Posts mit dem Label Who The werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Who The werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 7. Dezember 2019

The Who – Who




The Who – Who


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals
Pete Townshend – lead vocal on “I’ll Be Back”, guitar, harmonicas, some percussion, backing vocals, synthesizer tracks, violin, cello, hurdy gurdy and various effects


Gastmusiker:

Benmont Tench – mellotron & organ, hammond organ
Pino Palladino – bass
Zak Starkey – drums
Carla Azar – drums
Gus Seyffert – bass
Josh Tyrell – hand claps
Rowan McIntosh – hand claps
Matt Chamberlain – drums
Martin Batchelar – programming, orchestra conductor
Joey Waronker – drums
Andrew Synowiec – acoustic guitar
Gordon Giltrap – acoustic guitar
Fergus Gerrand – percussion


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Rock


Trackliste:

1. All This Music Must Fade (3:20)
2. Ball And Chain (4:29)
3. I Don’t Wanna Get Wise (3:54)
4. Detour (3:46)
5. Beads On One String (3:40)
6. Hero Ground Zero (4:52)
7. Street Song (4:47)
8. I'll Be Back (5:01)
9. Break The News (4:30)
10. Rockin’ In Rage (4:04)
11. She Rocked My World (3:22)

Deluxe Edition Bonus Tracks:

12. This Gun Will Misfire (3:36)
13. Got Nothing To Prove (3:38)
14. Danny And My Ponies (4:02)

Gesamtspieldauer: 45:52 (+ 11:16 Bonustracks)



Dreizehn Jahre nach ihrem elften Album „Endless Wire“ veröffentlichen The Who am Nikolaustag des Jahres 2019 ihre zwölfte Platte, die dieses Mal nur kurz mit „Who“ betitelt wurde. Man stelle sich das mal vor, über 54 Jahre nach dem ersten Album „My Generation“ erfolgt nun eine Fortsetzung der Musikgeschichte dieser Band, in der nach dem Tod von Keith Moon im Jahr 1979 und John Entwistle im Jahr 2002 mit Roger Daltrey (75) und Pete Townshend (74) immer noch zwei, die Musik der 60er und 70er Jahre stark beeinflussende Musiker aktiv sind. Auch Helden meiner Jugend und wohl vieler anderer auch.

Und schließlich liest man ein Interview mit Roger Daltrey, in welchem dieser sagt: „Ich denke wir haben unser bestes Album seit „Quadrophenia“ im Jahr 1973 aufgenommen.“ Solch eine Äußerung steigert die eigene Erwartungshaltung natürlich nochmals ein wenig, denn auch „The Who By Numbers“, „Who Are You“ oder auch „It’s Hard“ waren Platten, die mich durchaus noch mit dem einen oder anderen Titel begeistern konnten. Ich war sehr gespannt, wie wohl erneut viele andere auch.

Man legt das Album ein, die Musik erklingt, die vertraute Stimme des Roger Daltrey ist zu hören und Musik, die einem auch seltsam bekannt vorkommt, obwohl man sie vorher nicht zu hören bekommen hat. Es ist diese unverwechselbare Atmosphäre, die manchmal mit Musik transportiert wird. Ja, es ist eindeutig „The Who Musik“, kein Pete Townshend Solo Album, obwohl dieser selbstverständlich wieder den größten Teil der Titel schrieb. Gleich beim ersten Mal des Hörens klingt das Album eingängig, vertraut und eben nach The Who. Diese Vertrautheit steigert sich noch mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe, die für die Hörerin und den Hörer einiges zu bieten hat. Rockigere Töne, poppigere Abschnitte und auch aufwendig mit dem Orchester arrangierte Titel. Alles passt zusammen, alles fügt sich und nur wenig mag erst mal nicht so schnell ins Ohr gehen, welches durch das wiederholte Hören jedoch ebenfalls eingängiger zu werden scheint.

Und so läuft diese Scheibe durch und durch, nochmal und noch einmal und man ist wieder angekommen im Universum der Musik von The Who. Ein klein wenig ist es wie damals, bei der ersten Berührung mit dieser Band. Doch es kann natürlich nicht mehr genauso sein. Zeiten ändern sich eben. Nichtsdestotrotz ist „Who“ von The Who ein Album geworden, welches lohnt gehört zu werden, welches Spaß macht, ins Ohr geht und welches einem auch ein kleines Lächeln auf die Lippen zaubert. Sie sind zurück. Wer The Who mag, wird auch dieses Album mögen. Vielleicht nicht jeden einzelnen Titel, das ist dann eh Geschmackssache, doch die Grundstimmung und Grundrichtung stimmt.

Fazit: Bleibt noch die Frage zu klären, ob Roger Daltrey mit seiner Aussage Recht hatte. Das beste Album seit „Quadrophenia“? Ich kann es für mich nicht beantworten. Die oben bereits erwähnten Alben fand ich auch nicht schlecht. Aber ein „Quadrophenia“ oder ein „Who’s Next“ ist „Who“ natürlich nicht mehr. Trotzdem ist dieses Album eine gute und lohnende Scheibe. Und mit einem Schuss Sentimentalität und Melancholie gebe ich hier auch gern elf Punkte. Punkte sind hier eh nicht so wichtig, denn es sind The Who mit ihrem zwölften Album. Ich freu mich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hero Ground Zero, Break The News



Donnerstag, 11. Januar 2018

The Who – Live At Leeds




The Who – Live At Leeds


Besetzung:

Roger Daltrey – vocals, harmonica, tambourine
Pete Townshend – guitars, vocals
John Entwistle – bass guitar, vocals
Keith Moon – drums and percussion, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock


Trackliste:

1. Heaven And Hell (4:50)
2. I Can’t Explain (2:58)
3. Fortune Teller (2:34)
4. Tattoo (3:42)
5. Young Man Blues (5:51)
6. Substitute (2:07)
7. Happy Jack (2:13)
8. I'm A Boy (4:41)
9. A Quick One, While Hes Away (8:41)
10. Amazing Journey / Sparks (7:54)
11. Summertime Blues (3:22)
12. Shakin’ All Over (4:34)
13. My Generation (15:46)
14. Magic Bus (7:46)

Gesamtspieldauer: 1:17:07




„Live At Leeds“ ist das erste Live-Album der englischen Rock-Band The Who. Gleichzeitig war es auch das einzige Live-Album, welches die Band veröffentlicht hatte, als sie noch in der ursprünglichen Besetzung mit Roger Daltrey, Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon aktiv war. Veröffentlicht wurde die Scheibe in Europa am 23. May 1970 auf dem Plattenlabel Polydor. In den USA gab es das Album bereits eine Woche zuvor. Die Platte wurde immer wieder neu und in verschiedenen Zusammenstellungen und auf verschiedenen Formaten veröffentlicht. Für viele Kritiker gilt „Live At Leeds“ auch heute noch als das beste Live-Album aller Zeiten. Auch diverse Medien wie The Daily Telegraph, The Independent, die BBC, das Q Magazine und das Rolling Stone Magazin lobten die Platte als beste Live-Veröffentlichung aller Zeiten aus.

