1. Chasing Rainbows / Das Träumen Hinterher (4:23)
2. Esoteric Eric (5:48)
3. Gone With The Wind / Hinfort Mit Dem Wind (5:49)
4. Jay Guru Dev (5:09)
5. In The Inn Of Sixth Sense/ In der Herberge Zum Sechsten Sinn (5:25)
6. Prickel Pit (6:50)
7. In The Labyrinth Of The Mind / Im Irrgarten Des Geistes (4:48)
8. Saxoflow (5:42)
Gesamtspieldauer: 43:57
Achim Reichel war den neuen technischen Möglichkeiten in der Musik schon immer sehr zugetan. Sonst hätte er wohl auch nie A.R. & Machines gegründet. Im Jahr 1995 machte er dann Bekanntschaft mit einem computergestützten Hard Disc Recording System. Zusammen mit Michael Wehr, der sich die Vertriebsrechte für einen solchen Rechner namens „Audioframe“ gesichert hatte, bereitete Achim Reichel einige seiner Lieder im Jahr 1996 neu auf – unter Zuhilfenahme eben jener neuen technischen Möglichkeiten.
Das Ergebnis, welches man auf „Transformation (Remixe 96)“ zu hören bekommt, bewegt sich in einem Bereich, der mit Psychedelic Rock nur noch sehr wenig zu tun hat. Man hört auf dieser Scheibe Synthesizer-Musik, die oftmals poppig klingt und an manchen Stellen sogar tanzbar ist. Muss man mögen oder eben nicht. An manchen Stellen klingt das ganz interessant, „Esoteric Eric“ und „In The Inn Of Sixth Sense/ In der Herberge Zum Sechsten Sinn“ seien an dieser Stelle genannt. Wenn ein Lied wie „In The Labyrinth Of The Mind / Im Irrgarten Des Geistes“ allerdings mit künstlichen Streichern überfrachtet wird, finde zumindest ich da deutlich schlechter einen Zugang zu. Und solch poppige Nummern wie „Prickel Pit“ mögen für die Disco oder den Club sicherlich geeignet sein, Begeisterungsstürme werden damit allerdings nicht mehr erzeugt.
Fazit: Lieder mit den neuen technischen Möglichkeiten zu bearbeiten gerade, wenn es sich um Instrumentalmusik handelt, ist definitiv eine interessante Angelegenheit, zumal dadurch fast ganz neue Lieder zu entstehen scheinen. Nicht immer klingt das allerdings restlos überzeugend. Und genau das ist auch mit den überarbeiteten Stücken von Achim Reichel passiert. Klingt mal interessant, mal irgendwie seltsam. Sehr viel Geschmackssache. Sieben Punkte.
Anspieltipps: Esoteric Eric, In The Inn Of Sixth Sense
„Dust“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Band Screaming Trees und wurde am 25. Juni 1996 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht. Mit dem Album tourten die Screaming Trees zwei Jahre, legten anschließend eine Pause ein und lösten sich schließlich im Jahr 2000 sogar auf.
Auf „Dust“ hört man Rock. Rock, der manchmal durchaus etwas härteren Art ohne, dass das Album eine reine Hard Rock oder gar Metal-Platte geworden wäre. Die Musiker der Screaming Trees schaffen es auf dem Album wunderbar, langsamere Passagen mit rockigeren Abschnitten in einem Lied selbst zu verbinden und ruhigere Lieder neben rockigen Stücken wirken zu lassen. Das klingt jederzeit eingängig und melodiös, obwohl dieser eine, dieser „richtige“ Ohrwurm nicht auf dem Album zu finden ist.
Die einzelnen Lieder besitzen alle Qualität und man hört sich das Album immer wieder gern an und auch in einem Zug durch, denn Ausfälle finden sich auf „Dust“ nicht. Mit jedem weiteren Durchlauf werden die Lieder zudem vertrauter und erklingen nochmals eingängiger. Genauso wenig wie es schlechte Lieder auf „Dust“ gibt, genauso wenig ragen einzelne Titel besonders hervor. Höhepunkt des Albums ist allerdings das Lied „Traveler“, welches leicht schräg klingt und dadurch noch ein wenig interessanter wird. Klasse hier auch der Einsatz des Mellotrons.
Fazit: Eine solide Platte ist „Dust“ geworden, das letzte zur Zeit des Bandbestehens veröffentlichte Album. Auf „Dust“ hört man gut gemachten Rock, der mit dem wiederholten Hören noch interessanter wird. Eine spannende und abwechslungsreiche Platte ohne die ganz großen Höhepunkte. Neun Punkte.
Rush – Test For Echo Besetzung: Geddy Lee – bass guitar, vocals, synthesizers Alex Lifeson – electric and acoustic guitars, mandola Neil Peart – drums, cymbals, hammer dulcimer Label: Atlantic Records Erscheinungsjahr: 1996 Stil: Rock Trackliste: 1. Test For Echo (5:56) 2. Driven (4:27) 3. Half The World (3:42) 4. The Color Of Right (4:48) 5. Time And Motion (5:01) 6. Totem (4:58) 7. Dog Years (4:55) 8. Virtuality (5:43) 9. Resist (4:23) 10. Limbo (5:29) 11. Carve Away The Stone (4:07) Gesamtspieldauer: 53:33
„Test For Echo“ nannte die kanadische Rockband Rush ihr sechzehntes Studioalbum, welches am 10. September 1996 auf dem Plattenlabel Anthem Records beziehungsweise auf Atlantic Records veröffentlicht wurde. Als Singles wurden die Lieder „Test For Echo“, „Half The World“ sowie „Driven“ ausgekoppelt, wobei vor allen Dingen der Titeltrack verkäufstechnisch erfolgreich war und in den USA Platz 1 der Mainstream Rock-Charts belegte.
Und genau da bewegt sich auch die Musik auf „Test For Echo“, im musikalischen, rockigen Mainstream. Besonders originell oder einfallsreich klingt das alles nicht mehr, sehr viel eher jedoch nach Hard Rock, der schnell mal überzeugen soll, um sich zu verkaufen – und dies leider an relativ vielen Stellen des Albums beziehungsweise in sehr vielen Liedern auf „Test For Echo“. Da bewegt man sich dann schon schnell im Bereich der meist aussagelosen, wenn nicht sogar langweiligen Musik, die man mal gehört, schnell wieder vergisst.
Trotzdem, auch auf „Test For Echo“ gibt es Lieder, die sich lohnen gehört zu werden. Da ist zum einen der Titeltrack, der abwechslungsreich und rockig zum Mitwippen animiert. Das folgende „Driven“ startet wie eine Nummer von AC/DC, eröffnet dann allerdings einen sehr melodiösen Teil, der gut ins Ohr geht. Auch „Virtuality“ überzeugt durch Härte gepaart mit Eingängigkeit – auf diese Art und Weise können Rush durchaus immer noch überzeugen. Schließlich sei an dieser Stelle das Instrumentalstück „Limbo“ erwähnt, welches den Gesamteindruck des Albums nochmals auflockert.
