodien und wenn man möchte, kann man mit „The Architect“ auch ganz kräftig mittels Headbanging das Haupthaar durchschütteln. Und dass wunderschöne und sanfte Melodien auch mit kompromisslosem, hartem Rock verbunden werden können, zeigt eindrucksvoll die Nummer „The Turn“. Nomen ist hier auch Omen, denn diese Wendung ist absolut gelungen, die Steigerung während des Stücks lohnt gehört zu werden.

Am besten klingen die beiden Musiker allerdings auf den – wie könnte es auch anders sein – beiden längsten Stücken der Platte. Das Lied, welches den Bandnamen trägt sowie die Nummer „Mastermind“ überzeugen durch ihre Abwechslung und die Entwicklung, die sie musikalisch vollführen. Immer wieder kommt es zu atmosphärischen Wendungen, die dabei ebenfalls niemals konstruiert klingen. Hier scheint der Albumtitel musikalisch gesehen sehr weit hergeholt. Alle Einflüsse und Genres auf „The Architect“ kumulieren in diesen beiden Stücken, bei denen man laufend etwas Neues zu entdecken glaubt. Unbedingt hörenswert.

Fazit: Das Spielen in einer Band scheint der Musik von Simon Collins, dem Sohn von Phil Collins, gut zu tun. Anspruchsvoller klingt das auf jeden Fall, verglichen mit seinen Solo-Werken. Aber war das nicht auch beim Papa so? Jupp, war es. Mit Kelly Nordstrom scheint Simon Collins einmal mehr einen inspirierenden Partner beim Songwriting gefunden zu haben. Beide haben mit „The Architect“ ein tolles Debutalbum vorgelegt. Hoffentlich ist es nicht die letzte Platte, die man von eMolecule zu hören bekommt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: eMolecule, Mastermind, The Turn