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Freitag, 31. März 2017

Mazzy Star – She Hangs Brightly




Mazzy Star – She Hangs Brightly


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Peter Blegvad
William Cooper
Keith Mitchell
Anthony Moore
Paul Olguin
David Roback
Hope Sandoval


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Dream Pop, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Halah (3:16)
2. Blue Flower (3:35)
3. Ride It On (3:01)
4. She Hangs Brightly (6:24)
5. I'm Sailin' (3:13)
6. Give You My Lovin' (3:50)
7. Be My Angel (3:17)
8. Taste Of Blood (5:37)
9. Ghost Highway (3:28)
10. Free (3:11)
11. Before I Sleep (2:10)

Gesamtspieldauer: 41:04




„She Hangs Brightly“ heißt das Debut-Studioalbum der US-amerikanischen Band Mazzy Star. Die Platte wurde ursprünglich im Jahr 1990 auf Rough Trade Records veröffentlicht und erschien dann im selben Jahr nochmals bei Capitol Records. „Halah“, das erste Lied des Albums erschien zudem als Single und kletterte immerhin bis auf Platz #19 der Billboard Alternative Songs Charts. Auf „She Hangs Brightly“ hört man den für Mazzy Star so typischen Dream Pop, der zum Teil etwas psychedelisch angehaucht ist.

Die Lieder von Mazzy Star auf „She Hangs Brightly“ klingen allesamt sehr weich. Dabei hören sie sich allerdings auch leicht unterkühlt und ein wenig psychedelisch an. Bestes Beispiel hierfür ist auch der Titeltrack „She Hangs Brightly“. Orgel, Bass und Gitarre spielen einen in völlig andere, seltsame Welten, dazu der monotone Gesang der Hope Sandoval und fertig ist ein wahrlich psychedelisches Rock-Lied. Ich finde die häufig gezogenen Vergleiche anderer Bands zu Pink Floyd meistens nicht nachvollziehbar, in diesem Falle und bei diesem Lied passt das allerdings perfekt. Dieser Titel hätte auch auf den einer der ersten beiden Salben von Pink Floyd Platz gefunden, der Rest auf dem Album allerdings sicherlich nicht.

Ansonsten wirkt die Musik von Mazzy Star auf eine ganz eigene Art und Weise. Sie bricht nie aus, ist nicht übermäßig melodiös, an manchen Stellen klingt das sogar ein wenig monoton und so sehr unterkühlt, dass man fast schon von steril sprechen muss. Unterhalten wird man allerdings von Mazzy Star auf „She Hangs Brightly“. An manchen Stellen wird die Slide Gitarre etwas überstrapaziert eingesetzt, trotzdem gibt es kein Lied, welches man überspringen sollte, denn die Musik von Mazzy Star wirkt. Das empfand auch Kurt Cobain so, denn in seiner Liste der besten 50 Alben aller Zeiten, die er im Jahr 1993 zusammenstellte, findet sich auch „She Hangs Brightly“ von Mazzy Star.

Fazit: Sanften Dream Pop mit einem kleinen Hang hin zum Psychedelic Rock bekommt man auf dem Debut Album „She Hangs Brightly“ von Mazzy Star geboten. Die Musik wirkt zart und leicht unterkühlt, geht dabei manches Mal Wege, die ein Lied nicht mehr „radiotauglich“ werden lassen und macht den Sound von Mazzy Star dabei so unverwechselbar. Hörerinnen und Hörer, die auf unaufgeregte Musik stehen, die auch mal andere Wege sucht und geht, dürften mit dieser Scheibe viel Spaß haben. Neun Punkte.

Anspieltipps: She Hangs Brightly, Be My Angel



Sonntag, 18. Oktober 2015

Mazzy Star – Among My Swan




Mazzy Star – Among My Swan


Besetzung:

David Roback – guitars, keyboard
Hope Sandoval – vocals, harmonica, percussion


Gastmusiker:

William Cooper – strings
Jill Emery – bass
Keith Mitchell – drums
William Reid – additional guitar on "Take Everything"
Aaron Sherer – drums on "Take Everything" and "Still Cold"


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Ambient, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Disappear (4:04)
2. Flowers In December (4:57)
3. Rhymes Of An Hour (4:12)
4. Cry, Cry (3:58)
5. Take Everything (4:53)
6. Still Cold (4:48)
7. All Your Sisters (5:16)
8. I've Been Let Down (3:17)
9. Roseblood (4:51)
10. Happy (3:58)
11. Umbilical (4:59)
12. Look On Down From The Bridge (4:47)

Gesamtspieldauer: 54:06




Langsam, ruhig, gefühlvoll, so klingt „Among My Swan“, das dritte Album von Mazzy Star. Im Oktober 1996 wurde es veröffentlicht und es sollte danach 17 weitere Jahre dauern, bis die vierte Scheibe der Band veröffentlicht werden sollte. Die beiden oben genannten musikalischen Genres treffen auf dieses Album durchaus sehr treffend zu. So ein wenig in die Richtung Ambient geht die Musik auf „Among My Swan“ durchaus, auch wenn Hope Sandoval jedes Lied mit ihrer warmen du zarten Stimme bereichert, wohingegen Ambient Musik häufig rein instrumental gehalten ist.