Fazit: Ein wenig zu viel Mainstream, denn Progressiv Rock ist das nun bestimmt nicht mehr. Trotzdem schaffen es Rush auf „Test For Echo“ immerhin mit ein paar Liedern zu überzeugen. Der Hard Rock wird in diesen, gelungenen Stücken zumeist mit Abschnitten melodiöser Musik kombiniert. Das hat was. Für Fans progressiver Musik ist da allerdings kaum was dabei, für Hard Rock Fans einiges und Rush Anhänger mögen „Test For Echo“ wahrscheinlich noch mehr. Aber da sind wir dann auch, bei einem Album für Rush Fans. Ansonsten mittelmäßig. Acht Punkte.
Stone Temple Pilots – Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop Besetzung: Scott Weiland – lead vocals, percussion on "Press Play" Dean DeLeo – guitar, bass on "Press Play" and "Big Bang Baby" Robert DeLeo – bass, guitar on "Press Play," "And So I Know" and "Daisy," backing vocals on "Big Bang Baby" and "Lady Picture Show," vibraphone and electric harpsichord on "And So I Know," percussion on "And So I Know" Eric Kretz – drums, percussion on "Pop’s Love Suicide," "Lady Picture Show" and "Art School Girl," piano on "Adhesive" Gastmusiker: Brendan O'Brien – piano on "Press Play" and "Big Bang Baby," percussion on "Pop’s Love Suicide," "Lady Picture Show," "Art School Girl" and "Seven Caged Tigers," organ and clavinet on "Art School Girl" Dave Ferguson – trumpet on "Adhesive" Label: Atlantic Records Erscheinungsjahr: 1996 Stil: Alternative Rock Trackliste: 1. Press Play (1:21) 2. Pop‘s Love Suicide (3:43) 3. Tumble In The Rough (3:18) 4. Big Bang Baby (3:23) 5. Lady Picture Show (4:08) 6. And So I Know (3:57) 7. Trippin‘ On A Hole In A Paper Heart (2:56) 8. Art School Girl (3:35) 9. Adhesive (5:34) 10. Ride The Cliché (3:17) 11. Daisy (2:18) 12. Seven Caged Tigers (4:15) Gesamtspieldauer: 41:51
„Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Stone Temple Pilots, welches am 26. März 1996 auf dem Plattenlabel Atlantic Records veröffentlicht wurde. Nach einer kurzen Pause im Jahr 1995 kam die Band wieder zusammen, um ihr drittes Studioalbum einzuspielen. Dieses nahmen die vier Musiker auf einer Ranch in Santa Ynez, Kalifornien auf, auf der sie während der Aufnahmen auch lebten.
Auf „Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ hört man keinen Grunge mehr, vielmehr ist auf dem Album Alternative Rock zu hören, der an den Rändern auch andere musikalische Genres streift. Die Musik auf der Platte wurde sowohl von Fans wie von Kritikern sehr gemischt aufgenommen. Nicht mehr alle waren begeistert, nur einige beeindruckt. Insgesamt wurden mit den Liedern „Big Bang Baby“, „Lady Picture Show“ und „Trippin' On A Hole In A Paper Heart“ drei Singles aus dem Album ausgekoppelt, die allesamt Platz 1 der US Mainstream Rock Charts erklommen.
„Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ ist musikalisch breiter aufgestellt als die Vorgängeralben. Dadurch klingt es sicherlich ein wenig uneinheitlicher, dafür auch ein wenig spannender. Neben Rock hört man da Shoegaze, poppige Töne und es swingt sogar mal. Ganz sicher ist die dritte Platte der Stone Temple Pilots auch ein kleines bisschen melodiöser geworden als die vorherigen Veröffentlichungen der Band. Nicht alle, doch einige der Lieder gehen schnell ins Ohr.
Insgesamt überzeugt „Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ durch seinen Ideen- und Abwechslungsreichtum. Es wird auch gerockt, wenn auch nicht mehr so, wie auf den Vorgängern. Mein Favorit der Platte ist auch eine poppig-rockige Mischung, das Lied „Lady Picture Show“. Die Nummer geht gut ins Ohr und erinnert ein wenig an die Beatles.
Fazit: Sehr logisch, dass dieses Album bei Fans der ersten beiden Platten nicht mehr so gut ankam. Auf „Tiny Music... Songs From The Vatican Gift Shop“ hört man keinen relativ einheitlichen Grunge mehr, sondern weit gefächerten Alternative Rock, der sich auch durch andere musikalische Genres inspirieren lässt. Das Coverbild deutet schon auf den Wandel hin, da sollte niemand mehr überrascht sein. Oder etwa doch? Neun Punkte.
Pendragon – The Masquerade Overture Besetzung: Nick Barrett – guitars, vocals, backing vocals Clive Nolan – keyboards Fudge Smith – drums Peter Gee – bass Gastmusiker: Tracy Hitchings – backing vocals Tina Riley – backing vocals Anthony Plowman – backing vocals, vocals on "Overture" Gwen Ross – backing vocals, vocals on "Overture" Simon Clew – backing vocals, vocals on "Overture" Label: Toff Records Erscheinungsjahr: 1996 Stil: Progressive Rock Trackliste: 1. The Masquerade Overture (3:03) 2. As Good As Gold (7:15) 3. Paintbox (8:38) 4. The Pursuit Of Excellence (2:36) 5. Guardian Of My Soul (12:41) 6. The Shadow (9:55) 7. Masters Of Illusion (12:51) Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2013: 8. Bird Of Paradise (6:54) 9. Midnight Running (7:45) 10. A Million Miles Away (3:16) Gesamtspieldauer: 1:14:59
Nun mit der englischen Band Pendragon ist das so eine Sache. Mitte der 80er Jahre gegründet, veröffentlichen die Briten relativ regelmäßig neue Studioalben. Inzwischen betragen die Abstände zwischen den einzelnen Veröffentlichungen zwar bereits mehrere Jahre, aber es gibt diese Veröffentlichungen eben noch. Meist sind diese Alben bei Hörerinnen und Hörern sehr umstritten. Zu weich, zu uninspiriert, nichts Neues. Progressive Rock neuerer Machart, der lediglich Altes aufgreift. NeoProg, wie man ihn bereits oft gehört hat. All das hört und liest man immer wieder. Eine Scheibe ragt dabei jedoch zumeist positiv bei den Kommentaren heraus. Die 1996er Veröffentlichung „The Masquerade Overture“ findet meist lobende Erwähnung.
Dies geschieht auch völlig zu Recht. Auf „The Masquerade Overture“ hört man zwar keinen Progressive Rock, der jetzt eine völlig neue Einfärbung dieses Genres enthält. Keinen Progressive Rock, der nicht auch an andere Bands dieses Genres erinnern würde. Nein, „The Masquerade Overture“ ist weder stilprägend geschweige denn stilbereitend. Doch das Album ist wunderschön anzuhören. Wer sehr harmonische und eingängige Melodien zu schätzen weiß, die oder der wird mit dieser Platte sehr viel Spaß haben.
