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Samstag, 19. Juni 2021

Styx – Crash Of The Crown

 



Styx – Crash Of The Crown


Besetzung:

Tommy Shaw – acoustic and electric guitars, mandolin, banjo, and vocals
James Young – electric guitar, vocals
Chuck Panozzo – bass guitar
Todd Sucherman – drums and percussion
Lawrence Gowan – piano, b3 organ, synthesizers, mellotron, and vocals
Ricky Phillips – bass guitar
Will Evankovich – acoustic and electric guitars, mandolin, synthesizers, soundscapes, percussion, and vocals


Gastmusiker:

Michael Bahan – tablas on “Coming Out The Other Side”
Steve Patrick – piccolo trumpet on “Our Wonderful Lives”




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Fight Of Our Lives (1:54)
2. A Monster (3:27)
3. Reveries (3:03)
4. Hold Back The Darkness (3:58)
5. Save Us From Ourselves (3:02)
6. Crash Of The Crown (3:46)
7. Our Wonderful Lives (3:06) 
8. Common Ground (4:00)
9. Sound The Alarm (3:25)
10. Long Live The King (2:33)
11. Lost At Sea (0:38)
12. Coming Out The Other Side (3:48)
13. To Those (3:01)
14. Another Farewell (0:26)
15. Stream (2:56)

Gesamtspieldauer: 43:10



Im Jahr 2017 erschien mit „The Mission“ das erste neue Studioalbum der US-amerikanischen Rock Band Styx seit vierzehn Jahren. Es war als Konzeptalbum angelegt und erzählt die Geschichte einer Marsexpedition im Jahr 2033. Ganz so lange wollten die Musiker ihre Fans nun nicht mehr warten lassen und so erscheint nun am 18. Juni 2021 das bereits siebzehnte Studioalbum der Band mit dem Titel „Crash Of The Crown“.

Auch bei ihrem neuesten Werk handelt es sich um ein Konzeptalbum. Dieses Mal befassen sich die Texte mit der Geschichte der Menschheit über viele Jahrhunderte hinweg. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit werden Ereignisse aufgegriffen, Untergänge und das Wiederauferstehen werden besungen und musikalisch umgesetzt. Da lohnt auch ein genauerer Blick auf die Texte. Doch noch interessanter dürfte dabei natürlich für Viele sein, ob man „Crash Of The Crown“ beim Hören auch als das erkennt, was es ist, nämlich ein Styx-Album.

Man erkennt es! Eingängige, rockige Melodiebögen, wie man sie von Styx kennt und das Markenzeichen der Band, dieser mehrstimmige Gesang, all das gibt es auch auf „Crash Of The Crown“ wieder zu hören. Der mehrstimmige und fein abgestimmte Gesang ist allgegenwärtig auf diesem Album. Schön, denn man fühlt sich an längst vergangene Tage und frühere Alben erinnert. Doch Styx halten mit dem Titeltrack noch etwas ganz Besonderes für die Hörerinnen und Hörer parat. Es ist das erste Lied der Band, bei dem drei Sänger in abwechselnder Reihenfolge zu hören sind. James Young, Tommy Shaw und Lawrence Gowan übergeben sich hier quasi das Mikrophon und am Ende hat man ein Lied gehört, welches mich phasenweise sogar etwas an Queen erinnert.

Musikalisch ist „Crash Of The Crown“ ein Rockalbum geworden. Zwar kann man bei den flirrenden ersten Takten des Albums zunächst auf die Idee kommen, dass sich Styx ihrer Wurzeln im Progressive Rock besinnen würden, doch dem ist nicht so. Die Musik auf „Crash Of The Crown“ klingt meist geradlinig rockig und bewegt sich dabei durchaus auch mal im Mainstream dieses Genres. Doch die Melodien überzeugen und mit jedem weiteren Durchlauf wachsen sie noch. Da macht das Zuhören Spaß, wenn Styx mit diesem Album auch nicht die Musik neu erfinden, so fügen sie dennoch eine weitere gute Scheibe ihrem Plattenkatalog hinzu. Und wenn ich dann solch ein Lied wie „Hold Back The Darkness“ höre, dann fühle ich mich erst recht wieder an längst vergangene Styx-Alben und Tage erinnert.

Fazit: „Crash Of The Crown“ ist ein gutes Album geworden. Man hört sofort, dass es sich bei der Musik um Styx handelt. Die Lieder sind eingängig und wachsen mit jedem weiteren Durchlauf nochmals. Zwar kein Progressive Rock mehr wie zu Beginn ihrer Karriere, doch gut gemachter Rock, der zum Mitwippen einlädt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Hold Back The Darkness, Save Us From Ourselves, Crash Of The Crown



Freitag, 30. Juni 2017

Styx – The Mission




Styx – The Mission


Besetzung:

Tommy Shaw – acoustic & electric guitars, mandolin, vocals
James Young – electric guitar, vocals
Chuck Panozzo – bass guitar on "Hundred Million Miles From Home"
Todd Sucherman – drums, percussion, waterphone
Lawrence Gowan – piano, b3 organ, synthesizers, vocals
Ricky Phillips – bass guitar


Gastmusiker:

Will Evankovich – additional synthesizers, guitars, sound effects


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Overture (1:23)
2. Gone Gone Gone (2:08)
3. Hundred Million Miles From Home (3:39)
4. Trouble At The Big Show (2:30)
5. Locomotive (5:03)
6. Radio Silence (4:17)
7. The Greater Good (4:10)
8. Time May Bend (2:30)
9. Ten Thousand Ways (1:22)
10. Red Storm (6:04)
11. All Systems Stable (0:17)
12. Khedive (2:04)
13. The Outpost (3:51)
14. Mission To Mars (2:43)

Gesamtspieldauer: 42:06




Und auch Styx haben es nochmals gemacht und im Jahr 2017 ein neues Album veröffentlicht. „The Mission” heißt dieses, es ist ihr inzwischen sechzehntes Studioalbum, erschien bei Universal Music und ist ein Konzeptalbum. Darauf wird die Geschickte einer Marsexpedition im Jahr 2033 erzählt. Es dauerte bis zu dieser Veröffentlichung ganze vierzehn Jahre, damals war im Jahr 2003 mit „Cyclorama” das letzte Album mit eigenem Material erschienen. Die letzte Studioplatte aus dem Jahr 2005, „Big Bang Theory“, bestand lediglich aus Cover-Versionen.