Erst im Jahr 2001 wurde das komplette Konzert auf CD und Platte veröffentlicht. Die hier vorgestellte Version des Konzerts wurde 1994 veröffentlicht und ist immer noch nicht ganz vollständig. Deutlich vollständiger jedoch als die ursprüngliche Version aus dem Jahr 1970, welche lediglich sechs Titel beinhaltete, drei davon waren die Cover-Versionen „Young Man Blues“, „Summertime Blues“ sowie das Lied „Shakin‘ All Over“. Dazu gesellten sich noch die drei Pete Townshend Titel „Substitute“, „My Generation“ und „Magic Bus“. Zum vollständigen Konzert der 1994er Ausgabe des Albums fehlen übrigens noch die restlichen Titel aus dem Album „Tommy“, die in Leeds mit zu hören waren.

Mag man Rock und mag man die Musik von The Who zu Beginn ihrer Karriere, dann wird man diese Musik auf „Live At Leeds“ auch sehr lieben. Hier wird gerockt bis zum Exzess und man merkt den Musikern den Spaß an, den sie bei diesem Konzert gehabt haben müssen. Die Lieder werden oft nicht unbedingt zu nah am Original gespielt, worauf schon ein Blick auf die Spiellänge von fünfzehn Minuten und 46 Sekunden für ein Lied wie „My Generation“ hinweist. Im Original verstummt der Titel bereits nach drei Minuten und 21 Sekunden. Die vier Musiker spielen sich quasi in einen Rausch, alles rockt und man wird auch heute noch beim Hören der Platte heftig mitgerissen. The Who machen auf „Live At Leeds“ nicht, was so viele andere Bands, Musikerinnen und Musiker auf ihren Live-Alben machen. Diese spielen häufig ihre Lieder nach, meist fast originalgetreu und zu Beginn und am Ende eines solchen Titels hört man dann noch etwas Applaus aus dem Publikum. The Who machen das auf „Live At Leeds“ anders. The Who spielen ihre Lieder auf „Live At Leeds“ in einer Art und Weise, die dieses Live-Album zu einem wirklichen Live-Album werden lässt. Sie interpretieren ihre Lieder, weiten sie aus, machen daraus neue und besondere Titel, die es so noch nicht zu hören gab, ohne dabei die „Seele“ eines Liedes zu zerstören. Das ist große Kunst und man wundert sich nicht, dass diese Scheibe solch ein Ansehen genießt.

Fazit: Mitreißende Live-Musik gibt es auf „Live At Leeds“ zu hören. Hier rockt es, die Soundqualität ist gut, trotz der Aufnahmen aus dem Jahr 1970. The Who rocken auf „Live At Leeds“ so überzeugend, dass jedes der Lieder mitreißend klingt. Dabei interpretieren sie ihre eigenen Titel, machen sie zu etwas Neuem, ohne dabei das ursprüngliche Lied zu zerstören. Schade nur, dass es solch eine Aufnahme nicht auch aus späteren Zeiten in der Karriere von The Who gibt, als noch wunderbare Titel im Song-Katalog der Band hinzugekommen waren. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: A Quick One, While He's Away, My Generation



Samstag, 5. August 2017

The Who – Join Together




The Who – Join Together


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, tambourine, harmonica, acoustic guitar, rhythm guitar
Pete Townshend – lead guitar, acoustic guitar, rhythm guitar, lead and backing vocals
John Entwistle – bass, backing and lead vocals


Gastmusiker:

Simon Phillips – drums
Steve "Boltz" Bolton – rhythm and lead guitar
John Bundrick – keyboards
Billy Nicholls – backing vocals, musical director
Cleveland Watkiss – backing vocals
Chyna Gordon – backing vocals
Jody Linscott – percussion
Simon Clarke – brass
Simon Gardner – brass
Roddy Lorimer – brass
Tim Saunders – brass
Neil Sidwell – brass


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock


Trackliste:

Seite 1:

1. Overture / It's A Boy (5:26)
2. 1921 (2:52)
3. Amazing Journey (3:07)
4. Sparks (4:36)
5. The Hawker (Eyesight To The Blind) (2:18)
6. Christmas (4:25)

Seite 2:

1. Cousin Kevin (3:56)
2. The Acid Queen (3:44)
3. Pinball Wizard (4:21)
4. Do You Think It's Alright? (0:23)
5. Fiddle About (1:39)
6. There's A Doctor (0:21)
7. Go To The Mirror! (3:22)
8. Smash The Mirror (1:09)

Seite 3:

1. Tommy, Can You Hear Me? (0:58)
2. I'm Free (2:09)
3. Miracle Cure (0:25)
4. Sally Simpson (4:18)
5. Sensation (2:22)
6. Tommy's Holiday Camp (0:58)
7. We're Not Gonna Take It (8:44)

Seite 4:

1. Eminence Front (5:53)
2. Face The Face (6:15)
3. Dig (3:46)
4. I Can See For Miles (3:43)
5. A Little Is Enough (5:06)

Seite 5:

1. 5:15 (5:48)
2. Love Reign O'er Me (6:49)
3. Trick Of The Light (4:49)
4. Rough Boys (4:44)

Seite 6:

1. Join Together (5:15)
2. You Better You Bet (5:40)
3. Behind Blue Eyes (3:38)
4. Won't Get Fooled Again (9:30)

Gesamtspieldauer: 130:44




„Join Together“ ist eine Zusammenstellung von Live-Aufnahmen, die während The Who’s 25th Anniversary Nordamerika-Tour im Jahr 1989 entstanden. Damit ist dieses Album nach „Live At Leeds“ und „Who’s Last“ die dritte Live-Veröffentlichung der Band, die es jedoch eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, denn nach „Who’s Last“ sollte endgültig Schluss sein mit The Who. Im Jahr 1990 erschien das Album, welches ursprünglich aus drei LPs bestand, in Europa auf dem Musiklabel Virgin Records, wohingegen die LP-Box in den USA auf MCA veröffentlicht worden war. Später wurde „Join Together“ auch als Doppel-CD wiederveröffentlicht. Die meisten Aufnahmen entstammen den Konzerten in der Radio City Music Hall, New York und dem Universal Amphitheater, Los Angeles. Das Album ist Keith Moon gewidmet und man kann nur dankbar sein, dass es sich Pete Townshend, John Entwistle und Roger Daltrey noch mal überlegten und doch wieder zusammenfanden und veröffentlichten, denn „Join Together“ lohnt sich.

Auf den ersten drei LP-Seiten bekommt man fast vollständig das Album „Tommy“ zu hören. Lediglich die Nummern „Underture“ und „Welcome“ fehlen hier und einige wenige Titel wurden für die Live-Einspielung umgestellt. Die Plattenseiten vier bis sechs beinhalten dann sowohl The Who Titel verschiedener Karriere-Abschnitte der Band sowie vier Solo-Nummern von Pete Townshend („Face The Face“, „Dig“, „A Little Is Enough“ und „Rough Boys“). Auch die Zusammenstellung der The Who Nummern, die dieses Mal die 60er Jahre ausspart und die 70er und 80er Jahre Lieder aufleben lässt, ist sehr gelungen. The Who spielen „Eminence Front“ vom Album „It’s Hard“ und natürlich auch solch „Hits“ wie „Love Reign O'er Me“, „Behind Blue Eyes“ oder „Won't Get Fooled Again“ und noch jede Menge hörenswerte Titel mehr.

