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Donnerstag, 18. Juli 2013

Curved Air – Lovechild




Curved Air – Lovechild


Besetzung:

Sonja Kristina – acoustic guitar, vocals
Florian Pilkington-Miksa – drums
Eddie Jobson – keyboards, electric violin
Mike Wedgewood – bass guitar
Jim Russell – drums


Gastmusiker:

John O’Hara – keyboards on “Exsultate Jubilate”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Exsultate Jubilate (0:44)
2. Lovechild (4:53)
3. Seasons (8:41)
4. The Flasher (4:10)
5. Joan (1:24)
6. The Dancer (3:56)
7. The Widow (3:50)
8. Paris By Night (6:43)

Gesamtspieldauer: 34:21




1973 aufgenommen wurde „Lovechild“ von Curved Air erst 1990 veröffentlicht. Man fragt sich warum, denn das Songmaterial, welches es auf der Platte zu hören gibt, ist um Klassen besser, als jenes, was auf den letzten beiden Studio-Alben „Midnight Wire“ und „Airborne“ zu vernehmen war. Hier auf „Lovechild“ gibt es sie wieder die schönen und intelligenten und überraschenden Melodien. Lieder, die ein Album überaus lohnens- und hörenswert werden lassen.

Nach einem kurzen klassischen Aufgalopp mit „Exsultate Jubilate“ folgt der Titelsong des Albums. Ein richtig gutes Rock-Lied, bei dem die Violine Eddie Jobsons sehr gut zur Geltung kommt. Klar ist das nur noch höchstens am Rande progressiver Rock, allerdings sehr gut gemachte und eingängige Rock-Musik. Mit „Seasons“ folgt dann sogleich ein Titel, der im Schaffen der von Curved Air durchaus einen Höhepunkt darstellt. Dieses Mal gibt es jetzt kammermusikartigen Rock auf die Ohren, spannend und packend und stark von der Violine dominiert.

„Joan“ ist eine kurze aber fesselnde Piano-Nummer bei der der Begriff „perlendes“ Piano wirklich sehr gut passt. „The Dancer“ klingt sehr poppig und eingängig, ein Stück, welches ebenfalls einen gewissen Wiedererkennungswert besitzt. Selbiges lässt sich auch für „Paris By Night“ festhalten. Die pianodominierte Instrumentalnummer klingt zwar ein klein wenig monoton, hat aber was. Etwas, was dieses Lied zu einem ganz entspannten und unaufgeregten Titel werden lässt.

Fazit: Diese Veröffentlichung, die 17 Jahre vorher entstand, ist nochmal richtig gut gelungen und passt von der Art her perfekt zwischen die beiden Alben „Phantasmagoria“ und „Air Cut“. Schöne Instrumentalstücke gibt es hier zu hören, genau wie gelungene Pop-Songs neben Titeln, die das Label „Progressive Rock“ noch verdienen. Richtige Ausfälle kommen auf der Platte auch nicht vor, sodass „Lovechild“ durchaus eine lohnende Investition darstellt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Lovechild, Seasons, Joan, The Dancer, Paris By Night




Mittwoch, 22. Mai 2013

Curved Air – Airborne




Curved Air – Airborne


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals
Darryl Way – violin, keyboards
Tony Reeves – bass, keyboards
Stewart Copeland – drums
Mick Jacques – guitars


Gastmusiker:

Robin Lumley – piano on “Broken Lady”
Alan Skidmore – sax on “Hot And Bothered”
Henry Lowther – trumpet on “Hot And Bothered”
Frank Ricotti – congas
Jack Emblow – accordion on “Broken Lady”
Bob Sargeant – organ on “Desire” and “Kids To Blame”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Desiree (3:14)
2. Kids To Blame (3:21)
3. Broken Lady (3:16)
4. Juno (3:26)
5. Touch Of Tequila (3:51)
6. Moonshine (11:38)
7. Heaven (Never Seemed So Far Away) (3:21)
8. Hot And Bothered (2:55)
9. Dazed (4:19)


Bonus Track:

10. Baby Please Don't Go (2:32)

Gesamtspieldauer: 41:53




Im Grunde genommen stellt „Airborne“ das letzte offizielle Curved Air Studioalbum dar. Alles was danach kam waren Kompilationen, Live Alben oder aber Veröffentlichungen bisher unveröffentlichten Materials. „Airborne“ setzt dabei die Tradition des letzten Albums fort: Einfache und rockige Songs, die im Unterschied zu den meisten anderen Bands auch mal eine Violine mit eingebaut haben.

