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Dienstag, 25. Januar 2022

Kate Bush – The Sensual World

 



Kate Bush – The Sensual World


Besetzung:

Kate Bush – piano, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Del Palmer – fairlight cmi percussion, bass guitar (1, 4, 7), rhythm guitar and percussion (5)
Charlie Morgan – drums (1, 4, 6, 11)
Stuart Elliott – drums (2, 3, 5, 7, 8, 9)
Bill Whelan – arranger ("The Irish sessions")
Paddy Bush – whip (swished fishing rod) (1), valiha and backing vocals (2), mandolin (4), tupan (6)
Davy Spillane – uilleann pipes (1, 8), whistle (3)
John Sheahan – fiddle (1)
Dónal Lunny – bouzouki (1)
John Giblin – bass guitar (2, 6, 9)
David Gilmour – guitar (2, 9)
Alan Murphy – guitar, guitar synth (3, 5, 7)
Jonathan Williams – cello (3, 5, 7)
Nigel Kennedy – violin (3), viola (5)
Michael Kamen – orchestral arrangements (3, 5, 10)
Alan Stivell – celtic harp (3, 7), backing vocals (7)
"Dr. Bush" (Robert Bush, Kate’s father) – dialogue (3)
Balanescu Quartet – strings (4)
Michael Nyman – string arrangement (Balanescu Quartet)
Mick Karn – bass guitar (5)
Trio Bulgarka – vocals (6, 8, 9)
Yanka Rupkina (of Trio Bulgarka) – solo vocalist (6, 9)
Dimitar Penev – arranger (Trio Bulgarka)
Eberhard Weber – double bass (8, 11)


Label: EMI


Erscheinungsjahr: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. The Sensual World (3:57)
2. Love And Anger (4:42)
3. The Fog (5:06)
4. Reaching Out (3:12)
5. Heads We‘re Dancing (5:21)
6. Deeper Understanding (4:46)
7. Between A Man And A Woman (3:30)
8. Never Be Mine (3:44)
9. Rocket‘s Tail (4:07)
10. This Woman's Work (3:38)
11. Walk Straight Down The Middle (3:48)

Gesamtspieldauer: 45:57



„The Sensual World“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Musikerin Kate Bush. Es wurde am 16. Oktober 1989 auf dem Plattenlabel EMI veröffentlicht und kletterte bis auf Platz 2 der britischen Albumcharts. In Deutschland erreichte es immerhin Platz 10, in den USA Platz 43. Das Titellied sowie die beiden Stücke „This Woman‘s Work“ und „Love And Anger“ wurden aus dem Album als Singles ausgekoppelt.

Auf „The Sensual World“ hört man eingängigen bis gefälligen Pop, der vom ersten bis zum letzten Stück eine gleichbleibende Qualität aufweist. Sonderlich experimentell klingt Kate Bush auf diesem, ihrem sechsten Studioalbum nicht mehr. Da allerdings auch kein Titel besonders oder besonders wenig überzeugt, läuft das Album als Einheit durch und hinterlässt dabei jedoch leider nur sehr wenige Spuren.

Wer die Musik der Kate Bush mag, die oder der kommt mit diesem Album natürlich trotzdem auf ihre beziehungsweise seine Kosten. Die unverwechselbare Stimme der Engländerin steht wieder einmal im Vordergrund der Musik, die mehrstimmigen Arrangements wissen ebenso zu überzeugen wie die Melodien. Alles klingt einmal mehr sehr eingängig und unaufgeregt. Mitunter glaubt man sich beim Hören eines Kate Bush-Albums in einem Märchen zu befinden, so besonders klingt ihre Stimme. Nur eine etwas abwechslungsreichere „Handlung der Geschichte“ hätte man sich dabei noch gewünscht. Und da genügt die tolle und gesanglich außergewöhnliche Einführung im Lied „Rocket‘s Tail“ leider nicht.

Fazit: „The Sensual World“ erreicht nicht die Klasse des Vorgängeralbums „Hounds Of Love“. Doch auch „The Sensual World“ ist wahrlich keine schlechte Scheibe geworden. Kate Bush Fans dürften sowieso von diesen Klängen überzeugt sein und werden nicht enttäuscht werden. Was jedoch etwas fehlt, dass ist das besondere Lied, welches man immer wieder auf einer Kate Bush Veröffentlichung findet. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Fog, Rocket‘s Tail



Freitag, 3. Dezember 2021

Bob Dylan – Oh Mercy

 



Bob Dylan – Oh Mercy


Besetzung:

Bob Dylan – vocals, guitar, piano, harmonica, twelve-string guitar, hammond organ


Gastmusiker:

Malcolm Burn – tambourine, keyboards, on "Everything Is Broken", "Ring Them Bells", "Man In The Long Black Coat", "Most Of The Time", "What Good Am I?", "What Was It You Wanted"
Rockin' Dopsie – accordion on "Where Teardrops Fall"
Willie Green – drums on "Political World", "Everything Is Broken", "Most Of The Time", "Disease Of Conceit", "What Was It You Wanted" & "Shooting Star"
Tony Hall – bass guitar on "Political World", "Everything Is Broken", "Most Of The Time", "Disease of Conceit" & "Shooting Star"
John Hart – saxophone on "Where Teardrops Fall"
Daryl Johnson – percussion on "Everything Is Broken"
Larry Jolivet – bass guitar on "Where Teardrops Fall"
Daniel Lanois – Dobro, lap steel guitar, guitar, omnichord, bass guitar (performs on all tracks except "Disease Of Conceit")
Cyril Neville – percussion on "Political World", "Most Of The Time" & "What Was It You Wanted"
Alton Rubin, Jr. – scrub board on "Where Teardrops Fall"
Mason Ruffner – guitar on "Political World", "Disease Of Conceit" & "What Was It You Wanted"
Brian Stoltz – guitar on "Political World", "Everything Is Broken", "Disease Of Conceit" & "Shooting Star"
Paul Synegal – guitar on "Where Teardrops Fall"




Erscheinungsjahr: 1989


Stil: Pop, Rock, Folk


Trackliste:

1. Political World (3:48)
2. Where Teardrops Fall (2:32)
3. Everything Is Broken (3:15)
4. Ring Them Bells (3:00)
5. Man In The Long Black Coat (4:35)
6. Most Of The Time (5:04)
7. What Good Am I? (4:45)
8. Disease Of Conceit (3:44)
9. What Was It You Wanted (5:02)
10. Shooting Star (3:13)

Gesamtspieldauer: 39:02



„Oh Mercy“ heißt das bereits 26. Studioalbum des US-amerikanischen Singer-Songwriters Bob Dylan. Es wurde ursprünglich am 12. September 1989 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Produziert wurde das Album von Daniel Lanois, den Bono von U2 Bob Dylan vermittelt hatte. Der Erfolg stellte sich mit diesem Album bei Bob Dylan auch verkaufstechnisch wieder ein. Die Platte erreichte Platz 30 der US-Billboard-Charts, Platz 6 in Großbritannien und in Deutschland immerhin Platz 37 der Albumcharts.

