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Montag, 11. April 2022

Billy Talent – Billy Talent

 



Billy Talent – Billy Talent


Besetzung:

Benjamin Kowalewicz – lead vocals
Ian D'Sa – guitar, vocals
Jonathan Gallant – bass guitar, vocals
Aaron Solowoniuk – drums




Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Punk Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. This Is How It Goes (3:27)
2. Living In The Shadows (3:15)
3. Try Honesty (4:13)
4. Line & Sinker (3:36)
5. Lies (2:59)
6. The Ex (2:40)
7. River Below (3:00)
8. Standing In The Rain (3:20)
9. Cut The Curtains (3:50)
10. Prisoners Of Today (3:53)
11. Nothing To Lose (3:38)
12. Voices Of Violence (3:10)

Gesamtspieldauer: 41:05



„Billy Talent“ heißt das erste Studioalbum der kanadischen Rockband Billy Talent, nachdem ihre erste Platte „Watoosh!“ im Jahr 1999 noch unter dem alten Bandnamen Pezz veröffentlicht worden war. „Billy Talent“ erschien am 16. September 2003 auf dem Platenlabel Atlantic Records und erreichte in Deutschland Platz 97 der Charts.

Auf dem Debut von Billy Talent hört man eine Mischung aus Punk Rock und Alternative Rock. Wobei sich zu Beginn des Albums die Lieder häufig etwas mehr im Punk bewegen, gegen Ende dann mehr im Genre des Alternative Rocks angesiedelt sind. Umso punkiger die Lieder klingen, umso mehr sich Benjamin Kowalewicz dabei die Seele aus dem Leib schreit, umso aggressiver klingt auch die Musik. Die eingängigen Melodien gibt es von daher auch nur bei den etwas „gemäßigteren“ Liedern zu hören.

„Billy Talent“ klingen insgesamt frisch und unverbraucht auf ihrem Debutalbum. Die Gitarren rocken und der Rhythmus wird mit sehr viel Tempo nach vorne getrieben. Keine Platte zum Kuscheln, dafür Musik, die fast schon kraftvoll protzt. Kurzweilig klingt das alles durchaus, doch das Besondere in der Musik, das fehlt hier freilich. Nicht weiter schlimm, denn das war auch sicherlich nicht das Anliegen der vier Musiker. Auf „Billy Talent“ geht es darum zu rocken, frei und unverbraucht und genau das hört man auch auf diesem Album.

Fazit: Irgendwo zwischen Punk und Alternative Rock angesiedelt, spielen und schreien sich Billy Talent auf ihrem Debut mitunter die Seele aus dem Leib. Ins Ohr geht das nicht sofort, zum Teil auch später nicht, doch die Musik rockt. Und sie unterhält. Von daher für alle diejenigen gedacht und geeignet, die „harte“ Gitarren in Verbindung zu exaltiertem Gesang mögen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Standing In The Rain, Prisoners Of Today



Donnerstag, 31. März 2022

Evanescence – Fallen

 



Evanescence – Fallen


Besetzung:

Amy Lee – vocals, choral arrangements, piano, keyboards
Ben Moody – guitars, tribal percussion, programming
David Hodges – piano, keyboards, additional programming, string arrangements (tracks 1–3, 5–11)


Gastmusiker:

Francesco DiCosmo – bass
Josh Freese – drums
Zac Baird – additional programming
Chris Johnson – additional programming
Beverly Allen – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Geri Allen – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Eric Castro – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Melanie Jackson – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Karen Matranga – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Joanne Paratore – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Lesley Paton – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Dwight Stone – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Rick Stubbs – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Talaya Trigueros – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Susan Youngblood – background choir (tracks 3, 5, 7, 11)
Paul McCoy – guest vocals (track 2)
David Campbell – string arrangements (tracks 1–3, 5–11)
Graeme Revell – string arrangements (track 4)




Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Gothic


Trackliste:

1. Going Under (3:34)
2. Bring Me To Life (3:57)
3. Everybody‘s Fool (3:15)
4. My Immortal (4:24)
5. Haunted (3:06)
6. Tourniquet (4:38)
7. Imaginary (4:17)
8. Taking Over Me (3:50)
9. Hello (3:40)
10. My Last Breath (4:07)
11. Whisper (5:30)
12. My Immortal (Band Version) (4:33)

Gesamtspieldauer: 48:56



„Fallen“ heißt das Debüt-Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Evanescence. Es wurde am 4. März 2003 auf den Plattenlabeln Wind-Up und Epic Records veröffentlicht. Es ist das einzige Album von Evanescence, auf dem der Gitarrist Ben Moody zu hören ist, der die Band später im Jahr 2003 verließ. „Fallen“ ist das bisher kommerziell erfolgreichste Album von Evanescence und erreichte in zahlreichen Ländern die Spitze der Charts. In Deutschland kletterte die Platte bis auf Platz 2.

„Fallen“ läuft in vielen Beschreibungen unter der Überschrift „Nu Metal“ oder „Alternative Metal“. Das klingt nach sehr „harter“ Musik, die man jedoch auf „Fallen“ lediglich ansatzweise zu hören bekommt. Alles auf diesem Album klingt eingängig und melodiös und Passagen mit etwas „schwererem“ Gitarrensound fügen sich nahtlos in diesen Kontext mit ein. Das bedeutet, man muss kein Metal-Fan sein, um an diesem Album Spaß zu haben.

Neben den rockigen Abschnitten enthält das Album auch akustische Passagen und jede Menge orchestrale Töne, die sich über die gesamte Platte hinwegziehen. Auch dies trägt dazu bei, den Rock etwas wärmer erklingen zu lassen. An mancher Stelle hört sich das sogar leicht „überzuckert“ an, wie beim sanften „My Immortal“. Das Lied tendiert ganz eindeutig in Richtung Musical. Dazu gesellt sich die häufig sehnsüchtig, manchmal verzweifelt klingende Stimme der Amy Lee und fertig ist das Album, welches eher im Genre des Gothic Rocks beheimatet ist.

Alles klingt auf „Fallen“, auch wenn es diese eine, diese sehr herausragende Nummer nicht gibt. Andererseits fällt auch kein Titel gegenüber den anderen Liedern ab, sodass man dem Album ganz entspannt lauschen kann, ohne Gefahr zu laufen gleich nach der Fernbedienung greifen zu müssen, um einen Titel zu überspringen.