Die Bandbesetzung ist nach diesen vielen Jahren der Pause dieselbe geblieben und Chuck Panozzo spielt erneut genau einen Titel am Bass mit ein. So etwas nennt man dann wohl Beständigkeit. Die Geschichte zu „The Mission“ haben sich Tommy Shaw und Will Evankovich ausgedacht, von denen auch ein Großteil der Kompositionen stammen. Will Evankovich wird allerdings im beiliegenden Booklet nicht als Styx-Mitglied aufgeführt. Musikalisch gesehen scheint die Band sich um Jahrzehnte nach hinten orientiert zu haben. Auf „The Mission“ hört man ihn wieder, den so typischen Styx-Sound, etwas verschachtelt mitunter, angefüllt mit mehrstimmigen Hintergrundgesang, für den die Band schon in ihren ganz frühen Jahren stand. Manchmal klingt es fast so, als ob Ex-Keyboarder, Sänger, Ideengeber und Komponist Dennis DeYoung noch an „The Mission“ beteiligt wäre, doch der hatte seinen letzten Auftritt mit der Band im Jahr 1999 gehabt.

Auf „The Mission“ erklingt eingängiger Rock über Mainstream bis hin zu kleinen Ausflügen in den Bereich des Art Rock. Poppig klingt die Band hier deutlich weniger, als noch auf manch anderer Veröffentlichung. Die Lieder gehen allesamt ziemlich schnell ins Ohr, sind melodiös und zeigen bereits nach wenigen Durchläufen einen gewissen Wiedererkennungswert. Die Scheibe lässt sich gut in einem durchhören, auf die Skip-Taste der Fernbedienung kann man hier gut verzichten. Allen Freundinnen und Freunden der früheren Styx dürfte diese Scheibe durchaus ein Lächeln auf das Gesicht zaubern, denn die Musik klingt einfach innovativer als Vieles, für was Styx in ihrer Karriere auch standen und erinnert immer wieder an die 70er Jahre. Trotzdem bleibt „The Mission“ immer noch ein Rock-Album und kein Progressive Rock-Album.

Fazit: „The Mission” ist eine sehr nach hinten gerichtete Platte geworden. Wer also Neues von Styx erwartet hat, die oder der wird hier enttäuscht werden. Die Band klingt auf diesem Album sehr viel mehr wie in früheren Jahren, als auf späteren Veröffentlichungen. Die Lieder sind melodiös und eingängig. Füllmaterial befindet sich ebenfalls nicht auf der Scheibe, sodass sich die Styx-Fans von früher sicherlich über diese Scheibe freuen werden. Gut gemachter Rock. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Radio Silence, Ten Thousand Ways, Red Storm, Khedive



Sonntag, 10. März 2013

Styx – Big Bang Theory




Styx – Big Bang Theory


Besetzung:

Tommy Shaw – guitars and vocals
James Young – guitars and vocals
Todd Sucherman – drums, percussion and background vocals
Lawrence Gowan – keyboards and vocals
Ricky Phillips – bass guitar and vocals
Chuck Panozzo – bass guitar on “Locomotive Breath”


Gastmusiker:

Koko Taylor – additional vocals on “Blue Collar Man”
Johnnie Johnson – piano on “Blue Collar Man”
Oracle Diva – additional vocals on “It Don’t Make Sense” and “Wishing Well”


Label: Frontiers Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Mainstream, Melodic Rock


Trackliste:

1. I Am The Walrus [The Beatles] (4:41)
2. I Can See For Miles [The Who] (4:29)
3. Can't Find My Way Home [Blind Faith] (3:25)
4. It Don't Make Sense (You Can't Make Peace) [Willie Dixon] (4:11)
5. I Don't Need No Doctor [Humble Pie] (4:23)
6. One Way Out [The Allman Brothers] (4:43)
7. A Salty Dog [Procol Harum] (4:02)
8. Summer In The City [Lovin' Spoonful] (3:26)
9. Manic Depression [Jimi Hendrix] (4:00)
10. Talkin' About the Good Times [The Pretty Things] (3:57)
11. Locomotive Breath [Jethro Tull] (3:33)
12. Find The Cost Of Freedom [CSNY] (1:04)
13. Wishing Well [Free] (3:40)
14. Blue Collar Man @ 2120 [Styx] (6:30)

Gesamtspieldauer: 56:04




Zwei Jahre, nach dem nun wieder sehr überzeugenden Album „Cyclorama“, brachte die amerikanische Mainstream-Formation Styx ihr bereits fünfzehntes Album auf den Markt. „Big Bang Theory“ wurde dies getauft, allerdings lässt sich trefflich darüber streiten, ob dies denn nun wirklich ein „reguläres“ Studioalbum der Styx-Discographie darstellt.

„Big Bang Theory“ ist ein Cover-Album, wobei die Band sich mit dem letzten Titel sogar selbst covered. Bei der Interpretation ihres eigenen Stücks „Blue Collar Man @ 2120“ applaudieren sich die Musiker am Ende selbst, wohingegen dieser Part beim Beatles-Klassiker „I Am A Walrus“ von Zuhörern übernommen wird, da es sich hier um eine Live-Einspielung vor Publikum handelt. Der Rest der Platte sind Studioaufnahmen, die sich meist sehr eng an die Originale anlehnen. Die Song-Auswahl ist ganz nett, aber das ist sowieso Geschmackssache. Alle Lieder klingen überaus kraftvoll und sind technisch perfekt eingespielt worden. Am Sound gibt es also nichts zu mäkeln.