„Oh Mercy“ klingt insgesamt sehr entspannt, mitunter auch getragen. Die Stimmung darauf ist eine eher dunkle. Eingespielt wurde das Album nur nachts, so wollte es Bob Dylan, um die Atmosphäre noch besser zu transportieren. Gelungen ist ihm das, die Patte klingt einnehmend und kann in einem Zug durchgehört werden. Alles passt irgendwie zu einander. Auf Experimente haben Bob Dylan und sein Produzent dabei gänzlich verzichtet. „Oh Mercy“ ist breit und sicher aufgestellt und dementsprechend für einen breiten Markt geeignet.

Die Höhepunkte der Platte befinden sich für mich hauptsächlich in der Mitte des Albums. „Ring Them Bells“ ist ein wunderschönes und sanftes Lied, welches schnell ins Ohr geht und dabei diesen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist. Feierlich klingt es. Anschließend folgt der absolute Höhepunkt auf „Oh Mercy“, das Lied „Man In The Long Black Coat“. Eine klasse Nummer, irgendwie sehnsüchtig klingend und unverwechselbar ein Lied von Bob Dylan. Auch hier ist es die Melodie, die einen sofort einnimmt. Doch auch die restlichen Lieder lohnen gehört zu werden, sodass das sechsundzwanzigste Album des US-Amerikaners eine gelungene musikalische Reise darstellt.

Fazit: Zehn überzeugende Lieder befinden sich auf „Oh Mercy“. Die Musik klingt eindeutig nach Bob Dylan und es macht Freude in diese Stimmung, die über das gesamte Album hinweg transportiert wird, einzutauchen. Es befinden sich keine Ausfälle, nur Höhepunkte auf dem Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ring Them Bells, Man In The Long Black Coat



Montag, 1. November 2021

Bob Dylan – Dylan & The Dead

 



Bob Dylan – Dylan & The Dead


Besetzung:

Bob Dylan – guitar, vocals


Gastmusiker:

Jerry Garcia – guitar, vocals
Mickey Hart – drums
Bill Kreutzmann – drums
Phil Lesh – bass guitar
Brent Mydland – keyboards, vocals
Bob Weir – guitar, vocals




Erscheinungsjahr: 1989


Stil: Rock


Trackliste:

1. Slow Train (Foxborough, Massachusetts on July 4, 1987) (4:57)
2. I Want You (Oakland, California on July 24, 1987) (4:04)
3. Gotta Serve Somebody (Anaheim, California on July 26, 1987) (5:50)
4. Queen Jane Approximately (Eugene, Oregon on July 19, 1987) (6:38)
5. Joey (Foxborough, Massachusetts on July 4, 1987) (9:16)
6. All Along The Watchtower (Anaheim, California on July 26, 1987) (6:23)
7. Knockin‘ On Heaven‘s Door (Anaheim, California on July 26, 1987) (6:51)

Gesamtspieldauer: 44:03



„Dylan & The Dead“ ist ein gemeinsames Live-Album des US-amerikanischen Musikers Bob Dylan und der Band Grateful Dead, welches am 6. Februar 1989 auf dem Plattenlabel Columbia Records erschien. Auf dem Album sind sieben von Bob Dylan geschriebene und gesungene Lieder zu hören, die von Grateful Dead begleitet werden. Eingespielt wurde das Album auf einer Tour im Jahr 1987. Dabei traten The Grateful Dead sowie Bob Dylan manches Mal zusammen auf, gaben aber auch Einzelkonzerte.

Dass viele Lieder von Bob Dylan erst bei und durch die Interpretation anderer Künstler musikalisch so richtig gut wurden, weiß man schon länger. Gut hören kann man es auf „Dylan & The Dead“ zudem. Nehmen wir nur die zwei letzten Stücke des Albums, „All Along The Watchtower“ und „Knockin‘ On Heaven's Door“. Die Cover-Versionen von Jimi Hendrix und Guns ‘n‘ Roses toppen die Originale um Klassen. Ansonsten ist dieses Album eher etwas für eingefleischte Bob Dylan Fans. Ob Gateful Dead-Fans auch ihren Spaß am Album haben, darf bezweifelt werden, da sie hier nur in der interpretierenden Rolle zu hören sind.

Immerhin bekommt man die Lieder Bob Dylans hier in verlängerten Versionen zu hören, mit Soli an- und erfüllt. Das ist dann doch auch wieder eine neue Seite in der Musik des Bob Dylans. Das war es dann aber auch schon, viel mehr löst diese Platte nicht aus.

Fazit: Bob Dylan interpretiert zusammen mit The Grateful Dead Bob Dylan. Die Liedauswahl ist in Ordnung, die Titel gewinnen etwas durch längere Soli. Trotzdem reichen diese Interpretationen nicht an jene heran, die andere Musiker vorstellten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: All Along The Watchtower



Dienstag, 9. Juni 2020

Rush – Presto




Rush – Presto


Besetzung:

Geddy Lee – bass guitar, vocals, synthesizers
Alex Lifeson – electric and acoustic guitars
Neil Peart – drums, electronic percussion


Gastmusiker:

Rupert Hine – additional keyboards and backing vocals
Jason Sniderman – additional keyboards


Label: Anthem Records


Erscheinungsjahr: 1989


Stil: Rock


Trackliste:

1. Show Don‘t Tell (5:01)
2. Chain Lightning (4:33)
3. The Pass (4:50)
4. War Paint (5:24)
5. Scars (4:07)
6. Presto (5:46)
7. Superconductor (4:47)
8. Anagram (For Mongo) (3:59)
9. Red Tide (4:30)
10. Hand Over Fist (4:11)
11. Available Light (5:03)

Gesamtspieldauer: 52:15



„Presto“ heißt das dreizehnte Studioalbum der kanadischen Rock Band Rush. Es erschien am 21. November 1989 auf dem Plattenlabel Atlantic Records beziehungsweise dem Label Anthem Records. „Presto“ kletterte in Kanada bis auf Platz 7 und in den Vereinigten Staaten bis auf Platz 16 der Charts. Die Titel „Show Don‘t Tell“, „The Pass“ sowie „Superconductor“ wurden als Singles ausgekoppelt.