Der Sound des Albums ist wahrlich gelungen, klingt klar und unverwaschen. Die Band hat Spaß an dem, was sie gerade spielt, das hört und spürt man in jedem Takt, mit jedem Akkord. Auch die Arrangements mit einer Brass-Abteilung weiß zu überzeugen. Und so klingt die Musik von The Who auf „Join Together“ wahrlich mitreißend und ist ein sehr gelungenes Dokument über das Schaffen der Band, nachdem sie sich vom Pop der 60er Jahre gelöst hatte. Die Musik klingt kraftvoll, rockig, geht dabei ins Ohr und weiß an jeder Stelle zu überzeugen.

Fazit: Möchte man sich einen Überblick über die Musik von The Who im zweiten und dritten Drittel ihrer Karriere erschaffen, so stellt die Live-Zusammenstellung der Band auf „Join Together“ eine sehr gelungene Möglichkeit dar, in den musikalischen Komos von The Who und auch Pete Townshend einzusteigen. Auch die Live-Atmosphäre kommt bei diesem Album sehr gut zur Geltung. Das umfangreiche Album ist angefüllt mit Musik, die ins Ohr geht und mitreißt. Selbst das Abmischen ist hier überaus gelungen, sodass dem Hörgenuss nichts mehr im Wege steht. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Irgendwie alles.



Dienstag, 25. Juli 2017

The Who – Who’s Last




The Who – Who’s Last


Besetzung:

Roger Daltrey – vocals, harmonica
John Entwistle – bass guitar, vocals
Kenney Jones – drums
Pete Townshend – lead guitar, vocals


Gastmusiker:

Jim Gorman – keyboards


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock


Trackliste:

Seite 1:

1. My Generation (3:23)
2. I Can't Explain (2:35)
3. Substitute (2:57)
4. Behind Blue Eyes (3:40)
5. Baba O'Riley (5:37)

Seite 2:

1. Boris The Spider (2:41)
2. Who Are You (6:35)
3. Pinball Wizard (2:52)
4. See Me Feel Me/Listening To You (4:41)

Seite 3:

1. Love Reign O'er Me (5:13)
2. Long Live Rock (3:34)
3. Reprise (1:38)
4. Won't Get Fooled Again (11:21)

Seite 4:

1. Doctor Jimmy (4:56)
2. Magic Bus (6:54)
3. Summertime Blues (3:07)
4. Twist And Shout (3:59)

Gesamtspieldauer: 78:13




„Who‘s Last“ ist nach „Live At Leeds“ das zweite Live-Album der englischen Rock Band The Who. Aufgenommen wurde es im Jahr 1982 während ihrer sogenannten „Farewell Tour“. Veröffentlicht wurde das Album schließlich auf MCA Records im Herbst des Jahres 1984. Der Titel erschließt sich daraus, dass diese Platte definitiv die letzte der Band sein sollte. Nun, dies war dann glücklicherweise jedoch doch nicht der Fall – es sollte viel später sogar noch ein Studio-Album veröffentlicht werden.

Die meisten Live-Aufnahmen stammen vom Auftritt der Band am 14. Dezember 1982 im Richfield Coliseum in Cleveland, Ohio, welches auch ihr letztes Konzert in den USA sein sollte, wie Pete Townshend nach dem Titel „Won't Get Fooled Again“ verkündet. Lediglich vier Nummern stammen von anderen Konzerten. „Behind Blue Eyes“ wurde dem Konzert am 10. Oktober in der Brendan Byrne Arena in East Rutherford entnommen. „Magic Bus“ und „Summertime Blues“ wurden am 20. Oktober im Kingdome in Seattle eingespielt und „Substitute“ stammt schließlich von der Show am 27. Oktober im Jack Murphy Stadium in San Diego.

Obwohl die Aufnahmen Ende 1982 entstanden und das Album erst 1984 veröffentlicht wurde, fehlen hier völlig Lieder der beiden vorherigen Studioalben „Faces Dances“ von 1981 und „It’s Hard“ aus dem Jahr 1982, die noch bei Polydor veröffentlicht worden waren. Lieder dieser Alben wurden zwar auf den Konzerten gespielt, jedoch nicht diesem, von MCA Records herausgegebenen Album hinzugefügt.

„Who’s Last“ ist bei Fans wie bei Kritikern einigermaßen umstritten, werden doch laufend Vergleiche zu ihrer ersten Live-Veröffentlichung „Live At Leeds“ gezogen, die vielen Hörerinnen du Hörern sehr viel authentischer und packender klingt. Nun, etwas unpersönlich wirkt „Who’s Last“ wirklich. Kaum Ansagen sind zu hören, die Lieder beginnen und enden meist in einheitlichem Jubel. Und ein klein wenig wirkt die Scheibe somit wie ein „Best Of…“-Album der Band – und zwar der Platten, die noch mit Keith Moon am Schlagzeug eingespielt worden waren, denn die letzten beiden Alben fehlen, wie bereits erwähnt. Auf „Who’s Last“ gibt es somit ausschließlich die „Hits“ der Band zu hören.

Allerdings kommt die Spielfreude von The Who hier sehr gut rüber, auch wenn viele Hörerinnen und Hörer das in diesem Fall anders sehen. Die einzelnen Titel klingen dynamisch, trotz des nicht immer ganz reinen Sounds der Aufnahmen. Zudem erhält man einen sehr guten Überblick über das Schaffen der Band in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, denn die einzelnen Lieder stellen gleichzeitig eine kleine Zeitreise durch die Geschichte von The Who dar. Am Ende der Platte stehen mit „Summertime Blues“ sowie „Twist & Shout“ zwei Cover-Versionen, die auf Konzerten schon sehr früh bei The Who mit eingebaut worden waren. Ob dies bei einem Album, welches ursprünglich als die allerletzte Veröffentlichung vorgesehen war, so geschickt war, dies sei allerdings mal dahingestellt.

Fazit: Mit „Who’s Last“ kann man gut eintauchen in die musikalische Welt von The Who. Bis auf die letzten beiden Alben werden hier alle Schaffensphasen der Band abgebildet. Die großen Hits der Band sind vertreten, der Sound ist jedoch nicht immer ganz auf der Höhe. Die Spielfreude der Musiker meine ich herauszuhören, ansonsten wirkt das Album bei den Übergängen allerdings etwas „kalt“, da Ansagen oder sonstige Kommunikation mit den Zuschauern weitestgehend fehlt. Trotzdem lohnend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Won't Get Fooled Again



Samstag, 8. Juli 2017

The Who – Rarities Volume 2 “1970 – 1973”




The Who – Rarities Volume 2 “1970 – 1973”


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, trombone, harmonica
John Entwistle – bass guitar, vocals
Pete Townshend – guitars, vocals
Keith Moon – drums, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1983 (Musik aus den Jahren 1970-1973)


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Join Together (4:15)
2. Don't Know Myself (4:53)
3. Heaven And Hell (3:30)
4. When I Was A Boy (3:29)
5. Let's See Action (3:57)
6. Relay (3:51)
7. Waspman (3:02)
8. Here For More (2:25)
9. Water (4:30)
10. Baby Don't You Do It (6:30)

Gesamtspieldauer: 40:22




Anfang der 80er Jahre, kurz vor Beginn der „Who‘s Last Tour“, verkündete die Plattenfirma von The Who, Polydor United Kingdom, das Erscheinen von zwei Kompilationsalben, die angefüllt sein sollten mit schwer zu bekommenden Titeln der Band, also B-Seiten, die auf diversen Singles erschienen und natürlich in der Zwischenzeit absolut vergriffen waren.