Bei all diesen Songs schlägt das Pendel leider auch immer wieder mal stark nach unten aus. Wenn jemand mal einen richtig schlechten Pop-Song hören möchte dann empfehle ich „Touch Of Tequila“. Einfach unsäglich dieses „My oh my it’s summertime….“ Der ganze Rest ist relativ seichtes Geplänkel. Nichts, was einen besonders beschäftigt oder interessiert. Die einzelnen Stücke laufen so durch und das war es dann auch schon.

Vielleicht ein wenig herauszuheben sind lediglich zwei Stücke. „Broken Lady“ ist sehr tragend, diese Stimmung wird allerdings sehr konsequent umgesetzt, sodass ein äußerst melancholisches Lied entsteht. Besonders gelungen sind hier die Einsätze des Akkordeons, der Violine und der Flöte, die dem Lied diesen traurigen Anstrich vermitteln. Dann gibt es da noch das elfeinhalb minütige „Moonshine“. Die Nummer setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, erzeugt dadurch immerhin Abwechslung und auch Spannung. In Ansätzen ist hier durchaus wieder etwas zu hören, was auf den ersten Alben der Band häufiger anwesend war: Progressive Rockmusik.

Fazit: Die Musiker beherrschen ihre Instrumente und machen das auch ganz gut. Woran es auf „Airborne“ fehlt, das sind die Ideen und das Songmaterial. Das ist einfach nicht mehr gut genug, mainstreammäßiger Pop-Rock, der dazu noch nicht einmal besonders originell ist. Eher langweilig. Mit der vorletzten Platte zusammen ein eher trauriger Abgesang für die Band „Curved Air“. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Broken Lady, Moonshine




Montag, 18. März 2013

Curved Air – Midnight Wire




Curved Air – Midnight Wire


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals
Darryl Way – violin
Mick Jacques – guitars
Stewart Copeland – drums, percussion


Gastmusiker:

John Perry – bass
Peter Wood – keyboards
Derek Damain – backing vocals on “The Fool”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Woman On A One Night Stand (4:56)
2. Day Breaks My Heart (4:36)
3. The Fool (4:24)
4. Pipe Of Dreams (3:38)
5. Orange Street Blues (4:55)
6. Dance Of Love (4:32)
7. Midnight Wire (7:17)

Gesamtspieldauer: 34:37




„Midnight Wire“ aus dem Jahr 1975 ist bereits das fünfte Studioalbum der britischen Band „Curved Air“. Violinist Darryl Way, der bereits auf den ersten Platten der Band zu hören war, war nach der Pause auf dem letzten Album wieder zurückgekehrt, zudem hatte Stewart Copeland, der nur wenig später mit Police Erfolge feiern sollte, ein kurzes Gastspiel an den Drums.

Der Musik von Curved Air taten diese ständigen Umbesetzungen allerdings keinen Gefallen. „Midnight Wire“ ist eine Ansammlung von Belanglosigkeiten geworden mit Liedern, die zumindest eines kaum vermögen: Den Hörer zu treffen, zu packen, ihn zu interessieren. Die Songs bewegen sich irgendwo im Raum zwischen Pop, Blues und Rock, dieses Mal allerdings mit sehr viel mehr Ausschlag in Richtung zur einfachen Pop-Musik.

Die Violine Darryl Ways ist auf „Midnight Wire“ eher zum schmückenden Beiwerk verkommen, als zu einem tragenden Instrument in der Musik der Band. Die Lieder plätschern fast durch die Bank weg so vor sich hin, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Oder noch schlimmer, wie beim Stück „Day Breaks My Heart“, währenddessen Gefühle der Dankbarkeit entstehen, wenn Sonja Kristina endlich zum letzten Mal „Day breaks my heart, takes you away“ gesungen hat und das Lied endlich ausgeblendet wird.

