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Donnerstag, 18. Februar 2016

John Cougar Mellencamp – The Lonesome Jubilee




John Cougar Mellencamp – The Lonesome Jubilee


Besetzung:

John Cougar Mellencamp – vocal, guitar


Gastmusiker:

Kenny Aronoff – drums, percussion, backing vocals
Larry Crane – guitars, mandolin, harmonica, autoharp, banjo, backing vocals
John Cascella – accordion, keyboards, saxophone, melodica, penny whistle, claves
Lisa Germano – fiddle
Toby Myers – bass guitar, banjo, backing vocals
Pat Peterson – backing vocals, cowbell, tambourine
Crystal Taliefero – backing vocals
Mike Wanchic – guitars, dobro, banjo, dulcimer, backing vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Rock, AOR, Mainstream


Trackliste:

1. Paper In Fire (3:51)
2. Down And Out In Paradise (3:37)
3. Check It Out (4:19)
4. The Real Life (3:57)
5. Cherry Bomb (4:47)
6. We Are The People (4:17)
7. Empty Hands (3:43)
8. Hard Times For An Honest Man (3:27)
9. Hotdogs And Hamburgers (4:04)
10. Rooty Toot Toot (3:29)

Gesamtspieldauer: 39:42




Mit Adult Oriented Rock, kurz AOR, ist das so eine Sache. Man kann diese Musik schön nebenbei hören, groß aufregend ist dabei meist nichts, jedoch ist es auch keine Musik, die einen zum Ausschalten oder zum Raum verlassen zwingt. Ganz nett also, allerdings trotzdem so ein klein wenig belanglos eben. Aufhorchen lassen einen dann dabei immer nur Lieder, die etwas ganz Besonderes darstellen. Entweder sie unterscheiden sich stark von den anderen Titel des entsprechenden Albums, was bei AOR beziehungsweise Mainstream im allgemeinen selten der Fall ist oder sie haben Ohrwurmcharakter, setzen sich im Ohr fest und wollen daraus gar nicht mehr verschwinden.

Das neunte Album des John Cougar Mellencamp mit dem Titel „The Lonesome Jubilee“ geht auch ein klein wenig in diese AOR-Richtung. 1987 wurde es auf Mercury Records veröffentlicht und sollte wohl auch unkompliziert klingen und ebenfalls schnell ins Ohr gehen. Doch John Mellencamp verfolgte nach eigener Aussage mit dieser Scheibe auch das Ziel, das Publikum wieder mit der „einst vertrauten sozialen Landschaft“ der Folk Musik vertraut zu machen. Auch sprechen gegen diese Mainstream Richtung die zum einen wirklich sehr gelungenen Texte, die eben nicht hauptsächlich von Liebe und Schmalz erzählen, sondern durchaus sozialkritische Themen aufgreifen und Geschichten erzählen. Zum anderen ist es eine etwas andere Instrumentierung, die diese Scheibe dann doch ein wenig aus dem Sumpf des Allerleis heraushebt. Viel wurde hier akustisch eingespielt. Man hört unverzerrte Gitarren, Akkordeon, Geige, Mundharmonika und Banjo, was dann eher auf die Richtung Folk Rock bis vielleicht sogar noch Country hinweisen würde – der Ansatz mit dem Folk Rock wurde also erfüllt. Dieses Genre umschreibt die Musik des John Cougar Mellencamp auf „The Lonesome Jubilee“ jedoch nicht annähernd treffend, denn es ist durchaus immer noch Rock, den man hier zu hören bekommt.

Festzuhalten ist zudem, dass es keinerlei Ausfälle auf dieser Scheibe zu beklagen gibt. Und noch besser, die Musik klingt sogar gut, geht ins Ohr, groovt und ist melodiös. „The Lonesome Jubilee“ macht durchaus Laune und hält mit „Paper In Fire“ und vor allen Dingen „We Are The People“ zwei richtig tolle Nummern für die Hörerin und den Hörer parat. „We Are The People“ ist dabei ein Lied der Sorte, welches man hört und egal ob es einem gefällt oder weniger beeindruckt, man vergisst den Titel nicht mehr, da er sich festgesetzt hat. Die erfolgreichste Singe-Auskopplung der Scheibe jedoch, „Cherry Bomb“, kann da längst nicht gleichermaßen überzeugen. Vielleicht liegt das allerdings auch nur an meinen „europäischen“ Ohren, denn hier ist die Entstehung der Musik im Norden des amerikanischen Kontinents aufgrund der Nähe zu Folk, Country und Western am deutlichsten herauszuhören.