„Rarities Volume 2 1970 – 1973“ erschien wie schon „Rarities Volume 1 1966 – 1968“ am 14. August des Jahres 1983. Gab es auf „Rarities 1“ noch fünf Lieder zu hören, die nicht von den Bandmitgliedern selbst geschrieben worden waren, so beschränkt sich dies bei „Rarities Volume 2 1970 – 1973“ auf das letzte Stück des Albums „Baby Don't You Do It“. „Heaven And Hell“ sowie „When I Was A Boy“ stammen von John Entwistle. Den Titel „Waspman“ schrieb Keith Moon, „Here For More“ stammt von Roger Daltrey. Die restlichen fünf Stücke komponierte Pete Townshend.

Musikalisch gesehen ist „Rarities Volume 2 1970 – 1973“ durchaus sehr viel lohnender als noch die Ausgabe mit dem raren Material aus den 60er Jahren. Auf „Rarities Volume 2 1970 – 1973“ klingen The Who rockig, kraftvoll und überaus modern. Hier ist der Band das Alter der Musik nicht mehr unbedingt in jedem Titel anzuhören, die Lieder gehen einem dabei auch deutlich besser ins Ohr. Sie sind melodiös und reichen zwar nicht an die Qualität der Musik heran, die The Who ansonsten in den Jahren 1970 bis 1973 veröffentlichte, toppen jedoch viele Alben der 60er Jahre und stellen somit eine wirklich lohnende Ergänzung der Diskographie von The Who dar.

Fazit: „Rarities Volume 2 1970 – 1973“ klingt keineswegs nach B-Seiten oder gar Ausschussware. Die Musik auf diesem Kompilationsalbum rockt und geht ins Ohr. Auch hört man hier keinen 08/15-Rock, sondern durchaus abwechslungsreiche Lieder und Musik, die sich lohnen gehört zu werden – nicht nur für den The Who Fan. Neun Punkte.

Anspieltipps: Heaven And Hell, When I Was A Boy



Dienstag, 20. Juni 2017

The Who – Rarities Volume 1 “1966 – 1968”




The Who – Rarities Volume 1 “1966 – 1968”


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, trombone, harmonica
John Entwistle – bass guitar, vocals
Pete Townshend – guitars, vocals
Keith Moon – drums, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1983 (Musik aus den Jahren 1966-1968)


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Circles (Instant Party) (2:25)
2. Disguises (3:10)
3. Batman (1:25)
4. Bucket T (2:10)
5. Barbara Ann (1:58)
6. In The City (2:22)
7. I've Been Away (2:06)
8. Doctor Doctor (2:57)
9. The Last Time (2:48)
10. Under My Thumb (2:35)
11. Someone's Coming (2:26)
12. Mary Anne With The Shaky Hand (2:25)
13. Dogs (3:04)
14. Call Me Lightning (2:21)
15. Dr. Jekyll & Mr Hyde (2:35)

Gesamtspieldauer: 36:47




Anfang der 80er Jahre, kurz vor Beginn der „Who‘s Last Tour“, verkündete die Plattenfirma von The Who, Polydor United Kingdom, das Erscheinen von zwei Kompilationsalben, die angefüllt sein sollten mit schwer zu bekommenden Titeln der Band, also B-Seiten, die auf diversen Singles erschienen und natürlich in der Zwischenzeit absolut vergriffen waren.

„Rarities Volume 1 1966 – 1968“ war eine dieser Veröffentlichungen und erschien am 14. August des Jahres 1983. Darauf zu hören gibt es insgesamt fünf Cover-Versionen, „The Last Time“ sowie „Under My Thumb“ sind zwei davon und stammen ursprünglich von den Rolling Stones. Bekannt sein dürfte dabei auch die Nummer „Barbara Ann“ von Fred Fassert, ein Lied absolut verwurzelt in den 60er Jahren und auch genauso klingend. Des Weiteren hat John Entwistle ebenfalls fünf Lieder zu dieser Zusammenstellung beigetragen, die restlichen fünf Nummern stammen aus der Feder von Pete Townshend.

Die Scheibe ist wahrlich tief im Klang der 60er Jahre verwurzelt. Die Musik klingt dabei heutzutage deutlich überholt und eignet sich für Freunde der Band The Who, die eben alles von „ihrer“ Band besitzen möchten. Eintauchen in den Klang der 60er Jahre kann man mit „Rarities Volume 1 1966 – 1968“ auf das Allerbeste, für heutige Ohren mag das Ganze jedoch nicht mehr sonderlich interessant klingen.

Fazit: Wie bereits erwähnt ist „Rarities Volume 1 1966 – 1968“ eine Scheibe, die für den The Who-Fan gedacht ist, die oder der ihre beziehungsweise seine Sammlung komplettieren möchte. Vielleicht ist dieser poppige Rock der 60er Jahre auch noch für Musikwissenschaftler ein wenig interessant. In der heutigen Zeit werden die einzelnen Lieder, denen man zum Teil auch anhört, dass es sich hierbei um B-Seiten handelt, jedoch kaum noch ein Herz erwärmen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: I've Been Away, Doctor Doctor, Dr. Jekyll & Mr Hyde



Donnerstag, 15. Juni 2017

The Who – The Kids Are Alright (DVD)




The Who – The Kids Are Alright (DVD)


Besetzung:

Roger Daltrey – vocals, harmonica
Pete Townshend – vocals, guitar, keyboards
John Entwistle – bass guitar, vocals
Keith Moon – drums, vocals


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock


Trackliste:

DVD1:

1. My Generation
2. I Can't Explain
3. Interview, The Who, Russell Harty Plus, London Weekend Television, 3. Januar 1973
4. Baba O'Riley
5. Shout And Shimmy
6. Interview, The Who, Russell Harty Plus, London Weekend Television, 3. Januar 1973, Teil 2
7. Young Man Blues
8. Interview, Pete Townshend, Second House, BBC 2, 29. August 1974
9. Interview, Keith Moon, 8mm Film gefilmt von Jon Rubin, 6. August 1968
10. Interviews, Ringo Starr, 12. August 1977; Keith Moon, 10. August 1977; Ken Russell, 27. März 1975;
11. Tommy, Can You Hear Me
12. Interview, Keith Moon & Ringo Starr, Keith's Home, Malibu, 12. August 1977
13. Pinball Wizard
14. Interview, Pete Townshend, Beat Club, Radio Bremen, 26. oder 18. August 1969
15. See Me, Feel Me
16. Interview, Pete Townshend, Second House, BBC 2, 29. August 1974, Teil 2
17. My Generation (Conclusion)
18. Anyway, Anyhow, Anywhere
19. Interview, The Who, Russell Harty Plus, London Weekend Television, 3. Januar 1973, Teil 3
20. Successs Story
21. Interview, Pete Townshend, A Whole Scene Going, BBC 1, 5. Januar 1966
22. Substitute / Pictures Of Lily / Magic Bus
23. Happy Jack
24. Interviews Pete Townshend, Roger's Home, Burwash, Sussex, September 1971 & Second House, BBC 2, 29. August 1974, Teil 3
25. A Quick One, While He's Away
26. Interviews Pete Townshend, Roger's Home, Burwash, Sussex, September 1971 Teil 2 &  Whole Scene Going, BBC 1, 5. Januar 1966, Teil 2
27. Interview, Keith Moon & Ringo Starr, Keith's Home, Malibu, 12. August 1977, Teil 2
28. Cobwebs And Strange
29. Interview, The Who, Russell Harty Plus, London Weekend Television, 3. Januar 1973, Teil 4
30. Interview, Keith Moon & Ringo Starr, Keith's Home, Malibu, 12. August 1977, Teil 3
31. Interview Pete Townshend, Pete's Home, Twickenham, Middlesex, Oktober 1977
32. Sparks
33. Barbara Ann
34. Roadrunner / My generation Blues
35. Interviews, Pete Townshend, 21. Juni 1966; Pete Townshend & Keith Moon, 21. Juli 1977; The Who, 3. Januar 1973; Pete Townshend, 5. Januar 1966; Pete Townshend, 15. Dezember 1977; John Entwistle, 5-6 Januar 1978; Keith Moon, September 1975; Pete Townshend, Oktober 1977;
36. Interview, The Who, Russell Harty Plus, London Weekend Television, 3. Januar 1973, Teil 5
37. Who Are You
38. Interview, The Who, Russell Harty Plus, London Weekend Television, 3. Januar 1973, Teil 6
39. My Generation
40. Interviews, John Entwistle, 5-6 Januar 1978; Roger Daltrey, 1977; Keith Moon, September 1971; Pete Townshend, Oktober 1977;
41. Won't Get Fooled Again
42. Long Live Rock
43. The Kids Are Alright

Gesamtspieldauer DVD1: ~109 Minuten


DVD2:

Interviews With Roger Daltrey And Director Jeff Stein
Full-Length Audio Commentary
Never Before released Footage
Multi Camera Angles
Isolated John Entwistle Audio Track
Documentary Look At The Restauration
Video / Audio Showdown: Old Versus New
The Who's London: Interactive Tour
Games
Slide Show
5.1 Mix Of TAlbum Version Of „Who Are You“
On-Screen Liner Notes And Subtitles
Hidden Features




„The Kids Are Alright“ ist eine Art Dokumentation über die englische Rock Band The Who, die ursprünglich im Jahr 1979, ein Jahr nach Keith Moons Tod, veröffentlicht worden war. Der Film enthält Live Auftritte, Fernseh-Auftritte sowie zahlreiche Interview-Sequenzen aus den Jahren 1964 bis 1978. In den Interviews kommen vor allen Dingen die Musiker zu Wort und man lernt sie während des Verlaufs ein wenig mehr kennen. Im Jahr 2003 wurde, der ursprünglich auf VHS erhältliche Film, auf DVD wiederveröffentlicht. Hier gab es nun, neben dem Original-Film, auch eine Version mit Kommentaren von Regisseur Jeff Stein sowie Produzent John Albarian, ein 32-seitiges Heftchen mit zusätzlichen Informationen sowie eine Bonus-Disc mit über drei Stunden zusätzlichem Material.

Der Film ist wahrlich eine Dokumentation über diese stilgebende Band und wer hier eine Aneinanderreihung von Liedern, Konzerten und Fernsehauftritten erwartet, die oder der wird von der DVD enttäuscht werden. Die einzelnen Musikstücke gibt es zwar zu sehen und zu hören, wrden allerdings immer wieder durch Interviews, mal lustig und ausgelassen, mal eher nachdenklich, unterbrochen. Längst nicht alle „wichtigen“ Titel oder Hits von The Who sind auf „The Kids Are Alright“ enthalten, darum ging es bei der Erstellung dieses Materials auch nicht. Der Film sollte The Who erklären und genau das gelingt ihm auch sehr gut. Natürlich sieht man hier ebenso diverse „Explosion“ der zerstörerischen Art, wenn vor allen Dingen Keith Moon und Pete Townshend am Ende so manchen Auftritts ihre Instrumente auf der Bühne in Kleinteile zerlegen. Was immer man davon auch halten mag, Aufsehen haben die vier Musiker dadurch auf jeden Fall erhalten sowie erregt und galten lange Zeit als die „wildeste“ Band im Rock-Business der damaligen Epoche.

Eine Woche, nachdem sich Keith Moon zusammen mit Roger Daltrey die Roh-Fassung des Films angesehen hatte, verstarb der Schlagzeuger der The Who an einer Überdosis Tabletten, die er einnahm, um seinen Alkoholismus zu bekämpfen. Der Ablauf des Films wurde daraufhin nicht mehr verändert, weiter stand die Band im Vordergrund und damit alle vier Musiker, nämlich Pete Townshend, Roger Daltrey, John Entwistle und eben Keith Moon.

Fazit: Wer die Musik von The Who mag und die Band besser kennenlernen möchte, dem sei die DVD „The Kids Are Alright“ wärmstens empfohlen. Es gibt zwar keine deutsche Tonspur, noch nicht einmal deutsche Untertitel, wer jedoch dem Englischen ein wenig mächtig ist, sollte hier nur auch kaum Probleme haben. Man darf diesen Film nur nicht als Musikfilm sehen, obwohl natürlich jede Menge Musik darin vorkommt und zu hören ist. Trotzdem ist „The Kids Are Alright“ sehr viel eher eine Dokumentation von The Who über etwa eineinhalb Jahrzehnte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Der Film



Dienstag, 30. Mai 2017

The Who – The Who




The Who – The Who


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, trombone and bass drum
John Entwistle – bass guitar, french horn, trumpet, keyboards, lead vocals, backing vocals
Pete Townshend – lead and rhythm guitars, penny-whistle, keyboards, vocals
Keith Moon – drums, percussion, tuba, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1966


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Run Run Run (2:41)
2. Heatwave (1:50)
3. In The City (2:20)
4. Boris The Spider (2:26)
5. I Need You (2:19)
6. Circles (2:27)
7. Don't Look Away (2:48)
8. You See My Way (1:50)
9. Whiskey Man (2:53)
10. Cobwebs And Strange (2:27)
11. Disguises (3:18)
13. I'm A Boy (2:35)

Gesamtspieldauer: 29:54




„The Who“ von The Who ist nicht die erste Platte der britischen Band, wie man vielleicht meinen könnte, es ist überhaupt keine der „regulären“ Alben der Band. Doch auch das stimmt nicht so ganz, denn die Scheibe ist eine alternative Version des Albums „A Quick One“, welches ebenfalls im Jahr 1966 veröffentlicht worden war. Doch diese hier vorliegende Ausgabe war wohl für den deutschen und den australischen Markt gedacht. Eine Platte mit denselben Liedern, nur in anderer Reihenfolge, wurde in Japan unter dem Titel, „I’m A Boy“ veröffentlicht.