Hörenswert ist die Instrumentalnummer „Pipe Of Dreams“. Ein sehr verträumtes Stück, welches es zumindest schafft etwas Atmosphäre zu erzeugen. Das wiederum liegt nicht zuletzt auch am, dieses Mal dominanteren, Einbinden der Violine des Darryl Way. Ebenfalls noch mit Einschränkung zum Riskieren eines Ohres zu empfehlen ist der Titelsong am Ende des Albums. Das Lied „Midnight Wire“ ist ein Blues-Rock-Stück, auf dem Sonja Kristina schmachtet und die Gitarre ein langes und bluesiges Solo präsentiert. Immerhin klingt das Ganze hier sehr abwechslungsreich und besitzt auch eine eingängige Melodieführung. Aber progressiver Rock ist auch dieses Stück hier nicht mehr so wirklich.

Fazit: „Midnight Wire“ ist einfach langweilig geworden. Langweiliger Blues, langweiliger Pop, langweiliger Rock. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Menschen gibt, die sich sagen: „So, jetzt lege ich mal „Midnight Wire“ von Curved Air ein. Genau auf diese Scheibe habe ich jetzt so richtig Lust!“ Irgendwie unvorstellbar bei all dieser Belanglosigkeit. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Pipe Of Dreams, Midnight Wire





Freitag, 1. März 2013

Curved Air – Air Cut




Curved Air – Air Cut


Besetzung:


Kirby Gregory – guitar, bass, vocals
Eddie Jobson – organ, synthesizer, harpsichord, violin, piano, mellotron, vocals
Sonja Kristina – vocals, acoustic guitar
Jim Russell – percussion
Mike Wedgwood – bass, acoustic guitar, vocals, lead vocals on 7


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

1. The Purple Speed Queen (3:29)
2. Elfin Boy (4:14)
3. Metamorphosis (10:40)
4. World (1:34)
5. Armin (3:43)
6. U.H.F. (5:07)
7. Two-Three-Two (4:11)
8. Easy (6:39)

Gesamtspieldauer: 39:36




Schon komisch, wie die Bands das damals machten. 1972 wechselte die Besetzung bei Renaissance komplett, 1973 wollte Curved Air diesem Vorgehen anscheinend in Nichts nachstehen und wechselte ebenfalls schonungslos aus, nur Sängerin Sonja Kristina blieb vom ursprünglichen Line-Up übrig. Nun, dieses Wechselspiel brachte auch eine Veränderung in der Musik mit sich, denn „Air Cut“ ist deutlich rockiger geworden, als alle Vorgänger-Alben der Band.

Rockig wird mit „The Purple Speed Queen“ in das Album eingeleitet und genauso rockig wird der Hörer auch durch „Easy“ wieder entlassen. Dazwischen befinden sich sechs Titel, die bis auf „Metamorphosis“ nur sehr begrenzt etwas mit progressiver Rockmusik zu tun haben. „U.H.F.“ ist im Grund genommen genau wie „Two-Three-Two“ ebenfalls ein Rock-Lied, weist allerdings einen sehr interessanten und sphärischen Mittelteil auf. Ist dieser allerdings vorbei, so ist auch der Zauber des Liedes verflogen. Das kurze „World“ erinnert so ein wenig an Western-Saloon-Musik und „Elfin Boy“ driftet tatsächlich stark in die Folk-Ecke. Joan Baez hätte für diesen Song Patin stehen können. Das Ganze klingt sehr schön und eindringlich und ist eine richtig gute Nummer geworden.

Letzteres gilt ebenfalls für „Armin“. Klar, hier schimmert „Vivaldi“ vom Debut-Album durch. Rockig klingt es, unterfüttert mit dem sehr schnellen Violinen-Spiel des Eddie Jobsen. Und wenn dieser mal etwas innehält, gibt es ein wirklich gelungenes Gitarren-Solo zu hören. Einfach gelungen. Diese Aussage gilt noch ein wenig mehr für das Hauptstück von „Air Cut“, wenn man durch die Länge von Liedern überhaupt auf so etwas schließen darf. Bei „Metamorphosis“ sind alle Zutaten eines Liedes progressiver Machart vorhanden. Sehr melodische Parts, treibende Abschnitte, Rhythmus- und Taktwechsel, viele verschiedene Instrumente, die sich in ihrer Wertigkeit für den Moment abwechseln und jede Menge guter Ideen. Ein klasse Titel, sehr abwechslungsreich und mitreißend.