Bleibt allerdings die Frage: Was das soll? Warum müssen Styx solch ein Album aufnehmen? Wo liegt da der Sinn? Die Lieder werden nur leicht interpretiert, ganz anders wie zum Beispiel bei Coverversionen anderer Künstler. Erinnert sei hier nur an „Hurt“ von Johnny Cash oder „My Body Is A Cage“ von Peter Gabriel, die die jeweiligen gecoverten Lieder fast schon zu ihren eigenen machten. Und wenn es dann doch auch mal auf „Big Bang Theory“ etwas freier wird, dann fehlt so ein essentieller Teil wie das Querflöten-Solo auf „Locomotive Breath“. Schade!

Fazit: Diese Platte ist so unnütz wie ein Kropf. Da lohnt es sich doch sehr viel mehr die Originale anzuhören. Die Musik ist gut gespielt, aber das wurde sie ursprünglich auch schon. Dafür gibt es auch keine Punkte - solche Plagiate langweilen. Vier Punkte.

Anspieltipps: Alles und nichts.



Sonntag, 30. Dezember 2012

Styx – Cyclorama




Styx – Cyclorama


Besetzung:

Chuck Panozzo – bass guitar on “Bourgeois Pig”, background vocals on “Kiss Your Ass Goodbye”
Tommy Shaw – electric & acoustic 6, 12 and baritone guitars, mandolin, vocals
Glen Burtnik – electric bass, upright bass, synth bass on ”Genki Desu Ka”, electric 12 string guitar on “Together” and vocals
Lawrence Gowan – piano, organ, synthesizers and vocals
James Young – electric guitars and vocals
Todd Sucherman – drums, percussion, loops, percussive synth bass on “Do Things My Way” and vocals


Gastmusiker:

Billy Bob Thornton – vocals on “Bourgeois Pig”
John Waite – backing vocals
Brian Wilson – backing vocals
Tenacious D – vocals (hidden track)


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock


Trackliste:

1. Do Things My Way (4:57)
2. Waiting For Our Time (4:13)
3. Fields Of The Brave (3:24)
4. Bourgeous Pig (0:49)
5. Kiss Your Ass Goodbye (3:14)
6. These Are The Times (6:45)
7. Yes I Can (3:51)
8. More Love For The Money (3:48)
9. Together (4:47)
10. Fooling Yourself (Palm Of Your Hands) (0:39)
11. Captain America (3:54)
12. Killing The Thing That You Love (5:36)
13. One With Everything (5:57)
14. Genki Desu Ka (6:13)

Gesamtspieldauer: 58:06




Drei Jahre nach dem wenig erbaulichen Album „Brave New World“ und dreizehn Jahre nach dem noch schlechteren „Edge Of The Century“ veröffentlichte die amerikanische Formation Styx 2003 erneut eine Platte, ihr bisher vierzehntes Studioalbum. Für das Cover zeigte sich Storm Thorgerson verantwortlich, der auch die meisten Plattencover von Pink Floyd entworfen hatte. Und nicht nur „graphisch“, auch in Bezug auf die Zusammensetzung der Band hatte sich auf „Cyclorama“ einiges getan. Dennis DeYoung, der Keyboarder der ersten Stunde und Lieferant zahlreicher Hits, hatte die Band verlassen und war durch Lawrence Gowan ersetzt worden. Chuck Panozzo, der Bruder des bereits 1996 verstorbenen Drummers John Panozzo war inzwischen an Aids erkrankt und hatte auf „Cyclorama“ gesundheitsbedingt nur einen kurzen Gastauftritt, indem er bei dem sehr kurzen „Bourgeois Pig“ den Bass einspielte und sonst nur noch einmal als Hintergrundsänger in Erscheining trat. Seinen Part als Bassist spielte jetzt Glen Burtnik ein.

Nun, die Musik auf „Cyclorama“ ist richtig gut geworden. Hier scheinen sich Musiker gefunden zu haben, die sich gegenseitig befruchteten, denn „Cyclorama“ stellt so ziemlich alles in den Schatten, was die Band in den letzten 24 Jahren an Musik veröffentlichte. Das mag daran liegen, dass sich hier auch vier tolle Sänger auf dem Album präsentieren und dieses seltsame Gesinge des Dennis DeYoung völlig fehlt. Das mag daran liegen, dass Styx hier ab und an auch Reminiszenzen an die Beatles präsentieren – ohne hier aber Gefahr zu laufen diese kopieren zu wollen. Und das mag vor allem daran liegen, dass die Band wieder Ideen hatte. Ideen, die einfach gut klingen.

Auf „Cyclorama“ befindet sich Mainstream-Rock, allerdings jener der besseren Sorte. Hard-Rock ist da zugegen, genau wie Melodic-Rock. Alles klingt, vieles davon sogar richtig gut und macht Spaß. Auf der knappen Stunde Spieldauer wird dem Musikhörer jede Menge Abwechslung geboten, die gleichzeitig eingängig ist und dabei auch noch rockt. Der Pathos fehlt, genau wie diese schwülstigen, schmachtenden Liebeslieder, die einem fast schon peinlich waren, sie anzuhören. Und diese gab es über die ganze Karriere der Band hin auf so ziemlich jedem Album.