Zu „A Quick One“ unterscheidet sich „The Who“ insofern, dass die sich dort befindlichen letzten beiden Titel, „So Sad About Us“ und „A Quick One, While He's Away“, hier fehlen. Dafür enthält „The Who“ die Lieder „Circles“, „Disguises“ sowie „I'm A Boy“, die wiederum auf „A Quick One“ nicht vorhanden sind. Musikalisch gesehen gilt ansonsten hier, was auch für „A Quick One“ gilt: Nie wieder wurde das Songwriting bei The Who auf so vielen Schultern verteilt, alle vier Musiker haben sich hier kompositorisch eingebracht. Der Titel „Heatwave“, der hier entgegen anderen Veröffentlichungen zusammengeschrieben wird, ist dagegen eine Cover-Version – die einzige des Albums.

„The Who“ ist mit nicht mal 30 Minuten Spieldauer sehr kurz geraten, genau wie die zwölf darauf enthaltenen Lieder, die nur in einem Fall die Dreiminutengrenze überschreiten. Zu hören ist auf dem Album ziemlich unaufgeregter 60ies Pop, der nur bei dem Titel „Boris The Spider“, aufgrund von Keith Moons Refrain-Gesang, besonders auffällt und mit der von Keith Moon komponierten Nummer „I Need You“ seinen melodischen Höhepunkt besitzt.

Fazit: „The Who“ von The Who ist wirklich nur was für Komplettisten, die alles von „ihrer“ Band besitzen möchten. Die Musik auf dem Album klingt für heutige Ohren bereits etwas überholt, ihren musikalischen Höhepunkt sollte die Band erst einige Jahre später haben. Wer The Who Fan ist und die Platte „A Quick One“ bereits besitzt, die oder der braucht diese Ausgabe hier ganz bestimmt nicht mehr. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Need You



Donnerstag, 18. Juni 2015

The Who – Endless Wire




The Who – Endless Wire


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals
Pete Townshend – guitars, vocals, bass guitar, drums, piano, keyboards, violin, banjo, mandolin, drum machine


Gastmusiker:

Lawrence Ball – electronic music on "Fragments"
Ellen Blair – viola on "Trilby's Piano"
John "Rabbit" Bundrick – Hammond organ, backing vocals
Jolyon Dixon – acoustic guitar on "It's Not Enough"
Rachel Fuller – keyboards on "It's Not Enough", orchestration supervisor on "Trilby's Piano"
Peter Huntington – drums
Gill Morley – violin on "Trilby's Piano"
Vicky Matthews – cello on "Trilby's Piano"
Billy Nicholls – backing vocals
Pino Palladino – bass guitar
Stuart Ross – bass guitar on "It's Not Enough"
Zak Starkey – drums on "Black Widow's Eyes"
Simon Townshend – backing vocals
Brian Wright – violin on "Trilby's Piano"


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock


Trackliste:

1. Fragments (3:57)
2. A Man In A Purple Dress (4:15)
3. Mike Post Theme (4:28)
4. In The Ether (3:35)
5. Black Widow's Eyes (3:07)
6. Two Thousand Years (2:50)
7. God Speaks, Of Marty Robbins (3:26)
8. It's Not Enough (4:02)
9. You Stand By Me (1:36)
10. Sound Round (1:21)
11. Pick Up The Peace (1:28)
12. Unholy Trinity (2:07)
13. Trilby's Piano (2:04)
14. Endless Wire (1:51)
15. Fragments Of Fragments (2:23)
16. We Got A Hit (1:18)
17. They Make My Dream Come True (1:13)
18. Mirror Door (4:14)
19. Tea & Theatre (3:26)

Gesamtspieldauer: 52:50




Was war die Aufregung groß im Oktober 2006, als The Who ihr bereits lange angekündigtes und immer wieder verschobenes elftes Studio-Album mit dem Titel „Endless Wire“ veröffentlichten – und das 24 Jahre nach ihrem letzten Werk „It’s Hard“. The Who, das waren inzwischen lediglich noch Pete Townshend und Roger Daltrey, da John Entwistle im Alter von 57 Jahren im Zimmer 658 des Hard Rock Hotels und Casinos in Las Vegas, am 27 Juni 2002 an einem Herzinfarkt verstorben war – einen Tag bevor die neue The Who Tour in den USA starten sollte. Nun so groß die „Aufregung“ im Oktober 2006 dann auch war, so unterschiedlich fielen auch die Meinungen über dieses Album aus. Jedoch, man kann es drehen und wenden wie man möchte, aber auch hier liegt die Wahrheit wohl wieder einmal irgendwo in der Mitte.

Pete Townshend hat The Who im neuen Jahrtausend nicht neu erfunden. Ganz im Gegenteil sogar, das Album klingt eindeutig nach den Who und so manches klingt auch irgendwie bereits bekannt. Wer also viele neue Ideen erwartet hatte, der durfte schon mal enttäuscht worden sein. Genau so waren das jene Fans, die The Who gerade für ihre härteren Lieder schätzten. „Endless Wire“ ist allerdings eher eine ruhigere Scheibe. Gerockt wird zwar auch, doch der akustischen Gitarre kommt auf dem Album eine sehr große Rolle zu. Manchmal klingt das fast schon ein wenig folkig. Sicherlich hat sich Roger Daltreys Stimme ein wenig verändert, er ist eben auch älter geworden. Dass er deswegen jedoch nicht mehr singen könnte, diese Aussage darf man getrost ins Reich der Fabel verweisen. Das klingt immer noch satt und voll, was Roger Daltrey hier bietet. Etwas überrascht lässt einen diesbezüglich nur der Titel „In The Ether“ zurück. Da singt er sehr kehlig und gurgelnd, gerade so, als ob er gerade eine Mischung aus Louis Armstrong und Tom Waits wäre. Das klingt zugegebenermaßen äußerst gewöhnungsbedürftig.

Das war es jedoch auch schon. Die Platte ist ansonsten gut. Man hört auf „Endless Wire“ The Who, bei denen zwar zugegebenermaßen einige Ideen früherer Platten von Pete Townshend recycelt wurden, trotzdem macht die Scheibe Spaß. Das liegt am Material selbst, was durchaus ins Ohr geht. Vieles auf „Endless Wire“ ist überaus melodisch und harmonisch gehalten. Meist sanft zwar, deswegen jedoch nicht weniger überzeugend. Aber es gibt eben auch die rockigen Abschnitte, die dann auch durchaus grooven können. Ab Titel 10, „Sound Round“, handelt es sich bei der Musik auf „Endless Wire“ übrigens um die „Mini-Oper“ „Wire & Glass“. Aber hier sollte ich wohl besser „Mini-Rock-Oper“ schreiben, denn die Musik unterscheidet sich keineswegs von den ersten neun Titel. Okay, kürzer sind sie, die Lieder, ansonsten jedoch im selben Stil gehalten, wie der Anfang der Platte: Oftmals ruhig und akustisch – jedoch nicht nur. Dafür aber immer sehr melodiös.