Fazit: Progressiven Rock hört man auf „Air Cut“ nicht mehr so viel. Aber diesbezüglich wird der Hörer durch „Metamorphosis“ bestens entlohnt. Der Rest schwebt da so irgendwo im Raum zwischen Pop mit starker Tendenz zum Rock. Richtig schlecht ist dabei nichts und die Höhepunkte der Platte lassen das Album auch zu einer lohnenden Investition werden. Der Sound ist übrigens auf der Veröffentlichung von Repertoire Records, die es im Moment für ganz kleines Geld gibt, sehr gut remastert und hörenswert. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Elfin Boy, Metamorphosis, Armin





Dienstag, 19. Februar 2013

Curved Air – Second Album




Curved Air – Second Album


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals
Darryl Way – vocals, electric violin, piano on “Puppets”
Francis Monkman – guitars, keyboards, vcs3 synthesizer
Ian Eyre – bass guitar
Florian Pilkington-Miksa – drums


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Young Mother (5:57)
2. Back Street Luv (3:38)
3. Jumbo (4:09)
4. You Know (4:13)
5. Puppets (5:29)
6. Everdance (3:08)
7. Bright Summer's Day '68 (2:52)
8. Piece Of Mind (12:52)

Gesamtspieldauer: 42:17




1971 veröffentlichte die britische Band Curved Air ihr zweites Album, passenderweise unter dem Titel „Second Album“. Erneut bekommt der Hörer progressive Rock-Musik zu hören, bei der die elektrische Violine des Darryl Way eine ganz zentrale Rolle einnimmt. Es wird zudem gerockt, jedoch kommen die sanften Töne kommen auf „Second Album“ ebenso nicht zu kurz.

Die Musik von Curved Air ist nicht ganz so eingängig wie jene der Kollegen von Renaissance, die sich zur selben Zeit am Progressive Rock versuchten. Bei Curved Air gibt es durchaus auch mal den „schrägeren“ Ton, der dort zuerst gar nicht so richtig hinpassen will und erst nach dem mehrmaligen Hören seinen Platz doch genau an der richtigen Stelle gefunden hat.

Es gibt die melodiöseren Abschnitte neben den etwas rockigeren Parts, die immer spätestens durch den klaren Gesang Sonja Kristinas zusammengeführt werden. Nicht alle Titel schaffen es den Hörer zu bewegen, aber gerade am Anfang, wie am Ende des Albums, befinden sich die Höhepunkte der Platte, die durchaus auch längerfristig wirken und auch haften bleiben. „Young Mother“ kann gleich zu Beginn der Platte mit melodiösen, wie auch fast schon jazzigen Parts punkten. Das ist wahrlich sehr abwechslungsreich und nie langweilig. Der nächste Titel „Back Street Luv“ schaffte es sogar bis auf Platz 4 der britischen Single Charts. Sehr viel rockiger und mit einem schönen Groove ausgestattet, lädt der Song zum Mitwippen ein.

Nun folgen ein paar Lieder, die irgendwie nicht so ganz überzeugen können. „Jumbo“ ist ein wenig zu lieblich geraten und versinkt fast schon in Süße, wohingegen die weiteren Stücke deutlich rauer wirken, auch mal etwas schräger, jedoch trotzdem nicht so richtig zünden können. Dies liegt manches Mal an der fehlenden Eingängigkeit, ein anderes Mal schlicht und ergreifend an der dem Titel zugrundeliegenden Idee.

Aber da gibt es noch die letzte Nummer des Albums, das Magnus Opus auf „Second Album“. „Piece Of Mind“ heißt das Stück, ein Titel in bester, progressiver Rock Tradition. Aus mehreren Teilen bestehend, die manchmal melodiös, ein anderes Mal etwas schräger klingen. Rhythmus- und Tempowechsel sind genauso vorhanden wir lautere und leisere Abschnitte. Das ist wirklich wieder gelungen.

