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Donnerstag, 22. Februar 2018

Gift – Blue Apple




Gift – Blue Apple


Besetzung:

Dieter Atterer – lead guitar, lead vocals
Rainer Baur – lead guitar
Dieter Frei – organ, e-piano, synthesizer-moog, mellotron, vocals
Hermann „Mandy“ Lange – drums, percussion
Uwe Patzke – bass-guitar, vocals


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Blue Apple (4:15)
2. Rock Scene (3:47)
3. Don't Waste Your Time (4:02)
4. Psalm (3:55)
5. Everything's Alright (4:30)
6. Got To Find A Way (6:39)
7. Reflections [Part 1] (3:14)
8. Reflections [Part 2] (3:47)
9. Left The Past Behind (6:01)

Gesamtspieldauer: 40:16




Die Augsburger Band Gift war lediglich in der ersten Hälfte der 70er Jahre aktiv. Ein sehr kurzer Comeback-Versuch der Bandmitglieder Rainer Baur und Uwe Patzke im Jahr 2013 scheiterte schnell. Doch wurden in den Jahren 1972 und 1974 zwei Studioalben eingespielt. „Blue Apple“ ist die zweite und letzte Scheibe der Band und wurde von Warner Musik auf CD wiederveröffentlicht.

Auf „Blue Apple“ hört man Krautrock, nicht allzu komplex oder tiefgründig, jedoch rockend und handwerklich gut gemacht. Die Musik der inzwischen zum Quintett angewachsenen Band nähert sich mit ihrem Rock immer wieder dem Genre des Hard Rock an und klingt dann am Überzeugendsten, wenn sie mit einem fetten Orgelsound untermalt wird. Ansonsten geht die Scheibe nicht groß ins Ohr, rockt allerdings wirklich gut. Trotzdem war die Musik von Gift Anfang bis Mitte der 70er Jahre sicherlich nichts Besonderes oder Außergewöhnliches und ist es heute ebenfalls nicht.

Wer jedoch auf ziemlich geradlinigen und konsequenten Rock steht, die oder der dürfte auf „Blue Apple“ etwas für sich entdecken können. Die Lieder sind zumeist kompakt und kurz gehalten, musikalische Themen werden nicht großartig ausgewalzt. Lediglich „Got To Find A Way“ sowie der letzte Titel „Left The Past Behind“ erreichen die 6-Minuten-Marke. Erstgenannter Titel ist aus verschiedenen Teilen aufgebaut, unterscheidet sich damit abwechslungsreich vom Rest der Platte und „Left The Past Behind“ enthält ein sehr gelungenes Orgel-Solo.

Fazit: Etwas für Rock-Freunde ist „Blue Apple“ von Gift ganz gewiss. Die Scheibe rockt und klingt immer dann sehr überzeugend, wenn die Orgel im Sound der 70er Jahre zu hören ist. Ansonsten hört man auf „Blue Apple“ Rock Musik, ganz nett gemacht, wenig spektakulär. Die Band konnte sich zur damaligen Zeit nicht durchsetzen, dazu fehlt der Musik auch einfach das gewisse Etwas. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Got To Find A Way, Left The Past Behind



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Gift – Gift




Gift – Gift


Besetzung:

Helmut Treichel – Gesang
Rainer Baur – Gitarre
Uwe Patzke – Bass
Hermann Lange – Schlagzeug


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Hard Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Drugs (5:20)
2. You'll Never Be Accepted (6:42)
3. Groupie (3:17)
4. Time Machine (3:16)
5. Game Of Skill (5:34)
6. Don't Hurry (5:12)
7. Your Life (4:39)
8. Bad Vibrations (3:38)

Gesamtspieldauer: 37:42




Die Augsburger Band Gift entstand, wie so viele Bands zur damaligen und auch noch heutigen Zeit, aus einer Schülerband Ende der 60er Jahre. Krautrock heißt das Genre, in welches alle deutschen Bands zur damaligen Zeit „eingruppiert“ wurden, wenn sich deren Musik denn ein wenig rockig anhörte. Und falls dann auch noch ein anderes Instrument außer Gitarre, Bass und Schlagzeug mit Verwendung fand, dann stand es auch endgültig fest: Das ist progressiver Krautrock, ganz bestimmt. Nun, auf „Gift“ von Gift hört man auch mal eine Querflöte, wer diese spielt, erschließt sich einem allerdings leider nicht. Trotzdem ist die Musik von Gift deutlich eher im Rock beheimatet und das „Label“ Krautrock weist hier wirklich hauptsächlich auf den deutschen Ursprung hin.

Gift rocken ordentlich los. Manchmal geht das durchaus in den Bereich des Hard Rock, richtig sanft wird es dabei nur selten. Die Musik ist gerade noch so mit „eingängig“ zu umschreiben, ohne jedoch, dass hier Gift einen Ohrwurm nach dem anderen vorzuweisen hätten. Man benötigt definitiv ein paar Durchläufe der Scheibe, um mit ihr „wärmer“ zu werden, denn vieles klingt auf dem Debut der Augsburger auch durchaus etwas herb. Dabei experimentieren die Jungs auch mit der Perkussion und den Sounds, wobei hier für die damalige Zeit nichts Neues zu hören ist, interessant wird es jedoch dann, wenn man selbst mal eine etwas andere Ausrichtung des Hard Rock genießen möchte.

Was heutzutage allerdings ein wenig seltsam kling, ist das häufig eingesetzte Stilmittel, anstatt irgendwelche Worte zu singen „Na’an da da dada“ oder ähnliches ins Mikrophon zu intonieren. Das klingt wahrlich heute etwas schräg und manches Mal leider auch ein wenig unfreiwillig komisch – oder ob es da keine Einfälle für den Text gegeben hat? Egal, Gift hätten es da lieber manchmal als Instrumentalstück laufen lassen sollen, als ein Lied mehrmals so aufzubereiten.

Fazit: Gift war sicherlich nicht die Speerspitze der Deutschen Krautrock Bewegung und gehört für mich auch eher in die Hard Rock Abteilung eines Plattenladens. Die Musik der Augsburger klingt niemals langweilig, restlos überzeugend jedoch auch nicht, da die meisten Lieder eben Hard Rock Stücke darstellen, die man so aus dieser Zeit schon öfters gehört hat. Richtige Höhepunkte weist das Debut-Album der Band, dem noch eine zweite Scheibe folgen sollte, auch nicht auf. Für Musikfreunde, die musikalisch in der damaligen Zeit schwelgen möchten sicherlich dann geeignet, wenn man keinen progressiven Krautrock erwartet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Groupie