Fazit: Mit gefällt „Endless Wire“, ich habe allerdings kein zweites „Who’s Next“ erwartet. Die Musik klingt nach The Who, ist immer sehr melodiös, oftmals sanft, gefühlvoll, nachdenklich klingend. Roger Daltrey singt noch gut, genauso wie Pete Townshend, der ebenfalls bei einigen Liedern am Mikrophon steht. Manches auf „Endless Wire“ erinnert freilich auch an frühere Alben. Sei’s drum, denn man könnte dazu auch feststellen: The Who bleiben eben ihrem Stil treu – nur eben sanfter. Kann man durchaus auch so sehen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Man In A Purple Dress, You Stand By Me, Trilby's Piano



Sonntag, 7. Juni 2015

The Who - Face Dances




The Who – Faces Dances


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals
Pete Townshend – guitars, keyboards, backing vocals, lead vocals on "I Like Nightmares", "Somebody Saved Me" and live edit of "How Can You Do It Alone"
John Entwistle – bass guitar, backing vocals, lead vocals on "The Quiet One"
Kenney Jones – drums


Gastmusiker:

John "Rabbit" Bundrick - keyboards, synthesiser, backing vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock


Trackliste:

1. You Better You Bet (5:37)
2. Don't Let Go The Coat (3:48)
3. Cache Cache (3:56)
4. The Quiet One (3:09)
5. Did You Steal My Money (4:15)
6. How Can You Do It Alone (5:26)
7. Daily Records (3:25)
8. You (4:41)
9. Another Tricky Day (4:56)


Bonus Tracks der remasterten Album-Fassung:

10. I Like Nightmares (3:11)
11. It's In You (5:01)
12. Somebody Saved Me (5:31)
13. How Can You Do It Alone (Live) (5:27)
14. The Quiet One (Live) (4:32)

Gesamtspieldauer: 1:03:01




„Faces Dances“ heißt das neunte Studio-Album von The Who und ist gleichzeitig das erste Album, welches die Band nach dem Tod ihres Drummers Keith Moon veröffentlichte. Anstatt seiner, trommelte nun Kenney Jones in der Band. Knapp drei Jahre hatte es gedauert, bis zum Mai 1981, bis die Scheibe schließlich veröffentlicht wurde.

Nun, an die früheren Scheiben reicht dieses Album der Who leider nicht mehr heran. Zwei Dinge werden auf „Face Dances“ offensichtlich beziehungsweise sind herauszuhören. Das erste ist, dass Kenney Jones sicherlich kein schlechter Drummer ist, Keith Moon allerdings schon ein besonderer Schlagzeuger war. Diese druckvolle Spiel, für das Keith Moon stand, das geht den Who auf „Face Dances“ ganz eindeutig ab. Nun und dann ist auf dieser Scheibe auch festzustellen, dass das Songmaterial nicht mehr ganz die Qualität früherer Werke der Band beinhaltet. Das liegt allerdings nicht daran, dass Pete Townshend die Ideen ausgegangen wären, nur verwendet er diese Ideen und Eingebungen jetzt lieber auf seinen Solo-Alben. „Face Dances“ ist zeitlich eingebettet zwischen den Solo-Alben „Empty Glass“ von 1980 und „All the Best Cowboys Have Chinese Eyes“ aus dem Jahr 1982. Beides sehr überzeugende Scheiben, die wahrlich viel sehr gutes Songmaterial aufweisen.

Jedoch ist „Faces Dances“ auch kein schlechtes Album geworden – eher ein durchschnittliches. Die Lieder siedeln sich zwischen Rock und Pop an, gehen durchaus auch ins Ohr, wenn auch der eine, richtig große Ohrwurm nicht so ganz dabei ist. Trotzdem sind alle diese Nummern noch eindeutig als „The Who“-Lieder zu erkennen – und das liegt nicht nur am Gesang des Roger Daltrey. Dieser gab übrigens Jahre später in einem Interview zu verstehen, dass er die Platte durchaus sehr gelungen finden würde. So dachten auch viele Käufer, denn immerhin belegte die Scheibe Platz 4 der US-amerikanischen und sogar Platz 2 der britischen Charts. Die Höhepunkte sind für mich das sehr mitreißende „How Can You Do It Alone“. Mitreißend aufgrund seiner Melodiösität. Ebenfalls sehr gelungen ist der Opener „You Better You Bet“, ein weiteres Lied mit Wiedererkennungswert. Und schließlich noch „Cache Cache“, ebenfalls eine Nummer, die ins Ohr geht.

Fazit: Es hatte sich was geändert an der Musik von The Who. Für mich ist sie auf „Face Dances“ nicht mehr ganz so mitreißend, wie in den 70er Jahren – jedoch immer noch überzeugend. Zudem klingt die Musik keineswegs nach „New Wave“, auf diesen Zug haben viele Heroen der 70er Jahre aufzuspringen versucht, The Who glücklicherweise nicht. Nein, The Who ist sich da treu geblieben und auch bei dieser Scheibe gilt: Je öfters man sie hört, umso schöner wird das Album. Von daher lohnt sich die Scheibe auch. Neun Punkte.

Anspieltipps: You Better You Bet, Cache Cache, How Can You Do It Alone



Samstag, 30. Mai 2015

The Who – Who Are You




The Who – Who Are You


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, percussion
John Entwistle – bass guitar, backing vocals, synthesizer, brass on "Had Enough" and "Music Must Change", lead vocals on "905"
Pete Townshend – guitars, backing vocals, piano, synthesizer, lead vocals on "Sister Disco", "No Road Romance" and "Empty Glass"
Keith Moon – drums, percussion


Gastmusiker:

Rod Argent – synthesizer on "Had Enough", piano on "Who Are You", keyboards on "Guitar And Pen"
Ted Astley – string arrangement
Andy Fairweather-Low – backing vocals on "New Song", "Had Enough", "Guitar And Pen", "Love Is Coming Down", and "Who Are You"
Billy Nicholls – backing vocals on "New Song" and "Had Enough"
Michael Nicholls — backing vocals on "Had Enough"


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock


Trackliste:

1. New Song (4:13)
2. Had Enough (4:30)
3. 905 (4:02)
4. Sister Disco (4:22)
5. Music Must Change (4:38)
6. Trick Of The Light (4:47)
7. Guitar And Pen (5:58)
8. Love Is Coming Down (4:06)
9. Who Are You (6:21)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

10. No Road Romance (5:05)
11. Empty Glass (Group Version) (6:23)
12. Guitar And Pen (Olympic '78 Mix) (6:02)
13. Love Is Coming Down (Work-In-Progress Mix) (4:05)
14. Who Are You (Lost Verse Mix) (6:22)

Gesamtspieldauer: 1:11:00




„Who Are You“ heißt das achte Studioalbum der britischen Rockband The Who. Es wurde im Jahr 1978 veröffentlicht und war gleichzeitig die letzte Scheibe, an der Keith Moon vor seinem Tod am Schlagzeug zu hören ist. Zwanzig Tage nach Veröffentlichung der Scheibe, verstarb Keith Moon mit 32 Jahren an einer Überdosis Clomethiazol, welches er zur Bekämpfung der Nebenwirkungen seines Alkoholentzugs einnahm. Ironischerweise ist er auf dem Cover zu „Who Are You“ auf einem Stuhl mit der Aufschrift „Not To Be Taken Away“ zu sehen. Keine drei Wochen später war dies dann jedoch eingetreten.

Zu hören ist auf „Who Are You“ sehr typische The Who Musik, rockig und doch eingängig und meilenweit davon entfernt Hard Rock zu sein, wie es auch immer wieder behauptet wird. Die Nummern „Had Enough“, „905“ und „No Road Romance“ stammen dabei aus der Feder des John Entwistle, die ursprünglich restlichen sechs Nummern schrieb Pete Townshend. Erneut spielte vor allen Dingen Pete Townshend hier mit dem Einsatz des Synthesizers, versuchte neue Sounds zu erschaffen. Überdeutlich wird dies am Titellied, welches auch die Titelmelodie einer der CSI-Ableger-Serien wurde.