Auf „Presto“ hört man einen mehr gitarrenorientierten Sound als noch auf den Vorgängeralben, die deutlich mehr vom Keyboard beeinflusst waren. Dabei rockt die Scheibe ganz gut, lässt allerdings auch immer wieder poppige Ausflüge in die Musik mit einfließen. Das klingt alles ganz nett, wenn auch nicht richtig begeisternd. Hard Rock ist das kaum mehr, eher eine poppig rockige Mischung, der man die Eingängigkeit allerdings keinesfalls absprechen kann. Doch auch wenn man auf „Presto“ noch eingängige Melodien entdeckt, den progressiven Anteil in den Liedern von Rush, den sucht man hier vergebens. Diesen hatten die späten 80er Jahre Rush anscheinend endgültig ausgetrieben.

„Presto“ läuft so ein wenig durch, ohne allzu große Höhepunkte, allerdings auch ohne Ausfälle. Am Interessantesten klingt für mich die rockige, eingängige und für „Presto“ ziemlich abwechslungsreiche Nummer. Mit diesem Lied erheben sich Rush doch ein wenig über den Mainstream Rock-Pop der 80er Jahre. Leider steht dieser Titel jedoch nicht stellvertretend für den Rest der Platte.

Fazit: Eingängigen poppigen Rock bekommt man auf „Presto“ geboten. Das klingt alles melodisch, niemals vertrackt oder schräg, ohne dabei jedoch Ohrwürmer zu erzeugen. Wer auf Mainstream Rock steht wird auf „Presto“ sicherlich fündig, denn die Melodien wirken durchaus im Moment des Hörens. Begeistern kann mich das alles jedoch nicht, dazu klingt es einfach zu gewöhnlich. Acht Punkte.

Anspieltipps: Red Tide



Montag, 11. Mai 2020

King’s X – Gretchen Goes To Nebraska




King’s X – Gretchen Goes To Nebraska


Besetzung:

Doug Pinnick – bass guitar, lead vocals
Ty Tabor – guitar, dulcimer, sitar, wooden flute, vocals
Jerry Gaskill – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Sam Taylor – pipe organ and "drawkcab" piano


Label: A&M Records


Erscheinungsjahr: 1989


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Out Of The Silent Planet (5:44)
2. Over My Head (4:47)
3. Summerland (3:17)
4. Everybody Knows A Little Bit Of Something (3:57)
5. The Difference (In The Garden Of St. Anne‘s On-The-Hill) (3:08)
6. I‘ll Never Be The Same (4:56)
7. Mission (5:01)
8. Fall On Me (4:05)
9. Pleiades (4:41)
10. Don‘t Believe It (3:07)
11. Send A Message (4:02)
12. The Burning Down (5:35)

Gesamtspieldauer: 52:25




„Gretchen Goes To Nebraska“ nannte die US-amerikanische Hard Rock Band King’s X ihr zweites Studioalbum welches am 27. Juni 1989 ursprünglich auf dem Plattenlabel Megaforce erschien. „Gretchen Goes To Nebraska“ basiert angeblich auf einer Kurzgeschichte des Schlagzeugers Jerry Gaskill. Dementsprechend kann man hier wohl von einem Konzeptalbum sprechen. Von den Kritikern und Fans wird die Scheibe hochgelobt, auch wegen der progressiven Ansätze, die auf der Platte zu hören sein sollen.

Diese höre ich leider nicht. Gar nicht. „Gretchen Goes To Nebraska“ klingt wie eine Hard Rock Scheibe, auf der sich auch mal eine Ballade verläuft. Zugegebenermaßen klingt die Musik etwas eingängiger als noch auf dem Debut „Out Of The Silent Planet“. Doch begeistern kann mich das alles nicht sonderlich. Das Lied mit diesem Titel des ersten Albums ist übrigens auf dem diesem Album enthalten und stellt einen der wenigen Höhepunkt dieser Scheibe dar. „Summerland“ klingt ebenfalls gut und überzeugend, genau wie das sanfte „The Difference (In The Garden Of St. Anne's On-The-Hill)“.

Dann gibt es auf „Gretchen Goes To Nebraska“ allerdings auch solch Titel wie „Over My Head“ zu hören. So ein Mitgröl-Lied, mit dem wahnsinnig „raffinierten“ Text: „Music, Music, I hear Music, Music over my head“. Ganz schlimm und eines der langweiligsten Hard Rock Titel, die ich kenne – obwohl darin sogar noch ein ganz gutes Gitarrensolo zu hören ist. Viele ordnen diese Scheibe dem Genre Progressive Metal zu, irgendwie fehlt mir da die Fantasie und letztendlich sogar völlig das Verständnis. Schön und gelungen sind allerdings auch auf dieser Platte – wie bereits beim Debut – die Arrangements zu den mehrstimmig eingesungenen Passagen. Hiermit können King’s X auch auf „Gretchen Goes To Nebraska“ überzeugen und heben sich damit von anderen Bands ab.

Fazit: „Gretchen Goes To Nebraska“ rauscht an einem vorbei, hinterlässt kaum Spuren. Ein paar guten Titeln stehen hier auch ein paar weniger gelungene Nummern gegenüber. Nicht alles auf dieser Scheibe ist schlecht, allerdings auch nur wenig so richtig überzeugend. Freunde des Hard Rocks finden ganz bestimmt ein paar coole Titel auf dem Album. Aber Progressive Metal? Nein, den höre ich hier nicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Out Of The Silent Planet, Summerland, The Difference (In The Garden Of St. Annes On-The-Hill)



Montag, 4. März 2019

IQ – Are You Sitting Comfortably?




IQ – Are You Sitting Comfortably?