Fazit: Wer es in der Musik dramatisch und immer eingängig mag, wer das Spiel mit den Atmosphären aus sanft und hart liebt, die oder der dürfte an „Fallen“ von Evanescence sehr viel Spaß haben. Musik die rockt und streichelt und dabei jederzeit ins Ohr geht. Unterhält. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bring Me To Life



Sonntag, 31. Oktober 2021

Guano Apes – Walking On A Thin Line

 



Guano Apes – Walking On A Thin Line


Besetzung:

Sandra Nasić – vocals
Henning Rümenapp – guitars
Stefan Ude – bass
Dennis Poschwatta – drums, vocals


Gastmusiker:

Roland Peil – percussion


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Alternative Rock, Nu Metal


Trackliste:

1. You Can’t Stop Me (3:11)
2. Dick (2:42)
3. Kiss The Dawn (5:19)
4. Pretty In Scarlet (4:06)
5. Diokhan (3:34)
6. Quietly (3:37)
7. High (3:23)
8. Sing That Song (3:02)
9. Scratch The Pitch (3:47)
10. Plastic Mouth (4:04)
11. Storm (3:47)
12. Sugar Skin (4:13)

Gesamtspieldauer: 44:50



„Walking On A Thin Line“ heißt das dritte Studioalbum der deutschen Band Guano Apes. Es wurde am 3. Februar 2003 auf dem Plattenlabel BMG veröffentlicht. Das Einspielen des Albums zog sich über ein Jahr hin. Das Ergebnis war anschließend allerdings ein kommerzieller Erfolg, denn das Album platzierte sich an der Spitze der deutschen Albumcharts.

Die Musik auf „Walking On A Thin Line“ klingt hart und ziemlich kompromisslos. Ein fetter Sound quillt da aus den Boxen, rockig, immer wieder das Genre Nu Metal streifend. Super eingängig sind die einzelnen Nummern dabei nicht unbedingt, doch sie rocken eben. Dabei ist die Musik der Guano Apes auf diesem Album keine, die man nebenbei hören könnte. Die Aufmerksamkeit ist da wahrlich gefragt und macht die Musik dann sogar noch interessanter und spannender.

So richtige Ohrwürmer gibt es auf „Walking On A Thin Line“ allerdings nicht zu hören. Am Eingängigsten klingt noch das Lied „Kiss The Dawn“, welches sich langsam steigert und nicht gleich losbricht, wie viele andere Lieder des Albums. Einer Zeile dieses Stücks wurde auch der Titel des Albums „Walking On A Thin Line“ entnommen. Ansonsten läuft die Platte ziemlich gleichförmig durch. Für Sängerin Sandra Nasić ist es sogar ihr Lieblingsalbum der Guano Apes. Mir persönlich ist es in seiner Gesamtheit dann aber doch etwas zu gleichförmig geraten.

Fazit: Wer auf geradlinigen Rock bis hin zum Metal steht, die oder der wird auch „Walking On A Thin Line“ mögen. Musik zum Abrocken mit Headbanging-Charakter. Die Titel klingen wie eine Einheit, mir manches mal etwas zu einheitlich. Aber sicherlich ist „Walking On A Thin Line“ kein schlechtes Album geworden. Guano Apes-Fans haben ihren Spaß. Acht Punkte.

Anspieltipps: Kiss The Dawn



Montag, 21. September 2020

Damien Rice – O




Damien Rice – O


Besetzung:

Damien Rice – vocals, piano, guitar, percussion, clarinet


Gastmusiker:

Lisa Hannigan – backing vocals, lead vocals on "Silent Night" (hidden track), piano
Vyvienne Long – cello
Mark Kelly – electric guitar
Shane Fitzsimons – bass guitar
Tom Osander aka Tomo – percussion, drums
Caroline "Caz" Fogerty – djembe
Doreen Curran – mezzo-soprano vocals on "Eskimo"
Nicholas Dodd – conducting
Colm Mac Con Iomaire – violin
Conor Donovan – timpani, percussion
Jean Meunier – improvisation, piano


Label: 14th Floor


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Folk, Acoustic Rock


Trackliste:

1. Delicate (5:13)
2. Volcano (4:38)
3. The Blower’s Daughter (4:44)
4. Cannonball (5:10)
5. Older Chests (4:46)
6. Amie (4:37)
7. Cheers Darlin‘ (5:49)
8. Cold Water (4:59)
9. I Remember (5:31)
10. Eskimo ((5:06) inkl. Hidden Tracks „Prague“ (5:54) und „Silent Night“ (1:50)) (15:59)

Gesamtspieldauer: 1:01:28




„O“ heißt das erste Studioalbum des irischen Musikers Damien Rice, welches am 1. Februar 2002 auf dem Plattenlabel 14th Floor veröffentlicht wurde. Damien Rice wollte dabei ganz bewusst auf einem kleineren Label veröffentlichen, da er Sorge hatte sonst zukünftig nicht mehr genug eigene Einfluss auf seine Musik zu haben.

Das Ergebnis und damit das Debut des irischen Musikers kann sich sehen beziehungsweise besser sehr gut hören lassen. Auf „O“ hört man unglaublich melodiöse Musik, oftmals unterstützt durch Orchesterinstrumente, die wunderschöne Melodien aufweisen und ohne große Umwege ins Ohr gehen. Die Musik klingt größtenteils sehr sanft und zurückhaltend, an manchen Stellen gar fast schon zerbrechlich. Damien Rice erzeugt mit seiner Musik eine Atmosphäre, die Hörerin wie Hörer einnimmt und fesselt. Dabei klingt die Musik niemals altbacken und langweilig, sondern sehr viel eher spannend und mitreißend – und das bei einer sehr ruhigen Grundhaltung. Die Lieder packen einen und lassen einen nicht mehr los.

Höhepunkte gibt es einige auf „O“. Da ist zum einen das wunderschöne „Volcano“, welches Damien Rice zusammen, im Duett mit Lisa Hannigan einsingt. Besonders erwähnenswert hier das perfekt abgestimmte Gesangsarrangement am Ende des Liedes. „Amie“ ist eine sehr eingängige und folkige Nummer. Auch wieder ausgestattet mit einer sehr schönen und eingängigen Melodie. Im nachfolgenden „Cheers Darlin‘“ scheint man zunächst Zeuge einer Kneipen- oder Bar-Szene zu sein. Das Lied entwickelt sich von sehr getragen und langsam hin zu einer sogar schrägen Nummer, die das ganze Album zusätzlich auflockert.

