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Sonntag, 12. Juli 2015

Sweet Smoke – Darkness To Light




Sweet Smoke – Darkness To Light


Besetzung:

Michael Paris – sax, flute, vocals
Marvin Kaminowitz – guitar, vocals
Steve Rosenstein – guitar, vocals
Rochus Kuhn – violin, cello
Jeffrey Dershin – piano, percussion, vocals
Andrew Dershin – bass
Jay Dorfman – drums


Gastmusiker:

Marty Rosenberg – percussion on "Kundalini" and "Believe Me My Friends"
Puppa Kuhn – flute on "Darkness To Light"
Peter von de Locht – alto saxophone on "Darkness To Light"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Jazz Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Just An Empty Dream (4:24)
2. I'd Rather Burn Than Disappear (4:18)
3. Kundalini (13:28)
4. Believe Me My Friends (4:30)
5. Show Me The Way To The War (5:33)
6. Darkness To Light (12:50)

Gesamtspieldauer: 45:05




War das erste Album von Sweet Smoke mit dem Titel „Just A Poke“ aus dem Jahr 1970 noch gelungen, überzeugte durch lange Instrumentalpassagen und progressive Abschnitte in den Stücken, so sieht das mit der zweiten Scheibe „Darkness To Light“, welche drei Jahre später erschien, schon etwas anders aus. Hier ist die Musik, die auch so überhaupt nicht ins Ohr gehen möchte, häufig geprägt von Passagen, die sehr in die Richtung Jazz Rock driften. Manchmal wirkt das fast schon improvisiert, häufig schräg und nur ganz selten überzeugend. Dazu gesellen sich nun zusätzlich auch ganz deutlich indische Einflüsse in der Musik von Sweet Smoke.

Solche jazzrockige Passagen, wie auf dem Titeltrack „Darkness To Light“, können dabei sehr langatmig und nervenaufreibend wirken, da man es nur schwerlich schafft, in diese Musik eintauchen zu können. Zu verworren und mitunter auch atonal klingt das Ganze in meinen Ohren. Ein anderes Beispiel ist das manchmal nach „Fußgängerzone“ klingende „Kundalini“, bei dem indische Klänge mit verwurstet wurden. Die Nummer erinnert zumindest zu Beginn an irgendwelche, von der indischen Kultur beeindruckte Westeuropäer oder Nordeamerikaner, die mit ihrem neu errungenen Gedankengut die Welt beglücken wollen und dazu beschwingt lächelt und in ausladende Stoffrollen gewickelt, Glöckchen-klingelnd durch deutsche Innenstädte tanzen. Dann geht auch diese Nummer in einen jazzrockartigen Teil über und beeindruckt höchstens noch durch sinn- und wortfreies Gebrabbel.

Auch die kurzen Nummern können einen da irgendwie nicht packen. Mitunter klingt es da sogar mal bluesig, dann wieder jazzig und auch manchmal folkig. Nichts Halbes und nichts Ganzes – leider. Nun zumindest eine schöne und überzeugende Nummer hat es auf das Album geschafft. „I'd Rather Burn Than Disappear“ klingt ziemlich folkig und geht sehr wohl ins Ohr. Ein schönes Lied, vielleicht das Schönste, welches Sweet Smoke jemals gemacht haben. Der Überblick hierfür ist auch schnell gewonnen, denn nach dieser Scheibe war Schluss mit der Band, die zwar ein Jahr später noch ein Live-Album veröffentlichte, sich dann jedoch auch wieder auflöste.

Fazit: Sweet Smoke sind nur ein kurzer Tupfer in der Rock-Welt, veröffentlichten sie doch nur zwei Studio-Alben. Konnte das erste noch durchaus gefallen, gestaltet sich die zweite Platte mit dem Titel „Darkness To Light“ schon sehr viel schwerverdaulicher. Auf dieser herrschen ein wenig überzeugender Stilmix vor und noch weniger überzeugende Kompositionen. Eine Ausnahme gibt es, jedoch lässt dieses kurze Lied die Platte längst nicht mehr zu einem guten Album werden. Sechs Punkte.

Anspieltipps: I'd Rather Burn Than Disappear



Mittwoch, 8. Juli 2015

Sweet Smoke – Just A Poke




Sweet Smoke – Just A Poke


Besetzung:

Andrew Dershin – bass
Jay Dorfman – drums and percussion
Marvin Kaminowitz – lead guitar, vocals
Michael Paris – tenor sax, alto recorder, vocals, percussion
Steve Rosenstein – rhythm guitar, vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Jazz Rock


Trackliste:

1. Baby Night (16:24)
2. Silly Sally (16:22)

Gesamtspieldauer: 33:08




Sweet Smoke waren eine amerikanische Band, die allerdings 1969 nach Deutschland, nahe der holländischen Grenze übersiedelte und 1970 ihr Debut-Album mit dem Titel „Just A Poke“ aufnahm und veröffentlichte. Mit dem Bandnamen „Sweet Smoke“ und dem dazu passenden Cover wird natürlich eine klare Aussage getroffen und die Scheibe war überaus beliebt in der damaligen Hippie-Szene und bei Freunden, denen Alternativen zum Tabak eine stets willkommene und rauchende Abwechslung darstellten.

Auf „Just A Poke“ hört man lediglich zwei Titel, die unter der Überschrift Jazz-Rock mit einer Prise Funk sowie Progressive Rock einzuordnen sind. Sehr Rhythmus-lastig gehalten, sind es allerdings überhaupt die Instrumentalpassagen, die im Vordergrund der Musik stehen. Werden im ersten Track „Baby Night“ phasenweise noch die Doors mit „The Soft Parade“ gecovert, so steht in der Mitte des zweiten Tracks, „Silly Sally“, ein wirklich ellenlanges Schlagzeugsolo im Vordergrund, welches man so auf einem Studio-Album auch nur selten zu hören bekommt. Dieses ist auch durchaus gelungen, bis es dann in einen Latin-Teil übergeht, der nun nicht mehr unbedingt hätte sein müssen und wie ein kleiner Fremdkörper auf der Scheibe wirkt. Dann jedoch nimmt auch dieser Titel wieder Fahrt auf und es folgt erneut ein Jazz-Progressive-Rock-Abschnitt, mit einem tollen und sehr überzeugenden Saxophon-Solo. Da macht die Musik von Sweet Smoke dann schon wieder deutlich mehr Spaß.

Fazit: Wer mal das Hippie-Flair Anfang der 70er Jahre antesten möchte, der oder dem sei „Just A Poke“ von Sweet Smoke allerwärmstens empfohlen. Die Musik ist nicht zu ausgeflippt, geht durchaus ins Ohr und groovt unwahrscheinlich. Flöten- und Saxophon-Klänge wechseln sich ab, alles klingt, wenn auch vielleicht nicht gleich beim ersten Hören. Es sind vor allem die langen Instrumentalpassagen, die die Atmosphäre der Platte bestimmen und den meisten Eindruck hinterlassen. Bewusstseinserweiterndes Rauchwerk benötigt man noch nicht einmal, um bei dieser Musik in andere Sphären vorzudringen. Einfach Kopfhörer auf, gemütlich auf dem Sofa oder im Bett, Augen schließen und abwarten, was passiert. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Beide Nummern



(Da in Deutschland alle YouTube-Videos der Studioalben von Sweet Smoke durch die GEMA verboten sind, in allen anderen Ländern übrigens jedoch frei verfügbar, musste ich hier auf eine Improvisation von Sweet Smoke zurückgreifen, die so allerdings nicht auf der Platte zu hören ist.)