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Montag, 2. Januar 2012

Hyacinth House – Black Crows’ Country





Hyacinth House – Black Crows’ Country


Besetzung:

Mack Johansson – vocals acoustic and electric guitar, Hammond, keyboard, percussion, drums, bass, mandolin and baker plate
Andreas Berg – electric and acoustic guitars, back vocals, melodica, keyboard, percussion, bass
Fredrik Johansson – banjo, dobro and harmonicas
Peter Norén – bass
John Nyberg – drums, percussion and organ
Kristina Löfstedt – cello


Gastmusiker:

Björn Segerberg – piano and organ “Beyond The End”
Malin Svensson – back vocals “Whiskey Nights”, “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”
Johan Somevåg – piano “Whiskey Nights”, “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”
Fredrik Andersson – accordion “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”, “Unwieldy Farmers' Blues”
Henrik Lundström – clavinet “Unwieldy Farmers' Blues”
Inge Ludvigsson – guitar, upright bass “Swedish Signs On Monkey Island”
Robert Ljungberg – harmonica “Unwieldy Farmers' Blues”
Henrik Gross – organ “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”
Tord Hjukström – cantele “Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur”
Louise Holmér, Rebecka Hjukström, Elin Mörk, Sophia Hogman – choir “Beyond The End”


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Alternative, New Country, Psychedelic


Trackliste

1. Rosewood Country Club (4:52)
2. Black Crows' Country (3:39)
3. Road To Flowers (4:58)
4. Lucky Stranger (4:18)
5. European Rails (4:41)
6. Whiskey Nights (5:55)
7. Swedish Signs On Monkey Island (3:24)
8. Numb The Heart (2:26)
9. Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur (3:10)
10. Pete La Las (2:14)
11. Two White Men In A Black Car & A Ticket Out Of Here (Take 86) (4:56)
12. Beyond The End (6:13)
13. Unwieldy Farmers' Blues (4:01)




Diese musikalische Qualität, welche Hyacinth House auf ihrem ersten Werk bereits vorgelegt haben, diese Qualität konnten sie auf ihrem zweiten Album, „Black Crows‘ Country“ bestätigen. „Black Crows‘ Country“ ist eine Platte geworden, die einfach Spaß macht. Und so beginnt die CD mit schrägen Tönen, aus denen sich der Opener „Rosewood Country Club“ entwickelt. Ein sehr düsteres und trauriges Lied, dessen Stimmung durch den hohen und manchmal auch schrägen Gesang noch betont wird. Mit Sicherheit noch kein Highlight der Platte und ein etwas ausgefallener Opener, wenn man an den Rest des Albums denkt.

Es folgt das Titelstück, „Black Crows' Country”. Die Nummer beginnt fast wie ein Heavy Metal Song und verfügt über einen treibenden Rhythmus. Schließlich setzt das Banjo mit ein und erzeugt diese Stimmung, die man sonst von „16 Horsepower“ her kennt. Und auch der Gesang Johanssons, der sich nun Mack statt Marcus nennt, überschlägt immer wieder und erinnert nicht nur dadurch ein wenig an David Eugene Edwards von „16 Horsepower“. „Black Crows' Country” ist sicherlich das Lied von Hyacinth House, was diesen Vergleich am ehesten zulässt.

“Road To Flowers” heißt der dritte Track des Albums, wunderschön eingeleitet mit dem Banjo. Eine herrlich schwebende, wenn auch treibende Nummer. Sehr melodiös - unterstrichen durch das Cello, die Harmonika und den Gesang Mack Johanssons, der auch in diesem Stück immer wieder überschlägt und perfekt zum Rest des Liedes passt. Eine richtig tolle Nummer. Und genauso gut geht es auch weiter. „Lucky Stranger“ beginnt sehr ruhig und getragen. Die Stimmung ist wieder deutlich dunkler als beim Vorgänger, doch dann, nach einer dreiviertel Minute bricht das Stück so richtig los. Und hier muss Johansson nicht mehr singen, hier muss er schon fast schreien. Kraftvoll, treibend und doch melodiös ist diese Nummer, die dann noch einmal sehr ruhig und fast schon melancholisch wird, ehe das Stück ausbricht und quasi explodiert. Großes Kino!