Und schließlich gibt es dann noch jenen letzten Titel des Albums, „Eskimo“, der mit knapp sechszehn Minuten Spieldauer angegeben wird. Doch in Wirklichkeit sind dies drei Lieder, wobei die letzten beiden Nummern als sogenannte „Hidden Tracks“ angehängt sind. Man hört also das eigentliche „Eskimo“, das Lied „Prague“ und schließlich noch für eine Minute und fünfzig Sekunden „Silent Night“, was wirklich jenes „Stille Nacht, Heilige Nacht“ ist, welches wir auch in Deutschland zu Weihnachten singen. Hier übernimmt den Gesangspart erneut Lisa Hannigan. Musste nicht unbedingt sein, wirkt etwas deplatziert und ist ein seltsamer Abschluss für dieses Album, da zuvor mit „Eskimo“ und „Prague“ zwei wahre musikalische Schätze zu hören sind.

„Eskimo“ ist ein so wunderschönes Lied, voller Melancholie und Tiefe, bei dem Doreen Curran mit ihrem Mezzo-Sopran eine unglaubliche Intensität produziert. Das Lied steigert sich in seinem Verlauf und klingt einfach nur schön und ergreifend. Auch „Prague“ lohnt gehört zu werden und es ist wahrlich schade, dass dieses Lied in Form eines „Hidden Tracks“ fast schon auf „O“ versteckt wurde.

Fazit: Ein sehr gelungenes und überzeugendes und intensives und einnehmendes Debut ist Damien Rice mit „O“ gelungen. Zumeist sanfte Musik hört man auf dem Album, welche das Herz erwärmt, einen packt und nicht mehr loslässt. Sehr hörenswert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Volcano, Eskimo, Prague



Samstag, 11. April 2020

Ritual – Think Like A Mountain




Ritual – Think Like A Mountain


Besetzung:

Johan Nordgren – drums, percussion, mallets, nyckelharpa
Patrik Lundström – guitars, vocals
Frederik Lindquist – bass, bouzouki, hammered dulcimer, whistles, recorders
Jon Gamble – pianos, organs, synthesizers, mellotron


Gastmusiker:

Lovisa Hallstedt – violins, violas, e-violin solo on “Humble Decision”


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Art Rock, Progressive Rock, Rock, Pop


Trackliste:

1. What Are You Waiting For (3:58)
2. Humble Decision (4:01)
3. Explosive Paste (5:02)
4. Once The Tree Would Bloom (3:57)
5. Mother You've Been Gone For Much Too Long (7:03)
6. Think Like A Mountain (5:01)
7. Moomin Took My Head (4:32)
8. Infinite Justice (6:35)
9. On (2:58)
10. Shamanarama (4:34)
11. Breathing (4:17)
12. Off (2:16)

Gesamtspieldauer: 54:21




Das selbstbetitelte Debutalbum der schwedischen Band Ritual war mein Album des Jahres 1995. Im Jahr 2003, am 10. März, erschien immerhin schon die dritte Platte von Ritual mit dem Titel „Think Like A Mountain“ auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Nachdem das zweite Album „Superb Birth“ doch mit eher geradlinigem Rock aufwartete, konnte man gespannt sein, wie die musikalische Reise der Band weitergehen würde. Übrigens sind die Schweden nicht zu verwechseln mit den Namensvettern aus England. Dort gab es in den Jahren 1981 bis 1983 eine Post Punk und Gothic Rock Band Ritual und seit 2014 existiert ebenfalls in England eine Electronic Pop Band mit dem gleichen Namen.

Nun, „Think Like A Mountain“ ist nicht mehr das Debutalbum geworden, allerdings auch kein „Superb Birth“. Auf der Platte hört man Art Rock mit progressiven Ansätzen. Nicht alles auf der Platte ist sofort eingängig, vieles jedoch klingt harmonisch und melodiös, geht dann auch relativ schnell ins Ohr. Doch diese etwas schrägeren Harmonien gibt es und sie lockern die Musik von Ritual auf „Think Like A Mountain“ sogar auf. Was ebenfalls sehr überzeugt sind die mehrstimmigen Gesänge an der ein oder anderen Stelle, die mich manchmal sogar an Queen erinnern, obwohl die Musik von Ritual bestimmt nichts mit der von Queen gemein hat.

„Think Like A Mountain“ ist definitiv eines jener Alben, denen man Zeit zum Reifen geben muss. Beim ersten Mal des Hörens zündet die Platte noch nicht perfekt, doch mit jedem weiteren Durchlauf klingen die Lieder nicht nur vertrauter, sondern auch eingängiger, interessanter und gelungener. Die Höhepunkte sind relativ zentral auf dem Album angeordnet. Es sind die Lieder „Moomin Took My Head“, „Infinite Justice“ sowie das nicht nur vom Titel her kurze und fast komplett instrumentale „On“. Alles drei Lieder, die sich ein wenig auf frühere Dekaden zu beziehen scheinen und Reminiszenzen zu anderen Bands auslösen. So erinnert „Infinite Justice“ stark an die Musik von King Crimson Anfang der 80er Jahre. Die restlichen Nummern fallen gegenüber diesen drei Titeln nicht großartig ab, sodass das Durchhören auch ohne den Einsatz der Fernbedienung bestens funktioniert.

Fazit: Ein abwechslungsreiches Album ist „Think Like A Mountain“ definitiv geworden. Der progressive Ansatz in der Musik der Schweden ist zwar immer noch etwas zurückgefahren, doch Ritual haben sich wieder vom eher Mainstream geprägten Rock wegbewegt, hin zu Liedern und Arrangements, die wohl sehr viel eher dem Art Rock zuzuordnen sind. Klingt gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Infinite Justice, On



Donnerstag, 5. März 2020

Placebo – Sleeping With Ghosts




Placebo – Sleeping With Ghosts


Besetzung:

Brian Molko – vocals, guitar, keyboard, saxophone on "Something Rotten", drums on "English Summer Rain"
Steve Hewitt – drums, percussion
Stefan Olsdal – bass guitar, guitar, keyboards, piano, backing vocals


Gastmusiker:

Simon Breed – harmonica on "Protect Me From What I Want"


Label: Hut Records


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Bulletproof Cupid (2:22)
2. English Summer Rain (4:01)
3. This Picture (3:34)
4. Sleeping With Ghosts (4:38)
5. The Bitter End (3:10)
6. Something Rotten (5:28)
7. Plasticine (3:26)
8. Special Needs (5:16)
9. I‘ll Be Yours (3:32)
10. Second Sight (2:49)
11. Protect Me From What I Want (3:15)
12. Centrefolds (5:00)

Gesamtspieldauer: 46:38




„Sleeping With Ghosts“ betitelte die englische Alternative Rock Band Placebo ihr viertes Studioalbum. „Sleeping With Ghosts“ wurde am 1. April 2003 auf dem Plattenlabel Hut Records veröffentlicht. Das Album erreichte Platz 11 der britischen Album-Charts und kletterte in Deutschland sogar bis auf den zweiten Rang. Im Zeitraum von März 2003 bis zum Februar 2004 wurden die Lieder „The Bitter End“, „This Picture“, „Special Needs“ und „English Summer Rain“ als Singles ausgekoppelt.