Fazit: Das mit Abstand beste Album von Styx der letzten vierundzwanzig Jahre. Gute, unterhaltende Musik, die rockt, wobei auch sehr viel Wert auf Melodiösität gelegt wurde. Ein richtig überzeugendes Alterswerk einer Band, der man so etwas nicht mehr zugetraut hatte. Und einige Ohrwürmer hält das Album auch parat. „Cyclorama“ ist gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Fields Of The Brave, Kiss Your Ass Goodbye, These Are The Times, More Love For The Money, Together, Killing The Thing That You Love



Dienstag, 25. Dezember 2012

Styx – Edge Of The Century




Styx – Edge Of The Century


Besetzung:

Dennis DeYoung – keyboards & vocals
James Young – guitars & vocals
Glen Burtnik – guitars & vocals
John Panozzo – drums & percussion
Chuck Panozzo – bass guitar


Gastmusiker:

Howard Levy – harmonica
Joe Pusateri – additional percussion
Jon Negus – clarinet, saxophone
Mark Ohlson – trumpet
Mike Halpin – trombone
Dan Barber – trumpet
Michael Smith – saxophone
Ron Kolber – baritone saxophone
John Negus & Max Bialystock – horn arrangement on “Back To Chicago”
Gary Fry – synclavier programming on “Love At First Sight”
Terry Fryer – sound collage on “Homewrecker”


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Love Is The Ritual (3:49)
2. Show Me The Way (4:37)
3. Edge Of The Century (4:22)
4. Love At First Sight (4:36)
5. All In A Day's Work (4:13)
6. Not Dead Yet (3:33)
7. World Tonite (3:40)
8. Carrie Ann (4:29)
9. Homewrecker (5:14)
10. Back To Chicago (4:19)

Gesamtspieldauer: 42:50




Ab April 1989 fanden sich die Mitglieder der Band Styx wieder zusammen, um ihr zwölftes Studioalbum „Edge Of The Century“ aufzunehmen. Dieses erschien schließlich Ende 1990, zehn Jahre nach dem elften Werk „Kilroy Was Here“. Eine wichtige Veränderung hatte es dabei bezüglich der Zusammensetzung gegeben: Tommy Shaw gehörte nicht mehr zum Line-Up der Band und war durch Glen Burtnik ersetzt worden. Und noch etwas hatte sich geändert beziehungsweise verstärkt. Die Musik der Band war nun noch einseitiger geworden. Auf „Edge Of The Century“ hört man nun praktisch durchgehend und ununterbrochen Mainstream Rock der Sorte, wie er auch von Bands wie Foreigner oder Boston hätte stammen können.

Die obligatorischen Schmachtfetzen des Dennis DeYoung dürfen dabei aber natürlich auch nicht fehlen und sind mit dem Titeln „Show Me The Way“ und „Carrie Ann“ vertreten. Der ganze Rest läuft tatsächlich einfach so durch. Mainstream Hard Rock oder AOR, ganz egal wie man es nennen möchte, radiotaugliche drei- bis vierminütige Nummern, denen es vor allem an einem fehlt: Ideen. Überraschend dabei ist, dass sich der Aufnahmeprozess deutlich über ein Jahr hinzog.

Wenn man sich ganz viel Mühe gibt und doch noch was „nettes“ entdecken möchte, dann trifft dieses Adjektiv wohl am ehesten noch auf „All In A Day’s Work“ zu. Die Melodie ist schön und vor allem der mehrstimmige Gesang ist hier richtig gut aufeinander abgestimmt. Dazu wird noch gepfiffen und man hört ein Akkordeon. Klingt irgendwie fröhlich – obwohl der Text etwas ganz anderes vermitteln will. Mit Abstrichen „spannender“ zu hören ist auch noch „Back To Chicago“. Das wiederum liegt aber wohl an der Tatsache, dass der hier ab und an zu hörende Big Band Sound sich vom Rest der Platte abhebt, da es mal was anderes ist.

Fazit: An alle Boston-, REO Speedwagon- und Foreigner-Freunde: Diese Platte wird Euch gefallen. Für Freunde progressiver Rockmusik gibt es hier gar nichts. Und auch Fans der Styx-Platten der 70er Jahre werden hiermit sehr viele Schwierigkeiten haben. Alles viel zu unspektakulär, glatt und manchmal sogar schmierig für Leute, die gerade die Ecken und Kanten an der Musik zu schätzen wissen. Vier Punkte.

Anspieltipps: All In A Day's Work, Back To Chicago




Donnerstag, 20. Dezember 2012

Styx – Kilroy Was Here




Styx – Kilroy Was Here


Besetzung:

Dennis DeYoung – keyboards & vocals
Chuck Panozzo – bass & vocals
John Panozzo – drums & vocals
Tommy Shaw – guitars & vocals
James Young – guitars & vocals


Gastmusiker:

Dan Barber – horn
Steve Eisen – saxophone
Mike Halpin – horn
Michael Mossman – horn
Mark Ohlson – horn


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Mr. Roboto (5:29)
2. Cold War (4:27)
3. Don't Let It End (4:57)
4. High Time (4:29)
5. Heavy Metal Poisoning (4:57)
6. Just Get Through This Night (6:07)
7. Double Life (3:47)
8. Haven't We Been Here Before? (4:06)
9. Don't Let It End (Reprise) (2:22)

Gesamtspieldauer: 40:40




„Kilroy Was Here“ erschien 1983 und war bereits das elfte offizielle Studioalbum der amerikanischen AOR-Band Styx, die in den 70er Jahren durchaus auch immer wieder mit progressivem Rock auf sich aufmerksam machen konnte. Davon ist auf „Kilroy was Here“ allerdings überhaupt nichts mehr zu hören. Dieses Album ist eine Pop-Rock-Scheibe geworden, auf der sich von Schnulze bis Heavy Metal mehrere Schattierungen des Rocks ausleben dürfen.