Nun, „Among My Swan“ ist ein absolut unaufgeregtes Album geworden, eine Platte zum Entspannen und Ausruhen. Hört man diese Musik auf dem Sofa, kann es durchaus passieren, dass man hinübergleitet in Traumwelten und erst viel später wieder aus einem erholsamen Schlaf erwacht. Das soll allerdings keinesfalls bedeuten, dass die Musik, die Mazzy Star hier ihren Hörerinnen und Hörern anbieten, langweilig oder einschläfernd ist. Vielmehr ist sie eben so etwas von relaxt, von entspannt, dass der Körper auf diese Klänge einfach reagieren muss.

Allerdings ist auch das psychedelische Moment auf dieser Scheibe enthalten. Vor allem gegen Ende der Platte gibt es da mit „Roseblood“ und „Umbilical“ zwei Nummern, die deutlich in diese Richtung tendieren. Hier klingt die Musik von Mazzy Star nun plötzlich nicht mehr eingängig und harmonisch, sondern durchaus etwas experimentell und eben psychedelisch. Gehen die sanften Titel sonst sofort ins Ohr, so klingt das Ganze jetzt ein wenig verschroben was allerdings durchaus eine gewisse Vielfältigkeit auf dem Album entstehen lässt.

Fazit: Allen Menschen, die sanfte, melodiöse, zurückhaltende, ruhige und weiche Musik  mögen, denen wird dieses Album von Mazzy Star bestens gefallen. Großartige Geschwindigkeit gibt es auf „Among My Swan“ nicht. Alles klingt gechillt und entspannt. Und wenn doch mal ein anderer Wind auf dieser Platte weht, dann ist es ein psychedelischer bis experimenteller. Schön klingt es allemal. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Rhymes Of An Hour, Look On Down From The Bridge



Montag, 5. Oktober 2015

Mazzy Star – So Tonight That I Might See




Mazzy Star – So Tonight That I Might See


Besetzung:

Hope Sandoval – vocals, harmonica, guitar
David Roback – guitar


Gastmusiker:

Jason Yates – bass guitar
Keith Mitchell – drums
William Cooper – strings


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Psychedelic Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Fade Into You (4:55)
2. Bells Ring (4:32)
3. Mary Of Silence (6:02)
4. Five String Serenade (4:24)
5. Blue Light (5:10)
6. She's My Baby (4:25)
7. Unreflected (3:42)
8. Wasted (5:31)
9. Into Dust (5:36)
10. So Tonight That I Might See (7:19)

Gesamtspieldauer: 51:40




Mazzy Star, diese Band aus Santa Monica, Kalifornien, USA, läuft bei vielen Menschen unter dem Label Alternative Rock. Aber ist das wirklich noch Alternative Rock, den man hier zu hören bekommt? Im Falle ihres zweiten Albums mit dem Titel „So Tonight That I Might See“, würde ich das zu großen Teilen in Abrede stellen. Hier hört man sehr viel mehr Psychedelic Rock als Alternativ Rock.

Allerdings ist dieser Psychedelic Rock nicht irgendwie verschroben, besonders frickelig oder kompliziert und abgefahren. Das ist andere Musik als jene, die Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts ihre Hochzeit hatte. Es ist die gesamte Stimmung, die Atmosphäre, die hier transportiert wird, die dieses Album zu etwas wirklich sehr Eindringlichen werden lässt. Die Lieder sind zumeist sehr ruhig gehalten, größtenteils sehr melodiös, allerdings hängt ihnen oftmals eine riesige Portion Traurigkeit mit an, die einen wahrlich ergreift. Das ist November-Musik, wenn es denn dieses musikalische Genre geben würde.

Die psychedelische Komponente kommt vor allem dadurch zum Tragen, dass viele der Titel Mantra-artig ein bestimmtes Thema wiederholen. Wenige Akkorde, die immer wieder gespielt werden, die irgendwann eine Art redundante Monotonie erzeugen, welche entsprechend laut gehört, die Wirkung von bewusstseinserweiternden Drogen zu übernehmen scheint. Dazu gesellt sich die sehr melancholische Stimme der Hope Sandoval und fertig ist der Cocktail, der einen ganz tief eintauchen lässt in all jene Stimmungen, die man gerade zulassen möchte. Dies werden jedoch wohl hauptsächlich süße Melancholie oder Sentimentalität sein, Party-Musik ist das sicherlich nicht, was Mazzy Star hier ihren Zuhörern kredenzen.

Fazit: Sehr eindringliche, ruhige, getragene und auch traurige Musik gibt es auf „So Tonight That I Might See“ zu hören. Sowohl Gesang, wie Instrumentierung werden auf der Platte überaus zurückhaltend eingesetzt, was diese etwas dunklere Stimmung natürlich noch ein wenig verstärkt. Für Menschen, die an Herbstdepressionen leiden, definitiv nicht geeignet, das könnte gefährlich werden. Allgemein allerdings sehr überzeugend und lohnenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Mary Of Silence, Five String Serenade, Into Dust, So Tonight That I Might See