„Sleeping With Ghosts“ ist ein sehr typisches Placebo Album geworden und sofort als dieses erkenn- beziehungsweise erhörbar. Und das liegt nicht nur am eindringlichen Gesang des Brian Molko. Es ist der Sound der Band sowie die hier transportierte Stimmung, die die Platte zu einem eindeutigen Placebo Werk werden lassen. Dieser Rock verbunden mit fast schon verzweifelt klingenden Passagen zeigt den Ursprung der Lieder ganz klar auf. Viele der Lieder handeln inhaltlich vom Thema „Beziehung“, die manchmal lange halten und innig sein können, andererseits auch traurig enden können. Eben „Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt“, was die Musik sehr schön widerspiegelt.

Die Höhepunkte auf „Sleeping With Ghosts“ sind der Titeltrack „Sleeping With Ghosts“, das etwas getragene und intensive „I‘ll Be Yours“, das rockigere „Protect Me From What I Want“ sowie das letzte Lied der Platte, „Centrefolds“, welches atmosphärisch dicht, melancholisch und sentimental aus den Boxen strömt. Allen diesen Liedern ist besonders gemein, dass sie über wunderschöne Melodien verfügen, die ins Ohr gehen und dort auch verbleiben. Für mich sehr überraschend ist dabei, dass keines dieser hier von mir genannten Lieder eine Singleauskopplung darstellt. Dazu wurden von der Band und deren Management andere Lieder ausgewählt. Geschmackssache eben.

Fazit: „Sleeping With Ghosts“ ist zum einen ein sehr typisches Placebo Album geworden, zum anderen eine Platte, die mit sehr schönen Ideen und eingängigen Melodien aufwartet. Der Rock tritt im Vergleich zum Vorgängeralbum „Black Market Music“ ein wenig in den Hintergrund, doch „Sleeping With Ghosts“ ist deswegen keineswegs weichgespült. Eher noch abwechslungsreicher. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sleeping With Ghosts, I‘ll Be Yours, Protect Me From What I Want, Centrefolds



Donnerstag, 23. Mai 2019

Antimatter – Lights Out




Antimatter – Lights Out


Besetzung:

Duncan Patterson – all instruments & vocals
Mick Moss – all instruments & vocals


Gastmusiker:

Hayley Windsor – guest vocals on tracks 1, 2, 3
Michelle Richfield – guest vocals on tracks 4, 5, 7


Label: Prophecy Productions


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Dark Rock, Art Rock


Trackliste: 

1. Lights Out (4:07)
2. Everything You Know Is Wrong (4:05)
3. The Art Of A Soft Landing (4:31)
4. Expire (8:01)
5. In Stone (7:51)
6. Reality Clash (7:47)
7. Dream (5:56)
8. Terminal (7:46)

Bonus Track der Wiederveröffentlichung:

9. Everything You Know Is Wrong [Acoustic] (2:55)

Gesamtspieldauer: 53:03




„Lights Out“ heißt das zweite Album der britischen Band Antimatter, das am 24. Juni 2003 auf dem deutschen Plattenlabel Prophecy Productions veröffentlicht wurde. Duncan Patterson und Mick Moss sind die beiden Musiker, die alle Lieder des Albums schrieben, selbst einspielten und sich lediglich beim Gesang weibliche Unterstützung holten.

„Lights Out“ ist ein trauriges bis melancholisches und sehr intensives Album geworden. Zumeist sind die Lieder eher sanft instrumentiert, Stimmung und Tempo werden nur selten erhöht. Die Lieder sind allesamt sehr eingängig und melodiös gehalten, gehen ins Ohr, wenn sie auch keine Ohrwürmer im eigentlichen Sinne darstellen. Die Musik von Antimatter wirkt durch die Atmosphäre, die hier verbreitet wird. Dichter Sound und trotzdem klingt alles gleichzeitig sehr sanft. Musik, die man sich allerdings durchaus ein klein wenig erschließen muss. Beim ersten Durchlauf funktioniert das Album erst teilweise, dann jedoch umso besser und intensiver.

Höhepunkte auf „Lights Out“ sind der Opener und Titeltrack. Was etwas „aufgeregt“ mit Sirenengeheul beginnt, entwickelt sind nach einigen Augenblicken zu einem zarten musikalischen Geflecht, welches berührt. Art Rock bis Post Rock ist da nun zu hören, der einen sanft einzuhüllen versucht. Das letzte offizielle Lied des Albums heißt passenderweise „Terminal“, ist eine Instrumentalnummer und steht dem Titeltrack an Weichheit, musikalischer Wärme und Atmosphäre in nichts nach. Da auch die restlichen Lieder des Albums in genau derselben Art und Weise unterhalten können, enthält „Lights Out“ nicht nur zwei, sondern neun Höhepunkte.

Fazit: Wer sanfte und traurige Musik mag, die oder der wird an „Lights Out“ von Antimatter sehr viel Freude haben. Musik die zart klingt und die berührt, einen anfasst. An dunklen Novembertagen kann der Genuss der Platte mit Sicherheit gefährlich werden – falls man eine Neigung zu depressiven Gefühlsausbrüchen hat. Liebt man allerdings die Süße der Melancholie in der Musik, so kann man sich in dieser beim Hören von „Lights Out“ suhlen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Lights Out, Terminal



Donnerstag, 14. Februar 2019

Steve Hackett – To Watch The Storms




Steve Hackett – To Watch The Storms


Besetzung:

Steve Hackett – vocals, guitar


Gastmusiker:

Roger King – keyboards
Rob Townsend – brass, woodwind
Terry Gregory – basses, vocals
Gary O'Toole – drums, vocals
John Hackett – flute on "Serpentine Song"
Ian McDonald – saxophone on "Brand New"
Jeanne Downs – backing vocals
Sarah Wilson – cello
Howard Gott – violin


Label: Camino Records (Wiederveröffentlichung InsideOut Music)


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Strutton Ground (3:04)
2. Circus Of Becoming (3:48)
3. The Devil Is An Englishman (4:27)
4. Frozen Statues (2:58)
5. Mechanical Bride (6:40)
6. Wind, Sand And Stars (5:07)
7. Brand New (4:40)
8. This World (5:19)
9. Rebecca (4:20)
10. The Silk Road (5:253)

Bonus Tracks Special Edition:

11. Pollution B (0:59)
12. Fire Island (5:24)
13. Marijuana, Assassin Of Youth (5:49)
14. Come Away (3:12)
15. The Moon Under The Water (2:14)
16. Serpentine Song (6:52)
17. If You Only Know (2:25)

Gesamtspieldauer: 1:12:53



„To Watch The Storms” heißt das sechzehnte Studioalbum des englischen Gitarristen und Sängers Steve Hackett. Das Album wurde am 9. Juni 2003 auf dem Plattenlabel Camino Records veröffentlicht und erschien später erneut auf InsideOut Music. Das Artwork stammt einmal mehr von seiner damaligen Frau Kim Poor.