Nun, es wird einfach nicht schlechter, auch das nächste Stück „European Rails“ kann voll und ganz überzeugen. Der Stil ist nahe dem Folk. Gitarrengetragen entwickelt sich eine schöne Melodie, die im weiteren Verlauf vom Zusammenspiel der akustischen und elektrischen Gitarre sowie dem Banjo lebt. Eine klasse Stimmung wird dadurch erzeugt, bei der man als Zuhörer einfach mitwippen muss. Der dritte Höhepunkt der CD hintereinander. Beeindruckend.

Bei „Whiskey Nights“ wird es dann bluesig. Und irgendwie wirkt dieses Lied auch wie ein Stilbruch. Sieht man in den Credits nach, so liest man, dass die drei Lieder davor von Mack Johansson, dieses jetzt von seinem Bruder Fredrik Johansson geschrieben wurde. Das Stück ist kein wirklich schlechtes Lied und das ist Klagen auf hohem Niveau, allerdings passt diese Nummer nicht so recht zum Rest des Albums und kann, in diesem Umfeld, auch musikalisch nicht vollends überzeugen.

“Swedish Signs On Monkey Island” beginnt mit einem gesprochenen Text, mit dem das Lied vorgestellt und eingeleitet wird. Wieder eine folkige Nummer, die groovt. “Numb The Heart”, im Anschluss daran, ist dann wieder eine dieser melodiösen, meist melancholischen Stücke, mit denen Hyacinth House immer wieder überzeugen können. Tolle Melodie, schöner Text, das passt einfach. Dies trifft genauso auf „Mundus Vult Decipi, Ergo Decipiatur” zu. Auch hier gibt es wieder diese getragene Stimmung zu hören, die mittels einer schönen Melodie transportiert wird. Ein Lied zum Fallenlassen.

“Pete La Las”, das nächste Stück, fällt dann schon wieder aus der Reihe. Eine schnelle Rock’n’Roll-Nummer hat hier der Gitarrist, Andreas Berg, geschrieben. Und da verwundert es auch nicht weiter, dass das kurze Stück sehr von verschiedensten Gitarren dominiert wird. Keine schlechte Nummer, allerdings kein Highlight des Albums. Und auch beim nächsten Stück mit dem langen Namen „Two White Men In A Black Car & A Ticket Out Of Here (Take 86)“ zeichnet sich Andreas Berg zumindest für die Komposition der Musik aus. Das Stück ist eine schnellere Rocknummer, die in Teilen sogar dem Hard Rock zugeordnet werden kann. Schön dabei, dass das Tempo nicht durchgängig durchgezogen wird, sondern es auch ruhigere Abschnitte gibt, die die Nummer noch abwechslungsreicher machen. Das Ende des Stücks besteht aus wohl nicht ganz ernst gemeintem Gesang auf Schwedisch und Englisch, der wohl eher zufällig mit aufgenommen wurde und es trotzdem auf die CD schaffte.

Das vorletzte Lied „Beyond The End” ist eine langsame und getragene Ballade, wieder aus der Feder Mack Johanssons. Sehr schön, wie sich das Stück langsam aufbaut und dabei immer intensiver zu werden scheint. Dass Johansson auch dieses Lied wieder mit einer tollen Melodie ausgestattet hat, braucht da wohl nicht mehr extra erwähnt zu werden. Und noch etwas ist ein häufiger Zusatz zu den Liedern Hyacinth Houses: Das Cello. Und auch dieses Mal trägt dieses Streichinstrument wieder zu der warmen Stimmung bei, die Lieder der schwedischen Band verströmen. Klasse auch der weibliche Hintergrundchor, der, wenn er einsetzt, in das Lied eingreift, als dieses schon lange keine reine Ballade mehr ist, sondern ein symphonisches und kraftvolles Stück Musik.

Bliebe ganz zum Schluss noch „Unwieldy Farmers' Blues“. Okay, es kann nicht immer alles glücken. Der Song ist eher so etwas wie ein Spaßlied. Verbreitet allerdings nur wenig Spaß, wenn auch die Vocals manchmal ganz nett gemacht sind.

Fazit: Auch „Black Crows‘ Country“ ist ein vielseitiges und zum Teil mitreißendes Album geworden. Auch auf diesem Album sind erneut viele Höhepunkte versammelt, wenig Durchschnitt und noch viel weniger Ausfälle. Die Musik macht Spaß und kann sehr oft begeistern. Eine absolut hörenswerte CD ist den Schweden da erneut gelungen, die zwölf Punkte verdient hat.