Die Musik orientiert sich am Prog der 70er Jahre und schwelgt in Melodiösität. Dabei klingen die Lieder abwechslungsreich, sind spannend aufgebaut und vollführen in sich diverse Wandlungen. Das Spiel mit den Atmosphären und Stimmungen verstehen Pendragon auf „The Masquerade Overture“ auf das Allerbeste, sodass die gesamte Platte zu einer spannenden musikalischen Reise wird.
„The Masquerade Overture“ klingt vom der ersten bis zum letzten Akkord. Ausfälle gibt es keine zu beklagen, dafür umso mehr Höhepunkte. Dies sind – wie sollte es bei einem Album mit progressivem Rock auch anders sein? – die vier längsten Titel der Platte. „As Good As Gold“, „Paintbox“, „Guardian Of My Soul“ sowie „Masters Of Illusion“ sind alles vier Nummern, die das Herz des Fans des melodischen Progressive Rocks höherschlagen lassen. Die Musik klingt dabei deutlich nach den 70ern, keine Frage, auch wenn sie zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre nach den Vorbildern entstand. Plagiat? Kopie? Nein, eine schöne Ausweitung dieser Musik.
Fazit: So viele überragende Scheiben des Progressive Rocks gab es nun nicht in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. „The Masquerade Overture“ von Pendragon gehört definitiv mit zu den Höhepunkten dieses musikalischen Genres in den 90er Jahren. Ob es sein kann, dass bei dieser Bewertung auch ein wenig Nostalgie mitspielt, einem Nachhängen der Musik der 70er Jahre, da Pendragon hier lediglich bewährte Pfade beschreiten? Natürlich kann das sein. Sicher bin ich mir aber nicht. Im Grunde genommen auch völlig egal, die Musik wirkt. Zwölf Punkte.
Anspieltipps: As Good As Gold, Paintbox, Guardian Of My Soul, Masters Of Illusion
Korn – Life Is Peachy Besetzung: Jonathan Davis – lead vocals, bagpipes, additional guitars – "Kill You" and "Mr. Rogers" Head – guitars, vocals Munky – guitars Fieldy – bass guitar David Silveria – drums Label: Epic Records Erscheinungsjahr: 1996 Stil: Nu Metal Trackliste: 1. Twist (0:48) 2. Chi (3:54) 3. Lost (2:55) 4. Swallow (3:38) 5. Porno Creep (2:01) 6. Good God (3:20) 7. Mr. Rogers (5:10) 8. K@#ø%! (3:02) 9. No Place to Hide (3:31) 10. Wicked (4:00) 11. A.D.I.D.A.S. (2:32) 12. Lowrider (0:58) 13. Ass Itch (3:39) 14. Kill You (8:37) Gesamtspieldauer: 48:12
Mit „Life Is Peachy“ betitelte die US-amerikanischen Nu-Metal-Band Korn ihr zweites Studioalbum. Dieses erschien am 15. Oktober 1996 auf dem Plattenlabel Epic Records. Drei Singles wurden mit den Liedern „No Place To Hide“, „A.D.I.D.A.S.“ und „Good God“ aus dem Album ausgekoppelt und veröffentlicht. „Life Is Peachy“ kletterte in den USA bis auf Platz 3 der Charts und verkaufte sich nochmal besser, als das bereits sehr erfolgreiche und selbstbetitelte Debut-Album.
Schaut man sich das Coverbild an, welches von Martin Riedl entworfen wurde, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Beim Anhören der Musik von „Life Is Peachy“ passiert einem dies leider allerdings auch. „Leider“, weil die Musik ein sehr unbehagliches Gefühl hervorruft. Ging die Musik auf dem Debut „Korn“ noch ins Ohr, so klingt sie auf „Life Is Peachy“ auch hart, zudem aber kalt und auf eine gewisse Weise abweisend. Das Album enthält keine Musik, mit der man sich schnell anfreundet – zumindest dann nicht, wenn man eine Harmonie ab und an zu schätzen weiß. „Life Is Peachy“ kracht brachial, ist laut angelegt und klingt mitunter fast verstörend. Trotz des großen Erfolgs war und ist das Album bei Kritikern wie Fans stark umstritten, denn es ist alles andere als einfach es für sich zu erschließen.
„Life Is Peachy“ besitzt keinen Titel, der besonders über den anderen herausragen würde. Der mit dem ersten Lied eingeschlagene Weg der Musik wird auf der Platte konsequent weiterverfolgt und immer wieder bedient. „Swallow“ gibt den Charakter des Albums sehr gut wieder. Überaschenderweise ist dies das Lied, mit dem ich beim ersten Mal des Hörens am wenigsten anfangen konnte, welches sich aber mit der Zeit immer weiterentwickelte. Insgesamt ist auf „Life Is Peachy“ ein Trend zu erkennen, dass Lieder zu Beginn des Albums noch etwas zugänglicher klingen, gegen Ende der Platte wird es immer verstörender und kälter.
Fazit: Hart, härter, „Life Is Peachy“. Auf dem Album geht es um Härte, kalte Härte. Wer schöne Melodien und Harmonien sucht, wird auf diesem Album definitiv nicht fündig werden. Irgendwie ist dieses Album eine Scheibe geworden, mit der man sich abreagieren, mit der man sich den ganzen Frust aus dem Leib schreien kann. Muss manchmal vielleicht auch sein. Sechs Punkte.
Various Artists – Platin - Das Album Der Megastars Besetzung: Keine weiteren Angaben Gastmusiker: Keine weiteren Angaben Label: Warner Music Erscheinungsdatum: 1996 Stil: Pop, Rock Trackliste: CD1: 1. Queen - You Don't Fool Me (3:54) 2. Bon Jovi - Hey God (4:46) 3. Bryan Adams - The Only Thing Thats Looks Good On Me Is You (3:26) 4. Westernhagen - Sexy (3:56) 5. The Cranberries - Free To Decide (4:26) 6. Alanis Morissette - You Oughta Know (4:09) 7. Guns N' Roses - Knockin' On Heaven's Door (5:36) 8. Deep Blue Something - Breakfast At Tiffany's (4:18) 9. Sheryl Crow - All I Wanna Do (4:34) 10. Joe Cocker - Don't Let Me Be Misunderstood (3:54) 11. Oasis - Wonderwall (4:20) 12. Amanda Marshall - Let It Rain (4:33) 13. R.E.M. - Strange Currencies (3:53) 14. Tina Turner - Goldeneye (3:30) 15. Everything But The Girl - Missing (4:06) 16. Robert Miles - Children (3:52) 17. Maxi Priest Feat. Shaggy - That Girl (3:59) 18. George Michael - Fast Love (4:24) CD2: 1. Chris Rea - On The Beach (3:45) 2. Simply Red - Fairground (4:25) 3. Zucchero - My Love (5:30) 4. Fool's Garden - Lemon Tree (3:12) 5. Pur - Daß Es Dir Leid Tut (4:27) 6. Cher - One By One (5:03) 7. Rod Stewart - Every Beat Of My Heart (5:20) 8. Celine Dion - Think Twice (4:12) 9. Janet Jackson - Runaway (3:36) 10. Sting Feat. Pato Banton - This Cowboy Song (Remix) (3:59) 11. Roxette - She Doesn't Live Here Anymore (4:06) 12. Joan Osborne - One Of Us (4:18) 13. Scorpions - You And I (4:21) 14. Bonnie Tyler - Limelight (4:08) 15. The Corrs - The Right Time (4:09) 16. Meat Loaf - There Is Not A Dry Eye In The House (5:01) 17. Enya - Anywhere (3:45) 18. Vangelis - Conquest Of Paradise (4:53) Gesamtspieldauer CD1 (1:15:42) und CD2 (1:18:18): 2:34:00
„Platin - Das Album Der Megastars“ heißt die erste Ausgabe einer ganzen Reihe von „Platin-Veröffentlichungen“, die im Jahr 1996 begann und von den Fernsehsendern SAT1 und Pro7 mit promotet wurde. Die letzte mir bekannte Ausgabe der Reihe heißt „Platin - Das Album Der Megastars Volume 13“. Veröffentlicht wurden die verschiedenen Ausgaben auf dem Plattenlabel Warner Music.