„To Watch The Storms” ist mit Sicherheit eines der abwechslungsreichsten Alben des Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett. Auf der Platte hört man Folk-Anleihen, Progressive Rock, Blues, Rock, Pop, spanische Klänge, sphärische Klänge, Zirkusmusik, experimentelle Musik, jazzige Passagen und und und. Zudem ist mit dem Titel „The Devil Is An Englishman“ sogar eine Cover-Version vorhanden, die ursprünglich von Thomas Dolby stammt. Langweile wird damit beim Hören der Musik auf „To Watch The Storms” nie aufkommen, ganz einheitlich erweist sich die Scheibe dadurch aber natürlich auch nicht. Von wunderschönen Melodien bis hin zu fast verstörenden Passagen gibt es die ganze Bandbreite auf dem Album zu entdecken. Dementsprechend ist es kaum möglich, für alles gleich den eigenen Zugang zu finden. Einiges auf „To Watch The Storms” möchte erschlossen werden. Teilweise erschließt sich einem die Musik leider aber auch nie vollends – oder man verfügt über einen extrem breit gefächerten Musikgeschmack.

Mich persönlich überzeugen am meisten die eher eingängigen Titel und Blues mag ich von Steve Hackett schon mal gar nicht hören, dazu würde ich mir andere Bands oder Musiker auflegen. Somit heißen meine Favoriten auf dem Album „Strutton Ground“, „Circus Of Becoming”, „Wind, Sand And Stars”, „Brand New“ oder „Rebecca“. Alles Titel, die eine besondere Melodie aufweisen, die eingängig sind und auch einen gewissen Wiedererkennungswert beinhalten. Erwähnenswert sind an dieser Stelle auch die vielen Zitate, denen sich Steve Hackett bedient. Da hört man seine eigene Vergangenheit heraus, mal etwas mehr King Crimson, dann wieder etwas Yes. All dies allerdings in einer Art und Weise, die nicht nach billiger Kopie klingt, sondern nach guter Interpretation.

Fazit: „To Watch The Storms” von Steve Hackett ist ein Album geworden, welches man sich erschließen muss. Hier ist nichts mit dem ersten Mal des Hörens „erledigt“. Die Musik auf der Platte wächst definitiv mit jedem weiteren Durchlauf. Zudem sind die Lieder in vielen unterschiedlichen musikalischen Genres verwurzelt, die eine sehr große Bandbreite moderner und populärer Musik abdecken. Das mag zum einen uneinheitlich klingen, zum anderen jedoch auch spannend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Circus Of Becoming, Wind, Sand And Stars, Brand New, Rebecca



Freitag, 1. Februar 2019

A Perfect Circle – Thirteenth Step




A Perfect Circle – Thirteenth Step


Besetzung:

Maynard James Keenan − lead vocals, executive producer, artwork direction
Billy Howerdel − guitar, backing vocals, production, engineering
Josh Freese − drums
Jeordie White − bass


Gastmusiker:

Troy Van Leeuwen − guitar (on "The Package", "Vanishing" and "Gravity")
Paz Lenchantin - strings (on "Gravity")
Danny Lohner – guitar (on "The Noose"), additional production
The Section Quartet – strings (on "The Nurse Who Loved Me" and "A Stranger")
Jarboe – vocals (on "The Noose" and "Lullaby")
Devo H. Keenan – backing vocals (on "Pet")
K. Patrick Warren – instrumentation on "The Nurse Who Loved Me"
Jon Brion – instrumentation on "The Nurse Who Loved Me"


Label: Virgin Records


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Alternative Rock, Rock


Trackliste:

1. The Package (7:40)
2. Weak and Powerless (3:15)
3. The Noose (4:53)
4. Blue (4:13)
5. Vanishing (4:51)
6. A Stranger (3:12)
7. The Outsider (4:06)
8. Crimes (2:35)
9. The Nurse Who Loved Me (4:06)
10. Pet (4:34)
11. Lullaby (2:01)
12. Gravity (5:06)

Gesamtspieldauer: 50:34



„Thirteenth Step“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Rockband A Perfect Circle, welches am 16. September 2003 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht wurde. Auch dieses Album der Band war sehr erfolgreich, erreichte in der Premierenwoche Platz 2 der US Billboard 200 Charts und blieb 78 Wochen lang in diesen vertreten. Mit den Liedern „Weak And Powerless“, „The Outsider“ sowie „Blue“ wurden insgesamt drei Titel als Singles ausgekoppelt.

„Thirteenth Step“ ist ein Konzeptalbum über die verschiedenen Aspekte von Süchten und die Überwindung dieser. Der Titel des Albums selbst ist ein Verweis auf das 12-stufige Programm der Anonymen Alkoholiker. Die Musik auf dem Album ist nicht mehr ganz so „hart“ wie noch auf dem Debut Album „Mer De Noms“. Selbstverständlich hört man hier immer noch Rock, Alternative Rock genau genommen. Doch dieser ist weicher und sanfter geworden. Die Melodien sind stärker ausgearbeitet und treffen das Ohr noch ein wenig besser und auch eingängiger. Die Musik auf der Platte klingt dabei nun deutlich weniger als jene von Tool. Nun erinnert nur noch die Stimme von Sänger Maynard James Keenan an die Gemeinsamkeit der beiden Bands.

Viele der Lieder gehen ins Ohr, ganz egal ob sie eher rockig oder sanfter eingespielt wurden. Die Höhepunkte auf „Thirteenth Step“ heißen „The Package“, „The Noose“, „A Stranger“ sowie „The Nurse Who Loved Me“ und decken damit auch die gesamte Bandbreite der Musik von A Perfect Circle auf diesem Album ab. Da hört man harten Rock und sanfte Töne, die durch den Einsatz von Streichern noch lieblicher klingen. Die Abwechslung auf diesem Album wird großgeschrieben und weiß in allen ihren Ausprägungen zu überzeugen.