Besetzung:

Paul Cook – drums, percussion and enormous sucking trout
Tim Esau – bass guitar, bass pedals, backing vocals abd gas-driven sea-biscuit
Mike Holmes – guitar, guitar synth and giant electric pea
Paul Menel – vocals, backing vocals, strimpapa and tambourine
Martin Orford – keyboards, backing vocals, sax, flute and flying tart


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1989


Stil: Pop, AOR, Progressive Rock


Trackliste:

1. War Heroes (6:26)
2. Drive On (4:57)
3. Nostalgia (2:22)
4. Falling Apart At The Seams (7:47)
5. Sold On You (4:40)
6. Through My Fingers (5:30)
7. Wurensh (9:37)
8. Nothing At All (4:46)

Bonus Track:

9. Nothing At All (live) (4:43)

Gesamtspieldauer: 50:52




„Are You Sitting Comfortably?“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Progressive Rock band IQ. Es ist gleichzeitig die zweite Scheibe, auf der Paul Menel als Sänger zu hören ist. Veröffentlicht wurde „Are You Sitting Comfortably?“ im Februar 1989 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea.

Nein, die 80er Jahre waren einfach kein gutes Jahrzehnt für den Progressive Rock, obwohl auch gerade IQ erst in dieser Dekade mit ihrer Musik gestartet sind und die ersten beiden Alben durchaus überzeugend klingen. Dies trifft auf „Are You Sitting Comfortably?“ nur noch sehr bedingt zu, denn sehr oft fischen die fünf Musiker auf diesem Album in den Gewässern des AOR oder Mainstream Rocks. Ich weiß nicht, ob sich diese Platte besser verkaufte als die ersten beiden Veröffentlichungen von IQ, nachhaltig war die Musik auf diesem Album allerdings nicht und wird auch auf Konzerten der Band nicht mehr gespielt, was wohl nicht nur daran liegt, dass schon lange wieder Peter Nicholls als Sänger zurückgekehrt ist.

Das meiste, was man auf „Are You Sitting Comfortably?“ zu hören bekommt, klingt unaufgeregt und eher alltäglich und dadurch auch ziemlich langweilig. Da werden Refrains manchmal in Form von Mitgröl-Hymnen inszeniert, die dann aber trotzdem nicht zünden, da die Melodien einfach zu flach sind. Man muss beim Zuhören des Albums zwar nicht schreiend den Raum verlassen, ist allerdings einfach gelangweilt und die Musik rauscht an einem vorbei, ohne großartige Spuren zu hinterlassen.

So „wurstelt“ man sich mal etwas angenehmer, mal etwas angestrengter durch dieses Album und stößt schließlich mit dem Titel „Falling Apart At The Seams“ irgendwann auf den Höhepunkt der Scheibe. Jetzt hört man tatsächlich wieder Prog, wie IQ ihn eben auch zelebrieren können. Tolle Melodie, atmosphärische Variationen, Tempo- und Rhythmuswechsel. Wäre nur etwas mehr davon auf der Platte zu hören und zu bewundern, dann wäre diese Scheibe nicht nur etwas für den eingefleischten IQ Fan oder Komplettisten. Sehr Schade.

Fazit: Viel zu kommerziell und dabei zu anbiedernd klingt „Are You Sitting Comfortably?“. Natürlich wollen Musiker mit ihrer Musik auch Geld verdienen, aber wenn es dann zu sehr im Mainstream des nichtsagenden Rocks mündet, dann bleibt lediglich ein fader Geschmack übrig. „Are You Sitting Comfortably?“ hat wenige tolle Stellen und ist von daher eher für etwas für diejenigen Hörerinnen und Hörer, die alles von der Band besitzen möchten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Falling Apart At The Seams



Sonntag, 25. März 2018

Tom Jones – Welterfolge mit Tom Jones




Tom Jones – Welterfolge mit Tom Jones


Besetzung:

Tom Jones – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Polystar


Erscheinungsdatum: 1989 (Musik aus den Jahren 1964 – 1969)


Stil: Pop, Oldies


Trackliste:

1. It's Not Unusual (2:02)
2. Help Yourself (2:54)
3. What's New Pussycat? (2:06)
4. Hold On, I'm Coming (3:18)
5. It's A Man's Man's Man's World (2:41)
6. Detroit City (3:33)
7. (It Looks Like) I'll Never Fall In Love Again (4:14)
8. Sixteen Tons (3:07)
9. I'm Coming Home (3:22)
10. Funny Familiar Forgotten Feelings (2:58)
11. Riders In The Sky (3:05)
12. Delilah (3:23)
13. Green Green Grass Of Home (3:05)
14. Without Love (There Is Nothing) (3:46)
15. Don't Fight It (2:53)
16. Memphis Tennessee (2:42)
17. Once Upon A Time (2:09)
18. With These Hands (2:43)
19. Not Responsible (2:12)
20. Love Me Tonight (3:13)
21. Little Green Apples (4:20)
22. Wichita Lineman (2:50)
23. Thunderball (2:44)
24. A Minute Of Your Time (2:56)

Gesamtspieldauer: 1:12:27



Der Waliser Tom Jones hat in den Jahren von 1965 bis 1969 unfassbare zwölf Studioalben veröffentlicht. Damals wurden so manchem Sänger und mancher Sängerin die Titel massenweise auf den Leib geschrieben oder diese interpretierten einfach die Stücke anderer Komponisten. Bands wie die Beatles, die ihre Titel selbst komponierten, konnten solch einen Output natürlich nicht vorweisen, dafür jedoch jede Menge musikalische Qualität. Diese wiederum leidet, wie im Falle des Tom Jones, bei allzu großer Quantität nur zu natürlich.

„Welterfolge mit Tom Jones“ ist ein Kompilationsalbum speziell für den deutschsprachigen Raum, welches die Anfänge des Tom Jones beleuchtet und zu dessen Füllung, mit zwölf Studioplatten, natürlich reichlich Material zur Verfügung stand. Die Scheibe erschien als Doppel-LP sowie als CD im Jahr 1989 auf dem Plattenlabel Polystar. Man erhältt mit „Welterfolge mit Tom Jones“ eine ganz gute Übersicht über die Musik des Tom Jones, der sich damals in den 60ern, Mitte bis Ende zwanzig Jahre alt, noch zu Beginn seiner Karriere befand. Man sollte definitiv Oldies lieben, um mit dieser Art der Musik auch „warm“ werden zu können. Einige Evergreens“ befinden sich glücklicherweise ebenfalls auf der Zusammenstellung, allerdings auch jede Menge süßliches Gesäusel, welches heutzutage nur noch schwer zu ertragen ist. Beispiele hierfür wären die Nummern „(It Looks Like) I'll Never Fall In Love Again“ oder „With These Hands“. Wahrlich hart an der Schmerzgrenze und schon darüber hinaus.