Der Untertitel der Reihe ist dabei allerdings etwas zweideutig. Zwar hört man auf dieser Zusammenstellung durchaus Bands wie Queen, R.E.M., Guns’N Roses, Oasis und viele mehr, jedoch sind diese nur mit Titeln vertreten, die eher in der zweiten Liga ihrer musikalischen Karriere spielen. Richtige Hits wie zum Beispiel „Wonderwall“ von Oasis sind äußerst rar gesät auf „Platin - Das Album Der Megastars“.
Musikalisch ist irgendwie wohl für jede und jeden etwas dabei. Andersherum ist es jedoch leider genauso. Eine einheitliche musikalische Richtung besitzt das Album nicht, wodurch man dringend auf die Fernbedienung seines CD-Players angewiesen ist. Einem ganz guten Lied folgt sogleich eine Grausamkeit. Welche Titel man hierbei allerdings wo einordnet, wird unterschiedlich sein und ist reine Geschmackssache.
Fazit: Eine sehr weitgefasste Mischung populärer Musik wurde auf „Platin - Das Album Der Megastars“ zusammengefasst. Die Künstler sind bekannt, die Lieder häufig unbekannt und ganz bestimmt nicht die besten Werke ihrer Komponisten. Einige Höhepunkte gibt es allerdings doch, trotzdem kann man diese Scheibe kaum in einem Zug durchhören, da jede Hörerin und jeder Hörer hier auf Lieder stoßen wird, die gar nicht so recht ins eigene musikalische „Beuteschema“ passen wollen. Vier Punkte.
Fugees – The Score Besetzung: Wyclef Jean – vocals, guitar Lauryn Hill – vocals Pras Michel – vocals Gastmusiker: John Forté – vocals, drum programming Diamond D – vocals DJ Red Alert – vocals Omega – vocals Pacewon – vocals Rah Digga – vocals Young Zee – vocals Sly Dunbar – drums, drum programming Ras Baraka – vocals Robbie Shakespeare – bass Backspin – dj scratches DJ Scribble – dj scratches Handel Tucker – keyboards Warren Riker – recorder Label: Columbia Records Erscheinungsdatum: 1996 Stil: Hip Hop, Rap Trackliste: 1. Red Intro (1:51) 2. How Many Mics (4:28) 3. Ready Or Not (3:47) 4. Zealots (4:20) 5. The Beast (5:37) 6. Fu-Gee-La (4:20) 7. Family Business (5:43) 8. Killing Me Softly (4:58) 9. The Score (5:02) 10. The Mask (4:50) 11. Cowboys (5:23) 12. No Woman, No Cry (4:33) 13. Manifest / Outro (5:59) Bonus Tracks: 14. Fu-Gee-La (4:23) 15. Fu-Gee-La (5:27) 16. Mista Mista (2:42) 17. Fu-Gee-La (4:20) Gesamtspieldauer: 1:17:51
Das zweite und bislang letzte Studio-Album der US-amerikanischen Hip-Hop-Gruppe Fugees heißt „The Score“. Das Album wurde am 13. Februar 1996 auf dem Plattenlabel Columbia Records, einer Tochter der Sony Music veröffentlicht. Das Album bietet eine breite Palette von Samples und verschiedenen Instrumenten, die zu hören sind, in den Credits allerdings nicht extra aufgeführt wurden. Viele Aspekte des alternativen Hip Hop sind hier enthalten, die die Hip-Hop-Musikszene von nun an stark beeinflussen sollten. Daher ist das Album durchaus mit „wegweisend“ zu umschreiben. Über fünfzehn Millionen Mal wurde die Platte bisher verkauft und zusätzlich mit zahlreichen Auszeichnungen versehen. Ergänzend zu den meist positiven Kritiken, die das Album bei seiner Veröffentlichung erhalten hat, stieg dessen Beachtung sogar im Laufe der Jahre noch an. Viele Kritiker bezeichnen „The Score“ als eines der größten Alben der 90er Jahre und als eines der größten Hip-Hop-Alben aller Zeiten. 1998 wurde das Album in die Liste der 100 besten Rap-Alben der Zeitschrift The Source aufgenommen, und 2003 wurde es auf Platz 477 der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten des Rolling Stone Magazins gesetzt. „The Score“ wurde zudem bei den 39. Annual Grammy Awards mit dem Grammy Award für das beste Rap-Album ausgezeichnet.
Bei „The Score“ handelt es sich um, auf Samples basierenden Hip Hop, bei dem man sich allerdings manchmal das Original wünschen würde, wenn man dem Hip Hop nicht ganz so zugetan ist. Die drei Musiker haben über die leicht veränderten Stücke ihren Gesang und ihr Texte gelegt und vollführen dabei so einige „Späße“. Was der Platte dabei ganz bestimmt zugesprochen werden muss, das ist die Coolness und ein unfassbar entspanntes Gefühl, welches sie verströmt. Alles auf „The Score“ klingt überaus relaxt und groovt.
Auch als Nicht-Hip-Hop-Fan kann man sich der Stimmung nicht entziehen, die die Platte verströmt. Die Titel „Fu-Gee-La“, „Family Business“, „Cowboys“ sowie die Version von „No Woman, No Cry“, die ursprünglich von Vincent Ford für Bob Marley & The Wailers geschrieben wurde, machen durchaus Laune und regen zum Mitwippen an. Anderen Titeln auf „The Score“ fehlt dagegen völlig die Melodiösität und diese wirken und funktionieren ohne das „Rhythmus-Gen“ der Hörerin beziehungsweise des Hörers deutlich schlechter. So bleibt insgesamt kein einheitlicher Eindruck beim Hören der Platte zurück, die manchmal durchaus das Interesse weckt, an anderer Stelle allerdings äußerst gewöhnungsbedürftig klingt – zumindest für Rock Fans.