Fazit: Das zweite Album der US-amerikanischen Band A Perfect Circle mit dem Titel „Thirteenth Step“ ist ein etwas Sanfteres geworden, als noch das Debut der Band. Die Lieder gehen ein wenig schneller ins Ohr, klingen allesamt eingängig und melodiös. Dabei spielt auch die Abwechslung auf dieser Scheibe eine große Rolle, die das Album trotzdem homogen klingen und keineswegs konstruiert klingen lässt. Macht Spaß und bietet für viele etwas. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Package, The Noose, A Stranger, The Nurse Who Loved Me



Samstag, 1. Dezember 2018

Cliff Richard – Cliff At Christmas




Cliff Richard – Cliff At Christmas


Besetzung:

Cliff Richards – vocals


Gastmusiker:

Dave Arch – orchestration
Pete Beachill – trombone
Mike Brignardello – bass
Stuart Brooks – trumpet
Chris Cameron – orchestral arrangements
Alex Charles – background vocals
Lizzie Deane – background vocals
Timothy Eames – programming
Hazel Fernandez – background vocals
Pete Gordeno – keyboards
John Hammond – drums
Mike Haughton – saxophone
Stephen Hussey – orchestral arrangements, strings
Dave Laudat – background vocals
Lee McCutcheon – programming
Jerry McPherson – guitar
John McPherson – guitar
Michael Mellett – background vocals
Paul Moessl – keyboards
The Nashville String Machine – strings
Amanda Omartian – background vocals
Michael Omartian – keyboards
Phil Palmer – guitar
Jeff Richman – guitar
Anne Skates – vocal arrangement, vocal director
Kara Tualatai – background vocals
Urban Soul Orchestra – horn, strings
Michelle Wolf – background vocals
Gavyn Wright – orchestra leader


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Pop


Trackliste:

1. Have Yourself A Merry Little Christmas (4:16)
2. Mistletoe & Wine (4:05)
3. Walking In The Air (4:19)
4. Little Town (4:08)
5. Mary’s Boy Child (with Helmut Lotti) (3:38)
6. Christmas Is Quiet (4:20)
7. Let It Snow (3:33)
8. Saviour’s Day (4:53)
9. White Christmas (3:16)
10. Silent Night (5:28)
11. Santa’s List (4:39)
12. When A Child Is Born (3:35)
13. Come To Us (4:33)
14. The Christmas Song (Merry Christmas To You) (4:12)
15. We Should Be Together (4:25)
16. Winter Wonderland (2:53)
17. The Millennium Prayer (4:39)

Gesamtspieldauer: 1:11:01




Am 17. November 2003, passend zur Vorweihnachtszeit, erschien das 35. Studio-Album des englischen Sängers Cliff Richard mit dem Titel „Cliff At Christmas“ auf dem Plattenlabel EMI. Darauf zu hören sind acht neue Titel sowie neun bereits veröffentlichte Stücke des Cliff Richard. Darunter sind auch Cliff Richards Interpretationen von bekannten Weihnachtsliedern wie „White Christmas“ oder „Silent Night“.

Diese Platte stellt eine sehr seltsame Zusammenstellung mehr oder weniger stimmungsvoller Lieder dar, die das Thema „Weihnachten“ beinhalten. Die Lieder sind dabei manchmal mit klassischen Instrumenten eingespielt worden, manchmal mit dem Keyboard. Das klingt dabei mitunter fast schon grausam, wenn man die englische Version von „Stille Nacht, Heilige Nacht“ mit synthetischen Beats versehen hört. Unfassbar schlecht. In weihnachtliche Stimmung wird man beim Hören der Platte kaum verfallen, da sich sanftere mit poppigeren Liedern abwechseln und vermischen. Das klingt alles künstlich, synthetisch und es tut einem fast leid um so manches Weihnachtslied. Cliff Richard baut hier keine weihnachtliche Stimmung auf, er zerstört sie auf brutale Art und Weise.

Einzig das poppig bis rockige „Walking In The Air“ kann auf „Cliff At Christmas“ gefallen. Allerdings ist das wiederum ein Lied, welches absolut null weihnachtliche Atmosphäre verströmt, sondern in seinem sich langsam aufbauenden Bombast, wie ein eingängiges und poppiges Lied klingt, welches zu jeder Jahreszeit aus dem Radio erklingen könnte. Ansonsten wird es wahrlich schwer, auf dieser Scheibe noch etwas Nettes oder Schönes oder Stimmungsvolles zu entdecken. Um an dieser Stelle überhaupt noch Lieder zu erwähnen, die ein winziges bisschen gelungener klingen und deutlich weniger peinlich sind, seien hier noch die beiden Nummern „Little Town“ und „Santa’s List“ angeführt.

Fazit: „Cliff At Christmas“ ist eine Platte, die einem die Vorweihnachtszeit oder gar den Heiligen Abend so richtig zerstören kann. Wie man glauben kann, Weihnachtslieder auf dem Keyboard im synthetischen Klang einspielen zu können, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Jeder deutsche Kirchenchor erzielt hier mehr Atmosphäre. Doch den Engländern schien es tatsächlich zu gefallen. Sie lieben ihren Cliff eben. Im Jahr 2017 war es immer noch das „Weihnachts-Album“, welches sich in Großbritannien im 21. Jahrhundert am drittbesten verkaufte. Ganze 408.000 Mal passierte das. Ein Punkt.

Anspieltipps: Walking In The Air



Freitag, 31. August 2018

No-Man – Together We’re Stranger




No-Man – Together We’re Stranger


Besetzung:

Tim Bowness – vocals, words
Steven Wilson – instruments, harmony vocals


Gastmusiker:

Ben Castle – clarinet, bass clarinet, flute
David Picking – trumpet (1,2), electronics (1,2,3,4), percussion (2,5,9)
Michael Bearpark – guitar solo (1)
Stephen Bennett – noise (1), organ and cymbal (6)
Peter Chilvers – space-bass (1,2), bass (6)
Roger Eno – harmonium (5,8)


Label: KScope (ursprünglich Snapper Music)


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Post Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Together We’re Stranger (8:32)
2. All The Blue Changes (7:49)
3. The City In A Hundred Ways (2:23)
4. Things I Want To Tell You (9:06)
5. Photographs In Black And White (10:03)
6. Back When You Were Beautiful (5:07)
7. The Break-Up For Real (4:39)

Bonus Tracks (Ursprünglich nur auf der Vinyl-Ausgabe des Albums)

8. Bluecoda (2:33)
9. The Break-Up For Real – Drum Mix (4:03)

Gesamtspieldauer: 54:19




„Together We‘re Stranger“ heißt das fünfte Studioalbum der englischen Band No-Man, bestehend aus Tim Bowness und Steven Wilson. Das Album wurde am 2. September 2003 ursprünglich auf dem Plattenlabel Snapper Music veröffentlicht, die Wiederveröffentlichung erschien im Jahr 2014 auf dem Label KScope.