Fazit: Für ein Curved Air Album benötigt man einige Durchläufe. Erst dann erschließt sich einem viel mehr an der Musik. Dann erst registriert man auch diese Feinheiten, die Lieder eben auch ausmachen können. Der Orchestereinsatz und die Instrumentierung stimmen und lassen Atmosphäre entstehen. Allerdings sind neben den Höhepunkten auch einige Füller mit auf der Platte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Young Mother, Back Street Luv, Piece Of Mind





Donnerstag, 17. Januar 2013

Curved Air – Airconditioning




Curved Air – Airconditioning


Besetzung:

Sonja Kristina – lead vocals
Darryl Way – electric violin and vocals
Francis Monkman – lead guitar, organ, piano, mellotron, electric harpsichord, special effects equipment and vcs3 synthesizer
Robert Martin – bass guitar
Florian Pilkington-Miksa – drums


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. It Happened Today (4:56)
2. Stretch (4:06)
3. Screw (4:02)
4. Blind Man (3:34)
5. Vivaldi (7:32)
6. Hide And Seek (6:18)
7. Propositions (3:08)
8. Rob One (3:24)
9. Situations (6:19)
10. Vivaldi With Canons (1:37)

Gesamtspieldauer: 44:55




1969 gründete sich um die Musical Sängerin Sonja Kristina die progressive Rock-Band Curved Air. Bereits ein Jahr später wurde das Debut-Album „Airconditioning“ veröffentlicht, welches auf einer knappen dreiviertel Stunde eine ganze Menge breit gefächerten progressiven Rock zu bieten hat. Dieser ist hier, auf dieser ersten Platte der Engländer, häufig sehr eingängig, wobei sich hauptsächlich Francis Monkman und Darryl Way als Komponisten auszeichnen.

Allerdings gibt es auch Abschnitte, die deutlich schwieriger zugänglich und sehr viel weniger harmonisch ausgestattet wurden. Diese sind jedoch in der Unterzahl - meist liegen den einzelnen Stücken nämlich schöne und einprägsame Melodien zugrunde. Häufig nimmt auch die Violine Darryl Ways einen ganz entscheidenden Part in der Musik Curved Airs auf „Airconditioning“ ein. Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob in dem Lied eher gerockt wird, wie zum Beispiel beim zweiten Titel „Stretch“, oder ob in dem Stück klassische Ansätze mitverarbeitet wurden, zu hören auf dem bekanntesten Stücke der Band: „Vivaldi“. Letzteres hält dabei zudem symphonische, wie fast schon als experimentell zu bezeichnende Abschnitte für den Hörer parat.

Die Abwechslung auf „Airconditioning“ lässt das Album interessant werden. Das wiederum bedeutet allerdings auch, dass die Musik von Curved Air nicht durchgängig so eingängig ist wie zum Beispiel bei den Kollegen von Renaissance, wenn auch der Gesang Sonja Kristinas ab und an schon an den von Annie Haslam erinnert. Auf „Airconditioning“ wechseln sich die eingängigen und harmonischen Abschnitte mit den treibenderen und weniger melodiösen Parts ab, was letztlich zwar zu einer gewissen Abwechslung, allerdings auch zu einer spürbaren Zerrissenheit führt.

Fazit: „Airconditioning“ ist ein gutes Debut-Album geworden, da es für den Hörer einiges bereithält. Hier gibt es sie zu entdecken, die schönen Momente in der Musik, die sich durch überaus eingängige Harmonien auszeichnen. Zusätzlich enthält die Platte eben auch jene Abschnitte, die die Musik von Curved Air deutlich von der Pop-Musik abheben. Solche Stellen eben, die nicht so einfach zugänglich sind, die man sich als Musikgenießer im wahrsten Sinne des Wortes durch mehrmaliges und wiederholtes Hören erarbeiten muss. Zehn Punkte.

Anspieltipps: It Happened Today, Screw, Vivaldi, Propositions, Rob One, Situations





Mittwoch, 19. Dezember 2012

Curved Air – Phantasmagoria




Curved Air – Phantasmagoria


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals, acoustic guitar
Francis Monkman – electric piano, guitars, harpsichord, synthesizer, organ, piano, tubular bells, gong, percussion
Florian Pilkington-Miksa – drums, percussion
Darryl Way – piano, synthesizer, tubular bells, melon, violin
Mike Wedgwood – bass guitar, acoustic guitar, vocals, percussion


Gastmusiker:

Annie Stewart – flute (track 2)
Crispian Steele-Perkins – trumpet (tracks 3 and 8)
Paul Cosh – trumpet (tracks 3, 8 and 9)
Jim Watson – trumpet (tracks 3, 8 and 9)
George Parnaby – trumpet (tracks 3 and 9)
Chris Pyne – trombone (track 3)
Alan Gout – trombone (track 3)
David Purser – trombone (tracks 3, 8 and 9)
Steve Saunders – trombone (tracks 3, 8 and 9)
Frank Ricotti – xylophone (track 8), vibes (tracks 8 and 9), congas (track 9)
Mal Linwood-Ross – percussion, hooters and noises (track 9)
Colin Caldwell – percussion, hooters and noises (track 9)
Jean Akers – percussion, hooters and noises (track 9)


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Marie Antoinette (6:18)
2. Melinda (More Or Less) (3:25)
3. Not Quite The Same (3:44)
4. Cheetah (3:33)
5. Ultra-Vivaldi (1:23)
6. Phantasmagoria (3:16)
7. Whose Shoulder Are You Looking Over Anyway? (3:23)
8. Over And Above (8:34)
9. Once A Ghost, Always A Ghost (4:21)

Gesamtspieldauer: 37:56




„Phantasmagoria“ nannte die britische Progressive Rock Band ihr drittes Werk, welches 1972 erschien. Im Zentrum der Musik steht dabei oftmals melodischer und auch eingängiger progressiver Rock. Allerdings wird auf dem Album zusätzlich experimentiert, was man bei den Stücken „Ultra-Vivaldi“ und vor allem „Whose Shoulder Are You Looking Over Anyway?“ sehr gut hören kann. Bei letztgenannten Stück geht es anscheinend vor allem darum, mit dem Synthesizer, einem 1972 immer noch relativ neuem Instrument, verschiedene Sounds auszuprobieren. Das ist keine Musik mehr, sondern ein Klanggebilde. Dazu noch eines, was beim Durchhören der Platte oder CD sogar immer wieder nervt.

Der Rest klingt aber. Sängerin Sonja Kristina, die einzige feste Größe der Band, da die Zusammensetzung von Curved Air ständigen Umbesetzungen unterworfen war, hört sich dabei an wie eine Mischung aus Annie Haslam von Renaissance und Joan Baez. Der Sound der Band lebt stark von ihrem ausdrucksstarken Gesang. Die Musik aus „Phantasmagoria“ erreicht allerdings nicht ganz die Klasse der Alben, die Renaissance fast zur selben Zeit auf den Markt warf.

Dabei sind die Lieder meist „schön und angenehm“, mitunter sogar „sehr schön“ wie bei „Melinda (More Or Less)“. Wobei sich die Frage stellt, ob man Musik überhaupt mit diesem Adjektiv umschreiben kann. „Schöne“ Musik? Doch, irgendwie passt das ganz gut für diese Art der Musik. Genauso klingt es bei „Marie Antoinette“ oder „Not Quite The Same“. Unaufgeregte Musik, die Geschichten erzählen will – ohne dabei jedoch seicht zu sein.

Ein wenig progressiver als der Rest (lässt man die beiden „Experimente“ jetzt mal außen vor) sind die zwei letzten Stücke gestaltet. Hier werden jetzt verschiedene Tempi, Rhythmen und Melodien miteinander verwoben. Dabei ist das längste Stück der Platte „Over And Above“ nicht zuletzt auch durch die variantenreiche Instrumentierung interessant geworden. „Once A Ghost, Always A Ghost“ erinnert mich dagegen eher an mexikanische Folklore gemixt mit „Beat-Musik“ und ist ein Lied, mit dem ich so gar nichts anzufangen weiß.

Fazit: „Phantasmagoria“ ist wahrlich kein schlechtes Album geworden. Richtig gut ist es für mich jedoch auch nicht mehr. Dazu fehlt der Musik zu häufig etwas. Ist es die Eingängigkeit oder das Überraschende? Vielleicht die Mischung aus beidem. Wem allerdings Renaissance gut gefällt, der wird auch mit der Musik von Curved Air etwas anfangen können. Unter Umständen vielleicht etwas weniger – aber wer weiß das schon. Neun Punkte.

Anspieltipps: Marie Antoinette, Melinda (More Or Less), Not Quite The Same, Cheetah, Phantasmagoria