Fazit: Hip Hop Fans werden dieses Album lieben. Auf diversen Samples setzen Wyclef Jean, Lauryn Hill und Pras Michel ihre Texte auf und grooven dabei relaxt aus den Boxen. Mit einer gewissen Portion an Eingängigkeit kann man das auch als Freundin oder Freund eher rockiger Töne gut hören. Auf „The Score“ gibt es eine Mischung aus monotonem Sprechgesang und Hip Hop mit melodiöser Untermalung zu hören. Interessant ist das allemal, herausragend weniger. Sechs Punkte.
Anspieltipps: Fu-Gee-La, Family Business, Cowboys, No Woman No Cry
Various Artists – 25 Years Of Number 1 Hits - Volume 7 1984/1985 Besetzung: Keine weiteren Angaben Gastmusiker: Keine weiteren Angaben Label: Connoisseur Collection Erscheinungsdatum: 1996 Stil: Pop, Rock, New Wave Trackliste: 1. KC & The Sunshine Band – Give It Up (4:12) 2. Culture Club – Karma Chameleon (4:00) 3. Yes – Owner Of A Lonely Heart (4:27) 4. Frankie Goes To Hollywood – Relax (3:56) 5. Nena – 99 Red Balloons (3:52) 6. John Waite – Missing You (3:32) 7. Chaka Khan – I Feel For You (4:06) 8. Jim Diamond – I Should Have Known Better (4:08) 9. Foreigner – I Want To Know What Love Is (5:04) 10. Dead Or Alive – You Spin Me Round (Like A Record) (3:14) 11. REO Speedwagon – Can't Fight This Feeling (4:52) 12. Phyllis Nelson – Move Closer (4:10) 13. Paul Hardcastle – 19 (3:32) 14. Tears For Fears – Everybody Wants To Rule The World (4:09) 15. Paul Young – Everytime You Go Away (4:17) 16. Huey Lewis & The News – The Power Of Love (3:54) 17. Midge Ure – If I Was (4:44) 18. A-Ha – Take On Me (3:49) Gesamtspieldauer: 1:14:06
Eine ganz nette Übersicht über die Musik, welche in den Jahren 1984 und 1985 aktuell war erhält man mit dem Album „25 Years Of Number 1 Hits - Volume 7 1984/1985“. Im Jahr 1996 erschien dieses Kompilationsalbum im Rahmen einer ganzen Reihe, die auf dem Platenlabel Connoisseur Collection veröffentlicht wurde.
Die Kompilationsalben dieser Reihe wurden in England veröffentlicht, enthalten dementsprechend die dortigen Nummer 1 Hits der damaligen Charts. Diese waren in den Bereichen Pop, Rock und auch Rock angesiedelt. Natürlich sind auf dieser Zusammenstellung nicht alle Nummer 1 Hits enthalten, die Zusammenstellung geschah eher auszugsweise. Für Menschen, die zur damaligen Zeit bereits mit Musik in Berührung kamen, sicherlich eine kleine Reise in die Vergangenheit.
Die Lieder klingen alle, Grausamkeiten stellen in meinen Ohren allerdings Culture Club mit „Karma Chameleon“, Chaka Khan mit „I Feel For You“ sowie Phyllis Nelson mit „Move Closer“ dar. Dafür entschädigen die Nummern „Relax“, „You Spin Me Round (Like A Record)“ sowie „19“ von Frankie Goes To Hollywood, Dead Or Alive beziehungsweise Paul Hardcastle. Aber auch dieses Mal gilt einmal mehr, wie immer bei solchen Zusammenstellungen: alles reine Geschmackssache.
Fazit: Einige Nummer 1 Hits der englischen Charts sind auf diesem Kompilationsalbum zusammengestellt worden. Mit den achtzehn Titeln erhält einen ganz guten Überblick über die damals angesagte Musik. Und auch wenn „25 Years Of Number 1 Hits - Volume 7 1984/1985“ die englischen Charts widerspiegelt, kennt man auch in Deutschland all diese Hits, die sich ebenfalls in den hiesigen Charts platzieren konnten. Im Falle von Nena allerdings in der deutschen Version ihrer „99 Luftballons“. Sieben Punkte.
Anspieltipps: Relax, You Spin Me Round (Like A Record), 19
Neil Diamond – The Best Of Neil Diamond Besetzung: Keine Musiker- oder Instrumentenangaben Label: Universal Music Erscheinungsdatum: 1996 (Musik aus den Jahren 1968 - 1972) Stil: Pop Trackliste: 1. Cracklin' Rosie (Single Version) (2:59) 2. I Am...I Said (Single Version) (3:35) 3. Song Sung Blue (Single Version) (3:14) 4. Brother Love's Traveling Salvation Show (3:28) 5. Holly Holy (Single Version) (4:39) 6. Soolaimon (Single Version) (4:17) 7. He Ain't Heavy ... He's My Brother (4:11) 8. Stones (Single Version) (3:05) 9. Play Me (3:52) 10. Walk On Water (Album Version) (3:07) 11. And The Singer Sings His Song (Album Version) (3:37) 12. Mr. Bojangles (Album Version) (4:51) 13. Solitary Man (Live At The Greek Theatre, Los Angeles/1972) (3:03) 14. Kentucky Woman (Live At The Troubador/1970) (2:35) 15. And The Grass Won't Pay No Mind (3:35) 16. The Last Thing On My Mind (3:35) 17. Girl You'll Be A Woman Soon (Live At The Greek Theatre, Los Angeles/1972) (2:53) 18. If You Go Away (3:49) 19. Brooklyn Roads (3:39) 20. Sweet Caroline (Single Version) (3:29) Gesamtspieldauer: 1:11:40
Bei dieser Veröffentlichung, die ursprünglich auf dem Plattenlabel MCA Records erschien, handelt es sich um eine der zahlrechen „Best Of…“-Alben des Neil Diamond, die manchmal zu mehreren im Jahr veröffentlicht werden. Eine kurze Recherche im Internet brachte schnell über fünfzig Treffer an derartigen Kompilations-Scheiben, bei bisher 34 Studio-Alben. Bei dieser „Best Of…“-Platte handelt es sich um Veröffentlichungen, die in den Jahren von 1968 bis 1972 entstanden. Manche davon bekannter, andere völlig unbekannt, wenn man nicht gerade Fan des Neil Diamond ist.