Aber auch ein Klassiker der Band befindet sich auf dem Album. „Mr. Roboto“ ist eine klasse Rocknummer, die groovt, die über eine tolle und eingängige Melodie verfügt und dabei zusätzlich noch sehr abwechslungsreich ist. Auch „Just Get Through This Night“ ist überaus gelungen. Zwar sehr viel ruhiger als das erste Lied der Platte, jedoch hat die Nummer was. Balladesk und schwebend ist sie eine der eingängisten Lieder im Songkatalog von Styx.

Dann gibt es auf „Kilroy Was Here“ allerdings auch so Tiefschläge wie „Don’t Let It End“, das genau wie „Mr. Roboto“ aus der Feder Dennis DeYoungs stammt. „What can I do? Pictures of you still make me cry. Trying to live without your love, it‘s so hard to do!“ Meine Fresse, dass jemand sich traut so etwas überhaupt zu singen. Genauso schmalzig wie der Text ist die Musik. Schlimm. „Haven't We Been Here Before?“ ist das Pendant dazu, welches Tommy Shaw geschrieben hat. Allerdings ist hier der Text unwesentlich, die Musik aber deutlich besser als bei „Don’t Let It End“.

Und sonst? „Don't Let It End (Reprise)“ ist noch ganz hörenswert, der Rest ist Mainstream, der so auch von einer x-beliebigen anderen AOR-Band stammen könnte. Schlechte Musik ist das allerdings auch wieder nicht, aber eben nichts Besonderes mehr.

Fazit: Zwei Ausnahmen, die nach oben hin ausschlagen, gibt es auf „Kilroy Was Here“. Der Rest ist so eine Art 08/15-Ware, die Freunde des American Orientated Rock durchaus begeistern könnte. Die Single „Kilroy Was Here“ verkaufte sich millionenfach, das Album selbst blieb hinter den Erwartungen zurück und so löste sich die Band, nachdem auch die Tour zum Album abgebrochen worden war, schließlich auf, um sich in späteren Jahren und verschiedenen Zusammensetzungen wieder zu reformieren. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Mr. Roboto, Just Get Through This Night, Double Live, Don't Let It End (Reprise)




Samstag, 15. Dezember 2012

Styx – Paradise Theatre




Styx – Paradise Theatre


Besetzung:

Dennis DeYoung – keyboards & vocals
Chuck Panozzo – bass guitar & bass pedals
John Panozzo – drums & percussion vocals
Tommy Shaw – guitars & vocals
James Young – guitars & vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Mainstream, AOR


Trackliste:

1. A.D. 1928 (1:07)
2. Rockin' The Paradise (3.35)
3. Too Much Time On My Hands (4:33)
4. Nothing Ever Goes As Planned (4:48)
5. The Best Of Times (4:21)
6. Lonely People (5:26)
7. She Cares (4:21)
8. Snowblind (4:59)
9. Half-Penny, Two-Penny (5:59)
10. A.D. 1958 (1:07)
11. State Street Sadie (0:26)

Gesamtspieldauer: 40:41




Das zehnte Album der amerikanischen AOR-Truppe Styx steht bei eingefleischten Styx-Fans noch sehr hoch im Kurs. Erst danach wird die Qualität der Veröffentlichungen deutlich schlechter. „Paradise Theatre“ ist ein Konzeptalbum aus dem Jahr 1980, auf dem die fiktive Geschichte des „Paradise Theatres“ aus Chicago erzählt wird - von dessen Eröffnung 1928 bis zu seiner Schließung im Jahr 1958. Das Ganze ist auch als Metapher anzusehen. Styx wollte mit dem Album die Veränderungen in den USA Ende der 70er Jahre hinein in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts beschreiben.

Bezüglich der Musik kann man es eigentlich recht kurz machen. Auf „Paradise Theatre“ ist so gar nichts Progressives mehr wahrzunehmen. Diesem Stil der Musik hatte die Band auf früheren Alben oftmals sogar einen relativ großen Platz eingeräumt. Auf „Paradise Theatre“ hört man nur noch Mainstream Rock, AOR (adult orientated rock) in ganz reiner Ausführung. Alles ist auf dem Album glattgeschliffen und für den großen Musikmarkt der USA aufbereitet. Radiokompatibel wurden hier, trotz den Ansatzes eines Konzeptalbums, elf Titel aneinandergereiht, von denen, außer der ersten und den letzten beiden Nummern, alle theoretisch über das Radio hätten Verbreitung finden können.

Dieser Umstand wiederum hat zur Folge, dass man dieses Album ganz gut anhören kann, es hier jedoch überhaupt nichts mehr gibt, was ein Lied oder eine Idee auf irgendeine Art und Weise interessant erscheinen lässt. „Paradise Theatre“ ist „Nebenbei-Musik“, Musik ohne Anspruch. Meistens recht rockig gehalten, immer wieder mal auch eingängig, leider jedoch immer wieder auch äußerst belanglos.

Fazit: Einfache Radiomusik der frühen 80er Jahre befindet sich auf „Paradise Theatre“. Freunde des gepflegten Mainstream-Rocks werden hier sicherlich die ein oder andere schöne Stelle entdecken können. Für mich ist das jedoch überhaupt nicht mehr überzeugend. Da packt mich gar nichts mehr. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Too Much Time On My Hands, Snowblind




Sonntag, 9. Dezember 2012

Styx – Crystal Ball




Styx – Crystal Ball


Besetzung:

Dennis DeYoung – keyboards, vocals & synthesizers
Chuck Panozzo – bass guitar & vocals
John Panozzo – drums, percussion & vocals
James Young – guitars & vocals
Tommy Shaw – acoustic and electric guitars & vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Mainstream, Melodic Rock, AOR


Trackliste:

1. Put Me On (4:57)
2. Mademoiselle (4:05)
3. Jennifer (4:19)
4. Crystal Ball (4:38)
5. Shooz (4:50)
6. This Old Man (5:15)
7. Claire De Lune / Ballerina (7:11)

Gesamtspieldauer: 35:15




Nun, eigentlich hat sich auf dem sechsten Album der Band Styx gar nicht so viel verändert im Bezug zum Vorgänger. Dies vor dem Hintergrund, dass John Curulewski die Band verlassen hatte und Tommy Shaw als neuer Lead-Gitarrist engagiert worden war. Der Sound klingt ähnlich – genau wie die Musik.