„Who Are You“ ist kein „Who’s Next“ mehr geworden, klingt auch bei allem Synthesizer-Einsatz trotzdem keineswegs experimentell, vielleicht sogar manchmal ein klein wenig angepasst. Trotzdem ist das sehr überzeugende Musik, die sofort ins Ohr geht, die hier auf „Who Are You“ zu hören ist. Dabei spielt es dann auch gar keine Rolle, ob das Lied eher sanft und ruhig gehalten ist oder ob doch richtig rockt, eher mit den „konventionellen“ Rock-Instrumenten eingespielt wurde oder orchestral untermalt wurde. Diese ganze Bandbreite bieten The Who hier jedoch ihren Hörern. Dadurch bleibt die Musik überaus spannend und abwechslungsreich. Es gibt mit jedem Durchgang irgendwie etwas Neues zu entdecken und die Melodien treffen einen, was möchte man mehr?

Dazu gibt es auf der remasterten Version des Albums fünf Titel, zum Teil „live“, zum Teil alternative Versionen bereits auf der Platte vorhandener Stücke, zum Teil alternative Nummern von Pete Townshend Solo-Liedern. Eine schöne Zugabe, die die Platte insgesamt nochmals aufwertet.

Fazit: Klar, „Who Are You“ ist nicht das beste The Who Album geworden, dennoch ist es eine sehr überzeugende Scheibe. Wer auf gut gemachten Rock steht, dem das Alter kaum anzumerken ist, die oder der kann hier nicht viel falsch machen. The Who Fans werden diese Scheibe sowieso lieben. Ich kann sehr gut verstehen warum. Elf Punkte.

Anspieltipps: Music Must Change, Who Are You



Mittwoch, 13. Mai 2015

The Who – Odds & Sods




The Who – Odds & Sods


Besetzung:

Roger Daltrey – vocals, harmonica
John Entwistle – bass guitar, brass, vocals, lead vocals on "Postcard" and "We Close Tonight"
Keith Moon – drums, lead vocals on "Cousin Kevin Model Child", partial lead vocals on "We Close Tonight" and "Now I'm A Farmer"
Pete Townshend – guitar, piano, bass guitar, synthesizer, vocals


Gastmusiker:

Leslie West – lead guitar on "Love Ain't For Keeping"


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. I'm The Face (The High Numbers) (2:29)
2. Leaving Here (2:13)
3. Baby Don't You Do It (2:28)
4. Summertime Blues (3:14)
5. Under My Thumb (2:46)
6. Mary Anne With The Shaky Hand (3:23)
7. My Way (2:28)
8. Faith In Something Bigger (3:01)
9. Glow Girl (2:26)
10. Little Billy (2:17)
11. Young Man Blues (2:44)
12. Cousin Kevin Model Child (1:26)
13. Love Ain't For Keeping (4:04)
14. Time Is Passing (3:31)
15. Pure And Easy (5:24)
16. Too Much Of Anything (4:23)
17. Long Live Rock (3:58)
18. Put The Money Down (4:31)
19. We Close Tonight (2:58)
20. Postcard (3:32)
21. Now I'm A Farmer (4:09)
22. Water (4:40)
23. Naked Eye (5:27)

Gesamtspieldauer: 1:17:41




Pete Townshend, Roger Daltrey und Keith Moon waren gerade mit dem Film zum Album „Tommy“ beschäftigt und John Entwistle nahm sich währenddessen vor, aus dem vielen unveröffentlichten Material der Who, ein Album mit Raritäten zusammenstellen. Die Band nervte es, dass so viele Bootlegs mit diesen Songs in sehr schlechter Qualität kursierten, dem sollte somit Abhilfe geschaffen werden. 1974 erschien dann schließlich „Odds & Sods“ mit insgesamt elf Titeln und John Entwistle merkte in einem Interview an, dass er locker eine Doppel-LP hätte zusammenstellen können, so viel Material sei dagewesen. Somit erschien die Platte zunächst mit folgenden elf Titeln:


Seite 1:

1. Postcard
2. Now I'm A Farmer
3. Put The Money Down
4. Little Billy
5. Too Much of Anything
6. Glow Girl

Seite 2:

1. Pure And Easy
2. Faith In Something Bigger
3. I'm The Face" (The High Numbers)
4. Naked Eye
5. Long Live Rock

1998 wurde dann diese Version des Albums überarbeitet und schließlich zusätzlich zwölf weitere Titel hinzugefügt, jene nämlich, die die mögliche Doppel-LP vervollständigt hätten. Das Ergebnis wurde schließlich als diese vorliegende CD veröffentlicht.

Zu hören gibt es auf „Odds & Sods“ eine Art geschichtlich musikalische Wanderung, durch die künstlerische Entwicklung von The Who. Die einzelnen Titel sind auch chronologisch entsprechend angeordnet. So hört man zu Beginn 60ies Pop, für den auch The Who zu Beginn ihrer Karriere standen. Klar, war die Band etwas rauer und wilder als viele britische Vergleichsbands, trotzdem wirkt das heute alles sehr harmlos und ist auch irgendwie noch keine richtige Rockmusik – englischer 60ies Pop eben. Rock gibt es dann jedoch im weiteren Verlauf der Platte zu hören, wenn Keith Moon anfängt sein Schlagzeug noch etwas mehr zu malträtieren, John Entwistle seine Bassläufe anzieht, Pete Townshend sein Windmühlengitarren-Spiel anzuwerfen scheint und auch Roger Daltrey immer mehr aus sich herausgeht. Hier wird die Scheibe jetzt auch deutlich spannender als zuvor, qualitativ schafft sie es jedoch nicht an solch musikalische Höhepunkte wie „Tommy“, „Who’s Next“ oder „Quadrophenia“ heranzureichen. Immer wieder eröffnet sich zwar ein interessantes Fenster, eine schöne Melodie umspielt das Ohr des Hörers, jedoch nicht in der Art, dass man diese zu den Höhepunkten im Schaffen von The Who zu zählen hätte. Mit einer Ausnahme, denn "Naked Eye" ist wahrlich grandios, in der Studioversion nicht so extrem wie hier unten angehängt in einer Live-Variante. Aber auch dort ein großes Lied.

Fazit: Für Who-Fans stellt „Odds & Sods“ natürlich einen unglaublichen Gewinn dar. Es wäre wahrlich schade, wenn diese Titel nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden wären. Ob das auch jemand so sieht, der The Who nicht so gut kennt, das wage ich jetzt mal schwer zu bezweifeln. „Odds & Sods“ beinhaltet keine Ausfälle und einige schöne Momente, ist auch interessant, da man hier sehr gut die musikalische Entwicklung dieser Band nachvollziehen kann. Trotzdem finden sich auch auf dieser Platte ein paar wirklich hörenswerte Titel und zwar immer dann, wenn es mal ein wenig rockiger wird. Das Lieblingsalbum wird „Odds & Sods“ aber nur schwerlich werden – auch nicht bei The Who Fans. Wegen den späteren Titeln aber doch noch neun Punkte.

Anspieltipps: Time Is Passing, Naked Eye