Leider sind auch nicht alle der hier enthaltenen Titel Studio-Aufnahmen. Das Album enthält auch Live-Mitschnitte, Lieder die, aus welchen Gründen auch immer, in dieser Version der Platte hinzugefügt wurden. Man erhält mit „The Best Of Neil Diamond“ trotzdem eine Übersicht über das Schaffen des US-Amerikaners Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre. Allerdings auch nur über diese Jahre, denn wer die Musik des Neil Diamond genauer kennenlernen möchte und dazu den Weg über ein „Best Of…“-Album wählt, die oder der wird mit dieser Ausgabe nicht gut bedient. Die Evergreens des Neil Diamond aus dieser Zeit sind allerdings natürlich auf „The Best Of Neil Diamond“ enthalten.
Diese wenigen Höhepunkte und gleichzeitig auch bekannteren Lieder sind die Stücke „I Am...I Said“, „Song Sung Blue“, „He Ain't Heavy ... He's My Brother“, „Mr. Bojangles“ und „Solitary Man“, wobei gerade das letztgenannte Stück erst durch seine Interpretation von Johny Cash so richtig überzeugend klingt. Der Rest der Scheibe ist zumeist ziemlich süßliches Gesäusel, oft mit ganz viel Orchester unterlegt. Viele der Lieder gehen auch nicht ins Ohr und laufen einfach so mit, ohne jegliche Nachhaltigkeit.
Fazit: Es wird nicht ganz klar, an wen sich dieses Album richtet. Eine Übersicht über das Werk des Neil Diamond bekommt man mit „The Best Of Neil Diamond“ nur auszugsweise, da es sich hierbei lediglich um Aufnahmen aus den Jahren 1968 bis 1972 handelt. Dazu kommt, dass noch nicht einmal alle Lieder in Studio-Versionen vorliegen, was den Eindruck sehr uneinheitlich werden lässt. Irgendwie wirkt es so, als ob man krampfhaft versuchte zwanzig Titel zusammen zu bekommen, um das Album zu füllen. Höhepunkte sind das nämlich nicht nur. Was allerdings sicherlich sehr beim Hören hilft, das ist die Liebe zum Oldie, denn genau diese hört man hier. Vier Punkte.
Anspieltipps: I Am...I Said, Song Sung Blue, He Ain't Heavy ... He's My Brother, Mr. Bojangles, Solitary Man
Motorpsycho – Blissard Besetzung (Original Album): Hans Magnus Ryan – lead guitars, vocals Håkon Gebhardt – drums Bent Sæther – lead vocals, bass, acoustic guitar (sic!) Gastmusiker (Original Album): Morten Fagervik – keyboards, vibraphone, rhythm guitar, vocals Helge Sten (Deathprod) – theremin, samples, oscillator Ole Henrik Moe (Ohm) – violin track 5 Bitten Forsudd – vocals track 4+5 Matt Burt – words, voice track 6 Rolf Yngve Uggen – vocals track 4 M. Banto – pandeira track 7 Label: Stickman Records Erscheinungsdatum: 1996 Stil: Rock, Progressive Rock Trackliste: CD1 (Original Album): 1. Sinful, Wind-Borne (5:19) 2. "Drug Thing" (4:37) 3. Greener (6:14) 4. 's Numbness (3:57) 5. The Nerve Tattoo (4:02) 6. True Middle (4:51) 7. S.T.G. (9:45) 8. Manmower (4:15) 9. Fool's Gold (3:57) 10. Nathan Daniel's Tune From Hawaii (6:11) CD2 (When The World Sleeps (The KiT-Sessions, 1994)): 1. Stalemate (8:34) 2. Flick Of The Wrist (10:52) 3. When The World Sleeps (5:25) 4. Black W'abbit (13:25) 5. The Ballad Of Patrick & Putrick (7:00) 6. 7th Dream (4:00) 7. Mad Sun (3:25) CD3 (The Pidah Mixes): 1. Sinful, Wind-Borne (5:21) 2. "Drug Thing" (4:35) 3. Greener (6:10) 4. The Matter With Her (4:58) 5. 's Numbness (3:44) 6. The Nerve Tattoo (4:03) 7. Manmower (4:32) 8. Like Always (4:10) 9. True Middle (4:50) 10. S.T.G. (10:07) 11. Stalemate (5:15) CD4 (The Ones That Got Away (B-Sides, Rehearsal Tapes, The Atlantis Psychosis Files...): 1. The Nerve Tattoo (4:30) 2. Of Beacons & Beams (1:14) 3. The Wheel (7:44) 4. Pale Day (2:30) 5. Mad Sun (Short Version) (2:29) 6. A Saw Sage Full Of Secretion (1:57) 7. Heaven And Hell (3:54) 8. Sterling Says (4:15) 9. Never Judge (6:32) 10. Baby Scooter (3:05) 11. In The Midst Of All That (1:14) 12. Silver Tongue (6:55) 13. Dave Gave Up (4:41) 14. That Dying Breed (3:46) 15. "Drug Thing" (4:11) 16. A Shortcut To The Stars (5:49) 17. La Luna (4:26) 18. Atlantis Swing (1:40) 19. Familjen Tar Plats I Studion / Fyra Kvällar Session (4:05) 20. Jazz På Trøndska (3:37) Gesamtspieldauer: CD1 (53:13) und CD2 (52:44) und CD3 (57:51) und CD4 (1:18:46): 4:02:34
„Blissard“ heißt das fünfte Studio-Album der norwegischen Rock Band Motorpsycho und wurde ursprünglich am 16. Februar 1996 auf dem Plattenlabel Stickman Records als Doppel-LP beziehungsweise CD veröffentlicht. Im Jahr 2012 erschien die Neuauflage der Scheibe, dieses Mal inklusive einer umfassenden Erweiterung in Form von drei weiteren CDs, wodurch das Album nun auf eine Gesamtspieldauer von über vier Stunden kommt. Dazu gibt es noch ausführliche Erläuterungen zur Entstehung der Platte sowie alle Texte und Informationen über die beteiligten Musiker.
„Blissard“ ist irgendwie ein seltsames Album geworden. Hört man die ersten drei Stücke, so klingt das Ganze nach Alternative Rock, ohne großartige andere Ansätze wie Psychedelic Rock oder gar Progressive Rock. Das hört sich alles auch nicht schlecht an, trotzdem erwartet man bei einem Motorpsycho Album irgendwie etwas Besonderes und Ausgefallenes. Ein besonders gelungenes Alternative-Rock-Stück ist dabei übrigens das Lied „Greener“. Eine mitreißende Rock-Nummer, aber eben eine Rock-Nummer. „'s Numbness“ wird anschließend mit der Stimme einer alten Frau eingeleitet, die auf Deutsch sagt: „Halte Du den Glauben fest, Angst und Sorge wird’s nicht wenden“. Dann bricht die Nummer los, das ist Punk. Mit diesem Lied kommt es nun zum ersten Stilbruch auf „Blissard“ und der zweite folgt sogleich.