So zumindest beginnt das Album „Crystal Ball“ aus dem Jahr 1976. „Put Me On“ rockt und hätte auch gut auf „Equinox“ gepasst. Doch bereits mit dem nächsten Titel „Mademoiselle“ ändert sich etwas. Und das nicht nur, da hier Tommy Shaw zum ersten Mal als Sänger zu hören ist. „Mademoiselle“ klingt bombastischer, ist deutlich aufwendiger arrangiert, mit vielen Gesangsstimmen versehen und rockt jetzt eben nicht nur einfach so durch.

„Jennifer“, der folgende Titel, geht anschließend schwer in die poppige Richtung, auch wenn sich darin ein richtig fetzendes Rock-Gitarren-Solo befindet. Und auch hier gibt es jetzt wiedererneut diese mehrstimmigen Gesangspassagen, die zu einem Markenzeichen der US-Amerikaner werden sollten. Es folgt der Titeltrack „Crystal Ball“, den Tommy Shaw alleine geschrieben hat. Das Stück geht etwas in die Richtung „Boat On The River“, was später ein großer Hit der Band werden sollte. Dann folgt mit „Shooz“ leider wieder ein Rocker und gleichzeitig auch das schlechteste Stück des Albums. Klingt ein wenig nach 08/15-Gestampfe.

Aber die absoluten Höhepunkte warten ja noch. „This Old Man“ und „Claire De Lune / Ballerina“ sind angeproggte Symphonic-Rock-Stücke. Sehr schöne Melodien gepaart mit Rhythmus-, Tempo- und Stimmungswechseln. Das macht richtig Spaß. Bei Claire De Lune handelt es sich übrigens um eine Adaption desselben Stückes aus der „Suite Bergamasque“ für Piano von Claude Debussy, welches dieser 1890 schrieb, aber erst 1905 veröffentlichte. Da hätten wir sie also wieder, die Verbindung Klassik und Rock, die immer wieder Einzug in das Werk Styx‘ hält.

Fazit: Mit „Crystal Ball“ beginnt die „bessere“, zumindest aber interessantere Phase im Schaffen von Styx. Hier kann man bereits heraushören, welche Richtung die Musik der Band einschlagen wird. Nämlich jene hin zum bombastischen Symphonic Rock. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mademoiselle, Crystal Ball, This Old Man, Claire De Lune / Ballerina




Dienstag, 4. Dezember 2012

Styx – Equinox




Styx – Equinox


Besetzung:

John Curulewski – guitars, vocals & synthesizers
Dennis DeYoung – keyboards, vocals & synthesizers
Chuck Panozzo – bass guitar & vocals
John Panozzo – drums, percussion & vocals
James Young – guitars & vocals


Label A&M Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Mainstream, Melodic Rock, AOR


Trackliste:

1. Light Up (4:23)
2. Lorelei (3:25)
3. Mother Dear (5:30)
4. Lonely Child (3:53)
5. Midnight Ride (4:23)
6. Born For Adventure (5:17)
7. Prelude 12 (1:21)
8. Suite Madame Blue (6:36)

Gesamtspieldauer: 34:47




„Equinox“ ist das fünfte und auch letzte Album von Styx, welches sie in der ursprünglichen Besetzung eingespielt haben. Nach den Aufnahmen zu dieser 1975 erschienenen Platte verließ John Curulewski die Band noch vor der geplanten Tournee, um wieder mehr Zeit für seine Familie zu haben und mehr kreative Kontrolle über seine zukünftigen Arbeiten zu erlangen.

Nun, musikalisch hat sich auf „Equinox“ nicht viel im Vergleich zum Vorgänger-Album geändert. Immer noch steht geradliniger Rock auf dem Programm. Bezeichnend dafür steht der Song „Lorelei“, der bis zum heutigen Tag einen festen Platz im Songrepertoire der Band bei Live-Auftritten besitzt.

Etwas interessanter, da deutlich abwechslungsreicher, ist das Stück „Mother Dear“. Hier wird zwar auch gerockt, aber es gibt auch immer wieder interessante Einschübe, die das Tempo des Stücks angenehm verschleppen. Auch der mehrstimmige Gesang der Bandmitglieder funktioniert hier und wirkt durchdacht und gut arrangiert.

Erwähnenswert noch, da so völlig anders, das kurze „Prelude 12“, nur mit der Akustik-Gitarre von John Curulewski instrumentiert. Und schließlich, last but not least, die längste Nummer des Albums: „Suite Madame Blue“. Hier setzt Dennis DeYoung zwar wieder ein wenig zu häufig sein Tremolo in der Stimme ein, das macht das Lied aber auch nicht wirklich schlechter. Zunächst ein ruhiger Titel, der dann im weiteren Verlauf Fahrt aufnimmt und immer melodiös klingt. Der Höhepunkt des Albums.