Anspieltipps: Road To Flowers, Lucky Stranger, European Rails, Numb The Heart, Beyond The End





Sonntag, 1. Januar 2012

Hyacinth House – Hyacinth House





Hyacinth House – Hyacinth House


Besetzung:

Marcus Johansson – acoustic guitar, soundfield, organs and lead vocals
Fredrik Johansson – banjo and harmonicas and back vocals
Andreas Berg – electric guitars, soundfields, organs and back vocals
Kristina Löfstedt – cello and back vocals
Peter Norén – bass guitar


Gastmusiker:

John Nyberg – drums and percussion “Sing Your Soul”
Dennis Tajic – piano “New Day Arising”
Tord Hjukström – banjo, hybrid guitar and mandolin “Ghost Town”
Fredrik Solfors – drums “Ghost Town” and “Deer Sunshine” (ghost track)
Daniel Andersson – drums “New Day Arising”, “O Old My Love” and “Perpexed Sunday On Blue Pills”
Mattias Birgersson – percussion “Lucky Bastards”
Jens Jonsson – drums “On A Train”, “Merely John Gospel” and “All Whispers In The End”
Daniel Ekeroth – marimba “New Day Arising”
Henrik Lundström – piano “Sing Your Soul”
Fredrik Andersson – piano and organs “O Old My Love”, “Perpexed Sunday On Blue Pills” and “Merely John Gospel”
Jonas Nilsson – the cash back vocals “Lucky Bastards”
Björn Segerberg – electric guitar, bass “Deer Sunshine” (ghost track)


Label: Tree Music Productions


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Alternative, New Country, Psychedelic


Trackliste

1. A New Day Arising (4:07)
2. On A Train (3:47)
3. O Old My Love (4:51)
4. The Swallow's Eye (2:33)
5. Perplexed Sunday On Blue Pills ( 3:02)
6. Lucky Bastards (3:42)
7. Ghost Town (4:07)
8. On Top Of The World (2:29)
9. Sing Your Soul (5:02)
10. Merely John Gospel (3:57)
11. All Whispers In The End ( 9:43)




Es ist immer wieder faszinierend, wenn man mal eine CD einer Band in Händen hält, von der man vorher noch nie etwas gehört hat, deren Scheibe in den Player einlegt, die ersten Töne des Albums vernimmt - und gleich begeistert ist. Genau so kann es einem bei der schwedischen Band Hyacinth House und ihrem gleichnamigen Debutalbum aus dem Jahr 2005 ergehen. Wahrlich ein tolles erstes Album. Wobei die Musik nichts mit derer der Doors zu tun hat. Darauf könnte man nämlich schließen, wenn man an den gleichnamigen Doors-Song „Hyacinth House“ denkt. Auf der MySpace-Seite der Band kann man jedoch nachlesen: „…The name never changed but instead seemed very fitting, hinting towards the jam sessions that took place in “hyacinth houses” during the golden age of jazz in New Orleans, rather than the Doors song.” Mit Jazz hat das Ganze aber auch überhaupt nichts zu tun. Vielmehr gibt es hier einen Mix verschiedener Stile zu hören. Auf dem Debutalbum der Schweden sind fünf feste Mitglieder angegeben. Davon war jedoch keiner ein Schlagzeuger, sodass auch aus diesem Grund die Zahl der beteiligten Musiker auf 17 anstieg.

Nun aber zur Musik. Das Album beginnt mit dem tollen Song „A New Day Arising”. Dicht und packend ist dieses Lied. Es wirkt ein wenig dunkel und traurig und besitzt eine wunderschöne, getragene Melodie. Ein richtig guter Opener. Sehr viel hat die Stimmung dieser Nummer auch dem Cello-Spiel Kristina Löfstedts zu verdanken. Und das wird nicht nur bei diesem Track so sein.

Die nächste Nummer kommt dann gleich viel flotter aus den Boxen, wie man es bei einem Lied, welches „On A Train“ heißt auch erwarten darf. Und hier wird auch gleich die Nähe zur Country Musik offenbar, obwohl es sich bei diesem Stück wahrlich nicht um eine amerikanische Country Nummer handelt. Aber die Stimmung, sowie das immer wieder mit einsetzende Banjo, tragen unweigerlich zu dieser Assoziation bei. Und auch bei diesem Stück kann man das Siegel „Überaus gelungen“ vergeben.

„O Old My Love“ ist anschließend wieder sehr viel getragener. Zuerst nur instrumentiert durch eine akustische Gitarre und den einprägsamen Gesang Marcus Johanssons, dessen Stimme immer wieder leicht überschlägt, nimmt das Lied dann doch noch etwas Tempo auf. Country Anleihen werden hier durch die Mundharmonika vermittelt.