„The Nerve Tattoo“ startet wieder eher wie ein guter Alternative Rock Song, Streicher sorgen dabei für eine klasse Atmosphäre, alles wirkt nett und lieb und plötzlich dreht die Nummer ab – ziemlich zentral in die totale Verwirrung hinein. Bass, Schlagzeug, Gitarren und vor allen Dingen die Streicher scheinen durchzudrehen und das Lied endet in fürchterlichem Chaos. Was anschließend folgt, ist für mich der Höhepunkt der gesamten Platte. Das Lied „True Middle“. Monoton, sanft, sich langsam steigernd, kurzzeitig ausbrechend, dann wieder in den sanften und monotonen Part zurückfallend, sich erneut steigernd und steigernd, um schließlich ebenfalls im Chaos zu enden. Kakophonie at its best. Dazu hört man im ruhigeren Part eine Stimme, jene von Matt Burt, die an die „Telefonstimme“ der australischen Band Flash And The Pan erinnert. Diese Stimme singt auch nicht, sie erzählt. Man hört von tropfender Eiscreme, vom Wasser in der Dusche und von einer Frau, die sich im Wald über die Finger pieselt. Es geht um das Leben, welches für viele Menschen so unerfüllt bleibt und in dem viele, scheinbar unverbundene Zufälle schließlich doch einen Sinn ergeben. In Kombination mit dieser Musik ergibt auch dieser Text einen Sinn – jeder wird ihn für sich finden. Psychedelic Rock eben. Mit „S.T.G.“ folgt sofort die nächste psychedelische Nummer. Auf knapp zehn Minuten gibt es jetzt die gesamte Achterbahnfahrt an musikalischen Emotionen. Von eingängig bis verstörend, von rockig bis sphärisch kumuliert hier eine ganze Palette an Musik. Klasse Nummer.
Der nächste Stilbruch folgt. „Manmower“ ist eine eher sanfte und sehr eingängige Nummer. Alternative Rock der weicheren Art und Weise. Schönes Lied. Doch es wird noch sanfter. „Fool's Gold“ wird zunächst nur noch mit einer akustischen Gitarre instrumentiert, zu der Bent Sæther sehr zerbrechlich klingend singt. Ein paar Tupfer auf dem Banjo von Hans Magnus Ryan lockern das Lied schließlich noch etwas auf. Doch auch dies war noch nicht die letzte Steigerung. Mit „Nathan Daniel's Tune From Hawaii“ steht am Ende der Platte eine über sechsminütige atmosphärische Soundcollage, dunkel und dumpf, mit der die ursprüngliche Platte ganz sanft und ganz lang ausklingt.
Kurz noch ein paar Worte zu den zusätzlichen CDs. CD2, „When The World Sleeps“, die KiT-Sessions aus dem Jahr 1994 enthält Aufnahmen aus der Kunstakademie in Trondheim (Kunstakademiet i Trondheim, kurz KiT). Nachdem es keinen Besucherverkehr mehr gab, wurden die Lieder dort in einem großen und kahlen Raum live eingespielt. Abgemischt wurden sie im Februar und April 1995 sowie im August 2012. Zu hören sind hier sieben Titel, alle sehr dunkel gehalten, durchaus auch mal rockig, jedoch immer mit einer gehörigen Prise Monotonie versehen, die aus der Redundanz der Themen herrührt. Besonders eingängig sind diese Stücke nicht unbedingt, doch dieser psychedelische Moment ist ihnen ganz bestimmt nicht abzusprechen. Höhepunkt hierbei ist die Nummer „Black W'abbit“. Hey, wann hat Monotonie schon jemals interessanter geklungen? CD3 enthält schließlich die PIDAH-Mixe. Die meisten Titel stammen dabei vom offiziellen Album, die Lieder „The Matter With Her“, „Like Always“ und „Stalemate“ ergänzen das Ganze. Pidah-Mix heißt nichts anderes, als dass diese Stücke vom Niederländer Pieter „Pidah“ Kloos im Atlantis Grammofon Studio in Stockholm vom 25. September bis 9. Oktober 1996 etwas anders abgemischt wurden. Der Unterschied zum offiziellen Album ist allerdings nicht zu groß.
Bliebe noch die vierte CD, auf der sich die restlichen Titel der beiden EPs „Nerve Tattoo“ und „Manmower“ befinden („Of Beacons & Beams“, „The Wheel“, „Pale Day“, „Mad Sun“ beziehungsweise „A Saw Sage Full Of Secretion“, „Heaven & Hell“, „7th Dream“, „Sterling Says). Alles noch ganz nett, was allerdings danach kommt sind zumeist qualitativ schlechte Proberaum-Aufnahmen, die eher den Hardcore-Fan oder den Chronisten erfreuen oder gar begeistern dürften.
Fazit: Auch „Blissard“ ist ein überzeugendes Album geworden, welches einige tolle Lieder beinhaltet. Das Besondere an dieser Scheibe sind die vielen Stilbrüche, die hier nacheinander „durchlebt werden müssen“. Zwar gibt es auf „Blissard“ viel Alternative Rock zu hören, doch dann eben auch einige Psychedelic Rock Lieder, die wahrlich lohnen. Noch lohnender wird das Album mit dieser Ausgabe, die mit der zweiten CD noch eine ganze Ladung weiterer Rock-Titel beinhaltet, die dem Psychedelic Rock zugerechnet werden können. Schließlich umfasst diese Version von „Blissard“ auch noch die beiden EPs „Nerve Tattoo“ und „Manmower“. Eine volle Ladung Motorpsycho also, die in den 90er Jahren noch nicht im Progressive Rock angekommen waren. Elf Punkte.
Anspieltipps: Greener, True Middle, S.T.G., Black W'abbit
Dave Matthews Band – Crash Besetzung: Dave Matthews – vocals, acoustic guitar Carter Beauford – drums, percussion, backing vocals Stefan Lessard – bass, tac piano LeRoi Moore – saxophones, flute, whistles Boyd Tinsley – electric and acoustic violins Gastmusiker: Tim Reynolds – acoustic and electric guitars Label: RCA Records Erscheinungsdatum: 1996 Stil: Funk Rock, Rock Trackliste: 1. So Much To Say (4:06) 2. Two Step (6:27) 3. Crash Into Me (5:16) 4. Too Much (4:21) 5. #41 (6:39) 6. Say Goodbye (6:11) 7. Drive In, Drive Out (5:54) 8. Let You Down (4:07) 9. Lie In Our Graves (5:42) 10. Cry Freedom (5:53) 11. Tripping Billies (5:00) 12. Proudest Monkey (9:10) Gesamtspieldauer: 1:08:51
„Crash“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Rock Band Dave Matthews Band. Die Scheibe erschien am 30. April 1996 auf dem Plattenlabel RCA Records. Lediglich vier Jahre später, im Frühjahr des Jahres 2000, waren von „Crash“ allein in den USA bereits über sieben Millionen Kopien verkauft worden, wodurch das Album von der Recording Industry Association of America auch mit sieben Mal Platin ausgezeichnet wurde. „Crash“ ist das mit Abstand erfolgreichste Album der Dave Matthews Band.