Fazit: Wie immer auf den bisherigen Alben von Styx, so gibt es auch auf „Equinox“ etwas zu entdecken, was sich lohnt, was wirklich hörenswert ist. Allerdings befindet sich auf dieser Platte auch einiges an Füllmaterial in Form von Liedern, die einfach irgendwie belanglos klingen. Und diese sind auf dieser Platte leider in der Überzahl. Für Styx-Fans sicherlich ein Muss - für alle anderen ist der Einstieg in die Styx-Welt mit den Alben Ende der 70er sinnvoller. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Mother Dear, Born For Adventure, Prelude 12, Suite Madame Blue




Donnerstag, 29. November 2012

Styx – Man Of Miracles




Styx – Man Of Miracles


Besetzung:

John Curulewski – guitar, arp, vocals
Dennis DeYoung – keyboards, arp, vocals
Chuck Panozzo – bass
John Panozzo – percussion, drums, vocals
James Young – guitar, vocals


Label: Wooden Nickel


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Mainstream, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Rock & Roll Feeling (3:04)
2. Havin' A Ball (3:59)
3. Golden Lark (3:37)
4. A Song For Suzanne (5:04)
5. A Man Like Me (3:00)
6. Lies (2:49)
7. Evil Eyes (4:10)
8. Southern Woman (3:12)
9. Christopher, Mr. Christopher (4:02)
10. Man Of Miracles (4:56)

Gesamtspieldauer: 37:52




Mit „Man Of Miracles“, dem vierten Album der aus Chicago stammenden Rock-Band Styx, hatten sich die US-Amerikaner noch ein wenig mehr dem mainstreammäßigen Rock angenähert, denn geradlinigen, eingängigen Rock hört man hauptsächlich auf dieser Platte. Das Gefühl des Dennis De Young für schöne und packende Melodien blitzt hier allerdings zum ersten Mal so richtig auf. Beispielhaft stehen dafür die Titel „A Song For Suzanne“ und „Christopher, Mr. Christopher“. Auch wenn an diesen Titeln bereits erkennbar wird, dass die Stimme des Dennis De Young mitunter sehr gewöhnungsbedürftig ist, da sie allzu gekünstelt wirkt. Nun und der Titelsong, „Man Of Miracles“, an dem neben Dennis De Young auch James Young beteiligt war, öffnet zumindest ein klein wenig den Vorhang des progressive Rock, allerdings des rockigen progessiven Rocks.

Dann gibt es da noch das Lied „Golden Lark“. Mit Piano und Streichern instrumentiert ist dies ein sehr ruhiger und melodiöser Titel geworden und stellt auf seine Weise irgendwie die Einleitung zu oben bereits erwähntem Titel „A Song For Suzanne“ dar.

Der Rest der Platte ist wie bereits beschrieben meist irgendwie geradliniger Rock, der wohl bei Rock-Fans Gefallen finden wird, ohne jedoch, dass diese davon zu sehr zu gefesselt werden dürften. Dazu ist alles ein wenig zu vorhersehbar, zu „normal“ und zu mainstreammäßig. Die einzelnen Titel hinterlassen einfach keine Spuren. Eben noch gehört und dann ganz schnell wieder vergessen. Zudem gibt es auch noch die Nummer „Evil Eyes“, bei der der allzu schmachtende Gesang des Dennis De Young sehr unangenehm auffällt. Wenn dieses Tremolo in der Stimme bei quasi jedem längeren Ton seinen Einsatz findet, dann wirkt das einfach nicht mehr. Nein es wirkt dann sogar überzogen und auf seine Art billig.

Fazit: Ein paar kleine Highlights gibt es auf „Man Of Miracles“ zu hören. Der Rest ist äußerst vorhersehbarer Rock, der einen nicht wirklich packen kann. Die Band Styx sollte erst etwas später zur großen Form auflaufen. Schlecht ist das, was Styx hier darbieten aber auch nicht. Gut allerdings ebenfalls nicht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Golden Lark, A Song For Suzanne, Christopher Mr. Christopher, Man Of Miracles




Samstag, 24. November 2012

Styx – The Serpent Is Rising




Styx – The Serpent Is Rising


Besetzung:

James Young – guitars, vocals
Dennis DeYoung – hammond organ, piano moog synthesizer, vocals, mellotron, pipe organ
John Curulewski – guitars, moog synthesizer, vocals 12 string guitar
Chuck Panozzo – bass guitar, vocals
John Panozzo – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Bill Traut – saxophone (22 Years)


Label: Wooden Nickel


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Mainstream, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Witch Wolf (4:01)
2. The Grove Of Eglantine (5:01)
3. Young Man (4:47)
4. As Bad As This (6:09)
5. Winner Takes All (3:07)
6. 22 Years (3:42)
7. Jonas Psalter (4:42)
8. The Serpent Is Rising (4:52)
9. Krakatoa (1:36)
10. Hallelujah Chorus (From Handel's Messiah) (1:33)

Gesamtspieldauer: 39:29




Legt man „The Serpent Is Rising“ ein, das dritte Album der amerikanischen Band Styx, dann hört man bereits nach den ersten Tönen und Takten, welche Art der Musik den Hörer auf diesem Album erwartet, was auf dieser Platte Programm ist: Rock. Oftmals etwas härter und meistens dem Mainstream zugehörig. Bezeichnend dafür stehen gleich die ersten beiden Titel „Witch Wolf“ und „The Grove Of Eglantine“. Gleiches gilt für „Winner Takes All“, „22 Years“ und „Jonas Psalter“. Das kann mitunter ganz nett klingen, besonders wenn es dabei schöne Instrumentalpassagen zu hören gibt wie bei den Titeln „The Grove Of Eglantine“ und „Jonas Psalter“, etwas wirklich Besonders ist das allerdings alles nicht.

Da klingen „Young Man“, durch einen tollen Orgeleinsatz und die verschiedenen, ineinander geflochtenen Teile, sowie das Titelstück „The Serpent Is Rising“ durch dessen Rhythmus- und Stilwechsel schon wesentlich interessanter und deutlich gelungener.