Fazit: John Cougar Mellencamp steht mit seiner Musik eher für den Mainstream, also die massentaugliche Ausprägung der Rock-Musik. Zu behaupten „The Lonesome Jubilee“ wäre nicht Mainstream, würde sicherlich ein falsches Bild dieser Scheibe vermitteln. Jedoch sprechen die Texte gegen diesen 08/15-Mainstream-Anstrich. Auch eine etwas „folkigere“ Instrumentierung spricht dagegen. Nun „The Lonesome Jubilee“ ist sicherlich eine massentaugliche Scheibe, denn nur wenige Menschen, die Rock Musik hören, werden diese Platte katastrophal schlecht finden. Allerdings ist das dann eben Mainstream auf einem etwas höherem Niveau. Von daher: Schöne Abwechslung John Cougar Mellencamp, der Du Dich hier mal wieder nur John Mellencamp nennst. Neun Punkte.

Anspieltipps: Paper In Fire, We Are The People, Empty Hands



Freitag, 13. Dezember 2013

John Cougar Mellencamp – American Fool




John Cougar Mellencamp – American Fool


Besetzung:

John Cougar – lead vocals


Gastmusiker:

Larry Crane – guitar, background vocals
Mike Wanchic – guitar, background vocals
Kenny Aronoff – drums
George "Chocolate" Perry – bass


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Mainstream Rock, AOR


Trackliste:

1. Hurts So Good (3:42)
2. Jack & Diane (4:16)
3. Hand To Hold On To (3:26)
4. Danger List (4:29)
5. Can You Take It (3:35)
6. Thundering Hearts (3:40)
7. China Girl (3:35)
8. Close Enough (3:39)
9. Weakest Moments (4:07)

Gesamtspieldauer: 34:28




„American Fool“ nannte der Amerikaner John Cougar Mellencamp sein fünftes und auch erfolgreichstes Album, welches 1982 erschien. Der Sänger veröffentlichte seine Platten mal unter dem Namen John Cougar, dann wieder unter John Mellencamp oder aber auch John Cougar Mellencamp ist in seinem Repertoire. Dieses hier erschien unter dem Namen John Cougar. Und zu hören gibt es auf „American Fool“ amerikanischen Mainstream Rock in Reinkultur. „Adult Oriented Rock“, also AOR ist dafür auch ein passender Begriff.

So reiht sich auf der Scheibe Rock-Song an Rock-Song, die alle austauschbar erscheinen. Die Texte handeln zum großen Teil von der Liebe und schmachten vor sich hin. Alles ist relativ einfach konstruiert, durchaus eingängig und trachtet danach, dem Hörer möglichst schnell ins Ohr zu gehen. Das schaffen die Lieder auch, allerdings ist das mehr ein „Passieren“. Denn genauso schnell, wie man die Lieder aufnimmt, genauso schnell hat man sie auch wieder vergessen. Da gibt es nichts „Greifbares“, welches sich länger im Gehirn des Hörers festzusetzen weiß. Die einzelnen Titel haben durchweg eine gewisse „Härte“, sodass man wahrlich nicht von Pop-Musik, sondern viel mehr von Rock-Musik sprechen muss. Die Ausnahme aus diesem Einheitsbrei stellt dabei der letzte Song „Weakest Moments“ dar, der eher eine Ballade als einen Rock-Song darstellt. Durchaus noch gelungen.

Aber noch ein Lied gilt es hier ein wenig herauszuheben: „Jack & Diane“. Diese Nummer hat das gewisse Etwas, welches beim Musikkonsumenten hängenbleibt. Der Titel ist rockig und melodiös und hat das Potential sich durchaus längerfristig im Musikzentrum des Hörers zu verankern. Und er ist gleichzeitig auch eines der bekanntesten, wenn nicht sogar das bekannteste Lied des John Cougar Mellencamp, welches auch einen nicht unerheblichen Anteil daran hatte, dass sich die Platte so gut verkaufte. Leider aber die Ausnahme und das einzige wirkliche Highlight auf „American Fool“.

Fazit: Wenn Belanglosigkeit in der Musik exemplarisch dargestellt werden sollte, dann wäre „American Fool“ von John Cougar ein heißer Anwärter dafür, hier als Beispiel Erwähnung zu finden. Okay, zwei Ausnahmen gibt es und eine davon ist mit „Jack & Diane“ sogar richtig gut gelungen. Das war es allerdings auch bereits. Die anderen Titel sind Lieder, die einen zwar nicht dazu zwingen, ganz schnell das Zimmer verlassen zu müssen, allerdings nicht nachhallen, keine Spuren hinterlassen – belanglos eben. Sich allerdings mit Musikhören zu langweilen, kann nicht der Sinn des Musikhörens sein. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Jack & Diane, Weakest Moments