Zu hören gibt es auf „Crash“ Rock Musik, die niemals zu hart wird, dafür öfters mal etwas funkig klingt. Dave Matthews hat auf dem Album zwölf Ideen für ein Lied und diese werden manchmal fast schon „durchgewalzt“. Lange und ohne Kompromisse. Zum Teil wirkt das auch, klingt dabei dann fast schon ein wenig hypnotisch, aber es passt nicht immer. Die Funk Rock Lieder wie „So Much To Say“ oder „Too Much“ können deutlich weniger punkten, klingen gequält und konstruiert. Ganz anders hört sich das bei solch einer mitreißenden Gitarrennummer wie „Two Step“ an. Wenn Dave Matthews hier in die Saiten seiner akustischen Gitarre greift und den Rhythmus vorgibt, dann klingt das wahrlich mitreißend und weiß zu begeistern.
Nur leider gibt es diese Stellen auf „Crash“ nicht allzu häufig. Die Funk Rock Lieder langweilen eher und ansonsten findet sich auch jede Menge Musik auf dem Album, welche so ein klein wenig mit durchläuft, ohne hängenzubleiben. So klingt es dann durchaus an der einen oder anderen Stelle unterhaltsam, jedoch nicht mehr mitreißend. Neben der Nummer „Two Step“ überzeugt ebenfalls noch das Lied „Lie In Our Graves“, da es gut ins Ohr geht, abwechslungsreich aufgebaut ist, aus mehreren Teilen besteht, die schön ineinander übergehen und sich ergänzen.
Fazit: Die Palette der Musik der Dave Matthews Band auf ihrem zweiten Album „Crash“ ist breit gestreut und variantenreich. Von Funk Rock über härteren Rock, hin zu etwas weicheren Tönen bis zu sanften Folk Anspielungen hört man eine ganze Menge unterschiedlicher musikalischer Genres auf dieser Scheibe. Nicht alles davon überzeugt wirklich, manches allerdings schon. „Crash“ ist vielleicht nicht aufgrund seiner Gesamtheit, allerdings aufgrund seiner Höhepunkte hörenswert. Acht Punkte.
Anspieltipps: Two Step, Lie In Our Graves, Proudest Monkey
PJ Harvey & John Parrish – Dance Hall At Louse Point Besetzung: PJ Harvey – vocals John Parish – all instruments Gastmusiker: Mick Harvey – organ, bass, additional guitar on „Is That All There Is?“ Label: Island Records Erscheinungsdatum: 1996 Stil: Alternative Rock, Experimental Rock, Art Rock Trackliste: 1. Girl (1:29) 2. Rope Bridge Crossing (5:10) 3. City Of No Sun (2:14) 4. That Was My Veil (3:01) 5. Urn With Dead Flowers In A Drained Pool (3:03) 6. Civil War Correspondent (4:23) 7. Taut (3:15) 8. Un Cercle Autour Du Soleil (5:07) 9. Heela (3:19) 10. Is That All There Is? (5:11) 11. Dance Hall At Louse Point (2:10) 12. Lost Fun Zone (1:28) Gesamtspieldauer: 39:56
„Dance Hall At Louse Point“ ist das vierte Album der englischen Musikerin Polly Jean Harvey und gleichzeitig die erste von bisher zwei Platten, die sie in Co-Produktion mit dem Musiker John Parish veröffentlichte, der sie auf einigen weiteren Alben unterstützte. Veröffentlicht wurde „Dance Hall At Louse Point“ am 23. September 1996 auf dem Plattenlabel Island Records. John Parish schrieb auf „Dance Hall At Louse Point“ den allergrößten Teil der Musik und spielte sie auch gleichzeitig ein, währenddessen PJ Harvey die Texter schrieb und einsang. Beide Musiker kannten sich schon lange. Polly Jean Harvey hatte als Teenagerin bereits in John Parrishs Band Automatic Dlamini Saxophon und Gitarre gespielt sowie im Hintergrund gesungen, bis sie 1991 anfing eigene Lieder zu schreiben und aufzunehmen. John Parish war später Co-Produzent Gitarrist, Perkussionist und Keyboarder auf PJ Harveys 1995er Album „To Bring You My Love“ und war ebenfalls stark in die Entstehung des 1998er Albums „Is This Desire?“ eingebunden.
Die Musik auf „Dance Hall At Louse Point“ klingt sehr experimentell und unterschiedet sich deutlich von den anderen Veröffentlichungen der PJ Harvey. Richtiggehend melodiös klingt nur sehr wenig auf der Scheibe, die dafür an der ein oder anderen Stelle eher atonal und mitunter sogar extrem schrill klingt – nicht zuletzt durch den Gesang selbst. PJ Harvey sagte in späteren Interviews, dass es ihr bei diesem Album hauptsächlich darum ging, ihre Fähigkeiten im Schreiben von Texten zu verbessern – die Musik selbst hätte für sie auf der Scheibe nicht so sehr im Vordergrund gestanden. Von daher ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass „Dance Hall At Louse Point“ sowohl bei Kritikern wie auch den Hörerinnen und Hörern nicht auf allzu viel Lob stieß. Auch ist es wohl jene Scheibe mit größerer Beteiligung der englischen Musikerin, die sich mit Abstand am schlechtesten verkaufte.
Es fällt wahrlich schwer auf „Dance Hall At Louse Point“ Höhepunkte auszumachen. Es ist definitiv nicht so, dass experimentelle Musik nicht auch zünden und gut sein kann. Auf diesem Album hört man allerdings lediglich wenige Lieder, die wirklich lohnend sind. Die beiden Lieder zu Beginn seien an dieser Stelle jedoch genannt. Das kurze und sehr sanfte, fast schwebende „Girl“, ein Lied ohne eigentlichen Gesang sowie „Rope Bridge Crossing“, ein etwas bluesiger Titel, der sich langsam steigert. „Civil War Correspondent“ rockt dagegen sogar etwas und besitzt auch eine Melodie, die zumindest etwas ins Ohr geht. „Heela“ klingt ebenfalls rockig, dabei sehr dunkel und etwas verschroben und weiß mit dieser Mischung ebenfalls zu überzeugen. Bliebe noch die Nummer „Is That All There Is?“ aus der Feder des Komponisten-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller zu erwähnen, die diese für Peggy Lee im Jahr 1969 schrieben und welche PJ Harvey hier so wunderschön naiv, fast erzählend vorträgt.
Fazit: Wenig Eingängigkeit oder Melodiösität gibt es auf „Dance Hall At Louse Point“ zu hören. Dafür ist das Album angefüllt mit eher experimentellen Klängen, die auch gar nicht harmonisch klingen müssen. Leider klingen sie dabei allerdings auch nicht gerade spannend, manchmal eher nervig. PJ Harvey wollte diese Scheibe benutzen, um ihre Fähigkeiten beim Textschreiben zu verbessern. Ob ihr dies an dieser Stelle gelungen ist, kann ich nicht erkennen. Auf späteren Alben jedoch sehr wohl. Sechs Punkte.
Anspieltipps: Girl, Civil War Correspondent, Heela, Is That All There Is?