Doch genug genörgelt, Tom Jones hat eine schöne Stimme und interpretiert viele der Lieder auch sehr überzeugend. Einige der Titel werden auch so gut wie jeder und jedem bekannt sein, die oder der öfters Musik im Radio hört. An manchen Nummern kommt man einfach nicht vorbei – sie werden auch heute noch manchmal gespielt. „It's Not Unusual“, „Help Yourself“, „Hold On, I'm Coming“, „It's A Man's Man's Man's World“, „Riders In The Sky“ oder „Delilah“ sind alles mehr oder weniger bekannte Stücke. Der ganze Rest dieser Zusammenstellung ist dagegen eher unbekannt, zumindest mir.

Fazit: Um eine Übersicht über die Anfangsjahre der Musik des Tom Jones zu erhalten, dazu eignet sich „Welterfolge mit Tom Jones“ gut. Ansonsten ist diese Scheibe nicht mehr sonderlich interessant. Die Musik klingt für heutige Ohren oftmals überholt und altbacken und sehr langweilig. Oldie-Fans werden das freilich ganz anders sehen. Was bleibt ist der überzeugende Bariton des Walisers sowie einige schöne Interpretationen sehr bekannter Lieder. Fünf Punkte.

Anspieltipps: It's A Man's Man's Man's World, Riders In The Sky, Delilah



Sonntag, 17. Dezember 2017

Chris De Burgh – Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh




Chris De Burgh – Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. This Waiting Heart (4:09)
2. Don't Pay The Ferryman (3:24)
3. Fire On The Water (4:27)
4. Sailing Away (4:59)
5. The Lady In Red (4:17)
6. Borderline (4:33)
7. Say Goodbye To It All (5:04)
8. One Wort (Straight To The Heart) (4:31)
9. A Spaceman Came Travelling (5:02)
10. Ship To Shore (3:48)
11. Missing You (4:08)
12. Diamond In The Dark (3:31)
13. Tender Hands (4:28)
14. The Getaway (3:50)
15. Where Peaceful Waters Flow (3:53)
16. High On Emotion (4:25)

Gesamtspieldauer: 1:08:36



„Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ ist das dritte Kompilationsalbum des Iren Chris de Burgh und erschien im Jahr 1989. Inzwischen gibt es eine zweistellige Anzahl solcher „Best Of…“-Alben des irischen Musikers. „Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ wurde auf A&M Records veröffentlicht und beinhaltet hauptsächlich die doch sehr poppigen Stücke der 80er Jahre aus den Alben „The Getaway“, „Man On The Line“, „Into The Light“ und „Flying Colours“, um die Karriere des Iren nochmals so richtig anzukurbeln.

Selbstverständlich konnte es sich das Management des Chris de Burgh nicht verkneifen, diesem „The Very Best Of Chris De Burgh“ gleich noch zwei bisher unveröffentlichte Titel beizumischen. „This Waiting Heart“ und „Diamond In The Dark“ heißen diese und sind ganz bestimmt keine Hits, sondern sehr viel eher unterdurchschnittlicher Pop. Langweilige Pop-Liedchen, die diesem Album beigefügt wurden, damit die Fans, die die anderen Studioalben des Iren bereits besitzen, nochmals dazu verleitet werden, sich auch diese Scheibe zuzulegen. Nicht nett, aber wenn die Kunden es kaufen, trotzdem alles richtig gemacht.

Am ehesten kann man diese Platte noch mit deutschem Schlager, der auf Englisch eingesungen wurde, vergleichen. So klingt die Musik an vielen Stellen, die Aussagen der Texte weisen ebenso darauf hin. Viel zu häufig hört man hier ein synthetisches Schlagzeug und die ganze Musik driftet in die unendliche Belanglosigkeit ab. Lediglich ein paar ältere Stücke heben hier noch das Niveau – ganz schaffen sie dies allerdings auch nicht mehr, denn auch bei diesen Titeln lässt die Auswahl, bis auf „A Spaceman Came Travelling“, sehr zu wünschen übrig. Natürlich sind die „Hits“ des Chris de Burgh aus der Zeit der 80er Jahre vorhanden. Lieder wie „The Lady In Red“, „Ship To Shore“ oder „High On Emotion“ fehlen nicht. Wenn einen Chris de Burgh mit derartigen Liedern allerdings bereits als Hörer verloren hatte, man genau diese Titel jedoch hier als positive Nummern heraushört, dann sagt dies einiges über den Rest dieses Kompilationsalbums aus. Der Rest ist nämlich wahrlich schlecht, absolut kommerzieller Radio-Pop, langweilig bis in den letzten Takt hinein. Die 80er Jahre konnten musikalisch gesehen wahrlich hart sein.

Fazit: Ein weiteres „Greatest Hits“-Album stellt „Spark To A Flame“ dar. Dieses Mal liegt der Fokus mehr auf den 80er Jahren der Karriere des Chris de Burgh. Das bedeutet nichts Gutes, wenn man diesen einfallslosen und banalen Pop nicht so mag. Klar, man kann das irgendwie nebenbei hören, doch das ist wahrlich selten der Sinn von Musik. „Spark To A Flame - The Very Best Of Chris De Burgh“ ist ein rein kommerzielles Marketingprodukt, welches noch um zwei neue Lieder ergänzt wurde, um einen zusätzlichen Kaufanreiz zu schaffen. Zu allermeist langweilt das Ganze sehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: A Spaceman Came Travelling



Montag, 11. Dezember 2017

Various Artists – Lieder der Heimat




Various Artists – Lieder der Heimat


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Karussell


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Volksmusik, Schlager


Trackliste:

1. Lieder der Heimat (Edith Prock) (3:58)
2. Das Echo vom Königssee (Michael Berger) (2:39)
3. Der Weg zum Herzen (Alfons Bauer / Almdudler) (2:22)
4. Das Glück is a Vögerl (Erich Kunz) (3:35)
5. Heimatwalzer (Maria-Hellwig-Trio) (2:56)
6. Mühlviertlerland mein Heimatland (Hansl Krönauer) (2:37)
7. Schau das Alpenglühn (Keferloher Musikanten & Rita und Alfons Bauer) (3:13)
8. Heimweh nach den Bergen (Herlinde) (3:34)
9. Verlassen, verlassen bin i (Teddy Parker) (1:52)
10. Traumwalzer (Alfons Bauer und sein Orchester) (3:34)
11. 's ist Feierabend (Lolita) (3:02)
12. Das Rennsteiglied (Herbert-Roth-Duo) (3:07)
13. Sehsuchtsjodler (Michael Berger) (2:21)
14. Schicksalslied (Hans Ehrlinger) (3:25)
15. Hoch vom Dachstein an (Mozart-Chor) (3:04)

Gesamtspieldauer: 45:26



„Lieder der Heimat“ ist ein Kompilationsalbum, auf dem man ältere Volkslieder neben etwas neuerer Volksmusik hört. Diese Zusammenstellung erschien im Jahr 1989 auf dem Plattenlabel Karussell. Auch wenn sich auf dem Album zum Teil deutlich modernere Volksmusikklänge finden lassen, so muss man doch positiv anmerken, dass diese Musik mit „richtigen“ Instrumenten eingespielt wurde. Drum-Computer und Synthesizer haben auf dieser Veröffentlichung nichts verloren. Hier grenzt sich diese Musik wunderbar vom volkstümlichen Schlager ab.