Die ersten vier Lieder auf „Together We‘re Stranger“ gehen ineinander über und bilden eine sehr atmosphärische Einheit, die an mancher Stelle nahe am Ambient angelehnt ist, ohne dieses musikalische Genre wirklich widerzuspiegeln. Man hört viel Mellotron und Synthesizer, jedoch auch Gitarre sowie Gesang. Das klingt alles so wunderschön intensiv und dabei absolut relaxt. In den drei folgenden Stücken stehen dann mehr die Akustikgitarre und auch die Klarinette des Ben Castle im Vordergrund. Auch jetzt weiß die Musik zu überzeugen, geht schnell ins Ohr und führt einen durch traumhafte Landschaften. Die Lieder werden dabei rhythmischer und die Melodien deutlich variabler.

Insgesamt klingt „Together We‘re Stranger“ sehr nach den eher ruhigen Titeln, die Steven Wilson für seine Band Porcupine Tree schrieb. Auch dieser leichte Ambient Charakter mancher Stücke, die man auf früheren Porcupine Tree Alben zu hören bekommt, führt zwangsläufig zu Vergleichen. Würde „Together We‘re Stranger“ unter der „Überschrift“ Porcupine Tree laufen, wäre es zwar eine sehr ruhige und atmosphärisch dichte Platte geworden, die im damaligen Kontext etwas außergewöhnlich geklungen hätte, jedoch so richtig überrascht hätte diese Platte keine Hörerin und keinen Hörer.

Schlecht hört sich nichts auf „Together We‘re Stranger“ an, vieles dafür wunderschön eingängig. Alles klingt sanft, sehr melodiös, das Ohr umgarnend. Eine dichte atmosphärische Stimmung geht dabei von jedem der Titel aus. Das macht durchaus Spaß, wenn es denn geschmacklich nicht immer krachen und rocken muss, denn nichts auf „Together We‘re Stranger“ rockt oder kracht. Höhepunkte sind das sehr intensive „All The Blue Changes“, welches sich in seinem Verlauf immer weiter steigert und dabei beweist, dass auch Monotonie packend klingen kann. Dann wäre da noch der längste Titel des Albums „Photographs In Black And White“ zu erwähnen. Hier klingen No-Man nun am intensivsten und am packendsten – obwohl die Musik auch bei diesem Titel alles andere als „laut“ wird.

Der ursprünglichen Vinyl-Ausgabe der Platte waren noch zwei Zugaben hinzugefügt worden. Dabei handelt es sich um das sehr eingängige und sanfte „Bluecoda“ sowie eine Version von „The Break-Up For Real“, die dieses Mal mit einem Schlagzeug unterlegt wurde. Diese beiden Zugaben finden sich auch auf den Wiederveröffentlichungen des Albums.

Fazit: Ein atmosphärisch sehr dichtes Album ist „Together We‘re Stranger“ von No-Man, der Band von Tim Bowness und Steven Wilson geworden. Die Musik ist zu jeder Stelle sanft, melodiös und eingängig. Mitunter nähert sie sich sogar dem Genre des Ambient an, Gesang und Melodiebögen verhindern allerdings die Eingruppierung des Albums in dieses musikalische Genre. Wer die ruhigeren Lieder von Porcupine Tree mag und allgemein auch den sanften musikalischen Tönen etwas abzugewinnen weiß, die oder der wird an „Together We‘re Stranger“ von No-Man jede Menge Gefallen finden. Elf Punkte.

Anspieltipps: All The Blue Changes, Photographs In Black And White



Sonntag, 22. Juli 2018

Regina Spektor – Soviet Kitsch




Regina Spektor – Soviet Kitsch


Besetzung:

Regina Spektor – piano, voice, rhodes, drumstick, percussion, whispers


Gastmusiker:

Jane Scarpantoni – cello (1)
Alan Bezozi – heart (1), drums (3), percussion (6)
Oren Bloedow – guitar (3)
Graham Maby – bass (3, 6)
4x4 String Quartet – strings (5, 11)
Gordon Raphael – percussion (6)
Bear Spektor – whispers (7)
Kill Kenada – backing punk band (8)


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 2003 (Selbstveröffentlichung); 2004 (auf Sire Records)


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Ode To Divorce (3:43)
2. Poor Little Rich Boy (2:27)
3. Carbon Monoxide (4:59)
4. The Flowers (3:54)
5. Us (4:52)
6. Sailor Song (3:15)
7. *** (0:44)
8. Your Honor (2:10)
9. Ghost Of Corporate Future (3:21)
10. Chemo Limo (6:04)
11. Somedays (3:21)

Gesamtspieldauer: 38:56




„Soviet Kitsch“ heißt das dritte Album der in Moskau geborenen, als Kind aufgewachsenen und inzwischen US-amerikanischen Musikerin Regina Spektor. Ursprünglich veröffentlichte die Sängerin und Pianistin das Album im Jahr 2003 im Eigenvertrieb. Doch dann wurde das Major-Label Sire Records, welches zum Warner Brothers Konzern gehört, auf die Scheibe aufmerksam und die Platte erschien im Jahr 2004 erneut.

Auf „Soviet Kitsch“ hört man sehr unangepassten Art Rock, dominiert vom Gesang und dem Piano-Spiel der Regina Spektor. Oftmals sind dies auch die einzigen „Instrumente“, die während der Umsetzung der Musik zu hören sind. Und genau darin liegt auch die Stärke in der Musik der Regina Spektor, die es schafft wunderschöne Melodien zu erschaffen, welche ins Ohr gehen und dabei nur über sehr wenige Ressourcen verfügen. Kleine Experimente werden dabei nicht ausgelassen. So besteht „Poor Little Rich Boy“ hauptsächlich aus Perkussion, der einzelne Piano-Akkorde zugefügt wurden, über welche Regina Spektor hinwegsingt. „***“ besteht aus Geflüster und „Your Honor“ wird recht schräg und laut in Form eines Punk Liedes eingespielt.