„The Swallow’s Eye“ ist ein kurzer, etwas schräger Song, der vom Zusammenspiel der akustischen Gitarre, des Cellos und des Gesangs lebt. Eine interessante Abwechslung. Richtig experimentell wird es dann bei „Perplexed Sunday On Blue Pills“. Dabei ist der erste Teil, der aus verschiedenen Hintergrundgeräuschen und gesprochenem Text besteht, etwas psychedelisch. Die blauen Pillen haben hier also ihre Wirkung nicht verfehlt. Der sich anschließende, gesungene zweite Part ist dann jedoch ein wenig langweilig geraten und will nicht so recht zünden.

„Lucky Bastards“ ist anschließend eine herrlich leichte Nummer. Hauptsächlich mit akustischen Gitarren instrumentiert schwebt das Lied irgendwie durch den Raum. Noch sehr viel besser wird es dann bei „Ghost Town“, einem der Höhepunkte des Albums. Genial hier wieder der Cello-Einsatz und dieser Rhythmus, der entfernt erneut an Country-Musik erinnert, aber trotzdem weit davon entfernt ist. Die Melodie ist klasse, die Stimmungswechsel toll gesetzt. Ein richtig guter, wohl in die Richtung Folk Rock gehender Song.

Entspannt und sehr melodiös geht es dann mit „On Top Of The World“ weiter. Ein wunderbar melancholisches Lied, ein sentimentales Stück, eine traurige Nummer. Richtig gut gemacht, in seiner Art auf dem Album alleinstehend - und gleichzeitig ebenfalls ein Höhepunkt. Es folgt „Sing Your Soul“. Wieder etwas „hellere“ Musik, in einem Lied, das ebenfalls über eine schöne Melodie verfügt und bei dem, dem Piano, ein wunderschöner Part zugedacht worden ist.

Das vorletzte, eigentlich sogar drittletzte Stück der Plate heißt „Merely John Gospel“. Ein wieder sehr getragenes Lied, welches allerdings etwas langweilig ist und nur in den Parts, wenn das Banjo einsetzt, gefallen kann. Der Rest klingt nicht sonderlich überzeugend.

Bliebe noch das letzte Stück „All Whispers In The End“. Dieses ist laut Anzeige auf dem CD-Player 9:43 Minuten lang. Aber man kann es sich schon denken, da ist noch ein „hidden track“ versteckt, der hier „ghost track“ genannt und in den Credits mit „Deer Sunshine“ betitelt wird. Und diese beiden Nummern sind absolut klasse. Getrennt werden die zwei Stücke von etwas über einer Minute Stille. Nun und wenn „Hyacith House“ wirklich mal „psychedelisch“ wirken, wie auf ihrer MySpace Seite vermerkt, dann auch hier bei diesem Song, „All Whispers In The End“. Das ist eine absolut klasse Nummer, die es schafft eine warme und weiche Stimmung in den Raum zu zaubern und diesen auszufüllen. Trotz der zu Beginn vorhandenen Ruhe und Zurückhaltung ist es ein mitreißendes Lied, was gegen Ende auch noch einen tollen Stilwechsel und damit verbundener Steigerung aufweist. Aber auch das Geisterlied „Deer Sunshine“ überzeugt auf ganzer Linie. Zwar nur 2:17 Minuten lang, so besitzt es allerdings eine, zu Beginn vom Piano getragene, sehr schöne Melodie. Dann kommt es auch hier zur Steigerung und es wird fast schon rockig und ebenfalls ein wenig psychedelisch. Ein wahrlich würdiger Abschluss für ein schönes Album.

Fazit: „Hyacinth House“ haben mit „Hyacinth House“ einen tollen Erstling vorgelegt. Der hat nichts mit den Doors gemein und auch nichts mit Jazz. Auf dem Album begegnet man Folk-, Country-, Rock-, Psychedelic-, Pop-, Alternative- und was weiß ich noch für Ansätzen. Entfernt erinnert es manchmal an 16 Horsepower. Aber die Musik von „Hyacinth House“ ist eigenständig und steht für sich allein. Und noch besser, diese Musik der Schweden kann begeistern. Da gibt es einige klasse Song, viele überdurchschnittliche Lieder, wenig Durchschnitt und nur ganz wenig Ausfälle. Und dafür bekommen die Schweden 12 Punkte.

Anspieltipps: A New Day Arising, Ghost Town, On Top Of The World, All Whispers In The End, Deer Sunshine (ghost track)