Es wird viel gejodelt auf „Lieder der Heimat“, dann klingt es auch mal nach Operette wie beim Lied „Das Glück is a Vogerl“. Man muss das alles mögen, für Freunde der Rockmusik wird es da natürlich eng, sehr eng. Doch auch wenn man mit dieser Art der Musik wenig bis ganz wenig anzufangen weiß, so ist sie doch handgemacht, tanzbar und geht zum Teil auch ganz nett ins Ohr. Ein Walzer im Viervierteltakt nach dem anderen bekommt man hier zu hören und mit Margot Hellwig, Lolita, Edith Prock und Hansl Krönauer sind auch einige bekannte Musiker der Volksmusik-Szene vertreten.

Fazit: Für Freundinnen und Freunde „echter“ Volksmusik geeignet. Schlager-Fans werden damit schon deutlich weniger anzufangen wissen, denn hier fehlt ja der Schlagzeugcomputer und der Synthesizer. Musik passend zu den Bergen, weniger für das Bierzelt, sehr viel mehr zum Walzertanzen, wenn man das denn kann. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Das Rennsteiglied



Freitag, 15. September 2017

Eugen De Ryck – Grey Test Hits




Eugen De Ryck – Grey Test Hits


Besetzung:

Eugen de Ryck – vocals, guitar, hadda, nepali horns, african drums


Gastmusiker:

Thomas Gawlas – bass, backing vocals, guitar, african drums
Lutz Oldemeier – drums, african drums
Manfred Baierl – special sax and clarinet sounds
Herman de Vries – hadda, nepali horns, african drums
Ingrid Spiegel – drums
Rainer Pließ – 12-string guitar


Label: Marie Marie Music


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Rock, Funk


Trackliste:

1. Don't Take Sweets (3:20)
2. Bikeriding (2:30)
3. Eliminated (2:41)
4. Drums (1:22)
5. E 41 (3:48)
6. Don't Turn Away (2:12)
7. Destructive (4:31)
8. Funky Nude Trash Party (3:46)
9. Fun (2:46)
10. Shake (3:58)
11. German Hospital (2:47)

Gesamtspieldauer: 33:41




Eugen de Ryck ist ein deutscher Musiker, der auch schon bei der Band Embryo ein kurzes Gastspiel gab, ansonsten in regelmäßigen Abständen Musik, hauptsächlich unter dem eigenen Namen, veröffentlicht und auch heute noch regelmäßig auftritt. Auf seinem 1989 auf dem Label Marie Marie Records veröffentlichten Album „Grey Test Hits“, welches unter dem vollständigen Namen Eugen de Ryck & The Funky Nude Trash Party Police erschien, hört man hauptsächlich eine Art Funk Rock, der zumeist im eher mittleren Tempo angesiedelt ist.

Und schon wird es schwierig, denn die Musik an sich ist schon mal nichts für die meisten Hörerinnen und Hörer. Großartig eingängig ist auf „Grey Test Hits“ gar nichts. Melodien die ins Ohr gehen fehlen also auf diesem Album völlig. Was nicht weiter schlimm wäre, denn gute Musik muss nicht eingängig oder melodiös sein, auch wenn es dabei hilft, besser anzukommen. Jedoch interessant sollte die Musik dann zumindest doch ein wenig sein, ist sie im Falle von „Grey Test Hits“ allerdings auch nicht. Mitunter klingt das Ganze auch ein wenig schräg, nicht jeder Ton scheint so gewollt – wird er aber wohl hoffentlich doch sein.

Was jedoch wirklich anstrengend ist an diesem Album, das ist der Sound. Und dieser gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen klingt die Platte an manchen Stellen sehr schlecht abgemischt, man kann jetzt wirklich kaum mehr glauben, dass dies so gewollt war. Zudem hört sich der Klang immer wieder etwas verwaschen und unrein an. Schließlich gesellt sich noch der Umstand hinzu, dass Eugen de Ryck wahrlich kein begnadeter Sänger ist. Sehr gewöhnungsbedürftig das Ganze. Auch leider in Hinsicht auf die Aussprache, die entweder manchmal ein mir unbekannter britischer Akzent ist oder eben verdeutscht klingt. Nun, Letzteres hört man auch bei Grobschnitt oder Eloy, seltsam klingt es trotzdem. Das einzig wirklich überzeugende Lied auf „Grey Test Hits“ heißt „E 41“. Diese Nummer überzeugt – hat allerdings auch nur sehr wenig Text.

Fazit: Eine sehr gewöhnungsbedürftige Platte ist „Grey Test Hits“ von Eugen de Ryck & The Funky Nude Trash Party Police geworden. Das liegt zum einen an der Musik, die irgendwie nicht so ganz zünden will, obwohl Eugen de Ryck ein guter Gitarrist ist. Aber dieser Funk Rock ist sehr gewöhnungsbedürftig und will einfach nicht ins Ohr gehen. Was Eugen de Ryck auf jeden Fall nicht ist, das ist ein guter Sänger. Dazu gesellt sich noch der schlechte Sound der Platte. Schwierig. Drei Punkte.