Die Höhepunkte der Platte sind allerdings nicht die experimentellen und auch nicht die seltenen lauten Passagen auf „Soviet Kitsch“. Es sind die sanften und sehr melodiösen Stücke, die den größten Eindruck hinterlassen und besonders nachwirken. „Ode To Divorce“, „Us“ sowie „Chemo Limo“ sind hier besonders zu nennen, wobei während letztgenannten Titel auch entsprechend dem Titel „Chemo Limo“ sogar auch ein klein wenig experimentiert wird.

Fazit: Ein sehr schönes und zumeist sehr sanftes Album ist Regina Spektor mit „Soviet Kitsch“ gelungen. Die Musik klingt zumeist sehr melodiös, verspielt und verträumt. Gesang und Piano stehen zumeist im Vordergrund der Lieder. Sehr schöne Melodien entwickeln sich auf „Soviet Kitsch“ sehr langsam und wissen zu gefallen und nachzuhallen, wenn man auch gerne auf die sanfteren Töne steht. Ein klein wenig Musik zum Träumen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Ode To Divorce, Us, Chemo Limo



Sonntag, 1. Juli 2018

Ronan Keating – Turn It On




Ronan Keating – Turn It On


Besetzung:

Ronan Keating – vocals


Gastmusiker:

Paul Barry – guitar, vocals (background)
Liam Bradley – drums, percussion, vocals (background)
Paul Bushnell – bass
Brandon Christy – guitar, programming
Rob Davis – guitar, keyboards, programming
Terence Elliott – guitar (electric)
David Frank – drums, keyboards, pipe organ
Reece Gilmore – programming
James Hallawell – keyboards, programming
Wayne Hector – vocals (background)
Steve Jones – guitar
Charles Judge – keyboard programming
Kieran Kiely – accordion
Shawn Lee – drums, percussion
Yvonne John Lewis – vocals (background)
Peter Lockett – percussion, programming
London Session Orchestra – orchestration
Calum MacColl – guitar, vocals (background)
Wil Malone – string arrangements, string conductor
Cliff Masterson – piano, string arrangements, string conductor
Paul Meehan – programming
Dominic Miller – guitar
Richard Niles – string arrangements, string conductor
Adam Phillips – guitar
Tim Pierce – guitar (electric)
Janet Ramus – vocals (background)
Brian Rawling – drums
Mark Read – vocals (background)
LeAnn Rimes – vocals
Steve Robson – guitar, keyboards
Mark Smith – bass
Ren Swan – programming
Rohan Thomas – keyboards
Paul Turner – bass
John Wood – guitar, programming
Gavyn Wright – string conductor


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Pop


Trackliste:

1. Turn It On Again (3:18)
2. Lost For Words (3:48)
3. She Gets Me Inside (3:19)
4. First Time (4:13)
5. Last Thing On My Mind (3:57)
6. Let Her Down Easy (4:33)
7. Back In The Day (3:17)
8. She Believes (In Me) (4:08)
9. On My Way (4:15)
10. The Best Of Me (3:53)
11. Hold You Now (4:00)
12. This Is Your Song (4:02)
13. I Wouldn't Change A Thing (3:44)
14. Give You What You Want (3:29)

Gesamtspieldauer: 54:02




„Turn It On“ heißt das dritte Studio-Solo-Album des irischen Sängers und Ex-Boyzone Frontmanns Ronan Keating. Das Album erschien am 17. November 2003 auf dem Plattenlabel Polydor, eine Woche nach der ersten Single-Auskopplung „Lost For Words“, welche bis auf Platz 9 der britischen Charts kletterte. Zwei weitere Singles wurden aus dem Album veröffentlicht. Zum einen das Kenny Rogers Cover „She Believes (In Me)“ und das Duett mit der US-amerikanischen Country-Sängerin LeAnn Rimes, „Last Thing On My Mind“. Auch diese beiden Nummern erreichten die Top Ten der britischen Charts. Anders sieht das schon mit dem Album „Turn It On“ selbst aus, welches nur bis auf Platz 21 der britischen Charts stieg und bis heute das Album ist, welches sich von Ronan Keating am schlechtesten verkaufte. Seltsam, denn es ist besser als die beiden Vorgänger, zumindest minimal.

Es hatte sich ein klein wenig getan in der Musik des Iren. Unter anderem hatte Ronan Keating selbst viele Lieder auf „Turn It On“ mitkomponiert. Der kompositorische Beitrag des Gregg Alexander, der das vorherige Album fast vollständig im Alleingang komponiert hatte und hier noch als Produzent in Erscheinung tritt, war stark zurückgefahren worden. Dazu gibt es auf „Turn It On“ erste rockige Ansätze. Nicht viele, allerdings sind sie vorhanden. Das war es allerdings dann auch schon an „Neuigkeiten“. Die Musik selbst ist immer noch unglaublich belanglos und langweilig, schwülstig und auf die schnelle Eingängigkeit hin getrimmt. Da helfen auch ein paar rockigere Töne nicht unbedingt weiter, die es aber immerhin gibt. Zumindest etwas Abwechslung. Nicht geändert haben sich allerdings die textlichen Grausamkeiten, die hier den Hörerinnen und Hörern geboten werden. Immer nur das Thema „Liebe“. Glückliche Liebe, traurige Liebe, erfüllende Liebe, verzweifelte Liebe und so weiter und so fort. Es ist einfach schlecht, so unglaublich schlecht.

Ich kann bei solcher Musik keine Höhepunkte erkennen, da es auch keine gibt. Die Lieder ähneln sich sehr. Vielleicht sind sie sogar identisch, wer weiß das schon, das Thema „Liebe“ übertüncht alles. An dieser Stelle sei allerdings dann doch das Lied „On My Way“ erwähnt, da es über ein Gitarrensolo verfügt. Ansonsten viele Streicher, Schleim… Ach, das hatten wir ja schon. Nun, genauso wenig wie es Höhepunkte gibt, so gibt es Ausreißer nach unten, denn viel tiefer geht es einfach nicht. Schlimm.

Fazit: Die Musik des Ronan Keating wurde für junge Mädchen gemacht und hat dort auch ihre Spuren in Form von guten Verkaufszahlen hinterlassen. Wer einen gewissen Anspruch an die Musik stellt, wird ihn in vielen Liedern und Alben finden, sicher jedoch nicht in denen des Ronan Keating. Möchte man gute Musik und keinen kommerziellen Einheitsbrei erleben, so macht man beim Hören von „Turn It On“ einen großen Fehler. Die Lieder des Iren sind praktisch durchgehend langweilig und belanglos. Musik kann schön, jedoch auch grausig sein. Drei Punkte.

Anspieltipps: On My Way