Der Titel „As Bad As This“ besteht eigentlich aus zwei Liedern. Jenem mit genau diesem Namen, akustisch instrumentiert und ein wenig bluesig angehaucht. Nach drei Minuten und fünfundvierzig Sekunden geht das Lied schließlich in einen weiteren Song mit dem Namen „The Plexiglas Toilet“ über. Ein Hidden Track mitten auf dem Album, in den Credits jedoch nie erwähnt. Da gibt es dann einen Calypso-Sound à la Harry Belafonte zu hören und man bekommt unter anderem folgenden Text dargeboten: „Don't sit on the Plexiglas toilet - Said the momma to her son - Wipe the butt clean with the paper - Make it nice for everyone - But don't sit down on the Plexiglas toilet yeah.” Wahnsinn, was manchen Leuten so einfällt. Dazu sei angemerkt, dass die Musik sich hier qualitätsmäßig restlos dem Text angleicht.

Blieben noch die letzten beiden, kurzen Lieder. „Krakatoa“ ist nur noch experimentell und den „Hallelujah Chorus“ hätte es wahrlich auch nicht mehr benötigt, um das Album richtig schlecht abzuschließen.

Fazit: Der Rock, der auf „The Serpent Is Rising“ zu hören ist, ist durchaus okay. Leider aber auch nicht mehr. Die kurzen Instrumentalpassagen sind meistens diejenigen Stellen, die am ehesten begeistern können. Für Rock-Fans sicher ein geeignetes Album, für Fans progressiver Musik allerdings nur an ganz wenigen Stellen geeignet. Dieses „Schmachtende“ und allzu Süßliche, was später noch auf einigen Scheiben der Band zu hören sein wird, dies fehlt hier aber glücklicherweise noch völlig. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Young Man, The Serpent Is Rising




Donnerstag, 9. August 2012

Styx – Styx II





Styx – Styx II


Besetzung:

James Young – guitars, vocals
Dennis DeYoung – keyboards, synthesizers, vocals
John Curulewski – guitar, synthesizers, vocals
Chuck Panozzo – bass guitar, vocals
John Panozzo – drums, percussion, vocals


Label: Wooden Nickel


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Mainstream, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. You Need Love (3:45)
2. Lady (3:00)
3. A Day (8:25)
4. You Better Ask (3:56)
5. Little Fugue in “G” (1:18)
6. Father O.S.A. (7:08)
7. Earl Of Roseland (4:42)
8. I’m Gonna Make You Feel It (2:27)
9. Unfinished Song (3:00)

Gesamtspieldauer: 37:40




Ein Jahr nach dem Debut veröffentlichte die amerikanische Band Styx im Jahr 1973 ihr zweites Album, welches kurz und passenderweise mit „Styx II“ betitelt wurde. Von einem irgendwie gearteten Ansatz, der die Musik auf Styx II in die Richtung der britischen progressiven Rockmusik der 70er Jahre rücken sollte, ist hier allerdings nur ab und an etwas auszumachen.

Vielmehr hört man auf „Styx II“ meist Rockmusik, die manchmal sogar einen großen Schritt hin zum Hardrock begeht. Ein typisches Lied für diese Art der Musik ist gleich der Opener „You Need Love“. Einfach nur ein etwas schnellerer Rock-Song, der nicht weiter hängenbleibt und nur ein wenig durch seine Chorarrangements nach oben hin ausschlägt. Ebenfalls in die Kategorie „Rock-Lied“ fällt auch „Lady“. Obwohl dieses so ultra schnulzig beginnt: “Lady, when you with me I’m smiling. Give me, wouh, wouh, wouh you love!” Unsäglich! Zum schmalzigen Text passt der Gesang Dennis DeYoungs und eine Pianobegleitung, die sehr zurückhaltend ist. Etwa ab der Mitte wird dann allerdings wieder gerockt – ohne das Lied noch retten zu können. Wie „Lady“ beginnt, so endet auch das komplette Album: Mit einer Schnulze in Form des Liedes mit dem Titel „Unfinished Song“. Zwar nimmt auch dieses Lied in seinem Verlauf etwas Geschwindigkeit auf, begeistern kann das allerdings ebenfalls nicht.

Auch in die Richtung „härterer Rock“ gehen die Stücke „Earl Of Roseland“ und „I’m Gonna Make You Feel It“. „You Better Ask“ unterscheidet sich insofern noch von diesen beiden Titeln, dass es hier ein wenig mehr groovt. Ganz anders dagegen „Little Fugue in “G””. Ein kleine und kurze Orgelnummer, eine Klassik-Adaption, die ganz nett anzuhören ist.

Somit blieben noch die beiden etwas längeren Stücke „A Day“ und „Father O.S.A.“ Und diese beiden Nummern stellen dann auch gleichzeitig die Höhepunkte des Albums dar. Progressive Rockmusik ist das zwar auch nicht wirklich, aber die Richtung stimmt schon. Langsam und getragen beginnt „A Day“, ganz nett gemacht und auch sehr melodiös. Im Zwischenteil gibt es ein schönes Gitarren- und Orgelsolo zu hören, wobei letzteres sehr an Jon Lord von Deep Purple erinnert. Schließlich endet die Nummer, wie sie begann, ruhig, sowie ein bisschen verspielt und verträumt. „Father O.S.A.“ ist nicht weniger melodiös, mitunter klingt es hier sogar ein bisschen bombastisch. Bereits nach ein wenigen Malen hören, glaubt man, dieses Stück bereits ewig zu kennen. Auch hier steht immer wieder ein schwerer Orgelsound im Vordergrund, der durchaus zu gefallen weiß. Genau wie der mehrstimmige und bestens abgestimmte Gesang, der die Nummer dann endgültig bombastisch werden lässt und auch nachhält.

Fazit: Viel Füllmaterial hat sich auf „Styx II“ versammelt. Aber immerhin gibt es auch zweieinhalb ganz gute Stücke auf dem Album, die es letztendlich doch noch hörenswert machen. Keine Überplatte, aber auch keine ganz schlechte. Wer Rock mag, findet hier auf jeden Fall was für sich, wer progressive Rockmusik liebt, zumindest ab und an. Sieben Punkte.

Anspieltipps: A Day, Little Fugue in “G”, Father O.S.A.