Anspieltipps: E 41


(Keine passenden Videos vorhanden)

Donnerstag, 14. September 2017

Easterhouse – Waiting For The Redbird




Easterhouse – Waiting For The Redbird


Besetzung:

Andy Perry – vocals
David Verner – drums
Neil Taylor – guitars
Lance Sabin – lead guitars
Steve Lovell – lead guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Rough Trade Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop-Rock, Synthie Pop


Trackliste:

1. Waiting For The Redbird
2. You're Gonna Miss It (When It's Gone)
3. Stay With Me (Death On The Dole)
4. Come Out Fighting
5. America
6. Hope And Glory
7. Say Yes
8. This Country
9. Sweatshop

Gesamtspieldauer: 44:39




Easterhouse war eine Band um den englischen Sänger und Songschreiber Andy Perry, die in den 80er Jahren insgesamt zwei Studioalben veröffentlichte. „Waiting For The Redbird“ ist die zweite Platte dieses Pärchens und erschien im Jahr 1989 bei Rough Trade Records. Auf der Scheibe hört man eine Ansammlung von Pop-Rock-Liedern, die auch zum Teil im Synthie Pop beheimatet sind. Umso überraschender ist es von daher, dass in den Credits weder Keyboard noch Synthesizer aufgeführt werden, die in der Musik von Easterhouse eine zentrale Rolle einnehmen. Hier werden Gitarren aufgeführt, die ein unter Umständen völlig falsches Bild von der Musik vermitteln. Zwar sind diese zu hören, spielen oftmals allerdings nicht die Rolle.

Diese auf „Waiting For The Redbird“ zu hörende poppige Mainstream-Mischung ist beliebig austauschbar und zumeist sehr langweilig. Ziemlich oberflächliche und langweilige Musik, die für die Radiostationen dieser Welt konzipiert wurde, um möglichst schnell möglichst viele Endverbraucher zu erreichen. Wer hier Tiefgang sucht, sollte besser in den Keller gehen. Auch textlich gesehen ist auf diesem Album nichts dabei, was einen zum Nachdenken anregen oder zum Zuhören einladen würde.

„Waiting For The Redbird“ von Easterhouse läuft einfach so durch, ohne auch nur irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Spannende und interessante Musik klingt definitiv anders. Dabei hört sich das alles noch nicht einmal so an, als ob man schnell den Raum verlassen müsste, wenn die Musik erklingt. Allerdings nimmt man die Lieder dieser Scheibe eben auch kaum wahr. Es passiert nichts, was einen würde aufhorchen lassen – und das ganze neun Lieder lang.

Fazit: „Waiting For The Redbird“ von Easterhouse ist eine jener Platten, die man nicht gehört haben muss. Klar kann die Musik gut im Hintergrund laufen und nervt nur wenig, aber das kann kaum der Sinn von Musik sein. Begeistern können diese neun Lieder auf der Platte zumindest überhaupt nicht. Wenn man sich allerdings lediglich berieseln lassen möchte, kann man hier nichts falsch machen. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Waiting For The Redbird



Dienstag, 29. August 2017

The Kinks – Death Of A Clown (20 Greatest Hits)




The Kinks – Death Of A Clown (20 Greatest Hits)


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Green Line Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. You Really Got Me (2:13)
2. Lola (3:56)
3. Sunny Afternoon (2:39)
4. 'Till The End Of The Day (2:17)
5. Waterloo Sunset (3:15)
6. All Day And All Of The Night (2:20)
7. Dedicated Follower Of Fashion (2:58)
8. Victoria (3:36)
9. A Well Respected Man (2:11)
10. Tired Of Waiting (2:30)
11. The Village Green Preservation Society (2:46)
12. Dandy (2:08)
13. I Am Free (2:27)
14. See My Friends (2:40)
15. Apeman (3:51)
16. Death Of A Clown (2:55)
17. Autumn Almanac (3:10)
18. Dead End Street (3:18)
19. Set Me Free (2:10)
20. Susannah's Still Alive (2:20)

Gesamtspieldauer: 55:40




Es lassen sich sage und schreibe 210 verschiedene Kompilationsalben der Kinks finden, wenn man im Internet recherchiert. Allein im Jahr 1989 wurden derer neun Stück veröffentlicht. Das vorliegende Album, „Death Of A Clown (20 Greatest Hits)“ ist das 98. „Best Of…“-Album dieser Reihe und erschien im besagtem Jahr 1989 auf dem Plattenlabel Green Line Records. Die auf „Death Of A Clown (20 Greatest Hits)“ enthaltenen Lieder stammen allesamt aus den ersten Jahren der Bandkarriere.

Natürlich erhält man hier einen sehr schönen Überblick über die Musik und das Werk der Kinks in den 60er Jahren bis Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die allermeisten der Titel dürften wohl auch jeder Musikhörerin und jedem Musikhörer bekannt sein, die oder der ab und an verschiedene Radiostationen ansteuert. Dort sind viele der Titel der Kinks immer noch präsent. Manches in der Musik der englischen Band klingt heute nach Oldie mit etwas angesetzter Patina, anderes jedoch dann wiederum immer noch modern. Die Kinks waren einer jener Bands, die nicht vollends im 60ies Pop aufgegangen sind und somit auch heute noch hörenswert sind.

Für Kinks-Fans ist das Album selbstverständlich mit Höhepunkten vollgestopft. Jedoch auch für die neutraleren Hörerinnen und Hörer Geht lassen sich auf „Death Of A Clown (20 Greatest Hits)“ mehrere Highlights entdecken. Die einzelnen Lieder sind bis etwa Mitte der zweiten Seite der Platte fast durchgängig bekannt. Beispiele hierfür wären das absolut gelungene und mit einem sehr witzigen Text untermalte Lied „Lola“. Eine der eingängigsten Nummern der Kinks stellt das Lied „Sunny Afternoon“ dar und auch die Nummer „Death Of A Clown“ fällt mit in die Kategorie eines Ohrwurms. Weitere gute und hörenswerte Nummern sind das auch von Van Halen gecoverte „You’re Really Got Me“, „'Till The End Of The Day” oder „Waterloo Sunset”.

Fazit: Im Grunde genommen sind Studioalben den Kompilationsplatten immer vorzuziehen, da man dort nicht vorgesetzt bekommt, was ein Musikmanager glaubt, auf einem „Best Of..“-Album hinzufügen zu müssen. Manches Mal lohnen jedoch auch diese Alben, wenn sie für kleines Geld zu haben sind und eine Orientierung über die Musik darstellen und vielleicht sogar den Ausgangspunkt für ein tieferes Einsteigen in die Musik einer Band oder eines Künstlers darstellen. Im Falle der Kinks und „Death Of A Clown (20 Greatest Hits)“ könnte das definitiv so sein. Neun Punkte.

Anspieltipps: Lola, Sunny Afternoon, 'Till The End Of The Day, Waterloo Sunset



Donnerstag, 24. August 2017

Shy Reptiles – Shy Reptiles




Shy Reptiles – Shy Reptiles


Besetzung:

David Allinson – vocals, keyboards, guitars
Paul Kelly – guitars
Gary Prouse – bass guitar
Lloyd Howell – drums


Gastmusiker:

Paul Lynagh – drums contribution


Label: Fontana


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. High Desire (3:41)
2. Cold Rain (4:21)
3. Trail Blaze (4:35)
4. Can You Take It (5:57)
5. Overnight (3:16)
6. Sunblind (3:48)
7. Fever (3:38)
8. Soul Drug (4:09)
9. So High (4:34)

Gesamtspieldauer: 37:59




„Shy Reptiles“ war eine Independent Rock Band, über die selbst im Internet kaum mehr etwas zu finden ist. Die Band aus Stockton-On-Tees, im Nordosten Englands, veröffentlichte im Jahr 1989 ihr selbstbetiteltes Debut-Album. Dazu gab es noch zwei Singleauskopplungen mit den Titeln „High Desire“ und „Trail Blaze“. Weitere Veröffentlichungen gab es nicht mehr, die Band löste sich anscheinend wieder auf. Das erste und einzige Album erschien auf dem Plattenlabel Fontana, ebenso beide Singles.

Auf „Shy Reptiles“ von Shy Reptiles hört man melodischen und eingängigen Independent Rock, der sehr von den Gitarren dominiert wird. Das Keyboard findet zwar ebenfalls seine Einsätze, spielt hier allerdings zumeist nur eine etwas untergeordnete Rolle. Die Atmosphäre auf dem Album ist eher eine dunkle. Fröhlichkeit verströmt keines der Lieder, dafür ist diese hier transportierte Stimmung sehr dicht und intensiv. Man kann bestens in die Musik der Shy Reptiles eintauchen, die trotz des Rocks wohl eher für die ruhigeren Stunden des Lebens gedacht ist. Passend ist dabei das Album-Cover gewählt worden, denn die hier abgebildete düstere Atmosphäre gibt die Musik perfekt wieder.

Die einzelnen Titel sind alle im selben Stil gehalten. Einmal eingetaucht in die musikalische Welt der Shy Reptiles, gibt es keine großen Überraschungen mehr zu hören. Es finden sich auch keine qualitativen Ausreißer nach unten, die Lieder können durchweg gefallen. Hörenswert vor allen Dingen sind die erste Singleauskopplung „High Desire“ und das sehr intensive „Can You Take It“. Allerdings lohnen auch die restlichen sieben Titel gehört zu werden – wenn auch keine Lieder auf dem Album vorhanden sind, die man bereits nach dem ersten Mal des Hörens nie wieder vergisst.

Fazit: Man wundert sich manchmal, warum eine Band mit ihrer Musik so erfolgreich wird, eine andere kaum gehört wird. Im Falle der Shy Reptiles wurden die Lieder nur wenig gehört, was schade ist, denn für Freunde gut gemachter Rock-Musik hatte die Band einiges zu bieten. Ziemlich geradlinigen Rock gibt es hier zu hören, unverfälscht und meistens eher dunkel klingend, ohne sich dabei in Tristesse zu suhlen. Interessantes Album. Neun Punkte.

Anspieltipps: High Desire, Cold Rain, Can You Take It



Montag, 14. August 2017

Andrew White – Come Closer




Andrew White – Come Closer


Besetzung:

Andrew White – vocals


Gastmusiker:

Norbert Daum – string arrangements
Curt Cress – drums and percussion
Wesley Plass – guitar
Paul Vincent – guitar
Manuel Kerbl – guitar
Hans Ströer – bass
Guiseppe Solera – saxophone
Rick Keller – saxophone
Hermann Weindorf – synthesizer
Wolley – chorus
Gotte – chorus
Charly – chorus
The Munich Philharmonic Orchestra


Label: BMG Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. If You See My Love (4:06)
2. Let It Go (3:25)
3. Go Real Slow (3:56)
4. Don't Get Addicted To Me (4:16)
5. With A Heart (3:38)
6. So Afraid Of Love (3:59)
7. All Or Nothing (3:55)
8. Never Give Up On Love (3:13)
9. On Your Own (3:23)
10. Come Closer (3:32)
11. Good Morning Lady (4:04)

Gesamtspieldauer: 41:27




Das Album „Come Closer“ von Andrew White ist ein gutes Beispiel dafür, wie unfassbar schlecht Musik klingen und sein kann. Das beginnt mit einem schleimigen Cover, setzt sich fort mit absolut nichtssagender und anbiedender Musik, die auf die Schnelle für irgendwelche Radiostationen komponiert worden zu sein scheint und endet mit unfassbar dämlichen und seichten Texten, die lediglich das Thema Schmalz in der Liebe bedienen.

Wenn man sich für Musik interessiert und auch Platten sammelt, dann kommt man unweigerlich auch in den Besitz von Musikträgern, die einfach nur schlecht sind und von denen man noch nicht einmal mehr weiß, woher man sie hat. „Come Closer“ von Andrew White habe ich definitiv nicht gekauft, das muss ein Geschenk gewesen sein, wahrscheinlich ein Werbegeschenk, denn keiner meiner Freunde möchte mir etwas Böses.

Die Lieder auf „Come Closer“ sind so unfassbar schlecht und belanglos, dass ich lange überlegte, überhaupt hier darüber zu schreiben. Qualitativ ist das auf einer Höhe wie DJ Bobo oder David Hasselhoff. Billigster Pop, der jede Freundin und jeden Freund guter Musik nur noch schmerzt. Alles auf „Come Closer“ klingt seicht, jeder Text gleich und das Saxophon hat fast einen Dauerauftritt, da es wohl Ende der 80er Jahre gerade hip war, dieses Instrument mit einzusetzen. Viel mehr lässt sich über diese Scheibe einfach nicht sagen.

Fazit: Musik kann ganz schlimme Auswüchse annehmen. Diese kann man auf „Come Closer“ von Andrew White hören. Schlechte Musik in allen Belangen. Man weiß auch gar nicht, was Andrew White einem mit diesem Titel „Come Closer“ sagen möchte. Denn wenn man sich wirklich nähern würde, würde man abrutschen, so schleimig ist diese Platte geworden. Null Punkte.

Anspieltipps: Nichts



Von diesem Andrew White und "Come Closer" ist auf You Tube nichts vorhanden.